Die Regenbogenkrieger sind müde

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    Re: Die Regenbogenkrieger sind müde

    infoshark - 26.02.2007, 12:41

    Die Regenbogenkrieger sind müde
    Die Regenbogenkrieger sind müde

    GREENPEACE - Die Politik hat den Klimawandel für sich entdeckt, doch eine der profiliertesten deutschen Umweltschutzorganisationen kann nicht davon profitieren. Die Aktivisten sind mit sich selbst beschäftigt.


    BERLIN. Eigentlich könnten die Bedingungen nicht besser sein: Die Klimadebatte ist auf ihrem Höhepunkt angelangt und Politiker, Umweltverbände und Wirtschaft streiten öffentlich über umweltfreundliche Energie oder abgasarmen Verkehr. Doch Greenpeace, eine der größten und finanzkräftigsten Umweltschutzorganisationen, geht im Chor der Experten unter. Da passt es ins Bild, dass die wöchentliche Runde bei Sabine Christiansen kürlich zwar den Chef von Greenpeace International, Gert Leipold, eingeladen hatte, um über deutsche Autos und den bevorstehenden Klima-Gau zu diskutieren. Kurzfristig aber zog die Redaktion dann doch den Geschäftsführer der im Vergleich bieder anmutenden, aber hartnäckig ihre Themen vorantreibenden Deutschen Umwelthilfe vor. Leipold wurde ausgeladen.

    Auch Umweltpolitiker sagen, es ist still geworden um die einst themenbestimmende Organisation. "Selbst in der Lobbyarbeit, die lange Zeit die herausragende Stärke von Greenpeace war", sagt der ehemalige Umweltminister Jürgen Trittin. Der Grüne sieht die Organisation in einem "Prozess der Selbstfindung". Bei den aktuellen, politisch brisanten Themen wie Klimaschutz oder Emissionen wären andere Organisationen präsenter. "Das stimmt", sagt auch Ulrike Janssen vom "Klima-Bündnis", einem Zusammenschluss von fast 1 400 europäischen Städten und Gemeinden zum Schutz der Atmosphäre. Dabei sei das "Klima-Bündnis" angewiesen auf die öffentlichkeitswirksamen Kampagnen. "Das können wir nicht", so Janssen.

    Stellenabbau sorgt für Unmut

    Das letzte Mal, als Greenpeace ein wahres Medienspektakel lostrat, war als der Ölmulti Shell die Bohrinsel "Brent Spar" in der Nordsee versenken wollte. Zwar erwiesen sich die Vorwürfe der Umweltschützer nicht alle als stichhaltig. Dennoch endete die Aktion mit einem generellen Verbot der Versenkung von Öl-Plattformen in der Region. Doch das ist zwölf Jahre her.

    Nicht dass die Umweltschützer seither untätig in ihren Büros gesessen hätten. Viel Geld fließt zum Beispiel seit einigen Jahren in die regelmäßigen Pestizid-Tests von Obst und Gemüse. Auch Protestaktionen in alter Manier werden organisiert, wie gegen den Bau eines Braunkohlekraftwerks durch RWE im nordrhein-westfälischen Neurath, das Klimaschützer als künftig "größte Dreckschleuder Europas" bezeichnen. Inhaltlich wird gute Arbeit geleistet, in der Öffentlichkeit aber kommt wenig davon an. "Es wird schwieriger, den Umweltschutz in den Nachrichten zu platzieren. Wir sind eine kleine Organisation mit limitierten Ressourcen", sagt Brigitte Behrens, die Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland. Die Konkurrenz ist groß. Und anders als ihr Vorgänger Thilo Bode, der öffentliche Auftritt genoss, zieht die 55-Jährige es vor, im Hintergrund zu agieren. Das macht es in der auf prominente Köpfe fixierten Medienwelt nicht einfacher.

    Hinzu kommt, dass die Fronten nicht mehr so klar sind wie in den Anfangsjahren, als Firmen ungestört Dioxin in die Atmosphäre blasen oder Dünnsäure im Meer verklappen durften. Heute kommen die Fernsehteams nicht mehr automatisch angerauscht, wenn ein Banner auf einem Fabrikschlot entrollt wird. Ein Problem, das alle Organisationen kennen. Bei Greenpeace aber scheint der Blick fürs Wesentliche verloren gegangen zu sein. Die Organisation wird mit dem Schutz von Walen und der Meere sowie dem Protest gegen Atomkraft verbunden, das bestätigen jüngste Imagestudien. Das übrige Spektrum - "und das ist groß", so Behrens - wird kaum wahrgenommen.

    Ein Klick auf www.greenpeace.de führt zwölf Themen wie Landwirtschaft, Atomkraft, Gentechnik oder Öl auf, die sich in zahlreiche Unterkapitel verzweigen. "Das ist ein wahrer Wildwuchs", kritisiert ein Mitarbeiter. Und an das Management gerichtet: "Es fehlt ein klares Ziel." 2004 wurde beispielsweise das "Einkaufsnetz", das sich mit Verbraucherproblemen beschäftigt, als eigenständige Organisation ausgegliedert. Keine zwei Jahre später wurde der Schritt überraschend revidiert, drei Mitarbeiter entlassen, das Einkaufsnetz zurück in die Zentrale geholt. Oder der Tierpark "Arche Warder": 2003 übernahm Greenpeace den Hof mit alten Haustierrassen in Schleswig-Holstein. In die Sanierung floss viel Geld. Die Spenden blieben aber wie die Besucherzahlen weit hinter den Erwartungen.

    Auch die Geschäftsführung scheint diesen Wildwuchs inzwischen als Problem erkannt zu haben. "Wir wollen uns künftig auf drei Schwerpunkte konzentrieren: Klimawandel, Schutz der Meere und der Urwälder", sagt Brigitte Behrens. Also wird man sich von den anderen Themen verabschieden?" Wir können keine Themen komplett streichen, sondern wollen neben den Schwerpunkten eine größere Flexibilität in Themen erhalten, wo wir Expertise haben." Klare Ziele klingen anders.

    Gleichzeitig soll gespart werden. "Wir werden künftig mehr internationale Aufgaben übernehmen", nennt Behrens ein weiteres Ziel. Im Klartext heißt das: Deutschland soll künftig 400 000 Euro zusätzlich zu den jährlich 13 Millionen Euro an die Amsterdamer Zentrale überweisen. Damit werden Büros in China, Indonesien und Afrika aufgebaut.

    Die Deutschlandzentrale hingegen soll verschlankt und effektiver werden. Abteilungen werden zusammengelegt, die Arbeit ressortübergreifend organisiert. Drei Millionen Euro will die Geschäftsführung 2007 sparen, davon zwei Millionen an Personal. 19,6 Stellen fallen weg. Wer von den knapp 220 Mitarbeitern gehen muss, ist unklar. Das sorgt für Unfrieden. "Die Einsparungen stehen in keinem Verhältnis zu unserer wirtschaftlichen Lage", sagt die Betriebsrätin Christiane Sattler. Die jährlichen Spendeneinnahmen liegen seit Jahren konstant um die vierzig Millionen Euro. Erst 2006 wurden zehn Mitarbeiter eingestellt, ein paar Monate später heißt es, Kündigungen sind unumgänglich. 2005 wurde eine Betriebsvereinbarung geschlossen, die auch soziale Zusatzleistungen festlegt, ein Jahr darauf ist alles null und nichtig. "Was ist das für eine Planung?", fragt die Betriebsrätin. "Wir wünschen uns endlich einen klaren Fahrplan, inhaltlich wie strukturell."

    Kerstin Krupp / Berliner Zeitung, 26.02.2007



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