Rettungsdienst im Kostenstreit mit den Krankenkassen

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    Re: Rettungsdienst im Kostenstreit mit den Krankenkassen

    Pedder - 19.01.2007, 14:37

    Rettungsdienst im Kostenstreit mit den Krankenkassen
    Rettungsdienst im Kostenstreit mit den Krankenkassen

    In ganz Bayern hat das BRK bei der Rettung von Verletzten aufgrund der fortgesetzten Blockadehaltung der gesetzlichen Krankenkassen ein großes finanzielles Risiko zu tragen.

    Trotz gesetzlicher Verpflichtung weigern sich die Kassen seit mittlerweile fast drei Jahren, dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK) die Kosten für Rettungseinsätze zu erstatten. Das BRK leistet rund 86 Prozent des Rettungsdienstes im Freistaat. Seit 2004 wird dem Rettungsdienst der größten bayerischen Hilfsorganisation bis heute die Erstattung nachgewiesener Kosten durch die Kassen vorenthalten. Mit 2006 sind dies voraussichtlich über 10 Millionen EURO. Lediglich Abschlagszahlungen werden geleistet. Die Differenz muss das BRK mit Krediten finanzieren, die weitere Kosten verursachen.

    Nach den Worten des BRK-Bereichsleiters Klemens Reindl ist die fortlaufende Finanzierung des BRK-Rettungsdienstes somit ernsthaft gefährdet. Reindl: Wir können eine flächendeckende Versorgung verletzter Menschen vor diesem Hintergrund auf Dauer in dieser Qualität nicht mehr gewährleisten. Deshalb muss sich die Hilfsorganisation für die Kosten von 2005 bereits auf ein langwieriges gerichtliches Verfahren einlassen und hat Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht.
    Kurz vor Weihnachten sind die Verhandlungen mit den Kassen für den Etat für 2006 gescheitert. Nach Berechnungen des BRK belaufen sich die Kosten für das vergangene Jahr für den Rettungsdienst Bayern für alle Durchführenden auf rund 310 Mio. Reindl: Das Angebot der Kassen liegt bei 300 Mio. Euro. Für 10 Mio. EURO entstandene Kosten gibt es keine Erstattung. Die Verantwortung dafür haben ganz allein die Kassen zu tragen , stellte der Rettungsdienstchef klar.

    Wie Reindl versicherte, habe das BRK den Kassen unter Führung der AOK Bayern seit Anfang 2005 in nicht weniger als 16 langwierigen Verhandlungsrunden die Kostenstrukturen des Rettungsdienstes bis ins kleinste Detail offen gelegt. Die Krankenkassen hätten bislang nur pauschale Kritik geübt und seien nicht bereit gewesen eine sachliche und inhaltliche Diskussion zu führen. So sind sie nicht bereit den erhöhten Sachaufwand oder die gestiegenen Spritkosten für 2006 zu finanzieren. Ein weiterer Streitpunkt sind auch die Kosten für das Personal. Reindl bezeichnete daher die Haltung der Kassen als fahrlässig und verantwortungslos . Kurz vor Weihnachten habe die Kassenseite die vorläufig letzte Verhandlungsrunde scheitern lassen.

    Insbesondere bei den Personalkosten sind nach den Worten des Bereichsleiters für den BRK-Rettungsdienst die Aufwendungen aufgrund einer hohen Quote ehrenamtlich tätigen Personals äußerst moderat. Nach Feststellung des Bayerischen Obersten Rechnungshofes sparen sich Staat und die Kostenträger im Rettungsdienst jährlich 25 Millionen EURO durch das Engagement der BRK-Ehrenamtlichen. Dennoch haben die Krankenkassen laut Reindl die Kosten seit 2004 eingefroren. Das Angebot der Krankenkassen für die Kostenerstattung liege 2006 sogar noch unter dem Niveau von 2004.

    Das BRK habe, so der Rettungsdienstchef, bis ins Kleinste vorgerechnet, welche Kostensteigerungen für das flächendeckende Versorgungsnetz angefallen sind. Die Notfallversorgung erfordere es, dass ein Rettungsfahrzeug rund um die Uhr mit qualifiziertem Personal, wovon ein nicht geringer Teil hauptamtlich beschäftigt sei, besetzt sein müsse. Hier würden Lohnsteigerungen durch Tariferhöhungen anfallen. Aber seit 2004 haben die Mitarbeiter keine Lohnanpassung erhalten. So könne man mit Menschen, die obendrein äußerst engagiert seien, auf Dauer nicht umgehen.

    Ferner müsse ein Einsatzfahrzeug heute mit lebensrettender High-Tech-Ausstattung ausgerüstet sein, was beträchtliche Betriebskosten zur Folge habe. Laut Klemens Reindl fallen außerdem beim Rettungsdienst im Flächenstaat Bayern jährlich 35 Millionen Fahrt-Kilometer an: Allein die steigenden Spritkosten können wir nicht kompensieren.

    Nach dem bayerischen Rettungsdienstgesetz müssen die Kassen die anfallenden Kosten für den Rettungsdienst ersetzen. Er habe durchaus Verständnis für die Finanzsituation der Kostenträger, betonte Reindl. Er könne aber nicht nachvollziehen, dass die Kassenbeitragskosten in diesem Jahr erneut steigen und die Leistungen für den Rettungsdienst sinken.

    Der Rettungsdienstchef: Die Kassen spielen auf Kosten von Patienten und der BRK-Mitarbeiter auf Zeit, da der Weg über die Schiedsstellen oder Gerichte langwierig und zeitintensiv ist. In den vielen Verhandlungen habe er außerdem den Eindruck gewonnen, dass die Kassen die Strategie einer schleichenden, stetigen Kürzung durch die Hintertür verfolgten. Auf Qualitätseinbußen mit reduzierter Versorgung zum Beispiel durch eine Ausdünnung des Rettungswachen-Netzes werde sich das BRK vor dem Hintergrund seiner Verantwortung nicht einlassen.

    Der Landesarzt des Bayerischen Roten Kreuzes und Würzburger Notfall-Mediziner Prof. Peter Sefrin verdeutlichte den Standpunkt von Bayerns größter Hilfsorganisation aus ärztlicher Sicht: Wir müssen Menschenleben retten und dafür die notwendigen materiellen und personellen Ressourcen haben. Aus diesem Grund können wir die Haushaltspolitik der gesetzlichen Krankenkassen nicht nachvollziehen und erst recht nicht akzeptieren. Die Kassen sollten endlich respektieren, was sie durch eine präklinische Notfallmedizin an immensen Folgekosten sparen, forderte der Mediziner. Beabsichtigte Kürzungen für den Rettungsdienst in einer Größenordnung von drei Prozent für das vergangene Jahr ließen daher an dem Verständnis der Verhandlungsführer zweifeln. Zu diesem Schluss müsse man zwangsläufig kommen, wenn man die bundesweiten Steigerungsraten von 26 Prozent bei den Krankenhausbehandlungskosten und 10 Prozent bei den Arzneimittelkosten ins Verhältnis setze. Prof. Sefrin sieht in der Novellierung des BayRDG eine gute Chance, um für die notwendige Sicherheit der Durchführenden zu sorgen.


    Quelle: Neumarkt-tv.de

    http://www.neumarkt-tv.de/default.aspx?ID=378&showNews=65829



    Re: Rettungsdienst im Kostenstreit mit den Krankenkassen

    Illuminati - 20.01.2007, 10:51


    Man beachte kurz diesen Abschnitt...
    Zitat: ...Nach Feststellung des Bayerischen Obersten Rechnungshofes sparen sich Staat und die Kostenträger im Rettungsdienst jährlich 25 Millionen EURO durch das Engagement der BRK-Ehrenamtlichen...
    :n26: :n130: :n139:



    Re: Rettungsdienst im Kostenstreit mit den Krankenkassen

    RA_a.D. - 20.01.2007, 14:33


    Ganz grosser Sport von den Kassen. Natürlich auch vom BRK. 25% Ehrenamtlichkeit...au man wohin soll das noch führen?



    Re: Rettungsdienst im Kostenstreit mit den Krankenkassen

    Illuminati - 20.01.2007, 16:04


    Das frage ich mich auch... Die Sache mit den Ehrenamtlichen kann wirklich nicht wahr sein, aber ich habe auch schon immer gesagt, dass uns das Ehrenamt im Rettungsdienst über kurz oder lang zum Verhängnis wird.



    Re: Rettungsdienst im Kostenstreit mit den Krankenkassen

    Illuminati - 20.01.2007, 16:08


    Habe den Beitrag mal hierher verschoben...



    Re: Rettungsdienst im Kostenstreit mit den Krankenkassen

    Pedder - 22.01.2007, 11:46


    Frei nach dem Motto: Wir löschen mal schnell eine Berufsgruppe aus.....!

    Warum hat man eigentlich den Beruf Rettungsassistent geschaffen ? Die Leute sind doch eh alle zu teuer.

    Hauptsache die Vorstandsgehälter und Diäten stimmen !

    Gruß
    Pedder



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