--- (Psycho/Horror)

OecherJong´s Forum
Verfügbare Informationen zu "--- (Psycho/Horror)"

  • Qualität des Beitrags: 0 Sterne
  • Beteiligte Poster: OecherJong
  • Forum: OecherJong´s Forum
  • aus dem Unterforum: Kurzgeschichten
  • Antworten: 1
  • Forum gestartet am: Mittwoch 17.01.2007
  • Sprache: deutsch
  • Link zum Originaltopic: --- (Psycho/Horror)
  • Letzte Antwort: vor 15 Jahren, 11 Monaten, 23 Tagen, 21 Minuten
  • Alle Beiträge und Antworten zu "--- (Psycho/Horror)"

    Re: --- (Psycho/Horror)

    OecherJong - 05.04.2007, 14:10

    --- (Psycho/Horror)
    Ich schlage die Tür hinter mir zu und laufe so schnell wie möglich den Flur hinunter. Immer wieder sehe ich mich nervös um, um zu sehen ob er schon hinter mir ist. Aber nichts, er ist noch immer nicht da. Anscheinend lässt er mir noch Zeit. Aber wieso? Wo bleibt er? Ich sehe mich erneut um, um zu sehen, ob er mich schon einholt und stolpere deshalb über eine Stufe und schlage hart mit dem Kopf am Boden auf. Meine Stirn fühlt sich plötzlich ganz feucht an, die grauen Granitplatten sind plötzlich rot gesprenkelt. Die anfangs noch kleinen roten Punkte wachsen rasch zusammen und bilden eine kleine rote Pfütze, während mein Kopf schon zur Hälfte blutüberlaufen ist. Meine Stirn schmerzt, doch ich rapple mich so rasch als möglich – noch etwas benommen – wieder auf und torkle den Gang weiter entlang um endlich den Ausgang zu finden.

    Was war das? Ich habe etwas gehört, aber ich weiß nicht was. Jetzt hör ich es wieder, es klingt wie weit entfernte Schritte. Er kommt, er wird mich holen. Ich höre ihn nun etwas deutlicher, es scheint, als ob er immer näher kommt. Ich höre, dass es langsame Schritte sind, so, als würde er bereits wissen, dass es für mich kein Entkommen mehr gibt. Ich laufe nun noch schneller, aber seine Schritte verfolgen mich. Ich sehe mich wieder kurz um, um vielleicht einen Blick zu erhaschen. Ich kann ihn Gott sei Dank noch nicht sehen, aber warte, da, sein Schatten. Sein Schatten ist bereits an der Mauer sichtbar, das heißt, dass er nur mehr wenige Meter hinter der Kurve sein kann. Ich sehe im Schatten seinen Mantel und auch seinen Hut und in der Hand, ich weiß nicht genau ob es seine Rechte ist – ja, es ist seine Rechte – da hat er ihn. Er lässt ihn hinunterhängen, den Dolch, er wird mich damit töten. Langsam bilden sich nun kalte Schweißperlen auf meiner blutüberlaufenen Stirn, meine Augen beginnen zu fließen, ich weiß nicht genau, ob sie wegen dem hineintropfenden, brennenden Schweiß fließen oder wegen der Angst. Plötzlich sehe ich eine Tür, sie ist nicht mehr weit von mir entfernt, ich fasse erneut Hoffnung und sprinte auf die Tür zu, es ist eine Tür aus Spiegeln und ich sehe ihn nun im Hintergrund, er hat die Kurve längst passiert und geht gerade auf mich zu. Endlich, ich erreiche die Tür, aber was ist das, sie klemmt, irgend etwas versperrt mir von außen den Ausgang. Ich drücke und zerre an der Tür wie verrückt und nur langsam, aber immer weiter kann ich sie aufdrücken. Im Spiegelbild sehe ich ihn noch immer, zuerst sicher zwanzig Meter entfernt, aber jetzt ganz nah, nur noch ein paar Schritte hinter mir.

    Mit meiner letzten Kraft springe ich gegen die Tür, welche nun endlich aufspringt. Ich möchte hinaus, aber ich kann nicht. Irgend etwas hält mich zurück. Auf einmal spüre ich eine wohlige Wärme von meiner Brust aus in meinen ganzen Körper strahlen. Anfangs fühlt es sich sehr gut an, es fühlt sich an wie eine Wärmflasche, welche mir auf die Brust gelegt wird. Doch die anfangs gemütliche Wärme wird jetzt immer heißer, es brennt und schmerzt fürchterlich. Der Schmerz ist kaum noch auszuhalten. Kurz blicke ich noch in den rot-nassen Spiegel und sehe verschwommen hinter dem Blut meine durchbohrte Brust, aus der der kalte Stahl ragt. Ich stoße – nicht aus Schmerzen, sondern aus Entsetzen – einen kurzen lauten Schrei aus, während ich ihn hinter mir im Spiegel wohlgefällig grinsen sehe. "Gewonnen" sagt er und zieht eine Sekunde darauf den metallenen Dorn wieder aus meinem Körper heraus.

    Das Brennen hat sich mit dem Herausziehen wieder aus meinem Körper verflüchtigt und anstatt der Wärme befällt mich jetzt eine tiefe Kälte, mir ist fast so wie damals, als mir mitten in der Wintersnacht das Auto verreckte. Damals musste ich mitten in der Nacht über eine Stunde lang zum nächsten Haus gehen. Katrin war damals sehr klug, sie hat gesagt, dass sie bei dem Kleinen im Auto warten werde, weil dieser ansonsten ja bitterlich frieren würde, im Falle, dass wir ihn mitnähmen. Gott sei Dank hat mich der Mann gleich zu Hause anrufen lassen, aber er war damals schon sehr merkwürdig, wenn ich mich recht erinnere, hat er ja damals schon gesagt – wie Papa gerade das Auto abschleppte und Tom Katrin und den Kleinen zur Mama brachte und diese ihnen dann gleich einen Tee machte -, dass er für seinen Hund, den ich niedergefahren hatte, kein Geld wolle, sondern, dass wir auf andere Weise bitterlich bezahlen würden.

    Mir wird jetzt sehr schwindlig und ich taumle benommen herum, ich bin irgendwo aufgeschlagen, aber ich spüre es nicht. Ich glaube, dass ich gegen den Spiegel getorkelt bin, an dem ich nun lehne. Nein, ich habe mich getäuscht, ich lehne nicht am Spiegel, sondern liege flach am Boden. Ich spüre absolut nichts, auch die Kälte ist wieder verschwunden. Dass ich am Boden liege, weiß ich nur, weil ich seine Füße neben mir sehe. Ich versuche noch einmal meinen Kopf zu drehen, weil ich ihm in die Augen sehen will. Sein voriges böses schelmisches Grinsen hat sich nun in ein zufriedenes Lächeln verwandelt. Er scheint, als wäre gerade eine große Last von seinen Schultern gefallen. Er greift nun mit seiner rechten Hand hinter seinen Mantel und holt einen Handschlegel heraus, ich sehe noch wie er den Schlegel in Ruhe – so als hätte er alle Zeit der Welt – empor hebt. Es ist merkwürdig, ich weiß, dass er den Schlegel gleich auf mich niederschmettern wird und ich sterben werde. Aber ich habe keine Angst, stattdessen denke ich darüber nach, wie es wohl klingen wird, wenn meine Knochen brechen und dass es wohl besser wäre, wenn man dann das Sichtfenster beim Sarg zumachen würde. Ach wie schön wäre es doch, wenn ich Katrin noch einmal sehen könnte, wenn ich ihr noch einmal behutsam mit der Hand durchs Haar streicheln könnte. Ich hoffe, dass mein Brüderlein gut auf sie aufpasst. Wenigstens werde ich den Kleinen bald wieder sehen. Der wird schon auf mich warten... "Knacks", was war das? Ich habe etwas gehört, obwohl ich seine Stimme kaum noch hören kann, habe ich eindeutig in der ferne ein Knacksen gehört. Ach so, das war nur meine Schädeldecke. Komisch, obwohl er mir direkt auf meinen eigenen Kopf geschlagen hat, spüre ich nichts. Ich höre den Klang des Brechens meiner Knochen nicht mehr unmittelbar, sondern nur noch von fern, so als würde ich einige Meter neben mir stehen und zusehen, wie jemand auf den reglosen Körper einschlägt. Es klingt wie beim Metzger, wenn er fragt ob du eine oder doch zwei Rippen für die Suppe möchtest und anschließend mit seinem Metzgerbeil das rohe Fleisch zerteilt. Ob Mama und Papa wohl auf den Kleinen aufgepasst haben und mit ihm bei der Tür warten? Hoffentlich freuen sie sich, dass ich komme. Irgendwie ist alles so farblos, alles sieht aus wie silbriges Glas. Ach Katrin, schade, dass sie nicht hier ist. Hier würde sie sich wohl fühlen. Es ist anscheinend wirklich immer das Selbe, zuerst fürchtest du dich vor etwas und wenn es dann passiert ist, dann bist du erleichtert.



    Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken



    Weitere Beiträge aus dem Forum OecherJong´s Forum

    HAPPY BIRTHDAY !!!!!!!!!! - gepostet von lacrima am Mittwoch 14.03.2007



    Ähnliche Beiträge wie "--- (Psycho/Horror)"

    Khartum...... he was away, but he's back - Khartum (Montag 02.06.2008)
    Gentleman & The Far East Band - fawkes (Montag 04.08.2008)
    Vorstellung von Psycho saw - Psycho saw (Sonntag 16.12.2007)
    Psycho - Test - Micky (Donnerstag 30.09.2004)
    Psycho Luna - blackangel (Donnerstag 24.05.2007)
    Rocky Horror Picture Show - Felicitá (Donnerstag 08.02.2007)
    BV5713 Z3M coupé schwarz - ZM4000 (Mittwoch 09.03.2011)
    Krieg gegen Psycho - Holy-Knight (Montag 06.06.2005)
    Rejoining von Psycho Punk - Vitus (Montag 23.05.2005)
    Horror drei wortgeschichten - Katy (Freitag 02.06.2006)