Pferdegeschichten

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    Re: Pferdegeschichten

    ponylady - 15.12.2006, 17:35


    1. Dezember


    Bunte Pferde


    Es war ein kalter grauer Frühlingsmorgen als mitten in den Rocky Mountains, einem hohen Gebirge in Amerika ein Fohlen das Licht der Welt erblickte. Seine Mutter eine wunderschöne graue Stute blickte es liebevoll an, leckte es trocken und gab ihn seinen Namen "Apache". Seine Tanten standen um die beiden herum und bewunderten den kleinen Hengst, der die graue Erdfarbe seiner Mutter hatte. Nach einigen mühevollen Versuchen gelang es ihm endlich auf seinen eigenen vier Beinen zu stehen und bei seiner Mutter den ersten Hunger zu stillen.

    Es verging einige Zeit, das Fohlen wuchs heran, wurde ein starker und schöner Jährling. Eines Tages sah er beim Trinken sein Spiegelbild im Wasser. Er blickte sich um und sagte zu seiner Mutter: "Weißt du was. Wenn ich mich so ansehe und die Farbe meines Fells, die wie schmutzige Erde aussieht gefalle ich mir gar nicht. Ach könnte ich doch die Farbe der Sonne haben. Sie ist so wunderschön".

    Als Apache am nächsten Tag erwachte und seine Glieder streckte sah er, dass der Gott Manitou seinen Wunsch erhört hatte und sein Fell leuchtete mit der Sonne um die Wette.

    Apache war stolz auf sein neues Aussehen. Er wanderte zwischen den anderen Pferden der Herde herum und zeigte jedem seine neue Farbe. Seine Mutter schüttelte nur den Kopf und meinte "Apache sei nicht so eitel. Ein gutes Pferd ist einfach und bescheiden, nur so kann es in der Wildnis überleben". Doch Apache war das egal. Kurze Zeit später stand er nachts auf der Klippe und blickte in den Himmel. Dieser war schwarz mit dem silberne Leuchten der Sterne und des Mondes. Wieder dachte er: "Ach könne ich doch die Farbe der Nacht haben. Die Nacht ist einfach wunderschön".Als er am nächsten Tag erwachte hatte ihm Manitou ein weiteres Mal seinen Wunsch gewährt. Sein Fell glänzte rabenschwarz, die Mähne und der Schweif glänzten wie flüssiges Silber. Er stolzierte überall herum und präsentierte den anderen Herdenmitgliedern sein neues Aussehen.

    Das Jahr ging in den Sommer über und dann langsam und unmerklich in den Herbst. Und wieder war Apache mit seiner Fellfarbe unzufrieden. Immer wieder betrachtete er das Herbstlaub mit seinen leuchtenden Farben und klagte seiner Mutter, dass er lieber ein leuchtendes Rot hätte als das dunkle Schwarz. Und ein weiteres Mal erfüllte ihm Gott Manitou seinen Wunsch. Am nächsten Morgen erwachte der kleine Hengst mit einer Fellfarbe, welche an ein loderndes Feuer erinnerte.

    Langsam verging auch der Herbst und es wurde Winter. Schnee und Kälte machten die Berge unwirtlich und die Pferde mussten lange nach Futter suchen. Teiche und Tümpel froren zu und der kalte, raue Wind machte der Herde mehr und mehr zu schaffen. Doch Apache stakte durch den hohen Schnee und bewunderte die in der selten gewordenen Sonne glitzernden Eiszapfen und Eiskristalle. Er dachte bei sich: "Ach ist das wunderschön, hätte ich doch ein Fell wie Schnee und Eis, so weiß und glänzend". Und auch dieses Mal erhörte ihn Gott Manitou und am nächsten Tag war Apache Fell weiß wie frisch gefallener Schnee.

    So ging der Winter langsam dahin und endlich schien die Sonne wieder länger und kräftiger, der Schnee verschwand und die ersten zarten Gräser und Blumen wurden wieder sichtbar. Die Not der Pferdeherde hatte ein Ende. Nur Apache war wieder un-zufrieden. "Dieses Weiß ist furchtbar. Immer muß ich aufpassen, dass ich nicht schmutzig werde, furchtbar. Ach hätte ich doch wieder die Farbe der Sonne oder die Farbe des Feuers, das wäre schön". Seine Mutter sah ihn verzweifelt an und sagte: "Apache, du versündigst dich. Gott Manitou wird das nicht gefallen. Er hat dir bis jetzt alle deine Wünsche erfüllt aber..." Doch Apache meinte: "Wenn er sie mir bis jetzt erfüllt hat, dann soll er sie mir auch gefälligst weiter erfüllen. Ich bin der schönste Hengst, der jemals durch diese Berge streifte!".

    Und noch einmal erfüllte Gott Manitou den Wunsch des Hengstes nach einer neuen Fellfarbe. Apache erwachte munter am nächsten Morgen, stand auf und erstarrte. Sein neues Fell leuchtete in allen Farben der Natur, weiß, schwarz, braun, golden.

    Die gesamte Herde umstand ihn, wie damals zu seiner Geburt, betrachtete ihn erstaunt und seine Mutter sagte zu ihm "Apache, ich hoffe dass du jetzt endlich zufrieden bist. Gott Manitou hat dir nun das letzte Mal sämtliche Farbtöne der Natur auf dein Fell gepinselt. Er wird dir nun keinen Wunsch mehr erfüllen. Da ist jetzt deine endgültige Farbe".

    So entstanden die bunten Pferde, welche du bis heute auf den Weiden der Rocky Mountains grasen sehen kannst.



    Re: Pferdegeschichten

    ponylady - 15.12.2006, 17:43


    2. Dezember

    Winnetou, mein Schulpferd


    Sicher, er war nicht der Schönste, braun gescheckt mit rose Augen und Nüstern. Viele nannten ihn sogar häßlich aber für mich war er das liebenswerteste Pferd weit und breit.

    Auf ihn habe ich reiten gelernt, meine ersten E-Dressuren geritten und auch sonst hat er mir sehr viel gelernt. Selbst als ich schon mein eigenes Pferd hatte, habe ich Winnetou nie aus den Augen verloren und habe mich weiter um sein Wohlergehen gekümmert. Er hatte, im Gegensatz zu seinen Kameraden, eine eigene geräumige und luftige Box und seine Pflege, und seinen täglichen Apfel hat er von mir bekommen. Wenn meine Zeit und das Wetter es zuließen, sind wir manche Stunde am Halfer spazieren gegangen oder haben uns auf der Weide aufgehalten.

    Über die Zeit merkte ich, Winnetou wird älter. Nicht dass er krank war, nur seine Bewegungen wurden hölzern und die Arbeit war für ihn ihm schwer.

    Eines abends fragte mich der Besitzer, ob ich Lust hätte, Winnetou nochmals in der Abendstunde zu reiten. Welch eine Frage! Sofort habe ich zugestimmt.

    Alle wußten Bescheid, nur ich nicht! Wir absolvierten unsere Stunde. Zum Trockenreiten verließ uns der Reitlehrer und kam mit Winnetous Halfer wieder in die Bahn.

    Alle Schulpferde haben einen Kreis um uns gebildet und ich musste Winnetou absatteln und die Trense runternehmen, und er bekam sein Stallhalfer übergezogen. Jetzt habe ich verstanden: Ich durfte Winnetou in den verdienten Ruhestand auf die "Rentnerweide" bringen. Ich muß sagen, der Reitstall hatte für alle Schulpferde, die ihren Dienst nicht mehr erfüllen konnten, aber sonst gesund waren, eine eigene Weide.

    Auch die letzten Jahre habe ich Winnetou betreut und bis zum letzten Tag hat er seinem Apfel von mir bekommen. Ich bin mir sicher, eines Tages werden wir uns an der Regenbogenbrücke wiedersehen.



    Re: Pferdegeschichten

    ponylady - 15.12.2006, 17:46


    3. Dezember

    "Balou" der kleine Teufel!


    Mehrere Jahre ritt ich in unserem Reitstall ein Pony mit dem Namen Balou. Dieses kleine Pony hatte schon einige gute Tricks auf Lager. Im Sommer, wenn wir auf der Wiese waren, war es das wohl bravste Pony im Stall - so sollte man meinen. Doch im Winter, wenn er nicht regelmäßig nach draußen konnte - naja, die Geschichte erzähl ich jetzt.

    Es war vor drei Jahren, Mitte November und endlich konnte ich auch meinem Patenonkel mal zeigen, was ich alles dazugelernt hatte. Wir kamen in der Reitschule an - ich ging mit meiner Putzkiste zu Balou, der mich schon freudig begrüßte. Ganz "BRAV" stand er in seiner Box und ließ sich von mir putzen.
    Mein Vater und mein Onkel saßen zwischenzeitig bei einem Kaffee in der Reitstube und sahen sich den laufenden Reitbetrieb an. Nun es war kurz vor 18:00 Uhr - ich sattelte Balou und ging mit ihm in die Reithalle. Es sollte eine für mich unvergessliche Stunde werden!!!

    Am Anfang verlief alles normal. Wir, eine Gruppe von etwa 10 Reitschülern, gingen mit unseren Ponys im Schritt, um diese etwas aufzuwärmen. Es war nichts außergewöhnliches an meinem Pony zu erkennen. Auch im Trab klappte anfangs noch alles super. So kam dann, was wohl kommen musste. Wir sollten angaloppieren!!! Balou hatte wohl nur auf diesen Moment gewartet. Aus dem Schritt riss er plötzlich seinen Kopf nach unten, wobei er gleichzeitig hinten hoch ging. Wie von einem Katapult wurde ich nach vorne aus dem Sattel befördert. Ich rutschte über den Hals und landete nach einem Beinahe-Salto auf meinen Füßen - allerdings vor Balou. Da ich die Zügel noch in der Hand hatte, stand mein kleiner Teufel Balou neben mir, als könnte er kein Wässerchen trüben.

    Naja, jetzt schien wohl alles wieder klar zu sein - ich saß wieder auf und startete den nächsten Versuch anzugallopieren. Ohne Probleme kam Balou meinen Hilfen nach und alles schien wieder in Ordnung zu sein. Nach mehreren Galopp-, Schritt- und Trabphasen kam nun kurz vor Ende der Reitstunde der Einzelgalopp. Hierbei reitet jeder Reitschüler alleine, einmal auf den Zirkel und einmal die ganze Bahn im Galopp. Nachdem etwa die Hälfte der Reitschüler ihre Aufgabe bewältigt hatten, kam ich nun dran. Balou, so meinte ich, hatte sich wohl beruhigt - doch ich sollte eines Besseren belehrt werden. Als ich Balou zum Galopp antrieb, fing dieser mal wieder seine Spielchen an. Er riss den Kopf zwischen die Beine, ging hinten hoch und buckelte so stark, dass ich mich zum zweiten mal in einer Reitstunde neben dem Pony befand. Ich saß aber diesmal etwas verdutzt auf dem Hallenboden. Balou unterdessen buckelte durch die ganze Halle und spielte mit mir Nachlaufen.

    Es dauerte gute 5 Minuten um diesen kleinen Teufel wieder einzufangen. Nachdem dies nun geschafft war, stieg ich wieder auf und brachte die Reitstunde zu Ende. Nachdem ich Balou dann abgesattelt hatte und er wieder in der Box stand, kam er mit seinem Kopf und stieß mich an, als wollte er sagen: Na, heut hab ich mich wohl durchgesetzt, heut bin ich der Sieger! Er bekam, obwohl ich anfangs schon recht wütend war, da mein Vater und Patenonkel das ja alles gesehen hatten, wie immer seine kleine Belohnung. Ich ging also in die Reitstube und wartete auf den Kommentar der Beiden. Mein Patenonkel sagte nur: "Na, für Sankt Martin kann man dein Pony aber nicht gebrauchen. Es würde nicht so gut kommen, wenn dieser während des Umzuges Fluguntericht nimmt!" Ein allgemeines Lachen in der Reitstube beendete diese für mich unvergessliche Reitstunde.

    Seit diesem Tag bin ich Balou noch sehr oft geritten. Er hat zwischendurch auch mal wieder gebuckelt und versucht, sich seines Reiters zu entledigen. Doch nach dieser Stunde hatte ich mich voll darauf eingestellt und jedesmal war ich der Sieger. Heute noch, wo ich nicht mehr (wegen meiner Körpergröße) auf Balou reite , ist er einer meiner Lieblinge in unserer Reitschule.



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