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Re: Wellensittich
Starbuck77 - 31.01.2007, 20:00Wellensittich
Systematik
Klasse Vögel (Aves)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Eigentliche Papageien
(Psittacidae)
Unterfamilie Plattschweifsittiche (Platycercinae)
Gattung: Wellensittiche (Melopsittacus)
Art Wellensittich
Wissenschaftlicher Name
Melopsittacus undulatus
(Shaw 1805)
Der Wellensittich (Melopsittacus undulatus) hat seinen Namen von dem wellenförmigen Muster seines Gefieders und ist eine Vogelart, die zur Ordnung der Papageien (Psittaciformes) und zur Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) gehört. Seine taxonomische Stellung innerhalb der Familie ist umstritten.
Aussehen [Bearbeiten]
Das ursprüngliche Erscheinungsbild des Wellensittichs ist grün mit gelbem Gesicht. Eine schwarze Querbänderung beginnt am Vorkopf und zieht sich über den Rücken und über die Flügeldecken. Das Gefieder ist bei beiden Geschlechtern gleich. Männchen haben eine intensiv blaue (in der Jugend rosaviolette) Wachshaut (= Bereich über dem Schnabelanfang). Männliche Albinos (weißer Vogel mit roten Augen) und Lutinos (gelber Vogel mit roten Augen) und viele Schecken haben jedoch eine rosa Wachshaut wie Jungvögel. Die Wachshaut von Weibchen ist eher rau und variiert bei allen Farbschlägen zwischen weißlich-hellbraun bis dunkelbraun. Bei rauer brauner Wachshaut befindet sich die Henne in Brutstimmung; Bei glatter hellblauer oder sogar weißer Färbung ist das Weibchen jedoch überhaupt nicht brutlustig. Eine helle Wachshaut bei Weibchen könnte auch auf eine Erkrankung hinweisen. Jungvögel unterscheiden sich von den ausgewachsenen Wellensittichen neben der Wachshaut durch die vollkommen schwarzen Augen (die weiße Iris ist noch nicht zu sehen). Bei ganz jungen Vögeln reicht die schwarze Zeichnung über den Kopf bis zur Wachshaut und der Schnabel ist schwärzlich gefärbt. Wellensittiche mit rotem oder schwarzem Gefieder sind nicht bekannt. Kreuzungsversuche mit Bourkesittichen zur Züchtung roter Wellensittiche blieben erfolglos.
Wellensittiche in England, 1986
Wellensittich in Käfig, 2004
Wellensittiche in Israel (1)
Wellensittiche in Israel (2)
Wellensittiche in Israel (3)
Junger Wellensittich (1)
Junger Wellensittich (2)
Verbreitung [Bearbeiten]
Der Wellensittich kommt natürlicherweise auf dem australischen Kontinent vor. In Florida ist er einst in großer Zahl verwildert. Aus ungeklärten Gründen ging der Bestand dieser verwilderten, standortfremden Tiere jedoch drastisch zurück. In Deutschland findet man manchmal Gefangenschaftsflüchtlinge, die jedoch kaum den Winter überleben.
Lebensraum [Bearbeiten]
Ursprungsgebiet der Wellensittiche:fast überall in Australien,Wellensittiche meiden aber Küstenregionen. Nomadengleich ziehen sie von Wasserstelle zu Wasserstelle Regenfällen hinterher. Tagsüber sind die in großen Schwärmen lebenden Vögel mit der Futtersuche am Boden beschäftigt. Mittags ziehen sie sich zum Schutz vor der meist großen Hitze in Baumkronen zurück, wo sie auch nachts zu finden sind.
Zur Brutzeit besiedeln Elterntiere alte, ausgehöhlte Bäume. Das Weibchen bebrütet ein Gelege von ca. vier Eiern etwa 18 Tage lang, während es vom Männchen versorgt wird. Junge Wellensittiche sind Nesthocker und werden mit etwa vier bis fünf Wochen flügge.
Geschichte [Bearbeiten]
Der Wellensittich wurde angeblich von dem Strafgefangenen und Künstler Thomas Watling entdeckt, der wegen des Fälschens von Banknoten 1792 in die Strafkolonie Australien deportiert worden war. 1831 gelangte das erste Mal ein ausgestopfter Wellensittich nach Europa.
1794 erwähnt George Shaw den Vogel erstmals in dem Buch Zoology of New Holland (Neuholland war ein vorläufiger Name Australiens), die dafür verwendeten Exemplare erhielt er von einem der frühen Siedler, der sie in der Umgebung von Parramatta gesammelt hatte. 1805 beschrieb Shaw den Wellensittich erstmalig wissenschaftlich in The Naturalist's Miscellany unter dem Namen Psittacus undulatus, darin findet sich auch die älteste wissenschaftliche Darstellung der Art von R. P. Nodder. Im Jahre 1840 gab der Zoologe John Gould, der zugleich ein erstrangiger Zeichner insbesondere von Vogeldarstellungen war, in seinem siebenbändigen Werk The Birds of Australia dem Wellensittich seinen noch heute gültigen wissenschaftlichen Namen.
John Gould war es auch, der im gleichen Jahr vermutlich erstmals lebende Exemplare nach England einführte. Durch eine Vogelausstellung in Antwerpen im Jahre 1850 wurde der Vogel in ganz Europa bekannt. Kurz darauf wurden große Wildfänge nach Europa importiert, wo sich später erste Zuchterfolge einstellten. In den folgenden Jahren nahm der Export von Wellensittichen so stark zu, dass 1884 von der australischen Regierung ein Exportverbot erlassen wurde. Dieses Gesetz gilt bis heute, obwohl der Wellensittich in Australien nicht zu den bedrohten Arten zählt.
[img]http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0f/Wellensittich.jpg [/img]
Wellensittich ♂ (Melopsittacus undulatus), Farbschlag Lacewing
Mittlerweile wird der Vogel in zahlreichen Farbschlägen (blau, gelb, grau, weiß ...) gezüchtet. 1872 tauchten erstmals gelbe Tiere auf. Um 1900 kamen blaue hinzu, 1920 die ersten weißen Wellensittiche. Heute gibt es rund 100 Standard-Farbschläge, die von den Zuchtverbänden anerkannt werden. Auf Vogelschauen wird der so genannte Standardwellensittlich zur Schau gestellt. Er ist deutlich größer als der normale Wellensittich, welcher bei den Züchtern als Hansi-Bubi bezeichnet wird.
Haltung [Bearbeiten]
Aufgrund seiner relativ leichten Züchtung war der Weg zur Haustierwerdung vorprogrammiert. Anfangs standen Wellensittich-Ornithologen jedoch vor dem Rätsel, warum sich die Vögel in Gefangenschaft einfach nicht vermehren wollten. Erst als durch Zufall herausgefunden wurde, dass Wellensittiche ihre Eier in Hohlräumen oder eben in den schon erwähnten hohlen Baumstämmen ablegen, stellten sich Zuchterfolge ein.
Der Wellensittich zeichnet sich vor allem durch sein fröhliches Wesen und die verhältnismäßig problemlose Haltung aus. Ein Wellensittich kann unter guten Haltungsbedingungen bis zu 16 Jahre alt werden.
Zahme Wellensittiche
Man hält geselligen Vögel jedoch mindestens paarweise, da sie allein gehalten psychisch verkümmern. Der Mensch und andere Tiere wie z.B. Nymphensittiche können keinen Ersatz für einen Artgenossen leisten.
Der Käfig sollte grundsätzlich breiter als hoch sein und für ein Paar eine Länge von 80 cm nicht unterschreiten. Bei der Haltung einer (kleinen) Gruppe kommt nur eine Zimmervoliere in Frage, die mindestens 1m² Grundfläche (für 4 bis höchstens 6 Tiere) hat. Für mehr Wellensittiche sollte man auf eine richtige Zimmervoliere von 2m² zurückgreifen. Hier können bis zu 12 Tiere gehalten werden. Selbstverständlich ist der tägliche Freiflug auch bei diesen Maßen unverzichtbar. Auch im Freien können Wellensittiche gehalten werden, wenn ihnen ein entsprechendes Schutzhaus zur Verfügung steht, das sie jederzeit aufsuchen können. Im übrigen sollte ein Teil der Außenvoliere durch ein Dach vor Regen geschützt sein (was ein Schutzhaus natürlich nicht ersetzt).
Zu beachten ist hier auch, dass die Wellensittiche im Freien keinen Freiflug genießen können. Aus diesen Gründen ist hier für zwei bis vier Tiere eine Außenvolière von mindestens 2m² Fläche notwendig. Nach oben sind selbstverständlich keine Grenzen gesetzt. Für bis 30 Tiere sollten es nach Möglichkeit 10 m² Grundfläche; am besten 5x2m sein. Es kommt vor allem auf die Länge der Voliere an. Zwei mittellange Seiten helfen den Vögeln nicht annähernd so viel wie eine ganz lange und eine relativ kurze, da sie nur auf einer längeren Strecke wirklich fliegen können.
Zwei Wellensittiche (♂)
Das Grundfutter besteht aus einer im Fachhandel erhältlichen ausgewogenen Körnermischung. Allerlei Sorten von Rispenhirse (als gelegentliches Leckerli, da sehr kalorienreich) und tägliche Gaben von Obst, wie Äpfel und Birnen, oder Gemüse, beispielsweise Gurke oder Karotte, runden den Speiseplan ab. Der Wellensittich verträgt jedoch nicht alle Obst- und Gemüsesorten. Er verträgt z.B. frische Ananas, Apfel, Aprikose, Banane, Birne, Erdbeeren, Kiwi, Orange, Melone, Auberginen, Chicorée, grüne Erbsen und junge Löwenzahnblätter. Sehr beliebt bei Wellensittichen ist Kolbenhirse, die aber nicht zu oft angeboten werden sollte, da sie sehr dick macht und die Vögel schnell dazu neigen, sich ausschließlich nur noch von der Hirse zu ernähren. Zudem sollten Wellensittiche von der menschlichen Nahrung ferngehalten werden, weil einige Wellensittiche gerne davon naschen. So gibt es Tiere, die Käse, Nudeln, Gebäck und sogar Wurst naschen. Das macht dick und ist für die Vögel ungesund.
Das Wasser, das in einer Badewanne angeboten werden kann, ist mindestens einmal täglich zu wechseln. Es ist nicht unnormal, wenn der Vogel nicht baden will, dann kann man es mit einer Dusche versuchen (Wasser mit einer Sprühflasche oder den Fingern verspritzen).
Die Verwendung von Sand als Einstreu ist inzwischen umstritten, da dieser Verdauungsstörungen und Kropfreizungen verursachen kann. Besser eignen sich Buchenholzspäne. Alternativ kann der Käfig mit Küchenrolle ausgelegt werden. Schädlich sind allerdings Hochglanzpapier und Zeitungspapier, da diese giftige Farben enthalten. Abzuraten ist von Sandpapierteppichen aufgrund ihrer rauen Oberfläche und giftigen Inhalten. Die empfindlichen Füßchen reiben an der rauen Oberfläche und es entstehen dadurch Entzündungen wie auch Ballengeschwüre. Knabbern die Vögel an diesem Teppich, können sie aufgrund der Fremdkörper in ihrem Verdauungstrakt schlimmste Erkrankungen wie beispielsweise eine Kropfentzündung erleiden.
Wichtig ist, falls nicht mit Muschelgrit versetzter Sand benutzt wird, Grit in einer eigenen Schale anzubieten – er ist für die Verdauung unabdingbar. Die Einstreu muss mindestens einmal wöchentlich gewechselt werden. Grundsätzlich gilt: Bei starker Verschmutzung muss sie sofort ausgetauscht werden, da die Vögel ansonsten schnell krank werden können. So kann das Gefieder von Milben befallen werden.
Vor Zugluft sind Wellensittiche unbedingt zu schützen.
Weiteres Inventar: Gekauft werden sollte eine Sepiaschale zum Abwetzen des Schnabels und/oder ein Mineralstein. Statt der handelsüblichen Plastiksitzstangen oder Glattholzstangen, die schwere Fußleiden verursachen, sind Naturäste von Obstbäumen in verschiedenen Durchmessern (nicht direkt vom Straßenrand) anzubringen. Sandpapierüberzüge sollte dem Sittich auf keinen Fall in den Käfig kommen. An der rauen Oberfläche verletzen sie sich sehr leicht die Haut unter den Füßen. Da sie die Wunden nicht schonen können, gelangen immer wieder Erreger hinein und es können sich hartnäckige Entzündungen bilden.
Mit Spielsachen aus Kunststoff sollte eher gespart werden, jedoch spricht nichts gegen Zweige, an denen die Vögel auch nagen können. Plastikwellensittiche und Spiegel sind inzwischen als tierschutzwidriges Zubehör klassifiziert. Bei Einzelhaltung ist dieses Spielzeug zusätzlich schädlich, da dem Vogel ein Partner vorgegaukelt wird, der aber Annäherungsversuche nicht erwidert und somit eine Frustration beim Einzelvogel auslöst, die in Aggression (einschlagen auf den Spiegel oder Plastikwelli, was vom Halter oft fälschlicherweise als Spiel interpretiert wird) und Verhaltensstörungen umschlägt. Für im Schwarm gehaltene Vögel allerdings verlieren diese Ersatzpartner meist jede weitere Attraktivität, jedoch kann es vorkommen, dass Vögel die vorher einzeln gehalten wurden, mehr auf den Plastikvogel oder den Spiegel fixiert sind, und den lebendigen Partner oder Schwarm verschmähen.
Wellensittiche sind Schwarmvögel. Allein gehalten verkümmern sie seelisch und körperlich. Eine gemeinsame Haltung von mindestens zwei Wellensittichen ist angebracht. Mindestens einer der Vögel sollte ein Männchen sein, denn oft verstehen sich zwei Weibchen nicht und rivalisieren sich. Es spricht jedoch nichts dagegen, sich zwei Männchen zu halten.
Oft werden im Handel Käfige von der Grösse von etwa 60 mal 40 mal 70 cm angeboten. Für 2 Wellensittiche reicht das gerade noch, sofern sie mindestens 4 - 6 Stunden am Tag frei in der Wohnung fliegen dürfen. Noch kleinere Käfige, von etwa 40 mal 20 mal 30 cm wie auch Rundkäfige (!) sind Tierquälerei.
Lebenserwartung [Bearbeiten]
Freilebende Wellensittiche werden selten älter als drei oder vier Jahre.
In Gefangenschaft gehaltene Tiere können durchaus zehn bis sechzehn Jahre alt werden, vereinzelt wird sogar von noch älteren Exemplaren berichtet. Andererseits sterben auch relativ viele Zuchtwellensittiche trotz sorgsamer Haltung bereits nach Monaten oder wenigen Jahren durch Krankheiten.
Erkrankungen und Entstellungen [Bearbeiten]
Krankheiten [Bearbeiten]
Aspergillose
Französische Mauser
Legenot
Papageienkrankheit
Psittacine Beak and Feather Disease (PBFD)
Megabakteriose
Entstellungen und Behinderungen [Bearbeiten]
Featherduster
Federbalgzysten
Federmissbildungen
Federrupfen
Parasiten [Bearbeiten]
Rote Vogelmilbe
Grabmilben (Erreger der Sittichräude)
Federlinge
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