Namenlos

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    Re: Namenlos

    Sahidya - 17.01.2007, 16:27

    Namenlos
    Mit einem sanften Lächeln lehnte Sahidya sich in ihrem Stuhl zurück, und blickte auf ihren schlafenden Gefährten. Sie waren erst spät aus Westfall zurück gekehrt und danach beinahe sofort ins Bett gefallen, nur um dicht aneinander geschmiegt einzuschlafen. Nicht einmal die Decke hatten sie noch über sich gezogen. Leise und geschmeidig erhob sie sich, und breitete sacht eine weiche Wolldecke über ihm aus. Kurz streichelte sie noch einmal über seine Wange, dann wandte sie sich wieder dem Tisch zu und setzte sich nieder. Möglichst leise öffnete sie einen Beutel und zog ein schmales, in abgewetztes, rotes Leder gebundenes Buch heraus. Ihm folgten eine Feder und ein wenig kostbare Tinte, sorgfältig verschlossen in einem Kristallfass. Langsam blätterte sie die dicht an dicht beschriebenen Seiten des Buches durch, bis sie zur ersten freien Seite darin kam.

    Sie schloss die Augen, rieb sich leicht über die Schläfen und ließ die letzten Tage noch einmal Revue passieren. So viel war einst geschehen, noch viel mehr war nun im Begriff zu geschehen, und sie selbst fand sich mitten in einem Strudel von Ereignissen wieder. Zwar wusste sie nun, wo sie hingehörte, wusste, dass sie nicht allein war, doch trotz allem wusste sie immer noch nicht, was nun geschehen sollte, was aus ihr nun werden würde. Wieder wanderten ihre Blicke zum Schlafenden herüber. Das Einzige was sie wusste, war dass sie ihn brauchte, ihn liebte und ihn begehrte. Zärtlich glitten ihre Finger über das dünne, rissige Pergament, und sie schraubte behutsam das Tintenfass auf. Als sie die Feder hinein tauchte und auf das Pergament setzte, da begannen die Worte nur so aus ihr heraus zu fließen.

    Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich zuletzt so grenzenlos verwirrt war, wie ich es in diesen letzten Tagen bin, in denen selbst die sichersten Pfade meines Lebens sich verwandeln und vor mir verschwimmen. Wege die ich beschreite erweisen sich als etwas völlig anderes als das, was ich erwartet hätte, und die einzige Konstante in all diesem Wahnsinn ist Allyrian. Natürlich heißt er nicht wirklich Allyrian, er ist ein Namenloser, so wie ich nun eine Namenlose bin, doch ich gab ihm einen Namen, einen Namen, der zu seiner Seele passt, denn was ist er mehr, als meine schwarze Flamme?

    Ich sagte ich bin nun eine Namenlose, und das ist wohl eine Tatsache, denn ich gehöre zu ihm. Ich habe meinen Namen abgelegt, der an das erinnert was ich einst war, und bin ihm gefolgt, tief in die Schatten dieser Welt. Er wird mich sicher geleiten, ich weiß es. Was auch immer nun geschehen mag, wie auch immer unsere Wege aussehen mögen, wir beschreiten sie wohl zusammen, auch wenn es Tage gibt, an denen es mir schwer fällt, seine Launen zu akzeptieren und zu ertragen.

    Heute sind jedoch auch andere Dinge geschehen, die meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben. Fremde Wesen kamen in die Stadt, Draenei nennen sie sich, und ihr Äusseres erscheint mir mehr als Seltsam. Sie sprechen unsere Sprache, doch mit gebrochenem Akzent und mehr oder minder erscheint es sogar so, dass sie bereits anfangen, sich die arroganten Zwerge und ihre Verbündeten zu Feinden zu machen. Zumindest tun das so einige von ihnen.

    Ihre Blicke gleiten wieder zu ihrem schlafenden Gefährten, und als sie seine suchend umher tastende Hand wahrnimmt, legt sie die Feder auf den Tisch, schraubt das Tintenfass wieder zu und lässt das Buch offen liegen. Mit einem Lächeln löscht sie die Kerze, kleidet sich aus und schlüpft wieder zu ihm ins Bett um seine Hand sachte mit ihrer zu umschließen.

    „Du bist ganz kalt“ flüsterte er im Halbschlaf und Sahidya lächelte wieder glücklich, ehe sie sich an ihn schmiegt und ihre Augen schließt. Ja, er wird sie sicher durch die Schatten führen.



    OOC: Nachdems im wow-europe-forum eh keiner liest schmeiß ichs mal hier rein... ich hoffe es gefällt ansatzweise.



    Re: Namenlos

    Sahidya - 20.01.2007, 09:34


    Ein Sonnenstrahl schleicht sich hinab
    Berührt kalte Erde sanft
    Und sie, die sich nach Wärme sehnt
    Bringt er um den Verstand

    Sahidyas Augen glitzerten kurz wütend auf. Er wusste ganz genau dass sie es nicht leiden konnte, wenn er ihr Bilder von seinen Opfern zeigte. Insbesondere dann nicht, wenn es sich um weibliche Elfen handelte. Als er jedoch die Hand ausstreckte und sie sanft an der Wange berührte, sie kurz streichelte, verflog ihr Zorn. Er machte sie wahnsinnig, und er wusste es mehr als genau. Schlimmer noch, er tat es mit Absicht, jedenfalls wenn man das amüsierte Funkeln seiner Augen richtig deutete. Mit einem leichten Kopfschütteln schmiegte sie sich an ihn und murmelte leise „Na Hauptsache Du hattest deinen Spaß.“

    Dennoch… sie konnte einen kleinen Stachel der Eifersucht nicht unterdrücken. Sie sehnte sich nach ihm, als wenn er die Sonne wäre, sie wollte ihn für sich allein und ihn mit keiner anderen teilen. Schon gar nicht allerdings wollte sie, dass er seine Aufmerksamkeit auf eine der Möchtegernelfen, der Hochgeborenen richtete. In ihrem Kopf rasten die Gedanken wild umher, ließen kein klares Bild zu und so schwieg sie einfach nur und lehnte sich an ihn, das Vertrauen suchend, das ihr helfen konnte die Eifersucht zu bezwingen.

    Unwillkürlich musste sie lächeln, als sie seine Fingerspitzen an ihrer Ohrspitze fühlte. Er tat das manchmal, eher selten. Es war ein Zuneigungsbeweis, den er nur dann erbrachte, wenn er in Gedanken versunken war. Leicht weitete sie ihr eigenes Bewusstsein aus, tastete nach ihm, wie sie es in den vergangenen Tagen so oft getan hatten. Es war eine Berührung, die so vertraut war, so intim wie es nicht einmal die Nächte miteinander sein konnten, und noch dazu war es eine vertraute Zärtlichkeit, eine Intimität, die nur sie ihm geben konnte.

    Es beruhigte sie etwas, dass sie es nun wusste. Die Hochgeborenen mochten ein hübsches, trügerisches Gesicht haben, doch sie konnten ihm niemals das geben, was zwischen ihr und ihm herrschte, denn der Hunger nach Magie ersetzte nicht den Hunger nach der Art Magie, die zwischen zwei Elfen bestand, die einander wahrhaft liebten.


    Ein Traum den ich entspann
    Ein ferner süßer Klang
    So bleibe ich zurück
    In einem Hauch von Glück
    So steh ich in dem Bann
    Im Traum den ich entspann
    Ein Trugbild doch so wahr
    So unerreichbar

    Welch süße Grausamkeit bot doch ihre Liebe. Wie oft hatte ihr Herz seither geblutet, wie oft hatte sie unter ihrer Liebe gelitten? Und dennoch… War nicht jeder einzelne Kuss von ihm dieses Leiden wert? Wurde nicht gerade dadurch ihre Beziehung definiert, durch eine subtile Grausamkeit, die ohne jegliche Waffen auskam, weil sie genau wusste, dass die Liebe selbst Waffe genug war? Wussten sie nicht beide, dass eine einzige Zärtlichkeit, eine einzelne, fließende Bewegung den Partner tiefer und nachhaltiger zeichnete als jede Peitsche?

    Sie kannte natürlich die Trugbilder einer angeblich perfekten Liebe, einer Liebe, in der man sich nicht verletzte, niemals stritt, in der es keine Missverständnisse gab. Sahidya sah sich diese Vorstellungen immer wieder an, und sie beschloss, dass ihre eigene, unvollkommene Beziehung mit all ihren kleinen Streitigkeiten ihr weitaus lieber war, als diese unendlich langweilige Perfektion. In ihren Träumen jedoch gestattete sie sich manchmal den Allyrian ans Licht zu holen, der ihr jeden Wunsch von den Augen ablas, der sie auf Händen trug und nur auf einen Wink ihrer Hand wartete. So gern sie dieses Bild jedoch heraufbeschwor, so gern verstaute sie es wieder in seiner Schublade.

    War jener gewünschte Allyrian nicht genau der den sie hatte? Tat er nicht all das und noch mehr für sie? Waren sie sich nicht gegenseitig Halt und Schutz? Sahidya wusste genau, die Perfektion war da, aber sie war nicht real. Real war das was sie hatte und liebte. Und damit, damit war sie mehr als zufrieden.



    Re: Namenlos

    Sahidya - 22.01.2007, 13:19


    The greatest thing
    You’ll ever learn
    Is just to love
    And be loved in return.

    Es gibt schöne Geschichten, traurige Geschichten. Es gibt Geschichten über Liebe und über Hass, über Freude und über Trauer. Ich maße mir nicht an, meine eigene Geschichte irgendwo einzuordnen, doch eines ist sicher, sie handelt von einer Liebe, die tiefer geht als alles was man sich vorzustellen in der Lage ist. Eine Liebe, die Jahrtausende überdauert, die Tod und Leid vergessen macht.

    Wann genau die Geschichte beginnt, vermag man wohl schwer zu sagen, und so beginne ich einfach an irgendeinem Punkt…


    Like the sounds of silence calling
    I hear your voice and suddenly I'm falling
    lost in a dream
    Like the echoes of our souls are meeting
    You say those words, my heart stops beating
    I wonder what it means

    Silbernes, weich fließendes Haar mischte sich auf dem Kissen mit dunklen, blau schimmernden Strähnen. Die Luft war heiß und schwer, vom Dampf des Wassers ebenso, wie von dem Geruch, der immer noch in der Luft hing und ihnen beiden verriet, was sie eben miteinander geteilt hatten. Schwer hob und senkte sich die Brust der jungen Elfe und mit Mühe rappelte sie sich etwas auf, um ihren Kopf an seine Brust zu legen und seinem Herzschlag zu lauschen. Auch ohne darauf zu lauschen wusste sie, dass beide Herzen im gleichen Takt schlugen. Spielerisch fand ihre Hand den Weg an sein Haar, zupfte leicht an einigen Strähnen herum, spielte dann an der Spitze seines Ohrs. Es war beinahe ein kleines Ritual, Abend für Abend lagen sie stumm da, lauschten auf das Rauschen des Blutes durch ihre Adern und sie liebkoste ihn, jede Nacht auf die gleiche Weise.

    Sie zuckte erschreckt zusammen als seine leise, sanfte Stimme die Stille der Nacht durchbrach. „Ich… ich… ich liebe dich…“ murmelte er leise, kaum hörbar. Für einen winzigen Moment, der ihr jedoch ewig zu sein schien, hörte ihr Herz auf zu schlagen, stand ihr Atem still, gefangen in einem Traum, einem Traum, der nicht der ihre war. Er hatte es niemals gesagt. Gedacht, sie wissen lassen dass es so war, ja, das schon. Sie beide waren miteinander verbunden, als Anker hatten sie nur die Liebe zueinander, und dennoch… Ausgesprochen hatte er es nie. Sie hatte es sich gewünscht, ja, aber sie hatte ihn weder darum gebeten, noch es von ihm verlangt. Umso wertvoller waren sie nun, da er sie ausgesprochen hatte, die kleinen drei Worte.

    Eine ganze Weile hingen sie zwischen ihnen in der Luft und sie spürte schon, dass er den Mund öffnete, wohl um sich zu erklären, oder noch schlimmer, die ausgesprochenen Worte zurück zu holen. Ebenso leise erwiderte sie schließlich schlicht „Ich liebe dich auch.“ Es kam ihr falsch vor, nur das zu sagen, falsch, ihn so einfach mit einem „ich liebe dich auch“ abzuspeisen, wo sie ihm doch die Welt zu Füßen legen wollte. Doch ihr fielen einfach nicht die Worte ein, die das ausgedrückt hätten, was sie wirklich empfand, und so beschränkte sie sich, auf die Worte, die ihr so unzureichend, so beschmutzt von den kurzlebigen Menschen vorkamen.


    Never knew, I could feel like this,
    Like I've never seen the sky before
    Want to vanish inside your kiss
    Everyday I love you more and more
    Listen to my heart, can you hear it sing
    Telling me to give you everything
    Seasons may change, winter to spring
    But I love you, until the end of time

    Mit einem Mal trat er hinter ihr aus den Schatten heraus und legte ihr Besitz ergreifend den Arm um die Hüfte. Seine Augen funkelten kurz als er die Elfe musterte, die sie kurz zuvor noch geküsst hatte, dann drehte er sie grob zu sich und küsste sie leidenschaftlich. Überrascht weiteten sich ihre Augen, dann fing sie sich wieder und erwiderte seinen Kuss heftig. Sie allein kannte die Motivation, die hinter diesem Verhalten stand. Es war seine Art ihr zu sagen, dass sie ihm gehörte, ihm allein, und wenn er etwas wollte, dann nahm er es sich. Kurz erschauerte sie, denn sie wusste nur zu gut, dass er es wirklich tun konnte, und weit mehr, es auch tun würde.

    Er liebte sie, und er wusste genau, dass sie nicht anders handeln würde, sollte er jemals von einer anderen Frau so angesehen werden. Sie würde der Konkurrentin einen triumphierenden Blick zuwerfen, denn sie wusste genau, wie sehr die andere auch schauen würde, er gehörte ihr. Mit Leib und Seele, auch wenn die Eifersucht sie manches Mal überrumpelte, wenn sie nicht schnell genug war, sich selbst unter Kontrolle zu bringen.

    Dennoch, ein einziges Wort, ein einziger Gedanke von ihm nahm ihr alle Ängste, wenn sein Herz zu ihrem sprach, dann waren alle Frauen, alle Männer dieser Welt vergessen und es gab nur noch sie beide. Ihn zu verlieren war ihr schlimmster Albtraum, doch wo Liebe von Launen oder vom Preis abhängt, da kann es kein Vertrauen geben, und wo kein Vertrauen herrscht, da kann es keine Liebe geben. Sie hatte den Preis gezahlt, sie war mit offenen Augen in die Schatten getreten, an seine Seite. Sie hatte auf ihn vertraut, und sie tat es noch, und nur darum, allein aus diesem Grund hatte die Liebe wachsen können, die bis ans Ende aller Zeit andauern würde. Die Liebe zu ihm, die alle Veränderungen überdauerte.


    Why does my heart cry?
    Feelings I can’t fight
    You’re free to leave me
    But just don’t deceive me
    And please
    Believe me when I say
    I love you

    Ihr fragt euch, wo der Sinn in dieser Geschichte liegt? Es gibt keinen. Geschichten wie diese, sind sich selbst Sinn genug, denn sie erzählen davon, dass auch im tiefsten Schatten, im Angesicht der größten Gefahr immer noch zwei Seelen zueinander finden können. Sie erzählt, dass es nicht wichtig ist, wie etwas aussieht, oder was wir sagen, sondern einzig und allein, was unsere Herzen sagen, wie es sich anfühlt. Glaubt ihr die kleine Elfe aus unserer Geschichte hat ihren Geliebten gehasst weil er sie hart angefasst hat, sie behandelt hat wie sein Eigentum, oder glaubt ihr eher, dass sie stolz auf ihren Gefährten war, der den Mut hatte, auf seine Art zu sagen „Sie gehört mir“? Glaubt ihr für sie waren diese Worte, die Menschen und viele andere Völker so leichtfertig in den Mund nehmen waren bedeutungslos, weil sie von anderen so oft gesagt wurden, oder waren sie für sie vielleicht das wertvollste, weil sie ihr zwar etwas sagten, was sie bereits wusste, aber zum ersten Mal bewusst ausgesprochen wurden?

    Es gibt immer einen Sinn hinter dem Sinn und immer eine Geschichte nach der Geschichte. Diese ist an dieser Stelle zu Ende. Was sagst du da? Sie hat kein Ende? Natürlich nicht. Eine solche Geschichte endet niemals. Sie erzählt sich immer neu, in jedem Windhauch, in jedem Mondstrahl, in jedem Plätschern von Wasser über Felsen. Und wenn Du nun davon gehst, geh aufmerksam durchs Land, denn wer weiß, vielleicht siehst du sie ja, die junge Elfe und ihren Geliebten. Oder Du findest selbst jemanden, den du liebst. Geh nur aufmerksam, junger Freund…



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