Münchner MOSCHEE-Kampf

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    Re: Münchner MOSCHEE-Kampf

    Hausdrache - 11.03.2007, 14:28

    Münchner MOSCHEE-Kampf
    Es ist mal wieder so weit, der "Kampf der Kulturen" tobt. Mitten in München. Eine Bayerin hat es geschafft einen Moschee-Bau Mitten in München zu verhindern. Stattdessen müssen die Muslime jetzt weiterhin im Möbelhaus beten. Ich bin gespannt, was man von dem Fall noch hören wird... ;)

    Zitat: Muslime beten bittschön im Möbelhaus
    Von Sebastian Fischer , München

    Integration im Jahr 2007: Münchens Oberbürgermeister Ude will den Muslimen der Stadt endlich zu einer würdigen Moschee verhelfen - doch Hunderte Bürger ziehen dagegen in den Widerstand. Aus dem Symbol des Dialogs wird plötzlich ein Lehrstück in Sachen Kulturkampf.

    München - In der urbayerischen "Gaststätte Großmarkthalle" bewegt sich Helga Schandl wie eine Königin. Die Wirtsstube in Münchens südlichem Stadtteil Sendling ist ihr Reich. Sie schreitet die Reihen ab, grüßt hier und nickt da in die Bierbänke. "Super, Frau Schandl!", ruft einer, springt auf und schüttelt ihr die Hand. "Danke, danke", sagt Frau Schandl und lächelt stolz zurück.

    Die 67-jährige Rentnerin ist so populär, weil sie den Bau einer Moschee bekämpft.

    Wenn es nach der Stadt München geht, soll die gleich nebenan gebaut werden, am Gotzinger Platz. Es geht um eine hässliche Baulücke vor einer Hauswand mit drei darauf gemalten Pinguinen, die Banane tragend für eine Eisfabrik werben. Rundherum aber ein denkmalgeschütztes Ensemble: Gegenüber die katholische Pfarrkirche St. Korbinian, links zwei Schulgebäude im Stil des Neobarock, erbaut um die vorletzte Jahrhundertwende herum.

    Nachdem der türkisch-islamische Moscheeverein Ditim im Frühjahr 2004 den Antrag auf ein Grundstück gestellt hatte, bot die Stadt München jene Baulücke auf dem Gotzinger Platz an. Die Ditim-Leute nahmen an und erhielten von der Stadt den Bauvorbescheid. Der Verein gehört der "Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion" (Ditib) an, die in enger Verbindung zum türkischen Staat steht und sich als Vertreterin von mehr als 70 Prozent der in Deutschland lebenden Muslime sieht.

    Bayerische Kultur? "Bier und Schweinebraten"

    Die Zeitungen berichteten über das Moschee-Projekt. Und Helga Schandl gründete die Bürgerinitiative "Bürger für Sendling". Sie sammelte 2000 Unterschriften gegen den Moscheebau am Gotzinger Platz. Warum? "So ein Fremdkörper, der passt doch hier überhaupt nicht rein."

    In einer Petition an den Bayerischen Landtag erklärt die Initiative eine Moschee als "der bayerischen Kultur gegensätzlich", für die doch "der Genuss von Bier und Schweinebraten" stehe. Die Leute auf den Straßen rund um den Gotzinger Platz äußern Angst vor dem Fremden: "Sollen die doch ihre Moschee woanders bauen!", sagen die einen. Die anderen argumentieren mit Neobarock und Denkmalschutz, mit der Erhaltung eines historischen Platzes.

    Der vorläufige Höhepunkt im Münchner Moschee-Streit fand dann allerdings nicht auf der Straße statt, sondern im juristischen Klein-Klein des deutschen Baurechts. Weil die rot-grüne Stadtregierung einen einfachen Bauvorbescheid erteilt hatte, statt ein Bebauungsplan-Verfahren einzuleiten, gab es Probleme. Der Unterschied? Ein Planverfahren muss bei überörtlicher Bedeutung des Projekts gestartet werden. Es ist zeitintensiv, denn Einwände der Bürger müssen beachtet werden. Das wollte die Stadt durch den Vorbescheid abkürzen.

    Streit über angebliche "Zentralmoschee für 800 Leute"

    Die dem bayerischen Innenminister Günther Beckstein (CSU) unterstellte Regierung von Oberbayern widerrief nach einer Beschwerde aus Sendling den städtischen Vorbescheid für den Moscheebau. Dagegen wiederum klagte der Moscheeverein Ditim - und unterlag kürzlich vor dem Verwaltungsgericht München: Eine "bauplanungsrechtliche Koordination drängt sich auf", urteilte Richterin Marion Pauli-Gerz. Das 7500-Quadratmeter-Projekt sei eine zentrale Einrichtung mit überörtlichem Charakter.

    Kurz: Die Richterin ging auf den von den Gegnern befürchteten "Moscheetourismus" ein - sie bemängelte die Größe.

    Die Sendlinger um Helga Schandl sprechen von einer "Zentralmoschee für 800 Leute". Ditim dagegen gibt für normale Tage an, es würden bis zu 40 Besucher erwartet - und bei Freitagsgebeten etwa 300.

    Architekt Walter Höfler sagt, er habe neben einer "Gebetsfläche" ein Restaurant, ein türkisches Bad, Wohnungen, Vereinslokal und Bibliothek eingeplant. Türkische Vorschulkinder sollen Deutschunterricht, die Schulkinder Nachhilfe erhalten. Sagt Höfler. Die "Bürger für Sendling" sprechen von "Koranschule und Islam-Zentrum".

    Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) bedauert die Gerichtsentscheidung, verbucht aber als Punkt für sich, dass die "Moschee am Gotzinger Platz per Gericht durchaus zulässig" ist - wenn die Größenordnung stimmt. Innenminister Beckstein vertritt in diesen Tagen eine ähnliche Position. "Meine Auffassung ist: am fraglichen Platz kleiner - oder in gleicher Größe an einem anderen Platz." Moscheen seien aber notwendig, zulässig "und nicht nur in Hinterhöfen willkommen".

    Beten im ehemaligen Möbelhaus

    Der jetzige Standort des Münchner Moscheevereins Ditim liegt in der Schanzenbachstraße 1, nur 500 Meter entfernt vom Gotzinger Platz. Die 72 Mitglieder des Vereins beten seit 1989 in diesem heruntergekommenen, ehemaligen Möbelhaus. Der Vorsitzende Önder Yildiz sitzt im zweiten Stock auf einer riesigen, abgeschubbelten braunen Ledercouch aus den Achtzigern. An der Wand gegenüber ein Porträt des türkischen Staatsgründers Atatürk, darunter kleine Deutschland- und Türkei-Fahnen. "Wir haben nicht mit einem negativen Bescheid des Gerichts gerechnet", sagt der 40-Jährige und wickelt sich fester in eine hellgraue Jacke, wie sie der einstige "Tatort"-Kommissar Schimanski immer trug.

    Yildiz ist erkältet, er fröstelt und schnieft. "Wir wollen raus aus dieser Hinterhofmoschee hier in eine moderne, einladende, offene Moschee."

    "Von wegen Hinterhofmoschee", sagt Helga Schandl in der Wirtsstube, "sie hätten den Eingang ja auch vorn bauen können." Also, Herr Yildiz, warum bauen Sie den Eingang nicht einfach zur Hauptstraße hin? Önder Yildiz lächelt nicht, er klingt ein bisschen resigniert. Es gehe nicht darum, an welcher Stelle sich der Eingang befinde, "es geht um die Räumlichkeiten". Mit der rechten Hand zeigt er in sein Büro: "Das hier ist ein Versteck." Man wolle "eine erkennbare Moschee".

    Mitglieder der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde in Sendling betreiben gemeinsam mit Ditim-Vertretern eine Internetseite, auf der sie für das Moscheeprojekt und den Dialog zwischen den Religionen werben. Zur Integration der Muslime gehöre es, "dass sie mit ihren Moscheen zu einem Teil des Stadtbildes werden", steht dort. "Die sichtbare Moschee mit Kuppel und Minaretten" symbolisiere Integration. Ja, die Moschee sei "das ideale Gegenüber der katholischen Kirche St. Korbinian".

    Helga Schandl sieht das ganz anders. Eine Moschee am Gotzinger Platz "trägt nicht zur Integration bei, die deutsche Bevölkerung würde wegziehen. Das würden Parallelgesellschaften". Verursacht von der Pro-Moschee-Haltung der katholischen Kirche in Sendling gehe "ein großer Spalt" durch die Gemeinde, sagt die Katholikin Schandl: "Viele Christen gehen in andere Pfarreien, die wollen die Moschee nicht."

    Kulturkampf liegt in der Luft

    Hört man den Oberbürgermeister Ude und die Sendlingerin Schandl übereinander sprechen, liegt Kulturkampf in der Luft: "Fundamentalistische Kritik aus der Nachbarschaft", diagnostiziert Ersterer. Letztere weiß davon zu berichten, dass der Rathauschef "hier im Viertel schon Mustafa Ude genannt" werde. Der Oberbürgermeister spricht von der "Gräuelpropaganda, dass der Muezzin dauernd vom Minarett schreit", und sagt, dass Rechtsextreme noch vor dem städtischen Vorbescheid Flugblätter in Sendling verteilt hätten. Schandl sagt, sie sehe sich "als Braune und Ewiggestrige" verunglimpft und "in eine Ecke gestellt, in der wir nicht sind".

    Sie habe 30 Jahre in der Großmarkthalle gearbeitet, immer mit vielen Ausländern zu tun gehabt: "Jahrzehnte habe ich Integration gelebt."

    Tatsächlich gibt es interessante Facetten im Münchener Moschee-Streit. In Sendling ist etwas in Bewegung geraten - man redet miteinander. Schandl berichtet von regelmäßigen Treffen. Am vergangenen Freitag habe sie mit 20 Türkinnen in der Schanzenbachstraße zusammengesessen: "Wir haben übers Eheleben gesprochen, über Kopftücher und natürlich über die Moschee." Den Dialog gebe es erst seit dem Streit, zuvor habe sie nicht gewusst, "dass die da überhaupt existieren".

    Und Christian Ude sagt, dass "nicht nur ein Zerdeppern von Porzellan" stattgefunden habe. Die türkische Seite zum Beispiel habe durch die Widerstände gelernt: "Wenn man sich hier einrichten will, muss man auch mit den Nachbarn umgehen."

    Önder Yildiz sagt, er sei "mit Frau Schandl doch nicht verfeindet, wir reden miteinander". Über "Ängste und Besorgnisse" der Leute am Gotzinger Platz müsse man sprechen, das helfe. Zu Günther Beckstein hätten er und Ditim eine "gute Beziehung": "Wir treffen uns regelmäßig." Der Minister sei erst vor zwei Wochen zu Besuch gewesen.

    Und wenn es trotzdem nicht klappt mit der Moschee am Gotzinger Platz? "Wir warten den Bebauungsplan ab, dann entscheiden wir", sagt Önder Yildiz. Für den Gebäudekomplex in der Schanzenbachstraße liegt eine Ausbaugenehmigung vor, man könnte eine Kuppel aufs Dach setzen und den Gebetsraum vergrößern. Aber das wäre eben nicht die repräsentative, moderne Moschee.

    Das wäre Hinterhof.

    Und wenn die Moschee am Gotzinger Platz gebaut werden sollte, Frau Schandl? "Wenn's hart auf hart kommt, machen wir ein Bürgerbegehren."

    Das wäre Konfrontation. -> http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,470350,00.html



    Re: Münchner MOSCHEE-Kampf

    klassiker - 14.03.2007, 00:06

    AW
    Hallo Susanna,

    am besten wäre es, wenn dieser Fall ganz schnell wieder in der Versenkung verschwinden würde sonst könnte noch jemand auf die Idee kommen hier sei es mit den Dichtern und Denkern vorbei und der Protektionismus und einfache Lösungen wären wieder zunehmend "In".

    owarte

    Sind halt ein paar Streitigkeiten auf dem Lande, da wo die Leut halt noch ihr Herz auf dem rechte Fleck habe, hier ein paar Schändungen an Grabsteinen dort eine Initiative gegen ein Gotteshaus anderen Glaubens woanders ein paar kleine Tritte auf braungebrannte Mitbürger, ja, die Stimmung ist gut, es geht aufwärts, das neue Wirtschaftswunder steht an.

    Allerdings sei auch gesagt, in islamischen Ländern wäre es mit den Bau von Kirchen garantiert nicht einfacher, was aber obigen Fakt nicht entschuldigt.

    Habe einige muslemische Freunde, wir lassen uns nicht durch irgendwelche Provinzakteure irgendeinen Kampf der Kulturen aufoktruieren, den sollen die führen die meinen das tun zu müssen, gründe gerne eine Bürgerinitative Sahara 5000plus mit dem Ziel alle Kulturkämpfer in die Wüste in Nordafrika (und zwar richtig) zu schicken, dort können sie dann bis zur Erleuchtung ihre jeweiligen Standpunkte darlegen und verteidigen.
    Wenn dann die Erkenntnis sich durchgerungen hat, worauf es wirklich ankommt, dann gibts ein Rückfahrticket.



    Re: Münchner MOSCHEE-Kampf

    Hausdrache - 14.03.2007, 12:28

    Re: AW
    klassiker hat folgendes geschrieben: Hallo Susanna,

    am besten wäre es, wenn dieser Fall ganz schnell wieder in der Versenkung verschwinden würde sonst könnte noch jemand auf die Idee kommen hier sei es mit den Dichtern und Denkern vorbei und der Protektionismus und einfache Lösungen wären wieder zunehmend "In". owarte
    Hallo mein lieber Klassiker!
    Sind sie ja auch, wenn sie es nicht gar schon immer waren. :oops:

    Zitat: Sind halt ein paar Streitigkeiten auf dem Lande, da wo die Leut halt noch ihr Herz auf dem rechte Fleck habe, hier ein paar Schändungen an Grabsteinen dort eine Initiative gegen ein Gotteshaus anderen Glaubens woanders ein paar kleine Tritte auf braungebrannte Mitbürger, ja, die Stimmung ist gut, es geht aufwärts, das neue Wirtschaftswunder steht an.
    Auf dem Lande ist gut. Wir reden hier immerhin von der Hochburg München. Man stelle sich das mal vor, die Stadt hat bis heute keine "richtige" Moschee. Muslime müssen in einem Möbelhaus beten.

    Zitat: Allerdings sei auch gesagt, in islamischen Ländern wäre es mit den Bau von Kirchen garantiert nicht einfacher, was aber obigen Fakt nicht entschuldigt.
    Da gebe ich dir in beiden Fällen recht.

    Zitat: Habe einige muslemische Freunde, wir lassen uns nicht durch irgendwelche Provinzakteure irgendeinen Kampf der Kulturen aufoktruieren, den sollen die führen die meinen das tun zu müssen, gründe gerne eine Bürgerinitative Sahara 5000plus mit dem Ziel alle Kulturkämpfer in die Wüste in Nordafrika (und zwar richtig) zu schicken, dort können sie dann bis zur Erleuchtung ihre jeweiligen Standpunkte darlegen und verteidigen.
    Wenn dann die Erkenntnis sich durchgerungen hat, worauf es wirklich ankommt, dann gibts ein Rückfahrticket.
    :lol: Was meinst du, was ich mir schon anhören musste, weil ich mit einem muslimischen Palästinenser zusammen bin? "Verräterin an der eigenen Kultur... ich werde unterdrückt und muslimisiert werden... ich helfe einer fremden Religion das Christentum zu stürzen..." Und das bisher "Schönste" war: "Palis wären wie die gefährliche Hunderasse Rottweiler. Die allgemeine Eigenschaften seines Volkes wäre Gewalttätigkeit. Sie wollen einen legalen Terrorstaat errichten und beissen die Hand (Israel), die sie füttert. Ich wäre naiv und verblendet und hätte keine Ahnung." "Der Musel in deinem Bett macht dich zur Lachnummer", ein Spruch, der heute noch in einem "freigeistig-atheistischen Forum" steht, weil Administration und Moderation solche Äußerungen NICHT als Verstoß ansehen... :roll: Da bleibt einem die Spucke wech...

    Gruß
    Susanna



    Re: Münchner MOSCHEE-Kampf

    klassiker - 14.03.2007, 20:20


    Zitat: Was meinst du, was ich mir schon anhören musste, weil ich mit einem muslimischen Palästinenser zusammen bin? "Verräterin an der eigenen Kultur... ich werde unterdrückt und muslimisiert werden... ich helfe einer fremden Religion das Christentum zu stürzen..." Und das bisher "Schönste" war: "Palis wären wie die gefährliche Hunderasse Rottweiler. Die allgemeine Eigenschaften seines Volkes wäre Gewalttätigkeit. Sie wollen einen legalen Terrorstaat errichten und beissen die Hand (Israel), die sie füttert. Ich wäre naiv und verblendet und hätte keine Ahnung." "Der Musel in deinem Bett macht dich zur Lachnummer"

    Hallo, liebe Susanna,

    jetzt sag mir aber bitte nicht, dass Du diese Sprüche von Deutschen in Deutschland gehört hast, oder etwa doch?

    Naja seit Michel Friedman von Einsatzkräften mit alter Gesinnung verteidigt wird (vergl. Medien heute), muss man in der heutigen Zeit mit allem rechnen.

    Hoffe allerdings auch nicht, dass diese Sprüche von jüdischen Mitbürgern kamen, der Lernprozess der Shoa, dass nie wieder Ausgrenzung, Rassismus usw. stattfinden darf gilt für alle Menschen, auch die unschuldigen Opfer, da gibt es keine Ausnahmen.



    Re: Münchner MOSCHEE-Kampf

    Hausdrache - 14.03.2007, 20:28


    klassiker hat folgendes geschrieben: Zitat: Was meinst du, was ich mir schon anhören musste, weil ich mit einem muslimischen Palästinenser zusammen bin? "Verräterin an der eigenen Kultur... ich werde unterdrückt und muslimisiert werden... ich helfe einer fremden Religion das Christentum zu stürzen..." Und das bisher "Schönste" war: "Palis wären wie die gefährliche Hunderasse Rottweiler. Die allgemeine Eigenschaften seines Volkes wäre Gewalttätigkeit. Sie wollen einen legalen Terrorstaat errichten und beissen die Hand (Israel), die sie füttert. Ich wäre naiv und verblendet und hätte keine Ahnung." "Der Musel in deinem Bett macht dich zur Lachnummer"

    Hallo, liebe Susanna,

    jetzt sag mir aber bitte nicht, dass Du diese Sprüche von Deutschen in Deutschland gehört hast, oder etwa doch?
    Ja, waren Deutsche, UR-Germanen, die ihre toitsche Kultur bewahren wollen und eine Verunreinigung ihres Blutes/Volkskörpers fürchten, Österreicher und eine Jüdin. :lol:

    Zitat: Hoffe allerdings auch nicht, dass diese Sprüche von jüdischen Mitbürgern kamen, der Lernprozess der Shoa, dass nie wieder Ausgrenzung, Rassismus usw. stattfinden darf gilt für alle Menschen, auch die unschuldigen Opfer, da gibt es keine Ausnahmen.
    Die Nummer mit den Rottweiler-Palis und der allg. Eigenschaft des pal. Volkes stammen von einer userin, die von sich behauptet Jüdin wohnhaft Jerusalem zu sein. ;)

    lieben Gruß
    Susanna



    Re: Münchner MOSCHEE-Kampf

    klassiker - 14.03.2007, 22:01

    AW
    Zitat: Ja, waren Deutsche, UR-Germanen, die ihre toitsche Kultur bewahren wollen und eine Verunreinigung ihres Blutes/Volkskörpers fürchten, Österreicher und eine Jüdin.

    Na bravo, dachte ich es mir doch und vermutlich alle bestens gesellschaftlich integriert.



    Re: Münchner MOSCHEE-Kampf

    Hausdrache - 15.03.2007, 13:01


    Mein lieber Klassiker,

    das wiederum wirft die Frage auf "was ist integriert", wie viel Integration in die "Normalgesellschaft" ist ein MUSS?! Kann man Rassisten, Islamophobe, Xenophobe, Nationalisten, Rechtsextreme, christliche Zionisten (religiöse Endzeit-Fanatiker)/messianische Juden und ähnliche Schönheiten als "integriert" bezeichnen? Sind diese "Kulturen" nicht auch "Parallelgesellschaften"? Oder sind sie teilweise gar ein typischer Bestandteil unserer Gesellschaft?
    idea3el

    Gruß
    Susanna



    Re: Münchner MOSCHEE-Kampf

    klassiker - 15.03.2007, 14:25

    AW
    Hallo, liebe Susanna,

    jeder Mensch hat in seiner Lebenszeit also temporär mit einer gewissen Quantität von Menschen zu tun (die die man trifft, näher kennen lernt, nur sporadisch wahrnimmt usw.).
    Aus dieser Menge ergibt sich ein Bild, welches im Erleben, welches auch noch durch Erfahrungswerte (Unterbewusstsein) teils manipuliert, für einen selbst repräsentativen Charakter hat.
    Je mehr solche Wahrnehmungen sich mit Wahrnehmungen von anderen Menschen decken, desto brisanter und elementarer ist eine solche Thematik.

    Ich für meinen Teil würde behaupten, dass es sich um einen typischen Bestandteil in verschiedenen Ausprägungsstufen handelt.
    Ich will hier nicht widerlich werden, aber habe schon derbste Sprüche die durchaus ins 3te Reich passen gehört von Menschen die bestens integriert und geschätzt werden, einer der Gründe für mich eine Auswanderung anzustreben allein schon deshalb weil das ganze sich auch auf Bereiche wie Technologiefreundlichkeit usw. ausdehnt, die Spitze ist dann die Generalablehnung alles Fremden, Unbekanntem oder Neuem und das auch von Entscheidungsträgern mit jeweiliger Machtressource - summa summarum sehe ich durch "einfache" Wahrnehmungen die Zukunft hier deutlich gefährdet und darin einer der Ursachen bestimmter Entwicklungen die derzeit stattfinden und einem Sorge bereiten sollten.
    Einfache Lösungen sind da gut, wenn es um Bedienungen von Unterhaltungselektronik geht, ansonsten ist die Welt komplex und wer sich dem nicht stellt wird vermutlich untergehen oder zumindest absteigen.



    Re: Münchner MOSCHEE-Kampf

    haimax - 04.04.2007, 12:56


    Hausdrache hat folgendes geschrieben:
    Ja, waren Deutsche, UR-Germanen, die ihre toitsche Kultur bewahren wollen und eine Verunreinigung ihres Blutes/Volkskörpers fürchten, Österreicher und eine Jüdin. :lol:



    Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es bei uns auch etliche solcher A***löcher gibt. Jetzt könnte ich mich herauswinden und sagen: "solche Leute gibts überall!" Trotzdem muss ich mich dann Schämen.

    Ich persönlich finde es immer Toll, wenn sich verschiedene Kulturen treffen und finden, wenn es dann noch klappt und funktioniert ist's Toll.

    Meine erste Frau kam aus Jamaika, leider hats nicht geklappt und es tat sehr weh, aber man muss es dann als Erfahrung abbuchen. Wenn wir uns heute treffen ist alles gut, wir Schatzen dann bei einem Bier.

    Was die Moschee betrifft, denke ich, dass die Moslems ein Recht darauf haben.

    Bei uns geht die Tendenz dahin, dass man sich überlegt, dass nur noch Hodschas oder Prediger die bei uns ihre Ausbildung erhalten haben dazu zugelassen werden. Man hat bei uns schlechte Erfahrungen mit Hassprediger, meist Wanderprediger aus Saudiarabien, gemacht. Und dies wollen und können wir nicht dulden!

    Wir möchten andereseits aber auch nicht, dass man gegen die Moslems Hassreden führt.

    Gruss haimax



    Re: Münchner MOSCHEE-Kampf

    carabao - 04.04.2007, 13:48


    Tja, wie heist es so schoen in einem altmodischen Buechlein:
    Niemand darf wegen ...seines Glaubens, seiner religioesen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.

    Und dann weiter: Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religioesen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

    Die ungestoerte Religionsausuebung wird gewaehrleistet.

    Daraus leite ich einen Rechtsanspruch ab. Und wenn keine Religion benachteiligt und bevorzugt werden darf steht auch der Moschee ein aehnlicher Platz zu wie einer Kirche.

    Natuerlich hat die Stadt Muenchen fuer das Einhalten bzw Erstellen der noetigen Bauvorschriften zu sorgen. Wenn sie das nicht schaffen steht meiner Meinung nach den Moslems sogar Entschaedigung zu.

    Wo kaemen wir denn hin wenn jeder einfach das Grundgesetz ignoriert. :evil:

    Zu den Spruechen: Ja das was Susanna beschreibt kenne ich auch zur Genuege. Ich bin ja auch mit einer Frau aus einem anderen Kulturkreis verheiratet.
    Da muss man einfach drueber stehen und auch mal souveraen kontern. :D



    Re: Münchner MOSCHEE-Kampf

    Hausdrache - 04.04.2007, 15:31


    Danke carabao und haimax. :D Als Atheistin bin ich für die strikte Trennung von Staat und Kirche, für einen laizistischen Staat. Als Humanistin für das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und freie Religionsausübung, solange sich dies auf den Privatbereich bezieht. Ich habe nicht das Recht anderen ihre Religionsausübung zu verbieten, diese haben wiederum nicht das Recht mir ihre aufzuzwingen. Wenn eine Religionsgemeinschaft sich eine Kirche oder Moschee bauen will oder Atheisten einen konfessionslosen Verein gründen: Bitte. Gleiches Recht für Alle.

    Ich denke, dass es hier vorwiegend um den vielbeschworenen "clash of cultures" geht. Auch ich habe bis vor einigen Monaten nicht unerhebliche Ressentiments gegen den Islam und seine Anhänger gehabt. Das hat sich geändert, seit ich ihn und auch einige Muslime besser kennengelernt und sogar den Koran gelesen habe. Mir ist dabei aufgefallen, dass gerade das, was mir diese Menschen so sympathisch macht oder was mich meinen Partner lieben lässt, was mir Respekt und Achtung abnötigt, zu einem Gutteil gerade ihrem Glauben und ihrer Religion entspringt. Ihr Glaube, ihre Religion hat sie nicht unerheblich eben gerade zu solch tollen Menschen gemacht und geprägt.

    Was wir also brauchen, dass ist, wie bei sovielen Vorurteilen, Aufklärung und das Einreißen von Distanzen. Am aller meisten hat mich erstaunt, wie sympathisch und positiv sich der Islam für mich offenbart hat. Ganz ehrlich, niemand staunt darüber mehr als ich selbst. Seitdem bin ich allgemein Religionen gegenüber wesentlich toleranter geworden. Religion und Glaube sind für mich nicht mehr zwingend etwas Negatives. Etwas, was man bekämpfen muss. Denn wenn solch wunderbare Menschen daraus hervorgehen, muss ich Religion und Glaube ein Existenzrecht einräumen, weil sie offensichtlich auch sehr positive Auswirkungen haben.
    blumen1

    carabao hat folgendes geschrieben: Zu den Spruechen: Ja das was Susanna beschreibt kenne ich auch zur Genuege. Ich bin ja auch mit einer Frau aus einem anderen Kulturkreis verheiratet.
    Da muss man einfach drueber stehen und auch mal souveraen kontern.

    Das sagt sich so leicht... ab einer gewissen Grenze und einer nicht mehr steigerbaren chuzpe der Äußerungen geht mir der Hut hoch und mein Temperament mit mir ... man muss sich nicht wirklich alles gefallen lassen. raucher1

    haimax hat folgendes geschrieben: Ich persönlich finde es immer Toll, wenn sich verschiedene Kulturen treffen und finden, wenn es dann noch klappt und funktioniert ist's Toll.
    oh... da ich halb irisch, halb sizilianisch und in Sizilien aufgewachsen bin, sind er und ich uns in Mentalität, Kultur und Temperament sehr ähnlich. Wir sprechen sozusagen "dieselbe Sprache". So ähnlich, dass er fast ein Sizilianer sein könnte. Und das ist ein großes Kompliment von mir. Viele Deutsche haben da erhebliche Schwierigkeiten mit dem Verständnis und dem Umgang mit mir. Nicht jeder erträgt mein sanguinisches Blut, meine Ansprüche und meine Launen. Ich kann schon ziemlich anstrengend und bisweilen fast unerträglich sein. Um das ertragen zu können, muss man schon entsprechend gebaut sein. :lol:

    liebe Grüße
    Susanna



    Re: Münchner MOSCHEE-Kampf

    carabao - 04.04.2007, 18:11


    Hausdrache hat folgendes geschrieben: Was wir also brauchen, dass ist, wie bei sovielen Vorurteilen, Aufklärung und das Einreißen von Distanzen. Am aller meisten hat mich erstaunt, wie sympathisch und positiv sich der Islam für mich offenbart hat.
    Da zeigst du den Schluessel zur Loesung unserer Probleme auf. :D
    Wenn sich Menschen begegnen, sich kennenlernen sieht die Welt ploetzlich voellig anders aus.
    Nicht umsonst gibt es dort den groessten Auslaenderhass wo es die wenigsten Auslaender gibt. Das ist kein Zufall.

    Generell bin ich auch fuer eine Trennung zwischen Staat und Religion.
    Der Staat hat aber fuer eine freie Religionsausuebung und gleiche Chancen fuer alle zu sorgen.
    Ich bin auch ein starker Verfechter fuer Religionsunterricht in der Schule, auch Islamunterricht. Das duerfen wir nicht den Extremisten in den Koranschulen ohne staatliche Aufsicht ueberlassen.

    Zitat:
    Das sagt sich so leicht... ab einer gewissen Grenze und einer nicht mehr steigerbaren chuzpe der Äußerungen geht mir der Hut hoch und mein Temperament mit mir ... man muss sich nicht wirklich alles gefallen lassen.
    Da hast du natuerlich recht. Ich habe auch schon oft gekocht. Mit der Zeit habe ich aber gelernt drueber zu stehen. Aergern bringt eh nichts.
    Versuch bei sowas schlagfertig zu kontern.

    Letztens meinte in einem Restaurant einer klar hoerbar zu seiner Frau: "Was der wohl fuer die bezahlt hat."
    Mehr als unverschaemt.
    Ich hab dann direkt, so dass es jeder hoeren konnte erwidert:
    "Haetten Sie auch ein bischen mehr bezahlt dann haetten Sie auch eine vernuenftige Frau bekommen."
    Das ganze Restaurant hat gelacht und die beiden sind sehr bald gegangen. ;)



    Re: Münchner MOSCHEE-Kampf

    Hausdrache - 04.04.2007, 18:37


    carabao hat folgendes geschrieben: Hausdrache hat folgendes geschrieben: Was wir also brauchen, dass ist, wie bei sovielen Vorurteilen, Aufklärung und das Einreißen von Distanzen. Am aller meisten hat mich erstaunt, wie sympathisch und positiv sich der Islam für mich offenbart hat.
    Da zeigst du den Schluessel zur Loesung unserer Probleme auf. :D
    Wenn sich Menschen begegnen, sich kennenlernen sieht die Welt ploetzlich voellig anders aus.
    Nicht umsonst gibt es dort den groessten Auslaenderhass wo es die wenigsten Auslaender gibt. Das ist kein Zufall.

    yupp. So sehe ich das auch.
    Zitat: Generell bin ich auch fuer eine Trennung zwischen Staat und Religion. Der Staat hat aber fuer eine freie Religionsausuebung und gleiche Chancen fuer alle zu sorgen.

    Genau das wollte ich in meinem Beitrag audrücken. :D

    Zitat: Letztens meinte in einem Restaurant einer klar hoerbar zu seiner Frau: "Was der wohl fuer die bezahlt hat."
    Mehr als unverschaemt.
    Ich hab dann direkt, so dass es jeder hoeren konnte erwidert:
    "Haetten Sie auch ein bischen mehr bezahlt dann haetten Sie auch eine vernuenftige Frau bekommen."
    Das ganze Restaurant hat gelacht und die beiden sind sehr bald gegangen. ;) totlach1 Der Satz ist der Hammer. Den merke ich mir und baue ihn für mich passend um...

    liebe Grüße
    Susanna



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