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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: fussel - Iccaruss Forum: rpgultimate.de Forenbeschreibung: Eine Rollenspiel-Sammlung aus dem Unterforum: Episodenromane Antworten: 3 Forum gestartet am: Mittwoch 10.01.2007 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Finster (von Iccaruss) Letzte Antwort: vor 16 Jahren, 1 Monat, 21 Tagen, 14 Stunden, 52 Minuten
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Re: Finster (von Iccaruss)
fussel - 16.01.2007, 18:54Finster (von Iccaruss)
Finster
Prolog:
Paris
Court de Notre-Dame
20. März 1980
23.55 Uhr MESZ
Sie betraten die Parkanlage. Hand in Hand schlenderten Anita und Scott durch die Beete. Der Vollmond warf ein wenig Licht auf Anita und sie sah hinreißend aus. Scott küsste sie langsam. "Du bist wunderschön",sagte Sott und sah sie an. "Und du bist geschickt und klug", antwortete Anita. Genau in diesem Moment stolperte er über einen Stock, den er nicht gesehen hatte. Anita lachte und half ihrem Mann auf die Beine. "So ein Mist",ärgerte sich Scott und klopfte sich den Dreck ab. "Und sowas gerade jetzt, wo eine bezaubernde Frau vor mir steht bei diesem bezaubernden Mond in dieser wunderbaren Nacht." Scott seufzte resignierend. "ich bin ein Tollpatsch."-"Ja." gab Anita im mit einem frechen Grinsen recht, "aber der klügste denn ich kenne." Anita setzte sich mit einer fließenden Bewegung auf eine Bank und sah ihn an. Er setzte sich neben sie und legte seinen Arm um ihre Schulter. Sie senkte ihren Kopf auf seine Schulter und blickte auf das Seine-ufer. "Wunderschön", seufzte Anita, "eine wunderbare Hochzeitsreise."
"Ja!" ertönte eine tiefe, wahnsinnigklingende Stimme hinter den beiden, "zum Sterben schön." Scott sprang auf und sah sich um. Konnte in der Dunkelheit nichts entdecken. "Scott, wer war das?" Angst schwang in Anitas Stimme mit. "Keine Angst, Schatz! Bleib hier ich geh nachsehen." Mit diesen Worten verschwand Scott in der Dunkelheit. Anita bemerkte das der Mond verhangen war. Nachdem sie nichts mehr von Scott hörte und sehen konnte, zündete sie sich eine Zigarette an und wartete eine Zeit lang geduldig aber besorgt. Nach einer endlosen Zeit, es musste sich um etwa zehn Minuten handeln, siegte die Sorge in Anita. Sie rief ein paar mal nach ihrem Mann. Als er nicht antwortete machte sie sich auf die Suche. Mit leichten Schritten schlich sie über die Wege auf das Panorama der Kathedrale zu. Scott antwortete immernoch nicht. Sie suchte weiter bis sie seinen Schuh fand. Erschrocken schrie sie noch mal laut nach Scott und weinte.Gute 10 Meter weiter entdeckte sie seine Jacke. Sie sammelte alles auf und entdeckte Licht in der Tür der Kirche. Sie lief auf den leuchtenden Türrahmen zu und entdeckte sein zerissenes Hemd an der Klinke. Es war über und über mit Blut beschmutzt. Anita brach in Tränen aus und stürmte in die Kirche. Was sie dort sah verschlug ihr die Sprache. Ein erstickter Schrei entfuhr ihr und sie wollte diesen Ort wieder verlassen, jedoch war die Tür seltsamerweise verschlossen. Vor dem Altar lag Scott mit aufgerissener Kehle. Sie wusste nicht, ob sie das beruhigte, aber er atmete flach. "Scott?", unsicher näherte sie sich. "Schatz kannst du mich hören?" Sie kniehte neben seinem Körper und berüherte sanft seine Schläfe. Plötzlich schlug er die Augen auf und versuchte etwas zu sagen. "Es....ist hier....Falle!!"schrie er erstickt, bäumte sich auf und brach wieder zusammen. "Ganz ruhig! Alles wird gut. Ich hol Hilfe," Anita suchte nach einem Ausgang als sie diesen Blitz im Augenwinkel war nahm. Sie sah noch diesen Mann der nicht wirklich menschlich aussah auf sie zukommen, bevor sie nur noch fühlte wie ihre Kehle zerrissen wurde. In diesem Augenblick erlosch ihr Leben und ein merkwürdiges Geheule war über der Seine zu hören. Ihre Augen starrten angsterfüllt in das Grauen.
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Re: Finster (von Iccaruss)
Iccaruss - 23.01.2007, 18:08
Kapitel 1:
Paris
Rue Cavendish
21.März 2006
6:12Uhr MESZ
In einem kleinen Appartement herrschte Dunkelheit und Stille. Im Bett lag ein Körper. Er atmete flach und wälzte sich im Schlaf unter der Decke hin und her. Auf einmal wurde sein Schlaf durch einen unnatürlichen Laut gestört. Zuerst konnte er diesen bedrohlichen Ton nicht zuordnen und blieb still liegen und lauschte. Es klang wie ein Brummen oder ein Knurren und schien direkt vom Nachtisch zu kommen. Der Mensch im Bett wartete wieder ab. Das Geräusch kehrte in gleichmäßigen abständen wieder und wurde duch ein lauten und plötzlichen Knall unterbrochen. Jetzt setzten auch schlagartig die Gedanken ein und dem Menschen wurde klar was der Verursacher dieses Tones war. Er setzte sich auf und hob das Handy vom Fußboden auf. Es war auf Vibrationsalarm geschaltet und läutete immer noch. Hastig wurde auf die Sprechtaste gedrückt und das Handy an das Ohr gehalten: „Ja?“ Beinahe sofort ertönte eine quikige und nervige Stimme. Sie war offensichtlich weiblicher Natur. „Inspecteur Ferrette?“ Er kramte in seinem Gedächtnis. Dann fand er was er suchte. „Ja Isabelle, warum wecken sie mich so früh?“ Ihre Stimme wurde ruhiger und andächtiger. „Wir haben gerade in der Kirche etwas entdeckt“ --- „Wieder dasselbe?“ Ferrette hoffte inständig, dass es kein sechstes Opfer gegeben hatte. Doch alleine die Tatsache, dass Isabelle ihn anrief, sagte ihm, dass er alle Hoffnung diesbezüglich begraben konnte. „Wahrscheinlich schon.“ Ihre Stimme zitterte. „In der Notre Dame. Wir erwarten sie in zehn Minuten.“ Während Isabelle diese Worte sprach, hatte er sich schon angezogen, eine Flasche Kola und seine Waffe gegriffen und war zu seinem Wagen geeilt. „Ok, bis gleich.“ Das Verkehrsgewirr war so zugezogen, dass er für die Strecke fast eine Dreiviertelstunde brauchte. Er hielt vor der Kirche an der Straße und stieg aus dem Wagen. Er lief an dem Presseaufgebot vorbei und bahnte sich einen Weg durch die Absperrung, durchschritt diese mit gezogenem und hochgehaltenen Ausweiß und ging auf den Eingang der Notre-Dame zu. Isabelle kam bereits auf ihn zu und reichte ihm einen Kaffee. „Sie sind spät Inspecteur.“ sagte sie mit ihrer jungen und leicht frech klingenden Stimme. Er blickte sie kurz an und sagte dann: „Der Verkehr. Sie kennen das sicher auch. Was wissen wir?“--- „Das Opfer ist laut Pass Tourist aus Schottland. Scott O'Donell war der Name im Pass. Er ist 1.78 groß, braunhaarig. Ich habe Claudio bereits zur Botschaft geschickt. Auch er trägt einen Ehering, falls sie dabei war, fehlt von ihr jede Spur. Er ist drinnen. Die Leiche ist auch wieder vom Mörder platziert. Sehen sie es sich selbst an.“ Mit diesen Worten öffnete sie ihm die Türe und lies seinen ersten Blick in das entweihte Heiligtum gleiten.
Der erste Eindruck war unbeschreiblich. Galle stieg ihm in den Hals und er war schon verdammt lange bei der Mordkommission. Vor dem Altar saß die Leiche. Sie war nackt und in den Lotussitz gesetzt. Ihre Hände waren rechts und links auf den Boden genagelt. Ihr Kopf klappte nach hinten auf den Altar und die gesamte Kehle war zerfetzt. Auch vom Unterkiefer fehlte jede Spur. Ferrette trat näher an den Altar und entdeckte, dass der Ehering auf der Zunge platziert worden war. Einige Mitglieder der Spurensicherung machten Fotos und nahmen Proben. Die Brust des Mannes schien komischerweise unversehrt, jedoch komplett mit Blut bedeckt. Der Inspecteur hockte sich vor die Leiche und achtete sorgsam darauf, dass er nicht in die Blutlache trat. Mit dem Blut war weder etwas geschrieben, noch unnötig herumgeschmiert worden. Diese Sorgsamkeit wiesen alle Tatorte den letzten Wochen auf. Isabelle stand immer noch draußen an der Tür und blickte gezielt nicht hinein. „Wie lange brauchen Sie?“--- „Sie könnten mir ja helfen.“ Ferrette lachte und blickte sie auffordernd an. Sie winkte nur ab, trat jedoch trotzdem einen Schritt in das Kirchenschiff. Höchst gewissenhaft studierte sie das Deckenrelief. „Wer macht so etwas nur?“ Ferrette blickte auf und entdeckte, wie bei den anderen Leichen ein Metallrohr, das senkrecht in der offenen Gurgel steckte. Es war vermutlich auf beiden Seiten verschlossen und beinhaltete einen Brief. Bisher waren es immer unverständliche Zeilen. Er blickte zu dem Beamten der Spurensicherung. „Haben sie schon Fotos von der Leiche?“ Als dieser nickte zog er sich Handschuhe an und griff beherzt nach dem Röhrchen. Es saß fester als er erwartete und er musste etwas Kraft aufwenden um es mit einem schmatzenden Geräusch aus dem Fleisch zu ziehen. „Zerstören Sie hier gerade etwa mein Arbeitsmaterial Luc?“ ertönte eine tiefe und bekannte Stimme hinter ihm. „Nein, Henry, ich habe lediglich dieses Röhrchen entfernt.“ Ferrette drehte sich zu seinem alten Freund um. Hinter ihm stand ein stämmiger, kleiner Mann. Er versuchte, seinen in den letzten Jahren gewachsenen Bauch unter einen Schwarzen Mantel zu verbergen. Henry La Barz war der Name des Gerichtsmediziners. Er hatte ebenfalls dünne Latexhandschuhe an und begann die Leiche zu begutachten. Er hockte sich neben Luc Ferrette. „Sieh sich einer diese Sauerei an.“ --- „Wie lange ist er tot?“ Luc blickte seinem Freund und Kollegen in die Augen. Dieser blickte ihn an und sagte: „Ohne Obduktion würde ich sagen: So zwischen dreiundzwanzig und ein Uhr in der Frühe. Hast du schon eine Spur?“ Ferrette dachte nach. Natürlich verfolgte er die üblichen Spuren, doch er fand einfach keinen gemeinsamen Nenner. Bis auf die Tatsache, das bisher nur Ehepaare zu Opfern wurden und das von den Frauen jegliche Spur fehlte. Ferrette drehte das Röhrchen nachdenklich in der Hand und nahm dann eine Plastiktüte aus der Tasche. Jedes Röhrchen war sorgsam verschweißt worden und ließ sich daher nicht so einfach öffnen. Sie bestanden bisher alle aus der selben Kupferlegierung und Luc nahm an, dass auch dieses sich nicht von den anderen unterscheiden würde. Er schob es in die Tüte und drückte es dem Kollegen der Spurensicherung in die Hand. Ein Handy klingelte. Isabelle griff in ihre Tasche und kramte den Lärmmacher hervor. „Isabelle Bujeau“, meldete sie sich. Nach kurzer Stille nickte sie und als ihr einfiel, dass ihr Gesprächspartner dieses ja nicht sehen konnte sagte sie: „Ist gut. Mach ich. Komm wieder her. Bis gleich.“ Sie klappte ihr Handy wieder zu und wandte sich an Ferrette. Dabei warf sie unwillkürlich einen Blick auf die Leiche. Sie wurde sofort kalkweiß und Ferrette sprang auf weil er befürchtete, dass sie ohnmächtig werden würde und fallen würde. Doch sie blieb stehen und trat hastig an die frische Luft. Er folgte ihr. „Das grade war Claudio. Die britische Botschaft bestätigt, dass Scott O'Donell sich in unserem Land aufhällt und eine Hochtzeitsreise mit seiner Frau gemacht hat.“ --- „So ein Mist. Was macht die Botschaft nun?“ Luc beobachtete Isabelle. Sie hatte immer noch keine Farbe zurück gewonnen. Es musste hart für sie sein. Bujeau war direkt von der Akademie gekommen und die ersten Fälle, die sie bearbeiteten, gingen um einen Serienkiller, der seiner Opfer drapierte und verstümmelte. „Sie werden zuerst versuchen ihn zu kontaktieren und danach uns mehrere Fotos für die Identifizierung schicken. Letztendlich werden sie auch seine Angehörigen benachrichtigen“ --- „Sie glauben also, dass er es ist?“ Ferrette betrachtete ihre feinen Züge und bewunderte trotz ihrer Unerfahrenheit ihre schnelle Auffassungsgabe. In solchen Augenblicken wünschte er sich manchmal wieder zwanzig zu sein. Er lachte innerlich über sich selbst. „Ja. Bisher haben die Pässe und Ausweise immer gestimmt.“ Sie wankte etwas. „Geht es Ihnen gut?“ Er griff schnell nach ihrem Arm um sie festzuhalten. „Ich bin nur müde“ Sie ließ sich auf einer Bank im Park nieder und stützte die Ellenbogen auf die Knie und vergrub das Gesicht in den Händen. Er setzte sich neben sie. „Ihr erstes Mal an so einem Fall oder? Ich kann mich noch sehr gut an meine ersten Fälle erinnern. Ein Mann, der seine Ehefrau aus dem Weg schaffen wollte, und ein Briefträger, der zufällig entdeckte, dass einer seiner Kunden ein Lottogewinner war, ohne dass diesem sein Glück bewusst war. Er wollte an das Los und erschlug den Eigentümer im Gerangel. Was hätte ich damals für einen Serienmord oder einen Psychopathen gegeben.“ Er lachte kurz und wollte ihr ein Taschentuch reichen, als sie aufsprang und sich in den nächsten Mülleimer übergab. Luc trat an sie heran und stützte sie und reichte ihr das Taschentuch. „Sie müssen nur durchhalten, irgendwann gewöhnen Sie sich daran.“ Er ließ sie dann los. Als er sich wieder zum Kircheneingang drehte, erblickte er Claudio. Ferrette hatte keine Ahnung wie er es geschafft hatte, so schnell von der Botschaft hierher zu kommen. Er begutachtete seinen Kollegen. Claudio Schneider war gebürtiger Schweizer und kam vor 6 Jahren von der schweizer Polizeischule nach Paris. Seine Leistungen waren so erstaunlich, dass er Ferrette unterstellt wurde. Luc konnte es nur bestätigen. Der Jungspund war immer aufmerksam und reagierte schnell. Manchmal wurde Ferrette sogar etwas neidisch auf dessen Jugend und Auffassungsgabe. Er selbst war schon viel zu lange dabei und merkte langsam sein Alter in den Knochen. Schneider kam näher und blieb ein paar Meter vor ihm stehen. „Guten Morgen, Boss“ Er grinste unverschämt wach und erinnerte Ferrette daran, wie müde er selbst war. „Was sagen die Diplomaten?“,fragte er gerade herraus. „Sie sind besorgt um die Sicherheit in Paris. Wenn der Täter wirklich der selbe ist und Jagd auf Ehepaare macht, dann wird bald niemand mehr seine Hochzeitsreise in diese schöne Stadt machen.“ --- „Wir werden ihn kriegen. Ich weiß zwar noch nicht wie, aber wir müssen es schaffen.“ Ferrette war über die plötzliche Zuwortmeldung von Isabelle erstaunt und stimmte ihr nickend zu. „Claudio schau dir den Tatort noch einmal an. Wir alle sollten jedes Detail kennen.“
Er nickte und Isabelle wollte ihm folgen, doch Ferrette hielt sie zurück. „Sie müssen da nicht noch einmal rein, Miss Bujeau.“ Sie zögerte und blickte ihn dann erwartungsvoll an. „Was soll ich dann tun?“ --- „Ermitteln Sie!“ Er grinste. „Befragen Sie den Finder und die Anwohner, sowie die Kirchenarbeiter.“ Sie bestätigte und ging. Er dachte noch einmal über die anderen Tatorte nach und widmete sich dann wieder der Kirche. Schneider war schon am Altar und untersuchte die Arme genauer. „Wie bekommen wir ihn da los?“ Inspecteur Ferrette betrachtete die Nägel an den Händen. „Das sind sowas wie Bergsteigernägel. Sie sind zwischen die Steinplatten getrieben. Besorg dir 'ne Zange oder ihr sägt den Nagelkopf ab und zieht die Hand einfach runter.“ --- „Diese Nägel sehen geschmiedet aus. Der Herrsteller muss sich gut mit Metallverarbeitung auskennen.“ Ferrette nickte. „Seine Arme sind mit Schnitten oder Rissen überseht. Wir sollten ihn zu La Barz schaffen.“ Claudio griff nach seinem Handy und rief in der Zentrale an. „Hier Commissaire Schneider, wir brauchen ein technisches Team. Sie sollen eine Stahlsäge und eine hydraulische Zange mitbringen.“ Ferrette grübelte über die Nägel nach. Der Mörder musste somit etwas über das Schmiedehandwerk wissen oder diese Unikate irgendwo kaufen. Dies war ein Fakt der ihnen bisher verborgen geblieben war. Endlich ein Ansatz. Hoffnung keimte in Ferrette auf. Claudio schien über dasselbe nach zu denken. Er lächelte Luc zustimmend zu, setzte sich auf eine Kirchbank und wartete auf die Technicker. Nach einer halben Stunde traf das Team ein. Als Ferrette das Team sah war er mehr als überrascht.
Re: Finster (von Iccaruss)
Iccaruss - 04.02.2007, 22:08Kapitel 2
Kapitel 2:
Paris
britische Botschaft
21.März 2006
6:15Uhr MESZ
Er wusste schon, dass es ein grauenhafter Tag werden würde, als er heute morgen aufgestanden und zum Dienst in der Botschaft erschienen war. Conall arbeitete jetzt seit fünf Jahren in den britischen Botschaften in aller Welt. Er beherrschte sechs Sprachen mehr oder minder flüssig und hatte keine Familie. Manchmal gönnte er sich jedoch die ein oder andere Liaison. Schließlich war er auch nur ein Mann. Er saß nun an seinem Schalter im Eingang der Botschaft. Gerade in einer Touristenstadt wie Paris war es sehr wichtig, dass die Botschaften Tag und Nacht für bestohlene Landsleute oder Schlimmeres geöffnet hat. Er las eine französische Zeitschrift um sich die Zeit zu vertreiben, denn vor acht war nie etwas los gewesen. Bisher. Zuerst regestrierte er gar nicht, dass die ganze Zeit das Geräusch des Summers ertönte. Auf dieses hätte er normalerweise die Gegensprechanlage betätigen oder die Tür öffnen sollen. Nach einer Minute erwachte er aus seiner Starre und drückte entnervt auf die Sprechtaste. „Was kann ich für Sie tun?“, fragte er auf Französisch und auf Englisch und nach ein paar Sekunden ertönte die rauschende Antwort in Französisch. „Hier ist Commissaire Schneider von der Police National de Paris. Ich muss mit dem Botschafter reden.“ Als Conall das hörte, drückte er sofort auf den Türöffner. Nach einem langen Summen wurde die Tür von außen aufgestoßen und ein ungefähr dreißigjähriger Mann tratt ein. Er hatte kurzes dunkles, aber nicht schwarzes Haar und ein durchaus sympatisches Gesicht. Doch der Ausdruck auf diesem machte Conall den Ernst der Situation klar. Conall wieß auf einen Stuhl. „Setzen Sie sich Commissaire. Wenn ich sie noch kurz um ihren Ausweis bitten dürfte, werde ich den Botschafter sofort rufen lassen.“ Der Polizist nickte und reichte ihm seinen Ausweis und zog die Jacke. Darunter blitzte die Polizeimarke. Conall nahm den Ausweis und verglich sein Bild mit dem Original das vor ihm stand. „Ich denke das kommt, hin Monsieur Schneider. Einen Moment bitte.“ Nachdem er den Ausweis zurück gegeben hatte, griff er nach dem Telefon. Er wählte die Kurzwahlnummer der Wohnung des Botschafters und wartete. Nach ein paar Minuten hob jemand ab und eine weibliche Stimme erklang. „Ja?“ „Hier ist Arthur Conall. Ich habe heute dienst in der Botschaft. Ma'am ich muss sie bitten unverzüglich hierher zu kommen. Ein Policiér National verlangt nach ihnen. Es scheint dringend.“ Eine kurze Pause ertönte und er konnte hören wie jemand sich etwas zu trinken einschenkte. „Mh. Arthur Conall? Ich erinnere mich. Ich habe Sie wegen ihrer Qualitäten persönlich eingestellt. Ich werde so schnell es mir möglich ist zu Ihnen kommen.“ Sie nahm einen Schluck. „Geben sie mir ein paar Minuten.“ --- „Sehr wohl Ma'am.“ Er legte auf. „Monsieur, die Botschafterin wird so schnell es ihr möglich ist hier her kommen. Wenn sie mir vielleicht schon einmal verraten könnten, worum es geht?“ Eigentlich musste er sich nicht darum kümmern, aber er war neugierig. Was mochte so wichtig sein. Sein Gegenüber blickte ihn zuerst starr an und lenkte dann aber ein. „Wir haben einen Toten gefunden. Er hatte einen britischen Pass bei sich.“ Er griff in eine Jackentasche und zog eine Plastiktüte mit einem Pass drin hervor. „Mh.... Mord?“ Schneider nickte ernst. „Ich fürchte schon.“ Conall war nicht wirklich betroffen. Ob sich nun irgendein Franzose oder ein Engländer hatte töten lassen, machte auf ihn keinen Unterschied. Er blätterte weiter in seinem Magazin. Der Polizist setzte sich ebenfalls in den Wartebereich und sah sich um. Nach ein paar Minuten klingelte das Telefon. „Britische Botschaft. Arthur Conall am Apparat. Was kann ich für Sie tun?“ Auf der anderen Seite ertönte die Stimme der Botschafterin. „Ich werde wohl noch etwas Zeit brauchen. Vertrösten Sie bitte unseren Gast um eine halbe Stunde un bieten Sie ihm einen Kaffee an.“--- „Selbstverständlich Ma'am.“ Sie legte auf und sein Gast sah ihn erwartungsvoll an. „Sie wird noch ein paar Minuten brauchen. Möchten sie einen Kaffee trinken?“, sagte Conall als Antwort auf diesen Blick in Französisch. Sein Gegenüber winkte ab, nickte dann aber doch und sagte: „Ja gerne. Können Sie eigentlich hier in der Botschaft herrausfinden, ob der Besitzer des Passes hier in Paris oder überhaupt in Frankreich ist?“ Arthur ging zu der Kaffeemaschine und schenkte ihm einen Becher dieses Wachmachers ein. „Ja. Sofern er bei einem Reiseveranstalter gebucht hat, wird diese Buchung auch an uns weitergegeben. Selbstverständlich ohne vertrauliche Daten wie Preise der Buchungen oder dergleichen.“ Er reichte Schneider den Becher. Dieser trank einen Schluck und stellte den Becher dann auf den Tisch im Wartebereich. In diesem Moment ertönte das Läuten des Fahrstuhles und die Türen glitten lautlos auf. Zwei Sicherheitsmänner kamen herein. Sie schritten auf Schneider zu. „Ihren Ausweis bitte.“ Schneider reichte ihnen etwas entnervt seine Papiere und zeigte ihnen die Marke. Sie inspizierten beides und verlangten dann seine Dienstwaffe. Er legte sie ohne Widerstand zu leisten, gesichert auf den Tisch und das Magazin daneben. Er nahm den Becher und entfernte sich von dem Tisch. „Lassen Sie sie bitte da liegen. Ich darf sie ihnen nicht geben, dass verstehen Sie als Beamter der Securité bestimmt.“ Die Männer nickten und tasteten ihn sehr unachtsam ab. Sie schienen ihn für keine Gefahr zu halten. Conall kehrte währendessen auf seinen Stuhl zurück. Nach 20 weiteren Minuten des Wartens glitt der Fahrstuhl wieder auf und die Botschafterin trat heraus. Sie begrüßte Arthur und wandte sich dann dem Gast zu.
Virginia Holms trat aus dem Fahrstuhl. Sie war gerade unsanft von einem Mitarbeiter unter dem Vorwand geweckt worden, dass ein Policié auf sie warte. Sie hatte natürlich zuerst ihre Securitymänner in die Lobby geschickt. Als diese ihr aber das Go gaben, hatte sie keine andere Wahl, als jede Aussicht auf weiteren Schlaf an diesem Morgen zu begraben und ihren Gast zu empfangen. „Guten Morgen Mister Conall. Danke das sie mich gerufen haben.“ Sie wandte sich nach der obligatorischen Begrüßung des diensthabenden Beamten ihrem Gast zu. Er stand mitten in der Lobby. Es handelte sich um einen dunkelhaarigen Mann, der sich am ende seiner zwanziger befinden musste. Er wirkte kühl und seriös auf die Diplomatin. „Ich bin Virginia Holms,“ ertönte ihre tiefe, aber sehr weibliche Stimme, „Was kann ich für Sie tun?“ Der Mann sah sie ernsthaft an und antwortete dann: „Können wir eventuell unter vier Augen sprechen? Oder uns irgendwo setzen? Es ist eine dringende und ernste Angelegenheit.“ Sie deutete auf ihr Büro. „Aber natürlich, Monsieur?“ --- „Schneider.“ Er antwortete reflexartig und folgte ihr in das Büro. Natürlich folgten auch die Sicherheitsbeamten den beiden. Nachdem sie hinter ihrem Schreibtisch Platz genommen hatte, schaltete sie den PC ein und bedeutete ihrem Gast sich zu setzten. „Also, Inspecteur Schneider, was kann ich für Sie tun?“ --- „Ich bin nur Commissaire.“ Er grinste verschmitzt. Sie bedachte ihn mit einem Lächeln.dann wurde er aber ernst. „Wir haben einen Toten in der Notre-Dame gefunden. Er hatte einen britischen Pass dabei. Uns bestürzt dieser Fund zutiefst, aber wir erwarten Ihre Kooperation.“ Virginia blickte ihn mit pflichtgemäßer Betroffenheit an und nickte dann. „Natürlich werden wir ihnen helfen wo wir können. Sie glauben also, dass es Mord war?“ Schneider nickte. „Das steht fest. Ich hatte gehofft, sie könnten vielleicht herrausfinden, ob der Getötete wirklich in Frankreich ist und ob er mit einer Reisegruppe unterwegs war. Oder vielleicht mit seiner Frau.“ Sie war froh, dem sympatischen Polizisten helfen zu können. „Aber natürlich! Geben Sie mir den Pass.“ Er reichte ihr die Tüte. „Sie müssen ihn aber mit Handschuhen anfassen. Er war noch nicht im Labor.“ Zu diesen Wörtern reichte er ihr ein Paar Latexhandschuhe. Sie zog diese an und blätterte dann in dem Dokument. „Das ist ganz klar einer unserer Pässe und ein Original.“ Sie zögerte. „Oder eine ziemlich geniale Fälschung. Ich werde mal die Daten in den PC übertragen.“ Sie tippte in das Touristensuchraster die erforderlichen Passnummern und Namen. Nach ein paar Sekunden blinkte auf ihrem Bildschirm ein Hinweiß auf. Ihr Lächeln gefror, als sie diesen las.
Schneider saß im Büro der Botschafterin. Es war mit Sicherheit nicht das Zimmer, dass sie für diplomatischen Besuch verwendete, sondern ein -mit allerlei Gerümpel- zugestelltes, kleines Büro. Es war nicht unordentlich, aber man sah, das hier gearbeitet wurde. Sie tippte gerade die Suche in den Computer. Er hatte also Zeit, sie genauer zu betrachten. Sie war mit Sicherheit in ihren Vierzigern, sah aber trotzdem sehr vital aus. Ihre Stimme machte den meisten Eindruck auf ihn. Es war eine leicht verrucht klingende, weiblich tiefe Stimme. Sie trug ihr langes rotbraunes Haar offen und in einer wahren Mähne um ihr durch ihr Alter gezeichnetes Gesicht und ihre Augen waren stark und erfahren. Aber allen voran waren sie Blau und zwar eins der klarsten und tiefsten, die Claudio je gesehen hatte. Auf einmal erlosch ihr Lächeln. Schrecken nahm seinen Platz in ihrem Gesicht ein. „Sie waren zu zweit unterwegs.“ Er horchte auf. „Hochzeitsreise,“ hauchte sie leise. Schneider erschauderte. „Von ihr fehlt dann jede Spur. Können Sie mir einen Ausdruck dieser Daten machen?“ Sie nickte. „Das war der 'Loup de Paris' oder?“ --- „Ja das ist der Name, den die Medien ihm gegeben haben. Ich denke schon, dass es sich um sein sechstes Opfer handelt.“ Der Täter verschleppte immer die Ehefrauen. Es schien keine Spur von ihnen zu sein. Claudio blickte sie an. „Wir werden unser Bestes geben.“ Sie sagte mit bedauern: „An Hand dieser Entwicklung werde ich meiner Regierung raten müssen, bis auf weiteres vor Parisreisen zu warnen. Besonders, wenn es sich um Ehepaare handelt. Da jetzt auch Ausländer zu Opfern wurden, bleibt mir nichts anderes als diese Empfehlung auszusprechen.“ Claudio verstand ihre Sichtweise. „Ich verstehe, Madame. Danke für die Ausdrucke.“ Er nahm sich die Blätter aus dem Drucker und den Pass wieder an sich. „Wir werden sie über alles weitere auf dem Laufenden halten.“ Nachdem er ihr seine Karte gereicht hatte fügte er hinzu: „Rufen Sie mich an, wenn Sie Fragen oder etwas zu den Ermittlungen beizutragen haben.“ Sie bejahte und verabschiedete sich von ihm. Claudio verließ das Büro und betrat das Foyé. Er nahm seine Waffe wieder an sich und verabschiedete sich von dem Mitarbeiter. Vor der Botschaft zückte er sein Handy und wählte die Nummer von Bujeau. Nach ein paar Freizeichen hob sie ab. „Isabelle Bujeau.“ ertönte ihre Stimme und er antwortete stichelnd, „Hey Isa. Wie oft hab ich dir schon gesagt, dass du dir meine Nummer speichern sollst? Ich komme gleich zum Fundort. Sag Ferrette doch bitte, dass ich mit der Botschafterin geredet habe. Der Pass gehört tatsächlich einem Briten und er war auf Hochzeitsreise. Wir kriegen alle Unterstützung, die uns die Botschaft sichern kann.“ Sie bestätigte seine Durchsage und verabschiedete sich. Er kicherte und sagte. „Ist gut, Schätzchen. Bis gleich.“ Er schaltete sein Handy aus und ging zu seinem Motorrad. Er freute sich darauf, Bujeau zu sehen. Claudio arbeitete gerne mit ihr zusammen und machte ihr noch viel lieber doppeldeutige Angebote, weil sie darauf immer so starr und verklemmt reagierte. Er amüsierte sich köstlich in so einem Moment. Doch jetzt setzte er erstmal seinen Helm auf und schwang sich auf sein Motorrad. Der Motor lief mit einem lauten Knurren und er raste über die menschenleeren Fußwege bis zu der Kirche. Er hatte sich ein Polizeigurt um die Hüfte geschnallt, damit ihn die Polizeistreifen nicht anhalten konnten, und erreichte so die Fundstelle innerhalb weniger Minuten. Dort stieg er von dem Motorrad und zeigte seinen Ausweis den Männern an der Sperre. Schneider betrat den Park und blickte sich um. Hinten auf einer Bank saß Bujeau zusammengesackt. Dieser Anblick tat ihm leid. Die Ärmste hatte gleich zu Beginn ihrer Laufbahn einen so abstoßenden Fall. Er entschied sich sie heute nicht zu ärgern, als er beobachtete, wie sie aufsprang und in einen Mülleimer erbrach. Claudio erinnerte sich noch, als er vor seiner ersten Leiche stand. Sie war erschossen worden und ihr halber Kopf war samt Inhalt über die Wand verteilt. Damals musste er mehr als einmal kotzen. Er schämte sich nicht deswegen. Das passierte allen einmal. Nur Ferrette hatte anscheinend nie solche Probleme.Er ging auf die Beiden zu und unterrichtete seinen Vorgesetzten über die Vorfälle in der Botschaft. „Wir werden ihn kriegen. Ich weiß zwar noch nicht wie, aber wir müssen es schaffen.“Isabelle hatte unerwartet das Wort ergriffen. Ferrette nickte und sah Schneider an. „Claudio, schau dir den Tatort noch einmal an. Wir alle sollten jedes Detail kennen.“ Claudio befolgte seine Anweißung und drehte sich um. Er folgte dem Weg zurück zur Kirche und trat ein. Der Körper verharrte immer noch in der Pose in der er ihn schon vor einer Stunde gesehen hatte. Diesmal untersuchte er erst die vorderen Bänke und dann die Arme und Hände des Opfers genauer. Der Ekel, den er empfand und das Mitleid für das Opfer war unvorstellbar. Er hoffte lediglich, dass dieser schon tot gewesen war, bevor ihm all das angetan worden war. Seine Arme waren mit hunderten von kleinen Schnitten oder Kratzern übersät. Ferrette tauchte urplötzlich hinter ihm auf. „Wie bekommen wir ihn da los?“ Der Inspecteur dachte kurz nach und zuckte mit den Schultern. „Das sind sowas wie Bergsteigernägel. Sie sind zwischen die Steinplatten getrieben.“ Mit einem Kichern fügte er hinzu: „Besorg dir 'ne Zange oder ihr sägt den Nagelkopf ab und zieht die Hand einfach runter.“ Claudio begutachtete die Nägel. Es gab da einen Fakt, der ihm schon zu Beginn aufgefallen war. „Diese Nägel sehen geschmiedet aus. Der Herrsteller muss sicht gut mit Metallverarbeitung auskennen.“ Der Inspecteur stimmte ihm zu. „Seine Arme“, sagte er mit einer Handbewegung, „sind mit Schnitten oder Rissen überseht.“ Claudio kramte unterdessen nach seinem Handy. Er rief die Zentrale. „Hier Commissaire Schneider, wir brauchen ein technisches Team. Sie sollen eine Stahlsäge und eine hydraulische Zange mitbringen.“ Er legte auf und schob das Handy zurück in die Tasche. Nach einer halben Stunde, in der er sich weiter die Grausamkeit anschaute, erschien das bestellte Team. Ferrette erstarrte und erblaßte, als er es sah. Es bestand aus drei Leuten. Zwei davon waren jung. Schneider schätzte sie jünger als sich selber. Vielleicht gerade zwanzig. Sie trugen weiße Kittel mit den Symbolen der Forensik. „Ihr hattet Techniker bestellt?“ erhob der Dritte das Wort. Die Dritte, verbesserte sich Claudio in Gedanken. Sie war mitte dreißig und bedachte Ferrette mit einem Blick, der unmissverständlich offenlegte, was sich irgendwann zwischen den beiden abgespielt hatte und auch, wie es zu Ende gegangen war. „Ich wusste gar nicht, dass du in der Forensik tätig bist.“ Luc erhob als erster scharf und gleichzeitig irgendwie verletzlich das Wort. Er war aus seiner Leichenstarre erwacht, war jedoch immer noch so blaß. Sie antwortete spitz: „Du weißt wie immer ZU wenig über mich, Luc.“ Er schwieg und die Situation wirkte auf Cladio unheimlich peinlich. Nachdem die beiden sich ein paar Minuten angeschwiegen hatten, ergriff einer der Techniker schüchtern das Wort, wendete sich aber nur an den Commissaire. „Worum geht es denn?“ --- „Ziehen Sie die Nägel. Wenn das nicht geht, dann sägen sie die Köpfe ab.“ Der Techniker begutachtete die Hände. Er schien sich nicht großartig von der Leiche stören zu lassen. Der Zweite pfiff sogar ein Lied. Sie diskutierten kurz über die Möglichkeiten, während Inspecteur Ferrette die Kirche verließ. Die Frau wollte ihm folgen, doch Claudio hielt sie schnell zurück. „Ich weiß zwar nicht, was zwischen Ihnen war, Madame?“ --- „Jouannet. Ann-Marie Jouannet.“ --- „Madame Jouannet, aber ich weiß, dass sie ihn jetzt besser in Ruhe lassen sollten.“ Sie grinste kurz. Dieses Grinsen wirkte nicht falsch, sondern eher ernsthaft amüsiert und sadistisch. Sie erfreute sich daran, dass ihr auftauchen solch eine Pein in Ferrette erzeugt hatte. Schneider schauderte bei dieser Erkenntnis. Hinter den beiden ertönte ein lautes Brummen und dann ein kleiner Knall. Als sie sich umgedreht hatten, hatten die Ingeneure bereits die erste Hand mit der Zange befreit und werkelten an der zweiten herum. Mit dem gleichen häßlichen Geräusch löste sich auch der zweite Nagel. Sie legten die Leiche und tüteten die Nägel ein. „Danke meine Herren.“, lobte Claudio die Arbeit. „Sagen Sie den Herren draußen, dass sie die Leiche holen können.“ Die drei Forensiker verließen das Kirchenschiff, aber nicht ohne dass die Frau ihm noch ein böses Grinsen zuwarf. Diese Zusammenarbeit konnte ja noch heiter werden, dachte sich Claudio Schneider.
-Ende des 2. Kapitels-
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