SEEIGEL

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    Re: SEEIGEL

    Starbuck77 - 29.01.2007, 19:28

    SEEIGEL


    Die Seeigel (Echinoidea) (von lat. echinus, Igel) bilden eine der fünf Klassen, welche dem Stamm der Stachelhäuter angehören. Es sind in allen Meeren lebende, wirbellose Tiere. Die Klasse wird in 19 Ordnungen mit 46 Familien aufgeteilt. Bis heute sind etwa 950 Arten bekannt.

    [1] [Bearbeiten]

    Inneres Kalkskelett (Endoskelett) [Bearbeiten]


    Inneres Kalkskelett eines regelmäßigen Seeigels


    Inneres Kalkskelett eines irregulären Seeigels

    Die Außenseite dieses Skelettes ist mit einer Epidermis bedeckt.

    Die eigentlichen, regelmäßigen Seeigel (Regularia) zeichnen sich durch ein hohles, pentamer radialsymmetrisches inneres Kalkskelett aus, welches je nach Art fast kugelförmig oder auch mehr oder weniger abgeplattet sein kann. Es besteht aus dem Apikalfeld oben am Körper, 5 Doppelreihen von Ambulakralplatten und 5 Doppelreihen von Interambulakralplatten. Die Platten bilden unregelmäßige Sechsecke. Die Ambulakralplatten (die hellen schmalen Bänder in der Abbildung) enthalten kleine Löcher (Ambulakralporen) aus denen die Ambulakralfüßchen hevorkommen. Die Interambulakralplatten tragen nur kleine kugelförmige Erhebungen der Gelenkhöcker der Stacheln.

    Die als unregelmäßig bezeichneten Seeigel (Irregularia), zu denen die Sanddollars und die Herzigel gehören, unterscheiden sich ganz wesentlich von den regelmäßigen Seeigeln. Ihr Skelett ist abgeflacht (bei den Sanddollars scheibenförmig) und nicht mehr genau radialsymmetrisch, sondern durch eine bilaterale Symmetrie dominiert. Es gibt ein Vorne und Hinten, ein Links und Rechts und die Fortbewegung findet immer mit einer Tendenz nach vorne statt. Sanddollars haben keine oder extrem stark reduzierte Stacheln, bei den Herzigeln sind diese eher wie eine Behaarung ausgebildet.

    Stacheln [Bearbeiten]

    Die Stacheln der Seeigel sitzen auf kleinen Gelenkhöckern und sind durch Muskeln teilweise beweglich. Die Ausbildung der Stacheln, deren Größe, Funktion usw. können je nach Art sehr unterschiedlich sein. Bei den regulären Seeigeln werden 3 Haupttypen unterschieden, bei den irregulären gar 10-12. Stacheln dienen vor allem zum Schutz vor Räubern wie Seesternen, großen Schnecken und Fischen und können bei einigen Arten beim Stechen sogar Gift abgeben. Es gibt Seeigel, die sich mit ihren Stacheln in Hartsubstrate wie Korallenriffe und Felsen einbohren. In seltenen Fällen wird mit den Stacheln angetriebene Nahrung eingefangen. Bewohner der Sandböden benutzen ihre Stacheln auch zur Fortbewegung.

    Pedicellarien [Bearbeiten]

    Kleine zangenförmige Anhänge, die die Oberfläche des Seeigels reinigen und mit Gift auch größere Angreifer in die Flucht schlagen können.

    Coelomsystem [Bearbeiten]


    Ambulakralfüßchen mit Saugnäpfen am Ende (wahrscheinlich Steinseeigel cf. Paracentrotus lividus)

    Der Innenraum der Seeigel ist durch eine Reihe von schlauchförmigen, flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen - dem Coelomsystem - gegliedert. Allen Seeigeln gemeinsam sind die Ambulakralfüßchen, dünne Schläuche, die sich durch Einpumpen von Flüssigkeit (Hämolymphe) bewegen.

    Mundapparat [Bearbeiten]

    Zum Abweiden ihrer Nahrung (Algen, Aufwuchs) besitzen die Seeigel einen speziellen Raspelapparat, die Laterne des Aristoteles.

    Fortpflanzung [Bearbeiten]

    Seeigel sind getrenntgeschlechtlich. Ei- und Samenzellen werden in großen Mengen ins Wasser abgegeben. Die planktonisch lebenden, bilateralsymmetrischen Sekundärlarven der Seeigel werden als Pluteus bezeichnet. Bei Seeigeln vor Elba wurde in ~40 m Tiefe die Bildung von Fortpflanzungsgruppen beobachtet. Dabei finden sich mehrere (10-30) Individuen an einem Ort zusammen, zum Großteil so nah, dass sie sich mit den Stacheln berühren. In diesen Gruppen werden dann gleichzeitig von vielen Tieren Ei- und Samenzellen abgegegeben und damit die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Befruchtuung deutlich erhöht.

    Nutzung [Bearbeiten]

    Die Eier gewisser Seeigel gelten in Japan als Delikatesse und werden als Uni (eine Sushi-Variante) gegessen. In Frankreich, Süditalien, Chile und Marokko, sowie zahlreichen anderen Ländern, sind die fünf Geschlechtsdrüsen der Seeigel, roh oder in Salzwasser gekocht, vor allem als Vorspeise beliebt.


    Im Japanischen wird der Seeigel als Uni bezeichnet, und ist auch unter diesem Namen auf der Speisekarte zu finden. Es handelt es sich um eine Spezialität (Chinmi) der japanischen Küche, die aus Eiern von verschiedenen Spezies von Seeigeln besteht. Insbesondere der Purpurfarbene Seeigel wird verwendet. Der Geschmack wird als mild, süßlich, fischig und etwas nussig beschrieben, variiert aber von Art zu Art etwas.

    Die Eier werden entweder kurz erhitzt gegessen, roh als Sashimi serviert oder als Bestandteil von Sushi verwendet.

    Uni scheint nach einer Umfrage auch in Japan Geschmackssache zu sein, da er bei einer Umfrage sowohl in der Liste der beliebtesten Sushi, direkt nach Toro (fetter Thunfisch) auf dem zweiten Platz steht, aber er steht auch auf der Liste der unbeliebtesten Sushi auf Platz zwei, nach Saba (Makrele). Bei Frauen steht er auf der Liste der unbeliebtesten sogar ganz oben. Es scheint so, als würden die Meisten ihn entweder lieben oder hassen. (Quelle Umfrage: japan-guide.com)

    Seeigeleier werden in 3 Qualitätsstufen (A, B, C) gehandelt. Besonders geschätzt wird hell gelber /oranger Rogen mit fester Struktur. Je dunkler und weicher die Eier sind, desto schlechter die Qualität. Uni kann je nach Qualität und Verpackung ca. 15 bis über 200 $ /kg kosten.

    Man kann ihn 5-6 Tage in Folie im Kühlschrank aufbewahren. Nach dem Einfrieren werden sie beim Auftauen jedoch weich.

    Uni wird zusammen mit Konowata (gepökelte Seegurkeninnereien) und Karasumi (getrockneter Meeräschenrogen) als eine der 3 größten Delikatessen Japans (nippon sandai chinmi) angesehen. Uni steht zudem im Ruf, ein Aphrodisiakum zu sein.

    Die Nachfrage in Japan übersteigt daher das Angebot, so dass einige Länder, wie Chile und die USA (Kalifornien und Alaska) Seeigeleier nach Japan exportieren. In Korea sind die Eier ebenfalls beliebt, in Chile werden sie traditionell gegessen und als erizo bezeichnet. In Kalifornien hat sich die Uni-Herstellung mit 2004 ca. 21 Mio$ Jahresumsatz, von denen ca. ein Drittel in den USA konsumiert wird, fest etabliert und kann die derzeit stark steigende Nachfrage der wachsenden Zahl von Sushi-Restaurants kaum befriedigen.


    Regulärer Seeigel - Echinometra mathaei


    Irregulärer Seeigel - Herzseeigel Echinocardium cordatum


    Sanddollar - Mellita longifissa (Pazifikküste, Ecuador)


    Kurzstachliger Seeigel


    Lanzenseeigel


    Seeigel mit ausgefahrenen Tentakeln


    Schwarzer Seeigel Arabacia lixula aus dem Mittelmeerraum



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