Koran in deutschen Gerichtssälen?

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    Re: Koran in deutschen Gerichtssälen?

    Yazmina - 31.03.2007, 11:22

    Koran in deutschen Gerichtssälen?
    As-salaam alaikum

    Reaktionen auf den erstaunlichen Entscheid der Frankfurter Familienrichterin, die vor einigen Wochen einer Deutschen mit marokkanischem Hintergrund die vorzeitige Scheidung von ihrem marokkanischen Mann mit Verweis auf Koran 4,34 in dem angeblich ein Züchtigungsrecht begründet sei verweigert.

    Unten angefügt links zu Reaktionen:

    http://www.islamische-zeitung.de/?id=8498
    "Das ist Boulevard Niveau : Der Frankfurter Jurist Said Al Atiaoui über den Fall der "Koran-Richerin" von

    http://www.islamische-zeitung.de/?id=8493
    "In die Aufregung um das Gerichtsurteil der Frankfurter Familienrichterin mischt sich Heuchelei und Profilierung beim gewünschten Kulturkampf" von Peter Nowak

    Mit besten Grüssen



    Re: Koran in deutschen Gerichtssälen?

    Anonymous - 01.04.2007, 16:29


    Statement Islam

    23.03.2007


    Ich weiß nicht, was der Koran über häusliche Gewalt sagt und welche Sure vielleicht zuständig sein könnte. Ich kenne nur ein paar Zitate aus der Bibel:

    Zitat: "Wer seinen Sohn liebt, der sucht ihn rechtzeitig heim mit Züchtigung." und
    Zitat: "Unvernunft ist an das Herz eines Knaben geknüpft. Die Rute der Zucht wird es ihm austreiben."

    In der Zeit der biblischen Propheten waren die Väter für die Züchtigung ihrer Söhne verantwortlich. Heute wissen wir, das Kinder überwiegend von Frauen geschlagen werden.

    Weiterlesen und Links zu vielen Medienstellungnahmen: http://www.vaeter-aktuell.de/Statement-Islam.htm



    Re: Koran in deutschen Gerichtssälen?

    Anonymous - 15.04.2007, 15:59


    Guten Tag

    Ein Sohn - der persönlich nie darüber spricht - wurde von seinem Vater in den 40er/ 50er auf diese Art und Weise gezüchtigt: Jener, ein tiefgläubiger Katholik, glaubte richtig zu handeln, wenn er seinen Sohn - jeweils auf dem Estrich mit dem Gurt züchtigte bis er blau und grün war.
    Anscheinend kannte sein Vater Epheser 6 nicht oder glaubte aufgrund seiner elterlichen Autorität das Recht zu haben, so zu handeln.

    Was es brachte? Eine ungeheure Verbitterung und Hader, sowie Bruch mit jedwelchem Glauben, ausser den an sich selbst und die Vernunft.
    Für die Tochter des so Erzogenen brachte es ein enormes Problem, nachdem diese einen Muslim heiratete. Vermutlich auf Grund der von ihm gemachten Erfahrung befürchtet der Vater - auch nach Jahren -, dass wegen dieses einen Koranverses, seine Tochter eines Tages schlechte Erfahrungen machen könnte, was er mit allen Kräften verhindern möchte. Zureden half bisher nichts.



    Re: Koran in deutschen Gerichtssälen?

    M.M.Hanel - 15.04.2007, 22:10


    Guten Abend, lieber Gast

    Ich verstehe Ihren Beitrag als Ausdruck einer legitimen, erklärbaren und nachvollziehbaren Befürchtung.

    Lassen Sie mich folgende Zusammenhänge nachzeichnen.

    Erstens
    Der schlagende Vater - kannte Epheser nicht Code:  4 Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn.
    Was eben heisst, Kinder, Frauen ... zu schlagen ist (zumindest in diesem Fall) und in den meisten anderen ebenfalls, nehme ich guten Gewissens an, NICHT in erster Linie oder hauptsächlich von den religiösen Kenntnissen der Täter abhängig; seien diese nun von dieser oder jener Konfession geprägt. Vielmehr sind sie abhängig von mancherlei Faktoren, psychologischer, kultureller Natur, vom Bildungsstand, vom sozioökonomischen Umfeld und, und, und.

    Zweitens
    Ohne auf irgendeine Stelle der Offenbarung der Muslime, im Qur'an einzugehen, möchte ich Ihnen versichern, dass häusliche Gewalt gegen Kinder und Frauen in traditionell muslimischen Familien bestimmt geringer ist, als in anderen, in vergleichbaren Umständen lebenden nicht muslimischen Gesellschaften, resp. Familien.

    Es ist ein, mit unglaublicher Vehemenz, von verschiedenen, hier nicht weiter zu nennenden Stellen befördertes Vorurteil, dass Muslime "von Haus aus" gewalttätig gegen ihre Frauen, Mädchen und Kinder wären.
    Selbst die zweifellos vorhandene Tendenz zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen in muslimischen, vom Islam geprägten Gesellschaften, ist - wenn genauer besehen - von bestimmt nicht grösserem Ausmaß als jene, welche in anderen Ländern (selbst in Europa) ausgeübt wird. (Leider ist sie trotz einschlägiger religiöser Vorschreibungen ws. nicht wesentlich geringer). Allerdings wird nur die so genannte "muslimisch" oder "islamisch" genannte Gewalt an besonderen Reizworten publik hochstilisiert (Ehrenmord, Frauenbeschneidung, ...) - wobei zu bemerken ist, dass gerade DIESE Auswüchse eben NICHTS mit dem Islam zu tun haben, sondern eine gesellschaftliche Degeneration darstellen, gegen die der ISLAM, von BEGINN an angetreten ist - und jeder Muslim, der aufrichtig versucht seinen Glauben zu leben, wird sich GEGEN diese Auswüchse nicht nur stark machen, sondern diesen in der Tat entgegentreten.

    Die Erniedrigung der Frau, die sich in der eiskalten Vermarktung ihrer körperlichen Geschlechtsmerkmalen ausdrückt, das unglaubliche Ausmaß von professionell und weniger professionell ausgeübter und in Anspruch genommener Prostitution, die ständige gesellschaftlich tolerierte, nein goutierte Doppelbelastung der Frau (in Haushalt UND Beruf), ihre eindeutige schlechtere Bezahlung - die sich daraus ergebende Entfremdung zwischen den Geschlechtern, die Reduzierung ihrer Beziehung auf entweder sexuelle oder materielle gegenseitige Ausbeutung, findet in einer gerechten Situationsanlyse (der beiden gesellschaftlichen Systeme) keinen öffentlichen Eingang.

    Und anstatt die Problematik, die es nach wie vor zweifellos zwischen den Geschlechtern zu lösen gilt - auf beste Weise zu lösen (dabei sowohl die religiösen Vorschreibungen UND jene der Vernunft zu berücksichtigen - wobei bei BEIDEN die GERECHTIGKEIT im Zentrum der Überlegungen zu stehen kommt), werden gesellschaftliche, soziale, psychologische Defizite verwendet um einen "Krieg der Religionen" zu inszenieren.
    Ist das nicht obszön?

    Drittens
    Kompetente Qur'an - Auslegung ist bestimmt nicht Domäne jener, die Unfrieden zu stiften suchen. Der Islam befürwortet KEINE Gewaltausübung gegenüber Frauen, wenn er als umfassendes Konzept verstanden und gelebt wird. Eine Vorschreibung aus dem Kontext zu zerren und darauf eine subjektiv gewünschte (oder unerwünschte) Berechtigung für sich selbst abzuleiten ist ein ziemlich unwürdiges Vorgehen - sei dies Vorgehen nun von einem Muslim oder anderem gewählt.

    Viertens
    Meine Tochter (sie ist 21 Jahre alt) werde ich deshalb nur einem gläubigen Muslim zur Frau geben (wollen), weil für mich NUR dadurch sichergestellt sein kann, dass ihr die BESTE Behandlung zuteil wird (werden sollte), die eine Frau von einem Mann erwarten darf - da BEIDEN der beste Umgang MITEINANDER vorgeschrieben ist und dies von einem Vater von BEIDEN "eingeklagt" werden kann - mit Berufung auf Qur'an und Gepflogenheit des Propheten.

    Darf und möchte diesem besorgten Vater also abschliessend empfehlen, seine Ängste und Befürchtungen nicht auf dem islamischen Glauben seines potentiellen Schwiegersohnes aufzubauen, sondern eher von dessen moralischer Einstellung und persönlicher Integrität abhängig zu machen.

    PS.
    Zitat: Zureden half bisher nichts.
    Wissen Sie warum?
    Weil doch nicht wrklich versucht wurde ZUZUREDEN, sondern in Wahrheit versucht wurde AUSZUREDEN, nicht wahr?
    Ob dieses Widerspruchs KANN kein "Erfolg" erzielt werden, oder doch?



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