Im Wespenschloss (Kinder)

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    Re: Im Wespenschloss (Kinder)

    OecherJong - 05.04.2007, 14:15

    Im Wespenschloss (Kinder)
    Im Wespenschloss

    Die Sonne schien durch die Fenster die sich im oberen Teil des Schlosses befanden. Das Licht brach sich nur schwach, an den milchigen Gläsern, der kleinen Fenster. Die Temperatur im Schloss selbst war nicht kühl, wie man es für so ein altes Gemäuer annehmen möchte, sondern es lag eine brütende, stickige Hitze im Raum. In dieser Umgebung gingen die Dienerinnen ihrer Arbeit nach. Die eine oder andere blickte ab und zu verschwitzt auf um aus dem Fenster zu sehen. Nichts war so weit und unerreichbar wie die Freiheit, die sich hinter diesen Fenstern verbarg. Aber so war nun einmal das Leben einer Dienerin im Schloss des Königs der Dotterblumenwiese.
    Im Schloss zu Leben, war natürlich auch mit angenehmen Seiten verbunden. So ist es den Dienerinnen gestattet, während der alljährlichen Wespenette, die zum Thronjubiläum des Wespenkönigs Janero und seiner Königin Dè, gegeben wird, am Tisch des Königspaares, Platz zunehmen. An der Wespenette teilzunehmen war schon wochenlang vorher im Schloss das große Thema. Alle freuten sich riesig auf dieses Fest. Denn es war die Gelegenheit, einmal im Jahr, sich von der vielen Arbeit im Schloss zu erholen. Man freute sich auf die Köstlichkeiten die gereicht wurden. Der neue Honigwein wurde an diesem Abend verkostet. In der königlichen Tanzschule wurde schon wochenlang vorher der Wespenwalzer, der um Mitternacht, als Höhepunkt des Festes, getanzt wurde, geprobt. An diesem Wespenwalzer nahmen natürlich alle Wespen teil. Aber meist endete dieser Wespenwalzer in einem wilden Durcheinander aber er machte alle Wespen Spaß. Weiters war es den Dienerinnen erlaubt sich aus dem königlichen Honigschatz zu bedienen. Der König und die Königin wählen die Dienerinnen, die für die Obhut ihrer Kinder zuständig sind, persönlich aus. Es ist für die Familien des gesamten Hofstaates eine Ehre diese Aufgabe zugeteilt zu bekommen. Man konnte dem Königspaar, mit Ausnahme des Kanzlers natürlich, hier bei Hofe, nie näher sein als in dieser Stellung. Jedoch ist es den Dienerinnen untersagt das Schloss zu verlassen oder gar die Kinder des Königs jemals alleine zu lassen.
    Tag für Tag gingen sie ihrer Arbeit nach. Sie waren damit beschäftigt Essen für die Kinder des Königs bereit zu halten und sorgten dafür, dass diese auch gut unterhalten wurden. Frau Ringel, die Oberhofdienerin, war stets darauf bedacht, dass die Dienerinnen alle Kinder unter Kontrolle hatten. Wir Menschen würden Frau Ringel als „alten Drachen“ bezeichnen, aber sie machte ihre Arbeit gut und der König und die Königin waren sehr zufrieden mit ihr. Die eine oder andere Dienerin hatte sich Frau Ringel gegenüber im Ton vergriffen. Und dass Strafe wurde man daraufhin in die königliche Putzwäscherei versetzt, in der man dann für die Trockenlegung der Kinder zuständig war. Im Großen und Ganzen war die Arbeit der Dienerinnen aber halb so wild. Vor allem, da sie mit einem Hohen Ansehen in der Bevölkerung belohnt wurden.
    Die meiste Zeit über war es sowieso ziemlich ruhig in der Kinderstube. Bis Prinz Rio eines Tages eine kleine Rebellion gegen Frau Ringel und ihre Dienerinnen startete. Ab diesem Zeitpunkt, wurde aus der ruhigen Kinderstube der neue Abenteuerplatz der Wespenritter. Die Wespenritter sind Rio´s beste Freunde, die vor allem Scherze und Streiche im Sinn haben. Frau Ringel stand nicht nur einmal knapp am Rande eines Nervenzusammenbruches, nachdem Rio ihr wieder mal einen Streich gespielt hatte. Es geschah auch sehr oft, dass im ganzen Schloss nach Rio und seinen Freunden gesucht werden musste. Als Rio das letzte Mal verschwand, war es mitten in der Nacht. Frau Ringel rief alle Dienerinnen zu sich und diese schwärmten aus, um den jungen Königssohn zu suchen. Rio war aber eigentlich nur deswegen nicht in seinem Zimmer, weil er dem Mond am Dach des Schlosses einen Besuch abstatten wollte. Er war jedoch etwas enttäuscht, als er dann bemerkte, dass er der dem Mond kein Stückchen näher gekommen war. Im Gegenteil, von seinem Zimmer aus betrachtet, schien der Mond sogar größer zu sein, als hier auf dem Dach.
    Aber nichts desto trotz verstanden sich die kleinen Wespen darauf, geschickt auf dem Dach des Schlosses entlang zu balancieren. Frau Ringel war ziemlich lange damit beschäftigt Rio und Sond, Rios bestem Freund, am Dach zu suchen. Als die beiden bemerkten, dass Frau Ringel ihnen auf den Fersen war, waren sie schneller wieder in Rios Zimmer, als Frau Ringel „Stopp“ rufen konnte. Natürlich halfen ihnen Frau Ringel gegenüber weder Unschuldsbeteuerungen noch Verwechslungsgeschichten. Die meisten davon hatte Rio ihr ohnehin schon erzählt. So fasste er wieder einmal eine saftige Strafe aus, und das, obwohl er der Kronprinz war. Als sich Rio daraufhin bei seinem Vater beschwerte, dass es doch eine Unmöglichkeit für einen Kronprinzen sei, seine kleinen Brüder zu versorgen meinte dieser nur: „Mein lieber Sohn, des Nächtens am höchsten Dach des Schlosses herumzubalancieren ist auch nicht gerade die richtige Beschäftigung für einen Kronprinz. Was wäre passiert, wenn du vom Dach gestürzt wärst? Deine Flügel sind noch nicht stark genug, um einen Sturz aus dieser Höhe abfangen zu können. Ich gebe Frau Ringel absolut Recht, dass es eine halsbrecherische und vor allem sinnlose Aktion war. Wer sollte denn nach mir König werden, wenn dir etwas zugestoßen wäre?“ Rio blickte etwas trotzig drein, obwohl er wusste, dass sein Vater Recht hatte - was er jedoch nicht zugeben konnte. So verließ er den Thronsaal und ging in die Kinderstube des Schlosses, um seine Brüder und Schwestern zu versorgen. Dies war nicht gerade einfach, denn seine kleinen Geschwister konnten manchmal ganz schön stinken. Aber auch diese Strafe hielt Rio natürlich nicht davon ab, weitere Dummheiten zu begehen. Sobald er wieder zurück in sein Zimmer kam, heckte er schon wieder eine neue Entdeckungsreise aus oder war damit beschäftigt mit seinem Hockeyschläger alles, was ihm in die Quere kam, kurz und klein zu schießen. Wie auch immer Rio es schaffte, aber diesmal fasste nicht er die Strafe für die Zertrümmerung der Gegenstände aus, sondern ein anderer Wespenjunge. Dieser protestierte natürlich zu Recht gegen die Bestrafung, aber all seine Proteste nutzten ihm bei Frau Ringel nichts. Hatte sie einmal eine Strafe ausgesprochen, so musste diese auch ausgeführt werden. Je älter Rio und seine Wespenritter wurden, desto waghalsiger wurden sie. Da war ein Spaziergang am Dach des Schlosses noch eine Kleinigkeit.
    Eines Tages waren Rio, Sond und der Rest der Wespenritter aus dem Schloss verschwunden. Frau Ringel trabte wie ein wild gewordenes Pferd durch das Schloss um sie zu suchen, doch von den Wespenrittern war keine Spur zu entdecken. Ihr blieb also nichts anderes übrig als zum König zu gehen und ihn wieder einmal darüber zu informieren, dass seiner „lieber„ Herr Sohn das Weite gesucht hatte. Königin Dè schüttelte nur noch den Kopf und gab ein tiefes, völlig untypisches Gebrummel von sich. Sie erhob sich und verlies zusammen mit Frau Ringel den Thronsaal. Am liebsten wäre König Janero selbst auf die Suche nach seinem Sohn gegangen, aber er hatte eine Besprechung mit Bürgermeister Humperling, der, wie schon so oft, im Namen der Gänseblümchenbienen beim König vorsprach, um endlich eine Übereinkunft über den Honigvorrat der beiden Wiesen zu treffen. Da diese Besprechung sicherlich länger dauern würde, machte sich die Königin auf die Suche nach ihrem treulosen Sohn. Königin Dè lies alle Dienerinnen zu sich rufen um gemeinsam nach Rio und seinen Freunden zu suchen. Sie trafen sich in der großen Abflughalle des Wespenschlosses. Die Dienerinnen waren sehr aufgeregt. Noch nie war es vorgekommen, dass die Königin gemeinsam mit ihnen das Schloss verlassen hatte.
    Einige der Dienerinnen taten sich schwer, ihre Flügel wieder in Schwung zu bekommen, aber nach kurzer Zeit war es fast so, als ob sie jeden Tag fliegen würden. Die Königin teilte die Dienerinnen in zwei Gruppen ein um ihren Sohn in verschiedenen Richtungen zu suchen. Die Königin übernahm die eine und Frau Ringel übernahm die Führung der anderen Gruppe. So flogen sie in verschiedene Richtungen, aber mit dem gleichen Ziel, Rio und seine Wespenritter zu finden und wieder sicher ins Schloss zurückzubringen, los. Es war ein gefährliches Alter in dem Rio unbeaufsichtigt das Schloss verlassen hatten. Er war ausschließlich damit beschäftigt sich selbst zu beweisen und das vor allem vor seinen Freunden, denn als zukünftiger König konnte er es sich, seiner Meinung nach, nicht leisten Schwäche zu zeigen.
    Doch es war auch eine gefährliche Zeit, in der Rio glaubte sich selber unter Beweis stellen zu müssen. Im Schloss wurde gemunkelt, dass Hornissen die Gegend unsicher machen. Es gab auch Berichte des Wespengeheimdienstes, dass diese Hornissen versuchen könnten die Honigvorräte der Gänseblümchenwiese und der Dotterblumenwiese an sich zu reißen. Diese Berichte waren natürlich auch bis an Rios Ohren gedrungen. Königin Dè vermutete daher, dass ihr Sohn auf eigene Faust versuchen wollte die Hornissen aufzuspüren, um sie zu vertreiben. Sie machte sich daher große Sorgen um ihren Sohn und hoffte, dass er doch noch zur Vernunft kommen und freiwillig ins Schloss zurückkehren würde. Aber irgendwie wusste die Königin, dass dem nicht so sein würde. Sie kannte ihren Sohn nur zu gut. Schon als Jungwespe war er überall dabei gewesen und hatte versucht in allem immer der Beste zu sein. Was vom Prinzip her sehr gut war, denn so verschaffte er sich schon früh den Respekt der anderen.
    Frau Ringel wusste ebenso von den Gerüchten um die Hornissen und so flog sie ziemlich nah am Erdboden entlang, um keine Aufmerksamkeit auf ihren Suchtrupp zu lenken. Kein Lüftchen wehte. Die Grashalme standen völlig ruhig und boten so einen guten Sichtschutz. Die Sonne brannte vom Himmel herab. Frau Ringel wunderte sich warum trotz des hervorragendes Wetters, das übliche Treiben auf der Dotterblumenwiese nicht stattfand. Sie gab den Befehl zur Landung und leise setzten sie und die anderen Dienerinnen am Boden der Dotterblumenwiese auf. Nur eine kleine Staubwolke stieg auf, die jedoch ziemlich lange in der Luft blieb. Frau Ringel musste sich die Hand vor das Gesicht halten, denn der frisch aufgewirbelte Staub juckte in ihrer Nase. Eine der Dienerinnen konnte sich nicht beherrschen und musste einfach niesen. Frau Ringel drehte sich zu ihr um blickte sie böse an. Sie hoffte nur, dass niemand das Niesen gehört hatte, denn jetzt ein Angriff der Hornissen und sie wären alle verloren. Es war auch allgemein bekannt, dass Hornissen mit ihren Gefangenen nicht gerade zimperlich umgingen. Frau Ringel und die Dienerinnen gingen zu Fuß weiter und versuchten so wenig Lärm wie möglich zu verursachen. Sie kletterten den kleinen Hügel hinauf, behielten aber die Deckung, denn bevor sie über den Hügel gingen musste Frau Ringel nachsehen, ob auf der anderen Seite auch keine Gefahr drohte. Sie kroch langsam am Boden entlang, genauso weit bis sie über die Kuppe blicken konnte und sie sollte Recht behalten. Dort waren sie - die Hornissen. Es waren sicherlich so an die zwanzig bis dreißig Hornissen, die im Kreis standen. Frau Ringel konnte nicht in den Kreis blicken, doch sie ahnte schon, was sich dort in der Mitte befand. Sie hielt den Atem an, da sie das Gefühl hatte auch nur das kleinste Geräusch könnte die verraten. Sie versuchte trotzdem näher an die Hornissen heranzukommen um einen Blick in die Mitte des Kreises zu erhaschen und ihre Vermutung bestätigen zu können. Sie hatte Glück, eine der Hornissen verlies den Kreis. Es schien fast so, als ob diese Hornisse mit den gelben, hervorstehenden Reißzangen der Anführer sei, da sie die einzige war, die zu den anderen zu sprechen schien. Frau Ringel konnte ihn jedoch kaum verstehen. Sie war einfach zu weit entfernt und ihr Hornisisch war auch schon etwas eingerostet. So lauschte sie einfach so gut sie konnte dem Gezeter der Hornisse. Alles was sie verstand war, was sie jetzt mit dem jungen Prinzen machen sollten. Eine der Hornissen grunzte etwas das Frau Ringel jedoch wiederum nicht übersetzen konnte. Der Anführer erteilte der grunzenden Wespe eine gewaltige Abreibung und diese flog daraufhin gut einige Zentimeter weit. Der Kreis, den die Hornissen gebildet hatten, war plötzlich auseinander gegangen und jetzt hatte Frau Ringel die Gewissheit. Rio und Sond waren in die Gefangenschaft der Hornissen geraten, doch die übrigen Wespenritter waren nicht zu sehen. Frau Ringel wusste nicht, was sie jetzt tun sollte. Sie überlegte kurz und kroch schließlich zu den anderen Dienerinnen zurück. Es musste ein Plan geschmiedet werden um den Prinzen zu befreien.
    Frau Ringel schickte eine der Dienerinnen zurück um Königin Dè zu holen. Sie würde wissen was zu tun ist. Während sich die Dienerin auf die Suche nach der Königin machte, bemerkte Frau Ringel, dass sie nicht mehr allein waren. Die übrigen Wespenritter hatten sich genau wie sie vor den Hornissen versteckt. Sie befahl einigen Dienerinnen die Wespenritter zu holen. Frau Ringel hoffte, dass die Hornissen ihre Aufmerksamkeit weiter auf Rio und Sond richten würden. Und tatsächlich, es schien ihr zu gelingen, die anderen Wespenritter einzusammeln, ohne von den Hornissen bemerkt zu werden. Frau Ringel hätte den Wespenrittern am liebsten gleich eine Standpredigt gehalten, doch dies war nicht geeignete Zeitpunkt dafür. Nun mussten sie warten bis die Königin eintraf. Frau Ringel beobachtete währenddessen weiter die Hornissen. Eine von ihnen schien bereits eine Idee zu haben, was sie mit den Gefangenen tun könnten. Es war einfach schrecklich was Frau Ringel hier mit anhören musste. Die Hornissen hatten den Plan Rio und Sond gleich zu fressen.
    Plötzlich hörte Frau Ringel ein Knacken hinter sich. Sie erschrak und hoffte dass sie nicht entdeckt worden waren. Sie drehte sich um sah erleichtert, wie die Königin mit den anderen Dienerinnen gerade eingetroffen war. Sie war da, aber Frau Ringel hatte noch immer keine Idee wie sie den Königssohn retten sollten. Die Königin lag neben Frau Ringel auf der Erde. Es war kein schöner Anblick eine Königin im Schmutz liegen zu sehen, aber der Königin schien dies nichts auszumachen. Als Königin Dè ihren Sohn zwischen den Hornissen sah schloss sie kurz die Augen und es schien so als ob sie beten würde. Als sie die Augen wieder öffnete, erkannte Frau Ringel, dass sie fest entschlossen war ihren Sohn zu befreien und es schien fast so als ob sie auch bereits einen Plan hatte. Sie waren nur ein paar Dienerinnen, die weder einer Ausbildung für den Nahkampf hatten, noch waren die jungen Wespenritter dazu in der Lage es mit ausgebildeten Kampfhornissen aufzunehmen. Königin Dè erteilte ihre Befehle. Der Plan der Königin war sehr riskant. Da sie aber klar in der Unterzahl waren, konnten sie jedoch keinen direkten Angriff wagen.
    Königin Dè erhob sich vom Boden und flog ins Tal zu den Hornissen. Frau Ringel hatte noch nie so viel Mut gesehen. Königin Dè legte alles in eine Wagschale. Sie flog direkt auf die Hornissen zu. Eine der Hornissen entdeckte sie und schrie sofort: „Die Wespen kommen!“ Doch es war nur eine Wespe, die auf die Hornissen zukam. Noch nie hatte es eine einzelne Wespe gewagt einen wild gewordenen Hornissenschwarm anzugreifen. Die Hornissen erkannten sofort, dass es die Königin selbst war, die da auf sie zuflog. Die Hornisse mit den gelben, kantigen Reißzähnen ergriff das Wort: „Na da schau her, die Königin höchstpersönlich kommt, um ihren tollpatschigen Sohn zu retten.“ „So ist es Keran! Ich fordere dich auf meinen Sohn und seinen Freund auf der Stelle frei zu lassen“, antwortete die Königin, während sie genau zwischen den Hornissen landete. Keran gab nur ein lautes, gehässiges Grinsen von sich. Daraufhin flog er direkt auf die Königin zu, landete direkt vor ihr und schien sich noch größer zu machen als er ohnehin schon war. Wenig beeindruckt von Kerans Auftritt wiederholte die Königin ihre Forderung. Jetzt brach das ganze Hornissenpack in schallendes Gelächter aus. Frau Ringel beobachtet die Szene von der Hügelkante aus. Wenn der Plan der Königin gelingen sollte, wäre die Dotterblumenwiese ein für alle Mal sicher vor den Hornissen. Die Dienerinnen und die Wespenritter hatten sich rund um das Tal aufgestellt und warteten auf das Zeichen der Königin.
    „Und wer, außer dir meine Königin stellt diese Forderung? Wenn ich will, zerstampfe ich dich und deine ganze Brut und eure geliebte Dotterblumenwiese wird endlich uns gehören - uns, den größten und mächtigsten Wiesenhornissen, die diese lächerliche Wiese jemals gesehen hat. Wenn ich will werde ich euer Schloss überrennen und alle töten lassen. Ich werde das Schloss ausbrennen und zu guter Letzt werde ich mir dann ihren König vornehmen, der wie es aussieht zu feige ist seinen eigenen Sohn zu retten. Dafür schickt er sein Frauchen vorbei und verkriecht sich lieber in seinem Schloss. Nicht einmal eure ach so schrecklichen Kampfwespen sind hier um euch zu beschützen. So weit ist es also schon gekommen.“ Keran machte sich über die Königin und den König lustig und die ganze Hornissenmeute krümmte sich vor Lachen. Königin Dè schien das viele Gerede von Keran jedoch nicht zu beeindrucken. Erhobenen Hauptes und mit einem Lächeln im Gesicht antwortete sie Keran: „Wenn du das glaubst, Keran!“
    Jetzt erst erkannte Frau Ringel warum Königin Dè Königin war. Sie musste sich eingestehen, dass sie eine solche Situation nie und nimmer durchstehen hätte können. Selbst im Angesicht ihres Unterganges war Königin Dè, durch und durch eine Königin.
    Königin Dè hob ihren rechten Flügel leicht an. Das war das Zeichen. Frau Ringel, die Dienerinnen und einige der Wespenritter brüllten los. Sie schrieen und wackelten wie wild an den Grashalmen. Zusätzlich waren sie Steine ins Tal. Einer dieser Steine traf eine der Hornissen, die sogleich zu Boden ging. Keran schaute unbeeindruckt den Hang hinauf und konnte keine einzige Wespe entdecken. Königin Dè hob nun den linken Flügel etwas an und auf der Linken Seite des Tales brach sofort die Hölle los. Von diesem Lärm angespornt gab Frau Ringel den Befehl noch lauter und wilder zu schreien.
    Keran blickte abwechselnd nach links und rechts und schien bereits etwas eingeschüchtert zu sein. Er machte ein paar Schritte zurück. Die anderen Hornissen waren ebenfalls schon bereit zur Flucht, doch Keran gab ihnen keinen Befehlt dazu. Nein, er wollte nicht aufgeben. Keran erhob sich und stürzte auf die Königin zu. Frau Ringel sah dies, spreizte ihre Flügel und raste, mit einer nur für Kampfwespen üblichen Angriffsflugart, auf Keran zu. Sie stürzte wie ein Pfeil auf Keran herab und im letzten Moment gelang es ihr, die Königin vor Kerans Angriff, zu schützen. Frau Ringel prallte auf Keran wie ein Stein aus einem Wurfgeschoss und beide flogen daraufhin mehrere Zentimeter durch die Luft. Es schien so als ob sie während des Fluges zu einer Einheit wurden. Keran fiel mit dem Gesicht voran in den Dreck. Frau Ringel erhob sich sofort wieder und schwebte nun mit gezogenem Stachel direkt über ihrer Königin.
    Keran gab den Befehl zur Flucht. Noch nie in Ihrem Leben hatte die Königin eine Hornisse so schnell fliegen sehen, wie Keran. Frau Ringel landete neben der Königin. Rio war in der Zwischenzeit aufgestanden und fiel seiner Mutter in die Arme. Er entschuldigte sich viele Male für die Dummheit die er begangen hatte, aber die Königin meinte nur: „Ist schon gut, mein Sohn, aber dir ist klar, dass Frau Ringel bereits eine Strafe für dich parat hat, sobald wir wieder ins Schloss zurückgekehrt sind.“
    Die Dienerinnen und die Wespenritter kamen ebenso aus ihren Verstecken und jubelten über den glorreichen Sieg. Königin Dè bedankte sich während des Nachhausefluges bei Frau Ringel. Diese jedoch meinte nur: „Das hätte jede Pflichtbewusste Wespe für ihre Königin getan.“ Die Königin nickte und Frau Ringel war stolz, aber nicht auf sich selbst, sondern auf ihre Königin.



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