Verfügbare Informationen zu "Kapitel 3"
Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Anonymous Forum: °~•O•~° Forenbeschreibung: Orbis Alia aus dem Unterforum: Eine kleine Geschichte Antworten: 1 Forum gestartet am: Samstag 14.04.2007 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Kapitel 3 Letzte Antwort: vor 15 Jahren, 11 Monaten, 12 Tagen, 17 Stunden, 53 Minuten
Alle Beiträge und Antworten zu "Kapitel 3"
Re: Kapitel 3
Anonymous - 15.04.2007, 19:54Kapitel 3
Kapitel 3
Es war eine warme Frühlingsnacht. Eine leichte Brise trug den Geruch von frischem Heu und Blumen durch das Dorf. Der Mond stand hoch und erzeugte ein magisches Licht das durch gut plazierte Fackeln noch verstärkt wurde. Für diese eine Nacht waren die Strapazen und Abenteuer der vergangenen Wochen vergessen. Ich wollte feiern. Es zählte nur das Heute. Und so machte ich es auch. Eine Frau nach der anderen wurde von mir zum Tanz aufgefordert. Berauscht vom Wein und der Musik tanzte ich mich in einen Rausch bis zu jenem Augenblick wo ich sie das erste Mal sah. Ich blieb wie versteinert stehen, mein Herz schlug wie wild. Ich konnte mich nicht rühren, nicht schlucken nicht atmen. Noch nie zuvor sah ich so viel Vollkommenheit, so viel Schönheit. Sie war das Leben selbst. Ihre langen blonden gelockten Haare leuchteten im Mondlicht. Sie trug ein weißes Kleid und einen Blumenkranz auf dem Kopf, der ihre Schönheit noch mehr betonte. (Und beim Teutates ohne die Gallischen Holzschuhe war sie mindestens 1.70m gross.)
Göttinengleich schwebte sie über die Tanzfläche. Ich konnte meine Augen nicht mehr von ihr abwenden. Unsere Blicke trafen sich. Für einen kurzen Augenblick schien die Zeit stillzustehen. Alles andere war unwichtig geworden. Um mich war es geschehen. Ich war unsterblich verliebt ...
Wir gingen zögernd einige Schritte aufeinander zu, ohne uns aus den Augen zu verlieren. Ich zögerte ... Mächtige Göttin dachte ich, gehört das zur Prophezeiung? Darf dies geschehen? Ich versuchte mich zu wehren ihr dabei immer in die Augen schauend. Zu spät ... Sie hatte mich unweigerlich in ihren Bann gezogen. Ohne Unterbrechung schauten wir uns an. Ihr Blick sagte mehr als tausend Worte. Nach einer halben Ewigkeit, wie es mir schien, trafen wir uns in der Mitte der Tanzfläche. Sie hatte wunderschöne blaue Augen die im Mondlicht zu glänzen schienen. Wie ist dein Name? hauchte ich ihr ins Ohr. wieder schauten wir uns an. Sie lächelte und bei der Göttin Belisama ein schöneres Lächeln sah ich nie, drehte sich um und lief weg. Mein Jagdtrieb wurde sofort angeregt, und ohne zu zögern lief ich ihr nach. Wusste nicht das Frauen so schnell laufen können, und holte sie erst am Fluß, den die Menschen hier Donau nennen, ein. Da stand sie nun unter einem großen sehr alten Kirschbaum, wo sich auch schon Liebende in der Vergangenheit getroffen hatten. Wieder sahen wir uns in die Augen. Sie kam ein paar Schritte auf mich zu, mein Herz drohte aus der Brust zu springen. Tessa hauchte sie zurück ...
Wir küssten uns leidenschaftlich ... nur die Geräusche der Geschöpfe der Nacht waren zu hören. Es war wie ein Traum ... Die Zeit verging wie im Fluge, und erst der Ruf eine Goldammer rieß uns aus diesem Traum, von dem ich hoffte er würde nie enden. Es war Morgengrauen und schnell liefen wir ins Dorf zurück wo wir uns nochmal heiß und innig zum Abschied küssten. Heute Nacht am Kirschbaum flüsterte sie mir noch zu ...
An meinem Schlafplatz angekommen erwartete mich schon der Druide. Du bist schon wach Druide? Ich, habe noch nicht geschlafen erwiederte er mir. Ich vergass ihr Druiden müßt nicht viel schlafen, beneidenswerte Kräfte habt ihr antwortete ich ihm. Da muss ich dich enttäuschen auch wir Druiden müssen schlafen. Aber wie soll ich schlafen wenn Pichlax wie eine ganze Aubrac Herde (alte gall. Rinderrasse) schnarcht. Ich werde für ein paar Stunden in den Wald gehen sagte er mir übermüdet und laut fluchend. Ach ja und die Kleine ist die Tochter des Dorffürsten liess er nebenbei verlauten. Woher weißt Du das? Possum sed nolum antwortete er mir. wie immer sprach er in Rätsel der gute Druide. Müde legte ich mich hin, Pichlax Geschnarche störte mich nicht im Geringsten. Mit einem Lächeln schlief ich ein.
Erst am späten Nachmittag wurde ich durch lautes Gebrüll und klirrende Schwerter geweckt. Noch benommen von der Magie der letzten Nacht stürzte ich nach draußen. Pichlax wie immer betrunken stand in seiner vollen Kriegsmontur in der Mitte des Dorfes und brüllte, es war mehr ein brüllendes Lallen kommmt heeeer iihr Rrrrömisssschen Ssscheiiiß äähh Schmeeeeißffffliegen. Ich blickte nach links und sah dass ein römischer Spähtrupp von etwa zwanzig Mann ins Dorf gekommen war, um den wöchentlichen Tribut zu fordern. Ich sah dass Pichlax schon ganze Arbeit geleistet hatte. Auf dem Boden lagen sechs schwer entstellte römische Leichen.
Ich zog mein Schwert ehe ich mich versah beförderte Pichlax brüllend zwei weitere Römer mit einem Streich in ihr sogenanntes Elysium (röm.Paradies). Pichlax erstaunte mich immer wieder. Egal wie betrunken er war im Kämpfen machte ihm keiner was vor. Mit Hass stürzte ich mich ins Schlachtgetümmel. Ein Römer ritt auf mich zu, ich rollte mich ab und fuhr mein Sax (gall. Langschwert) in die Beine des Pferdes, so das es kopfüber nach vorne stürzte und den Römer unter sich begrub. Schreiend versetzte ich ihm den Todesstoß. Ich lief zu Pichlax, der sich immer noch in der Mitte des Platzes befand und noch mehr von diesem Teufelszeug in seine riesigen Rachen goss. Er schien verletzt zu sein, Blut lief ihm das Bein runter. Pichlax bist du verletzt? fragte ich ihn ohne die Römer aus den Augen zu verlieren. Daasss isssttttt nurrrrrr eeiiiiinnn Krrrrraaatzer lallte er zurück, und lachte mit seinem rot angeschwollenem Kopf. In einigem Abstand bildeten die übrig gebliebenen elf Römer mit ihren Schilden eine Schildkröte, wie ich sie beim Angriff auf mein Dorf zuvor schon gesehen hatte. Ich wußte was das bedeutete. Jetzt verstecken sie sich auch noch lallte und lachte Pichlax. Gedeckt von ihren riesigen Schilden, kamen sie Schritt für Schritt auf uns zu. Ich sah keine Lücke, wußte nicht was ich tun sollte. Pichlax brüllte kkkoommmtt hhhheeeeerrr RRööömmeerrpack, und schwang seinen Zweihänder den er in einer Hand hielt, wild gestikulierend durch die Gegend und sich immer noch dieses Teufelzeug reinschüttete was der Druide gebraut hatte. Die Römer kamen näher. Ich überlegte fieberhaft was zu tun ist, mir fiel nichts ein. Plötzlich, als hätten die Götter mein Flehen erhört, hörte ich lautes Gebrüll, die Erde erzitterte und ein mächtiges, dumpfes Geräusch machte sich im Dorf breit.
Die Römer gaben für einen kurzen Augenblick ihre Verteidigungsposition auf wodurch sich eine Lücke ergab. Geistesgegenwärtig lief ich zu den Römern Pichlax, beim Teutates gerade war er noch brüllend neben mir, als seine Beine nachgaben und er wie eine mächtige Eiche die gerade gefällt wurde zu Boden stürzte. Fast hätte ich gelacht dieser Anblick war einfach ein Bild für die Götter. Mich auf den Ernst der Lage zurückbesinnend stieß ich mein Schwert in den Hals des ersten Römers der mir den Rücken zugedreht hatte. Blut spritzte mir ins Gesicht. Wie von Odins Blitz getroffen gaben die anderen Römer ihre Deckung komplett auf und versuchten in alle Himmelrichtungen zu fliehen. Zu spät der Druide auf einem Pferd, woher auch immer er es her hatte, und hinter ihm ein Reitertrupp von etwa achtzig Mann Stärke erschlugen die fliehenden Römer. Ich war noch nie so froh den Druiden zu sehen, egal ob sein Moosmantel ja mittlerweile konnte mann es so nennen wie das Fell eines altersschwachen Iltis stank. Teutates und Belenus sei Dank dass du lebst sagte er anscheinend besorgt. Es hätte schlimm ausgehen können. Wo ist Pichlax? Durch lautes Schnarchen machte er auf sich aufmerksam. Er lag immer noch blutend neben den von ihm verstümmelten Leichen, und schlief fest wie ein Stein. Woher hast Du das Pferd? fragte ich ihn. Bevor du weiter redest will ich dir alte Freunde vorstellen, die uns bei unserem Unterfangen behilflich sein werden antwortete er mir rasch. Und da waren Sie Puschkin, Dädalus, und Pain drei Brüder die ihr Dorf als Kinder verloren hatten als die römischen Besatzer in Gallien einfielen. Als Kinder wurden sie nach Rom gebracht wo sie als Sklaven verkauft wurden. Viel mehr ist nicht über sie bekannt, außer dass sie einem mächtigen Stamm aus alter Zeit angehörten. Mit ihrer wilden Horde aus befreiten Galliern verbreiteten sie Angst und Schrecken unter den Römern. Sie waren Guerillakämpfer die plötzliche Überfälle auf Römer und ihren Proviant machten, um den Handel zwischen den einzelnen Befestigungsanlagen der Römer zu unterbinden. Ich war stolz und froh dass sie sich entschlossen hatten, sich uns anzuschließen. Was machen wir mit den Leichen? Verdammt wenn die Römer das erfahren werden sie das Dorf dem Erdboden gleichmachen dachte ich. Nein Tessa ... wie immer und mit ruhiger Stimme sagte der Druide, wir werden die Leichen aufsammeln und weit draußen vor den Dorftoren in die Wildniss werfen. Die Römer werden denken dass Puschkin und sein Brüder sie niedergemetzeld haben. Ich war beruhigt und erleichtert. Die Leichen der toten Römer wurden von Puschkins Männern eingesammelt und aus dem Dorf geschafft. Der Druide segnete das Dorf, wo sich zuvor dieses schreckliche Massaker ereignet hatte. Als er fertig war nahm er mich beiseite und sagte, wir dürfen unser heiliges geschlossenes Bündniss nicht vergessen. Es wird Zeit weiterzuziehen. Du kannst sie nicht mitnehmen. Du musst sie vergessen! Sie vergessen, ich wollte nicht vergessen. Ich war bereit sie mitzunehmen komme was wolle ... aber das ist eine andere Geschichte ...
Tomasterix - 01.02.07 22:07
Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken
Weitere Beiträge aus dem Forum °~•O•~°
Die Bar!!! - gepostet von poisoneve am Dienstag 31.07.2007
Bewerbung für Fressbazille - gepostet von Anonymous am Samstag 15.09.2007
Bundesländerforum - gepostet von Elen am Mittwoch 18.04.2007
Ähnliche Beiträge wie "Kapitel 3"
Die Kapitel - Jamida (Freitag 13.07.2007)
Kapitel 1 - Jamida (Freitag 13.07.2007)
Kapitel 2 - Jamida (Freitag 13.07.2007)
Kapitel 3 - Jamida (Freitag 13.07.2007)
Kapitel 4 - Jamida (Freitag 13.07.2007)
Kapitel 5 - Jamida (Freitag 13.07.2007)
Kapitel 6 - Jamida (Freitag 13.07.2007)
Kapitel 7 - Jamida (Freitag 13.07.2007)
Kapitel 8 - Jamida (Freitag 13.07.2007)
Kapitel 9 - Jamida (Freitag 13.07.2007)
