Das Ich bei J. Krishnamurti

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    Re: Das Ich bei J. Krishnamurti

    kirana - 05.03.2007, 00:11

    Das Ich bei J. Krishnamurti
    Das Ich bei J. Krishnamurti

    Ein zentraler Punkt in der Lehre Jiddu Krishnamurtis ist die Frage nach dem Ich.

    Während die Aufgabe der Psychologie bei Freud darin liegt, unbewusste Ich-Anteile in das Ich zu integrieren, um auf diese Weise (bereits aufgetretene) Konflikte aufzulösen, erkennt Krishnamurti bereits in der Annahme der Existenz eines Ichs das eigentliche Problem: Nicht eine Ich-Stabilisierung wird bei Krishnamurti angestrebt, sondern dessen Auflösung. Das Ich, Selbst oder auch Ego (Krishnamurti unterscheidet hier nicht) ist für Krishnamurti hingegen die Ursache aller Konflikte. Das Ich, erklärt er, ist ein Produkt, eine bloße Struktur des Denkens: „In sich selbst hat es keine Realität.“ (Krishnamurti 1984, S. 22). Warum schuf nun aber das Denken etwas, das wir „Ich“ nennen?

    „… weil das Denken nach Sicherheit und Stabilität verlangt … Aber das Denken ist unsicher, in sich selbst zerbrochen, darum hat es das „Ich“ geschaffen als etwas Bleibendes, das als abgetrennt vom Denken erscheint und das vom Denken wiedererkannt wird als etwas Beständiges. Und diese Beständigkeit wird identifiziert durch Verhaftung – wir sagen: mein Haus, mein Charakter, meine Wünsche, mein Verlangen – was dem „Ich“ ein volles Gefühl der Sicherheit und der Fortdauer gibt.“ (Krishnamurti 1984, S. 17f)

    Das Ich sei also vom Denken geschaffen in der Absicht, unserem Leben (die Illusion von) Sicherheit und Stabilität in unseren Beziehungen, unseren Handlungen, unserer ganzen Existenz zu verleihen. Das Denken schuf und schafft fortwährend auf der Grundlage des Ichs die (scheinbar schützende) Trennung in Subjekt und Objekt, den Beobachter und den Beobachteten und somit die Basis für den Konflikt. Dieser Konflikt führt jedoch nicht zur Zerstörung des Ichs, sondern die Aufrechterhaltung und Stabilisierung dieses Selbst wird nun mittels der Identifikation des Einzelnen mit seinem Denken, seinen Erfahrungen, seinen Ideen etc. erreicht und gesichert. Diese Versuche der Aufrechterhaltung der Ich-Identität – nicht des bloßen Sich-Selbst-Bewusstseins – wird nach außen projiziert in Form von Ideologien, Machtansprüchen und schließlich Gewalt.

    Krishnamurti negiert (in letzter Konsequenz) alle Strukturen, die man sich zu Hilfe nehmen könnte, indem er sie als weitere Konzepte, Vorstellungen usw. die dem Ich entspringen, entlarvt und nicht zulässt.

    Er verneint nicht generell ihre Sinnhaftigkeit, nur vermöchten diese Hilfskonstruktionen keine radikale Transformation des menschlichen Geistes hervorzubringen, eines Geistes, der sein Handeln in der Welt nicht mehr aus Konzepten, Weltanschauungen, Nachahmungen und letztlich Verwirrung schöpft.

    Kann nun aber das durch das Ich verursachte Leid enden, und wenn ja, wie? Diese Frage selbst stellt für Krishnamurti eine Projektion unseres Zustandes dar:

    „Die Forderung nach dem Aufhören des „Ich“ wird jetzt zur neuesten Tätigkeit des „Ich“, aber sie ist nichts Neues, sondern nur eine weitere Form des Verlangens.“ (Krishnamurti o.J., S. 153)

    http://de.wikipedia.org/wiki/J._Krishnamurti



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