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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Edgar - Manfred - Christine - claudia - petra - sylvimaus Forum: Florian Silbereisen Fanclub Wolfsburg Forenbeschreibung: Florian Silbereisen aus dem Unterforum: Konzerte Antworten: 7 Forum gestartet am: Dienstag 29.08.2006 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Der Junge mit der Ziehharmonika Letzte Antwort: vor 16 Jahren, 30 Tagen, 21 Stunden, 11 Minuten
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Re: Der Junge mit der Ziehharmonika
Edgar - 02.01.2007, 19:09Der Junge mit der Ziehharmonika
Florian Silbereisen ist der Shooting-Star der jungen Volksmusik: Mit seiner Mischung aus Lausbubenhaftigkeit und Dachschaden hat er es mit 24 Jahren zu einer eigenen Fernsehshow gebracht – und zu diesem todschicken Feuilleton-Porträt von Stefan Gärtner
Florian Silbereisen kommt zu Fuß ins Café im niederbayerischen Tiefenbach. Sein jüngstes Album heißt „A bisserl was geht immer“, vielleicht hat Florian Silbereisen gedacht, wenn a bisserl was geht, dann geh’ ich auch.
Hier, im Café Gschwendtner an der Franz-Josef-Strauß-Straße, trifft sich die junge Szene von Tiefenbach: Sodomiten, Inzestuöse, der Nübler Willi mit dem Loch im Hals. Den jungen Mann, der mit dem Journalisten aus der Großstadt im Herrgottswinkel hockt und bescheiden an seinem Vanilletee nippt, grüßen sie freundschaftlich. Der Flori, der ist halt einer von ihnen.
„Die Madln vom Land“, „Das kann nur Liebe sein“ oder „Aber hier leben, nein danke“ heißen die Songs des letzten Albums. Florian Silbereisen rührt in seinem Tee und lutscht versonnen an einem Zuckerwürfel.
„Ich bin kein Schlagersänger und möchte auch keiner werden“,* sagt Florian Silbereisen und sieht aus, als hätte er den Satz schon mal gesagt, zu seiner Mutter vielleicht oder bei der Berufsberatung im Arbeitsamt.
Der junge Mann ist ein Star. Mit gerade mal 24 darf er bereits Fernsehshows wie „Das Adventsfest der Volksmusik“ moderieren und erreicht damit ein Publikum, das sonst keiner erreicht, seit es die Wochenschau nicht mehr gibt. Die Hallen sind voll, die Chat-Foren auf den Internetseiten seiner Fanclubs auch. „Mann, ich habe Flori das erste Mal live erlebt, und es war unbeschreiblich“, schreibt „Maria“. „Er hat ,Links a Madl, rechts a Madl‘, ,Mutter‘und ,Ich glaube an Gott’ gesungen. Als er ,Ich glaube an Gott‘ gesungen hat, habe ich geweint vor Rührung. Er berührt halt mein Herz. Er ist so auf dem Boden geblieben und so natürlich.“ Seine Platten verkaufen sich hunderttausendfach, sein Image als unbeschwerter „Lausbub der Volksmusik“ ist Gold wert in einer Branche, die noch immer unter dem Skandal um Hansi Hinterseer leidet: Der populäre Ex-Skifahrer hatte in einem Lied versehentlich das Wort „Diskursethik“ verwendet, die Platte mußte vom Markt genommen werden.
Florian Silbereisen, das merkt man, würde das nicht passieren.
Zwielicht fällt wie ein mißlungener Akkord durchs Fenster. Florian Silbereisen sieht müde aus. Vielleicht möchte er gerne ein Nickerchen machen. Oder sich die Quetsche schnappen und so richtig laut losmusizieren, weil er lieber Lärm macht als drüber zu reden. Statt dessen sagt er: „Ich habe viele Preise bekommen, auch die ,Krone der Volksmusik‘, aber für mich sind diese Pokale nicht so wichtig. Stolz bin ich auf die Anerkennung als sympa-thischster Einzelkünstler. Das bedeutet mir sehr viel, weil das keine Jury ausgewertet hat, sondern die Fans, die auf der Straße gefragt worden sind. Wie man das Herz der Menschen gewinnt, ist für mich sehr wichtig und viel schöner.„
Kaum hat Florian Silbereisen den Satz zu Ende gesprochen, kommt ein junger Mann an den Tisch. Er ist rot im Gesicht und sieht nicht so aus, als verwende er Alkohol nur zum Desinfizieren. Vielleicht ist er betrunken. Ehrfürchtig streckt er seine Hand, es ist eher eine Pranke, über den Tisch und läßt sie unvermittelt und mit großem Krach auf die Tischplatte fallen. „Herst, Flori„, sagt der junge Mann, „kumm, nur an Zehner, bis morgen, du host as doch, bittschön. Du host as doch, du mit deiner scheiß… deiner scheiß Musi, du… uuuuuäääaaaah…. sakradi, is mir schlecht jetzad…„
Florian Silbereisen schaut drein, als werde er nicht alle Tage vollgekotzt.
„Es stimmt auch nicht, daß junge Leute diese Musik nicht hören wollen", sagt Florian Silbereisen mehr zu sich selbst und wringt sein Hemd aus. „Das Problem ist der Gruppen-zwang, der hier in Deutschland herrscht, und es sich keiner traut, diese Musik zu hören. Mir macht es einfach wahnsinnig Spaß, ich bin damit großgeworden und höre sehr gern deutschsprachige Musik.“
Die Zeit scheint stillzustehen in diesem Moment. Am Nebentisch liest eine sichtlich Einheimische in einem alten „Spiegel“, vielleicht irgendeinen prätentiösen Angeberscheiß von Alexander Osang mit vielen Absätzen und „vielleichts“ drin. Draußen werden ein paar Säue durchs Dorf gejagt, ihr wildes Quieken ist deutlich zu hören. Verstohlen lugt Florian Silbereisen zur Musikbox. Wer da wohl seinen neuesten Hit „Auf die Länge kommt’s nicht an“ gedrückt hat?
Florian im Glück.
Es ist eine typische Volksmusikerkarriere: Mit drei bekommt Florian Silbereisen seine erste Harmonika geschenkt, mit sieben nimmt er seine erste Platte auf: „Die Mama hat den Schnaps versteckt“. Mit acht wird er eingeschult, mit neun verschafft ihm Karl Moik einen vielbeachteten Auftritt in „Aktenzeichen XY ungelöst“, mit vierzehn wird dann auch mal gebusserlt. Die Mama, versteht sich.
Überhaupt, die Mama.
„Mit meiner Mutter kann ich alles besprechen“, sagt Florian Silbereisen, „von Sex bis Krisen.“
Florian Silbereisen schaut jetzt wie einer, der immer alles mit Mama besprochen hat. Sex. Krisen. Sexkrisen. Wie ihm mal im Heuschober die Lederhose zu eng wurde, als er und die dralle Vroni vom Huberbauern sich schüchtern zeigten, was sie hatten: er einen kleinen Mutterkomplex, sie eine große Tüte Treets, die sie dann gemeinsam auf aßen. Oder wie Ireen Sheer ihm hinter der Bühne erklären mußte, daß nicht der Storch die Kinder bringt, sondern der Frank Schirrmacher.
„Bei einem Mädchen mit schönen Fingernägeln weiß ich hundertprozentig, woran ich bin. Da habe ich mich noch nie geirrt“, sagt Florian Silbereisen und popelt in der Nase herum.
Vielleicht sind es Regeln wie diese, die seinem Leben Halt geben.
Eine große deutsche Boulevardzeitung hat sie einmal seine „fünf Jodelregeln“ genannt: Nur ein Tag, an dem du lachen kannst, ist ein guter Tag. Mach nur das, was dir wirklich Spaß macht! Sei nicht zu stolz, dir Geld zu leihen, aber sei zu stolz, es zurückzugeben. Auch andere Mütter haben schöne Fingernägel. Trenne nie st, denn es tut ihm weh!
Niemals könnte Florian Silbereisen ein st trennen. Er kann ja nicht einmal ein Ei trennen. Oder Musik von seiner. So schlecht ist er im Trennen, daß seine Eltern sich selber trennen mußten: „Nach über 30 Jahren ließen sich meine Eltern scheiden. Sie haben sich auseinandergelebt. Sie sind beide jung genug und haben eine zweite Chance verdient.“
Vielleicht kommt daher diese wilde Melancholie, die ihn umweht wie den Nübler Willi die Wolke aus Aquavit und Unterhose.
„Ich bin ein wilder, lustiger Kerl – und ich schäme mich nicht für die Volksmusik! Die jungen Leute lieben das doch auch!“ sagt Florian Silbereisen, dessen neues Video „Heut bums ma ois zamm“ bei MTV verlorengegangen ist. Sagt jedenfalls MTV.
Er haut fröhlich mit der Faust auf den Leberkäs, und es hört sich ein bißchen so an wie das Titelstück auf seinem 93er Album „I möcht mei Lebtag a Lausbua bleib’n“. Dann sagt er, als müsse er sich für etwas entschuldigen: „Ich mache gern Sport, spiele gern Tennis, geh Laufen und Schwimmen. Aber ich liege auch einfach mal gern auf der Couch, bestelle mir eine leckere Pizza und sitze drei, vier Stunden vor dem Fernseher und genieße den Tag. Aber wenn die Sonne scheint, hält mich nichts mehr im Haus!“
Draußen regnet es jetzt, und wir bleiben sitzen.
Die Menschen brauchen einen wie ihn. Einen, der fröhlich ist und Sport macht und sich auch gerne mal eine leckere Pizza bestellt. Den nichts mehr im Haus hält, wenn die Sonne scheint, und der Rezession nicht einmal buchstabieren kann.
Also, der es im Ernst nicht kann.
Ob er ein optimistischer Mensch ist?
„Ich bin ein optimistischer Mensch, der nur nach vorn schaut – nie zurück!“ sagt Florian Silbereisen und schaut nach vorn, wo der Nübler Willi dem Gschwendtner-Wirt unter großem Geschrei ein Bierglas auf den Kopf haut. „Ich bin sehr ehrgeizig, aber in gewisser Hinsicht auch ein bißchen schlampig und faul“, schreit Florian Silbereisen gegen den Tumult an. „Wenn mich jemand anlügt, dann geht gar nichts mehr. Das kränkt mich und tut mir weh.“
Florian Silbereisen holt ein Portemonnaie aus der senffarbenen Stretchfelljacke und winkt die Bedienung an den Tisch. Die Bedienung sagt: „So, des woarn ein Tee und ein Leberkäs, macht 100 Euro, bittschön!“
So was kränkt ihn dann, den Flori.
Quelle: titanic.de
Re: Der Junge mit der Ziehharmonika
Manfred - 18.01.2007, 20:15
Interessanter Artikel. So lernt man immer wieder neue Seiten von Florian kennen.
Re: Der Junge mit der Ziehharmonika
Christine - 21.01.2007, 12:24
Manfred hat folgendes geschrieben: Interessanter Artikel. So lernt man immer wieder neue Seiten von Florian kennen.
Lieber "Manfred", "Edgar",
wird das nicht langsam langweilig - immer neue Namen ausdenken....
Re: Der Junge mit der Ziehharmonika
claudia - 22.01.2007, 22:23
Hallo Edgar/Manfred.
Ich muß Christine recht geben bei dern Frage,ob es nicht irgendwann langweilig wird,wenn die Leute hier dich schon an den Post erkennen?!
Warum nervst Du nicht andere Foren,warum unsers?Merkst Du nicht,dass Du hier wirklich unerwünscht bist?
Re: Der Junge mit der Ziehharmonika
petra - 24.01.2007, 21:25der junge mit der ziehhamonika
hallo claudia
du sprichst uns aus der seele. keine ahnung was manfred/edgar eigentlich von uns will, vorallendingen da doch seiner meinung nach nichts bei uns los ist.
LG petra
Re: Der Junge mit der Ziehharmonika
Manfred - 25.01.2007, 20:54
Kann mir freundlicherweise mal jemand erklären, was hier los ist? :shock: :shock: :shock:
Re: Der Junge mit der Ziehharmonika
sylvimaus - 26.02.2007, 14:58dr junge mit dermundharmonika
hallo
ich finde den artikel sehr interresant
was florian schon geleistet hat
hut ab
mann kann stolz auf unseren florian sein oder?
hgl.sylvimaus :P
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