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Re: geburtsablauf
Dr.med.Bahadori - 16.02.2007, 21:51geburtsablauf
Normaler Geburtsablauf
Erste Zeichen
Ab der 36.Schwangerschaftswoche (SSW) beginnt sich die Gebärmutter zu senken, als Zeichen, dass der kindliche Kopf in das kleine Becken eintritt. Die Schwangere verspürt meistens vermehrt Kontraktionen (Senkwehen). Kurz vor der Geburt oder mit dem Wehenbeginn kommt es häufig zum Abgang des leicht blutigen Schleimpropfens. Das Herauslösen des Schleimpropfens zeigt an, dass sich der Muttermund zu öffnen beginnt.
Es geht los!
Die Geburt kann auf zwei Arten beginnen: entweder treten mehr oder weniger regelmässige Wehen auf oder die Fruchtblase reisst ein und die Frau bemerkt den Abgang von Flüssigkeit aus der Scheide (schwallartig oder auch nur tröpfchenweise). Bei regelmässiger Wehentätigkeit (alle 5 Min / Sprechen oder Gehen während der Wehe nicht mehr möglich) oder bei Fruchtwasserabgang soll mit der Hebamme Kontakt aufgenommen werden.
Die Eröffnungsphase
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Durch den zunehmenden Druck des kindlichen Kopfes auf den Muttermund kommt es zum Verstreichen und schliesslich zur Eröffnung des Muttermundes. Die Wehen nehmen an Intensität zu und werden schmerzhafter. In dieser Phase ist es besonders wichtig, mittels richtiger Atemtechnik, durch geeignete Position oder durch ein Entspannungsbad einer möglichen Verspannung entgegen zu wirken. Die Hebamme wird bemüht sein, auf die persönlichen Wünsche der Gebärnden einzugehen und die für sie angenehmste Gebärhaltung ausfindig zu machen. Falls nötig, können verschiedene Schmerzmittel eingesetzt werden. (Peridural-Anästhesie)
Durch periodisches Aufzeichnen der kindlichen Herzaktion und der Wehentätigkeit (Cardiotokographie =CTG) wird das Wohlbefinden des Kindes überwacht.
Kleine Animation zur normalen Geburt
Die Austreibungsphase (Pressphase)
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Wenn der Muttermund vollständig eröffnet ist (ca.10cm offen) und der Kopf durch den Geburtskanal bis einige cm an den Beckenboden tiefergetreten ist, kann die Gebärende beginnen aktiv während der Wehe mitzupressen, was einem natürlichen Bedürfnis entspricht. Damit tritt der kindliche Kopf allmählich durch den Beckenboden und dehnt den Damm. Kurz vor dem Durchtreten des Kopf wird entschieden, ob ein Dammschnitt nötig ist. Bei schlechter werdender Herzaktion des Kindes muss manchmal der Dammschnitt (=Episiotomie) früher angesetzt werden, um die Austreibungsphase zu verkürzen. Nachdem der grösste Teil des Kindes - der Kopf - geboren ist, folgt der Körper in der Regel mühelos nach.
Bei verlängerter Austreibungsperiode oder bei kritischem Abfall der kindlichen Herztöne muss die Geburt mit der Saugglocke (=Vacuum) oder mit der Zange (=Forceps) rascher beendet werden. Beachten Sie dazu unsere separate Seite mit animierten Bildern.
Die Nachgeburtsperiode (Plazentarperiode)
Nach der Geburt des Kindes löst sich die Plazenta meistens innert weniger Minuten, manchmal dauert die Ablösung jedoch bis zu einer Stunde. Um die Nachgeburtsperiode und damit den Blutverlust zu verringern, erhält die Gebärende häufig ein wehenfördendes Mittel gespritzt. Falls sich die Plazenta nicht von selbst löst, muss sie von Hand herausgelöst werden.
Zum Schluss werden die Weichteile überprüft und falls nötig der Dammschnitt oder eventuelle Verletzungen in örtlicher Betäubung genäht. Wir verwenden heutzutage ausschliesslich Fäden, welche sich selber rasch auflösen.
Das Wochenbett
In der Schweiz bleiben die meisten Mütter für 5 bis 6 Tage im Spital, um sich von der Geburt zu erholen und die Mutter-Kind-Beziehung in Ruhe aufzubauen. Unter Anweisung von erfahrenen Kinderkrankenschwestern oder Hebammen lernt die Mutter die Handhabung des Stillens. Zu Beginn fliesst erst Vormilch, nach einigen Tagen folgt auf die Hormonumstellung der Milcheinschuss. Es braucht meist etwas geduld, bis sich die Milchproduktion den Bedürfnissen des Kindes angepasst hat.
Bei einer ambulanten Geburt verlässt die Mutter das Spital nach einigen Stunden, falls sich die Nachblutung im normalen Rahmen bewegt. Für die Nachbetreuung zu Hause muss vorgängig mit einer frei schaffenden Hebamme Kontakt aufgenommen werden.
Die Rückbildung
Die Rückbildungsphase dauert in der Regel 6 Wochen. In dieser Zeit bildet sich die Gebärmutter wieder auf ihre urpsrüngliche Grösse zurück. Die Blutungen werden immer schwächer und Wechseln ihre Farbe von bräunlich nach gelblich. In dieser Phase ist es wichtig, einige hygienische Regeln zu beachten, um eine Entzündung der Gebärmutter zu verhindern (sog. Wochenbettsfieber). Wir empfehlen Binden zu verwenden und auf Tampons zu verzichten. Das Baden in der eigenen Badewanne ist erlaubt, in den ersten 4-6 Wochen empfielt es sich auf Schwimmbadbesuche zu verzichten. Während dieser Zeit raten wir mit Geschlechtsverkehr zurückhaltend zu sein, wobei der Austausch von Zärtlichkeiten nicht verboten ist.
Die ärztliche Nachkontrolle
Die Abschlusskontrolle findet in der Regel 6 bis 8 Wochen nach der Geburt statt. Nebst Ueberprüfung von Gebärmutter und Weichteilen wird ein Krebsabstrich entnommen. Zudem wird die weitere Familienplanung diskutiert. Da Stillen alleine ungenügend gegen eine weitere Schwangerschaft schützt, sollte die Verhütung besprochen werden. Nebst mechanisch-chemischer Verhütung (Condome, Schaumzäpfchen), kann in der Stillperiode auch mit einer Minipille (enthält nur Gelbkörperhormone oder Gestagene) oder mit einer Spirale verhütet werden. Die normale Antibabypille enthält Oestrogene und kann die Milchproduktion negativ beeinflussen, weshalb davon angeraten wird.
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