und noch eine geschichte

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    Re: und noch eine geschichte

    Andira - 07.03.2007, 14:25

    und noch eine geschichte
    Prolog


    Es war einer dieser Tage, die nie enden und an denen man besser im Bett geblieben wäre.
    Ich saß in meinem Stamm Café und schlürfte an meinem Cappuccino.
    Mein Blick schweifte durch den Raum, die gewohnten Bilder an der Wand, die Bedienung die gelassen zwischen den Tischen umherstreifte. Das rote Leder das die Sitzbänke und Hocker bezog. Das sanfte braun des Holzes der Theke und der Tische. Die Straßen die sich draußen in die Unendlichkeit erstreckten und in dutzenden Windungen in der Tiefe der Stadt verschwanden.
    Dieses grau in grau, das trübe und kalte der Stadt bedrückte mich, und belastete meine Gedanken bis zur Unerträglichkeit.
    Mein Café war fast dem Ende geneigt wie sich alles langsam dem Ende entgegen zu neigen schien. Mein Herz klopfte schneller und kräftiger bei dem Gedanken daran mich wieder in die irrtiefen der Stadt zu begeben, auch wenn es dazu dienen sollte endlich zu Hause anzukommen.
    Die Bedienung warf mir einen verstohlenen Blick zu, ich habe diesen schon in den letzten Tagen immer wieder bemerkt. Leider fühlte ich mich weder in der Lage noch in der Laune die blonde Schönheit auch nur annähernd an zu sprechen.
    Dieser Tag würde höchst wahrscheinlich wieder so enden wie jeder andere. Mich selbst verfluchend über meine Unentschlossenheit und Inkoordination würde ich mich wieder einsam in mein Bett legen und versuchen den Schlaf herbei zu zwingen der so verdammt befreiend war. Meine Gedanken konnten dann verschwinden, nichts hatte mehr Bedeutung, nicht der Job mit dem ich mich plagte, und auch nicht meine Einsamkeit die mir seit Jahren anlastete. Ich muss ja zugeben, Gelegenheiten und Chancen fand ich zu Hauf. Doch irgendwo in mir bestand diese verfluchte Unruhe, dieses beklemmende Gefühl was meine Kehle zuschnürte und meinen Magen verkrampfen lies. Wenn ich auch nur versuchte dieses Gefühl zu ignorieren würde es schlimmer und schlimmer werden bis es mich fast in den Wahnsinn treiben würde. Hah, wenn ich meinen Gedanken so lausche klingt das selbst für mich verrückt und, ja fast schon geisteskrank.
    So entschloss ich mich also irgendwann in meinem jugendlichen Leben einen Cut zu machen und mich dem Single leben zu widmen. Wenn ich so an diese Entscheidung denke würde ich mich heute dafür hassen. Oder tat ich das schon?
    Ich warf Susi einen leicht schmachtenden Blick zu und lächelte sie kurz an. Jedes mal wenn ich zahlen wollte ergab sich diese doch schon uneindeutige Situation die jeder Außenstehende als eindeutig gedeutet hätte. Die junge Frau lies einige Knöpfe in die Kasse fliegen und druckte die immer gleich aussehende Rechnung. Das Stück Pizza, und der Café. Das Trinkgeld druckte sie schon immer gleich mit auf, irgendwann in den vielen Jahren meiner Besuche in dem Café Schlummer hatte sich das so ergeben.
    Ich bezahlte, wie immer, und lächelte die Bedienung wieder verholen an. Sie erwiderte das Lächeln und die Hoffnung das ich sie einfach einmal einladen würde oder ansprechen würde flammte in ihrem Blick.
    Doch dies hätte nie funktioniert. Dieses beklemmende Gefühl nahm bereits meine gesamte Aufmerksamkeit in besitz.
    Nach einer kurzen Pause in der ich versuchte meine Gedanken neu zu ordnen atmete ich einmal tief durch und begab mich dann zu der Tür die in meine ungewisse Zukunft führen sollte. Ich hätte niemals ahnen können was mich direkt hinter der Tür erwarten würde. Hätte ich auch nur annähernd gewusst was ich erleben sollte hätte ich Susi an diesem späten Nachmittag niemals verlassen – He, das hört sich schon wieder sehr seltsam an, obwohl niemals etwas einschlägiges gesagt oder getan wurde wusste ich dennoch, dass etwas passiert wäre, wenn ich nur gewollt hätte.
    Die Klinke der Ausgangstür in der Hand, und dieses unerträgliche Gefühl in der Brust drehte ich mich noch einmal um und blickte in den seit Jahren bekannten Raum, als hätte ich geahnt das ich nie wieder diesen Raum betreten würde.
    Ich öffnete langsam die Tür, ein kühler Wind blies mir sanft ins Gesicht und lies mich innerlich frösteln. Verdammt wir hatten Hochsommer und dieses Wetter spielte noch immer verrückt.
    Die Wolken sahen durch die untergehende Sonne gefährlich rot aus und durch den aufkommenden Sturm flogen sie über der Stadt hinweg wie das Höllenfeuer aus den tiefsten dämonischen Abgründen.
    Einglück war ich der einzige der meine Gedanken hören konnte, für so einige Ärzte wären diese Grund genug mich in ein kleines Loch zu sperren in dem ich dann als Anschauungsobjekt vor mich hin zu siechen hatte. Wieder leise über meine Gedankengänge lachend schritt ich aus dem Café Schlummer.

    1 Das Ende vom Anfang


    Ich hatte kaum einen Schritt vor die Tür des Café s gesetzt als der Sturm mit einem mal seinen Höhepunkt erreichen wollte.
    Die Färbung des Himmels schlug von rot in lila von lila in schwarz und wieder in rot um. Dieses Schauspiel war mehr als beeindruckend, und für mich sollte es ein Sturm werden der mein ganzes Leben aus den Bahnen werfen sollte und mir ein Schicksal zu teil werden lassen würde, das sich niemand auch nur aus zu mahlen vermag.
    Ich blickte die Straße herunter, eine Regenfront bewegte sich schnell in meine Richtung. Das Gefühl der Befangenheit das ich seit Jahren mit mir herumgetragen hatte wurde unerträglich, und beängstigend in seiner Stärke. Blitze zuckten am Himmel, die Wolken flogen immer schneller davon und die gesamte Stimmung erreichte einen Apokalyptischen stand. Dann traf mich der Blitz, der erste der nicht von Wolke zu Wolke schoss sonder seinen Weg nach unten auf unsere Erde suchte fand seinen Anschluss in mir.
    Der erwartete Schmerz blieb aus, das elektrifizierende Kribbeln verspürte ich nicht.
    Doch plötzlich flogen an mir die Häuser vorbei, jedoch nicht nach vorne oder nach hinten, sondern sie fielen langsam in sich zusammen, oder genauer sie wurden abgebaut Stein für Stein, Stück für Stück. Nachdem auch die Straße verschwunden war und Wildnis zu wuchern begann, hätte ich schwören können das ich tot bin, doch davon war ich weit entfernt.
    Allmählich schien die Zeit wieder normal zu laufen, das ich mich rückwärts durch diese bewegt hatte konnte ich nur vermuten. Vorsichtig blickte ich mich um. Überall wuchsen seltsame Pflanzen und wiegten sich in einer tropischen Brise.
    Irgendwo lies ein mir unbekanntes Tier einen Mark und Bein erschütternden Schrei erklingen.
    Bevor ich jedoch auch nur einen Schritt in diese Fremde Welt setzten konnte flog die Zeit weiter an mir vorbei. Berge wuchsen in meinem Blick und wichen riesigen Meeren die wieder von Land verdrängt wurden das plötzlich von Eis bedeckt wurde und wieder zu tauen begann, woraufhin sich wieder Vegetation ausbreitete. Jetzt jedoch wurde es unheimlich. Was zur Hölle war mit mir los, bin ich wahnsinnig geworden oder sollte das, dass Leben nach dem Tod sein, eine erschreckende Reise durch die Zeit der Welt?
    Was ich nun sah wollte ich nicht glauben. Ein riesiges Raumschiff senkte sich vom Horizont herab und blieb einige Kilometer vor der Erde in der Luft schweben. Mehrere Laser fingen an das gesamte Gebiet zu scannen, bis zu mir reichten sie jedoch nicht. Unglaublich daran war nicht die Tatsache das ich nun wusste das die Menschheit nicht allein im Weltall lebte sonder die Tatsache die ich nun herausfinden sollte.
    Nach einiger Zeit landete das Raumschiff und noch einige Zeit später traten seltsame kleine Wesen aus dem Schatten des Schiffes.
    Sie waren nicht grau und dünn wie es einige Fanatiker der Zeit – ja welcher Zeit eigentlich – aus der ich stammte ist wohl die beste Beschreibung, behaupten würden. Oder es sich wünschten.
    Nein. Sie waren ungefähr halb so groß wie ein normal gewachsener junger Mann, hatten normale Arme und Beine, allerdings anstelle eines Gesichts eine leuchtende Leere die fesselnd und unglaublich friedlich wirkte. Sie schienen sich nicht unterhalten zu brauchen, da alles was sie nun taten in stummer Übereinsicht geschah. Sie formten aus der Erde eine Gestalt, es schaudert mich noch heute als ich gesehen habe was sie formten --- Mich ---
    Ich fing an noch mehr an mir zu Zweifeln, als es ohnehin schon der Fall war, das war fast zu viel für einen Spinner wie mich.
    Als ich ungläubig diese Gestalt, die ich darstellte, anblickte wurde es mir schlagartig wieder bewusst, als wenn mein Körper auf diese Figur aus Erde zugezogen wurde sah ich plötzlich aus dessen Augen die Wesen die mich erschufen. Den ersten Menschen.
    Sie gaben mir eine Fähigkeit, die Fähigkeit alles zu erschaffen was meine Fantasie sich ausdenken konnte. Doch einiges ging schief.
    Diese Wesen die ich nur als Schöpfer bezeichnen kann haben den Planeten Erde Jahrmillionen lang beobachtet bevor sie ihn als den Richtigen für ihr Experiment erachteten.
    Diese Gedanken sind nicht meine, ich kann das nicht sein. Ich versuchte immer wieder von diesem skurillen Schauspiel los zu kommen, endlich zu sterben und dieses beklemmende Gefühl los zu werden.
    Ich kann nicht ein Experiment einer Rasse sein die sich zu Göttern in anbetracht der Menschheit erhoben hatten.
    Doch so schien es nun zu sein. Die Wesen schienen mich anzusehen und in meinen Gedanken formten sich ihre Worte. Ich konnte nicht fassen was sie mir vermittelten. Nur kurz vor dem Wahnsinn konnte ich die Masse der Informationen kaum verarbeiten, ich begriff in einer Sekunde mehr als jeder Mann und jede Frau die auf diesem Planeten leben sollten jemals auch nur erahnen könnten.
    Ich wusste was das Universum war, was die Menschen sind und warum sie sind. Nun schien mein Schädel zu hämmern und zu pulsieren, meine Augen rollten in meinen Kopf zurück und meine Gedanken überschlugen sich.
    Diese Wesen hatten eines nicht bedacht. Der Planet den sie für so Wertvoll erachtet hatten war Krank, er wollte sterben in dem Augenblick in dem er in dem Universum erschaffen wurde und seiner Gefangenschaft in diesem monströsem Irrenhaus zu entkommen.
    Ich blickte wieder in die Gesichter der Schöpfer – welche Gesichter fragte sich ein kleiner Teil von mir der noch Mensch geblieben war, war ich jemals Mensch, was bin ich. Auch diese Fragen wurden unwichtig.
    Bevor ich noch weitere Gedanken verfolgen konnte, bewegte sich die Zeit wieder, dieses mal jedoch vorwärts. Das Raumschiff verschwand, die Vegetation veränderte sich, und wich Eis, Wasser, Land, Ebnen und Bergen und wieder flachem Land. Dann sah ich mich selbst wie ich auf einem Gipfel stand, irgendwo auf der einsamen Erde die nun von den seltsamsten Geschöpfen die nur meiner Fantasy entsprungen sein konnten, bevölkert wurde.
    Den Wunsch zu Sterben hatte ich noch nie so deutlich verspürt wie in diesem Moment. Alles schien in Chaos zu versinken, als plötzlich ein helles Licht meine Stirn berührte und dem Chaos wich Finsternis.


    Epilog


    Ich hörte meinen Namen, leise aber beständig im Hintergrund meines Verstandes immer wieder auftauchen. Eine sanfte aber feste Stimme in der leichte Angst mitschwang, wollte nicht das ich ging. Wohin nur, hier war nichts nur diese beklemmende Schwärze, nur dieses Nichts was geblieben war nach dem mein Chaos verschwand.
    Wieder mein Name, wieder diese Stimme die mir so vertraut war, wieder dieses beklemmende Gefühl. In meinen Verstand schlich sich ein einziger Name ´SUSI´, wer war sie wohl. War sie eine sie, was war sie. Was ist mein Verstand überhaupt? Ich konnte nicht klar denken, ich wusste nichts und doch alles. Der Wahnsinn klopfte nicht länger nur an meine Tür, er stand direkt vor mir und grinste mich aus einer Reihe verfaulter Zähne giftig an, mit der Gewissheit seine Fänge tief in mein Fleisch schlagen zu können. NEIN...... ich kann nicht alles verloren haben. Wieder diese friedfertige gleißende Leere die das Gesicht der Schöpfer darstellte. Alles wurde wieder klarer ich wollte mich in diesem Licht verlieren einfach alles vergessen, doch lies mich die Rufe dieses Wesens nicht gehen, es hielt mich im Chaos gefangen in der Leere in der meine Gedanken mich zu Zerreißen drohten.
    Wieder ein Schrei, war es mein eigener der vor Verzweiflung über meine toten Lippen schoss? War ich tot? Woher wollte ich das wissen, da ich doch das Leben und der Tot selber bin.
    Was denke ich hier, immer wieder stellte ich mir diese Frage und immer wieder verlor ich die Antwort in dem Chaos meines Wahnsinns aus den Augen was mich noch Wahnsinniger machte. Die Stimme... immer wieder diese Stimme. Nun wimmerte sie schon. SCHWEIG DOCH ENDLICH. Schrie ich in die Abgründe meiner Seele, wieso war sie Schwarz wieso war sie derart vom Wahnsinn zerfressen? Ich hatte doch immer versucht meine Seele frei zu halten. Hatte ich eine Seele, war nicht der Planet selbst auf dem ich wandelte meine Seele – nein –

    war nicht ich selber die Erde?
    Mit einem Male riss es mich aus meiner Welt zurück auf die kalte nasse Straße der Wirklichkeit. Wirklichkeit was ist das, die finsteren Gassen starrten von allen Seiten auf mich ein, dunkler schwerer Regen prasste auf mein Gesicht nieder und der apokalyptische Himmel der noch zu vor die Stadt überwucherte war einer schwarz- grauen Masse gewichen die sich unentwegt über der Stadt ergoss. Nein sie ergoss sich über mich über alles was ich bin.
    Mit dem Bewusstsein zu sein was ich war, drehte ich meinen Kopf und blickte der strahlenden Bedienung in die hell-blauen Augen. Doch was ich hinter der Schönheit erblickte lies mich erschaudern.
    Die Welt brach auseinander und lies den Planeten – mich – alles woraus ich bestand – in die Ewigen tiefen des Forschungsprojektes der Schöpfer verschwinden.


    Also bleibt mir nur die Schwärze und mein Wahnsinn. War das letzte was ich dachte bevor sich die Dunkelheit des Alls um mich schloss. Um meine Reste.


    Nachwort


    Ich dachte mir einfach einmal alle Dinge die wir im Leben sehen in Frage zu stellen in dem ich jedem von uns die Bedeutung eines einzigen Planeten zukommen lasse. Niemand kann leben ohne der Erde auf der wir existieren können – dürfen.
    Wir unterschätzen nur allzu oft das wir es sind die dankbar sein müssen dafür das wir leben, und sterben dürfen – während der Planet unter uns leidet.
    _________________
    die freiheit entscheidungen zu treffen liegt in den händen der menschen die vor entscheidungen gestellt werden (Steven Soul)



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