Leas FF

Tokio Hotel
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    Re: Leas FF

    kaulitz - 30.12.2006, 12:37

    Leas FF
    1. Verliebt in einen Star
    „Ooooh ist der süß“.... Jana hing über der Bravo und las sich den Artikel über Bill, den Sänger der Newcomerband Tokio Hotel durch.
    „Und in meinem Alter ist er auch noch“....Jana kam aus dem schwärmen gar nicht mehr raus. „Ähm Jana, er ist 16....“, machte Vicky, die nicht viel von Starschwärmereien hielt, der anscheinend vollkommen verliebten Jana klar. Sie vergaß anscheinend das Jana dieses Jahr immerhin schon 15 wurde. Da konterte Jana natürlich direkt mit einer Tatsache die mir irgendwie peinlich war, aber nun mal stimmte. „Na und“, begann sie deshalb, „Lea war im Urlaub doch auch mit diesem Daniel zusammen...Und der war 18!!!Hat sie das gestört???“ Nein, dass hatte es in der Tat nicht, aber ich äußerte mich besser nicht mehr dazu. „Okay, wenn man bedenkt das Lea 12 ist.....Ich nehmŽ alles zurück, Jana...“ Auch Vicky musste sich schließlich geschlagen geben. Dann setzte Jana wieder ihr zufriedenes grinsen auf. Bill war ca. 1,80 m groß und dünn wie sonst was. Er trug (noch) eine schwarze Mangafrisur und Jeans die ohne Gürtel so gut wie auf der Erde hingen. „DER SCHMINKT SICH JA!“ Vicky war fassungslos vor Entsetzen. Okay, Bill war schon etwas merkwürdig, das musste ich zugeben, denn er trug zusätzlich zu den Smookey-Eyes noch ein Piercing in der rechten Augenbraue und ein Tatoo im Nacken. „Ich findŽs einfach nur geil......“ Wer Jana versuchte einen Typen auszureden hatte keine Chance. Sie hatte ihren eigenen Kopf und setzte ihn durch, wann immer sie konnte.
    Um eine Sache aber beneidete ich Bill: Und zwar fürs Nägel lackieren! Von ungefähr 3 Mrd. Jungs auf der Welt konnte er es bestimmt am besten....
    „Voll der Gothic“, rutschte es mir ganz plötzlich raus. Oh oh, jetzt hatte ich Scheiße gebaut. Jana guckte mich wütend an. „En süßer Gothic...!“, versuchte ich mich aus der Situation rauszureden. Mein Gott war diese Aktion billig..... Gab es überhaupt süße Gothics???? War ja auch egal, Jana strahlte wieder und somit war ich happy.
    2. Thema der Woche : Bill
    Die nächsten Wochen schwärmte Jana nur noch von einem megatalentiertem Popstar: Bill Kaulitz. (Ja, Kaulitz, so hieß Bill mit Nachnamen....) Die Schule wurde für mich zur reinsten Bill-Falle:
    Denn nicht nur Jana fand ihn attraktiv, nein, die Hälfte der Mädchen unserer Schule, dass wären umgerechnet um die 300, waren scharf auf Bill.
    Alle drehten komplett am Rad: Im Unterricht flogen andauernd kleine Zettel durch die Klasse, dann guckten sich zwei Mädchen an, hielten ein Bild von Bill hoch und begannen zu kichern, so doll, dass man es fast schon als Behinderung ansehen konnte. Ich habe aufgehört zu zählen, wie viele deshalb schon vor die Tür mussten. Und als wenn das nicht schon genug wäre, startete ein Mädel aus der 9-ten einen Selbstmordversuch, weil sie so in Bill verknallt war und aber nicht an ihn rankam.... Ab da an stellte ich mir die Frage: Gott, geht es denn noch verrückter????
    3. Dreamboy No. 2
    Zu allem Überfluss hatte Bill auch noch einen Zwillingsbruder namens Tom, den ich auch nicht so 100%ig leiden konnte. Okay, er sah nach meiner Meinung besser aus als Bill, denn er trug lässige BaggyŽs, manchmal zu lässig, und HipHop Käppis von New Era.... Seine blonden Dreadlocks sahen süß aus... Okay, er sah allgemein Hammer aus, aber sein Charakter war eine Katastrophe. Angeblich war er schon mit 25 Mädels in der Kiste...(hahaha, Witz des Jahres). Das einzigst positive an ihm war, dass er E-Gitarre spielte... Und zwar genauso gut wie Bill sich die Nägel lackierte...
    Er wurde wie sein Bruder zum Mädchenschwarm. Viele Jungs waren derbst neidisch auf Tom und Bill ,da ihre Feundinnen die süß fanden. Da Jungs nie mit sich verhandeln lassen, machten sie Schluss. Also noch mal kurz: Aus Normalos wurden verrückte Fans und aus Pärchen wurden Singels. Die Welt hatte sich komplett verändert. Wegen 2 Jungs......
    4. Musik- Uninteressant
    Die folgenden Tage wurde nur noch davon geredet, wie süß Tom und Bill doch sein sollen...Niemand erwähnte mal nebenbei, wie geil Bill singen konnte oder wie perfekt Tom auf seiner E-Gitarre schredderte, nein, den Mädels gefiel nicht die Musik sondern einzig und allein die Jungs.
    „ Boah Shit, dass gibt’s doch nicht!“, motzte Vicky, als uns am nächsten Morgen in der Schule 4 Mädchengruppen den Weg in die Klasse versperrten. Ja genau, 4 Mädchengruppen, je 5 Personen.... Und ratet mal worüber sie redeten????( Ui das wird jetzt ne Herausforderung..) Über Tom und Bill. „Dürften wir netterweise mal durch“, fing Vicky an und fügte leise hinzu: „ihr Freaks....!“Aber, dieser Kommentar war den Mädels egal...
    5. Spuck ihn aus, du Mistvieh
    In der Nacht träumte ich was komplett krasses: Tom und Bill spazierten als 5 cm kleine Zwerge durch mein Zimmer, kletterten etwas auf meiner E-Gitarre rum, rutschten dann die Saiten runter und tranken aus millimeterkleinen Dosen ihr Lieblingsgetränk Red Bull. Als ob das nicht schon krass genug wäre, gesellte sich noch Flöckchen, meine Katze, zu den beiden hinzu. Klar, sie hatte Tom und Bill zum fressen gern, was sie ohne lang zu überlegen in die Tat umsetzte: Sie pirschte sich an Bill ran, machte einen Satz, schnappte sich ihn und begann dann, auf ihm rumzukauen.
    Schon da fragte ich mich: Wie fehlgeleitet kann eine Katze sein?
    Ziemlich, wie sich herausstellte. Das ganze ließ Tom nicht auf sich sitzen, denn ohne Bill war er nicht Tom... Und umgekehrt. „ SPUCK IHN SOFORT AUS DU GOTTVERDAMMTES MISTVIEH!!!!“, schrie er die Katze an, die 10 mal größer als er war. Da Flöckchen zwar, wie schon gesagt, fehlgeleitet; nichts desto Trotz aber brav war, würgte sie den angekauten Bill wieder aus. Dessen Anblick war einfach nur zum lachen, denn seine Frisur, an der mindestens 2 Tonnen Haargel pappten, war komplett am Arsch, und das sah ganz schön komisch aus. Das fand auch Tom und fing an, lauthals loszugrölen. ( Wenn man das überhaupt grölen nennen konnte, denn manchmal überschlug sich seine Stimme vor Höhe und Tempo). Jaja, ich träumte schon eine Scheiße....
    6. Falsche Diagnose
    „ Tja, dich hatŽs auch erwischt!“, stellte Vicky am nächsten Morgen in der Schule fest, als ich ihr von meinem verrückten Traum erzählte. Da das nicht stimmte, obwohl ich mir auch nicht mehr ganz sicher war, sagte ich deshalb nur : „ Quatsch! Nur wenn alle 24 Stunden am Tag von denen labern ist klar das man von denen träumt...“ So sah die Sache nackig aus, würde Bill jetzt sagen. Vicky war jetzt die Luft ausgegangen. Zu meinem Pech hatte Jana aber ein Organ, das nie still stand. Und das konnte richtig nerven. „ Lea ist verknallt! In Tom!“ Ja, Jana hatte eine blühende Fantasie und einen eigenen Willen. „ Voll nicht ey! Tom ist zwar extremst hübsch, aber vom Charakter her ist er ein...“, ja ich hätte beinahe Arsch gesagt, „ ein...ein....“, ich geriet ins stottern. „Ach wie süß, Lea ist verliebt! Das wird bestimmt voll romantisch wenn du mit Tom und ich mit Bill zusammen komme!!!“ Sag ma, hatte die einen Schaden? Ich fasste mir ein Herz und versuchte es ein allerletztes mal : „ Jana, ICH MAG IHN NICHT!“ Jaaaa, ich hatte so das Gefühl das sie allmählich damit begann, die Lage zu checken. Und wie bitte kam sie darauf das wir irgendwann mal mit denen gehen würden??? „ Tust du nicht?“, fragte sie fassungslos, wie Vicky damals. Ich atmete tief ein und ließ die Luft durch ein langes :“ Nnnnnnnnnnnnnneinnnnnnnn“, wieder raus. „Oh...... hm..... wenn das so ist, nimmst du einfach Gustav.“ Waren wir in der Eisdiele, von wegen : Kein-Schokoeis-mehr?Nein.Oh-dann-nehm-ich-Vanille.... ???? Ja anscheinend schon, und überhaupt. Wie kann man sein Kind Gustav nennen...? Ich kannte ja schlimme Namen aber Gustav übertraf alles.... Ich dachte sogar pessimistisch: Der sieht bestimmt auch wie en Gustav aus... (Bierbauch, ungepflegter 3-Wochen-Bart ...). „Look!“ Jana hielt mir die Bravo, die inzwischen von den ganzen Küssen auf BillŽs Gesicht völlig zerfleddert war, vors Gesicht. Ich hatte das Gefühl, das die Sonne erst jetzt richtig anfing zu scheinen. War denn das möglich? Nach meiner Meinung noch geiler als Tom auszusehen??? Dank Gustav ja! Es war mir jetzt egal ob er nun Chris oder Karl-Heinz (bzw. Gustav) hieß. So einen süßen Jungen hatte ich noch nie gesehen... „ Hm....Ja okay, ist gut.“ Sagte ich völlig in Gedanken... Vicky und Jana verschränkten die Arme. „ Dann hats dich also doch erwischt...“ sagte Vicky triumphierend. In der Tat, es war Liebe auf den ersten Blick...
    7. Noch ein Fan...
    Natürlich war ich net richtig in ihn verknallt, das ging ja gar nicht so richtig. Ich fand ihn halt nur übelst süß.... Wie Marlon, meinen 1-jährigen Cousin..... Den hab ich auch voll lieb, will aba keine Beziehung mit ihm. Wie sähe das denn auch aus? Bestimmt voll asozial. Naja, wie dem auch sei, ich war nicht die einzigste, die einen der 4 Jungs süß fand. (Ja genau, Tokio Hotel bestanden nicht nur aus Bill, Tom und Gustav, nein, es gab auch noch ein viertes Bandmitglied. Aber dazu kommen wir gleich noch mal...) „ Hi Mum, bin wieder da....“, rief ich , als ich am nächsten Tag von der Schule nach Hause kam. Hm, komisch, eigentlich käme meine Mutter jetzt freudig angerannt, als wenn man nem Kleinkind aus der Ferne ein Schoko-Eis zeigen würde und ihm zurief : „ Hier! Nur für dich! Hols dir!“ Aber es kam nur Flöckchen, die Billkillerin aus der Küche getrabt. Mensch, manchmal sind Mütter echt zu blöde, dachte ich und begab mich ins Wohnzimmer, wo sich meine Mutter, die übrigens Tina hieß, wenn sie nicht grad wieder am kochen war, saß, und sich MTV und Viva reinzog... Wie jedes Mal lag ich mit meiner Vermutung goldrichtig. Tina saß mit wenig Abstand vor der Kiste und sagte nur Geistesabwesend : „ Wie warŽs in der Schule?“ „ Ja wie solls denn gewesen sein?“, hätte ich am liebsten gefragt, doch ich hielt mich lieber geschlossen. Meine Mum verhielt sich wie ein Teenie... Statt Liebes-Schnulzen im TV zu gucken, filterte sie lieber Infos über angesagte Rock-Bands aus dem Internet raus. Sie drohte meinem Vater andauernd damit, The Rasmus Poster im Elternschlafzimmer aufzuhängen, worauf mein Dad anfing die Koffer zu packen. Ja, meine Mum war anders als andere Mütter. Und deshalb guckte sie statt Alpenpanorama lieber Viva!Life... war mir aba auch lieber so. Doch, manchmal übertrieb sie es ein bisschen... Daran hatte ich mich zwar schon längst gewöhnt, denn so lief das immerhin schon 48 Wochen, doch manchmal wünschte ich mir eine nicht so kindische Mutter, sondern so eine, die sich aufführt wie eine Erwachsene. Denn sie war halt erwachsen. 45 Jahre alt.... Ich checkte kurz ab, ob es was interessantes war, was sie sich da reinzog, oder nur das manchmal überflüssige Gelaber der Modratorin Gülcan . Nein, es lief etwas ganz anderes, etwas was mich zum lächeln brachte. Da saßen doch tatsächlich Tokio Hotel im Studio und wurden interviewt. Bei Viva! Life... “Vielen dank an euch, das ihr hier wart, und ihr da draußen, macht es gut bis zum nächsten mal bei Viva!Life!“, waren die Worte, die ich vom Geschehen mitbekommen hatte. Denn ich hatte das Interview verpasst. Ich kam zu spät. ŽOh mann, nächste mal fährste mit dem Rad den Berg runter, dann geht’s wenigstens schnellerŽ, dachte ich und haute mir gegen die Stirn. Manchmal könnte ich mich echt... Ach, es war jetzt auch nicht mehr zu ändern. „ DIE SIND JA SOOO GEIL“, quietschte meine Muter. Oh mann, jetzt ist sie komplett verrückt geworden. „Der Sänger ist ja sooo knuffig“, meinte sie verträumt. In dem Augenblick erinnerte sie mich an Jana. „Meinst du“, fing ich an und hätte beinahe `das GirlŽ gesagt, doch irgendwie kam das nicht über meine Lippen, „Bill?“, sagte ich immer noch etwas geschockt und stellte meinen Eastpack ab. „ Ja genau, er hieß Bill....... Äh, woher kennst du die denn???“, fragte Tina und tat so als wenn sie die 1. wäre die TH gesehen hätte. „ Na, aus der Bravo! Du kennst doch Jana...Immer und überall als Erste über alles informiert“, sagte ich meinen Lieblings-Zungenbrecher auf. Tina lachte.

    Die Zeit verging und ich entwickelte mich zum Mega-Fan der Jungs. Genau wie Tina, die jeden noch so kurzen Artikel über TH aus jeglichen Zeitungen aufhob und jedes noch so kurze Interview im Fernsehen auf Video aufnahm, Aufritte bei The Dome und so inbegriffen natürlich.
    Der Höhepunkt der ganzen Aktion war das mich Tina kurze Zeit später fragte ob ich nicht Lust auf ein Tokio Hotel Konzert hätte. Ich fiel ihr um den Hals. Ja, in einer gewissen Weise hatte ich Glück eine Mutter zu haben die die gleiche Mukke wie ich hörte. Ich konnte es nicht glauben: Mein 1. Konzert! Und dann noch das von den wahrscheinlich süßesten Jungs der Welt! Einfach der Hammer... Hehe das war ja bis jetzt alles einfach, dachte sich Gott, ich muss da noch ein paar Hürden einbauen. Dafür würde ich Gott auf ewig hassen, denn wie er es verlangte, wurden die Karten für die Konzerte genau dann verkauft, als wir da waren wo die 4 so interessant waren wie Döner, also null : Im Türkeiurlaub. Dort kannte sie keiner und die Leute dort hatte auch nicht vor sie kennen zu lernen... Und somit hatten ich den Kartenverkauf, genau wie das Interview verpasst. Tina wusste es auch. Mensch warum mussten ausgerechnet wir immer Pech haben? Warum nicht mal wer anders?
    Vom Kopf zerbrechen liegen die Karten nicht auf einmal auf dem Tisch, merkte ich bald, denn von nix kommt nix. Die Letzte Hoffnung: Mein Dad. Er war der `Master des Netzes`, sagten Mum und ich immer, denn wenn wir ma Probleme mit dem PC hatten mussten wir nur einmal mit dem Finger schnipsen und schon stand er neben uns. Er kannte seinen und unsere Computer von vorne bist hinten, die Festplatte wie seine Hosentasche, er war für uns die Landkarte fürs Internet. Und somit auch für den Wohl größten Online-Flohmarkt der Welt: Ebay. Ja, bei Ebay gab es zu 100% noch Karten und zwei davon gehörten Tina und mir. Die anderen wussten es nur nicht. Deshalb lief ich kurzerhand zu ihm mit einem eigenen Kopf den ich versuchte möglichst lange durchzusetzen. „ Pabaaaaaaaa“... So begann ich immer wenn ich etwas großes von ihm verlangte, und das wusste er. „ Was willst du? Ein Quad?“ Nee Dad, sowat großes auch wieder net.. Auch er übertrieb es manchmal ein bisschen. „ Kennst du TH?“ begann ich. „ BAAAHHHHH....Dieser Schwuchtel und sein Kumpanen?“ mein Dad verzog das Gesicht. Ich versuchte die Situation zu halten. „ Jaja genau dieser Schwuchtel...“, laberte ich daher und ärgerte mich innerlich das ich die Sache nicht direkt auf den Punkt gebracht habe „ Ich will mit Tina aufs Konzert...“, platzte es auf einmal aus mir heraus. Mein Vater guckte mich entgeistert an. „ Von den Schwuchteln?“, fragte er unglaubwürdig. Hehe, was hätte ich jetzt bitte anderes drauf sagen sollen als : „ Ja, auf eins von den Schwuchteln!“? Wenn man seiner Meinung war hatte man direkt gute Karten, von da her waren TH also im Moment Schwuchtel. Ich nickte. „ Oh mann, du weißt die tun dir nicht gut... Wehe du gehst so aus dem Haus wie diese Bill...“, regte mein Vater sich auf. Ich musste lachen. „ Papa, Bill ist ein Junge...“. „ Ach laber nicht für mich ist er ein Mädchen!“, motze Dad und loggte sich bei Ebay ein. „ Holst du die Karten?“, fragte ich unsicher. „ Ja was denn sonst? Du und Tina heult mir eh die Ohren voll wenn ich sie nicht hole...“ Ja, das stimmte wohl, da hatte er gar nicht mal so Unrecht.

    Es gab noch Karten. 30 Stück. Für den 8.12 im Palladium in Köln. Normalpreis eines Tickets: ca. 26 Euro. Verkaufspreis eines Tickets bei Ebay: 60 Euro. „ Haben die alle einen an der Waffel??? Ihr Auftritt ist noch nicht mal 5 Cent wert...“ Ich ließ Papa jetzt besser in Ruhe und sagte gar nichts, denn wenn er genervt war und man ihn dann mit unsinnigem Zeug zulaberte, brach er alles sofort ab. `Hm..... Das wären dann 120 Euro.....`, dachte ich mir. Denn Tina kam ja auch mit. „ So, zufrieden?“ mein Vater legte seine Hände auf meine Schultern. „ Hast du?“, fragte ich. Er nickte. Ich schrie. Ganz kurz. Dann rannte ich in die Küche zu Tina die drauf und dran war, Nudelauflauf zu machen. „ Haben wir die Karten?“, Tina legte den Kochlöffel beiseite und sah mich erwartungsvoll an. „ Ja...“ sagte ich nur leise. Tina hopste durch die Küche. Okay wenn sie hopste musste sie sich schon arg freuen...

    Es war perfekt. Einfach geil. Das was wir nur noch brauchten war eine Menge Geduld, da das Konzert erst in 3 Wochen stattfinden würde. Bis dahin hieß es: Poster sammeln, schwärmen, über die 4 labern und Interviews auf Video aufnehmen!
    8. Furchtbare Tatsache
    Vicky und ich hatten schon lange vor, uns ein drittes Ohrloch als Freundschaftsbeweis stechen zu lassen. Denn Kettchen und Armbänder fanden wir affig, daher beschlossen wir den anderen durch ein Ohrloch zu zeigen, das wir beste Freundinnen waren. Da hatte ich mir überlegt, fahren wir doch ein Tag vor dem Konzert in die Stadt, dann hätte ich doppelten Grund mich zu freuen: Denn einen Tag darauf wäre dann das Konzert. Wie erwartet hatte Vicky genau das selbe vor. Also fuhren wir am 7.12 in die Stadt, zum wohl geilsten Juwelier den es gibt: Bijou Brigitte. Dort hatte ich die Hälfte meines Taschengelds verballert. Und mir auch meine ersten 2 Ohrlöcher stechen lassen. Nach ca. einer Stunde kamen ich und Vicky vollbepackt mit Schmuck und mega-happy wieder aus dem Laden raus. „Boah Vicky, freust du dich auch so auf morgen?“, fragte ich Vicky und hakte mich bei ihr ein. „ Warum sollte ich? Morgen ist Donnerstag, wir haben Physik und da darauf freu ich mich mit Sicherheit nicht.“ Sie schüttelte den Kopf. „ Nein, ich mein das ich aufs Konzert fahre!“ „Achjaaaaaa..... hm...... ich weiß net, ich find die abnormal, aba wenn du glücklich bist...“, sie lächelte. Vicky war schon echt ne Liebe. Tolerierte meinen Musikgeschmack. Und das taten nicht viele. Aus der ferne sah ich schon das Auto von meinem Dad, er holte uns nämlich ab. „ Hi Papa!“, sagte ich freudig und drückte ihn. Er sagte gar nichts. Oh oh, wenn er so drauf war dann hatte er mir etwas unangenehmes zu sagen. Ich konnte es nicht aushalten wenn er mir sowas verschwieg. „ Dad, was ist los?“, fragte ich ihn deshalb. „ Naja weißt du.... Das Konzert...“ „ Ja? Was ist mit dem Konzert?“, fragte ich ungeduldig. „Das Konzert....Es..Es fällt aus. Die haben Grippe..“ Was? Grippe? Nein, das konnte nicht war sein... Da holen wir für 120 Euro Karten und dann? Werden die einfach krank... „ Echt? Verarsch mich nicht“, fragte ich meinen Vater erneut obwohl ich wusste, dass er es ernst meinte. „ Diese Tunte und den den du so toll findest, die beiden haben sich ne kräftige Erkältung eingefangen. Also morgen.. Ist nicht..“ Toll. Ich hätte heulen können. Endlich hatte ich ma ne Gelegenheit die Live zu sehen und dann fällt das Konzert aus. Vicky versuchte mich aufzumuntern doch meine Stimmung war im Eimer, endgültig. Zu hause musste ich erst mal die völlig aufgelöste Tina trösten die nicht verstand, warum ich nicht am heulen wäre.Das können die uns nicht antun, wir sind doch Fans!“, schniefte sie. Ja klar aber du kannst ja auch nicht todsterbenskrank, fing ich an doch Tina laberte dazwischen : Wie todsterbenskrank? Liegen die im sterben? Mein Vater machte einen Luftsprung. Ich musste lachen. Nee, sagen wir, du könntest auch keine gute Show vor 5000 Leuten abliefern.... mit Grippe... Ja ,das stimmt, sagte die niedergeschlagene Tina einsichtig. Doch schade war es trotzdem.
    9. ! Eine Chance für Jana !
    Ja, es war auch schade das Jana, die doch so unendlich in Bill verknallt war, keine Karte mehr bekommen hatte. Aber, war ja egal, das Konzert fand eh nicht statt. Und da Jana zu Hause unter 5 Jungs und einer Mutter, die nix von Tokio Hotel hielt, wohnte, konnte sie auf deren Hilfe eine Karte zu bekommen definitiv nicht zählen. Wie kamen wir aus dieser Megascheiße wieder raus??? Am späten Nachmittag stellte ich fest, das es doch noch Wunder gab. Tokio Hotel spielten das Konzert nach! Am 20.12! Ich musste sofort Jana anrufen : „ SIE SPIELEN DAS KONZERT NACH! AM 20.12! ICH SEH SIE DOCH NOCH ! BOAH IST DAS GEIL....“, brüllte ich in den Hörer ohne Jana zu begrüßen. „ Ja, wunderbar...“, gab Sie lustlos zurück. „ Das ist doch super! Dann holst du dir noch Karten und wir fahren zusammen hin!!!“, versuchte ich sie aufzumuntern. „ Wenn das so einfach wäre... Meine Familie findet die abnormal... Und ohne deren Erlaubnis darf ich so gut wie nix!“ Das stimmte wohl. „ Aber mit meinem Überzeugungstalent schaff ich das schon...“, sagte ich leise und dachte nach. Wenn ich Janas Mutter so lange zulabern würde, bis ihr Bill& Co an den Ohren wieder rauskamen, hatte sie gar keine andere Möglichkeit mehr als Jana die Karte zu kaufen. Und genauso wie Flöckchen beschloss, Bill zu essen beschloss ich jetzt, Jana diese gottverdammte Karte zu besorgen. Irgendwie musste das gehen. Koste es was es wolle.

    Nach 3 endlosen Stunden hin und her mit Janas Mutter am Telefon, willigte diese eeeeendlich genervt ein. Sie hatte soeben, genau wie ich auch, eine Karte bei Ebay ersteigert. Ich hörte Jana im Hintergrund kreischen, und Marc, Janas 16-jährigen Bruder brüllen, wie ich es von allen Jungs kannte : „ Boah halt den Mund! Die sind eh für den Arsch...“ Pah! Hatte der ne Ahnung... Nun war wirklich alles perfekt. Jana sah Bill, und ich Gustav. Das einzige was Jana, Tina und mich noch aufhielt war die Wartezeit bis zum Konzert. Und die zog sich endlos lange hin... Wie Kaugummi...
    10. Der Countdown läuft...
    Unsere Žach-so-großzügigenŽ Mütter beschlossen, uns am Tag des Konzertes aus der Schule zu lassen, weil wir uns, wie sie sagten, eh nicht konzentrieren würden. Da hatten die 2 mal recht. Das war wiederum auch perfekt, denn Jana und ich könnten uns am Tag davor den ganzen Tokio Hotel-Tag auf Viva! reinziehen. Denn dieser ging bis 23 Uhr, und solang dürften wir, wenn Schule wäre, nie aufbleiben. Da liefen von 15.00 Uhr bis spät in die Nacht Filme die zeigten, was die 4 Backstage so trieben, wie sie sich auf ihre Tour vorbereiten, als Highlight ein exklusives Konzert aus Köln und eine Reportage darüber, wie 2 Mädels die treffen. Da waren wir schon etwas neidisch, aber TH konnten nun mal nicht allen Fans gerecht werden.

    Um 17.00 Uhr abends klopfte es an der Tür zu unserem Haus. Es war die vollgepackte Jana die darauf wartete, dass ihr jemand die Tür aufmachte. Wie lange sie da schon stand?? Bestimmt schon ne Weile, denn sie sah sehr durchgefroren aus. „ Danke dass ich auch mal reindarf“, meckerte Jana, als sie versuchte, sich mit den ca. 7 Koffern durch die Haustür zu quetschen. Was hatte sie schon wieder alles dabei??? Sie schminkte sich nicht, von da her wurde Make-Up schon mal ausgeschlossen. Ich schleppte die 20-Kilo Koffer von Jana in mein Zimmer. Dort stellte ich fest das der lauter Kleidung in den Koffern war. In diesem Moment kam ich mir wie eine Bekloppte. Ich schleppte gerade 20 Kilo Kleidung für meine Freundin durchs Haus. Ich war schon großherzig, dass musste man mir lassen, denn so was machte ich nit für jeden...Doch wozu brauchte sie bitte 10 Paar Schuhe? „ Jana, wozu sind die vielen Schuhe?“, fragte ich und hielt ein Paar Halbstiefel in die Luft. „ Tja, kommt drauf an! Wenn ich mein rotes Top und die dunkelblaue Jeans anziehe, passen die Puma-Schuhe ganz gut drauf. Oder soll ich nicht doch lieber den Mini mit der rosa Jacke anziehen? Was sieht dann eher aus? Die blauen oder braunen Stiefel?“ Sie konnte mir den ganzen folgenden Abend noch von ihrem Styling erzählen, so war sie halt, aber ich wollte viel lieber den endgeilen TH-Tag weiter gucken. „ Ähm....“, ich machte mir in Gedanken ein schnelles Bild von diesen Kombis und sagte dann, „ Jaaa das sieht gut aus! Komm jetzt, du willst doch bestimmt wieder Bill und sein süßes Lächeln sehen, oder?“ Das ließ Jana sich nicht zweimal sagen und flitzte prompt ins Wohnzimmer. Ja, Schwerverliebten musste man so was nur einmal sagen. Okay, mich hatte es ja auch erwischt, zwar nicht so extrem wie Jana, aber immerhin schon sehr heftig. Denn das was ich an Gustav bist dato so süß fand, war nur sein Aussehen. Bei Interviews sagte er nie was und wenn er dann mal einen Versuch startete, brach er diesen sofort wieder ab, denn gegen Bill und Tom, die laberten wie Wasserfälle, konnte man nicht anreden. Das war genauso unmöglich wie einen 2000 Seiten Roman in `ner halben Minute zu lesen. Es ging eben nicht. Was ich aber dann mit jana auf Viva! sah, änderte meine Meinung von Gustav komplett. Er war nicht nur süß, sondern hyper-mega-super-süß, und wenn er mal nicht von der Kamera verfolgt wurde, oder, es zumindest nicht merkte, war er genauso aufgeweckt wie Bill und Tom zusammen. Einfach ein Hammer-Typ.
    Als Jana und ich trotz unserer Faszination an TH irgendwann nicht mehr die Augen offen halten konnten, beschlossen wir schlafen zu gehen. Denn morgen würde es ein anstrengender Tagwerden , dass wusste sowohl Jana, als auch ich. Und Tina sowieso.

    Ich muckelte mich grade in meine Bettdecke, fing an an Gustav zu denken, wollte grade anfangen von ihm zu träumen, da flüsterte Jana auf einmal : „ Du, wenn ich Bill morgen sehe, kipp ich um...“ „ Oh wie schade...“ murmelte ich nur geistesabwesend da ich erstens schon im Halbschlaf lag und mich das ganze zweitens um Mitternacht nicht die Bohne interessierte. „ Ja, das ist echt schade, weil wenn ich auf der Erde liege, dann sieht er mich ja nicht... Meinst du ihn stört das???“, fing Jana schon wieder an mir den letzten Funken Hoffnung einen erholsamen Schlaf zu rauben. Das war die perfekte Frage für einen Konter der sich gewaschen hatte, dachte ich und sagte deshalb nur energisch :“ Nein, das kannst du mir glauben.“ Und ich hatte ja Recht. Bill hatte gerne Fans um sich. Halt nur keinen kreischenden, hyperventilierenden halbnackten Mädels. Jana drehte sich brummig zur Seite und schmollte : „ Wenn du so meinst...“ Wie gesagt, Schwerverliebten musste man so was nur einmal sagen. Mit ihnen musste man nicht diskutieren, die nahmen alles so hin, wie es nun mal war... Und genau aus diesem Grund schlief ich kurz nach unserem Kaffeekränzchen ein und wachte auch nicht mehr auf. Bis 8.00 Uhr zumindest.
    11. Tolle Weckaktion
    Denn um Punkt acht Uhr wurde ich geweckt. Nicht durch einen Wecker der hysterisch piepst oder gar durch eine wildtobende vorhangaufreißende wütende Mutter, die motzig drauf ist weil man nicht genau dann aufgestanden ist als sie es wollte, sondern durch Musik. Genauer gesagt die endgeile Mucke von TH. Ich hätte es mir ja denken können. Leider hatte ich die Arschkarte gezogen und bewohnte das Zimmer unter unserem Wohnzimmer, indem auch die Fette Stereoanlage stand. Und genau diese drehte Tina jeden Morgen auf volle Lautstärke, was sie hörte muss ich ja jetzt nicht sagen... Bei mir im Zimmer fielen die Bilder von den Wänden, so laut war es. Dagegen kam sogar der 20W Verstärker meiner E-Gitarre nicht an, sogar nicht wenn ich ihn auf „ Overdrive“ stellte... „ Bill? Wo...Bill???“ Jana schreckte hoch. Sie sah definitiv nicht wach aus. „ Guten Morgen“, strahlte ich sie an, denn heute war es so weit : TH Live!!! „ Bill?“ Ich glaubte schon fast, Jana nahm nur das wahr, was sie auch wirklich innig wahr nehmen wollte, deshalb checkte sie die Lage erneut nicht. „ Nee, Lea..“, sagte ich darum etwas verblödet. „ Oh schade.... Naja, guten Morgen!“ Endlich hatte sie es gepeilt. „ Tina ist manchmal echt vollkommen krank...“, gähnte sie und streckte sich .Da hatte sie vollkommen Recht. Als sie sich aufrecht hinsetzte blieb ihr Blick sofort wieder an Bill kleben, denn vor ihr hing ein Riesen-Poster von ihm. Das sah sogar ein Blinder aus 3 Km Entfernung... „ Gleich siehst du deinen Gustav! Und ich meinen Bill... Der ist soooooo süß...“ Jana vergaß wahrscheinlich, das es nicht „mein“ Gustav und „ihr“ Bill war, doch ich fand, dass sich das ganz nett anhörte, deshalb sagte ich dazu nichts und grinste nur vor mich hin. `Gleich` hieß nach der Uhrzeit soviel wie 9 Stunden. Wir hatten vor 9 Stunden bei Eiseskälte anzustehen. Für 4 Jungs. Okay, für 4 einmalige Jungs. Und das war es Wert...
    12. Wir werden kreativ
    Jana und ich stellten im Laufe des Morgens noch Plakate her, die waren natürlich für Bill und Gustav. Für mehr um ihnen zu zeigen das wir sie am tollsten finden. Ich wählte das nach meiner Meinung geilste Poster von Gustav für mein Plakat aus. Das klebte ich dann vorne drauf... ( als wenn keiner wüsste wie man ein Plakat macht..* Kopf meets Tischplatte*)
    Naja auf jeden Fall bekam ich immer weiche Knie wenn ich Gustav auf diesem Poster in die Augen sah. Mittlerweile gab es nach den 78 Steigerungen von „süß“, was sich auf Gustav und Bill bezog, keine Weiteren mehr. In der Nacht hatte ich mich noch mehr verliebt, dass musste ich zugeben. Es war wie verhext. Neulich, als meine Band und ich im Bandraum unserer Schule proben wollten, kam ich – typisch für mich- zu spät. Um ja keine weitere Zeit zu verschwenden riss ich mit solchem Schwung die Tür zum Bandraum auf, dass mir schwindelig wurde. Dann sah ich Gustav. Zumindest glaubte ich das. „ Da bist du ja! Guck mal, da sitzt dein Gussi...“ sagte Jana und lachte. Baseball-Cap, Armyhose, Drumsticks von “Ahead” mit dem berühmt-berüchtigtem “Metallica-Zeichen” drauf, und die typische Drummerpose wenn ein Drummer am Schlagzeug saß, stimmten tatsächlich mit Gustav überein. Aber leider musste ich nach einiger Zeit; sprich als ich wieder klar sehen konnte und in die Realität zurückkehrte ,mit großer Enttäuschung feststellen, dass der Typ nicht Gustav, sondern Claudio war. Der spielte in unserer Band Schlagzeug. Das ist vor 2 Monaten passiert. Also kann man sich ja ungefähr vorstellen, wie verrückt ich in der Nacht geworden war. Wie dem auch sei, kommen wir wieder zu den Plakaten. Jana war sich noch nicht sicher, ob sie auf die Rückseite etwas draufschreiben sollte... Ich redete solange mit positiven Vorteilen auf sie ein, dass sie sich schließlich für den Schriftzug „ Bill, du bist sooo süß“ entschied. Ich aber wollte etwas derberes, und beschloss somit „ Du bist soo geil, Gustav“ in rot-schwarz auf mein Plakat zu malen. Das musste den beiden ja wohl die Augen öffnen, denn sie sind ja nicht blöd! Inzwischen war es 10.20 Uhr, Zeit um mal zum Palladium zu fahren. Das Konzert fing zwar erst um 19.00 Uhr an, doch wir wollten Bill und Gustav die Plakate möglichst nah vor ihre Nasen halten, weshalb wir natürlich früh losfahren müssen, um einen guten Platz in der Halle zu bekommen.
    13. Anstehen mal ganz anders...
    In der Tat, den bekamen wir. Als Tina ihr Auto vor dem Palladium parkte, mussten wir mit Verwunderung feststellen, das erst !!!100!!! Fans in der Schlange standen. Und da in die Halle 4500 Leute reinpassten waren 100 natürlich gar nichts. Das war ja jetzt mal geil. Als wir uns in die Schlange einreihten fragten wir die übelst freundliche Security, in welcher Reihe wir denn jetzt ständen würden. „ In der 2. oder maximal 3. ....“, klärte der Security-Typ uns auf. Ganz zufällig merkte ich, dass auch Jana genau wie ich diese Endgeile Schrei-Tour Jacke die der Typ trug, angaffte. Leider gab es diese nirgends zu kaufen, denn sie war ausschließlich für die Security gedacht. Total schade, denn so ne Jacke wäre ja wohl der Blickfang schlechthin. In der Schlange, die langsam aber sicher immer weiter auf den vollen Kilometer Länge zusteuerte, war eigentlich recht gute Laune. Wir sagen etwas aus dem Takt geraten alle Lieder der 4 Jungs und tauschten uns gegenseitig aus, wen wir denn nun am besten fanden und wieso. Als die anderen Mädels mein Plakat sahen, worauf –wenn ich das noch mal sagen darf- dick und fett „Du bist sooo geil, Gustav“ stand fragten diese mich als wenn sie nicht lesen könnten : „ Du findest Gustav süß?“ Ich nickte nur und sah mich nach intelligenten Fans um, zumindest nach welchen, die danach aussahen. Die meisten Mädels mit denen Jana und ich ins Gespräch kamen, waren in Bill verknallt. 2 hatten sogar ein Mega-großes Plakat von ihm gemacht. Sobald sie es hochhielten, begann die Menge zu kreischen. Man musste bedenken, es war nur Papier. Wen verehrten sich eigentlich mehr? Das Papier oder den echten Bill? Diese Frage stellte ich mir in diesem Moment. Als ich mich ein weiteres mal umblickte, sah ich bestimmt 19 von 20 Mädchen in Miniröcken und bauchfreien Tops – ohne Jacke. Und das bei grad mal +5° C... War das krank oder war das krank? Ich schüttelte verständnislos den Kopf... Die Jungs würden ihnen sowieso nicht in den Ausschnitt gucken. Naja obwohl Tom das bestimmt nicht hätte lassen können, aber die Mädels hätten das auch nicht gesehen und wenn??? Was hätten sie dann davon??? Sie lägen die nächste Woche todsterbenskrank im Bett, mit 40° C Fieber... Ab und an kam die Security mit heißen Getränken und Pizza vorbei. Denn manche Mädels standen schon seit 6.00 Uhr morgens an. Ohne etwas gegessen zu haben. Direkt um die Ecke gab es eine Bäckerei. Man müsste nur 7 Schritte machen, und man könnte sich einen Kaffee und ein Stück Kuchen kaufen. Aber nein, man stand lieber an. Die Security hätte einem ja den Platz freigehalten... `Naja, wer unbedingt hungern will`, dachte ich. Aber was tut man nicht alles für Bill & Co.? Mittlerweile war es 16.30 Uhr, also eine Stunde vor Einlass. Da kam doch tatsächlich die Presse und fragte Jana und mich, ob wir mal kurz Zeit für ein Interview hätten. „ Logo, immer doch...“, freute sich Jana. Wir wurden so einiges über die 4 gefragt, unter anderem auch, warum wir sie so süß fanden. „ Weil sie alle unheimlich Talent haben und geil aussehen...“, begann ich und Jana quietschte dazwischen, „ Bill hat ne geile Frisur und ne extreme Hammer-Stimme...“ Jana könnte noch Stunden so weiterlabern, so war sie halt, aber auch die Presse musste mal pause machen. Zum Schluss machten sie noch ein Foto von Jana, mir und unseren Plakaten, wobei ich Jana mein Plakat genau vors Gesicht hielt, wodurch man weder sie noch ihr Plakat sah. Naja, dumm gelaufen.. *lol*
    14. Es gibt sie wirklich...
    Ich hörte, wie ein großes Auto in die kleine Seitengase, die zum Palladium führte, einbog. `Bestimmt nur son blöder Laster...Ž, dachte ich, doch als alle Mädels anfingen hysterisch loszukreischen wusste ich, dass es kein LKW war. Es waren Tokio Hotel! In Fleisch und Blut. Ihr Van fuhr an der Kilometerlangen Warteschlange vorbei, extra langsam. Die hinteren Scheiben des VanŽs waren verdunkelt, ich erkannte aber trotzdem Toms Käppi und Bills Stachelfrisur. So hab ich mich noch nie zuvor in meinem Leben gefühlt. Stars, die von 1000en von Leuten angehimmelt werden, fahren an mir vorbei, uns trennt nur eine Blechtür. Ich sah Bill, ich sah Tom... Aber Gustav konnte ich nirgends entdecken... Wo war er nur??? Ich war so in Trance, dass ich gar nicht bemerkte, dass Gustav auf dem Beifahrersitz saß. Sein Fenster war nicht verdunkelt. War das nur ein super Zufall ??? Ich konnte Gustav klar und deutlich sehen. Trotz Faszination an diesem Jungen die mich fast daran hinderte zu atmen, nahm ich mein Plakat und streckte es so weit zu ihm, dass fast die Absperrung umkippte, hinter der ich stand. Auch Jana fing an zu schreien; so laut wie noch nie zuvor und streckte ihre Arme nach Bill aus... Das was mich total umhaute war, dass Gustav mir in die Augen sah. Ob es Zufall war, oder weil er mich wegen dem Plakat anschaute, wusste ich nicht. Es war mir auch egal. Er hat mir in die Augen gesehen. Ganz tief, und ich hatte sogar ein Gefühl, dass er ein wenig lächelte.. Ich merkte, wie mir schwindelig wurde. Tina hielt mich Gott sei dank fest, sonst wäre ich wohlmöglich in die tobende Masse gefallen.... Der Tourbus bog ab und verschwand hinter der Halle. Man musste sie schon live gesehen haben, man kann sich nämlich sonst nicht vorstellen, dass es sie wirklich gibt... Und nicht nur im Fernsehen oder in der Zeitung...
    15. Der Einlass
    Ab da an konnten wir jetzt auch mit Musik singen, denn Tokio Hotel machten den Soundcheck in der Halle. So laut, dass wir es draußen hören konnten. Das war echt der Hammer! Es war dunkel und bitterkalt geworden, man hatte trotz der guten Stimmung keinen Bock mehr anzustehen... Wir wollten die 4 jetzt endlich sehen!!! Und als wenn die Security Gedanken lesen könnte, nahm sich einer der Mitarbeiter ein Megafon und verkündete, dass sie jetzt die Türen zur Halle öffnen würden und uns reinließen. „ Allerdings will ich nicht, das ihr drängelt, ihr steht hier eh alle in der 1.,2.,3. Reihe und seht die Jungs besser als alle anderen...
    Also Mädels, ruhig bleiben.“ Dann legte er das Megafon zur Seite und entriegelte die riesige Glastür. Die Schlange lockerte sich mit einem mal ruckartig. Ehe wir uns versahen, standen wir auch schon etwas verdattert in dem Forum der Halle, da dass gerade alles so schnell gegangen ist. Wo zum Teufel ging es bitte zum „Prime 1“ ? Der „Prime 1“ war die 1. Unterteilung der Halle, in die ca. 200 Leute reinpassten. Und zwar die, die als erste den Prime betraten. Natürlich wollten Jana, Tina und ich zu diesen 200 dazugehören, deshalb suchten wir jetzt wie verrückt den Eingang. Nach einer halben Minute sahen wir die kleine Eingangstür, wie erwartet, am Ende der Halle. `Zu doof, dass hätte man sich ja denken können...Žmotzte ich innerlich mit mir selber. „ Wollt ihr noch etwas trinken?“, fragte uns Tina total relaxt. Wie konnte sie jetzt nur ans trinken denken? Wir mussten noch 3 Stunden stehen, hatten keine Zeit und auch keine Möglichkeit auf Klo zu gehen und uns fehlte überhaupt die Zeit. Genau, dachte ich, ich vergeude grad Zeit in der ich zum Eingang hätte gehen können, stattdessen regte ich mich über Tina auf... `Nix wie los jetzt!` dachte ich, wandte mich zu Tina, schüttelte den Kopf und zog Jana, die scheinbar noch am überlegen war, mit mir. Am Eingang bekamen wir einen Stempel auf die Hand gedrückt. „ Guck mal, bei mir steht Primel...“, Jana guckte mich verblödet an. Waren wir hier im Blumenladen oder bei einem Konzert??? „ Jana, das heißt Prime 1....“, sagte ich, und packte ihr an die Schultern. War ja irgendwie logisch, doch diese 1 konnte man wirklich mit einem kleinen „l“ verwechseln... Endlich kam auch die 3. Verplante, Tina, die mir vom Eingang aus zuschrie: „ LOS! NACH VORNE!!!“ Ich guckte zur Bühne. Durch unser im Endeffekt nichts bringendes Gelaber hatten sich die ersten 4 Reihen schon gefüllt, und es srömten immer noch mehr Mädchen an uns vorbei. Jetzt musste ich energisch werden; mich von nichts mehr ablenken lassen, sondern einfach nur gute Plätze sichern. „ Ja dann mal viel Spaß!“, schrie ich Tina zu und quetschte mich mit Jana noch grad so in die 3. Reihe. Jetzt wusste ich also, wie sich eine Sardine in der Büchse fühlte..
    16. Die besten 2 Stunden der Welt...
    Es war ein unendliches Gedränge und Gekreische in der Halle, obwohl TH noch Backstage, also noch nicht mal annährend in der Nähe der Bühne waren. Außerdem herrschten ca. tropische 35°C. Ganz schön heftig. Hier und da mussten Mädchen aus der Menge gezogen werden, da diese keine Luft mehr bekamen. Ich war mit meinen 1,69 m im Gegensatz zu manch anderen Mädchen ziemlich groß und sah alles. Die Bühne, das geile Schlagzeug, die Gitarre, den Bass. Doch die 4 Hauptpersonen ließen sich nicht blicken. Mittlerweile waren alle so bescheuert, dass sie loskreischten wenn jemand den Kopf aus dem Backstage- Bereich steckte oder jemand die Treppe hoch lief , auch wenn es nur sonŽ Hausmeister war. Egal. Es könnte ja der Hausmeister sein, dessen Kumpel seiner Frau den Bruder des Bodyguards kennt. War ja immerhin schon mal etwas. Plötzlich wurde es dunkel. Ich hörte Herzschläge. Nein, es waren nicht meine, obwohl mein Herz wirklich so doll schlug. Die Herzschläge kamen aus den Boxen – die Show begann jetzt also. Ich kreischte los. Wie Jana, die gerade dabei war, ihren Pulli auszuziehen. Würde ich ja auch gerne machen, dachte ich. Ging aber nicht, da ich sonst nur im BH dastände. Ich bin ja kein Flittchen und viele Mädels denken sich dabei bestimmt was ganz anderes. Nicht etwa, dass mir ja vielleicht heiß geworden sein könnte und ich deshalb den Pulli auszog... Nein, ich wollte Tom anmachen... Falsch gedacht.. Ich ließ den Pulli aber trotzdem an. Auf einmal fing Tom an, 2 Akkorde im Wechsel zu spielen... Georg kam mit seinem Bass dazu – und schließlich setzte Gustav ein. Er spielte oben ohne !!! Ich musste 2 mal hinsehen um zu merken, ob ich nicht am träumen war. Nein- es war kein Traum. Das war echt. Das Lied was sie spielten war ganz klar : Jung und nicht mehr jugendfrei. Als Bill nach dem Intro als letzter einsetzte, flippten alle Komplett aus. Die Mädels kreischten 115 Dezibel laut. Ein erfahrener Arzt rät, dass 100 Dezibel die Schmerzensgrenze wären, und man ab da mal aufhören sollte zu schreien. Zum Vergleich : Wenn man neben einem startenden Düsenjet steht, ist das 110 Dezibel laut. Aber das ging uns im Moment aber ziemlich am Arsch vorbei, weshalb wir noch lauter schrien als Bill sich erst beim Refrain auf der Bühne blicken ließ. Sie standen vor einem – 2 Meter weiter und ich könnte sie berühren. Doch überall standen diese Kolosse, die 2m großen und 500 Kg schweren Bodyguards die einen, wenn dieser den Jungs zu nahe kam, wie ein Junges Kätchen am Kragen packte und vorsichtig vor der Halle absetzte. Von da her ließ ich das ganze lieber nur einen schönen Gedanken bleiben. Nach dem 1. Lied wurden die 4 von Gekreische begrüßt. Ja, niemand klatschte, alle schrien. Ich sah noch nicht mal die Mütter, die nur großzügigerweise die Tochter begleiteten, am Rand stehen und auf die Uhr gaffen, nein, sie schrien... Tokio Hotel zogen alle in ihren Bann... Das war echt unheimlich... Unheimlich schön... Auch Bill begrüßte uns mit einem energisch lautem „ Wunderschönen Guten Abend ! HALLO KÖLN!“ Wahnsinn... Bill kam sogar noch nach Georg auf meiner Rangliste, sprich, er war also der 4. . Doch er war auf seine ganz eigene Weise umwerfend. Wenn er einen ansah, war es wie ein heller Lichtstrahl der einen direkt ins Herz traf. Und ein unheimlich schönes Glücksgefühl verursachte. Er redete noch etwas weiter, wie schön er es doch finden würde, doch noch hier zu spielen und dass es ihm unendlich leid tun würde, dass das Konzert am 8.12 ausgefallen ist. Dann spielten Tokio Hotel das Lied „Beichte“. Toll. Das einzigste Lied von dem ich nur den Refrain kannte. Ich war glaub ich die einzigste, die die Strophen des Liedes nicht mitsingen konnte. Total peinlich. Ich lernte relativ schnell auswendig, dass musste ich zugeben. Doch mit Beichte war ich überfordert. Keine Ahnung warum. Balladen wie „ Der Handschuh“ von Friedrich Schiller waren kein Problem für mich, doch ein total schönes rotzfreches Lied von der geilsten Band der Welt, konnte ich mir nicht merken. Der Text sprach mich jedoch richtig an. An einer Stelle sang Bill : „ Ich weiß es geht gar nicht, doch es lag auf der Hand, und da hab ich meinem Bruder die Freundin ausgespannt..“, dabei guckte er mit einem frechen Blick zu Tom, worauf dieser nur lachend den Kopf schüttelte. Die Menge kreischte schon wieder lauter. Toms Lächeln konnte niemand wiederstehen. Georg performte live unheimlich gut, es kam mir so vor, als wenn er an seinen Bass geschweißt wäre. Er kante ihn in- und auswendig. Und von Gustav muss ich ja gar nicht erst anfangen... Er sang bei „ Freunde bleiben“, „ Schrei!“, „ Gegen meinen Willen“ und „ Rette mich“ sogar im Background mit. Und das gar nicht mal so schlecht... Dieser Junge hatte nicht nur im Schlagzeug spielen echt Talent... Die Halle kochte...
    Das Handtuch

    Das Konzert neigte sich -leider- dem Ende zu. Ich war genau wie die Jungs vollkommen durchgeschwitzt und müde. Vor allem aber war ich glücklich. Ich war lange nicht mehr so extrem glücklich gewesen, das erste mal war es, als ich meine E-Gitarre bekam. Und dank dem Konzert durfte ich dieses Gefühl noch einmal erleben. Wie bei jedem guten Konzert schmissen die Musiker etwas ins Publikum. Ein guter Bekannter von Tina hat mal einen Drumstick des Drummers der Golden EarringŽs gefangen. ( Für alle die jetzt einen kleinen Stoß brauchen um sich klar zu machen wer die Golden EarringŽs sind : Von ihnen kam das originale „ Radar Love“...) Der Hammer wäre natürlich wenn Tom sein Plektrum, Georg sein T-Shirt, Gustav seine Drum- Sticks und Bills ein Nike-Schweißband, was er über alles liebt, in die Menge werfen würde. Aber nein, es waren nur Handtücher die die 4 zur „Adoption“ freigaben , aber immerhin : Die von Tokio Hotel... Bill und Georgs Handtücher fanden schnell ihren dadurch völlig überwältigten, heulenden Besitzer. Toms hingegen nicht. Bevor er es warf, wischte er es sich noch einmal durch sein völlig verschwitztes Gesicht. Erst dann warf er es. Ein 3 m langes, blaues Badehandtuch flog bei uns in die ca. 4 Reihe. Die Masse streckte die Hände aus, versuchten es zu fangen, schafften es jedoch nicht und fielen deshalb um. Nur ein Mädchen, das , was ganz hinten an der Absperrung stand, fing es letztendlich . Kurz danach wurde es von Sanitätern wegen Atemstörungen ins Krankenhaus gebracht – das Handtuch immer fest an sich gepresst. Ich jedoch wartete nur auf ein Stück durchgeschwitzten Stoff von einem ganz besonderem Jungen – auf das Handtuch von Gustav. Das, was er das ganze Konzert über um den Hals geschlungen hatte. Das wollte ich mit nach Hause nehmen. Doch – ich war nicht die einzigste. Aber bei Handtüchern von Stars war es genauso wie bei Jungs : Wenn sie einem wichtig sind, muss man um sie kämpfen... Als Gustav nach der Zugabe nach vorne gelaufen kam, drängelte ich mich nach vorne – jetzt oder nie. Er blickte sich um, sah mir dabei wieder in die Augen. Ich musste jetzt durchhalten, trotz leichtem Schwindelgefühl, da Gustav mich mit seinem Blick wieder durchbohrt hatte. Dan warf er es – in meine Richtung. Hatte er sich etwa gemerkt, dass ich das Mädel mit dem Plakat war, das in förmlich überrempelte, als er im Tourbus angerollt kam? Hatte er es darum absichtlich in meine Richtung geworfen...? Das wäre ja zu schön um wahr zu sein. Innerlich kochte ich. Nicht etwa vor Wut, sondern vor Freude. Ich streifte das Handtuch, hatte es berührt mustte also nur noch schnell zugreifen um komplett weggebeamt zu sein. Ich griff zu- zu spät. Mein Traum platzte mit einem mal. Ich hatte es nicht gefangen... Ich reagierte einfach nicht schnell genug. Mich interessierte jetzt nur, welches andere Mädchen Gustav damit glücklich machte. Ich drehte mich um und sah..... JANA! Mit Gustavs Handtuch über der Schulter... War ich froh... Dann könnte ich wenigstens noch einmal daran riechen. Das Konzert war zuende. Tokio Hotel hatten 1 œ Stunden Köln gerockt. Und 4500 Mädchen glücklich gemacht. Meine Beine taten weh...
    Ich musste auf Toilette... Kurz : Einerseits war ich froh, dass es zuende war. So was würde mir noch nicht einmal passieren, dass wusste ich genau. Ich blickte mich noch einmal in der Halle um, und ging dann ohne zurückzublicken einfach raus ins Freie. Mit einem breiten Lächeln im Gesicht.
    Handtuch geteilt durch 2
    Im Auto musste ich erst mal das Handtuch begutachten. „Das war ja voll der Hammer!“ Jana war heiser vom ganzen schreien, aber das Glück stand ihr auf der Stirn geschrieben. „ Boah Mädel du hast ja so ein unheimliches Glück.“ sagte ich zu Jana und guckte verträumt das etwas miefige Handtuch an. Es roch nach Gustav... Eher nach seinem Schweiß... Dieser jedoch roch übelst geil... Von daher wirkte es fast wie ein „Self-made-Parfüm“ . „ Ich weiß... Schade nur dass ich nicht das Handtuch von Bill gefangen habe... Aber das hier“, sie riss mir das Handtuch aus der Hand und hielt es in die Luft, „ ist doch wohl auch geil!!!“ Ich nickte nur. „Weißte was“, Jana legte ihre Hände auf meine, „ du kannst die Hälfte haben!“ Ich registrierte ihre Aussage erst gar nicht, musste die Worte zu einem glaubhaften Satz zusammensetzen, doch dies gelang mir nicht. „Was?“, fragte ich verdattert. „ DU“, fing Jana an, nahm das Handtuch, faltete es in der Mitte durch und legte es mir auf den Schoß, „ kannst die Hälfte haben.“ Mir schossen die Tränen in die Augen. Ich fiel Jana um den Hals. „ Ich weiß doch wie ehr du Juschtel magst“, lachte sie und reichte mir ein Tempo. „ Danke Jana... Echt....“, ich wusste nicht wie ich mich dafür bei ihr bedanken sollte. Auch Tina fand es echt Klasse von Jana, dass sie Gustels Handtuch mit mir teilte. So was machte schließlich nicht jeder. Bevor wir zu uns fuhren brachten wir Jana noch nach Hause. „ Komm noch mit rein, dann schneiden wirŽs durch..“ Jana zog mich mit ins Haus. Sie legte das Handtuch auf den Küchentisch und schnitt es in der Mitte durch. Dann drückte sie es mir in die Hand. „ Hier! Und knutsch es nicht all zu doll ab, sonst verfliegt der Juschtel- Geruch“, sie grinste frech. „ Boah, Bill ist so ein Hammer Typ“... Jana zog ihr kleines Bill-Bild aus ihrem Portmonai hervor und gab ihm einen Kuss. Da war die Frage wieder : Papier oder echter Bill??? „ Ja, aber echt ey...“ Tina steckte den Kopf durch die Haustür. „ Mama... Geh wieder ins Auto... ich komme jetzt!“, sagte ich genervt. „Aber“, Tina blieb hartnäckig. „ Nix aber ! Da vorne ist die Tür Tina, von da aus findest du den Weg zum Auto ja wohl selber...“, rief Jana und zwinkerte mir zu. Wir verstanden uns mit meiner Mutter beide supergut, wussten aber auch, wann es reichte, und das war z.B. gerade jetzt. Tina verkrümelte sich beleidigt während ich Jana noch einmal umarmte und sagte : „ Danke noch mal... Das ist echt total lieb von dir!“ „ Klaro, immer doch...“, sagte Jana rotzfrech. Dann fuhren ich und Tina heim
    BillŽs neue Frisur
    Einige Wochen später saß ich am Küchentisch und aß Pfannkuchen. Den aß ich Freitags am liebsten, da ich kurz nach dem Mittagessen HipHop tanzen hatte und der Pfannkuchen nicht so schwer im Magen lag. Tina kurbelte wie eine Bekloppte am Radio rum. „ Blablabla…. Stau…. Wetter…. Tokio Hotel…. Alles vollkommen… TOKIO HOTEL??????” schrie sie auf einmal. Mir blieb der Pfannkuchen im hals stecken. „ Ohmmmh Mhammahh“, flehte ich mit vollem Mund, „ Mhaach daschh mahll leischeeeee!!!“ Sie drehte das Radio extremst laut. Als ob man gegen eine Wand reden würde. Man sagt : Machs leise! und das Radio wird noch lauter gedreht. „ Wenn ihr also Bills neue Frisur sehen wollt, dann geht auf einslive.de! Auf der Startseite ist das offizielle Foto des Tokio Hotel Frontmans und seiner neuen Frisur!“ „ NEUE FRISUR?“ Tina schrei noch lauter. „ Jahaaa, neue Frisur, nichts weiter...“ Ich hatte mittlerweile meinen Pfannkuchen runtergeschluckt und wiederholte das, was Tina anscheinend nicht gepegelt kriegte. Das „ nichts weiter“ diente nur zu Beruhigung, mich interessierte es schließlich auch. „ Lea, dass müssen wir unbedingt sehen..“ Zielstrebig holte Tina das Laptop in die Küche. Sie war total aufgeregt. Komisch, wenn ich beim Friseur war tat sie so, als ob sie mich so geboren hätte, doch bei Bill war das natürlich das aaaaaallergeilste.... Ich malte mir aus, was uns jetzt erwartete. Ein Bill mit bunten Irokesen? Oder mit Glatze? Ständ ihm bestimmt alles gut... Als Tina jedoch: „ Ach du Scheiße!“ rausrutschte, wusste ich dass es etwas ausgefalleneres sein musste. Bill hatte lange Haare!! Sie gingen ihm bis zu Schulter. Normalsterbliche gingen zum Friseur um sich die Haare schneiden zu lassen, doch Mister Kaulitz setzte natürlich wieder einen drauf und ließ sie sich um gut 20 cm verlängern. Tina und ich gewöhnten uns schnell dran, wir wusste genau, dass es morgen in jeder Zeitung stehen würde. Doch was wird Jana dazu sagen? Einen schönen Menschen kann ja eigentlich nichts entstellen... Ob Jana auch so denken wird? Wird sie imernoch so in Bill verknallt sein oder wird sie ihre ganzen 97 TH Poster abhängen???
    Im 2. Teil der Story werdet ihr es erfahren !!!

    THE END
    ( 4 the first time)



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    Ein ganz normaler Tag im Hause Kaulitz - gepostet von kaulitz am Samstag 30.12.2006



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