WEF - Na und?

Schiffland-Gymnasium Tirschenien ( SGT ) --- Antipu
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    Re: WEF - Na und?

    legalillegal - 23.01.2007, 19:36

    WEF - Na und?
    Es gibt auch kritische Ansätze in Sachen WEF, Kapitalismus und dem Widerstand dagegen. Folgendes Schreiben findet sich auf der Webseite des Bündnis gegen Kapital und Nation (bgkn*): http://www.bgkn.tk


    WEF - Na und?

    Weg mit ausbeuterischen Grosskonzernen! Weg mit raffgierigen Managern! Weg mit den Bonzentreffen! Das klingt alles furchtbar radikal, doch was da allenthalben gefordert wird, verändert den Zustand der Welt bloss geringfügig und stützt das Bestehende. So werden bloss vermeintlich besonders schlimme Auswüchse angeprangert, statt den Kapitalismus als Ganzes ins Blickfeld zu nehmen. Auch ohne Grosskonzerne muss man morgens um halb sieben Uhr aufstehen und täglich seine Arbeitskraft verkaufen. Wenn die Manager weg sind, dann fliesst beispielsweise mehr Geld in den Verwaltungsrat und den Akkumulationsfonds. Und wenn die «Bonzentreffen» nicht mehr stattfinden, werden die politischen Rahmenbedingungen der kapitalistischen Wirtschaft anderweitig geregelt. Kurz: Der Kapitalismus funktioniert mitsamt seinen Begleiterscheinungen auch ganz gut, wenn all die moralischen Forderungen umgesetzt würden.

    Diesen Forderungen liegt nebst dem Versuch, mittels populistischer Parolen an die «Massen» zu gelangen häufig ein grundsätzliches Missverständnis von der Funktion des Kapitalismus zugrunde: Der Kapitalismus zeichnet sich gerade nicht dadurch aus, dass er von einzelnen unmoralischen Managern oder besonders ausbeuterischen Unternehmen beherrscht oder gesteuert wird. Vielmehr sind diese selbst ökonomischen Zwängen unterworfen. In der kapitalistischen Logik der Konkurrenz ist das einzelne Unternehmen bei Gefahr des Untergangs gezwungen, die Profite möglichst hoch zu halten. Das bedeutet, dass sie Lohnkürzungen, Entlassungen und Verlagerungen der Produktion umsetzen müssen, wenn ihre Konkurrenten dies tun. Genau darum können sich die ArbeiterInnen nur kollektiv und in der globalisierten Wirtschaft weltweit zur Wehr setzen.

    Versucht sich ein Unternehmen diesem Zwang zu entziehen, wird es früher oder später von der Konkurrenz aufgefressen. Da das funktionieren der Wirtschaft nicht alleine durch die Konkurrenz (oder die viel genannte «unsichtbare Hand des Marktes») gewährleistet werden kann, benötigt das Kapital politische Regulierungsinstanzen, welche die Verwertungsbedingungen garantieren. Was sich am WEF trifft, ist das Personal eben dieser Instanzen, welches alljährlich wieder versucht, Perspektiven für das Kapital zu eröffnen und Krisentendenzen abzufedern. Doch statt nun dieses Personal zu brandmarken und durch diese Personalisierung die wirklichen Ursachen aus den Augen zu verlieren, muss die kapitalistische Gesellschaft als Ganzes umgestürzt werden.

    Denn diese kapitalistische Gesellschaftsform bedeutet: Statt dass alle gemeinsam über die Produktion bestimmen, werden die ArbeiterInnen von den Produktionsmitteln getrennt und dadurch gezwungen, immer wieder aufs Neue ihr einziges Gut zu verkaufen: ihre Arbeitskraft. Für diesen beständigen Verkauf erhalten sie einen Lohn, der immer unter dem Wert des von ihnen produzierten bleiben muss (sonst macht das Unternehmen keinen Profit). Das Problem, mit welchem wir es zu tun haben, ist also ein strukturelles, ein Problem des Kapitalismus als Gesellschaftsform. Und eben diese gilt es dort anzugreifen, wo sie täglich produziert und reproduziert wird: in unserem Alltag am Arbeitsplatz, in der Schule, an der Uni. In unserem täglichen und zwangsweisen Funktionieren sind wir alle mehr oder weniger rund laufende Rädchen des Ganzen. Dieser Tatsache kann man sich auch nicht entziehen, indem man einen Tag im Jahr auf die Strasse geht um seinen Unmut über Bonzen rauszuschreien und den McDonald´s boykottiert. Der Kapitalismus kann nur dort effektiv bekämpft werden, wo er (re)produziert wird. Genau darum muss man sich im Alltag organisieren und in jene Kämpfe intervenieren, die sich an den Bruchstellen der Gesellschaft abspielen.

    Will man den Kapitalismus abschaffen, ist es falsch die Welt in gutes und böses Kapital einzuteilen. McDonald´s ist bei genauerer Betrachtung eben nur die erfolgreichere Variante des Hamburgerstandes von nebenan, trotzdem sind beide der gleichen kapitalistischen Logik des Wirtschaftens unterworfen. Nur wenn wir den Kapitalismus als das begreifen, was er ist – nämlich ein alles durchdringendes gesellschaftliches Verhältnis – können wir eine ernsthafte Perspektive entwickeln, die jenseits von Ausbeutung und Ungleichheit liegt. In diesem Sinne: Den kapitalistischen Alltag durchbrechen!

    jojo... das wär mal der text den ich angefragt habe...

    ne andere diskusion im forum von: http://www.aktiv-unzufrieden.ch



    Re: WEF - Na und?

    chrishtl - 23.01.2007, 21:47


    Ich find den Text an sich nicht schlecht - der Autor denkt mal weiter und will das Problem an der Wurzel anpacken. Er bringt auch eine Lösuch, die schön klingt: "Den kapitalistischen Alltag durchbrechen!" Aber wie stellt er sich das vr? Hab ich es nur überlesen? Ich finde im ganzen Text keine Vorschläge, was er (oder sie) machen würde. Den Alltag zu durchbrechen mag ja schön und gut sein aber wie soll es gehen - wie es nicht geht ist ja ausführlich beschrieben^^



    Re: WEF - Na und?

    legalillegal - 28.01.2007, 20:49


    Kann ich dir leider noch nicht beantworten...

    Der Text ist erst neu draussen.. Die Vorträge und Diskusionen kommen erst.

    (Sorry, wenns zu lange gehen sollte..
    aber du kannst ja bestimmt mal darüber nachdenken? ;) )



    Re: WEF - Na und?

    Twitch - 28.01.2007, 21:29


    Wenn man die bisherigen Manager und Vorstandsvorsitzende und das ganze Zeugs "verräumt", dann holen sich andere die fetten Gewinne. Bringt nichts, wenn ihr mich fragt, solang es Menschen gibt, gibt es Ausbeuter.



    Re: WEF - Na und?

    legalillegal - 03.02.2007, 18:23


    Twitch hat geschrieben:
    Zitat: Wenn man die bisherigen Manager und Vorstandsvorsitzende und das ganze Zeugs "verräumt", dann holen sich andere die fetten Gewinne. Bringt nichts, wenn ihr mich fragt, solang es Menschen gibt, gibt es Ausbeuter.

    Genau das wird im Text ja auch vertreten.
    *Weg mit ausbeuterischen Grosskonzernen! Weg mit raffgierigen Managern! Weg mit den Bonzentreffen!* Das klingt alles furchtbar radikal, doch was da allenthalben gefordert wird, verändert den Zustand der Welt bloss geringfügig und stützt das Bestehende. So werden bloss vermeintlich besonders schlimme Auswüchse angeprangert, statt den Kapitalismus als Ganzes ins Blickfeld zu nehmen.


    Die meisten "linken" sehen das so: Der Manager/die Bonzen ist an allem schuld, der Kapitalismus wird voll personifiziert.

    Genau das ist aber falsch! das ist die Falsche Marxistische Kapitalismus kritik (auch verkürzte Kritik genannt > bei uns einfach falsch!)

    Der Kapitalismus ist aber ein System, das auch ohne den einten Manager funktioieren kann, nimmt man hald n'anderen oder?


    ** Das sind so Demoparolen von personen dies eben nicht kapiert haben...



    Re: WEF - Na und?

    chrishtl - 03.02.2007, 23:19


    Also ich hab Zeit und Bock dazu, ich schreib einfach mal was mir einfällt und geringfügig zum Thema passt...
    Der Mensch neigt dazu, Besitztümer anzuhäufen. Das liegt in seiner Natur, und es ist gut so. Er sorgt damit für sich selber und die, die ihm nahestehen, wenn er dies nicht machen würde, dann würde er zugrunde gehen. Allerdings gibt es manche, die es übertreiben und andere Leute ausbeuten. Damit es nicht zu extrem wird, gibt es dann noch den Staat mit seinen Gesetzen und Vorschriften, um die Ausbeuter einzuschränken und die weniger Bemittelten zu unterstützen. Das sind einmal die Grundstrukturen, laut Marx heissen sie Kapitalisten, Proletariat und Staat.

    Jetzt gibt es die zwei Extremstrukturen, Kommunismus und Kapitalismus. Zu den Vorteilen des Kommunismus zählen, dass keiner benachteiligt wird und alle gleich viel haben. Der Nachteil an der Sache ist, dass es den Grundprinzipien des Menschen widerspricht. Der Mensch hat Eigenschaften wie Neid, Gier und Egoismus, die sich nicht einfach auslöschen lassen. Er wird immer ein paar Grundzüge davon behalten, deshalb ist der reine Kommunismus zum Scheitern verurteilt.
    Beim Kapitalismus ist der Vorteil, dass jeder Mensch die Früchte seiner Arbeit trägt. Man arbeitet nicht für eine Gemeinschaft, sondern für sich selbst; dementsprechend ist auch die Arbeitsmoral höher. Dieses System ist viel produktiver wie der Kommunismus. Nachteile sind, dass einige unverschuldet schlechter dastehen (Behinderte, Kranke,...) und dass nicht jeder die gleichen Chancen hat (reiche Kinder gehen auf bessere Schulen...).
    Das beste System ist ein Mittelweg aus beiden; man versucht, die Vorteile aus beiden zusammenzulegen und die Nachteile zu kompensieren. Jeder Mensch soll soviele Freiheiten wie möglich haben und für sein eigenes Wohl arbeiten, jedoch soll auch jeder ein Mindestmaß an Besitz haben. Dafür hat man den Staat gegründet, in dem wieder jeder mitbestimmen kann. Der Staat regelt die freie Marktwirtschaft so, dass es keinem zu schlecht geht; er schränkt die Kapitalisten ein und fördert das Proletariat. Ohne ihn würde es den Arbeitern viel schlechter gehen und die Firmenchefs mit ihren Privatarmeen die Welt regieren.
    Allerdings gibts hier auch ein paar Probleme. Manche Reichen halten sich nicht an die Gesetze (Schmiergelder, Monopole,...) oder manche Armen halten sich nicht dran (Sozialschmarotzer,...). Manchmal macht auch der Staat Fehler (Arme fallen durch das soziale Netz oder Reiche bestechen Beamten um weniger Steuer zu zahlen), dann gibt es immer riesiges Geschrei, weil der Staat sich ja keine Fehler erlauben darf.

    Im Großen und Ganzen gehts uns aber gut, besser wie in jedem anderen Winkel der Welt. Doch wenn es den Leuten gut geht und sie nicht ums überleben kämpfen müssen, dann denken sie darüber nach, was ihnen noch fehlt. Das ist auf der einen Seite gut; das ständige Streben nach Verbesserung führt zum Fortschritt; auf der anderen Seite führt es auch zu Unzufriedenheit. Dann kommt man auf Ideen, was man kritisieren könnte und was man verbessern könnte. Und so entsteht auf der Arbeitgeberseite der Wunsch nach freier Marktwirtschaft und auf Arbeinehmerseite der Wunsch nach Sozialismus, Kommunismus oder auch Anarchie.

    Dann muss man sich auf einen Mittelweg einigen, doch der ist schon längst gefunden. Und so dreht sich die Welt im Kreis...

    So ich mach mal Schluss. Das Ganze was ich geschrieben hab ist vollkommen klar und hat jeder voneuch auch schon gewusst denk ich, aber ich habs trotzdem nochmal reingeschrieben und meine eigene Bewertung angefügt^^



    Re: WEF - Na und?

    Twitch - 04.02.2007, 13:45


    Zitat: ** Das sind so Demoparolen von personen dies eben nicht kapiert haben...

    Glaub mir ich weiß wovon ich rede. Ich kenne das komplette Manifest der kommunistischen Partei und das Kapital in Auszügen, also sag mir nicht ich hab keine Ahnung davon.
    Es ist nämlich genau das, was DU nicht verstehst. So ein System funktioniert nicht, weil es immer Menschen gibt, die mehr als andere wollen und sich somit einen Vorteil verschaffen, außerdem muss ein Großkonzern von irgendjemand geleitet werden (die Lohne find' ich auch unverschämt).
    Du sagst, du willst keine Großkonzerne mehr? Nur was machst du ohne sie? Dann guck mal in deinem Haushalt wie viele Geräte du von Sony und anderen Konzernen hast.



    Re: WEF - Na und?

    legalillegal - 04.02.2007, 19:26


    ***Weg mit ausbeuterischen Grosskonzernen!
    ***Weg mit raffgierigen Managern!
    ***Weg mit den Bonzentreffen!
    <<<< DAS SIND DIE DEMOPAROLEN VON DEN LINKEN DIES NICHT KAPIERT HABEN!!!!!!!

    sorry wenn ichs falsch aufgereiht oder irgendwie kurios geschrieben habe!

    ich kenn das Manifest der kommunistischen Partei auch! Und ich hab mit Leuten riesige Diskusionen und Gespräche über das Kapital geführt (und auch jetzt noch) !!!
    Erzähl du mir also nicht ich hätte da was falsch verstanden.

    Ja mein Haushalt ist voll von solchen Geräten und ich bin auch dafür! Eben genau darum, weil die Arbeiter auch ohne den fetten Grosskonzern arbeiten gehen muss, also kommts echt nicht drauf an wo!!!



    Re: WEF - Na und?

    Twitch - 04.02.2007, 20:27


    Ach haben wir uns doch alle wieder lieb. Ich mein diese Diskussion bringt eh nichts, da ich meinen Standpunkt vertrete und weiterhin vertreten werde und du wohl deinen. :P

    Zitat: ich kenn das Manifest der kommunistischen Partei auch!
    Ich habs als Hörbuch. ;)

    Zitat: Ja mein Haushalt ist voll von solchen Geräten und ich bin auch dafür! Eben genau darum, weil die Arbeiter auch ohne den fetten Grosskonzern arbeiten gehen muss, also kommts echt nicht drauf an wo!!!
    Wenn man die Großkonzerne "auflöst" oder unter Zwang setzt, werden wohl erstmal noch mehr Arbeitsplätze verloren gehen, die vielleicht erst mittel- oder langfristig wieder aufgebaut werden und ich glaub da würde kein Politiker mitmachen.

    So nun haben wir uns alle wieder lieb. :P Diskussion gerne, aber keine so aggressive. Das gilt auch für mich...



    Re: WEF - Na und?

    legalillegal - 07.02.2007, 17:15


    Okay höhö :D war eh shon nicht so gut gelaunt, hast mir grad noch den rest gegeben :P

    Sorry



    Zitat: Ich habs als Hörbuch.

    woher hastn das?? :P



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