Kapitel 2

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    Re: Kapitel 2

    Anonymous - 15.04.2007, 19:55

    Kapitel 2
    "Was ist ... wo bin ich?", war das erste was ich von Tomasterix hörte, nachdem er tagelang auf der kleinen Holzpritsche, die ich sonst für meine Zubereitungen nutzte, mit dem Leben rang!

    Es war als hätte er wirklich bis zu seinem Erwachen in meiner Hütte im "Düster Wald" nicht gemerkt, dass er eine tiefe, bereits zu faulen begonnene Wunde, im Kampf gegen die Römer davongetragen hatte. Diese Art Wunde kannte ich glücklicherweise nur zu gut, denn ich musste sie bei vielen anderen Leuten zuvor schon des öfteren heilen. Es war der typische Einschnitt eines römischen Kurzschwertes (röm.Gladius) die zum Glück nicht allzu lange Klingen besitzen.

    Von nun an ging die Genesung des Tomasterix fortwährend und immer schneller voran. In diesen ruhigen Tagen seiner Rehabilitierung lernten wir viel voneinander, über unsere gemeinsame Geschichte, unseren Sinn auf Erden, er brachte mir sehr viel über die Kriegskunst bei und ganz nebenbei wurde mir klar, dass es doch eine ganze Menge Dinge gäbe, die für uns Druiden eigentlich nie als wichtig erachtet wurden, aber dennoch von erheblicher Bedeutung für unser gallisches Volk war, und in Zukunft mehr als zuvor sein sollte, ...


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    Die Tage vergingen und es wart an der Zeit dass Tomasterix - der inzwischen wieder bei vollen Kräften war - und ich beschlossen, aufzubrechen, um das Leid das über unser Volk wieder verstärkt hereinbrach, endgültig aufzuhalten und unsere Brüder und Schwestern ganz Galliens endlich in ein Zeitalter des Friedens und des Wohlstands im Namen unseres heiligen Orakels zu geleiten.

    Die Zeit war gekommen Tomasterix über alles genau aufzuklären, und ich erzählte ihm, dass alles was er im Dorf zuvor erlebt hatte, die Begegnung mit dem alten Grauhaar, die Opfergabe die er bringen sollte und ebenfalls alles andere, eine Prüfung war um seine wahren Absichten zu erkennen.

    Druiden haben die Fähigkeit vor jedermanns Augen in der Gestalt zu erscheinen, die für diejenige Person die geringste Bedrohung darstellt. In Tomasterix´s Fall war es die Gestalt eines alten Mannes, und indem er einer so schwächlich erscheinenden Gestalt dennoch sein Gehör und seinen Respekt entgegenbrachte bewies er, dass er mit wahrhaft edlen Tugenden ausgestattet war, und auch die nachfolgenden, von dem Orakeln gestellten Prüfungen, meisterte er ohne es zu wissen und stellte somit die Grundvorrausetzung zur Erfüllung der Prophezeiung, auf die wir Druiden seit der ersten dunklen Bedrohung des 1. Zeitalters warten ...

    Als Druide fühlte ich mich verantwortlich unser Volk endlich wieder in die Freiheit zu Führen und von dem Joch der Römer zu befreien. Denn in den uralten Geschichten meiner Ahnen, die bis an den Anfang der Zeit zurückreichen, kamen und gingen schon des öfteren Zeitalter in dem unser Volk unendliches Leid ertragen und sich dem Willen einen Tyrannen beugen musste.

    Eines der berühmtesten Beispiele hierfür ist die Kapitulation des Gallier-Fürsten "Vercingetorix" gegenüber Julius Caesar. Er verbrachte vom Zeitpunkt der Kapitulation bis zu seiner Hinrichtung mehrere Jahre in einem römischen Verlies.

    Während Tomasterix von Rachegedanken angetrieben durch ein kleines Waldgebiet mit immer grösserwerdenen Schritten marschierte, der zwischen uns und unserem ersten Ziel lag, nutzte ich die Gelegenheit um einige seltene Kräuter und Pflanzen für eines meiner wichtigsten Rezepte zu sammeln.

    Denn dieser Wald den wir zu durchqueren versuchten, gehört bis heute zu einem der meist gefürchtetsten dunklen Orte der gesamten bekannten Welt. Im übrigen hatten bisher ausschliesslich Druiden und die Geschöpfe der Nacht diesen Wald je betreten und auch wieder lebend verlassen können. Dies schien ein weiterer Beweis für den Schutz unserer Götter und des heilgen Orakels zu sein. Würde ich es wirklich sein, der aus der langen Reihe von Generationen von Druiden miterleben darf, wie die uralte Prophezeiung der "Orbis Alia" in Erfüllung geht?


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    Nach einem guten Essen, das Tomasterix aus dem Wald mitbrachte, machten wir uns nun weiter auf den Weg zu unserer ersten, für uns recht schwierigen Aufgabe. Denn eine geeignete Stelle für die Gründnung eines gallischen Stammes zu finden schien uns alles andere als einfach zu sein. Endlich verliessen wir auch die von Dunkelheit geprägte Atmosphäre des Druidenwaldes. Der uns immerhin bestmöglichen Schutz gewähleistete nach dem Überfall der Römer, bei dem Tomasterix fast getötet worden wäre.

    Mehrere Tage und Nächte wanderten wir immer in Richtung der aufgehenden Sonne, entlang den Ufern des Flusses Dordogne, durch die Hochebenen der Voralpen, der Winter hatte die Pflanzen und Tierwelt fest im Griff !

    Am Morgen des 8.Tages unserer bisherigen Reise kamen der vom Orakel auserwählte Gallier zur Erfüllung der Prophezeiung und ich mit meinem mittlerweile vollkommen durchgeweichten, zerlöchertem, schon viel zu stark nach Moos riechendem Umhang an den Überresten eines erst kürzlich bis auf die Grundfeste heruntergebrannten, ehemals aber sehr prächtig erscheinenden germanischen Dorfes. Geruch von verbrannten Leichen durchzog die eiskalte Luft, die aufgrund ihrer hohen Dichte selbst beim Atmen nur schwer die Lungenenden erreichte. "Es muss viel Blut geflossen sein letzte Nacht", starrte Tomasterix fassunglos auf den qualmenden stinkenden Haufen von verbrannten germanischen Körpern. Frauen und Kinder befanden sich ebenfalls unter den zerstückelten Überresten, die offensichtlich aber noch vor der Verbrennung noch feinsäuberlich von allen möglichen Dingen wie Metallen,Schmuck und sonstigen Wertgegenständen befreit wurden.

    "Beim Teutates, dies können nur Römer gewesen sein, nur sie gehen so schnell und präzise vor.", stellte ich mit einiger Wut im Bauch fest. "Jeder ... jeder einzelne von Ihnen wird für das Verbrechen bezahlen, das sie meinen Leuten, meinem ganzen Dorf und auch diesen armen germanischen Bauern angetan haben", Tomasterix fiel auf die Knie, "Teutates, Belenus, Belisama und alle die ihr mich hören könnt und wollt, ich bitte Euch um Eure Hilfe. Bitte helft mir diesen barbarischen, rücksichtslosen Verbrecher und Imperialisten, diesen römischen Schweinen alles heimzuzahlen. Und ich werde euch dienen solange ich lebe!"

    Seine Entschlossenheit war unverkennbar. Wir verweilten noch unter den ermordeten, aber entschlissen uns, sie nach gallischen Brauch mit dem Gesicht gen Himmel noch mit einigen Habseligkeiten aus meinem Zutatenbeutel auszustatten. Und sprachen die letzten Worte um den Phoenix herbeizurufen, der sie schliesslich ins Orbis Alia tragen sollte.

    Wir waren recht still auf der weiteren Reise, reden taten wir nur das Nötigste und wir konzentrierten uns mehr auf unsere Umgebung. Bis unsere Stille von Kampflauten unterbrochen wurde. Tomesterix blieb im selben Moment stehen wie ich, wir schauten uns einen kurzen Moment an, stürmten dann aber gleichzeitig in Deckung. Langsam hoben sich unsere Köpfe wieder in Höhe eines Kniehohen Busches. Wir wollten auf keinen Fall in eine Schlacht geraten, und genau danach klangen die Geräusche von aufeinanderpallendem Metall und das Kampfgeschrei von schätzungsweise mindestens einem Dutzend Männern.

    Als wir uns langsam in Richtung Getümmel vor wagten erkannten wir einen riesen Gallier der mit Schwert und Schild ausgestattet, umkreist war von 7 sehr kleinwüchsig erscheinden Römern. Um den Riesen, der auch leicht verwundet schien, hielten die Römer einen Sicherheitsabstand von einigen Schritten. Man hatte den Eindruck als wollten die Römer gar nicht näher kommen, sondern sich am liebsten umdrehen und weglaufen. Doch der Riese liess den, zwergisch erscheinden Römern keine Chance, er fegte in einem Rundumschlag seines Schildes die ersten 4 Kleinwüchsigen in die Ferne, die restlichen Drei streckte er mit einem Schrei der das gesamte dahinterliegende Tal erfasste alle gleichzeitig mit einem einzigen Hieb seines mächtigen Zweihänders. Ja, es war ein Zweihänder, doch dieser Teufelskerl von einem Gallier trug es mühelos als Einhänder, weshalb er noch den Arm für ein Schild frei hatte, was ihn theoretisch unverwundbar machte, zumindest für diese kleinen Zwerge.

    Als Druide spürte ich das dieser Mann zwar erregt, aber guten Herzens war, Tom und ich näherten uns dem Riesen. Er schaute erst kritisch doch er erkannte uns als gallische Brüder und schrie nur: "und wieder ein paar dreckige Schmeissfliegen weniger"! Wir beseitigten noch den Rest der Römer um keine Spuren zu hinterlassen, der Riese, der sich selbst "_xPichlax_"! Er schloss sich uns an.

    Wir saßen noch die Nacht über gemeinsam am Lagerfeuer, erzählten uns unsere Geschichten, liessen ein paar Witze über die Flammen fliegen und sangen noch bis spät in die Nacht alte gallische Lieder und Geschichten von Helden und Sagen, und was man sonst noch so in einer reinen Männerrunde so singt, wenn die Sinne mit bestem normannischen Wein angeregt wurden. In die sternenklare Nacht starrend, schlief ich ein, ...

    Fester Bestandteil unserer Gruppe geworden wanderten Pichlax,Tomasterix und ich noch einge Tage weiter und kamen an verschiedensten gallischen Dörfern vorbei, die uns alle so ziemlich das Gleiche sagten und uns von Überfällen der Römer auf Getreide-Felder oder Erzminen und andere gallische Gebäude und auch vor allem seiner sonst so friedlichen gallischen Bewohnern berichteten. Eines schönen Tages, es war mittlerweile der Lenz in den Blüten zu erkennen, kamen wir weiter nördlich der Alpen an ein wirklich freundliches Dorf von gallischen Brüdern und Schwestern.

    Die Bewohner waren mitten in den Vorbereitungen für ein Fest, das am Abend gestartet werden sollte und luden uns ein daran teilzunehmen. Selbstverständlich nahmen wir alle sofort dankend an. "Endlich mal etwas Entspannung, wir werden uns hier endlich mal in aller Form die Seele aus dem Leib feiern, haaahaahaa", Tomasterix ging als Erster durch das grosse Eingangstor zum Dorf. Pichlax und ich folgten ihm in einigen Schritten Entfernung.

    Die Musik schallte durchs ganze Dorf als die Feier, dessen Grund wohl eine Hochzeit war wie wir erfuhren, ihren Höhepunkt erreichte. Die Fetzen flogen und man sah überall tanzende und singende und saufende Gallier und Gallierinnen. Pichlax, Tomasterix und ich, wir alle fühlten uns hier perfekt aufgehoben und wir alle fragten uns wohl für einen kurzen Moment ob wir nicht vielleicht schon im Orbis Alia angekommen wären. Pichlax und ich genossen eine gute Menge von den köstlichen Speisen und Getränken, Tom war die meiste Zeit im Tanzkreis unterwegs, was ihn aber nicht davon abhielt dabei immer mindestens einen grossen Krug vor sich herzutragen.

    Nach einem sehr guten Witz von Pichlax, der allerdings nicht ganz jugendfrei war, schaute ich in die Runde und genoss den Augenblick der ewiglich hätte verweilen können. Als ich mir den Tanzkreis ansah, fiel mir auf dass Tomasterix gar nicht mehr tanzte. Ich befürchtete seine Verletzung wäre vielleicht doch noch nicht wieder völlig verheilt und er könne jeden Moment umfallen. Gerade wollte ich aufspringen da hielt mich Pichlax fest und zog mich wieder runter auf die Bank neben ihn. "Ich glaube der braucht deine Hilfe nicht", sagte er mit etwas angeschlagener Stimme. Ich sah noch einmal genau hin, und jetzt begriff ich erst wieso er wie festgewurzelt und sich wie in einer anderen Welt befindend da stand und in Richtung, man muss es einfach klar sagen, einer absolut gallischen Schönheit mit der Erscheinung einer Göttin starrte!, ...

    Doch diese Geschichte ist eine andere und soll ein anderes mal erzählt werden.

    Der Druide - 29.01.07 20:12



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