Victor

Verlorene Seelen...
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    Re: Victor

    Victor - 12.03.2007, 02:09

    Victor
    Name:
    Victor Edward Rochester

    Spitzname:
    Vic, Victor, Bambi (wegen seine Affinität zu dem gleichnamigen Disney Film)

    Alter:
    30 Jahre alt, geboren in Bangor, Maine

    Wohnort:
    Brooklyn

    Beruf:
    Er ist Dozent an der NYU für die Fächer amerikanische Literatur des 18/19/20. Jahrhunderts, sowie europäische Kunstgeschichte

    Familie & Freunde:
    Er hat kein sonderlich gutes Verhältnis zu seinem Vater, da er sich vor einigen Jahren mit diesem gestritten hat, während seine Mutter schweigend daneben saß und leise seufzend ein Taschentuch vor ihren Augen hielt. Natürlich ging es um das leidliche Thema des Geldes und der Verschwendung von Zeit, nachdem Victor sein Medizinstudium abgebrochen hatte und endlich das tat, was ihm wirklich gefiel. Von seinen Geschwistern versteht er sich nur noch mit seiner Schwester Dana und deren Zwillingen, sonst versucht er keinen ausführlichen Kontakt zu ihnen auf zu bauen. Es geht kaum, über die üblichen Karten zu besonderen Anlässen hinaus.

    Vater: Bryan Rochester ist 65 Jahre alt und Chefarzt im Hospital in Bangor. Besonders bekannt ist Vics Vater für seine Fähigkeit in der Herzchirurgie und seine herrische Art, die Angestalten zu behandeln. Allerdings wird er wohl bald die Rente antreten, was seine Kollegen recht friedlich stimmt.

    Mutter: Theresa Rochester ist 58, geborene Kinsey, ist die Hälfte des Ehepaares, welche die Finanzen im Augen behält und keinen wirklichen Beruf mehr ausübt, da genügend Vermögen auf ihrem Konto ruht.

    Geschwister:

    Susann Rochester ist 35 Jahre alt, Zahnärztin in New York und überzeugter Single, welche trotzdem immer wieder mit Beziehungstipps aufwarten kann und ihren Bruder nur zu gerne lange Vorträge über Verantwortung hält.

    Michael Rochester ist 36 Jahre alt, Automechaniker in Bangor und Vater einer 5 Jährigen Tochter namens Joanna. Seine Ehefrau trägt den Namen Sarah und das Paar hat fast jedweden Kontakt zu dem Dozenten abgebrochen, da ihnen sein Lebensstil nicht zusagt.

    Dana Rochester ist 34 Jahre alt, Hausfrau und Mutter von Zwillingen, John und Nate und zu ihrem Leidwesen geschieden, was sie allerdings in ihrer Beziehung zu Victor gestärkt hat.

    Freunde:

    Tero Connoly ist seit Jahren einer von Victors engsten Freunden und seit einem guten halben Jahr nun auch sein fester Partner. Die Beiden sind vor kurzem in ihre erste gemeinsame Wohnung gezogen und vielleicht ist es sogar jene eine kitschige Liebe des Lebens.

    Nial Roberts ist der gutmütige und optimistische Arzt, welcher Vic des Öfteren aus dem Abgrund der schlechten Laune gezogen hat.

    Anthony Goldstein ist mittlerweile 53 Jahre alt und unterrichtet noch immer an einer Privatschule in Bangor. Er war Victors erste große Liebe und sie stehen noch immer im Kontakt.

    Violett Kelstone ist eine Studentin mit auffälligem Äußeren, welche Victor manchen Tag um Nachhilfe anbettelt.

    Die Geschwister Morgan, welche ihn allein durch ihre jugendliche Freude erfreuen.

    Es gibt noch einige oberflächliche Bekannte und Freunde, die er besonders durch seine Hobbys um sich gesammelt hat.


    Charakter:
    Eigentlich gibt es zwei Seiten an diesen Mann und man muss ihn schon eine Weile kennen, um beide zu erleben. Zum einen scheint er, wie ein ruhiger Mensch, der eher in die kreative Richtung strebt und viel Zeit braucht, um seinen Gedanken nach zu gehen. Dann vermag er es schon einmal lange Zeit einfach nur in die Luft zu blicken und die grundlegenden Fragen des Lebens zu betrachten. Es kann dabei auch passieren, dass der Dozent zu eher trübsinnigen Gedanken neigt und schweigsam daher kommt. Auch wenn er es vielleicht nicht zugeben mag, so ist er doch an Borderline erkrankt und wird sich dennoch nicht in professionelle Betreuung begeben, da er glaubte es alleine lösen zu können. Allerdings neigt er somit noch immer zu selbst zerstörerischen Taten, finsteren Stimmungen und emotionalen Schwankungen. Er stürzt sich in Arbeit und hat mit beinahe 30 Jahren noch immer nicht gelernt alleine für sich zu sorgen. Immerhin hat er in Tero jene Person gefunden, welche ihm Halt und Wärme schenken kann.

    Man ist durchaus fähig mit Victor lange und eher tiefsinnig angelegte Gespräche zu führen, wenn dieser nicht gerade in irgendwelchen fernen Welten schwebt, da er ein ziemlicher Anhänger der Fantasy Literatur ist und so ziemlich alles gelesen haben muss, was es auf dem Markt gibt. Natürlich ist er auch ein Anhänger der klassischen Literatur. Jedoch treibt ihn diese Neigung ebenfalls in eine ziemliche Sensibilität und bringt ihn leicht aus dem Gleichgewicht, was bedeutet, dass er niemals wirklich gut auf Veränderungen, Probleme, Stress und Ähnliches reagieren wird. Viel mehr verkriecht er sich dann in seiner eigenen Welt oder wird unerträglich für seine Mitmenschen. Leider neigt er ebenfalls dazu seine Realitätsfluch durch Alkohol oder andere, nicht mehr legale, Drogen in die Wege zu leiten.

    Andererseits ist Victor ebenfalls jemand der unheimlich nachtragend ist und begeht man einen Fehler, wird er diesen nicht schnell verzeihen, sondern jene Person mit Missgunst strafen. Sein Humor wird auch nicht von jedem verstanden und so vermögen es seine Kommentare schon einmal seine Mitmenschen zu verletzen. Er ist ziemlich stur, bisweilen sind andere Argumente dann gar nicht mehr von Bedeutung für ihn und er beharrt strikt auf seinem Weltbild. Er ist ein Mann der zu ziemlichen Stimmungsschwankungen neigt. An manchen Tagen ist er einfach nur ruhig, während er in anderen Momenten, jeden der ihn anspricht mit einer patzigen Aussage antwortet. Victor ist nicht sonderlich geduldig und wird auch kaum 20 Minuten Verspätung akzeptieren, selbst wenn die Begründung eine gute ist. Er weiß dann einfach nichts mit sich anzufangen.

    In vielen Dingen ist der Dunkelhaarige ein Perfektionist und geht mit einem ehrgeizigen Streben an seine Aufgaben, was typisch für einen Steinbock scheint. Seine Ziele sind jedoch meißt zu hoch gesteckt und wenn er an ihnen scheitert wirkt sich dies nicht positiv auf sein Selbstbewusstsein aus und das wider rum wird ihn in eine schwermütige Laune stürzen. Victor vermag sogar recht gesellig zu sein und neigt dazu unter dem Einfluss von Alkohol Taten zu vollbringen, die ihm sonst kaum eingefallen wären. Sonst ist er sehr freiheitsliebend und lässt sich nicht gerne in irgendwelche Schranken weisen, was ihn bei seinem Studium des Öfteren im Weg steht. Obwohl er die Kunst und besonders auch die Literatur liebt, wie kaum etwas Anderes in seinem Leben und später einmal vor Klassen Vorträge darüber halten möchte oder vielleicht auch als Kurator tätig werden.

    Soziales Engagement ist ein wichtiger Bestandteil seines Lebens, da er sich zu gerne darüber definiert und somit beweißt, dass er seinem Leben ein Sinn zu geben vermag. Sowieso ist seine gesamte Existenz auf die Suche nach einem Sinn ausgerichtet, welchen er zwanghaft erwirken möchte. Wenn der Mann jemanden in sein Herz geschlossen hat, wird er viel geben und dabei auch viel verlangen, was direkt in eine Art Klammerhaltung auszuarten vermag und manche Personen direkt erdrückt. Seine Freunde bedeuten ihm beinahe alles und er wird immer an ihrer Seite stehen, selbst wenn er in Beziehungen zu Eifersucht neigt.


    Mag:
    Eine große Leidenschaft ist wohl Disney und schon so manch Abend verbrachte er damit seine ausführliche DVD Sammlung neu zu sortieren oder sie auch einfach nur in der pseudo-fröhlichen Welt zu verlieren. Für ihn sind jene Filme eine Art Portal in die Welt der fröhlichen Kindertage, oder in eine Welt, wie sie für ihn perfekt scheint. Ohne all die täglichen Sorgen und Probleme, welche sie ergeben. Sowieso ist er ein ziemlicher Film und Musiknarr und ist häufig im Kino oder Cd-Läden anzutreffen und verstrickt seine Bekannten oft in lange Diskussionsrunden darüber, was diese nicht immer begeistert. Auch treibt er sich gerne in versteckten Musikläden herum und probiert sich so manches Mal selbst an der Gitarre oder dem Klavier, auch wenn er wohl niemals ein begnadeter Meister darin sein wird. Als gebürtiger Neuengländer hat er früh gelernt die Natur zu lieben und zu schätzen, weswegen er bereitwillig jede Möglichkeit nutzen wird, um den einengenden Mauern der Großstadt zu entfliehen. Er ist ein begeisterter Wanderer und auch Angeln gehört zu jenen Hobbys, die er schätzt.
    Wenn die Last auf seinen Schultern zu groß wird, dann treibt es ihn tatsächlich zum Joggen oder auch nur zu langen Spaziergängen, bei welchen er versucht seinen Kopf frei zu bekommen. Obwohl er gerne seine Ruhe hat mag er es ebenfalls Zeit mit Freunden zu verbringen oder auch mit ihnen zu kochen, einfach einen netten Abend zu verbringen. Allerdings endet dies oftmals mit durchzechten Nächten und einem Kater, sowie anderen nicht wirklich schönen Nebeneffekten. Victor mag sonst noch Sushi, Zigaretten und seinen Kater, selbst wenn er sich wegen dem Monstrum bereits abfällige Kommentare anhören musste, sowie auch Bücher, die sich meterhoch in seiner Wohnung stappeln. Victor ist ein Anhänger von verschiedenen Organisationen wie Peta und neigt deswegen dazu eher vegetarisch zu leben, wenn er auch Fisch nicht dazu zählen mag. Der Mann findet auch Spass daran seine eigenen Geschichten und Gedichte zu verfassen, wenn er freie Minuten dafür findet und nicht gerade die Dokumente für seinen Professor ordnen muss. An faulen Nachmittagen treibt es ihn öfters in Antiquariate, wo der Dozent sich durch die langen Reihen alter Bücher sucht oder auch munter nach Möbeln schaut, die er sich nicht zu leisten vermag. Er liebt Fantasy in allen Arten, ob nun als aktiver Rollenspieler oder als passive Leseratte. In seinem Herzen weilt weiter der Glaube, dass es Drachen und Elfen tatsächlich gibt, nur das sie in Menschengestalt über die Welt schreiten.

    Mag nicht:
    Victor ist kein Freund von sonderlich oberflächlichen und engstirnigen Menschen, die lieber in ihren eigenen engen Konventionen leben, als der bunten Realität ins Antlitz zu sehen. Natürlich begreift er, dass manche Regeln durchaus von Bedeutung sein können, doch muss er sich nicht immer daran halten und Spießbürgertum behagt ihm seit seiner Kindheit nicht mehr. Er will kein schickes Einfamilienhaus mit einem weißen Lattenzaun und einen großen Hund, der seine drei gold gelockten Kinder beschützt. Er hat Angst vor dunklen und engen Räumen, nicht nur weil er an die Weite der Landschaft von Maine gewöhnt ist, sondern weil er manches Mal in der Privatschule von älteren Schülern in eine Art Wandschrank gesteckt wurde, in welchem er die Nächte ausharren musste.
    Auch versteht er den Teil der Bevölkerung nicht der sich mit dem täglichen stupiden Fernsehprogramm zufrieden gibt und nicht einmal in ein Buch geschaut hat, besonders Dummheit wirkt wie ein rotes Tuch auf ihn. Kein gesunder Mensch muss sich mit dem Mittelmaß zufrieden geben und doch strebt kaum einer noch nach dem Höheren.
    Auch jene, die das innere Kind völlig zum Schweigen gebracht haben verachtet er fast, da diese ihr Leben wahrlich in stiller Verzweiflung verbringen. Spinnen sind ihm ein Gräuel und selbst wenn diese hinter Glas verweilen, so will Victor ihnen nicht zu nahe kommen. Technik ist für den Mann ein Buch mit sieben Siegeln und so ist er schon froh, wenn er seinen PC überhaupt angeschaltet bekommt, um das Schreibprogramm zu benutzen und der Dvd Player einen Film spielt, aber wirklich damit beschäftigen möchte er sich nicht, da er zuviel Respekt vor dem Mysterium besitzt. Übermäßige Sonne und Hitze zählen auch nicht zu seinen Lieblingswettereigenschaften und wenn er es dann kann, wird er es vermeiden Beidem ausgesetzt zu werden, da er zu einem deftigen Sonnenbrand neigt. Victor hasst es, gestört zu werden, wenn man er in Ruhe nachdenken will oder einfach nur die Einsamkeit sucht und schmeißt dann jeden Besucher sofort aus seiner Wohnung bzw. schreitet einfach in eine andere Richtung. Soziale Unterschiede, Intoleranz und jedwedes Fehlverhalten der Menschheit zählen ebenfalls nicht zu seinen Vorlieben und so will er dafür sorgen, jene zu ändern. Vic isst kein Fleisch, außer eben Fisch und bei dem Geruch von Schwein, Rind etc wird ihm direkt übel.


    Lebenslauf:
    Geboren im wunderschönen Maine verlebte er eine Kindheit die glücklicher nicht sein konnte. Alles bekam er von seinen Eltern geschenkt und auch die älteren Geschwister achteten auf das Nesthäkchen und verhätschelten den ruhigen Jungen. Stundenlang lief er durch die endlosen Laubwälder oder verbrachte die Sommer an einem der vielen Seen, während die Familie im Winter gemeinsam im Schnee tollte. Tatsächlich wirkte es wie aus einem Stephen Kind oder John Irving Roman, wenn man einmal von den dramatischen Elementen absah. Das schlimmste Ereignis seiner Kindheit war, als sein Kaninchen starb. Fluffy war im wirklich ans Herz gewachsen.

    Es war die perfekte Idylle, noch überzogener als in jedem Buch, doch musste er auch früh viel leisten. Seine Eltern erwarteten mehr als nur Respekt und Disziplin, sie wollten einen Wunderknaben, der durch Intelligenz und Können hervorstach. So kam er mit 4 Jahren in eine elitäre Vorschule und verbrachte auch den Rest seiner Ausbildung auf eben so einem Internat, wo es nur auf die guten Noten ankam. Viele Freunde hatte er niemals, nur hier und da ein paar Bekannte und selbst denen vertraute er nicht immer unbedingt. Außerdem war Vic niemals der sportliche Typ, sondern verbrachte eher Zeit mit Theater Spielen oder in der Schulkapelle, da seine Eltern ihn früh zum Klavier gebracht hatten. Er wollte lernen und sich nicht mit oberflächlichen Dingen beschäftigen. Eigentlich war er sogar beinahe ein Außenseiter und genoss die einsamen Minuten, die er im Schnee verbrachte, um seinen eigenen Atem zu bestaunen, welcher in die Luft stieg. Victor war eben besonders still und fand keine Freude mehr an dem Rest der Welt. Nur blieb dies nicht unbemerkt von seinen Mitschülern und schon bald gab es einige von ihnen, die ihn verlachten, manchmal in einen Schrank sperrten und sogar hier und da körperliche Schmerzen zufügten. Natürlich interessierte es den blassen Knaben kaum, da er sich in seine Welt flüchtete und seinen Geist stetig auf höhere Ebenen gleiten ließ. Es gab einige Momente in denen gedachte er zu sterben, versuchte es öfters oder stand kurz davor, aber stetig fand noch etwas, was ihm am Leben hielt und wenn es nur ein kurzer Reim von Whitman war. Die Worte flammten in seinem Geiste auf und schenkten seinem Leben einen Sinn, sie entfachten eine Flamme in ihm, die kein Mensch ihm jemals zuvor gegeben hatte. Seine Eltern kümmerten sich wenig, fast gar nicht um ihn und nahmen ihn im Winter selten nach Hause oder vergaßen einfach seinen Geburtstag, aber auch dies berührte den kühlen Jungen kaum. Seine Schwester schrieb ihm lange Briefe, schließlich war sie älter und stützte ihren kleinen Liebling.

    Victor liebte schon damals Poesie und verschlang die Bände der ausgiebigen Schulbibliothek, die ihm Trost schenkten. Seine Noten und seine Stille blieben nicht jedem Professor verschlossen und Anthony Goldstein, seinerseits Literaturlehrer, erachtete sie nicht als selbstverständlich. Der damals junge Mann mit den braunen Augen beobachtete den jungen Rochester und sah die Traurigkeit, welche sich in den grauen Meeren eingeschlichen hatte. Goldstein bekam es mit der Angst zu tun, wie er sah, wie der Schüler einsam durch heftige Stürme stapfte und sich kaum jemals mit anderen unterhielt. Etwas an ihm war seltsam und dies nicht nur durch die Fassade aus kalter Arroganz, die er vor sich her trug. Er bemerkte die Liebe des Elfjährigen für Literatur und sein enormes Können und Interesse, weswegen er rasch begann einfache Gespräche mit ihm zu führen. War es zu Beginn noch Mitleid, welches ihn trieb, so wurde es später der Wunsch, eine Mentorenrolle für den klugen Kopf einzunehmen und Victor in die richtigen Bahnen zu lenken, ihm zu helfen und zu stützen, wenn die Dunkelheit seine Seele zu verschlingen drohte. Anthony lud ihn häufig auf eine Tasse Tee und einige Gedichte ein, was Victor zu schätzen wusste und endlich kam auch er ein wenig aus sich heraus. Der Professor wurde rasch mehr als nur ein Vaterersatz, viel mehr Victors erste Jugendliebe. Der Schwarzhaarige hatte schon früh bemerkt, dass er sowohl an Mädchen, wie auch an Jungen interessiert schien und so fand er es kaum seltsam, dass er solche Emotionen entwickelte. Mit 13 Jahren begannen sich die Gefühle zu entwickeln und sie steigerten sich Jahr, um Jahr, bis er schließlich nach seinen Berührungen sehnte und noch mehr Zeit in Literatur und Anthony investierte. Es fiel ihm schwer die Röte auf seinen Wangen zu vertreiben, wenn der Professor ihn anblickte und so versuchte dieser es zu ignorieren, selbst wenn er bemerkte, was aus dem dürren Jungen für ein junger Mann wurde.

    Im 18 Lebensjahr von Victor dann, an seiner Abschlussfeier, die endlich ein wenig an Formalität verlor und geprägt war von Alkohol fand er sich mitten in der Nacht in der einsamen Bibliothek wieder. Ein letztes Mal wollte er sich von dem geliebten Raum verabschieden und die Bücher betrachten, die ihm das Leben geschenkt hatten. In der Dunkelheit fand er Anthony Goldstein, welcher ihm eine signierte Ausgabe von Lord Alfred Tennyson schenkte, als Abschied und Victor vermochte den Drang nicht abzustellen und fiel dem Mann um den Hals, drückte schüchtern seine Lippen auf die des älteren Mannes, in dessen schwarzem Haar die ersten grauen Strähnen leuchteten. Es war sein erster Kuss und zu seiner Überraschung schreckte der Mann nicht zurück, sondern schloss die Arme fest, um den hageren Absolventen, erwiderte eine Leidenschaft, die verboten war. Sie verbrachten den Rest der Nacht auf dem Boden der Bibliothek und Victor sollte es niemals vergessen. Noch heute halten die Beiden Kontakt und treffen sich so häufig sich eben die Möglichkeit ergibt.

    In jungen Jahren fing er an zu Rauchen, um seine empfindlichen Nerven zu schonen und hat diese Last niemals abgelegt. Er wirkte zu ernst für seine jungen Jahre und nur selten fand sich ein Lächeln auf seinem Gesicht, außer in geheimen Momenten. Sein Vater hatte sein Leben verplant und schickte ihn bald nach Harvard, um dort Medizin zu studieren, wie auch er es getan hatte. Sein Sohn entwickelte sich tatsächlich zu einem Musterexemplar und Bryan Rochester fiel niemals die Leere im Blick des Jungen auf, oder seine Traurigkeit. Aber jeder Mensch hat eine Grenze und jeder bricht einmal zusammen, wenn er sich nicht länger anpassen will und keine Zukunft mehr für sich sieht. Victor litt unter Kopfschmerzen, Schlafstörrungen und fand keinen Geschmack mehr am Essen. Alles in Allem versank er in eine ausgewachsene Depression und es gab wenig, was ihn erhielt.

    Nicht länger wollte er eine Geisel der Gesellschaft sein und etwas studieren, das ihm zutiefst zu wieder war. Medizin hatte ihn einfach noch nie sonderlich interessiert und das sture Auswendiglernen befriedigte seinen Wissensdurst kaum. Obwohl er kein schlechter Student war, trat er doch für das ein, was er wirklich wollte und warf alles über den Haufen. Sein Vater hat ihn danach nie wieder wirklich angesehen. Von einem Tag auf den Anderen packte er seine Sachen und verschwand, ohne sein Studium beendet zu haben. Die einzige Erinnerung daran war die Bekanntschaft mit einem Dozenten namens Nial, mit welchem er noch immer ausgedehnte Trinkabende unternimmt.
    Damals war er 23 und was tat er in den folgenden Jahren? Er durchreiste das Land, arbeitete sogar einige Zeit als Donald Duck im Disney Land und hielt sich mit anderen Jobs über Wasser. Seiner Familie schrieb er rar gesäte Briefe, welche niemals viel preisgaben und ignorierte ihre Verfluchungen, die Drohungen. Sein Vater tilgte ihm aus dem Stammbaum und brauchte lange, um überhaupt ein Wort an ihn zu richten. Er hasste sich an vielen Tag selbst dafür, doch die eigene Sturheit verbot es ihm sich bei ihnen häufiger zu melden.

    Er ließ sich Treiben, wie das Herbstlaub in seiner Heimat und verweilte kaum lange genug an einem Ort, um wirkliche Bekanntschaften zu pflegen. Victor begann mehr und mehr zu trinken, Drogen zu nehmen und stand am Rande der Existenz. Niemals hatte er genug Geld, oder Essen und noch immer ist sein Körper an manchen Stellen gezeichnet von diesen Episoden. Vielleicht hätte er nicht überlebt, wenn sein alter Professor ihn nicht aufgesammelt, aufgenommen und gefüttert hätte. Viele Monate verbrachte er in dessen Haus und erholte sich von den Eskapaden. Fand in der Schönheit von Maine neuen Lebensmut und eine innige Beziehung zu Anthony. Irgendwann jedoch zog es ihn nach New York und die dortige Universität. Noch einmal wollte er probieren eine Chance zu ergreifen und etwas zu studieren, was ihm wirklich am Herzen lag. Da seine Interessen schon früh in den schön geistigen Bereich tendierten schrieb er sich eben in diese Richtung ein. Viel schneller fügte er sich in das Gesamtbild ein, doch gab es bald Probleme mit dem Geld. Sein Vater verweigerte ihm die Unterstützung und er selbst musste nebenher arbeiten, um sich die kleine Wohnung in Brooklyn zu leisten, was die Zeit zum Lernen natürlich beschränkte und ihn somit recht langsam im Studium voranschreiten ließ. Doch seinetwegen vermochte er sich jedwede Zeit der Welt zu nehmen, wenn er nur dem Ruf des eigenes Geistes zu folgen vermochte.

    In seinem 26 Jahr auf der Erde traf er sich eines Tages mit Nial und feierte den St Patricks Day mit einem eingefleischten Schotten, der ihn locker unter den Tisch zu trinken vermochte. Sie fanden sich in einem Pub wieder, wo ein wagemutiger Ire Nial zu einem Duell herausforderte, um die Ehre der grünen Inseln zu verteidigen. Rasch wurden die Gläser gefüllt und Vic konnte nur ungläubig zusehen, wie sie den Alkohol vernichteten. An jenem Abend lernte er somit Tero Connoly kennen, welcher sich rasch zu dem Duo gesellte und in Freundschaft mit den älteren Männern vereint schien. Sie teilten viele Interessen, wie die Liebe zu Tieren oder auch einfach nur langen Filmabenden und doch änderte sich eine ganze Weile nichts an ihrer Beziehung bis zu einem verhängnisvollen Tag an denen sowohl Vic, wie auch Tero recht depressiv wirkten und am Ende im gleichen Bett landeten. Es war nur Sex, nicht mehr als die körperliche Vereinigung zweier trauriger Seelen, die sich ein wenig nach Wärme sehnten, doch bald schon schien diese Ausnahme zu Regelmäßigkeit zu werden. Immer öfter teilten sie ihre Leidenschaft und selbst wenn es danach kein Gespräch und keine zärtlichen Berührungen gab, so fühlten sich Beide danach doch besser und erholter vom Leben. Victor benötigte noch eine ganze Weile bis er begriff, dass seine Vernarrtheit in Nial niemals mehr war, als Lust… Das das Glück und die Liebe weitaus näher bei ihm lagen, sogar in greifbarer Nähe. Er begann den Tierpfleger mit anderen Augen zu betrachten und ein seltsames Kribbeln schlich sich in seinen Bauch, wenn er in die blauen Augen schaute. Als der Dozent dies realisierte schlichen sich erste sanfte Worte in ihre Treffen, erstes Küsse, die von mehr als nur Leidenschaft zeugten und auch gemeinsames Schlafen in einem Bett. Victor Rochester verliebte sich das zweite Mal in seinem Leben und das ebenso heftig und schmerzend, wie zuvor. Seine Augen glänzten fiebrig und er fand keinen Schlaf mehr, wegen all den Gedanken und Fragen, die ihn durchströmten und wach hielten. Und wieder fühlte er sich wie ein Kind, dass nicht ahnte, wie es damit umgehen sollte. Victor wollte weder viel von sich preisgeben, noch die Freundschaft riskieren, die ihn mit Tero verband… Und er hegte die Furcht, die Zeichen falsch zu deuten, die ihm gesandt wurden. Dann jedoch geschah alles furchtbar schnell und ein Moment veränderte sein Leben, gab ihm einen neuen Sinn. Vielleicht war es ein langer Blick gewesen oder auch nur ein inniger Kuss, den sie heimlich teilten, als niemand genau hinschaute, doch sie fanden zusammen und teilten ihre Liebe.

    Mittlerweile haben sie sich ihre erste gemeinsame Wohnung gesucht und eingerichtet und Victor ist Dozent an der Universität geworden, was bedeutet, dass er mehr Arbeiten muss, aber dafür auch mehr Geld verdient.



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