Hügelkette

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    Re: Hügelkette

    Hektor von Troja - 21.04.2007, 14:17

    Hügelkette
    Im Umland der Stadt ehebt sich in einiger Entfernung eine sanfte Hügelkette, die zulässt, dass man einen Überblick über das Land gewinnt.



    Re: Hügelkette

    Hektor von Troja - 21.04.2007, 15:09


    pp: Unterstadt Spartas

    Hektor folgte dem beschwingten Mann und nickte kurz, als er Paris' Blick auffing. Auch ihm fiel auf, dass ihr Führer es aus irgendeinem Grund eilig hatte. Der trojanische Prinz runzelte kurz die Stirn und schmunzelte dann in seinen dunklen Bart hinein.

    "Was ist denn..." Er blieb stehen und las einen Stein auf. "Das hier genau für eine Art Stein?"

    "Das..." sagte der Führer irritiert. "Ist normaler Stein, mein Herr."
    "So?" fragte Hektor und warf das Ding fort. "Ich dachte, dass hier Marmor abgebaut wird?"
    "Nicht hier, Herr. In Thebai."
    "Wo?" Hektor grinste innerlich breit.

    "The... bai, mein Herr." Der Führer begann unruhig zu werden.
    "Ist das wichtig?" fragte der Troer.

    Jetzt fielen ihm die Augen aus dem Kopf. "J-ja, Herr? Es ist eines unser bedeutendsten Zentren...!"
    "Tatsächlich?" Hektors Augen wurden groß und rund. "So wichtig wie das Städtchen dort?" Er deutete mit dem Daumen über die Schulter auf Sparta. "So was... und wo finden wir dieses Thebai?"

    "Herr..." bettelte der Führer, der sich seinem Ziel, den Hügelketten, schon fast ganz nah sah, leise. "Lasst uns weitergehen. Die Sichtverhältnisse nehmen schnell an Qualität ab."

    "Aber Apollon hat doch noch gar nicht richtig angefangen, den Tag zu begrüßen." widersprach Hektor milde.

    Der Führer hüpfte von einem Bein auf das andere, doch der Troer war abgelenkt. Zwischen den Hügeln hatte etwas nur für den Bruchteil einer Sekunde aufgeblitzt und Hektor wurde noch eine Spur misstrauischer.
    "Vielleicht sollten wir einfach... im Westen anfangen und in einem großen Kreis um die Stadt herum gehen? Dann haben wir immer einen Fixpunkt, können uns nicht verlaufen und sehen trotzdem etwas?"

    Fragend sah der Führer von einem zum anderen. "Ich werde dem Herrn nicht widersprechen... aber es gibt schönere Gegenden zu entdecken... sie liegen nur fernab von jeglicher Zivilisation."

    Hektor machte einen kleinen Schritt in Richtung der Hügelkette und dann noch einen. In Kombination mit seinen runden Augen konnte man sich vorstellen, dass sein Sohn irgendwann einmal ähnliche Anstengungen unternehmen würde, allerdings nicht auf eine Hügelkette, sondern eher ein Tischbein zu.

    "Ich weiß ja nicht..." sagte der trojanische Prinz langsam. Da vernahm er auch schon ein Rascheln in den Sträuchern zu seiner Rechten.
    Der Führer fuhr herum und zückte seinen Dolch.

    "Wegelagerer?" fragte Hektor sanft, aber mit einer Drohung in der Stimme, die nur schwer zu ignorieren war.
    "D-das ist nicht möglich, Herr..." würgte der Mann hervor, doch Hektor schüttelte nur den Kopf.

    Das Rascheln wurde lauter und der Prinz versuchte abzuschätzen, von wie vielen Männern es verursacht wurde. Seine Schätzungen blieben ungenau, doch auch er konnte jetzt nicht mehr abstreiten, dass ihre Möglichkeit sich zu verteidigen in den Hügeln deutlich besser war- er konnte ja nicht ahnen, dass es sich lediglich um eine Taktik handelte, sie dorthin zu dirigieren, wo sie hin sollten, wenn der Führer versagte.

    Das Rascheln wurde lauter und Hektor entschied sich.
    Mit Paris an seiner Seite würde er keinen offenen Kampf beginnen, sondern lieber eine Stellung beziehen, wo man wenigstens an der Flanke oder im Rücken geschützt war.

    "Lauf!" wisperte er seinem Bruder zu und folgte dem Führer, der bereits damit begonnen hatte zu fliehen. "Der kann froh sein, wenn er heute Abend seinen Namen noch weiß!" knurrte er und achtete dann darauf weder Odysseus noch Paris zu verlieren.



    Re: Hügelkette

    Odysseus von Ithaka - 21.04.2007, 22:15


    Odysseus beobachtete schweigend, aber durchaus amüsiert, wie Prinz Hektor stückchenweise Erfolg damit hatte, ihrem Führer auf die Nerven zu gehen, und ihn zu verunsichern.
    Aber obwohl der trojanische Prinz sich stumpf gab, und ein ausgesprochen schlichtes Gemüt zeigte, vermutete der Grieche, dass es hinter der äußeren Fassade ganz anders aussah, und Hektor es darauf anlegte derart naiv und nervig zu wirken.
    Seltsamerweise brauchte sein Bruder da keinerlei Bemühungen unternehmen - ihn hielt man gleich von ersten Augenblick an für unerfahren und blauäugig.
    Odysseus gestattete sich ein kurzes Grinsen, als die Unsicherheit ihres Führers Überhand zu nehmen schien, und auch ihm fiel auf, dass Teiresion von der Hügelkette gerade zu besessen zu sein schien.
    Er selbst hatte diese Hügel selbst schon das ein oder andere Mal aus der Nähe studiert, aber es war nicht so, dass er von sich behaupten würde, die Hügel oder das Umland zu kennen.

    Die Ernsthaftigkeit kehrte jedoch schnell wieder in sein Gesicht zurück, als seine Sinne Alarm zu schlagen begannen.
    Die Vögel um sie herum waren verstummt, und selbst der Wind schien plötzlich aufgehört zu haben, zu wehen.
    Das kam ihm komisch vor, und er gewann beinahe den Eindruck, als wollten die Götter sie warnen, indem sie Zeichen wie diese sandten.
    Aber vielleicht war es auch Zufall....!

    Paris lief neben seinem Bruder her, sah nach hier und dort, und versuchte, die Eindrücke, die die Landschaft ihm bot, in sich aufzunehmen.
    Obwohl sie sich noch nicht weit von der Stadt entfernt waren, bestach schon dieser Teil Lakoniens durch eine wilde Schönheit.
    Und, das musste Paris sich eingestehen, irgendwie passte es zu dem, was er von der Bevölkerung des Landes bislang kennen gelernt hatte.
    Er lächelte in sich hinein und war so guter Dinge, dass er beschwingten Schritte vorwärts stob.

    Dann plötzlich, hörte er deutlich ein Rascheln in den Gebüschen, das dort nicht hingehörte, und im selben Augenblick berührte ihn Hektor auch schon an der Schulter und raunte ihm ein "Lauf!" zu.
    Und obwohl Paris in manchen Dingen etwas langsam war, reagierte er hier sofort, nahm die Beine in die Hand, und tat, was sein Bruder ihm befohlen hatte.
    Er rannte.
    Ohne sich umzusehen, ohne langsamer zu werden, rannte er, bis er die Hügelkette erreicht hatte.
    Dann allerdings hielt er plötzlich sehr abrupt inne, und im letzten Moment sprang er zur Seite, und wich damit einem gutgezielten Schwertstreich aus.
    "Woahh!" Stieß er hervor, und sprang einen weiteren Schritt zurück, stolperte dann natürlich über einen Stein... (Das macht er wem nach? Na? Na?).
    Er streckte beide Arme aus um das Gleichgewicht zu halten, aber trotzdem konnte er sich nicht ausbalancieren und stürzte recht unsanft auf den Boden.
    Von seinem Angreifer allerdings war nichts mehr zu sehen, und völlig verwirrt sah Paris sich um.
    Was bei Apollon ging hier vor?
    "Ich... ähhhh...." Murmelte er, während er sich wieder auf die Beine half, und sich die Tunika ausklopfte, bevor er plötzlich vor Schrecken große Augen kriegte.
    Während Teiresion weiter in die Hügel gerannt war, und Hektor und Odysseus zu ihm aufgeschlossen hatten, waren die Männer aus den Büschen gehüpft, und hielten nun auf sie zu.
    "Weiter..." Stieß er hervor.
    "Weiter in die Felsen..." Er zog Hektor an dessen Tunika, und begann dann damit, tiefer in die Felsenlandschaft hinein zurennen.
    Er verschwand hinter einigen von den steinigen Erhebungen, war kurze Zeit außerhalb Odysseus und Hektors Blickfeld verschwunden, bis schließlich ein lauter Schrei zu vernehmen war...

    Paris war mitten in die Falle hineingelaufen und sah sich nun gleich fünf bewaffneten Männern gegenüber, und entsetzt stolperte er wieder zurück.
    Er hatte keine Waffe bei sich.... nichts... Gar nichts....
    Wie sollte er gegen sie bestehen?
    Von hinten, das wusste er, griffen sie noch einmal drei Männer an, das waren die, welche sich in den Büschen versteckt gehalten hatten.... insgesamt waren es also acht Männer, die nicht so aussahen, als ob sie zimperlich wären... und ihr Führer hatte sich ganz offensichtlich abgesetzt.
    "Wir sind... Gäste von König... Mene..." Weiter kam er nicht, denn einer der Männer schnellte vor, und es war nur Paris panischer Angst zu verdanken, dass seine Reflexe nicht versagten. Er stolperte zur Seite, und statt seines Kopfes war es nur eine Locke seines Haares, die der Klinge des Angreifers zum Opfer fiel.

    "Geht..." Rief Odysseus Hektor zu, als dieser zwischen ihren südlichen Angreifern und der prekären Lage seines Bruders hin und her sah.
    Es war offensichtlich, dass er Paris retten wollte, aber er fürchtete auch die Angreifer im Rücken, die sie seit dem Hanganfang verfolgten.
    "Geht und helft Eurem Bruder... ich werde mich um die Herrschaften da unten kümmern..." Wie um seine Worte zu untermalen ließ der König Ithakas seinen Stab herumwirbeln, bevor er ihn mit beiden Händen umfasste, und sich mental darauf vorbereitete, was nun folgen würde.



    Re: Hügelkette

    Hektor von Troja - 21.04.2007, 23:02


    Hektor sah Odysseus unschlüssig nach und wandte sich dann wieder nach vorne. Paris brauchte Hilfe. Das hatte Vorrang. Danach konnte er sich immer noch mit der Frage aueinander setzen, ob der Grieche mitsamt den Söldnern einen Ouzo zu sich nahm, während er beschäftigt war oder um sein Leben kämpfte und dabei Hilfe brauchte. Menelaos war mit seinem Ressourcen-Verbrauch nicht zimperlich. Das hätte Hektor ihm nicht zugetraut.

    Der Troer kniff die Augen zusammen und riss seine Tunika entzwei, so dass er zumindest ein wenig Beinfreiheit hatte. Den stabilen Stoffstreifen nahm er fest in beide Hände und kam dann über die griechischen Söldner wie Poseidon im Sturm über die Strände der ägäischen Küste.

    Hektor hatte keinen Ruf als Held, aber einen als fähiger Krieger und Heerführer, zumindest in der Troas und den angrenzenden Gebieten. Was die Peloponnes anging, so sollte sich das in nächster Zeit wohl oder übel ändern.

    Der Troer sprang auf den ersten Griechen zu, der nicht damit gerechnet hatte, dass noch jemand von hinten kam und schlang ihm den Stoffstreifen um den Hals, den er erbarmungslos und schnell zuzog, so dass der Mann seine Waffe fallen ließ, um sich an den Hals zu fassen. Hektor stieß ihn von sich und hob das kurze Bronzeschwert auf, um den am Boden liegenden schnell einen K.O.-Schlag mit dem Knauf zu versetzen und sich dann wieder aufzurichten.

    Als der nächste Söldner ihn anzugreifen gedachte, kletterte just in dem Moment Apollons Licht über den Hügelkamm und blendete ihn, so dass Hektor kein Problem damit hatte, auch jenen Gegner auszuschalten. Inzwischen aber sah er sich vier weiteren gegenüber und hatte keinen Schild zur Hand.

    Der erste versuchte ihn mit einem kurzen Speer zu erwischen, doch Hektor wand sich schnell aus seinem Angriffsbereich, manövrierte sich damit aber in den einen anderen. Geschickt parierte der Troer den Schwerthieb und warf den Mann mit einiger Anstrengung zurück, so dass er ein wenig Zeit hatte.
    Ein Schwerthieb streifte ihn am Arm und zerschnitt seine Tunika. Die Haut darunter war unversehrt. Mit ernstem und konzentriertem Gesichtsausdruck wirbelte Hektor herum und beschäftigte sich mit demjenigen, der seine Kleidung zerstört hatte.
    Hektor ging schnell in ein Handgemenge über und hoffte, dass die Kameraden des Spießgesellen davor zurückschrecken würden sinnlos in einen Nahkampf hineinzuschlagen oder schießen.

    Als der Mann merkte, dass seine Waffe nutzlos geworden war, sah er Hektor mit glitzernden Augen entgegen.
    "Weißt du nicht, Fremder, dass wir Griechen die Erfinder des Allkampfes sind?" belächelte er den Troer und schlug mit seiner zur Klaue geformten Hand in das Gesicht des Prinzen, um mit seinen scharfen Nägeln tiefe Spuren zu hinterlassen. Hektor hatte geistesgegenwärtig die Augen geschlossen und nahm daher nur geringfügigen Schaden.
    Wütend aber beherrscht starrte er zurück und zischte: "Weißt du denn nicht, dass trojanische Thronfolger Meister dieser Disziplin sind?"

    Seine Hand schnellte vor und umschloss den Kehlkopf des Fremden. Ein kurzer und fester Druck auf die empfindliche Stelle und der Mann sank röchelnd zu Boden, wo er von Hektor mit demselben Knaufschlag schlafen gelegt wurde, wie sein Vorgänger.

    Ein Surren erfüllte die Luft und Hektor wirbelte zur Seite, als ein Wurfspeer sich zitternd an der Stelle, wo er eben noch gestanden hatte in den Boden grub. Sie wollten sie tatsächlich tot sehen!
    Das sollten sie mal versuchen!

    Blutverschmierte Züge wurden starr und hart, doch zwei dunkle Augen begannen gefährlich kontrolliert zu brennen und glitzern, während sich eine kräftige Hand fester um den Griff eines Schwertes schloss.
    Keiner dieser Söldner würde hier wegkommen, ohne sich nicht genauestens seinen Namen gemerkt zu haben...!



    Re: Hügelkette

    Odysseus von Ithaka - 22.04.2007, 00:40


    Paris taumelte zurück, rollte sich zur Seite und entging gerade noch einem Hieb, der seiner Brust gegolten hatte.
    Er hörte das Klirren von Stahl auf Stahl, sah, wie Hektor sich der Männer annahm, die versucht hatten ihn zu umkreisen, und reagierte gerade noch schnell genug, um zu verhindern, dass sein Mann ihn mit dem Schwert durchbohrte.
    Paris riss die Hände hoch, um sein Gesicht zu schützen, kassierte dafür aber einen Hieb in den Magen.
    Er stieß einen Schmerzenslaut aus, und wünschte sich den kurzen Bruchteil einer Sekunde lang, Troja niemals verlassen zu haben.
    Er wollte hier weg!
    Er wollte keine Waffe, er wollte einfach nur weg!
    Geifer tropfte aus den Mundwinkeln des hämisch grinsenden Mannes der breitbeinig über dem jungen Prinzen stand, und hatte Paris sich bislang gefürchtet, so ergriff ihn nun blanke Panik.
    Die Männer meinte es ernst!
    Die wollten sie töten!
    Und wo war eigentlich dieser verfluchte Teiresion?

    "Sag Lebwohl, kleiner Prinz..." Murmelte der Mann höhnisch, und hob das Schwert zum finalen Schlag.
    "Leb wohl." Ertönte eine Stimme hinter ihm, und im selben Moment sauste Hektors Schwertknauf auf ihn nieder und der Mann brach ohne ein weiteres Wort bewusstlos zusammen.
    Paris rappelte sich wieder auf, nahm das breite Kurzschwert das er bei sich trug zur Hand, und hob es in die Höhe, als könne er ernsthaft jemandem damit wehtun, aber, anders als erwartet, hatte das nicht zur Folge, dass die Männer vor ihm zurückwichen.
    Ganz im Gegenteil.

    Odysseus hatte derweil ebenfalls Gesellschaft bekommen, die ihn jedoch genauso wenig ernst zu nehmen schien, wie sie Paris ernst nahmen.
    Der erste der drei griff an, ein breites, triumphales Lächeln auf dem Gesicht, nur um sich dann völlig unerwartet drei gezielte Schläge des hölzernen Stabes einzufangen, die ihn außer Gefecht setzten.
    "Ich weiß nicht, wie es Sitte in Sparta ist, doch in Ithaka stellt man sich einander vor." Sagte Odysseus mit ernstem Gesicht, und blitzenden braunen Augen.
    "Seht es so. Wir sind Söldner, und Ihr bald tot. Wozu noch lange Vorreden?" Fragte einer von ihnen und spuckte vor ihm aus, wie es manch Wegelagerer zu tun pflegten.
    Na schön.
    Also keine ernsthafte Konversation.
    Aber dafür eine umso ernsthaftere mit Menelaos, wenn sie erst wieder zurück waren.
    "Tot ist ein so unschönes Wort..." Entgegnete Odysseus kopfschüttelnd, und hielt den Stab abwehrbereit vor sich.
    Die beiden Männer grinsten noch immer breit uns siegesgewiss und stürmte dann gleichzeitig auf den griechischen König zu.
    Odysseus sprach geschickt zur Seite, und gab einem von beiden einen gezielten Schlag auf dessen Nacken mit, so dass er nach vorne stolperte.
    Dann wirbelte er herum, um einen Schwertstreich abzuwehren, und sehr zur Überraschung jener Männer hielt sein Stab der scharfen Klinge stand.
    Odysseus nutzte das Erstaunen der Männer aus, das in einem Zögern mündete, und teilte ordentlich aus.
    Schlag folgte auf Schlag und ein jeder war gut gezielt und plaziert. Er traf sicher all jene Stellen, die besonders empfindlich waren, und zudem anfällige Ziele boten, da sie nur schlecht gedeckt wurden.
    Stöhnend gingen der erste von beiden in die Knie, und ein weitere Hieb streckte ihn vollends zu Boden.
    Der letzte der drei Männer ging daraufhin ersteinmal auf Distanz, um die Situation noch einmal neu einzuschätzen.
    Offenbar hatten sie die Situation falsch betrachtet und nun waren seine Chancen zu einem Kampf Mann gegen Mann zusammengeschrumpft.
    "Immer noch nicht genug, nein?" Fragte Odysseus und hob fragend die Augenbraue.
    "Ich bin unverbesserlich..." Entgegnete der Mann von dem Odysseus vermutete, dass es sich um einen Söldner handelte.
    "Nun. Wer nicht hören will, muss fühlen." Erwiderte der König Ithakas ruhig, und einmal mehr nahm er Kampfhaltung ein.
    Sein Gegner griff an, Odysseus parierte, doch plötzlich hatte der Mann zwei Schwerter in der Hand, was Odysseus zu spät bemerkte.
    Er kassierte einen Schnitt am Oberarm, war aber geistesgegenwärtig genug, sich zur Seite zu drehen, so dass er Schlimmeres verhindern konnte.
    Ihm blieb keine Zeit, sich länger damit zu beschäftigen, wirbelte den Stock herum, und schlug damit heftig auf die Knie seines Angreifers.
    Er hörte das Geräusch von splitternden Knochen, im selben Augenblick, als der Mann einen Schmerzensschrei aussties, und zu Boden sank.
    Der Grieche verpasste ihm einen weiteren Hieb auf den Hinterkopf, und machte sich dann, als er sich überzeugt hatte, dass er das Bewusstsein verloren hatte, daran, zu Hektor und seinem Bruder aufzuschließen, um zu sehen, ob er dort von Nutzen sein konnte.



    Re: Hügelkette

    Hektor von Troja - 22.04.2007, 11:28


    Hektor machte einen Ausfall und gesellte sich an Paris' Seite oder vielmehr in seinen Rücken, denn ihm war klar, dass sein Bruder nicht der beste Nahkämpfer war, nie gewesen war. Daher konnte er wohl ein wenig tatkräftige Unterstützung brauchen und fünf von acht Männern standen noch.

    Der erste jener fünf hob sein Schwert und kam schreiend auf ihn zugerannt. Hektor sah ihm unerschütterlich entgegen und gerade als er zum Schlag ansetzte, schickte der Troer ihm nun seinerseits einen abgehackten Kriegsschrei entgegen, der den Mann aus dem Konzept brachte und ihn den Prinzen staunend ansehen ließ.
    Hektor wirbelte das Schwert herum und versetzte ihm mit der Breitseite einen hässlichen Stoß vor die Brust, so dass er zurücktaumelte und sich erst einmal wieder fangen musste.

    "H-hektor?" hörte er seinen Bruder fragen und wirbelte herum. Paris stand vier geifernden Söldnern gegenüber, die offensichtlich Gefallen daran fanden, den Prinzen einzuschüchtern.
    Herrje!

    Hektor zuckte innerlich mit den Schultern und stimmte dann mit klarer Stimme, nein nicht etwa einen Kampfgesang, sondern ein typisches trojanisches Trinklied an, das er seinen Kontrahenten fröhlich entgegen schmetterte.
    Verwirrt sahen die Söldner ihn an, fassten sich dann aber wieder und begannen ihn in einem durchaus durchdachten Rhythmus anzugreifen. Der Prinz wirbelte von einer Seite zur anderen, parierte Hiebe und Stöße, achtete darauf, dass keiner seinem kleinen Bruder zu nahe kam, doch schaffte es anfänglich nicht selbst einen Treffer anzubringen.

    Schließlich aber kochte seine in Troja berüchtigte Wut über und den Schrei, den er nun ausstieß, würden diese Söldner in Zukunft zu fürchten wissen.
    Niemand griff ihn auf einem wohlverdienten Spaziergang an! Und kein noch so toller Sparta-König konnte sich erlauben, sie eventuell sterben zu lassen! Und überhaupt, was sollte das eigentlich?!

    Hektor wirbelte das Schwert herum und versetzte dem ersten einen Schlag mit der stumpfen Seite, trat dem nächsten ins Sonnengeflecht, packte den dritten, der zu dumm gewesen war vorzusorgen, an den offenen Haaren und stieß ihn gegen den vierten, so dass sie in einem Knäuel aus Armen und Beinen zu Boden gingen.

    Der fünfte jedoch sprang ihn von hinten an und riss ihn zu Boden, wo Hektor im Nu seine Waffe fahren lassen musste, um seine Hände als nutzbringendere Waffen einsetzen zu können.
    Zielsicher gruben sich seine kräftigen Finger in den ungeschützten Teil seiner Rippengegend und hakten unter die bogenförmigen Knochen, um dann in einer schnellen Bewegung zurückgezogen zu werden.
    Der Mann knurrte wütend und holte aus, doch mit dem Hochreißen des anderen Armes konnte Hektor schlimmere Lädierungen seines Gesichts vermeiden.

    Finger, eisernen Klingen gleich, zielten auf seine Augen und die Hand fuhr herab. Schnell senkte der Prinz die Lider und doch drang glühender Schmerz in seinen Kopf, als die Hand auf sein Gesicht traf. Ohne genau zu wissen, was er tat, versetzte er dem Mann einen Schlag seitlich gegen den Kopf und nutzte seine kurzfristige Unsicherheit, um ihn von sich zu hieven. Ein weiterer Schlag gegen die Schläfe ließ ihn in den Schlaf der Gerechten fallen.

    Der nächste aber stand schon Schlange und griff ihn mit seinem Schwert an. Hektor wich hüpfend aus und schnellte dann überraschend nach vorne, um den Schwertarm des Mannes packen zu können. Der Söldner zuckte geistesgegenwärtig zurück und schlug zu. Scharfe Kupferkanten durchtrennten Stoff und Haut und winzige Blutstropfen spritzten in dem hellen Licht des Tages auf.

    Als hätte Apollon nur auf das Vergießen von Blut gewartet, schien er Hektor in eine Aureole aus Licht zu hüllen und den Blick des Troers aufblitzen zu lassen.
    Der Mann aus der Stadt, die als uneinnehmbar galt, musste einen wahrlich schauerlichen Anblick bieten. Blutüberströmte Züge und Hände wandten sich seinem Kontrahenten zu, das Gesicht aber nicht von Zorn entstellt, sondern mit einer Konzentration angetan, die ihresgleichen suchte.
    Gleichsam aber war die Gestalt des Troers vom Gold des Lichts umgeben, das über den Hügel schien und ihm etwas Unwirkliches verlieh, das den Söldner zögern ließ, anzugreifen.

    Hektor machte erneut einen Ausfall, probierte sein vorheriges Manöver einfach noch einmal und schlug dem Unglücksseligen das Schwert aus der Hand, bevor er es auflas und dem in derselben Bewegung dem Mann einen kräftigen Schlag unter das Kinn verpasste.
    Stumm segelte dieser zu Boden.

    Waren da noch drei.

    Erneut hörte Hektor ein Surren und beschloss sich zuerst dem Speermenschen anzunehmen, was er auch tat. Da dieser so dumm gewesen war, sich selbst zu entwaffnen, war er schnell zu Boden geschickt und schlafen gelegt worden.

    (Zwei kleine Söldnerleins waren ziemlich dumm
    Den einen hab ich ausgelacht, den andren bracht' ich um)
    Tschuldigung, anderer Chara *lol*

    Hektor wirbelte zu den übrig gebliebenen Männern herum und fixierte sie. Das Schwert in seiner Hand war glitschig von seinem Blut, das unablässig die Arme hinunterrann, aber zu sagen, dass ihm das Angst machte oder er sich fürchtete die Waffe zu verlieren, wäre übertrieben gewesen. Der Mann konnte sich mit Händen und Füßen verteidigen, wenn er musste und fühlte sich nicht an so etwas Banales wie ein Schwert gebunden. Dennoch kochte die Wut noch immer in ihm und Enttäuschung und Verbitterung über den Fortgang ihres Ausfluges mischten sich in seine Miene, während er die beiden fixierte.

    "Na, kommt schon, ihr dreiköpfigen Hunde! Wirds bald? Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit... übrigens, in Troja kämpfen die unmündigen Mädchen besser als ihr es tut! Na los, zeigt mir, was ihr könnt!"

    "Troja?" fragte einer der Männer unsicher.

    "Ja. Troja. Große Stadt mit noch größeren Mauern. Dass du da noch nie etwas von gehört hast aber wundert mich nicht. Deine Bildung entspricht der einer zwei Tage alten Ziege! Was ist nun?"

    Unschlüssig sahen die beiden Söldner ihn an und ließen ihren Blick zuerst über die blutverschmierte aber offensichtlich von der Sonne geliebten Gestalt und dann über ihre sechs gefällten Kameraden wandern.

    Sie zweifelten.

    Verächtlich sah Hektor sie an.
    "Schöne Söldner seid ihr mir." sagte er nur und wartete ab.



    Re: Hügelkette

    Odysseus von Ithaka - 22.04.2007, 12:27


    "Und ich dachte immer, Sparta hätte einen Ruf zu verlieren..." Rief Odysseus, als er endlich zu Hektor und Paris aufgeschlossen hatte.
    Er sah Hektor einen Schritt zur Seite treten, als er sich näherte, ganz so, als wolle der Prinz auch ihn im Augen behalten, und verübeln konnte er es ihm nicht.
    Woher sollte er auch wissen, wem er trauen konnte?
    Für Odysseus dagegen waren die Fronten im Augenblick ziemlich klar.
    Er bezweifelte, dass die Söldner mit ihm zimperlicher umgehen würden, denn mit den Prinzen, daher nutzte er die einzige Chance, die ihm blieb, und diese war es, den Söldnern den Krieg zu erklären, und sich zu verteidigen.
    Gemeinsam mit den Prinzen.
    Seine Augen glitten über die niedergestreckten Männer, und er machte sich schnell ein Bild davon, was Hektor hier bereits geleistet hatte.
    Ein Blick auf Paris Schwert verriet ihm, dass der jüngere der beiden Prinzen vermutlich für keinen der Männer hier verantwortlich war, denn von der Klinge tropfte kein Blut.
    "Offenbar habe ich mich geirrt." Fügte er hinzu, drehte den Stab in seiner Hand, und stieß ihn dann mit einer kräftigen Bewegung auf den Boden.
    Er musterte den trojanischen Prinzen mit kurzem Blick, sah das Blut auf dessen Gesicht und Arm, wusste aber nicht, ob es seines oder das seiner Gegner war, und ihm blieb auch nicht die Zeit danach zu fragen.
    Der Prinz sah nicht aus, als würde er gleich umkippen und daher verschob Odysseus die Höflichkeitsfragen auf später.
    "Ihr leistet ganze Arbeit." Sagte er leise an Hektor gewandt, bevor er seine Aufmerksamkeit ganz ihren Gegnern schenkte.
    "Doch wenn Ihr gestattet, werde ich Euch ein wenig behilflich sein..." Er lächelte, nahm den Stab wieder vom Boden und richtete ihn auf den linken Söldner.
    "Nun?" Fragte er, und es war deutlich an ihre Angreifer gerichtet.
    Die Söldner zögerten noch immer, und schließlich war es Paris, der ihnen die Entscheidung erleichterte.
    Er trat, das Schwert in der Hand an Hektors Rechte.
    Das hämische Grinsen kehrte in die Gesichter der beiden Söldner zurück und kündete von ihrem zurückgewonnenen Mut.
    "Nehmt Ihr den rechten, dann kümmere ich mich um den linken..." Schlug der König Ithakas vor, und er glaubte ein Nicken des Prinzen sehen zu können.
    "Und was soll ich tun?" Fragte Paris, kaum das die Worte ausgesprochen war, und er hob erneut kampfbereit das Schwert.
    "Zusehen, dass du dich mit dem Ding nicht selbst verletzt..." Antwortete einer der Söldner hämisch, und der andere spuckte sogar vor ihm aus.
    "Die spitze Seite des Säbels gehört übrigens in den Körper des Gegners, Jungchen..." Machte auch der zweite sich über den jungen Prinzen lustig und Paris sah nur ein wenig verwirrt drein.
    Spotteten diese ungebildeten Spatzenhirne da etwa tatsächlich über ihn?

    Odysseus hatte derweil geschwiegen und die Männer beobachtet, und als er sich sicher war, dass die beiden sich mehr auf Paris konzentrierten, denn auf sonst jemanden, schnellte er vor, und gleich der erste gezielte Hieb traf den Mann hart an der Schulter, so dass er erst einmal das Schwert fallen ließ.
    Von da an war es ein leichtes.
    Ein weiterer Schlag auf die Beine, ein Stoß in die Magengegend und anschließend einer gegen die Brust, und der Mann fiel rücklings auf den Boden.
    Odysseus schlug ein weiteres Mal nach, obwohl es seinen Prinzipien widersprach auf am Boden liegende Menschen einzuschlagen, hier allerdings war es wohl durchaus angebracht.
    Er richtete sich wieder auf, nachdem er mit dem Mann fertig war, und wirbelte zu Hektor herum, von dem er sah, wie er gerade dem letzten Mann den Garaus machte.



    Re: Hügelkette

    Hektor von Troja - 22.04.2007, 12:46


    "Sparta hat einen Ruf zu verlieren..." sagte Hektor leise und beherrscht. "Aber er hat weniger etwas mit Kampffertigkeiten zu tun, die sich nicht an diesem Kruppzeug bewerten lassen, als mit Gastfreundschaft, von der ich fürchte, dass sie weniger hoch geschätzt wird, als jenes Handwerk."

    Dann schleuderte er wütend das Schwert von sich und sah der Klinge dabei zu, wie sie gegen einen Felsen prallte und glitzernd im Sonnenlicht zu Boden fiel.
    Er packte mit einer Hand einen der Söldner am Kragen und zerrte ihn hoch.
    "Wer hat euch befohlen uns anzugreifen?"
    Der Mann war kaum bei Bewusstsein und starrte ihn aus trüben Augen an.
    "Wir... nehmen keine Befehle entgegen. Wir überleben!"
    Hektor schüttelte ihn kurz frustriert, ließ ihn dann aber in Ruhe. Aus diesen Männern würde er nichts herausbekommen. Ihre Angst vor Menelaos, steckte dieser tatsächlich dahinter, war viel zu groß. Ein einziges Geständnis würde ihn kompromittieren, daher hatte er ihnen wohl deutlich eingebleut, was geschehen würde, wenn auch nur einer redete.

    Hektor machte einige Schritte von dem Kampfplatz weg und ballte dann in ohnmächtigem Zorn die Fäuste.
    Seit Tagen schlug er sich mit diesem ignoranten und unfähigen König herum, um ihm die leichteste Sache der Welt verständlich zu machen und an dem einzigen Tag, den sein Bruder ihm schenken wollte, hatte dieser Idiot nichts besseres zu tun, als sie hinterhältig angreifen zu lassen! Wer sonst hätte den Führer bestechen können? Wer sonst hätte eine Befugnis oder gar den Einfluss dazu?
    Doch Hektor konnte nichts beweisen, nicht einmal etwas sagen in Gegenwart von Odysseus, der ob er wollte oder nicht, verpflichtet war, einen Kommentar, der auch nur die Andeutung eines Meuchelangriffs von seiten des Königs als Kriegserklärung jenem zu melden.

    Hektor machte sich in Bezug auf Odysseus eine geistige Notiz und schlug dann erst einmal gepflegt mit einer Faust auf den Felsen neben ihm, um sich zumindest ein wenig abzuregen.
    Ein kurzer, wütender Schrei tat sein Übriges und der Prinz Trojas war wieder ganz er selbst.

    Zwar immer noch mit seltsam ernsten und harten Zügen und schillernden Augen tappste er zurück zu den anderen beiden und verneigte sich kurz vor Odysseus, um seine Notiz abzuarbeiten.
    "Habt Dank für Euer Eingreifen." sagte er leise und blickte dann zu Paris, der große runde Augen, ein blasses Gesicht und im Allgemeinen unglückliche Züge hatte.
    "Ich fürchte, wir haben kein Glück, mein Bruder." sagte er langsam. "Und ja, juchu, heute Abend noch ein wundervolles Essen bei dem ich aufpassen muss, dass ich nicht gepflegt auf den Tisch breche oder ähnliches."
    Er schenkte Odysseus ein kurzes Lächeln.
    "Das habt ihr nicht gehört, Herr. Ich wars nicht."



    Re: Hügelkette

    Odysseus von Ithaka - 22.04.2007, 13:48


    Auch wenn es unpassend wirken mochte, zwinkerte Odysseus Hektor verschmitzt zu.
    "Wenn es Euch hilft könnte ich auch kurz..." Er sah sich um und deutete dann auf zwei zerklüftete Felsenchens "... da drüben hingehen..." Schlug er vor und tatsächlich lächelte er flüchtig.
    Was er nicht hörte, brauchte er nicht zu melden, und dass er freiwillig überhörte, welche Flüche Hektor auszustoßen wünschte, wusste Menelaos wiederum nicht.
    Gepflegt auf den Tisch brechen... klang eigentlich ziemlich gut, und Odysseus hatte ordentlich Lust Hektor dabei Gesellschaft zu leisten.
    Er würde sich ziemlich auf die Zunge beißen müssen, an diesem Abend, oder aber sich so ausdrücken, dass ihn kaum einer verstehen würde.
    Menelaos eingeschlossen.
    Eines jedenfalls stand fest.
    Er würde selbst mit Menelaos sprechen, und er würde seinen Unmut darüber kund tun, dass er in seinem Land überfallen worden war!
    Was dachte Menelaos sich eigentlich?
    Der Mann veranlasste, dass er sich den Prinzen anschloss, und versuchte im gleichen Atemzug sie alle umzubringen?
    Odysseus war ein Mensch, der selten seine Beherrschung verlor, aber in diesem Falle war er wirklich nahe daran.
    Und offensichtlich war er da nicht der einzige.

    "Wo steckt eigentlich Teiresion?" Fragte Paris, mit unschuldigen, runden braunen Augen.
    Er begriff zwar, dass diese Männer versucht hatten, sie umzubringen, aber ihm war nicht in den Sinn gekommen, dass ihr Führer womöglich mit ihnen unter einer Decke steckte.
    "Um seinetwillen hoffe, ich, dass er weit, weit weg ist...!" Knurrte Odysseus leise, blickte dann zum Himmel und schließlich wieder zu den Prinzen.
    "Wünscht Ihr Euren Ausflug fortzusetzen, junge Herren, oder nach Sparta zurückzukehren?" Fragte er sie höflich und lehnte sich dabei auf seinen Stab.
    "Wir haben zwar keinen Führer mehr... aber... wenn Ihr es wagen wollt, werde ich Euch führen. Zwar bin ich kein Kenner dieser Landen, aber ich weiß um das ein oder andere hübsche Plätzchen, das dieses Land zu bieten hat..."



    Re: Hügelkette

    Hektor von Troja - 22.04.2007, 18:42


    Hektor nickte Odysseus sanft lächlend zu. "Danke, ich habe mich heute schon genug aufgeregt. Das ist ein Mann, den näher zu bestimmen ich mir nicht die Mühe machen werde, nicht wert."

    Der trojanische Prinz sah an sich herab, während sein Bruder die Frage in den Raum- Hügellandschaft- warf, wo ihr Führer geblieben war. Er gab nicht gerade ein heroisches oder prinzliches Bild ab.

    "Also... wenn Ihr wisst, wo es hier einen Bach zu finden gibt, würde ich welche Richtung auch immer jeder anderen vorziehen." sagte er langsam und sah zweifelnd an seiner zerrissenen Tunika herunter. Da war so... überhaupt nichts mehr zu retten.

    "Ansonsten muss ich gestehen wäre mir ein Erkunden der Landschaft im Moment deutlich lieber, als nach Sparta zurückzukehren. Ich bin zwar ein wohl erzogener kleiner Troer, aber ich weiß nicht, was passiert sollte ich in den nächsten Stunden einem gewissen spartanischen König über den Weg laufen... der natürlich nichts mit alledem hier zu tun hat."

    Mann, was war das eigentlich für ein Land, in dem in nächster Umgebung zur Stadt irgendwelche arbeitslose Söldner arme Wanderer überfielen? Wenn er das Äneas erzählte, würde der sich vermutlich tot lachen. Natürlich gab es auch um Troja herum, Volksstämme (Äneas' Dardaner waren einer davon), aber ein jeder von ihnen hatte die Hoheit der Stadt und dementsprechend ihre Gesetze anerkannt. Sollte nur einer von ihnen jemals Hand an die Gäste des Königs legen, würde Hektor eben jene persönlich abhacken.
    Oder so ähnlich.
    Er war ja zivilisiert.
    (Mann, da kommt man immer durcheinander *lol*)

    Er hob erneut den Blick und sah auf die umliegenden Männer.
    "Lasst uns lieber verschwinden, bevor die wieder zu sich kommen und mehr Prügel einstecken wollen." murmelte er und berührte Paris sanft an der Schulter, um ihn erst einmal von dem Kampfplatz wegzudirigieren und dann zu Odysseus zu sehen.



    Re: Hügelkette

    Odysseus von Ithaka - 22.04.2007, 19:57


    Paris nickte und setzte sich in Bewegung, als Hektor ihn sanft in eine unbestimmte Richtung dirigierte.
    "Ja, ich denke, ich kann wohl einen Fluss finden." Erwiderte Odysseus, und winkte den Prinzen, ihm zu folgen, werden er sie sicher durch die Hügel führte, von der Hügelkette wieder hinunter und schließlich durch ein kleines Wäldchen.
    Auf der anderen Seite des Wäldchens dann floss ein kleiner Fluss, und Odysseus kniete sich an dessem Ufer nieder, und schöpfte Wasser mit der flachen Hand.

    Hektor war wütend, und er selbst war ebenfalls verärgert.
    Dass Menelaos hinter alldem steckte, zweifelte keiner von ihnen an, auch wenn niemand es aussprach.
    Er seufzte tief, als er sich wieder aufrichtete, und ließ Hektor an das Wasser treten, so dass dieser sich zumindestens das Blut abwaschen konnte.
    Seine Tunika war völlig zerrissen, und würde vermutlich nach diesem Tag keine Verwendung mehr finden.
    Überhaupt sah der trojanische Prinz im Augenblick so aus, als würde er selbst zu jenen Wegelagerern gehören, die sie eben noch bekämpft hatten.
    "Ich wusste nichts davon." Sagte der griechische König schließlich unvermittelt, und er sah die beiden Prinzen an.
    Wie schon einmal an diesem Morgen hegte er eine gewisse Sympathie für die beiden, weswegen er sich verpflichtet fühlte, zumindest weitgehend aufrichtig zu ihnen gegenüber zu sein.
    Und dazu gehört für ihn, ihnen klar zu machen, dass er mit diesem Überfall nichts zu tun hatte.

    Nein, ich habe nur vermutet.
    Ich habe in Menelaos Augen gesehen, und die richtigen Schlüsse gezogen.
    Aber ich hätte nicht gedacht, dass er es wirklich auf euere Leben abgesehen hat.
    Und obwohl ich damit nichts zu tun hatte, fühle ich micht schmutzig, fühlen sich meine Hände an, als hätte ich sie in Blut gebadet.
    Es ist ein verlogenes kleines Spiel.



    Re: Hügelkette

    Hektor von Troja - 22.04.2007, 20:12


    Hektor kniete sich zu dem Fluß und lauschte seinem Rauschen ebenso intensiv wie den Worten von Odysseus. Er konnte in ihnen keine Falschheit entdecken und glaubte, dass der Grieche nicht log.
    Dennoch schwieg der trojanische Prinz eine Weile und betrachtete sein Gesicht, welches er nur undeutlich in dem Wasser zu erkennen imstande war.

    Ganz langsam streckte er seine Hand aus und durchbrach die Wasseroberfläche so sanft, dass es kaum Wellen gab, die sich ausbreiten konnten. Seine Wut hatte er tief in sich vergraben und dachte stattdessen mit Wehmut an seine Stadt weit entfernt von hier. Er erinnerte sich an ihre schillernde und helle Schönheit und inmitten ihrer Mauern einer jungen Frau mit dunklem Haar und ebensolchen Augen, die ihm ermutigend zunickte, auch wenn sie ihn nicht sehen konnte. Es war vollkommen unerheblich, was er für sich wollte. Es ging darum, Troja, die Schöne zu erhalten wie sie war.

    Sein Gesicht verschwamm und löste sich auf, während er mit der Hand vorsichtig Wasser schöpfte und sich das verschmierte Blut aus seinem Gesicht wusch, wo vier Kratzer quer über seine ansonsten makellosen Züge verliefen.
    Hektor sah dabei zu, wie ein dünnes Rinnsal von Blut seinen Arm hinablief in sich in das Wasser mischte, wo es in Sekundenschnelle zur Bedeutungslosigkeit zusammenschmolz und sein Sein aufgab.
    Genauso würde es mit Troja enden, wenn er aufgab.
    Es würde zerfließen und nur noch eine ausgehöhlte Hülle eines ehrwürdigen Namens sein.
    Das konnte er nicht zulassen.

    "Ich glaube Euch." sagte Hektor schließlich, doch sein Tonfall war weder gönnerhaft noch arrogant, sondern schlicht und ein wenig traurig. Es tat ihm um den Mann Leid, den ein gewissenloser König so bedingungslos zu opfern bereit war.
    Langsam erhob sich der Prinz wieder und sah kurz in Richtung Sparta. Die Verhandlungen waren in eine neue Phase eingetreten und er war sich sicher, dass Menelaos diese Phase nicht mögen würde.



    Re: Hügelkette

    Paris von Troja - 22.04.2007, 23:41


    Paris hatte geschwiegen, als Odysseus sie durch den kleinen Wald geführt hatte und nun, da sie einen Moment lang am Ufer des schmalen Flusses verharrten, konnte er erst wieder einen klaren Gedanken fassen.
    Er ließ sich durch den Kopf gehen, was sie erlebt hatten, und versuchte das zu verarbeiten, was geschehen war, es in den richtigen Kontext zu setzen und zu begreifen, doch der Schluß zu dem er dabei kam, gefiel ihm nicht, denn er bedeutete, dass der spartanische König sie verraten haben musste.
    Das machte die Lage allerdings noch sehr viel komplizierter, denn auch wenn Hektor immer mal wieder seine Verschwörungstheorien geäußert hatte, so hatte Paris doch nicht geglaubt, dass der König Spartas versuchen würde, sie umzubringen!
    So würde Troja dem Staatenbund doch gewiss nicht beitreten!
    Was dachte der Mann sich denn eigentlich?
    Das zwei tote Prinzen förderlich für ihre Handels und Friedensverhandlungen wären?

    Völlig deplaziert aber völlig verständlich fand er daher auch das Geständnis des griechischen Königs, und er sah ihn unschlüssig aus seinen runden braunen Augen an.
    Schweigen senkte sich über die kleine Gruppe, die Hektor dazu nutzte, in das klare Wasser zu starren, und wer ihn kannte, der wusste, dass er nachdachte.
    Auch Paris ließ sich neben ihm am Ufer nieder, und tauchte die Hände in das Wasser, bis Hektor schließlich wieder das Wort ergriff, und, sosehr Paris sich auch wünschte, dass es anders wäre, dieses Mal konnte er Hektor sogar verstehen.
    Paris hatte vom ersten Moment lang eine deutliche Abneigung gegen Odysseus gehegt, weil er gefürchtet hatte, dass der Grieche sie aushorchte.
    Nun allerdings musste er zugeben, dass sie gewissermaßen in seiner Schuld standen, denn er hatte sich deutlich besser geschlagen, als er selbst.

    "Ihr habt uns geholfen." Sagte der jüngere Prinz daher leise, während er langsam zu dem Griechen aufsah.
    "Und dafür gebührt Euch Dank." Paris nickte leicht.
    Und eigentlich gebührte ihm dafür auch ihr Vertrauen, aber das konnten sie ihm nicht schenken.
    So wie sie es keinem Griechen schenken konnten.
    "Entschuldigt, wenn ich abweisend war. Ich werde versuchen, mich zu bessern." Erklärte der Prinz und richtete sich dann wieder auf.
    Odysseus nickte nur unmerklich.
    Er hielt es nicht für notwendig, darauf einzugehen.
    "Wenn Ihr soweit seid, Prinz Hektor, würde ich Euch gerne zu einer kleinen Quelle führen. Sie ist gut verborgen, und einer der wenigen Schätze, die Lakonien zu bieten hat - sofern die Quelle nicht schon längst von Menelaos abgeschafft wurden, aber ich bezweifle, dass er überhaupt von ihrer Existenz weiß."



    Re: Hügelkette

    Hektor von Troja - 11.10.2007, 00:12


    Hektor verweilte noch einen kurzen Moment. Er nahm sich den Augenblick, bevor er wieder seine diplomatische Maske überstreifte, sich aufrichtete und trotz zerrissener Tunika einigermaßen eindrucksvoll aber nicht aufdringlich wirkte. Er war eigentlich ein sehr ruhiger und in sich gekehrter Mensch, wusste aber wohl, was er wollte und wie er es zu vertreten hatte.

    "Ich würde mich sehr darüber freuen... das Land näher zu erkunden. Trotz allem ist es schön und etwas ganz anderes, als unsere Heimat..." erklärte er und konnte den Blick seines Bruders auf sich spüren.
    Während sie sich in Bewegung setzten, dachte Hektor darüber nach, wie er Menelaos nun wohl entgegen treten sollte. Es würde ihm schwer fallen, diesen Vorfall komplett zu ignorieren. Den König darauf anzusprechen aber, das konnte er nicht einfach so. Es würde ihn einiges an Geschick kosten, klarzumachen, was er wusste und was er davon hielt.
    Es war anstrengend.

    Hektor runzelte die Stirn.
    Heute Abend ein Essen... das würde gar nicht so einfach werden. Aber er vertraute auf seine Fähigkeiten, hoffte, dass auch Paris sich zusamenreißen würde können.
    Der Prinz von Troja hob seinen Kopf ein wenig und sah in Richtung Sonne.
    Apollon würde seinen Weg leiten.
    Zumindest versuchte er sich das einzureden.



    Re: Hügelkette

    Odysseus von Ithaka - 11.10.2007, 23:51


    Odysseus nickte knapp und ging dann voran.
    Er führte die beiden Prinzen zwischen einigen Hügeln durch, umging deren Kuppen, damit man sie nicht schon von weitem sah und der Weg wurde immer steiniger und felsiger.
    Im Grunde war die Umgebung Spartas sehr schön, aber von einer wilden, rauen Schönheit.
    Das Land strahlte eine Unberührtheit aus, die wohl daher kam, das große Teile des Landes tatsächlich unberührt waren, denn wann wagte sich Menelaos schon vor die Tore seiner Stadt, wenn nicht um sich zu seinem Bruder zu begeben?
    Ungesehen gelangten sie an den Rande eines kleinen Wäldchens und Odysseus spürte deutlich das Zögern der Prinzen.
    "Ihr wollt da rein?" Hakte Paris nach und der Gedanke sich von einem Griechen in einen dunklen kleinen Wald führen zu lassen war ihm deutlich zuwider.

    "Wenn es Euch lieber ist, kann ich Euch auch außen herumführen, aber das wird einige Zeit in Anspruch nehmen."
    Paris warf Hektor einen bezeichnenden Blick zu, sah seinen Bruder dann aber leicht nicken und seufzte leise.
    Hektor bedeutete Odysseus voranzugehen und der griechische König führte sie sicher durch das Wäldlein hindurch.
    Eine knappe halbe Stunde später kamen sie auf der anderen Seite des Waldes wieder heraus und vor ihnen bot sich eine große freie Fläche, die seitlich von kleinen Bergen umsäumt wurden.
    Und genau auf diese kleinen Berge ging Odysseus nun zu, und gar nicht viel später wurde eine kleine Höhle in dem Fels sichtbar.
    Und dort drin wiederum befand sich die Grotte, von welcher der griechische König zuvor gesprochen hatte.



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