Kontakt zum Kind?

www.tews.at
Verfügbare Informationen zu "Kontakt zum Kind?"

  • Qualität des Beitrags: 0 Sterne
  • Beteiligte Poster: Nachfolgefrau - patchworker
  • Forum: www.tews.at
  • Forenbeschreibung: Foren Österreichisches Recht
  • aus dem Unterforum: psychologische Fragen
  • Antworten: 7
  • Forum gestartet am: Sonntag 21.01.2007
  • Sprache: deutsch
  • Link zum Originaltopic: Kontakt zum Kind?
  • Letzte Antwort: vor 16 Jahren, 1 Monat, 28 Tagen, 23 Stunden, 41 Minuten
  • Alle Beiträge und Antworten zu "Kontakt zum Kind?"

    Re: Kontakt zum Kind?

    Nachfolgefrau - 24.01.2007, 21:17

    Kontakt zum Kind?
    Vorgeschichte:
    Es wurde diskutiert, warum Kinder sich nach der Scheidung vom Vater abwenden und dies sogar bei JA/Gericht/SV zu Protokoll geben. Es wurde u.A. damit begründet, dass Kinder sich für ein Elternteil entscheiden, wenn ihnen der Druck des elterlichen Streits zu groß wird.

    In diesem Zusammenhang kam folgender Appell an die Väter, sich trotzdem nicht zurückzuziehen:
    "Also wenn ich das so lese unter anderem "Rückzug des Vaters" glaube ich, dass das Kind denkt "Der Papa mag mich nicht mehr" (oder so ähnlich). Gerade in solchen Situationen sollte man als KV Stirn bieten und erst recht dem Kind zeigen "Ich bin für dich da und ich bemühe mich den Kontakt zu dir aufrecht zu erhalten".

    Hat nun jemand brauchbare Vorschläge das "WIE?" betreffend?
    Ohne persönliche, telefonische oder briefliche Kontaktmöglichkeit, ohne Obsorge, ohne Besuchsrecht, und neuerdings unter der Bedrohung einer "Stalking"-Anzeige wenn man zB das Kind mal vor der Schule besucht?
    Wie kann man da dem Kind klarmachen, dass man täglich an es denkt und alles versucht?
    LG, Nachfolgefrau



    Re: Kontakt zum Kind?

    patchworker - 25.01.2007, 10:58

    anregungen..
    liebe nachfolgerfrau
    ich hab jetzt auch hier her gefunden :)
    was du beschreibst, ist mein beruflicher alltag. normalerweise kommen die kinder zu mir - und im zuge der "weiterbildung" überlege ich natürlich auch, wie man eltern/vätern sinnvoll begegnen kann. deshalb meine überlegungen, wobei ich leider auch noch keinen stein der weisen gefunden habe.

    kinder, die keinen kontakt zu einem elternteil haben, leiden. je nach dem, in welchem alter der kontaktabbruch stattfand (das bahnt sich ja lange vor einer scheidung an) - kommt es auch zu entwicklungsbedingten "stillständen" oder fehlentwicklungen. (sehr gut nachzulesen in helmuth figdor - kinder aus geschiedenen ehen).

    die ursachen, warum es zu einem kontaktabbruch kommt, sind wirklich vielfältig, und vielleicht wäre es auch einmal interessant, hier aus fachlicher sicht das zu diskutieren (ich habe unzählige studien und diplomarbeiten bei mir liegen zu dieser thematik).

    wenn so, wie du beschreibst, ein kontakthalten wirklich nicht möglich ist, rate ich dem betroffenen elternteil dazu, briefe zu schreiben und sie zu containen, also aufzuheben. briefe an das kind, wo keine anklagen drinnen stehen (nicht als mülleimer benützen), sondern briefe über den alltag des elternteils, über veränderungen in familie und beruf, wie war weihnachten, wie habe ich an dich gedacht etc. - hier möglichst kongruent zu bleiben ist wichtig, setzt aber auch voraus, dass ich mit mir im reinen bin, d.h. meinen frust möglichst irgendwie "bearbeitet" habe. erfahrungsgemäß kommt eine zeit, wo das betreffende kind es schafft, sich vom obsorgeberechtigten elternteil abzulösen - typisches beispiel hierfür die pubertät, wo finale autonomieschritte gesetzt werden. man darf nicht vergessen, den betroffenen eltern zu sagen, dass das kind sich ja weiterentwickelt. allerspätestens aber, wenn das kind selber elternteil wird, bricht das abwehrsystem auf und der abhandengekommene elternteil rückt in greifbare nähe - spätestens jetzt ist eine gelegenheit, gespräche zu suchen, oder zu finden, und auch mitzuteilen, dass man all die jahre briefe geschrieben hat und ob der erwachsene/das kind diese lesen möchte.

    ich weiß, dass das ein schwacher trost für die verlorenen jahre ist, ich kann aber leider auch nichts besseres anbieten - die wut über die verlorenen jahre ist gerechtfertigt, darf aber nie das kind treffen.

    ich möchte betroffene eltern ermuntern, hilfe zu suchen!

    danke fürs thema, ich finde deine beiträge immer wieder guttuend

    lieber gruß
    eva



    Re: Kontakt zum Kind?

    patchworker - 25.01.2007, 10:59


    huch, das soll in den nachfolgefrauenfred.
    admi, kannst du das verschieben? ich gelobe besserung.
    danke

    Kein Problem, Beitrag wurde hierher verschoben.
    Nachfolgefrau



    Re: Kontakt zum Kind?

    Nachfolgefrau - 25.01.2007, 12:47

    Re: anregungen..
    patchworker hat folgendes geschrieben: liebe nachfolgerfrau

    kinder, die keinen kontakt zu einem elternteil haben, leiden. je nach dem, in welchem alter der kontaktabbruch stattfand (das bahnt sich ja lange vor einer scheidung an) (...)

    wenn so, wie du beschreibst, ein kontakthalten wirklich nicht möglich ist, rate ich dem betroffenen elternteil dazu, briefe zu schreiben und sie zu containen, also aufzuheben. (...) . ist wichtig, setzt aber auch voraus, dass ich mit mir im reinen bin, d.h. meinen frust möglichst irgendwie "bearbeitet" habe.
    erfahrungsgemäß kommt eine zeit, wo das betreffende kind es schafft, sich vom obsorgeberechtigten elternteil abzulösen - typisches beispiel hierfür die pubertät, wo finale autonomieschritte gesetzt werden. (...) spätestens jetzt ist eine gelegenheit, gespräche zu suchen, oder zu finden, und auch mitzuteilen, dass man all die jahre briefe geschrieben hat und ob der erwachsene/das kind diese lesen möchte.
    danke fürs thema, ich finde deine beiträge immer wieder guttuend
    lieber gruß
    eva

    Liebe Eva, diesen Weg hat mein Mann - der mit sich selbst sehr im Reinen ist und auch keinerlei Frust empfindet (sonst wäre unsere Ehe nicht so glücklich und unbelastet) - bereits eingeschlagen. Er schreibt Karten und Briefe, die das Kind vielleicht gar nicht erhält und schickt sie dem Kind, behält aber eine Kopie.

    Der Kontaktabbruch des eigentlich als Papa-Kind aufgewachsenen Kindes fand unmittelbar mit der Scheidung statt, da war das Kind 10. Während des Verfahrens selbst war noch sehr schöner Kontakt möglich... die Gründe für den Abbruch liegen daher etwas im Dunklen.

    Mein Mann hofft jetzt auch die Pubertät des mittlerweile 11,5jährigen Kindes und hält sozusagen die Türen offen.
    Meine Frage war aber, was kann man JETZT tun. Auf die Zukunft zu hoffen ist halt auch manchmal schwer...

    PS.: Ich bekam die von meinem Papa geschriebenen Briefe mit etwa 30 Jahren, nach dem ich 19 Jahre lang keinen Kontakt hatte. Aber er hatte geschrieben! Meine Mutter hatte diese Briefe abgefangen.

    LG, Nachfolgefrau :?



    Re: Kontakt zum Kind?

    patchworker - 26.01.2007, 21:55


    liebe nachfolgefrau,
    rechtlich gesehen weiß ich es nicht, aber da bist du eh gut bedient mit el tews. du schreibst im ausgangsposting auch von stalking-vorwürfen.... da scheint die situation doch eher zu eskalieren.

    und dem allen entnehme ich auch, dass mit der mutter keine gespräche möglich sind? es gibt noch die möglichkeit des besuchscafes - aber ich glaube fast, das habt ihr auch schon probiert? wenn die ablehnung des elternteils vom kind auch kommt, kann man eigentlich nichts tun (ich komme gerade von einer intervision mit einer kollegin, wo genau das der fall ist und leider auch nichts geht).

    etwas machen - ich kann mir vorstellen, dass man da unheimlichen druck aufbaut in der hilflosigkeit und ohnmacht. hoffen, dass die mutter das kind einer psychotherapie zuführt, und dort ich-stärkend an der autonomie gearbeitet wird. und ich meine das wirklich ernst.

    alles gute
    eva



    Re: Kontakt zum Kind?

    Nachfolgefrau - 27.01.2007, 00:13


    patchworker hat folgendes geschrieben: liebe nachfolgefrau,
    rechtlich gesehen weiß ich es nicht, aber da bist du eh gut bedient mit el tews. du schreibst im ausgangsposting auch von stalking-vorwürfen.... da scheint die situation doch eher zu eskalieren.
    und dem allen entnehme ich auch, dass mit der mutter keine gespräche möglich sind? es gibt noch die möglichkeit des besuchscafes - aber ich glaube fast, das habt ihr auch schon probiert?
    etwas machen - ich kann mir vorstellen, dass man da unheimlichen druck aufbaut in der hilflosigkeit und ohnmacht.
    alles gute
    eva

    Hallo!
    Ja, mein Mann ist mit "El Tews" sehr gut bedient. Und ja, Stalkingvorwürfe sind absolut zu befürchten, sollte mein Mann Kontakt zum Sohn suchen.
    Mit der Mutter gibt es keinerlei Kontakt, ihre Geheimnummern verhindern auch Telefonate.
    Besuchscafe? Soweit kam es gar nicht. Der Richter hat -trotz positiven Gutachtens- das Besuchsrecht einfach abgelehnt.
    Mein Mann baut keinen Druck wg. Ohnmacht und Hilflosigkeit auf. Er ist ein sehr sehr starker Mann und kann auch sehr gut abschließen.

    Die Türen für seinen Sohn stehen jederzeit offen. Man hofft auf die Zukunft (und manchmal hofft man auch auf die 2. Instanz - Verfahren ist anhängig).

    Danke für dein Interesse,
    Nachfolgefrau



    Re: Kontakt zum Kind?

    patchworker - 27.01.2007, 21:27


    li ebe nachfolgefrau
    kurzes feedback zu "man hofft auf die zukunft"

    ICH hoffe für euch auf die zukunft :)
    alles liebe
    eva



    Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken



    Weitere Beiträge aus dem Forum www.tews.at



    Ähnliche Beiträge wie "Kontakt zum Kind?"

    Hugh als Kind - Vampira (Dienstag 20.03.2007)
    flotte von Some Kind of Monster - Some Kind of Monster (Samstag 15.04.2006)
    Ich King Jack bin ein kleines dummes Kind!!! - mich (Samstag 18.03.2006)
    WHAT KIND OF MUSIC - Aventy (Mittwoch 07.12.2005)
    |~>Mondblume, das Kind der Mondblumen<~| - Mondblume (Sonntag 26.08.2007)
    Kontakt - lucaaa (Montag 20.08.2007)
    Kontakt zum Administrator - Spinnie (Sonntag 21.10.2007)
    Kontakt/IRC/ICQ und Co. - Basti (Donnerstag 06.09.2007)
    Dosia Demon: Kollaboalbum mit Hirntot - derBO (Samstag 23.02.2008)
    Wer von euch "übt" noch an einem Kind? - Tiffy (Donnerstag 24.05.2007)