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Re: Ein Text zum besseren Verständnis, was radikale Akzeptanz is
monika - 05.03.2007, 00:24Ein Text zum besseren Verständnis, was radikale Akzeptanz is
Hallo, meine Lieben,
auch hier ein Text aus der Wohlfühl-Oase:
Zitat: Hindernisse, Zurückweisungen, schlechte Nachrichten oder anderes bringen dich im Alltag immer wieder aus der Ruhe? Du kannst Niederlagen und Entäuschungen schwer oder nicht akzeptieren?
Bist du durch traumatische Erlebnisse in der Kindheit oder auch vielleicht in näher zurückliegender Zeit schwer traumatisiert und hast heute noch immer unter belastenden Erinnerungen oder psychischen Störungen zu leiden, die daraus resultieren?
Und dann kommen wir einfach, oben prangt der Banner zur Homepage des Dachverband Dialektisch Behaviorale Therapie e.V., dem wir angehören und reden von radikaler Akzeptanz? Vielleicht denkst du jetzt: "Also jetzt spinnt diese Monika Kreusel ja wohl völlig!"
In der Dialektisch Behavioralen Therapie nach Marsha Linehan sind die radikale Akzeptanz, das Annehmen der Realität und die innere Bereitschaft wichtige und notwendige Schritte in Richtung Streßtoleranz und hilfreich für die emotionale Stabilität.
Radikale Akzeptanz bedeutet keineswegs, eine belastende Situation oder erlebte Traumata gutzuheißen, sondern nicht mehr und weniger als schwierige Situationen oder belastende Gefühle im Hier und Jetzt zu akzeptieren, anzunehmen. Das kann je nach Situation wirklich schwer sein, jedoch gibt es für jeden Menschen immer wieder kleinere oder größere Hindernisse, Zurückweisungen, Entäuschungen oder Verletzungen, die Realität sind, denen niemand entweichen kann. Radikale Akzeptanz bedeutet hier, das Unvermeidliche anzunehmen und dann Ausschau zu halten, wie du nun effektiv und zielgerichtet handeln kannst, um im Hier und Jetzt etwas in deinem Leben zu verändern.
Radikale Akzeptanz heißt also nicht, dich in dein Schicksal zu fügen, sondern achtsames Wahrnehmen, den Istzustand akzeptieren und bewußt Schritte in eine neue Richtung zu gehen. Wenn du immer wieder schwer traumatisiert wurdest, magst du denken: "Na, die hat ja gut reden! Wie soll ich das Erlebte radikal akzeptiren? Das ist ein Hohn! Die spinnt..." Radikale Akzeptanz heißt aber eben nicht Schönreden, sondern akzeptieren, daß diese Dinge in deinem Leben passiert sind. Sie waren schmerzhaft und bereiten dir vielleicht noch immer Schmerz. Aber sie sind passiert und das läßt sich nicht mehr ändern. Sie sind Teil deines Lebens. Wenn du das annhemen kannst und das ist eine schwere Aufgabe, bist du frei neue Wege einzuschlagen, dein Leben anders zu gestalten, als du es bislang erlebt hast. Und somit ist das Annehmen und Integrieren dieser schlimmen Erlebnisse auch wichtige Schritte bei der Heilung deiner Traumata.
Aber auch im Hier und Jetzt gibt es schwierige Situationen meistern, alte Muster aufzugeben. Vielleicht hast du eine Suchterkrankung und tust dich schwer, dies zu akzeptieren oder einzusehen. Der erste Schritt zum Überwinden einer Sucht ist jedoch immer, sich einzugestehen, unter einer Sucht zu leiden und nun darauffolgend in Aktion zu treten, dieses problematische Verhalten mit professioneller Unterstützung aufzugeben. Das ist doch logisch, oder? Dem wirst du sicher ohne weiteres zustimmen. Im Modul Streßtoleranz der DBT, in welchem die readikale Akzeptanz ja vermittelt wird, geht es einerseits um das Bewältigen von intensiven Gefühlen sowie von alltäglichen Hindernissen, Entäuschungen, Zurückweisungen oder was sonst bislang vielleicht dazu beiträgt, daß du im Hier und Jetzt emotional instabil bist. Natürlich kannst du weiter sagen: "Das Leben ist hart und ungerecht! Warum passieren diese Dinge immer mir?" Das hilft dir nicht weiter. Bisher hast du darauf vielleicht immer wieder mit selbstschädigendem Verhalten reagiert, um schwierige Situationen und Gefühle nicht zu sehen und zu spüren. Das hat dir bislang vielleicht immer wieder kurzfristig Entlastung verschafft. Somit zielt das Modul Streßtoleranz auch auf das Erlernen gesunder Bewältigungstechniken und langfristig effektives Verhalten. In verschiedendsten alltäglichen Situationen kannst du radikale Akzeptanz üben und trainieren. Auch in ganz kleinen und banalen Momenten. Wenn es Bindfäden regnet, die Fußgängerampel rot ist und du einen Schirm vergessen hast. Zu allem Überfluß fährt ein Auto an dir schnell durch eine große Pfütze auf der Straße - und du bist auf dem Weg zu einer Verabredung - und jetzt ziemlich naß! Du wirst möglicherweise zumindest ziemlich frustriert sein oder gar wütend. Da hilft aber leider nur radikale Akzeptanz. Denn zumindest das Wetter kannst du eindeutig nicht ändern. Das Wetter ist zu jeder Zeit eine feststehende Realität, egal, ob es schneit, stürmt oder hagelt. Und wenn du dich intensiv um einen guten Draht zum Petrus bemühst, das wird nichts ändern. Vielleicht wohnst du wie wir in Köln und denkst: "Also dieses ewige Siffwetter geht mir sowas von auf die Nerven. Wenn doch eeeeendlich wieder Sommer und schönes Wetter wäre, dann ginge es mir bestimmt besser!" Gut, nun kannst weiter im Regen stehen und den armen Petrus anklagen in deinen Gedanken, aber du kannst auch denken: "Ok, meine Klamotten sind klitschnaß, das Wetter mag ich gar nicht. Aber nachher ziehe ich mir zu Hause sofort etwas Trockenes an, kuschle mich in meine warme Decke, trinke einen leckeren Tee und nehme morgen vorsichtshalber den Schirm mit." Das ist radikale Akzeptanz! Du mußt nicht plötzlich Regen lieben, aber er gehört in den hiesigen Breitengraden unumstößlich zu Leben. Er ist sogar notwendig, damit neues Leben entstehen und wachsen kann. Du kannst also immer wieder über das 'ätzende Siffwetter' aufregen, den Regen abwerten und dir deine Stimmung davon verderben oder beeinflussen lassen. Du kannst aber auch denken: "Schade, es regnet immer noch. Aber die Natur kann den Regen gut brauchen und auf Regen folgt Sonnenschein. Das Wetter beeinflußt nicht meine Gefühle. Ich kann jederzeit zufrieden sein."
Möglicherweise denkst du jetzt: "Was schreibt die denn die ganze Zeit von schlechtem Wetter, es geht hier um wirkliche Probleme!" Das liegt im Auge des Betrachters, denn als wir obdachlos waren, lebten wir zeitweise bei -10° C auf der Straße, es war furchtbar kalt, wir zogen uns verschiedene kältebedingte und sehr schmerzhafte Entzündungen im Körper zu uns. Auf die bittere Kälte folgten Hochwasser und Dauerregen. Und wir hatten kein eigenes Zuhause, wo wir es uns hätten gemütlich machen können. Da blieb nur radikales Akzeptieren. Zugegeben, zumindest einige von uns waren so weit eindeutig nicht! Auch rückblickend war dies eine schwere, um nicht zu sagen harte Zeit, gut war sie sicher nicht für uns. Aber wir haben auch viel Menschlichkeit erfahren und heute können wir uns beim Einkaufen bewußt machen, daß wir später in unserer warmen Wohnung sein werden und, daß wir heute aktiv etwas dazu tun können, damit wir nie wieder in solch eine Lage kommen. Wir können diese wirklich kaum zu ertragenden Momente als einen Abschnitt in unserem Leben begreifen, der lange zurückliegt und akzeptieren, daß es zu unserem Leben gehört, daß wir obdachlos waren.
Lieben Gruß, Monika
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Links - gepostet von monika am Montag 05.03.2007
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