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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: SouthS - marble - Kosel F. Forum: Winterschlaf ;- ) aus dem Unterforum: Leben und sonst Antworten: 11 Forum gestartet am: Donnerstag 07.12.2006 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Suizid Letzte Antwort: vor 16 Jahren, 14 Tagen, 23 Stunden, 40 Minuten
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Re: Suizid
SouthS - 28.02.2007, 15:39Suizid
Meinung dazu?
Erfahrung im Umfeld?
Meine Meinung ist die, dass Selbstmord wahnsinnig egoistisch ist.
Angehörige und Freunde werden hinterlassen, mit imensen Schuldgefühlen.
Auch wenn der Suizid aus Depressionen heraus begangen wurde.
Re: Suizid
marble - 28.02.2007, 15:48
Erfahrungen, keine.
Und Selbstmord ist egoistisch.
Letztlich schaltet derjenige sein "Gewissen" völlig ab, was seine Angehörigen angeht. Die Schuldgefühle, welche diese oft haben, müsste er doch eigentlich noch stärker vorher haben, wenn er sich mit dem "Gedanken" an Suizid vertraut macht.
Also ist Suizid gedankenlos und egoistisch, oder ist der Gedanke, der die Entscheidung zum Suizid fällt, alles überlagernd und derjenige kann sich gar nicht wehren? Vielleicht ist es auch eine Mischung aus beidem.
Re: Suizid
SouthS - 28.02.2007, 15:58
marble hat folgendes geschrieben:
Also ist Suizid gedankenlos und egoistisch, oder ist der Gedanke, der die Entscheidung zum Suizid fällt, alles überlagernd und derjenige kann sich gar nicht wehren? Vielleicht ist es auch eine Mischung aus beidem.
Natürlich gibt es extrem Situationen, die Selbstmord "verständlicher" machen (wie z.B. unheilbare Krankheit).
Und ich denke, dass in der Situation unmittelbar vor dem Freitod der gedanke alles überlagert, aber verflucht - warum wartet man dann nicht ein wenig oder sucht sich Hilfe??
Re: Suizid
marble - 28.02.2007, 16:08
SouthS hat folgendes geschrieben:
Und ich denke, dass in der Situation unmittelbar vor dem Freitod der gedanke alles überlagert, aber verflucht - warum wartet man dann nicht ein wenig oder sucht sich Hilfe??
Weil diese Option vom Betreffenden wohl schon längst und dann endgültig aufgegeben wurde. Sicher auch ein Grund, warum sich Angehörige Schuldzuweisungen machen. Oft geben sie sich die Schuld dafür, dass derjenige sich keine Hilfe mehr sucht. Weil sie denken, sie hätten dies verursacht, oder ihm den Eindruck vermittelt, nicht helfen zu können. Was falsch ist. Ich denke, die Tatsache, dass jemand die Option, noch zu warten oder sich Hilfe zu suchen, völlig aufgibt, zeigt nur, dass er sich selbst aufgegeben hat und im Grunde an einem Punkt ist, wo er sich vielleicht gar nicht helfen lassen könnte oder dies so "beschlossen" hat.
Wenn jemand dem Freitod entrinnt, ist wohl der Einzige Punkt gekommen, aufzuwachen. Hört sich so banal an...
Re: Suizid
Kosel F. - 01.03.2007, 21:36
marble hat folgendes geschrieben: Letztlich schaltet derjenige sein "Gewissen" völlig ab, was seine Angehörigen angeht.
Ich mag euch beiden Mäuse ja sehr. Echt.
Daher habe ich schon überlegt, ob ich das jetzt schreiben soll...
What shalls? Ich tue es eh. Mein Körper braucht das.
Also:
Mumpitz.
Kaum einer springt vom Empire State Building, weil er grade das Vermögen der Großtante an der Börse versenkt hat. Und wenn? Recht so. Die arme Tante. :(
Die 10.000 bis 15.000 Selbstmorde in der BRD sind fast ausschließlich auf Depressionen zurückzuführen.
Die Leute hopsen nicht trotz ihrer Lieben, sondern wegen ihren Lieben, denen sie nicht mehr zur Last fallen wollen. Oder sie sind so down, dass selbst ihre minderjährigen Kinder, die von ihnen abhängig sind, sie nicht vor der Selbsttötung abhalten können. Die sind so tief im Jammertal, dass ihnen der Tod als willkommene Alternative zu ihrer Existenz vorkommt.
10 % aller diagnostizierten Depris drehen den Gashahn auf. Keine Behandlungsform hat dieses Prozentsatz im letzten Jahrhundert mindern können.
Fragt aber lieber einen der sich auskennt. Ich bin bloß Baggerfahrer in Magdeburg.
Re: Suizid
marble - 02.03.2007, 01:23
Nun Kosel. Ich mag Dich auch.
Was Du (be)schreibst, steht ja nicht zwingend im Widerspruch zum vorher Geschriebenen.
Da ich selbst Depression als Krankheit und/oder den Gedanken an Suizid nicht kenne, ist es vielleicht naheliegend, von den statistischen Erhebungen mal abgesehen zu fragen, ob dem "letzten" Gedanken an Suizid bzw. der "Entscheidung" zu diesem nicht ein gewisser Egoismus zugrunde liegt. (?)
Denn, was ist das für eine "Entscheidung"? Eine rational bestimmte? Dann wäre der Gedanke zumindest grundsätzlich doch nicht abwegig. Oder eine gänzlich irrationale, dann wäre die Hinterfragung vielleicht sinnlos.
Angehörige sehen wohl meist und zuvorderst eine rationale "Entscheidung" im Suizid. Sonst würden Schuldgefühle wohl auch nicht in der Form eine Rolle spielen. Wenn ein Suizidversuch fehlschlägt, bleiben Wege. Wenn nicht, ist nichts mehr zu ergründen. Dennoch denke ich, dass eine gewisse Wut, in beiden Fällen (!), so verkehrt nicht ist.
"Die Leute hopsen nicht trotz ihrer Lieben, sondern wegen ihren Lieben, denen sie nicht mehr zur Last fallen wollen."
Mal ganz egoistisch und vorsätzlich naiv: Gibt es nicht andere Wege, seinen Lieben nicht mehr zur Last zu fallen?
Re: Suizid
Kosel F. - 02.03.2007, 23:52
marble hat folgendes geschrieben: Gibt es nicht andere Wege, seinen Lieben nicht mehr zur Last zu fallen?
Zu Fuß nach Amerika auswandern?
Oder anders ausgedrückt: Kannst du dir für dich selber eine Traurigkeit vorstellen, die so fürchterlich ist, dass dir eine Existenzbeendigung wie eine völlig natürliche Lösung vorkommt?
Schonmal so richtig Liebeskummer gehabt? Das kommt eine Depri schon recht nahe. Das Gefühl nie wieder nicht niedergeschlagen zu sein.
Ich so einer Verfassung nimmt man die Familie vielleicht noch wahr. Aber die Angehörigen können keinen Trost mehr spenden.
Ich glaube, du siehst die Frage zu rational.
Re: Suizid
marble - 03.03.2007, 00:48
Kosel F. hat folgendes geschrieben:
Oder anders ausgedrückt: Kannst du dir für dich selber eine Traurigkeit vorstellen, die so fürchterlich ist, dass dir eine Existenzbeendigung wie eine völlig natürliche Lösung vorkommt?
Schonmal so richtig Liebeskummer gehabt?
Unabhängig von Liebeskummer und dergleichen kann ich die Frage nur mit jein beantworten. Ich kenne eine Situation sehr gut, die man von mir aus mit Traurigkeit und fürchterlich umschreiben mag oder auch nicht. Und kann mir vorstellen, dass andere Menschen in dieser vielleicht die Beendigung ihrer eigenen Existenz zumindest als Option gesehen hätten. Ich habe dies aber nunmal nicht. Gerade in dieser Situation waren es wenige Menschen aus dem Umfeld, die Anker waren. Und ich selbst. Da mag man gern sagen, Schwein gehabt.
Kosel F. hat folgendes geschrieben:
Ich glaube, du siehst die Frage zu rational.
Grundsätzlich nicht. Ich habe mich nur in diesem Thread mal dazu entschlossen, möglichst rational heranzugehen. Weil ich dies eben auch für eine legitime Betrachtungsweise halte. Das schließt aber nicht aus, dass es auch anders als nur rational geht. Auch für mich.
Re: Suizid
Kosel F. - 03.03.2007, 13:38
Oder zu logisch. Du bist zu logisch.
Ich bin zwar nur Schwebebahnspüler aus Wuppertal, aber Logik und Ratio sind unangebracht.
Du kannst einen Suzidmenschen sagen, dass auch morgen noch einTag ist und die Schmetterlinge so hübsch sind und die Zeit alle Wunden heilt, nur sieht der Springer keine Zukunft.
Der ist nämlich krank. Psycho. Und all das. Da funktioniert Logik nicht, wenn man den Motiven der ICE-Küsser nachforscht. Die haben ihr hermetisch abgeriegeltes Gedankengebäude. Was anderes können die sich nicht vorstellen.
Die realisieren auch, dass das Brückenpfeiler mit Tempo 200 abklatschen nicht so toll für die Angehörigen ist. Denen tut es leid, dass der Putz bis auf die Ziegelsteine abgetragen werden muss, wenn sie sich im Herrenzimmer einen Karabiner in den Mund schieben.
Aber der Lohn für diese lässlichen Sauereien ist in ihren Augen das Ende aller untragbarer Qual.
In Gegenteil jeder Versuch der Angehörigen diese Qual zu verlängern macht einen Depressiven höchsten noch wütend.
Wir denken vielleicht an unterschiedliche Krankheitsbilder. Ich an die Chroniker und du an die Akutfälle. Aber beide kannst du effektiv nur mit Sedativa stoppen, wenn sie erstmal willens sind.
Aber wie gesagt, dass sind nur die Ansichten eines angelernten Selbstbinders aus Bottrop. Man hat sein Auskommen, aber die Personalentwicklung interessiert den Chef nicht wirklich.
Re: Suizid
SouthS - 11.03.2007, 22:05
Nur - macht deine (Ratio) Erklärung eine solche Tat weniger feige?
Re: Suizid
Kosel F. - 14.03.2007, 18:36
In etwa so feige wie eine Aspirin bei Kopfweh.
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