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Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 14.03.2007, 14:27Rachels Wohnung
pp: Straßen
Rachel trat in ihre Wohnung ein und seufzte erleichtert. Endlich zu Hause. Sie streifte ihren Überwurf ab und ließ ihn achtlos auf einem kleinen Mahagonitischchen liegen. Die Einrichtung war geschmackvoll und teuer, aber ausschließlich in dunklem Holz gehalten, was einer Wohnung dieser Größe einen mystischen, vielleicht etwas beklemmenden Eindruck verlieh. Rachel mochte es so.
Sie schlüpfte aus ihrer Kleidung und wählte stattdessen ein langes, schlichtes Kleid in dem dunklen Blau der Wüstenvölker, appliziert mit kleinen Goldstickereien aus, öffnete ihre Haare und ließ sie einer Flut gleich über Schultern und Rücken spülen.
Erst dann trat sie zur Herdstelle und begann damit Wasser für einen Tee zu erhitzen. Den hatte sie sich zweifelsohne heute verdient.
Re: Rachels Wohnung
Lestat de Lioncourt - 14.03.2007, 15:11
pp: Straßen
Lestat legte seine Hände an die Hauswand, und machte sich daran, mit der Leichtigkeit eines Akrobaten daran hinaufzuklettern, bis er auf das Fenster stieß, welches geöffnet war.
Binnen Sekunden befand er sich in der Wohnung, und hier war der Veilchenduft deutlich stärker.
Er betrachtete die dunklen Möbel und die etwas beklemmend wirkende, aber trotzdem deutlich elegant und geschmackvoll eingerichtete Wohnung.
Wer hier wohnte, hatte Geld genug, sich diesen Lebensstandard zu ermöglichen, und war nostalgisch genug, am den Traditionen vergangener Zeit festzuhalten.
Lautlos bewegte er sich aus dem Raum heraus, in welchen er gelangt war, das Schlafzimmer, wie er anhand des großen Bettes erkennen konnte, und trat auf den Flur.
Einem Schatten gleich setzte er seinen Weg fort, folgte der Spur von frischen Veilchen, bis er zur Küche gelangte.
Er lehnte in der Türe und sah hinein, entdeckte dort eine schlanke, junge Frau, deren langes Haar in dunklen Wellen über Schultern und Rücken floß.
Die Quelle der Veilchen.
Sie war gerade damit beschäftigt, Wasser aufzusetzen, so jedenfalls sah es für Lestat aus, und er nahm sich die Zeit, sie noch ein wenig länger zu betrachten, bevor er sich aus der Küchentüre zurückzog, und weiter den Flur entlangschritt, bis er zu dem kleinen Wohnzimmer gelangte.
Das Feuer im Kamin war noch nicht entfacht worden, aber auch das war nichts, was Lestat störte.
Stattdessen legte er den Brief, den Rachel ihm geschrieben hatte, auf den kleinen Tisch in der Mitte des Raumes, beschwerte ihn mit einem Tischkerzenständer, und ließ sich dann in einem der beiden Sessel nieder.
Er drehte den Sessel so, dass er aus dem Fenster in die Nacht hinaus sehen konnte, für jene, die den Raum betraten allerdings nur die Rückseite des Sessels zu sehen sein würde.
Und er wartete.
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 14.03.2007, 15:21
Rachel hantierte noch eine Weile mit dem Kessel und den Kräutern, die sie zu einem Getränk zu verarbeiten gedachte, bevor ihr klar wurde, dass ein kalter Windhauch über ihre kaum bedeckten Schultern fuhr und sie frösteln ließ.
Kopfschüttelnd verließ sie die Küche, glitt ins Schlafzimmer und schloss dort sorgfältig die Fensterläden. Sie sollte vorsichtiger damit sein, denn immerhin war das Glas der Scheiben ein Luxus. Schweigend wandte sie sich ab und trat in die Küche zurück, um ihre Teetasse zu ergreifen und die Wärme des erhitzten Wassers auf ihre Finger übergehen zu lassen. Der heutige Tag ließ sie einfach nicht los.
Gedankenversunken machte sie sich auf den Weg ins Wohnzimmer. Es war nicht der Kamin, den sie nicht angezündet hatte und auch nicht der Sessel, von dem aus man bequem in die Nacht hinausblicken konnte, die sie stutzig werden ließen. Es war ein beschwertes Stück Papier auf einem Tisch, von dem sie wusste, dass es dort nicht hingehörte, sie es dort nicht hingelegt hatte.
Ein Frösteln, welches nicht durch Kälte verursacht worden war, zog einen Hauch menschlichen Rauhreifs über ihre makellose Haut und ihre Lippen verloren ein wenig Farbe. Dennoch trat sie in den Raum hinein, fixierte den Sessel vor sich und begrüßte den Fremden mit einem höflichen "Guten Abend", während sie gleichzeitig in Gedanken ein "Bon soir, M. le Comte de Lioncourt." formulierte und sich damit allenfalls vor einem anderen Unsterblichen, nicht aber einem menschlichen Besucher blamieren konnte.
Re: Rachels Wohnung
Lestat de Lioncourt - 14.03.2007, 15:37
Lestat fühlte Rachel näherkommen, den Raum betreten, und innehalten.
Er konnte hören, wie ihr Herz einen Moment lang aussetzte, und dann schneller zu schlagen begann, aber er bemerkte auch, dass nicht Furcht, sondern Aufregung der Grund dafür war.
Ein Lächeln legte sich auf sein blasses Gesicht, auch wenn Rachel es nicht sehen konnte, und er konnte ihr eine gewisse Genialität nicht absprechen.
Rachel vermochte es, beide Welten, in denen sie lebte, oder an die sie glaubte, mit einander zu verbinden, ohne dabei Gefahr zu laufen, sich zu blamieren.
"Bon Soir, ma chère." Entgegnete er, ohne es für nötig zu halten, sich zu erheben, oder sich zu ihr umzudrehen.
"J'ai recu votre lettre." Fuhr er fort, und deutete mit der linken Hand auf den Brief, den er auf den Tisch gelegt hatte, den Rachel aber gewisse bereits bemerkt hatte.
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 14.03.2007, 15:46
Rachel trat ein wenig tiefer in den Raum hinein und halb um den Sessel herum, so dass Lestat de Lioncourt einen Blick auf sie werfen konnte, wenn er das wollte und sie selbst zumindest sein Profil im Blick hatte.
Dann war dieser Wirt doch verlässlich gewesen.
Guter... oder zumindest fast guter Mann.
"Ja, das freut mich..." sagte Rachel ein wenig gedehnt (aber auf Französisch, um dem Gast wenigstens ansatzweise einen Gefallen zu tun und ihr die Sprache sowohl gefiel als auch leicht von den Lippen ging) und ihr wurde klar, dass die Stunde der Wahrheit gekommen war. Was hatte sie eigentlich genau vorgehabt?
"Ich gebe zu, es ist eine meiner weniger durchdachten Handlungen gewesen... nichtsdestotrotz eine meiner Handlungen. Es gibt..."
Sie schwieg einen Moment und nahm sich die Zeit aus dem Fenster zu sehen, die Sterne zu betrachten.
"Ich weiß, dass Ihr mit Mithras nichts zu tun hattet... oder lasst mich eher sagen, dass ich es vermute." Viele der Talamasca-Verbindung glaubten alles über Vampire zu wissen, nur weil sie begriffen hatten, dass es sie gab. Bislang hatte Rachel keine Hinweise auf eine Verbindung zwischen Lestat und Mithras gefunden, was aber nicht bedeutete, dass sie sich nicht dennoch irgendwann einmal begegnet waren.
"Aber... Ihr seid der einzige, von dem ich weiß, dass er potenziell, also möglicherweise über eine Ecke, namentlich Marius, der Römer, eventuell zumindest schon einmal von ihm gehört haben könntet..."
Was natürlich auch auf Armand zutraf, aber irgendwie hatte Rachel nicht das Gefühl bei dem Vampir an der richtigen Adresse zu sein, wenn sie eine Hinterlassenschaft, die einen hochgradig feinfühligen und philosophischen Vampir betraf, übergeben wollte.
Re: Rachels Wohnung
Lestat de Lioncourt - 14.03.2007, 16:24
Lestat hörte ihr aufmerksam zu, auch wenn sein Blick weiterhin allein der Nacht und den Sternen vor dem Haus galt.
Er ließ zu, dass Rachel nähertrat, dass sie ihn betrachtete, und sich ein Bild davon zu machen versuchte, wer er war, und wie er aussah.
Und er war fast überzeugt davon, dass er der erste Unsterbliche war, den sie auf so kurze Distanz erlebte.
Wirklich bemerkenswert war aber, dass sie sich dadurch weder verwirren, noch verunsichern ließ - nicht mehr, als es bei weit erfahreneren Talamasca der Fall war.
Schließlich, als er sicher war, dass Rachel geendet hatte, wandte er ihr das Gesicht zu, und studierte ihre Gesichtszüge, ließ zu, dass sie sein Gesicht studierte, bevor er schließlich antwortete.
"Armand." Sagte er mit warmer Stimme, nahm dabei ihre Gedanken auf und sprach sie aus.
Auf Englisch.
".... wäre in der Tat eine schlechte Wahl gewesen, cherie." Die grünen Augen funkelten, während er Rachel betrachtete.
Er durchschaute ihre Absicht, das Vorhaben, das hinter ihren Zeilen gestanden hatte, jetzt ebenso klar, wie vor kurzer Zeit im Admiral's Inn.
Rachel erhoffte sich, dass er ihr etwas über Mithras erzählte.
Und sie wandte sich an ihn, weil sie sich an Marius nicht wenden konnte.
Er wartete, und als sie nichts erwiderte, fuhr er fort.
"Und was, glaubst du, kann ich dir geben?" Fragte er neugierig, ohne sich zu erheben, oder sich ihr zu nähern.
Sie war sehr schön, selbst für eine Sterbliche, und Lestat hatte ein Faible für Dinge die schön waren.
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 14.03.2007, 16:44
"Genau genommen geht es mir um zwei Dinge." sagte Rachel und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Natürlich las Lestat ihre Gedanken und es gab nichts, was sie dagegen hätte tun können. Nicht wirklich. Wenn er wollte, konnte er all die Barrieren, zu denen sie fähig war, überwinden. Wenn er wollte, konnte er sie hier und jetzt auslöschen. Das aber war ihr egal. Niemand, der zu den Talamasca ging, tat dies ohne zu wissen, worauf er sich eventuell einließ.
"Und schön, dass wir in Bezug auf den Herrn Armand in diesem Punkt einer Meinung sind." warf sie ein, bevor sie zu dem wirklich Wichtigen zurückkehrte. "Mithras starb in Athen... so sagt man. Er ist zumindest für mich unwiederbringlich fort... aber nichtsdestotrotz..." Sie seufzte. "Ich würde gerne wissen, ob es etwas gibt, das Marius Euch über ihn erzählt hat und noch nicht im Zusammenhang mit den Informationen in der Mappe gefallen ist. So einfach ist das."
Sie zuckte mit einer Schulter.
"Ich gebe zu, es klingt besessen... interessiert mich aber nicht. Mithras war vielleicht einmal ein Studienobjekt für mich, aber so funktioniert das nicht. Er ist es nicht, keine Persönlichkeit ist es. Die zweite Sache, weshalb ich mich an Euch gewandt habe, ist ungemein banaler, aber auch... hoffnungslos romantischer."
Sie seufzte.
"Es wird sich so schnell kein Sterblicher mehr für ihn interessieren. Ich finde aber dennoch, dass sein Andenken zumindest eine Weile noch bewahrt werden sollte... Vergrabt die Mappe meinetwegen irgendwo, verbrennt sie oder werft siw sonstwohin, wenn Ihr sie nicht mit Euch herumschleppen wollt... mir kommt es darauf an, dass Ihr es gesehen habt und Euch erinnern könnt."
Re: Rachels Wohnung
Lestat de Lioncourt - 14.03.2007, 17:54
Lestat hob die Hand, ganz so, als wolle er Rachel unterbrechen, ließ sie dann aber doch fortfahren, während er neugierig dem lauschte, was sie sprach, ihre Sehnsüchte und Wünsche erkannte.
Besessenheit.
Ja, das war wohl das Wort, mit denen die Sterblichen solcherlei Verhalten umschreiben würden.
Aber da war noch mehr.
Leidenschaft.
Hoffnung.
Trauer.
Liebe.
Gefühle und Sehnsüchte, die Lestat bewegten, und von jeher bewegt hatten.
Rachel hatte sich in einen unsterblichen Verliebt, dem sie niemals begegnet war, hatte sich für ein Wesen begeistert, ohne die Hoffnung zu haben, ihn jemals persönlich kennen zu lernen.
Es erinnerte Lestat an seinen eigenen Lebensweg.
Seit Armand ihm zum ersten Mal von Marius erzählt hatte, hatte er nach diesem Vampir gesucht, obwohl er von dessen Tod gewusst hatte.
Und nach etlichen Jahren hatte sich herausgestellt, dass sein vermeintlicher Tod ein vorschnelles Gerücht gewesen war, und er hatte Marius treffen dürfen.
Lestats Geduld und Beharrlichkeit hatten sich bezahlt gemacht, und auch wenn er nicht glaubte, dass Rachel ähnlichen Erfolg haben würde, machte ihn das zugänglich für ihren Wunsch.
Er erhob sich von seinem Stuhl, und mit geschmeidigen Bewegungen, die der einer Raubkatze glichen, näherte er sich Rachel.
Seine Fingerspitzen berührten ihr Haar, die entblößte Haut ihrer Schultern, und er fühlte die elektrifizierende Wärme, die sie ausstrahlte, ihn mit einem Prickeln erfüllen.
Schließlich blieb er neben ihr stehen, strich ihr eine der langen, dunklen Strähnen aus dem Gesicht, um sacht ihre Wange zu streifen.
"Marius hat mich vieles gelehrt. Er war der Mentor, den ich mir immer gewünscht habe." Erwiderte er schließlich, bereit zumindest den ersten Teil ihres Wunsches zu erfüllen.
"Doch einen Unsterblichen mit Namen Mithras hat er nie erwähnt."
Die Enttäuschung, die bei seinen Worten in Rachel aufstieg, wurde spürbar für ihn, fast so, als könne er danach greifen, und sie schlug eine ihm sehr wohl vertraute, melancholische Seite in ihm an.
"Aber Marius hütete viele Geheimnisse und gab nur wenige von ihnen jemals preis." Fuhr er leise fort, ließ von Rachel ab, und streifte durch ihr Wohnzimmer.
Auch Lestat klang enttäuscht auf seine Weise, aber seine Enttäuschung resultierte aus anderen Erfahrungen als Rachels.
"Du solltest ihn selbst fragen..." Schlug er vor, sah auf, und lächelte.
"Oh, ich vergass. Er lebt nicht mehr." Das Lächeln auf seinen Lippen war eine Mischung aus Boshaftigkeit, Amüsement und Überheblickeit.
"Ihm widerfuhr, was so vielen von uns passiert." Sprach er mit leiser Stimme weiter.
"Er ging ins Feuer... oder wurde gegangen, es spielt keine Rolle mehr, nicht wahr?" Lestat liebte es, mit Sterblichen zu sprechen, und sie zu verwirren, mochte es, ihnen Rätsel aufzugeben, aber manchmal verriet er ihnen auch Dinge, die zu wissen nicht für sie bestimmt waren.
In Rachels Fall hatte er sich beschlossen, Brotkrumen auszusähen, die sie zur Wahrheit führen würden, wenn sie intelligent genug war, seinen Gedanken folgen zu können.
"In Venedig, wenn ich mich nicht irre." Fügte er hinzu, ließ seine weißen Finger über die Rücken einiger Bücher wandern, und sah dann wieder zu Rachel.
"Weißt du auch, wann das war, Talamasca?" Fragte er sie neugierig, hielt inne, in dem, was er tat, und fixierte sie
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 14.03.2007, 18:20
Rachel hörte Lestat zu, rührte sich nicht, als er sie berührte und hielt den Blick weiterhin starr auf das Fenster gerichtet. Sie wusste, was man über ihn sagte und konnte verstehen, weshalb er auf Mensch und Vampir gleichsam Einfluss nehmen konnte.
"Marius... das ist noch nicht allzu lange her..." sinierte sie und ging die Fakten durch, die sie kannte. "Mitte oder Ende des Siebzehnten Jahrhunderts."
Lestat wusste das ganz genau. Warum also fragte er sie danach? Zumindest ging sie davon aus, dass wenn der mit Vorliebe rot tragende Vampir sein Mentor gewesen war, er das wusste.
Sie ärgerte sich ein wenig darüber, als Talamasca angesprochen zu werden. Immerhin sagte sie ja auch nicht Blutsauger oder etwas, das ähnlich diffamierend klang.
Rachel ignorierte das.
Marius hatte also kein Wort über Mithras verloren. Nun, vielleicht hatte es einfach nichts zu sagen gegeben. Sie wusste, dass die Beziehung der beiden eng gewesen war... eigentlich ein sicherer Hinweis darauf, eben nicht zu viele Worte zu verlieren.
Re: Rachels Wohnung
Lestat de Lioncourt - 14.03.2007, 19:11
Lestat schmunzelte.
Mitte Ende 17 Jahrhundert?
Gut!
Das deckte sich doch mit dem, was Armand ihm vor dreißig Jahren erzählt hatte.
Komisch, dass der Groschen bei der Talamasca noch nicht gefallen war...
Es sei denn...
Ein erstauntes Lächeln legte sich auf die Züge des Vampirs, als er begriff, wo der Denkfehler der jungen Frau lag, und es amüsierte ihn irgendwie, schmeichelte ihm, so dass er beschloss, es ihr nicht zu leicht zu machen.
"Wenn du nicht die Höflichkeit besitzt, dich mir mit Namen vorzustellen, brauchst du nicht glauben, dass ich dich bei deinem Namen nenne, auch wenn ich ihn weiß." Sagte er, als er ihren Gedanken auffing, und erneut bohrten sich die grünen Augen in Rachels Gesicht.
Es mochte vielleicht übertrieben auf sie Wirken, aber Lestat hatte immer Wert auf Sein und Schein gewesen, und war in dieser Hinsicht Marius sehr ähnlich.
Er vergalt Höflichkeit mit Respekt, und Unmanierlichkeit mit Desinteresse.
Schließlich riss sich der Vampir von den Büchern los, um wieder auf Rachel zuzuschreiten.
Er blieb ihr gegenüber stehen, und betrachtete sie abschätzend, studierte ihr Gesicht, ihre Augen und er versuchte sich vorzustellen, was in ihrem hübschen Köpflein vor sich ging, ohne ihre Gedanken zu lesen.
"Du hast deinen Tee noch gar nicht angerührt." Stellte er fest, nahm die Tasse in die Hand, die Rachel zuvor auf dem Tisch abgestellt hatte, und drückte sie ihr in die Hand, bevor er wieder von ihr abließ und sich vor das Fenster stellte.
Es war ein Spiel.
Alles nur ein Spiel.
"Was glaubst du, über mich zu wissen, Rachel."
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 14.03.2007, 19:21
"Ihr habt Euch auch nicht vorgestellt, mein Herr. Ich mich wenigstens brieflich." sagte sie ruhig, aber nicht ohne eine gewisse Schärfe in der Stimme. Er war mächtiger als sie- alle Vampire waren das, aber das interessierte Rachel nicht. "Zumal Ihr es seid, der meine Gedanken liest und mich dutzt... aber ich gebe zu, dass ich es bin, die etwas von Euch wollte... oder will. Daher will ich mich nicht beschweren... aber auch nicht getadelt werden."
Sie nahm einen Schluck von dem Tee und sah Lestat dabei offen in die Augen. "Auch einen?"
Die junge Frau ließ die Tasse wieder sinken.
"Ich stelle gleich zu Anfang, dass ich in Eurem Fall nahezu ratlos bin. Ich weiß, dass Ihr Kontakt zu Marius hattet... und zu Armand. Euer Alter wird auf zweihundert Jahre geschätzt... meistens ein bisschen mehr. Initiiert wurdet Ihr von..." Doch sie hielt inne. Etwas in seinem Blick sagte ihr, dass sie nicht weiterzusprechen brauchte und Rachel zog eine Augenbraue hoch.
Re: Rachels Wohnung
Lestat de Lioncourt - 14.03.2007, 20:00
Lestat lächelte wieder und entblößte dabei die spitzen kleinen Fangzähne in seinem Mund.
Die junge Frau hatte Mut, und ein feuriges Temperament - zwei Eigenschaften, die man unter den Talamasca lange suchen musste, bevor man sie fand.
Und das reizte ihn, auch wenn er sich nicht gerne die Leviten lesen ließ.
Rachel gestattete er diesen Kommentar, ohne weiter darauf einzugehen.
Als sie ihm einen Tee anbot, hob er nur eine Augenbraue, bevor er unmerklich den Kopf schüttelte.
Sie hatte definitv dazugelernt.
Immerhin war sie nun feinfühlig genug, auf solch höfliche Gesten wie die des Tee anbietens zu achten.
Er vergrub die gepflegten Hände also wieder in den Taschen seines Gehrocks, während er an der Wand neben dem Fenster lehnte und Rachel beobachtete, während diese begann auszuführen, was sie über ihn wusste.
Und auch wenn immer falscher wurde, was sie sagte, zeigte sein Gesicht kaum eine Regung.
Rachel allerdings schien zu spüren, dass das, was sie erzählte, lücken und fehlerhaft war, und das ließ Lestat erneut lächeln.
".... Magnus." Vollendete er ihren Satz, als sie über der Erkenntnis stockte, dass etwas nicht stimmte.
Einerseits schmeichelte ihn zu hören, dass die Talamasca ihn für weit älter und mächtiger hielten, als er es tatsächlich war.
Andererseits war es nahezu eine Beleidigung, dass diese Sterblichen sich nicht einmal die Mühe machten, sein Leben genauer zu recherchieren, wenn sie schon den Anspruch stellten, alles über ihn und seinesgleichen zu wissen.
"Ahhhh...." Machte er langsam, als er den fragenden Ausdruck in ihren Augen bemerkte, und sie keinerlei Anstalten machte, weiter zu sprechen.
"Dir ist also aufgefallen, dass du einen Fehler gemacht hast..." Er stieß sich wieder von der Wand ab, und schritt auf sie zu.
"Nun musst du nur noch herausfinden, wo genau dein Fehler liegt, dann hast du das Rätsel gelöst, welches ich dir gestellt habe, Rachel." Der Vampir stellte sich genau hinter sie, und sog den angenehmen Geruch ihrer Haare ein, bevor sich seine Hände auf ihre Schultern legten und er auf ihre Antwort wartete.
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 17.03.2007, 12:30
Rachel schwieg einen Augenblick. Sie dachte gar nicht daran hier als Spielobjekt missbraucht zu werden- und wenn sie es getan hätte, wäre es ihr egal gewesen. Sie war stolz, aber konnte diesen Stolz zugunsten ihres Ehrgeizes gut beiseite schieben.
Langsam schritt sie mit der Teetasse in den Händen auf und ab und wälzte die Fakten, welche sie kannte, in ihrem Geist. Irgendwo war ein Problem- ein Fehler, wie Lestat sagte- sie wusste nur noch nicht wo genau. Heute erst hatte sie befunden, dass etwas nicht stimmte an der Arbeit, die ihre Kollegen taten. Heute erst war ihr gesagt worden, dass Mithras vergangen sei... und dabei hatte sie dasselbe Gefühl beschlichen.
Etwas stimmte nicht.
Schließlich hob sie den Kopf und sah Lestat ohne Furcht im Blick an.
"Ihr sagtet... Marius sei Euer Mentor gewesen..." sinnierte sie. Das passte doch alles! Oder nicht?
Marius war Mitte, Ende des siebzehnten Jahrhunderts gestorben... Lestat war irgendwann kurz oder auch ein wenig länger vorher initiiert worden... Wo lag ihr Fehler? Was genau stimmte nicht? Welcher Teil der Recherche war ungenau? Oder gar beide?
Wo hatte er aufgemerkt? Zweihundert Jahre... ein bisschen mehr... aber warum? Zu viel? Zu... wenig?
Ratlos tigerte Rachel weiter. Es gab zwei Punkte, über die sie diskutierten. Der erste war Marius' Tod. Der zweite Lestats Entstehen.
Ersteres aber war fixiert und dokumentiert worden. Das anzuzweifeln wäre genauso wie Mithras' Ableben anzuzweifeln- okay, was sie tat, aber sie hatte ihre Gründe. Hätte sie bei Marius ähnlich gut recherchiert, vielleicht hätte sie dann nun ein endgültiges Urteil fällen können. Sie glaubte aber, dass Aurelius- Marius' größter Fan gleich nach Armand- sehr gewissenhafte Arbeit geleistet hatte. Sie ahnte, dass er genau wie sie nicht locker gelassen hätte, bestünden die geringsten Zweifel, dass Marius wirklich tot sei.
Also was dann?
Sie warf einen Blick in ihren Tee und grinste innerlich- sie war doch kein Zen-Mönch, die in allen Lebensfragen immer zuerst die Teetasse zu Rate zogen!
Was war mit dem Comte? Er war aufgetaucht, eines Tages. Hatte selbst bereits jemanden initiiert. War bekannt als ein Nachtgeborener, der gleichsam schön wie grausam sein konnte. War von Magnus initiiert worden... aber wie genau stand es um die Angaben seiner Erschaffung? Im Gegenteil zu einer Vernichtung (die nun einmal per Definition mitbrachte, dass der Vernichtete nicht noch mal auftauchen konnte) konnte eine Initiierung unbemerkt erfolgen. Vielleicht war Lestat älter, als er zugab- und sie hatten ihn nicht bemerkt. Wahrscheinlich aber war, dass er jünger war- und sie auch da nicht bemerkt hatten, wann genau er gebissen worden war. Die Faktenlage zumindest sprach für die zweite Variante... was bedeuten musste...
"Wir... haben keine Berichte über Euch... vor oder während... des siebzehnten Jahrhunderts..." gestand sie zögerlich. Was auch an einer gewissen Schlampigkeit liegen könnte...
"Ein Teil Eurer Aktivitäten..." Sie war nicht so dumm zu glauben, dass sie alle kennen würden. "Liegt vor... aber erst seit... einigen- nun ja, schon vielen- aber keinen zweihundert Jahren..."
Sie sah Lestat nachdenklich an.
"Wir haben uns also geirrt." stellte sie nüchtern fest.
"Aber wie..." Sie runzelte die Stirn. "Kann dann Marius... Euer Mentor gewesen sein?"
Denn dass er log, hielt sie für ausgeschlossen. Welchen Grund sollte er haben?
Passiert.
Zwei Irrtümer auf einmal.
Selbstironisch und hämisch fragte Rachel sich, ob sie eigentlich in den wichtigen Fragen auch jemals richtig gelegen hatten...!
Re: Rachels Wohnung
Lestat de Lioncourt - 17.03.2007, 16:11
Lestat lächelte nur still, während er beobachtete, wie Rachel auf und ab ging, dabei ihre Gedanken sortierte, durchwälzte, was sie wusste, und was sie zu wissen glaubte, und dabei immer wieder halblaut vor sich hin murmelte.
Sie war auf dem richtigen Weg.
Und er hatte sie richtig eingeschätzt.
Stück für Stück arbeitete sie sich vor, setzte die Informationen, die sie hatte, mit denen in Beziehung, die er für sie bereithielt, und schneller als er es erwartet hätte, kam sie des Rätsels Lösung näher.
"Das, cherie, ist die Masterfrage." Entgegnete Lestat amsüsiert, zog die Hände aus der Tasche, und begann damit, an der Wand entlang zu schreiten.
"Wenn Marius im siebzehnten Jahrhundert in Venedig gestorben ist, wie Armand sagt, wie ist es dann möglich, dass ich ihn kenne... es sei denn....?" Er lächelte breiter und zuckte leicht mit der Schulter, während er sie neugierig ansah.
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 17.03.2007, 17:07
"Es sei denn, der Mann ist nicht zu dem Zeitpunkt umgekommen." sagte Rachel leise und schüttelte innerlich den Kopf.
Sie wandte sich ab und nahm den Gang in dem Zimmer erneut auf. Sie war nicht nervös, sondern tat es eher unbewusst, war immer gerne in Bewegung.
Also hatten sie sich tatsächlich gleich zweimal schwerwiegend geirrt. Das sollte sie eigentlich freuen, untermauerte es doch ihre These, dass auch bei Mithras geschlampt worden sein könnte- nein, nicht geschlampt, sondern einfach etwas schiefgelaufen.
Aurelius würde Augen machen!
Oder auch nicht, denn sie würde schön brav den Mund halten, bis sie weit genug weg war, dass keiner der Führungsspitze der Tamalasca sie in der Luft zerfetzen konnte. Was nicht passieren würde.
Also einfach Klappe halten.
"Warum vergeudet Ihr Eure Zeit mit mir?" fragte sie schließlich und sah Lestat an. Es war eine einfache Frage der reinen Neugier.
"Ihr habt nicht einen Grund mir diese Hinweise zu streuen. Für Euch ist es doch ohne Belang, was ich denke oder weiß. Warum also?"
Und wie zur Höl... ah Gehenna... nein? doch, das war das richtige Wort... sollte sie Nutzen daraus ziehen zu wissen, dass ein toter Vampir doch nicht tot war? Sie war bei weitem nicht clever oder einflussreich genug, Hebel in Bewegung zu setzen das Unmöfliche möglich zu machen.
Aber es war schön zu wissen, dass einer der ältesten Vampire dieser Welt doch noch auf ihr weilte- auch wenn der Gedanke für eine Talamasca nicht angemessen war.
Re: Rachels Wohnung
Lestat de Lioncourt - 17.03.2007, 17:46
Lestat lachte leise auf und applaudierte.
Es gefiel ihm zu sehen, wie die junge Frau begriff, dass sie im Irrtum gewesen war und doch noch immer nicht verstand, was sie mit dem anfangen sollte, was sie nun wusste.
Er sah auf, als sie nun ihn persönlich ansprach, und hielt kurz inne, legte den Kopf zur Seite, und dachte nach.
Ja, warum interessierte es sich für sie?
Warum hatte er sie aufgesucht?
Warum war er so begierig darauf, ihr ihre Fehler vor Augen zu führen.
Und warum ließ er sie nicht einfach in ihrem Irrglauben?
Es war eine gute Frage, und das Lächeln wich von Lestats Gesicht, als ihm bewusst wurde, wie die Antwort darauf lautete.
"Weil ich.... eine Hoffnung hege." Gab er schließlich zu, bemüht darum, ebenso gelassen zu lächeln wie zuvor, aber ganz so leicht, fiel es ihm nicht.
Er war darauf und daran, sich vor ihr eine Blöße zu geben, und er wusste es.
Es gab Dinge, die er nicht tun konnte, sie aber schon.
Und das würde ihr nicht verbogen bleiben, wenn er weitersprach.
Er presste die Lippen aufeinander, sah sie an, und musterte sie.
"Ich brauche dir kaum zu sagen, dass, wenn Marius am Leben sein kann, dein Mithras es genausogut sein könnte... und selbst wenn nicht, Marius dir sicher vieles über ihn zu erzählen hätte..." Begann er langsam zu erzählen und er sah, dass Rachel gerade zu an seinen Lippen hing.
"Wenn nun.... wie du sagst, und wie mir die Briefe sagen, die ich gelesen habe, Marius Mithras wirklich nahe stand dann.... glaube ich, wird ihn das alles interessieren... und..." Lestat lächelte wieder, fand zu seiner eigenen Gelassenheit zurück und fuhr fort.
"Er wird dich aufsuchen... was wiederum in meinem Interesse liegt weil ich... ihn nicht finden kann, wenn er nicht gefunden werden will. Und hier, cherie, hoffe ich auf deine Mithilfe, als Dank für die... Informationen, die ich dir überlassen habe." Schloss er schließlich, sich durchaus darüber im Klaren, dass es egoistisch klang, aber das war die Wahrheit.
Ihn interessierte Rachel nicht, und auch Mithras nicht.
Aber er sah in ihr und diser Mithrassache eine Möglichkeit, Kontakt mit Marius aufzunehmen, und die Anwesenheit des Vampirs heraufzubeschwören, denn er hatte nicht vor, Jahrhundert zu warten, so wie Marius es prophezeit hatte.[/quote]
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 17.03.2007, 18:38
"Verzeiht, wenn ich mich jetzt wieder dumm anstelle," sagte Rachel. "Sollte Marius mich wirklich aufsuchen oder anderweitig in Kontakt treten, werde ich es Euch gerne wissen lassen... aber wieso sollte er das tun? Er weiß nichts von mir, hat vielleicht längst erfahren, dass Mithras nicht mehr ist... was, glaubt Ihr, könnte ihn dazu bewegen in dieser Angelegenheit noch einmal die Initiative zu ergreifen oder auf die Initiative eines anderen zu reagieren?"
Die junge Frau überging einfach, dass Lestat sich mit einer Bitte an sie wandte, deren Erfüllung er offensichtlich nicht selbst bewerkstelligen konnte. Es war nicht so, dass es ihr gleich war, aber sie hatte keinerlei Ambitionen hier irgendwelche Machtspielchen zu spielen, sah in der Forderung des anderen lediglich einen fairen Tausch für das, was er ihr gegeben hatte.
Re: Rachels Wohnung
Lestat de Lioncourt - 17.03.2007, 19:22
Lestat lächelte kurz.
"Weil ich ihn kenne." Erwiderte er.
"Und weil ihn, bei allem, was er ist, vorallem eines auszeichnet." Fügte er hinzu, und der Gedanke an den alten Vampir schien ihm zu gefallen.
"Seine Neugierde." Lestat zuckte leicht mit der Schulter.
"Ich habe keine Ahnung, wie du dir Marius vorstellst, oder was du über ihn zu wissen glaubst. " Begann er langsam.
"Aber ich weiß, dass er sich das nicht entgehen lassen wird."
Lestats Finger glitten über Rachels Schulter, er spürte das leichte Frösteln, wo immer er sie berührte.
Mit einer geschickten Bewegung wischte er ihre Haare zur Seite, legte ihren Hals frei, und er senkte den Kopf, brachte seine Lippen ganz nahe an ihr Ohr, und er fühlte, dass sie sich nicht fürchtete.
Ihr Herz schlug nicht schneller, und ihr Atem beschleunigte sich nicht.
Sie war völlig ruhig, selbst im Angesicht der Gefahr.
Schlanke, gepflegte Hände legten sich um ihre Hüften, und endlich öffnete er den Mund, um wieder zu sprechen.
"Und zufällig weiß ich auch, wie ich ihm deine kleine Sammlung... zukommen lassen kann... alles, was du tun müsstest ist... einen neuen Brief zu verfassen. An ihn."
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 18.03.2007, 13:10
Rachel spürte Lestats Nähe selbstverständlich, fürchtete sich aber nicht davor. Eher flammte kurz ein gewisser Trotz in ihr auf, wie er es häufig tat, wenn sie glaubte, dass Männer im Umgang mit Frauen zu weit gingen und sich Dinge nahmen, die ihnen nicht zustanden. Dieser Gedanke aber verflüchtigte sich schnell wieder, denn neben dem Mann war Lestat auch ein Unsterblicher, der keinerlei Probleme damit haben würde ihr Sein zu vernichten. Es war aber in erster Linie nicht Angst, die sie innehalten ließ. Ob Rachel in diesem Moment etwas fühlte, wusste sie selbst nicht und welcher Natur dieses Gefühl war, dementsprechend auch nicht.
"Dann werde ich... einen Brief... verfassen." sagte sie schließlich, hatte die Stimme gesenkt und durchbrach somit nicht die Stille, sondern ließ sie harmonisch in eine Nichtstille übergehen ( :P ).
"Soll ich ihn für Euch im Inn hinterlegen lassen?" fragte sie leise weiter und wunderte sich keinen Moment lang wie sie einfach so auf die Forderung des Vampirs einging.
Re: Rachels Wohnung
Lestat de Lioncourt - 18.03.2007, 14:41
Lestat spürte ein kurzes Aufbegehren in Rachels Gedanken, auch wenn er nicht erfassen konnte, was sie ganz speziell dachte oder fühlte.
Es war auch nicht wichtig.
Die junge Frau brach die Magie des Augenblicks als sie ihre Stimme erhob, aber sie zerstörte nicht die Harmonie, die den Raum erfüllte.
"Ich bitte darum, cherie." Entgegnete er sanft, zog nun aber seine Hände zurück und ließ von ihr ab.
"Ich werde werde auf dich warten." Fügte er leise hinzu, trat an das Fenster zurück und sah ein wenig wehmütig in die Nacht hinaus.
Eine tiefe Melancholie erfasste ihn, wie es so oft der Fall war, und verdrängte die Vorfreude auf ein etwaiges Wiedersehen mit Marius.
Lestat war noch jung, für einen Unsterblichen, aber schon jetzt litt er häufig unter der Art von Stimmungsschwankungen, die viele von ihnen ins Feuer gehen ließen.
Trotzdem verfügte er auch über eine Stärke, die die wenigsten von ihnen hatten.
Er hatte den eisernen Willen, am Leben zu bleiben.
Und das würde er tun.
Der Wind wehte die Vorhänge zur Seite, blies die Kühle Nachtluft in das Wohnzimmer der Bibliothekarin, wirbelte einige Papiere durcheinander, die dort herumstanden, und dann, von einem Augenblick auf den nächsten, war Lestat verschwunden.
Und Rachel war wieder alleine.
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 19.03.2007, 00:46
Rachel blinzelte kurz und sah dann noch einmal zu der Stelle, an welcher Lestat zuvor noch gestanden hatte. Sie ließ sich die gesamte Situation noch einmal durch den Kopf gehen und schüttelte diesen dann.
Das war alles Wahnsinn. Das war vollkommen unsinnig! Lestat war jünger als gedacht, Marius gar noch am Unleben!
Und Mithras?
Rachel biss sich auf die Lippe. Sie würde es vermutlich nur herausfinden, wenn sie jetzt nicht aufgab- außerdem konnte sie nicht mehr zurück. Sie hatte immerhin eine Vereinbahrung mit einem Vampir geschlossen. Alleine dafür würde man sie vermutlich vierteilen.
Sie seufzte leise und blickte in die Nacht hinaus. Sie hatte den Weg eingeschlagen, also musste sie ihn jetzt auch zuende gehen, ganz gleich was dort auf sie warten mochte.
Rachel trat zu ihrem Schreibtisch, griff abermals nach Pergament und Tinte und starrte eine ganze Weile auf das leere Blatt, bevor sie schließlich zu schreiben anfing, die ersten Versuche verwarf und dann endlich die richtigen Worte gefunden hatte, ihr Herz erneut öffnete und das Blut daraus auf das Papier tropfen ließ.
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 19.03.2007, 01:17
Rachel schrieb versunken an dem Brief, der ihr die Welt bedeutete- im Moment- und hob den Kopf, als es klopfte. Noch mehr Besuch?
Einer der Nachtgeborenen würde es wohl nicht sein... War sie beobachtet worden? Hatte man jemanden auf sie angesetzt? Kam jetzt die inoffizielle Verwarnung?
Unruhig nahm sie sich die Zeit die Tinte abzulöschen, stand dann auf, fuhr mit ihren Händen über das Kleid und strich sich die Haare aus dem Gesicht. Innerlich angespannt, aber äußerlich ruhig schritt sie in den dunklen Flur und auf die Türe zu.
Langsam öffnete sie, ein distanziertes Lächeln auf dem Gesicht- nur für alle Fälle.
Rachel hob die Lider ein wenig mehr, die braunen Augen blitzten auf und sie brauchte nur Sekundenbruchteile, um sie erkennen, wer da stand.
"Desmond!" rief sie aus und ihr Lächeln wurde ein echtes. "Komm doch herein!"
Sie taxierte ihn freundlich, gewahrte die Kleidung, welche er trug, die Frisur, das attraktive Gesicht, die gepflegten Hände... aber auch die Tasche und den leichten, aber irgendwie passenden Geruch nach Whiskey...
Rachel machte ihm Platz und bedeutete ihm einzutreten.
Re: Rachels Wohnung
Desmond Kincade - 19.03.2007, 01:27
pp: Straßen
Die Türe wurde geöffnet, und gab den Blick auf eine hübsche, junge Frau mit wallendem, dunklem Haar frei, die ein dunkelblaues Kleid trug.
Dunkle Augen sahen ihm entgegen, und aus einem distanzierten Lächeln wurde ein freundliches, warmes.
"Rachel..." Sagte Desmond, und er klang dabei erleichtert, fast so als habe er erwartet, sich wirklich gleich jemand Fremdem gegenüber zu sehen.
Nun, damit stand fest, dass sie noch da wohnte.
Und sie sah gut aus.
Ihr Haar war länger geworden, seit er sie das letzte Mal gesehen hatte und obwohl sie kein Make Up trug, wirkte sie ungemein attraktiv.
Auch wenn es bereits spät am Abend war, zeigte sich keinerlei Müdigkeit auf ihrem hübschen Gesicht, und Desmond nahm an, dass sie noch nicht daran gedacht hatte, zu Bett zu gehen.
Wahrscheinlich las sie, oder erforschte irgendwelche Mythen - das jedenfalls würde ihn nicht wundern.
"Guten Abend... entschuldige bitte den Überfall." Er lächelte, und obwohl er es aus aufrichtiger Zuneigung tat, fiel es ihm schwerer als sonst.
Aber... ich wusste nicht, wohin....
Noch bevor er in die peinliche Situation kam, fragen zu müssen, ob er hereinkommen durfte, bat Rachel ihn herein und trat zur Seite, um ihn einzulassen..
Desmond folgte ihr in das Innere ihrer Wohnung, nahm den milden Geruch von Kräutern wahr, der aus Küche und Wohnzimmer kam und er entspannte sich.
"Ich hoffe, ich störe dich nicht bei irgendetwas wichtigem..." Sagte er, als er hinter ihr in das Wohnzimmer trat und seinen Blick kurz über die bequemen Sessel und den Schreibtisch wandern ließ.
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 19.03.2007, 01:34
"Nein." Sie lächelte aufrichtig, während sie die Tür schloss. "Nichts ist so wichtig, wie einen alten Freund wiederzusehen."
Schon gar nicht sich mit unlebenden Wesen auseinanderzusetzen- eine Pause war hervorragend!
"Setz dich doch!" sagte sie und deutete auf das einladende Wohnzimmer mit seinem ganz eigenen, düsteren Flair.
"Möchtest du einen Tee? Oder etwas anderes?" fragte sie, während Rachel sich bereits auf den Weg in die Küche machte um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. "Ich kann dir auch etwas anderes anbieten... sogar Kaffee... etwas zu essen?"
Sie lugte noch einmal aus der Küche hinaus und sah ihn strahlend an. Ihre Freude war echt. Sie hatte Desmond seit einiger Zeit nicht gesehen, war wie immer wie ein kleiner Wirbelsturm durch ihr Leben gepurzelt und war daher umso fröhlicher ihn jetzt wiedersehen zu können, auch wenn ihn etwas bedrückte. Das spürte sie ganz deutlich. Aber ersteinmal wollte sie sich um die Banalitäten kümmern und sich dann austauschen.
"Naaaa?" fragte sie nach und lächelte ein wenig mehr.
Re: Rachels Wohnung
Desmond Kincade - 19.03.2007, 01:47
Desmond nahm Rachels Angebot an, pfefferte die Tasche mit seinen Habseligkeiten in eine Ecke, in der keine Bücher standen, noch sonst etwas, das Schaden nehmen konnte, und ließ sich dann in einem der bequem aussehenden Polstersessel nieder.
"Mach dir meinetwegen keine Umstände!" Rief Desmond ihr hinterher, und aufgrund ihrer durchaus belustigenden Art, sich immer wieder nach seinen Wünschen zu erkunden, zauberte sich tatsächlich ein weiteres, dieses Mal unbeschwertes Lächeln auf seine Züge.
"Tee ist ganz fantastisch..." Rief er ihr hinterher, da der Kräutergeruch bereits in der Luft lag, und er daher annahm, dass Rachel auf Teereserven zurückgreifen konnte, und sie nicht erst, wie etwa bei Kaffee zubereiten musste.
Sie streckte den Kopf aus der Küche und Desmond musste zugeben, dass die Vorstellung etwas essbaren verlockend klang... immerhin war das letzte, was er gegessen hatte, Marys wenig gelungenes Filet gewesen... oder besser dessen Beilage, da das Filet ungenießbar gewesen war.
"Essen?" Fragte er, schämte sich aber nicht dafür.
"Klingt... ebenfalls sehr verlockend... wenn du zufällig ne Scheibe Brot für mich hättest... oder einen Apfel..." Er zwinkerte ihr zu.
Er war ja überhaupt froh darüber, dass sie ihn so freundlich aufnahm - es war immerhin mitten in der Nacht - und er jetzt nicht alleine sein musste.
Mal völlig davon abgesehen, dass sie seinen Besuch ersteinmal als Anlass zur Freude nahm, und ihn nicht gleich mit tausend dämlichen Fragen löcherte, auf die er selbst die Antwort nicht kannte.
Die Fragen würden zwar kommen - aber nicht dämlich sein, und auch nicht löchernd.
"Oh, und du brauchst dich für mich nicht so ins Zeug legen... ich weiß bereits, was für ein Schatz zu bist..." Wieder lächelte Desmond ehrlich, auch wenn Rachel es nicht sehen und ihn vielleicht noch nicht einmal hören konnte....
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 19.03.2007, 21:50
Rachel hörte Desmonds Stimme gedämpft aus dem Wohnzimmer zu sich dringen und freute sich darüber, dass er offensichtlich auch noch nichts gegessen hatte. Ihre letzte Mahlzeit war auch schon eine Weile her.
Nachdenklich blickte sie auf den Obstkorb und beschloss, dass ihr Wiedersehen durchaus eine Delikatesse wert war.
Während sie Tee in Tassen schenkte und Obst aufschnitt, summte sie leise vor sich hin und fragte sich flüchtig, was er wohl in dieser Gegend trieb. Dass er nicht zufällig hier war, erklärte sich von selbst. Des war nur selten irgendwo zufällig. Sie freute sich dennoch über die Abwechslung und die Gelegenheit, die er ihr bot, sich von all den verwirrenden Gedanken abzulenken, die sie hegte.
Mit dem Tablett in den Händen, bestückt mit Tee und Obst, frischem Brot und Aufschnitt trat sie zurück ins Wohnzimmer.
"Du hast Glück, dass ich immer Hunger und immer etwas zum Essen im Hause habe." lächelte sie und balancierte das Tablett zu dem kleinen Tisch.
Elegant ließ sie sich in einen Sessel sinken und sah ihn lächelnd an.
Re: Rachels Wohnung
Desmond Kincade - 19.03.2007, 22:12
Desmond sah auf, als er Rachel wieder ins Wohnzimmer kommen sah, mit Tablett, Tassen und einer Auswahl an lecker anzusehenden Fressalien.
Ein Grinsen legte sich auf seine Lippen als er sie so auf ihn zukommen sah.
Das also kam dabei heraus, wenn er sie bat, sich keine Umstände zu machen.
Was genau mochten dann wohl Umstände sein?
Er beschloss, dieser Frage nicht genauer nachzugehen, und sich stattdessen dem Essen, dem Tee und seiner hübschen Gastgeberin zu widmen.
"Das sieht toll aus..." Sagte er, griff nach einem der zerstückelten Äpfenstückchen und ließ es in seinem Mund verschwinden.
"Und es schmeckt auch toll... also... so toll wie ein Apfel eben..." Desmond grinste wieder und er wusste, dass es nicht wirklich ein Kompliment war, das er Rachel da gerade zu machen versuchte.
Kaum hatte er geschluckt da griff er nach dem Tee um davon zu kosten.
Vorzüglich!
Ganz wie erwartet.
Wenn es etwas gab, in dem die Talamasca - alle Talamasca, er eingeschlossen - gut waren, dann war es die Zubereitung von Tee.
"Du hast dich kaum verändert..." Stellte er fest, als er sich betrachtete.
"Und bist immer noch liebreizend wie eh und je... Im rein nicht chauvinistischen Sinne, versteht sich..."
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 19.03.2007, 23:41
"Ja..." sagte sie und strich über die Konturen unter ihrem Kleid- ganz unchauvinistisch selbstverständlich- und fuhr mit einer Handbewegung zum Tablett fort: "Ich versuche mich in Form zu halten... mit lecker schmeckenden Äpfeln."
Sie lächelte, damit er sehen konnte, dass sie es nicht böse meinte.
Rachel machte eine weitere Handbewegung, dieses Mal in Richtung der Tasche. "Bleibst du länger bei mir?"
Sie lächelte ein wenig mehr.
"Du weißt, ich genieße Gesellschaft sehr..." Ihre Augen glitzerten sanft in dem gedämpften Licht, taten es vor echter Freude nicht allein sein und intensiver mit sich selbst auseinandersetzen zu müssen.
"Und... was tust du gerade in London? Auf der Durchreise oder...?"
Sie schlug die Beine übereinander und angelte sich ihre Teetasse. Über deren Rand hinweg sah sie ihn freundlich abwartend an, während die Nägel ihrer gepflegten Finger im Schein des Kamins glänzten.
Sie hatte Gerüchte gehört... Gerüchte über diverse Auflagen für Des, bevor er erneut bei den Talamasca auf der Matte stehen durfte, doch sie war diskret genug, ihn von selbst darauf zu sprechen kommen zu lassen. Das ging sie immerhin eigentlich nichts an.
Re: Rachels Wohnung
Desmond Kincade - 20.03.2007, 00:44
Desmond folgte Rachels Handbewegung mit seinen Augen und sein Blick fiel auf die Tasche, die er mit sich herumtrug.
"Oh das..." Merkte er an. Er sah einen Moment lang nachdenklich aus, lächelte dann aber wieder.
"Nein, keine Angst, ich werde dich nicht länger belagern, als nötig..."
Jaaaa, warum hatte er eigentlich nicht seine Tasche genommen, und sich für diese Nacht in einer Taverne eingemietet?
Warum war er stattdessen hierher gekommen?
Weil er so hoffen konnte, dass sich am nächsten Morgen alles als Irrtum herausstellte?
Nein. Weil er nicht alleine sein wollte.
"Ich... bin schon seit einer Weile wieder in London." Erklärte er schließlich offen.
"Du weißt ja, dass die Ausgrabungen in Ägypten vor knapp sieben Monaten geendet haben, und seitdem bin ich wieder hier..." Er zuckte leicht mit der Schulter.
"Ich hab's nur heute abend nicht mehr zu meinem Haus geschafft... du weißt ja, es liegt außerhalb... und ich war... ewig nicht mehr dort und..." Desmond brach ab, als überlege er, wie er am vernünftigsten fortfahren sollte.
"Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll." Murmelte er ein wenig entmutigt, nahm sich seine Teetasse und nutzte den Moment, in dem er das heiße Gebräu an seine Lippen führte, um nachzudenken.
"Du hast sicher... gehört dass ich mich in... Ägypten ein wenig... daneben benommen habe... sozusagen... und... dafür Buße tun muss... oder so ähnlich..."
Er zuckte erneut mit der Schulter.
"Schon mal den Namen Daniel Lancaster gehört?" Fragte er schließlich unverwandt, ohne zu erklären, warum er plötzlich das Thema wechselte.
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 20.03.2007, 00:52
"Daniel... Lancaster..." sagte sie nachdenklich, ließ sich aber zuerst das durch den Kopf gehen, was Des zuvor gesagt hatte. Ja, auch davon hatte sie gehört, aber wie man genau mit dem jungen Mann hatte verfahren wollten, das hatte man in Anbetracht ihrer Vergangenheit wohl diskret vor ihr zu verbergen gewusst.
"Kluger Kopf der Talamasca... hat die eine oder andere bahnbrechende Hypothese aufgestellt... musste dann aus dem aktiven Dienst ausscheiden infolge eines Unfalls... lebt seitdem sehr zurückgezogen... Verschleißt nicht wenig Personal..." murmelte sie und runzelte die Stirn. Sie fuhr sich mit dem schlanken Finger über die roten Lippen und schien weiterhin in Gedanken versunken sein. Heute war ihre Nacht der Schlussfolgerungen und Geheimnisse...
Mehr Rätsel.
"Er wohnt ein wenig außerhalb von London..." versuchte sie irgendwie eine Verbindung zwischen Des' Aussagen und dem Themenwechsel zu konstruieren. "Wie... kommst du jetzt auf den Typen? Ist er dir über den Weg gelaufen?"
Re: Rachels Wohnung
Desmond Kincade - 20.03.2007, 01:04
Desmond stieß einen leisen, verächtlichen Laut aus, als Rachel anmerkte, dass Daniel einen hohen Personalverschleiß hatte - das konnte man laut sagen!
Der Kerl war ein Phänomen! Und ein richtig widerwärtiges noch dazu!
Er nickte zustimmend, als Rachel ihm gesagt hatte, was sie wusste, und für einen kurzen Moment wünschte er sich, dass das auch alles wäre, was er über Lancaster wusste.
"Über den Weg gelaufen ist etwas untertrieben." Sagte er und aus seiner Stimme war deutlich Ironie herauszuhören.
"Wie du vielleicht gehört hast, ist Lancaster bei diesem mysteriösen Unfall vor zwei Jahren erblindet. Aus diesem Grund benötigt er Menschen, die ihm helfen, sein Leben zu meistern. Die für ihn lesen. Oder schreiben. Oder dafür sorgen, dass er sich nicht versehentlich selbst mit seiner Waffe erschießt." Fügte er spöttisch hinzu, und auf Rachels Gesicht konnte er verwirrung lesen.
Sie begriff noch immer nicht, worauf er hinaus wollte.
"Ich habe die letzten 5 Monate damit zugebracht, für den Mann zu arbeiten." Klärte er sie schließlich auf.
"Unsere netten Freunde bei den Talamasca haben mir... eine Art Ultimatum gestellt. Entweder halte ich es zwei Jahre bei Lancaster aus, oder ich bin offiziell draußen." Desmond lächelte flüchtig.
"Wie du siehst, bin ich hier. Und die zwei Jahre sind noch nicht einmal annähernd vorüber."
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 20.03.2007, 01:13
Jetzt wurde Rachel einiges klar und langsam lehnte sie sich zurück. Sie hatte sich einen Moment zu früh gefreut, als sie gehört hatte, dass Des in Daniels Diensten stand. Jetzt musste sie doch zu dem ursprünglichen Plan, einen Wildfremden auf Mithras aufmerksam zu machen, festhalten. Es sei denn... aber das würde Des eher kränken als freuen. Sie seufzte leise und wandte sich wieder unmittelbaren Dingen zu. Es ging hier nicht um ihre Ziele.
"Das Wort aushalten vermittelt mir den wahrscheinlich nicht ganz falschen Eindruck, dass dieser Daniel nicht ohne Grund Personen verschleißt? Er ist also genau das Ekel, von dem seine ehemaligen Mitarbeiter sagen, dass er das sei?" fragte sie nach und betrachtete Des aufmerksam. Er war niedergeschlagen und nach dem, was sie gehört hatte, das deutlich zu Recht. Was für perverse Eignungsprüfungen dachten sich die Talamasca eigentlich neuerdings aus?
Das war ungerecht!
Empörung färbte ihre Wangen ein wenig ein. Sie war für ihr aufbrausendes Temperament bekannt, doch Lestats Besuch und die damit verbundende eisige Kontrolle von Gefühlen und Gedanken wirkte noch nach.
"Das ist unerhört! Als wenn ein guter Talamasca sich durch Geduld und Ruhe auszeichnen würde.... schön WÄRE es...! Du glaubst gar nicht, was... lassen wir das..." Rachel wollte sich nicht noch mehr aufregen.
Sie wurde still und schlug die Augen nieder.
"Das tut mir wirklich leid, Des." sagte sie und berührte flüchtig seine Hand.
Re: Rachels Wohnung
Desmond Kincade - 20.03.2007, 01:46
"Das, was seine ehemaligen Mitarbeiter über ihn sagen ist harmlos gegen das, was ich in dem knappen halben Jahr mit ihm erlebt habe." Sagte Desmond, und tatsächlich grinste er wieder.
Zumindest äußerlich gab er sich so, als würde es ihn nicht berühren, und als wäre er froh, dieses Ekel loszusein.
Trotzdem würde sein Verhalten Rachel verraten, dass es nicht so war, und er sich insgeheim darüber ärgerte.
Er seufzte leise auf.
"Naja. Fakt ist, dass ein Talamasca sich dadurch auszeichnet, dass er beobachtet. Beobachten nicht einmischen... bla bla blubb... Essentiel für den Fortbestand der Organisation..." Des schüttelte genervt von derlei Phrasen den Kopf.
"Aber ich kann doch nicht einfach in einer Ecke stehen und zusehen, wie ein Haufen kleiner, dummer, ägyptischer Blutsauger sich über eine Gruppe junger und wehrloser Mädchen hermacht?" Desmond machte eine wegwischende Handbewegung.
Ägypten stand hier genausowenig zur Debatte, wie wie die Leitsätze der Talamasca, und eines von beiden hier anzuführen war vergebene Liebesmüh.
"Genau. Lassen wir das..."
Der junge Mann schloss seine Augen, und legte den Kopf kurz zurück.
Er war eigentlich nicht hierher gekommen, um Rachel auf die Nerven zu fallen.
Aber mit irgendwem musste er reden.
"Das muss es nicht..." Erwiderte er, merkte aber auf, als er eine flüchtige Bewegung auf seiner Hand spürte.
Er hob den Kopf und öffnete die Augen wieder, um Rachel anzusehen.
"Ich bin... selbst schuld, denke ich. Das macht es zwar nicht besser... aber du kennst mich. Ich kann meinen Mund nicht halten, wenn's drauf ankommt, und ich hatte schon immer Probleme damit, mich wie Dreck behandeln zu lassen..." Desmond zauberte ein gequältes Lächeln auf seine Züge.
"Ich bin einfach verteufelt schlecht darin, den Wünschen anderer zur Diensten zu sein...." Er zwinkerte Rachel zu, bevor das Lächeln verblasste und er wieder ernster wurde.
Er wollte Rachel nicht langweilen und auch kein Ohr abkauen mit seinem Problemen und Fehltritten.
"Und wie läuft es bei dir so?"
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 20.03.2007, 02:08
"Doch so schlimm!" sagte sie und schüttelte den Kopf, lauschte Desmond aber weiter. "Weißt du... niemand lässt sich gerne wie Dreck behandeln und keiner sollte die Gelegenheit dazu haben es bei anderen auszuprobieren." Rachel war in solchen Sachen sehr eigen und sehr streng. Sie hatte als Frau mit bestimmten Vorurteilen zu kämpfen, die an der wenig toleranten Haltung ihrer Zeit lagen, aber sie wollte sich auf keinen Fall unterkriegen oder von so etwas beeinflussen lassen.
"Bei mir?" Sie verschluckte sich fast am Tee. "Tjaaa, also... öh... Ich habe mich eingemischt und äh... eingemischt und... ähem eingemischt."
Als sie Des' amüsierten Gesichtsausdruck sah, begann sie zu erklären.
"Meine Motive waren nicht halb so ehern wie deine und wenn das rauskommt, krieg ich wahrscheinlich eine Menge Ärger... aber ich konnte einfach... ach Blödsinn, ich wollte nicht anders!"
Sie gestikulierte mit den Händen.
"Gut, dass du mich vor Lancaster warnst... den hätte ich sonst morgen aufgesucht... ich klinge wirr, oder? Also dann fange ich mal von vorne an... Heute wurde mir mitgeteilt, dass Mithras tot ist... also ganz tot. Du erinnerst dich? Der Vampir, von dem keiner weiß, ob er nicht einfach nur eine Gallionsfigur der Nachtgeborenen ist, um ein wenig Verwirrung zu stiften? Der soll auf jeden Fall hin sein."
Sie holte kurz Luft.
"Nach dem Bericht soll er in Athen vergangen sein, aber ICH weiß, dass er da nicht freiwillig hingegangen wäre, weil die Stadt von einem Schutzzauber gegen ihn umgeben ist- grob gesagt. Er KANN da technisch gesehen also nicht in der Erde liegen... Vielleicht verrenne ich mich da in irgendetwas, aber ich denke... dass der Typ, sollte er jemals ungelebt haben, das immer noch tut... jetzt bin ich aber von der Aufgabe abgezogen worden und soll andere Dinge- im Ausland- tun..."
Rachel erhob sich.
"Weißt du... eigentlich wäre es mir egal, wenn ich nicht mitbekommen würde, dass Mithras wieder auftaucht... klar, ich habe ein wissenschaftliches und persönliches Interesse an ihm, aber das ist es nicht..."
Rachel fixierte ihn. "Immer, wenn dieser Mann auftaucht- so den Berichten nach- passiert... etwas." Sie erhob eine Hand und begann an den schlanken Fingern abzuzählen. "Troja... Assur... Kelteneinfall eins in Rom... Zerstörung Karthagos... Stern in Bethlehem...Einfall der Römer in Britannien... Schwert im Stein... William Walace... ich hör mal auf, ja? Und das waren nur einige Beispiele für das, was passiert, wenn der Typ sich dazu bequemt mal aufzuwachen... Angeblich ist dieser Zusammenhang den Talamasca noch niiiiiiiiiiiiiieeeeeeee aufgefallen und immer, wenn ich es anspreche, werde ich mit einem verächtlichen Lächeln bedacht... also entweder sind wir dümmer, als wir aussehen oder ignoranter als gesund für uns ist.... Naja und ich dachte eben... dass wenn ich nicht da bin... also... Lancaster ist ja quasi a.d. also... vielleicht... ich dachte, ich erwiese uns beiden einen Gefallen, wenn ich ihn darum bitten würde, mal seine verbliebenen Sinne offen zu halten... aber offensichtlich würde mich das nicht weiterbringen... So ist es denn nun."
Sie lächelte.
"Aber ansonsten ist bei mir alles super!"
Re: Rachels Wohnung
Desmond Kincade - 20.03.2007, 02:35
Tatsächlich lauschte Desmond Rachel mit ziemlich amüsierter Miene - aber er lachte sie weder aus, noch verspottete er sie.
Aber ihre lebhafte Art, zu erzählen, ließ ihn dennoch lächeln, und auch wenn er nie von einer Sache so besessen gewesen war wie Rachel von Mithras - und natürlich hatte er den Vampir nicht vergessen, der Rachel beschäftigte, wie kein anderes Wesen es wohl vermocht hätte - konnte er nachvollziehen, warum sie das alles so aufbrachte.
Und warum es wichtig für sie war, das loszuwerden.
Und er war froh darüber, Rachel von dem Gedanken, sich an Daniel zu wenden, abgebracht zu haben.
Auch wenn Lancaster über die Resourcen, Möglichkeiten und einen wachen Verstand verfügte, war es unwahrscheinlich, dass er ihrer Bitte auch nur Gehör geschenkt hätte.
So. Mithras war also am Leben, oder auch nicht, wie man es eben nahm.
Jedenfalls war die kleine Rachel fleißig gewesen im Regeln übertreten - und kam dabei ganz nach ihm.
Hoffentlich war es nicht sein schlechter Einfluss....
Er grinste noch eine Spur amüsierter, als er ihr dabei zusah, wie sie wild gestikulierte, ihre Augen leuchteten, als sie begeistert - oder eher leidenschaftlich? - von Mithras und seinem Auftauchen erzählte.
Da war es, das überschäumende Temperament der Rachel Goldberg, das er so gerne an ihr mochte.
Und das war ihrer beider Gemeinsamkeit.
Sie ließen sich nicht unterkriegen.
Rachel kämpfte gegen eine chauvinistische Männerwelt, die ihr vorschreiben wollte, dass sie hinter dem Herd zu stehen hatte, und weniger Wert war, als die männlichen Vertreter der menschlichen Rasse, und er selbst kämpfte gegen die Welt und ihre Widrigkeiten im Ganzen.
"Ich sehe schon, bis gerade eben wusste ich gar nicht, was wirkliche Probleme sind." Sagte er, als sie geendet hatte und ihn anlächelte.
Er lachte kurz auf.
"Hey, vielleicht kann ich dir ja helfen. Ich meine, ich habe nicht halb so viel Bücher wie Lancaster und bin vermutlich auchh nicht halb so brilliant wie er... aber ich habe jetzt mindestens genauso viel Zeit und absolut nichts besseres zu tun." Bot er ihr freundlich an und breitete dann einladend die Arme aus.
"Und das ganz ohne Gegenleistung.... wenn du mir deinen kostbaren Mithras anvertrauen willst..." Er zwinkerte ihr zu, und nahm sich ein weiteres Apfelstück. "Vom Essen einmal abgesehen...!"
Natürlich beschäftigte ihn die Sache mit Daniel und den Talamasca, aber er wollte sich nicht damit aufhalten, all seine Handlungen zu hinterfragen, oder deswegen in Selbstmitleid zu versinken.
Das tat Daniel ja auch schon zur Genüge!
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 20.03.2007, 02:50
"Haaaaaaaaaaaaaach, das wäre toll!" rief sie, wurde dann aber wieder ein wenig ernster. "Ich würde dir Mithras gerne überlassen, aber ich fürchte... also, naja, das war noch nicht alles."
Rachel seufzte. "Du erinnerst dich? Ich sagte etwas von einmischen... das alles an und für sich wäre eigentlich gar nicht so wild... aber ich... naja, ich habe eine Kette von Ereignissen in Gang gesetzt, die ich... ich habe mit Lestat de Lioncourt gesprochen... genau genommen wollte ich eigentlich nur, dass er ein wenig Zeug erhält... er hat meine Kontaktaufnahme wiederum so genutzt, dass... jetzt wir beide Nutzen davon haben Mithras' Andenken am Leben zu erhalten."
Rachel sah Des nachdenklich an.
"Was ich damit meine ist, es könnte sein, dass wenn du dein Angebot aufrecht erhältst, du in Geschichten hineingeraten könntest, die dir nicht gefallen. Lestat will zwar nichts weiter, als über mich mit einem alten Bekannten seiner Grafschaft in Kontakt zu treten, aber ich bin mir nicht ganz sicher, was dieser alte Bekannte tun wird, wenn er auch nur den Hauch einer Ahnung davon bekommen wird, dass sein Freund- denn Mithras war ein Freund- tot oder auch wieder nicht tot ist... Weißt du, ich möchte dich nicht plötzlich in irgendeinem Chaos widerfinden, für das ich verantwortlich bin... Mann, die Talamasca werden mich zum Frühstück verspeisen, sollte auch nur ein Teil von dem, was ich mir vorstelle, klappen!"
Sie lächelte breit und setzte sich neben Des auf die Lehne des Sessels.
"Lieb von dir, dass du helfen willst, aber wenn ich jetzt so darüber nachdenke, was ich wirklich angerichtet habe...." bedankte sie sich und sah ihn mit glitzernden Augen an.
Re: Rachels Wohnung
Desmond Kincade - 20.03.2007, 11:18
"Du hast... Lestat de Lioncourt...was?" Desmonds Augen wurden größer und größer, während Rachel die ganze Wahrheit erzählte.
Sie hatte Lestat de Lioncourt getroffen.
Einen Unsterblichen.
Und er wusste nicht, ob er sich darüber freuen sollte - oder sie bewundern.
DAS war eines der Dinge, die die Talamasca eindeutlig als gefährlich einstuften.
Andererseits konnte Desmond ihren Ehrgeiz verstehen, und er dachte nicht im Traum daran, ihr Handeln zu verurteilen - nicht, wenn er es an ihrer Stelle ebenso getan hätte, und das hätte er, soviel stand fest.
Warum sie also deswegen zurechtweise? Weil sie eine Frau war?
Das hatte ihr bei Lioncourt wahrscheinlich das Leben gerettet.
Soweit er wusste, war der letzte Verrückte Talamasca der geglaubt hatte, diesen Vampir sprechen zu müssen als Leiche in der Themse wieder aufgetaucht.
Desmond hakte kurz ein und unterbrach Rachel. "Soweit so gut... du triffst also Lestat und ihr zwei trefft eine Abmachung..." Wiederholte er, was er eben gehört hatte, und runzelte die Stirn.
"Aber bevor du weitersprichst.... von welchem alten Bekannten reden wir, Rachel?"
Wenn seine hübsche Freundin schon jemanden heraufbeschwor, der ihnen möglicherweise an den Kragen wollte - oder dem Rest der Menschheit - dann wollte er doch wenigstens wissen, wer.
Des grinste, nachdem Rachel auf das Sofa zurückfiel - es war der Moment, in dem sie ihr eigenes Resüme begriff.
Desmond ließ sich ebenfalls zurücksinken, und drehte den Kopf zu Seite, zu ihr, so dass er sie im Profil sah.
"Brauchst du wirklich jemanden der dir hilft.." Vollendete er ihren Satz.
"Ich ziehe mein Angebot im übrigen nicht zurück." Fügte er hinzu, damit kein falscher Eindruck entstand.
Er hob die linke Hand, und berührte damit vorsichtig ihre Wange.
"Ich laufe nicht weg. Ehrlich."
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 20.03.2007, 17:50
Rachel sah aus wie ein kleines Schulmädchen, das man beim Naschen erwischt hatte.
"Wir äh... reden von Marius, dem Römer." sagte sie schließlich kleinlaut. Sie wusste selbst, dass es sich bei ihm um einen der ältesten Vampir handelte, von dessen Existenz sie gesichert wussten- oder gewusst hatten und jetzt wieder wussten.
"Also pass auf... eigentlich gilt Marius ebenfalls als tot. Er soll im 17. Jahrhundert in Venedig verbrannt sein... Lestat hat mit aber ziemlich unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass wir dabei einem irrtum aufgesessen sind... apropos, Lestat ist nicht ganz so alt wie wir dachten... Na ja... aber auf jeden Fall besteht die Möglichkeit, dass Marius noch unlebt."
Sie strich sich ein Strähne aus dem Gesicht.
"So wie ich es verstehe, geht Lestat davon aus, dass er mir schreiben wird oder etwas ähnliches, sobald er erfährt, dass ich Mithras-Spezialistin bin... Marius ist Humanist. Er mag es nicht, unnötigen Schaden anzurichten. Daher glaube ich, dass mir von ihm, obwohl um vieles älter als Lestat, dennoch weniger Gefahr droht... aber es bleibt ein Risiko... und ich möchte nicht, dass du meinetwegen in einem Schlamassel zu stecken kommst, der tiefer ist, als du groß bist."
Sie lächelte ihm noch einmal liebevoll zu.
Re: Rachels Wohnung
Desmond Kincade - 20.03.2007, 19:14
Desmonds Gesichtsausdruck wurde ein wenig ernster oder besorgter, als er sich von Rachel auch die letzten Details mitteilen ließ und er musste zugeben, dass ihm ein wenig mulmig war.
Er gehörte zu den Talamasca, und auch wenn Vampire nicht sein Spezialgebiet waren, sagten natürlich auch ihm die wichtigsten oder ältesten Vampire etwas.
So war auch der Name Marius ihm mehr als bekannt.
Desmond schüttelte den Kopf.
Er konnte nicht gutheißen, was Rachel da in Bewegung versetzt hatte, aber da es jetzt ohnehin nicht mehr rückgängig zu machen war...
"Und was lässt dich so sicher sein, dass Lestat sich nicht einen Scherz mit dir erlaubt? Dass er dich belogen hat, oder das alles nicht mehr als ein Spiel ist...." Desmond hob die Augenbrauen.
Er wusste, was man über Lestat de Lioncourt sagte, und auch dass der Vampir häufig unter Stimmungsschwankungen und seltsamen Anfällen litt.
Und vielleicht hatte er sich Rachel als neues Spielobjekt auserkoren?
Desmond betrachtete sie, sah das Zucken um ihre Mundwinkel, und das Glitzern ihrer Augen.
"Oh und hast du dich dafür entschieden, mich da nicht hineinzuziehen bevor oder nachdem du mir alle Einzelheiten erzählt hast?" Fragte er belustigt, und zwinkerte ihr dann zu.
"Nein, ich muss gestehen - du hast mich neugierig gemacht." Fügte er hinzu.
"Und du weißt, ich liebe grundsätzlich alles, was verboten ist."
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 20.03.2007, 19:22
"Hätte ich dich hineinziehen wollen, hätte ich dein Angebot schon vor fünf Minuten angenommen, ohne dir die Details zu verklickern." erklärte sie lächelnd und hob den schlanken Zeigefinger. "Ich weiß, dass du für soetwas zu haben bist... und ich kann dir nichts verbieten. Ich kann dir nur raten, was ein vernünftiger Mensch tun würde- sich raushalten nämlich, aber offensichtlich gehören wir beide da irgendwie nicht zu."
Sie legte den Kopf nach hinten auf die Sessellehne. "Er hat mit mir gespielt. Er hat mich vorgeführt wie eine kleine, dumme Anfängerin, hat mich blind durch die Gegend tapsen lassen und sich über meine Manieren beschwert. Es könnte sein, dass er nichts weiter will, als sein Ego zu befriedigen, aber... ich glaube das nicht. Er will etwas von Marius, kommt an ihn aber nicht ran... er braucht Hilfe, ob es ihm passt oder nicht. Dasselbe gilt für mich. Das, was ich aufs Spiel setze, ist natürlich weitaus... kostbarer, aber was solls? Ich habs erfolgreich in Gang gesetzt, ich werde mich nicht beklagen und rumheulen... Wer A sagt, muss auch B sagen, nicht wahr?"
Sie lächelte wieder.
Re: Rachels Wohnung
Desmond Kincade - 20.03.2007, 19:35
"Oder B auslassen und gleich zu C übergehen..." Gab Desmond zur Antwort, erhob sich von dem Sofa und verschwand hinter einem der Regale, weil er wusste, dass sich dort Rachels private kleine Hausbar befand.
Er holte einen guten Rotwein aus besagter Bar und zwei Kristallgläser, füllte beide, drückte Rachel eines in die Hand, und setzte sich dann wieder zu ihr.
"Begießen wir doch ersteinmal unser beider mangelnder Gefahreninstinkt und unsere Neugierde, die uns in Talamasca-Augen verrückt erscheinen lässt." Schlug er vor, und stieß mit seinem Glas an ihres.
"Cheers. Auf dass wir dieses kleine Abenteuer gesund und munter überstehen..." Er grinste und setzte das Glas an seine Lippen, als auch Rachel es tat, und als sie beide den Wein wieder absetzten, lächelten sie sich gegenseitig an.
"Was bist du nur für ein böses Mädchen - Frau." Des zwinkerte ihr zu, legte den Rechten Arm auf die Rücklehne des Sofas, und wandte ihr seinen Oberkörper zu.
"Ich hoffe - nein, ich vertraue - nur darauf, dass du dich was Lestat und Marius betrifft nicht irrst. Sonst könnte das Ganze ein wenig unangenehm werden...." Desmond runzelte die Stirn.
"Und warum glauben... du und Lestat noch gleich, dass Marius bei dir auftauchen wird? Wegen Mithras?" Er sah noch ein wenig neugieriger drein.
"Heißt das eigentlich, du bestellst uns gerade einen der wenigen Uralt Vampire nach London, in der Hoffnung, dass deine Vermutungen zutreffen, und er die Organisation nicht in Schutt und Asche legt?"
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 20.03.2007, 19:48
"Es heißt..." sagte Rachel und nahm noch enen Schluck von dem Wein. "Dass es sehr viel wahrscheinlicher sein wird, dass Marius nicht hier auftaucht, sondern wenn überhaupt einen Brief schreibt und Lestat ihn mit was weiß ich für Mitteln darüber ausfindig machen wird. Ich glaube nicht, dass Marius, so sehr er Mithras auch schätzte, mich für wichtig genug hält, persönlich hier aufzutauchen."
Sie schwenkte den Wein in dem Glas. "Dazu kommt, dass wenn er wollen würde, Marius sicherlich schon viel früher Anstrengungen unternommen hätte, uns ernsthaft zu schaden. Ich glaube, dass wir ihn so stark interessieren wie ein Stein sich für Regen interessiert. Daran ändern auch Mithras' Ableben oder meine Einmischung nichts."
Sie lächelte Desmond an und ihre Wangen bekamen ein wenig mehr Farbe. Nachdem sie wieder aufgetaut war, kehrte auch ihr Temperament zurück.
"Eigentlich sollten die Talamasca mir den Hintern küss... du weißt schon. Immerhin konnte ich nicht nur Schaden anrichten, sondern auch nicht unwichtige Informationen bekommen. Aber ich fürchte, aufreißen triffts eher. Warten wir doch einfach mal ab, was passiert... Und du? Was genau... wirst du in Zukunft tun? Also ich meine... hast du schon eine Vorstellung? Du darfst selbstverständlich so lange hierbleiben wie du willst."
Sie lächelte strahlend.
Re: Rachels Wohnung
Desmond Kincade - 20.03.2007, 20:02
"Keine Ahnung." Desmond zuckte mit der Schulter.
Er hatte sich noch keinen Gedanken über das Morgen gemacht, weil er sich davor fürchtete - im Augenblick.
"Aber...." Begann er, lächelte, entschied sich dazu, zuerst noch einmal von dem Wein zu kosten, was Rachel dazu veranlasste ihn neugierig anzusehen, und erst als der das Glas abgesetzt hatte, sprach er weiter.
"...mhhhh... ich weiß, was ich jetzt ganz gerne tun würde." Erklärte er und grinste dabei schelmisch.
"Ich gehöre zwar offiziell nicht mehr zu den Talamasca.... aber ich würde wenigstens für diesen Abend gerne zu ihnen gehören, wenn das bedeutete, dass ich deinen Hintern küssen darf...." Das verschmitzte Grinsen wurde ein wenig breiter.
"Selbstverständlich würde ich mich auch mit deinen Lippen begnügen - vorerst... oder... wenn dir diese heilig sind notgedrungen auch mit einem dezenten Räuspern...." Er strich vorsichtig ihre dunklen Locken aus ihrem Gesicht und fuhr die Konturen ihrer Wange entlang.
Sein Herz begann schneller zu schlagen, und das Prickeln, das er bei seiner Ankunft in seinen Fingerspitzen gespürt hatte, hatte sich mittlererweile auch auf den Rest seines Körpers ausgeweitet.
Überraschenderweise war er wirklich nervös, als er sie so ansah... so nervös wie sonst nie...
Immerhin war er sich normalerweise auch sicher, dass er keine Abfuhr erhielt...
Nicht so bei Rachel.
"Weißt du für den unwahrscheinlichen Falle dass du vielleicht doch falsch liegst...." Er sah in ihre dunklen Augen und das feine ebenmäßige Gesicht.
"und uns morgen von irgendwelchen durchgeknallten Vampiren der Gar aus gemacht wird... sollten wir diese Nacht vielleicht... für... andere Dinge nutzen... schöne Dinge...?!"
Re: Rachels Wohnung
Rachel Goldberg - 20.03.2007, 21:01
Rachel sah Desmond versunken an. Sie waren nicht zum ersten Mal in dieser Situation, auch wenn es dieses Mal anders war... anders wirkte.
"Schöne Dinge, ja?" sagte sie leise und biss sich auf die Lippe, die dunklen Augen weiteten sich einen Moment lang und glitzerten auf.
"Damit kenne ich mich aus."
Sie wartete nicht auf eine Erlaubnis, sondern beugte sich vor und küsste ihn. Sie lächelte innerlich, kannte Desmonds Qulitäten als Verführer, hatte selbst auch einiges dazu gelernt.
Lange um den heißen Brei herumzureden, hatte sie sich abgewöhnt. Taten statt Worte!
Sie nahm den Kopf zurück, legte ihn langsam in den Nacken, die Augen waren geschlossen. Schatten malten sich auf den makellosen Hals, der dünne Stoff des dunkelblauen Kleides wurde straffer, ließ das Spiel ihrer Muskeln und Sehnen erkennen. Ihr Atem hob und senkte Schultern und Oberkörper, sorgte dafür, dass Schlüsselbeine und Brüste sich deutlicher unter dem Kleid abzeichneten, bevor sie den Moment beendete und sich wieder nach vorne beugte. Das Kleid rutschte an einer Schulter herab und gab den Blick auf weiße Haut frei.
"Ich habe noch nie etwas anbrennen lassen." lächelte sie. "Vergessen?"
Desmonds erstaunter Gesichtsausdruck wandelte sich, als er sich erinnerte. Selbstverständlich war Rachel nicht leicht zu haben und strafte jene, die es dennoch versuchten mit Verachtung. Desmond und sie aber hatten bereits eine Affäre gehabt und all das sinnlose Gerede von Nichtbindungen und ähnlichem fiel damit weg.
Es sei denn, er sah das inzwischen anders, aber dann würde er sich mit Reden beeilen müssen.
Rachel beugte sich erneut vor und küsste ihn leidenschaftlich, während sie ihre Hände geschickt über seinen Körper gleiten ließ, die Schultern berührte, über die Brust fuhr und den Weg zurück zu den Schultern fand, wo sie ein wenig mehr Kraft in ihren Griff legen konnte.
Sie nahm das Kleid zusammen und setzte sich auf seinen Schoss, wobei sie bereits den einen oder anderen Blick auf schlanke, weiße Beine freigab. Lächelnd fädelte sie die Bänder von Desmonds Hemd auf und ließ ihre schlanken Hände unter den warmen Stoff gleiten, bevor sie sacht seine Schlüsselbeine entlangfuhr, den Hals hinaufglitt und über seine Lippen strich.
Sie ließ sich von Desmond an ihn ziehen und erwiderte den Kuss bereitwillig, spürte seine Hände auf ihrem Rücken und richtete ihren Oberkörper auf, während seine Hände noch auf ihrem Rücken ruhten. Ihre Augen schlossen sich, die feinen Züge zeigten genußvolle Entspannung. Als sie die Lider wieder hob, fing sich das Licht des Kamins in ihren Augen und ließ sie funkeln. Als Des sie erneut an sich ziehen wollte, schlängelte sie sich geschmeidig von seinem Schoss, trat von dem Sessel weg, blickte verheißungsvoll über ihre linke Schulter zurück und öffnete ohne dass er es sehen konnte die Bänder ihres Kleides, so dass es ein weiteres Stück von ihren Schultern rutschte.
Verheißungsvoll lächelnd hielt sie ihm die Hand entgegen, während sie im Licht der Flammen des Kamins stand, die Schultern unbedeckt, das Kleid gespielt schüchtern an ihrer Brust mit einer Hand zusammenhaltend.
"Schön genug für den Anfang?"
Wieder ein Aufblitzen der dunklen Augen.
Re: Rachels Wohnung
Desmond Kincade - 25.04.2007, 22:48
"Atemberaubend." Erwiderte Desmond, mit heiserer Stimme, wunderte sich aber nur kurz darüber, dass sie ebenjenes war, und erhob sich stattdessen lieber von der bequemen Couch, auf der er eben noch mit Rachel gesessen hatte.
Er trat an sie heran, bemerkte, den Ausdruck in ihren Augen, und die Schüchternheit, die in ihrer Haltung lag und so gar nicht mit dem verruchten, vielversprechenden Glänzen ihrer Augen zusammenpasseen wollte, brachte ihn fast um den Verstand.
Er streckte die Hand nach ihr aus, berührte ihre Schulter und Rachel regte sich nicht.
Es war ein Spiel, aber es war ein schönes Spiel.
Und Desmond spielte es gerne.
Er näherte sich ihr soweit, dass er unmittelbar hinter ihr stand, strich das volle, fast schwarze Haar von ihrer Schulter, und hauchte einen Kuss auf die Haut ihres Nackens.
Er sah, wie kleine Nackenhärchen sich aufrichteten, und ein Schauder der Erregung ihren Körper sie durchfuhr, und auch auf ihn übergriff.
Desmond sog den anregenden Geruch frischer Blumen ein, der ihrem Haar anhaftete, und seine Lippen liebkosten Rachels Hals, während seine Hände sich um ihre Hüften legten, und sie zunächst sanft wiegten.
Desmond kannte Rachel allerdings gut genug um zu wissen, dass das alleine der jungen Frau nicht genügen würde.
Er wusste ebenso, was sie wollte, wie sie wusste, was er begehrte und vielleicht war gerade aus deshalb jedes gesprochene Wort ein Wort zu viel.
Aus den Augenwinkel heraus sah er, wie Rachel sich auf die Lippe biss - eine Geste, die gerade bei der jungen Frau ungemein anziehen wirkte und der, da war sich Desmond sicher - gewiss auch schon der ein oder andere Mann zum Opfer gefallen war.
Behutsam löste er seine Hände von ihre Hüfte, ließ sie an ihrem Körper hinaufklettern, spürte das Beben und das Zittern, das sie durchfuhr und er genoß es.
Schließlich gelangten seine Hände dort an, wo er sie eigentlich schon Minuten hinmanövrieren hatte wollen, nämlich an ihrer Schulter, dort wo ihre Hände das Kleid umfasst hielten.
Desmon lächelte, legte seine Hände auf ihre, und während sie beide in einem innigen Kuss versanken, ließen sie den Stoff zu Boden gleiten.
Er hatte sie vermisst. Und bis zu diesem Moment war ihm gar nicht bewusst gewesen, wie sehr.
Eine Frau wie Rachel war einmalig. Und auf eine völlig verdrehte Art war er sich sogar sicher, sie zu lieben. Völlig frei, und ohne Versprechungen weil sie die war, die sie war, und er der war, der er immer sein würde.
Sie hatten sich immer gut verstanden. Sie hatten sich anziehen gefunden. Und sie waren Freunde. Darüberhinaus jedoch konnten sie Dinge tun, die normalen Freunden verwehrt blieben, und sie brauchten das Morgen nicht zu fürchten.
Atemlos streifte Desmond das Hemd ab, welches Rachel zuvor so geschickt geöffnet hatte und die junge Frau wandte sich zu ihm um.
Er fasste ihren Rücken und drückte sie an sich, während er sie beide behutsam durch das den kleinen Salon dirigierten bis sie direkt am Kamin angekommen waren.
Ja, es gab wohl einen Grund, dass vor Rachels Kamin ein so großes, kuschelig weiches Fell lag, welches geradezu dazu einlud, sich darauf niederzulassen.
Genau das jedenfalls, beabsichtigte Desmon nun zu tun.
Er übte ein klein wenig Druck auf Rachel aus, so dass sie sich zu Boden begab und küsste sie einmal mehr leidenschaftlich, während seine Hände zuerst durch ihr Haar, und dann über ihren makellosen Körper glitten.
Und er verspürte ein Prickeln in seinem Körper, das er lange Zeit gemisst hatte.
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