Frischfisch aus dem Kraftwerk

SHARK-FORUM
Verfügbare Informationen zu "Frischfisch aus dem Kraftwerk"

  • Qualität des Beitrags: 0 Sterne
  • Beteiligte Poster: infoshark
  • Forum: SHARK-FORUM
  • Forenbeschreibung: Treffpunkt für Haifans!
  • aus dem Unterforum: OffTopic
  • Antworten: 1
  • Forum gestartet am: Mittwoch 01.11.2006
  • Sprache: deutsch
  • Link zum Originaltopic: Frischfisch aus dem Kraftwerk
  • Letzte Antwort: vor 14 Jahren, 5 Monaten, 29 Tagen, 7 Stunden, 8 Minuten
  • Alle Beiträge und Antworten zu "Frischfisch aus dem Kraftwerk"

    Re: Frischfisch aus dem Kraftwerk

    infoshark - 23.03.2007, 23:33

    Frischfisch aus dem Kraftwerk
    Frischfisch aus dem Kraftwerk

    Wie können wir das Leerfischen unserer Meere verhindern? Sind Fischzuchten eine Lösung? Stationen in Palma und Alcúdia versorgen die Insel mit Doraden und Seewolf. Der Antrag auf Zucht-Käfige hält derzeit Portocolom in Atem

    Mallorca - Dicht an dicht schwimmen die silberbeschuppten Körper durch das Becken. Als Alberto Morente mit einer Schütte Futter in den riesigen Wassertank wirft, schnellen die Fische zu einem glänzenden Knäuel zusammen, schnappen gierig nach den Leckerbissen. Ein paar Wochen noch, dann werden sie selbst zu einem herangewachsen sein. Doraden unterschiedlichster Größen schwimmen in den rund zwanzig Becken der Fischzuchtstation Es Murterar bei Alcúdia.

    200 Tonnen Fisch wachsen hier jährlich bei konstanten 21 Grad heran: In die Becken fließt das Kühlwasser der Turbinen des danebenliegenden Stromkraftwerks. Rechter Hand in den Bassins die „Schnellentwickler”: Die Fische, die in ihren ersten Lebenstagen am schnellsten wachsen, werden für den Verzehr auf den Balearen aufgepäppelt. Das sind rund 100.000 Tonnen im Jahr. Der Rest wird 50 Gramm schwer an die Festlandküste verschifft, wo die Fische in 25 Meter großen, freischwimmenden Plastikkäfigen aufwachsen.

    Frischfisch aus der Zucht: Ein Thema, dem immer größere Bedeutung zukommt. Denn Umweltwissenschaftler zeichnen mit ihren aktuellen Prognosen das Horrorszenario leergefischter Weltmeere, wenn sich an unserem Konsumverhalten nichts ändere. 85 Millionen Tonnen Wild-Fisch landen jährlich weltweit auf dem Teller, 20 weitere Millionen werden als unverwertbarer Beifang aus den Tiefen geholt.

    Sind wir über kurz oder lang also auf Fischzucht angewiesen, beziehungsweise, können wir den Super-Gau im Meer durch Investitionen in Fischzuchten abwenden? Fisch aus der Zucht hat kein gutes Image. Hauptgründe dafür sind vor allem die Bedingungen bei der Aufzucht, ein anderer Eigengeschmack des Fleisches durch den Verzehr vorgefertigter Nahrung und die Zufütterung von Medikamenten. Das seien Relikte aus der Vergangenheit, sagt Alberto Morente, mittlerweile sei vieles verbessert.

    Der Fischzucht-Sektor ist in ständigem Wachstum, allen voran Türkei, Griechenland, Spanien und Italien. In Spanien gibt es fünf große Zuchtunternehmen. Der mallorquinische Anbieter, Culmarex, ist einer davon, mit Stationen in Alcúdia und Sant Joan de Dios. In Letzterer wächst der Laich für Alcúdia heran und jährlich 40 Tonnen Seewolf.

    Für Aufregung sorgt derzeit der Antrag des Unternehmers Miquel Planas Clar, der neben dem Hafen von Portocolom vier freischwimmende Käfige mit Seewolf und Doraden anbringen will. Insgesamt 4900 Quadratmeter groß sind die Käfige, gegen deren Installation bereits Unterschriften gesammelt werden. Auch den Fischern, die vor anderthalb Jahren eigene, viel kleinere Käfige wegen Protesten abbauen mussten, ist das Vorhaben ein Dorn im Auge. „Nicht nur weil wir Angst haben um unser Geschäft”, sagt ein Mitglied des Fischereiverbandes, „denn der Verbraucher weiß sehr wohl zu unterscheiden. Aber es wäre eine wahnsinnige Ungerechtigkeit, wenn jetzt einem Großunternehmer gestattet wird, was uns in einem Bruchteil der Größe versagt wurde.”

    Schon 2003 hatte Miquel Planas Clar einen ähnlichen Antrag gestellt. Diesem wurde nicht stattgegeben, weil sich auf der Fläche Felder des geschützten Unterwassergrases Posidonia befanden. „Dieses Mal sieht es nicht besser für ihn aus”, schätzt Toni Muñoz, Sprecher der Umweltschutzorganisation GOB, Abteilung Flächenschutz. Rotalgen wachsen auf dem Meeresgrund, wo die Käfige geplant sind.

    Gegen die schwimmenden Aufzuchtstationen spreche vieles, sagen die Umweltschützer. Zum Beispiel das nicht gefressene Futter und die Exkremente der Fische, die das Wasser in einer unnatürlichen Konzentration verunreinigen. Auch zugefütterte Medikamente kämen in den Meereskreislauf.

    Es stimme, dass früher viel Antibiotika gefüttert worden wäre, sagt Alberto Morente. Heute werde aber nicht mehr prophylaktisch medikamentiert, aus Kostengründen und wegen der drohenden Immunität. „Man weiß mittlerweile, dass der Transport und die Klassifizierung die Fische stresst und sie anfällig werden. Dem wirken wir entgegen, indem wir vor solchen Momenten Vitamine zufüttern.” Auch an der Nahrung werde geforscht. Man sei dabei, vom Fischmehl immer mehr auf pflanzliche Öle aus Weizen und Soja umzustellen.

    Mindestens die Hälfte des Angebots im Supermarkt sei aus Zuchten, schätzt Morente. Bei den angebotenen Doraden stammten 95 Prozent nicht mehr aus dem Meer. Wer doch eine Wild-Dorade will, muss tief in die Tasche greifen: 20 bis 30 Euro kostet sie pro Kilogramm, im Vergleich zu sechs bis acht Euro für Fische aus türkischer Zucht im Supermarkt. Die Es Murterar-Dorade ist ab zirka zehn Euro zu haben. Ihr Preis ist höher, weil sich das Unternehmen bezahlen lässt, dass täglich frisch gefischt und angeliefert wird.



    Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken



    Weitere Beiträge aus dem Forum SHARK-FORUM

    Vorstoß für den Artenschutz von Haien gescheitert - gepostet von infoshark am Samstag 09.06.2007
    Wenn Korallen erbleichen - gepostet von infoshark am Mittwoch 21.02.2007
    Billige Kopie von Sharkproject - gepostet von sharkdiver am Donnerstag 10.05.2007
    Sonar exercises essential despite whale risks: navy - gepostet von infoshark am Donnerstag 16.08.2007
    50 Wale in Binnenseen eingeschlossen - gepostet von infoshark am Donnerstag 09.11.2006
    Klimawandel: Die Qual der Wale - gepostet von infoshark am Montag 21.05.2007



    Ähnliche Beiträge wie "Frischfisch aus dem Kraftwerk"

    Bilder aus dem Urlaub - OzzKaa (Montag 05.03.2007)
    753 rom kroch aus dem ei - donald (Montag 21.08.2006)
    Aus dem All - r3cord (Sonntag 02.04.2006)
    grüße aus berlin - thedoji (Montag 14.05.2007)
    Aus diesen Gründen kann ich gekickt werden !!! - Toffy (Sonntag 17.07.2005)
    So sehen Sieger aus ! - attams (Sonntag 24.06.2007)
    Aus dem Gefecht genommen :( - Thomy (Donnerstag 07.06.2007)
    Die Ärzte aus Debil mach Devil - Flo (Dienstag 25.10.2005)
    Neues aus Kneheim - Henry95 (Samstag 30.06.2007)
    Power Pro SG 90 schlägt zu weit aus? - Andre_H_ (Mittwoch 18.10.2006)