Namenlose Dämmerung - Geschichtsfetzen

Taverne zur Blutelfe
Verfügbare Informationen zu "Namenlose Dämmerung - Geschichtsfetzen"

  • Qualität des Beitrags: 0 Sterne
  • Beteiligte Poster: Medea'Isis
  • Forum: Taverne zur Blutelfe
  • aus dem Unterforum: Geschichten
  • Antworten: 1
  • Forum gestartet am: Mittwoch 19.07.2006
  • Sprache: deutsch
  • Link zum Originaltopic: Namenlose Dämmerung - Geschichtsfetzen
  • Letzte Antwort: vor 16 Jahren, 12 Tagen, 7 Stunden, 17 Minuten
  • Alle Beiträge und Antworten zu "Namenlose Dämmerung - Geschichtsfetzen"

    Re: Namenlose Dämmerung - Geschichtsfetzen

    Medea'Isis - 17.03.2007, 22:56

    Namenlose Dämmerung - Geschichtsfetzen
    I

    Die Schenke war zum Bersten voll und damit für diese späte Uhrzeit ungewöhnlich gut besucht. Überall drängte sich das unterschiedlichste Volk um Spieltische und Bierfässer. Nur ein einziger Tisch stand, scheinbar unberührt von dem emsigen Treiben in einer dunklen Nische. Ithiliell saß alleine vor einem Becher Rotwein – oder etwas, das danach aussah. Alkohol in Blut hatte ihren Geschmack gefunden.
    Sie wusste, warum die Menschen sie mieden und sie taten gut daran. Instinkt war letztlich jedem Wesen zu eigen.
    Ein Luftzug ließ ihre silber-weißen Locken leicht wehen und dann fiel die Tür zum Schankraum wieder zu. Ithiliell konnte nicht durch die Menge hindurch sehen aber sie spürte etwas. Etwas bekanntes. Ihre Augen huschten aufmerksam umher als Stühle gerückt wurden und fröhlicher Lärm aus einer Ecke ertönte. Die Menschen begannen sich um die Neuankömmlinge zu drängen und versperrten Ithiliell so jeden Blick. Sie zuckte die Schultern. Was interessierte sie das schon.
    Eine volle Männerstimme begann zu singen – oder das zu tun, was Skalden schimpflicherweise als ‚Singen’ bezeichneten. Ithiliell konnte Wortfetzen verstehen. Er lobte die Heldentaten der Siegreichen Sechs. Kurz darauf erschallte eine dröhnende Frauenstimme dazu und als Ithiliell zu dem Getöse herübersah, stieg eine ältere Thorwalerin auf einen Tisch und hob singend ihren Humpen Bier. Aber in diesem Augenblick erregte etwas anderes ihre Aufmerksamkeit. Eine Präsenz. Sie wandte den Kopf und sah ihn auf sich zukommen. Vielleicht hätte sie überrascht sein sollen, aber...
    „Volrath“, sie lächelte ihn an, als er sich setzte. „Ich habe dich gespürt.“ Er nickte. „Ich weiß.“ Sie sah ihn an. „Ich habe dir gesagt, dass es passieren wird.“ Er schwieg dazu. Ja, wenn sie ihn jetzt so betrachtete fiel es auch an seinem Äußeren auf. Er war dunkler geworden, vertrauter auf eine gewissen Art und Weise. Der Namenlose Gott hatte nun auch ihm sein Zeichen in die Seele gebrannt.
    „Ich möchte deine Hilfe.“ sagte er und sie sah ihm in die unergründlich schwarzen Augen. Er war ein Geschöpf der Nacht geworden, dem Namenlosen verschrieben wie sie. Eine dunkle Vorfreude packte sie, ein Erwarten von solcher Bedeutung, dass sie die Handflächen aneinander pressen musste, um nicht zischend ausatmen zu müssen. „Was soll ich für dich tun, Euer Hochwohlgeboren?“
    „Ich habe wichtiges herausgefunden. Etwas, das uns alle angeht.“ Er sprach so ruhig und doch war seine Präsenz so überwältigend für Ithiliell, dass sie schweigend zuhörte. „Unser Herr wird sich erheben, Schwester.“
    Hatte sie richtig gehört? Ja, sie hatte. Langsam richtete sie sich auf. Ihre saphirblauen Augen leuchteten. „Woher weißt du das?“ flüsterte sie ehrfurchtsvoll. „Ich habe es gesehen.“ Jetzt beugte er sich ein wenig nach vorne. „Ich bin nicht der Einzige, der seine Macht gesehen hat.“ Ihr Blick glitt zu der lärmenden Menge in der anderen Ecke des Schankraumes herüber. Die Siegreichen Sechs zogen immer noch alle Aufmerksamkeit auf sich. Helden, gefeiert in ganz Aventurien. „Wir haben starke Gegner.“ sprach sie laut aus. Volrath nickte. „Aber sie sind nicht unbesiegbar.“ Ithiliell wandte sich wieder dem Prinzen zu. Die Vampirin spürte, dass sie jetzt ins Spiel kam. Tatsächlich sagte Volrath zu ihr: „Wie schnell kannst du bei meinem Vater in Phyrexia sein?“
    Ein gehässiges Lächeln entblößte spitze Eckzähne. „Sehr schnell.“ Volrath erwiderte ihr Lächeln bösartig. „Komm mit einem Dutzend meiner Reiter zurück.“ „Das werde ich.“ Lautlos und schnell verließ Ithiliell die Schänke. Volrath sah ihr zufrieden hinterher.





    II

    Tamara Galdafei ging in die Knie um den Ast vom Waldboden aufzuheben, doch sie ließ den Krieger dabei nicht aus den Augen.. Ob er wusste, dass sie ihn beobachtete? Sicher wusste er es, er war nicht so einfältig wie er sie gerne glauben machen wollte, Tamara war sich dessen sicher. Sie misstraute ihm. Schon seit den seltsamen Ereignissen in Punin behielt sie ihn genau im Auge. Sie konnte nicht genau sagen, was sie so an dem Prinzen störte, aber sie vertraute ihrem Instinkt. In den Straßen Gareths hatte ihr das niemals zum Nachteil gereicht.
    „Ihr seid mutig, Tamara.“ sagte er und wandte sich ihr zu, im Zwielicht des Abends waren die Äste in seinem Arm nur vage zu erkennen. Sie richtete sich auf. „Glaubt Ihr, ich habe Angst vor den Eichhörnchen hier im Wald?“ Ein ungutes Gefühl machte ich in ihrer Magengegend breit. Sein Lächeln wirkte diabolisch und jagte ihr einen kalten Schauer über den Rücken.
    „Natürlich nicht.“ Er machte einen Schritt auf sie zu. Sie wusste, er wollte sie in Bedrängnis bringen., doch sie tat nun ihrerseits einen Schritt nach vorne. Volrath sprach weiter. „Ihr seid mutig, Euch mit mir hierher zu wagen.“ Tamaras Alarmglocken schrillten. Sie wusste nicht, was er tun wollte. Doch sie erkannte, dass er sie durchschaut hatte. Ihr Misstrauen war wohl zu offensichtlich regwesen. Aber berechtigt, er drohnte ihr.
    Tamara wusste, dass sie nicht die Unwissende spielen könnte. So schlecht war sie schon lange nicht mehr. „Was habt Ihr vor? Welche Ränke schmiedet Ihr hinter unserem Rücken?“ Volrath schüttelte den Kopf. „Ich weiß Ihr denkt an Königreiche und Gold. Wie kleingeistig von Euch.“ Dachte sie daran? Tamara fürchtete eine viel größere Gefahr. Im Kopf überschlug sie ihre Möglichkeiten. „Ich strebe nach Höherem“ offenbarte der Krieger. Er war zu stark für sie, an körperlicher Kraft weit überlegen. Oder wollte er sie nur einschüchtern und ihr Schweigen erzwingen?
    Volrath war ihr sehr nahe gekommen. „Ich habe so lange darauf gewartet. Ich werde Euch sagen wovor Ihr Euch fürchtet Tamara. Der Namenlose steht vor seiner Befreiung, die Elfen vor ihrer Vernichtung. Ihr seid hier, um alles zu verhindern. Aber ich, ich bin hier, um es zur Vollendung zu bringen.“
    Seine Worte ließen Tamara erzittern. Ihre schlimmsten Befürchtungen hatten sich bestätigt. Der Feind war mitten unter ihnen.
    „Und ihr alle werdet mich an mein Ziel bringen, ins Herz Silyamas. Die alte Stadt der Hochelfen wird die Geburtsstätte einer neuen Ära sein.“ Tamara funkelte ihn an. „Wir wissen um deinen Verrat, Heide. Wir werden dich zur Strecke bringen.“ Volrath lächelte abermals und schüttelte den Kopf. „Nein, deine Freundinnen vertrauen mir. Sie wissen nichts und du wirst es niemandem mehr erzählen.“
    Sie hatte es gewusst. Als er ihr seine Pläne offenbarte hatte sie gewusst, er würde sie töten.
    Ihre Gedanken überschlugen sich, doch so sehr es ihr widerstrebte, Flucht war ihre einzige Chance. War sie frei, konnte sie mehr tun, als wenn sie hier starb.
    Ohne ein Wort machte sie sich bereit, doch in dem Moment, in dem sie davonsetzen wollte stieß sie etwas in den Rücken und ließ sie überrascht vornüber stolpern. Die Äste fielen ihr aus den Händen und sie stürzte Volrath vor die Füße.
    Der Krieger packte sie im Nacken und zerrte sie vom Boden. Sein Griff war stahlhart und schnell umklammerte er ihre Handgelenke. Sie saß fest.
    Vor ihr stand eine Elfe, doch nichts an ihr sah liebreizend und freundlich aus. Tamara hörte Volraths Stimme an ihrem Ohr, doch sie konnte den Blick nicht von der Elfe nehmen. Ihre mondscheinblasse Haut und das silberweiße Haar ließen die Panik in Tamara aufsteigen. Nein, so wollte sie nicht sterben!
    „Sieh deinem Ende entgegen, Tamara. Betrachte es positiv, deine Freundinnen werden dir bald folgen.“
    Die Elfe kam auf sie zu und Tamara wand sich in Volraths Händen, doch ihre müden alten Knochen und Muskeln brachten nicht mehr die Kraft auf. „Die Götter werden euch bestrafen!“ rief sie, doch die Elfe lachte nur amüsiert. Nadelspitze Reißzähne blitzten Tamara entgegen.
    „Du solltest dich nicht wehren alte Frau,“ sagte Volrath und die Freundlichkeit in seiner Stimme ließ die Situation so grotesk wirken. „Ich habe mir sagen lassen es soll sehr schmerzhaft sein, wenn die Muskeln angespannt sind. Ithiliell würde es sicherlich breuen, Euch weh tun zu müssen.“
    Die Vampirelfe legte ihre Hand um Tamaras Kinn und bog den Kopf der Streunerin fast schon spielerisch leicht zurück. „Nicht im Geringsten“
    Volrath zuckte die Schultern. Tamara überlegte einen Augenblick ob es klug wäre zu schreien, doch da durchdrangen Ithiliells Eckzähne ihre Haut und jeder Ton erstarb. Warmes Blut floss. Schmerz brach über Tamara herein und irgendwo erwachte Aurora, die Fee, aus einem langen Schlaf.


    to be continued...



    Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken



    Weitere Beiträge aus dem Forum Taverne zur Blutelfe

    Für den Imperator - gepostet von Nayara/Aanes am Sonntag 05.11.2006
    BC is da :D - gepostet von Iceflame am Dienstag 16.01.2007
    Die weitere Geschichte der Dämer - gepostet von Dasdingo am Mittwoch 02.08.2006
    Ab morgen - gepostet von tyndra am Montag 09.10.2006
    Revolvermänner - gepostet von Varjo am Samstag 22.09.2007
    Hochverrat - gepostet von Taifun am Samstag 02.09.2006



    Ähnliche Beiträge wie "Namenlose Dämmerung - Geschichtsfetzen"

    "Die Namenlose Runde" - oder Runde 13 - WhiteWolf (Mittwoch 24.01.2007)
    Das namenlose Tofu - abraxas (Freitag 29.12.2006)
    Bewerbung von Ralf(der namenlose) - alien_georg (Sonntag 18.02.2007)
    Ruf bei der Argentum dämmerung - gnomerus (Montag 26.03.2007)
    Die namenlose Muschi - JensenHai (Sonntag 03.06.2007)
    Der Namenlose und seine Dämonen - Atrax Kor Ador (Mittwoch 21.11.2007)
    Dämmerung - ...::PaiN::... (Samstag 18.02.2006)