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Re: Brokeback Mountain
daywalker - 16.01.2007, 01:01Brokeback Mountain
Aus der Amazon.de-Redaktion:
Ein schmerzliches Gefühl von Melancholie umgibt Brokeback Mountain, Ang Lees einfühlsamen, bewegenden Film, der – wie seine anderen Projekte – gesellschaftliche Einschränkungen und die damit einher gehenden leidenschaftlichen Gefühle erforscht. Dieses Mal nutzt Lee jedoch anstelle des antiken China oder Englands im Neunzehnten Jahrhundert oder die amerikanischen Vorstädte in den Siebziger Jahren den Zeitrahmen des amerikanischen Westens zu Beginn der Sechziger Jahre. Er zeigt hier zwei Menschen, die sich lieben und durch die Rolle, die sie innerhalb der Gesellschaft spielen sollen, eingezwängt werden, sich dagegen auflehnen und dadurch jeweils die Konsequenzen tragen müssen – und die Romanze, die hier stattfindet, besteht zwischen zwei Männern. Ennis Del Mar (Heath Ledger) und Jack Twist ( Jake Gyllenhaal) sind zwei Rancher, die sich mit Gelegenheitsarbeiten durchschlagen und in Wyoming nach Arbeit suchen, als sie sich während eines Schafhirtenjobs im Schatten des besagten Brokeback Mountain treffen und kennen lernen. Der wortkarge Ennis, der mit Kommunikation überhaupt nichts am Hut hat, stellt fest, dass er sich gegenüber dem geselligen Jack öffnen kann, und die beiden entwicken eine starke Zuneigung zueinander, die ausgerechnet während einer kalten Nacht in der Wildnis Feuer fängt. Gegen Ende des Sommers trennen sie sich wieder, jeder heiratet und kriegt Kinder – aber ein Wiedersehen nach Jahren zeigt, dass die Zuneigung, die sie füreinander empfinden nur noch zugenommen hat. Und während Jack von einem gemeinsamen Leben träumt, will sich der schweigsame Ennis den Gedanken an etwas derart Revolutionäres nicht eingestehen.
Durch seine offene und ungezwungene Darstellung der Liebe zwischen zwei Männern wurde Brokeback Mountain sofort zu einem kulturellen Meilenstein, sowohl im Guten als auch im Schlechten, denn der Film wurde verächtlich als "schwuler Cowboyfilm" bezeichnet, aber auch als Durchbruch für das Mainstreamkino gehuldigt. Inmitten all dieses Traras der verschiedensten Ansichten steht jedoch eine stille, herzzerreißende Geschichte, die sowohl ihrer Zeit angemessen als auch universell gültig ist – die klassische Geschichte einer zum Scheitern verurteilten Liebe auf dem Fundament der sich ständig verändernden Vereinigten Staaten von Amerika, die sowohl Hoffnung als auch Verzweiflung verheißen. Der Film, dessen Geschichte von Larry McMurtry und Diana Ossana anhand Annie Proulxs Kurzgeschichte adaptiert worden war, spiegelt die leichte Trostlosigkeit von McMurtrys Die letzte Vorstellung wider, in dem der einstmals glorreiche Westen verblasst. Aber unter Lees Anleitung erinnert der Film auch an Der Eissturm, denn er zeigt den sich ausweitenden Effekt, den ein einziges Ereignis auf mehrere Menschen haben kann. Wie immer ist Lees Arbeit mit den Schauspielern einzigartig, denn er motiviert Michelle Williams und Anne Hathaway zu dezenten, nuancierten Leistungen als Ehefrauen, die sowohl unbewusst als auch offen von der Affäre ihrer Männer beeinflusst werden. Und Gyllenhaal verleiht einer Rolle, die vielleicht sonst nur wie ein Schoßhündchen gewirkt hätte, eine erstaunliche Tiefe. Ledger ist jedoch der eigentliche Mittelpunkt des Films: seine Darstellung eines emotional unterdrückten Mannes, der von seinen Gefühlen sowohl überwältigt als auch befreit wird, ist faszinierend und tragisch zugleich. „Brokeback Mountain“ ist dezent, aber auch voller Emotion bei der Präsentation der Geschichte und verdient so einen Platz innerhalb der klassischen modernen Liebesgeschichten. --Mark Englehart
Movieman.de:
Ausgerechnet Action-Regisseur Ang Lee nahm sich dieses ruhigen, ja romantischen Themas an, möchte man sagen. Doch die Wahl war genau richtig. Mit sehr ruhigem Ton, tollen Landschaftsbildern und behutsamer Akustik bahnt sich die Geschichte, die Anfangs auch den Darstellern undenkbar scheint, Ihren Weg. Lange ist es her, eine so überzeugende künstlerische Darbietung aus Hollywood erleben zu dürfen. Fazit: Absolut sehenswert
Moviemans Kommentar zur DVD: Eine Doppel-DVD, die den Bonusfan erfreuen wird. Die technischen Werte sind überzeugend.
Bild: Die vielen grandiosen Naturaufnahmen wirken erst so richtig schön auf einer Leinwand oder einem großen Bildschirm oberhalb üblicher Röhrendiagonalen. Dabei fällt aber auch auf, dass hier mittlere und große Distanzen noch etwas detaillierter abgebildet werden könnten. Vielleicht wird hier später eine HD/BD-Variante mehr bringen. Jedenfalls kommt die Detailkraft gegen einen Herr der Ringe in ähnlichen Szenen nicht ganz an. Dafür sind Nahaufnahmen eine rechte Pracht. Scharfe Schafe (00.09.30) und porentief ungewaschene Cowboygesichter gibt es da allenthalben zu sehen und man hat den Eindruck, Jake würde in den Hörraum hineinschauen. Etwas Grieseln gibt es immer wieder in Himmelsbildern und die Gesamthelligkeit des Bildes scheint mir einen Tick zu dunkel geraten, was auch den möglichen Kontrastumfang im Bereich dunkler Schatten in Gesichtern etwas einschränkt.
Ton: Gerade noch schreibe ich Notizen über den ausgesprochen ruhigen akustischen Verlauf des Films auf, das kracht ein Gewitter nebst Hagel um mich herum und auf das labberige Zelt hernieder (00.34.30). Hmm, aber es bleibt bei dieser einmailigen Ausnahme. Nahezu den ganzen Film über gibt es einen Hauch von Naturatmo (piepende Vögel, Wind in den Bäumen, 00.12.45) und glabsklare Dialoge. Klar, wer erwartet da oben auf der Alm viele Effekte a´la Armageddon? Immer wieder taucht das Thema des Soundtracks gespielt auf einer Sologitarre auf. Daher ist das Gesamtergebnis vielleicht numerisch gesehen nicht ganz befriedigend, ist aber für diesen Film durchaus als Lob zu verstehen.
Extras: Die Deluxe Edition bietet eine ganze Reihe interessanter Boni, deren Highlight das Making of mit gut 21 Minuten zufrieden stellt. Die 3 Featurettes befassen sich maßgeblich mit dem Thema, warum Ang Lee hier Regie führte und dies auch sollte und erzählt in kurzen Interviewsschnipseln die Entstehungsgeschichte von dem Script zum fertigen Film. Erfreulich ist es, dass man das Kapitelmenü nicht lieblos durchnumeriert hat, wie es immer mehr in Mode zu kommen scheint, sondern die jeweilige Szene kurz benennt.Auch erfreut die Integration von Untertiteln für Hörgeschädigte. Die Interviews sind bei Ang Lee und den beiden Hauptdarstellern ausführlich, fallen dann aber in Inhalt und Länge zunehmend ab. Schade, dass es keinen Audiokommentar der drei Genannten gibt. --movieman.de
VideoMarkt:
Hoch oben auf dem Brokeback Mountain hüten sie einen Sommer lang Schafe, Ennis Del Mar und Jack Twist. Abgeschnitten von der Außenwelt verlieben die Cowboys sich ineinander, verbringen glückliche Wochen. Zurück im harten Alltag des bigotten US-Herzlandes müssen die beiden jedoch einsehen, dass ihre Verbindung keine Chance hat. So gehen sie getrennte Wege, gründen Familien, bekommen Kinder, treffen sich über Jahre hinweg heimlich immer wieder - und scheitern tragisch am in der Verfassung verankerten pursuit of happiness...
VideoWoche:
Ein Liebesfilm, kein Nischenfilm, kein Schwulendrama, ein Drama, ein Melodram epischen Ausmaßes. Ang Lee, in Venedig hierfür mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet, adaptierte ein Kurzgeschichte von Annie Proulx, trieb seine Protagonisten Heath Ledger und Jake Gyllenhaal zu Höchstleistungen. Mit der Marlboro-Mann-Mentalität wird aufgeräumt, eine Lanze für das Grundrecht Homosexualität gebrochen. Wunderbare Bilder (Kamera: Rodrigo Prieto) einer traumhaften Landschaft setzt er gegen innere Zerrissenheit. Ein Meisterwerk!
Blickpunkt: Film:
Der Cowboy am Lagerfeuer, der ultimative Mythos amerikanischer Männlichkeit. An den wagt sich Ang Lee mit seinem herausragenden Wettbewerbsbeitrag in Venedig heran. Einen Sommer lang schützen zwei junge Männer am 'Brokeback Mountain' Schafe vor wilden Tieren und Dieben, teilen den harten Alltag bei Tag und Nacht in der Natur. Bald realisieren sie, es ist mehr als nur der Job, der sie verbindet: Eine Liebe gegen alle Konventionen, die trotz Trennung und Ehe ein Leben lang dauert.
Ang Lee ist nicht zu toppen. Wenn der erst seit den 80er Jahren in USA lebende Taiwanese seinen unbestechlichen Blick auf die westliche Gesellschaft wirft, findet er schnell die Schwachpunkte, nicht umsonst brachte ihm sein düsteres Porträt der Nixon-Ära 'Eissturm' den Ritterschlag der Filmkritik. 'Brokeback Mountain', basierend auf einer Kurzgeschichte von Pulitzer-Preisträgerin Annie Proulx, geht noch einen Schritt weiter, kratzt am Cowboy-Image, dem Urbild von Virilität, legendär durch Western und Marlboro-Werbung. Da trotzt der Mann den Unbillen der Natur, und versinnbildlicht auf dem Rücken der Pferde Freiheit. Keine Freiheit, sondern Arbeit suchen in Wyoming des Jahre 1963 der schweigsame Ranch-Helfer Ennis Del Mar und der texanische Rodeo-Cowboy Jack Twist. Über Monate erledigen sie ihren Knochenjob und schützen die Schafherde eines reichen Farmers in der Einsamkeit der Berge bei karger Bohnenkost. Ihre Zukunft planen sie wie jeder andere - feste Arbeit, Heirat, Familie. Und dann kommt es zwischen den beiden Männern, die sich nicht als Homosexuelle empfinden, zur Intimität. Auch wenn sich ihre Wege trennen, jeder von ihnen eine Familie gründet, die Leidenschaft flammt wieder auf, obwohl in den 60er Jahren gleichgeschlechtliche Liebe noch als Teufelswerk galt. Über Jahrzehnte hinweg treffen sie sich regelmäßig. Eine lebenslange Beziehung mit Problemen, eine Tragödie über Treue und Vertrauen, Freundschaft und Liebe.
Immer wieder zeigt Ang Lee die Schwierigkeiten, den mangelnden Mut del Mars, der nicht aus seiner Haut herauskann und jede gemeinsame Perspektive zurückweist. Zu stark ist die gesellschaftliche Repression, die Angst vor Ausgrenzung. Ang Lee erzählt von der Komplexität dieser Verbindung, konfrontiert die Verantwortung und die Gefühle den Partnerinnen und Kindern gegenüber mit der Wucht des Begehrens und der verborgenen Sehnsucht nach gegenseitiger Zuneigung und Zusammensein. Im Spannungsfeld von Routine, Verzweiflung und zitterndem Lebenshunger bewegen sich die Protagonisten in ihrer Patchwork-Identität, Männerexistenzen eingeschlossen im Panzer traditioneller Geschlechtsmuster. Menschen, denen die Wirklichkeit keine Zukunft für Träume lässt. Nie wird der Film sentimental, dafür sorgt nicht nur die intelligente Inszenierung, sondern vor allem die überzeugenden Darsteller - Heath Ledger in verkapselten Sprödigkeit und Jake Gyllenhaal in unberechenbarer Lebenslust. Wie steinerne Zeugen des Schicksalspiels wirken die Berge in ihrer unantastbaren Schönheit und Ruhe, die Natur, in der die beiden durchatmen, sie selbst sein können. Nach dem Schwertkämpfer-Märchen 'Tiger & Dragon' ein neuer Geniestreich von Ang Lee. Ein Meisterwerk, das die Venedig-Jury mit Edgar Reitz ganz oben auf ihre Agenda setzen sollte. mk.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Ang Lees in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichneter Western über zwei Cowboys, deren Liebe zueinander zum Scheitern verurteilt ist.
Kurzbeschreibung:
Wyoming, 1963: Der Rancher Ennis del Mar und der Rodeoreiter Jack Twist werden auf Brokeback Mountain angeheuert, den Sommer über eine Herde Schafe vor Wilderern und Raubtieren zu schützen. In der harten und rauen Einsamkeit der Berge entwickelt sich zwischen den beiden bald mehr als bloße Kameradschaft - sie verlieben sich ineinander. Doch angesichts der engstirnigen Moralvorstellungen in der konservativen US-Provinz bleiben ihnen nur getrennte Wege. Die Cowboys heiraten, gründen Familien - und kommen doch nicht voneinander los. Nur heimlich können sie über die Jahre bei ihren seltenen Treffen in der Wildnis ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Bis Jack einen letzten verzweifelten Versuch unternimmt, für ihre Zukunft zu kämpfen...
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