Krieg und Frieden... und ein bisschen Liebe

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    Re: Krieg und Frieden... und ein bisschen Liebe

    Gue - 22.12.2006, 09:42

    Krieg und Frieden... und ein bisschen Liebe
    hallo allseits!

    es ist ja nun mal so, dass man sich dem alljährlichen rummel um dieses eigenartige "fest der liebe" ausliefert, von ihm eingefangen und nicht mehr ausgelassen wird. ich persönlich halte ja nicht wirklich viel von diesem religiösen event, das von uns einfordert, liebe unters volk zu mischen. nix für ungut, wer ist auf die schnapsidee gekommen, dass ich jetzt plötzlich alle lieben muss? so ganz auf befehl. meinem nachbarn, dem zeitungsausträger, dem briefträger, den wogenden menschenmassen in den einkaufszentren einfach so um den hals fallen und "ich hab euch sooooooo lieb!" schluchzen? hm, komisch. ich weiß schon, das ist ein symbol, denn nach dem fest, zumeist schon einen tag danach, wird weiterhin unvermindert gepöbelt, geschimpft, gejammert und gerempelt.

    dennoch will ich - um nicht so manchen die illusionen zu rauben - meinen revolutionären grundsätzen einhalt gebieten und beweisen, dass ich mir sehr wohl gedanken über diese thema mache. es geschah nämlich vor kurzem, dass ich ein wunderschönes beispiel für besinnliche weihnachsstimmung erfuhr, und das ausgerechnet im zurzeit allseits mit recht (?) so beliebten alterac-tal. es war wie so oft in dieser pvp-zeit der fall, dass das spiel mehr oder weniger aussichtslos verloren war, nach dem massen-geknubbel vor dem stormpike-friedhof zog sich die restlos überforderte horde zurück und es kam zum massen-geknubbel in der hordenbasis. auf meinem einsamen wege quer durchs schlachtfeld richtung norden machte ich kurz halt, um mir eines von diesen hübschen schneehäufchen zu ergrapschen, woraus man ja schneebälle formen kann. ich hockte mich also hin, da machte es urplötzlich auf diese ungute art "KNACK", die einem alleine schon das blut in den adern gefrieren läßt und ich beobachtete einen beeindruckend ausgerüsteten menschen-schurken bei der arbeit. aus reiner frustration, aber auch, weil ich in dieser menschenleeren gegend einfach des blutigen gemetzels überdrüssig war, ließ ich ihn gewähren, warf ihm nur ein /nein entgegen, um ihm zu zeigen, dass krieg in diesen zeiten doch bitte völlig widersinnig ist. und - jetzt kommt's - nachdem ich ungewollt und aus reinem zufall plötzlich mehreren links-rechts-kombinationen widerstand, auswich oder sie einfach parierte (ein weihnachtswunder?), ließ der held mit einem mal die dolche sinken und betrachtete mich quasi von oben bis unten. in weiterer folge setzten wir uns, zollten uns gegenseitig respekt, unterhielten uns über dies und das, schwätzten und lachten durcheinander, erhoben uns, hopsten wie junge kinderleins von hügelchen zu hügelchen, bewarfen uns kindlich-naiv mit schneebällchen, spielten abfangen und wäre da nicht diese unüberwindbare barriere gewesen, er hätte mit hochrotem kopf die mir zugefügten wunden mit größter sorgfalt verbunden. unsere freude war grenzenlos, als wir nicht allzu fern von uns einen orc-schamanen und einen zwergen-jäger bei ähnlich jugendlich-homoerotischen spielchen überraschten und letztlich gemeinsam im kreise tanzten. nach der schweißtreibenden tollerei setzten wir uns übermütig und seltsam weihnachtlich berührt wieder auf unsere pferdchen, winkten zum abschied und ritten von dannen. ist das nicht schön?

    dieser vorfall und der mir in den sinn kommende beitrag des anerkannten zukunftsforschers und bekennenden wow-freaks matthias horx, dass nämlich kriege in zukunft möglicherweise virtuell ausgetragen werden, brachte mich auf den gedanken, einmal im jahr - von mir aus zu weihnachten - die auf vielfachen ebenen rivalisierenden menschengruppen doch einfach vor den pc zu setzen und ihre gefechte in wow-schlachtfeldern führen zu lassen. ein 1 on 1 zwischen dem menschen-pala bush (gilde: "thestupidthebadandtheugly") und dem troll-schurken bin laden (gilde: "burningdownthehouse") wäre sicher interessant. oder ein champions league-finale zwischen der allianztruppe des fc bayern und dem hordenverein arsenal london. nach einem torlosen remis nach 90 minuten wird dem ball die luft ausgelassen, schnell 22 laptops aufgestellt und das match wird in einem 11 on 11 im arathi-becken entschieden. die sieger (horde) reißen sich danach voller inbrunst die headsets von der rübe, kugeln nach dem in letzter sekunde geretteten 2000 zu 1990 in völliger extase über den rasen, robben mit den laptops durch das stadion und werfen anstelle ihrer verschwitzten leibchen mäuse und tastaturen ins rasende publikum, das auf riesigen monitoren gespannt den schlachtverlauf mitverfolgt hat. ein 2 on 2 zwischen zerstrittenen ehepaaren vor dem scheidungsrichter - natürlich allie-hexenmeisterinnen gegen horde-krieger? welch vergnügen, ehekriege so zu entscheiden... noch viele möglichkeiten für konfliktbewältigung könnten jetzt aufgezählt werden, aus platzgründen verzichte ich jedoch auf weitere ausführungen. zudem könnten auf diese art zukünftige konflikte mit einem mal unterbunden werden, weil natürlich alle - so wie wir - süchtig nach wow werden würden und keine zeit mehr für irgendeinen anderen blödsinn hätten. aber nur so vom grundgedanken her doch echt weihnachtlich, oder?

    ein anderes beispiel von (be)sinnlicher advent-liebesstimmung möchte ich auch nicht unerwähnt lassen. zuletzt wurde mir nämlich im arathi-becken das vergnügen zuteil, mit einer wunderschönen anmutigen tauren-druidin die mine zu verteidigen. nachdem mir das schnurr-kätzchen schon zuvor positiv durch allerlei kampfes-schabernack aufgefallen war, setzten wir uns in voller verstohlenheitspracht gegenüber und meditierten in plötzlich aufwallender sympathie vor uns hin. nachdem die gegnerschaft sehr verhalten eintröpfelte und von uns beiden auf ergreifende art und weise in seine schranken gewiesen wurde, ließ ich mich trotz aller schüchternheit dazu hinreißen, ihr ein "so macht das spaß" entgegenzuflüstern. der druidin reaktion ließ mein herz erpoltern: "ja, ich mag es, wenn sie einzeln kommen..." hauchte sie mir zu. es ist ja nun mal so, dass man nicht weiß, wer einem da tatsächlich gegenübersitzt. die wunderschöne kuh könnte ja in wirklichkeit ein 14-jähriges pickelgesicht sein, ein alter socken wie meinereins, in schlechtesten fällen sogar der nachbar, der zeitungsausträger, briefträger oder einer aus der wogenden menschenmasse, der einen kurz zuvor noch von der straße gerempelt hat, der zahnarzt, der rauchfangkehrer, der boss meines bosses. für mich jedoch war dieses wesen zu diesem zeitpunkt eine romantische blüte, ein keckes rothaariges mädel, leidenschaftlich-zärtlich, intelligent-humorvoll, mit sinnlichen lippen und... nun gut, lassen wir das. angeschmiegt und kuschelnd verbrachten wir jedenfalls den rest des schlachtfelds und wie noch nie zuvor wünschte ich mir, dass die unterlegene allianz nicht vielleicht doch noch eine basis einnimmt, nur damit ich länger in diesem romantischen augenblick verweilen könnte.

    liebe leute, niemand weiß, wer sich hinter den charakteren verbirgt, die uns so tagtäglich in unserer gar nicht mal so virtuellen welt über den weg laufen. aber vielleicht sollten wir allen mitmenschen mit vorsicht und anstand gegenübertreten, möglicherweise ist es gerade unser nachbar, der zeitungsausträger oder der briefträger, der uns letztlich die nötige heilung verpasst oder uns im schlachtfeld hilfreich zur seite steht. wir alle flüchten doch in diese unsere eigene welt. wer weiß, ob nicht so manch vermeintlich unausstehlicher zeitgenosse sich als stolze tauren-druidin entpuppt. und sollte mir im weihnachtlichen getümmel plötzlich ein keckes mädel ein sympathisches lächeln entgegenwerfen, bin ich mir ganz sicher, dass in diesem augenblick, in der die welt um einen herum kurz innehält, die zeit nur für diesen einen kleinen wimpernschlag stehenbleibt, der lärm der menge ungehört verhallt, sie meine ganz persönliche tauren-kuh ist. nur sagen dürfte ich ihr das halt nicht...

    lg und überhaupt



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