Through her eyes...

Villevalle's World
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    Re: Through her eyes...

    Muffine - 07.12.2004, 18:26

    Through her eyes...
    Hi...bin die Neue...
    hoffe mein Geschreibsel gefällt euch...

    Also, Charaktere natürlich bis auf Die Himies frei erfunden...

    Through her eyes

    Prolog:
    „Dann mach es mal gut, meine Kleine!“, traurig darüber, dass ihr gemeinsames Wochenende schon wieder vorbei ist, nimmt Vincent seine Freundin in den Arm und gibt ihr einen Kuss auf die Stirn. „Fahr vorsichtig und pass auf dich auf, ja?“ Irgendwie hatte er an diesem Sonntagnachmittag ein ungutes Gefühl.
    „Mach ich doch immer“, Anastasia kuschelt sich an ihn, „Ich liebe dich, mein Schatz, wir sehen uns Mittwoch, ja?“
    „Natürlich! Ich dich auch...“
    „Jetzt muss ich mich aber beeilen, sonst verpass ich den Bus!“, sie wuschelt Vincent durch die braunen Haare und tippt ihm auf die Nase.
    „Na, dann aber schnell. Tschüß, meine Süße!“
    „Tschüß!“, Anastasia winkt ihm nochmal zum Abschied und rennt dann den ganzen Weg zur Haltestelle. Sie erwischt den Bus gerade noch so und schwingt sich auf den nächsten freien Sitzplatz.
    Träumend guckt sie aus dem Fenster. Es waren zwei sehr schöne Tage gewesen und am Montag müssen sie beide wieder arbeiten. Vincent an seinem Studium und sie selbst im Kindergarten, wo sie ein Praktikum absolviert, um sich an einer Fachhochschule bewerben zu können. Sie wäre viel lieber bei ihm geblieben. Schön warm eingekuschelt im Bett, mit einem Tee und einem guten Film. Stattdessen eineinhalb Stunden Bus und Bahn bei schmutzigem Schneeregen. Vincent hätte sie ja gefahren, aber bei Glätte ist ihm Autofahren zu gefährlich. In der Hinsicht ist er ein gebranntes Kind. Zwei Unfälle hat er schon hinter sich, durch Regen und eine rutschige Fahrbahn verursacht. Beide Male ist nichts Schlimmes passiert, aber man muss sein Glück ja nicht herrausfordern.
    Anastasia stellt sich vor, wie er gerade vor seinem PC sitzt und versucht zu lernen, wobei die Betonung auf `versuchen´ liegt. Sie muss grinsen. Wenn er doch bloß endlich einmal lernen würde zu lernen.
    Ihr Handy klingelt und Anastasia krammt nervös in ihrer Tasche. Meistens passiert es ihr, dass sie ihr Handy gerade dann findet, wenn derjenige am anderen Ende der Leitung aufgelegt hat. Diesmal schafft sie es aber rechtzeitig. Es ist Vincent. Hatte sie etwa etwas vergessen?
    „Hallo?“
    „Hi, mein Schatz, weißt du, was ich hier noch zu liegen habe?“, fragt er schelmisch.
    „Nein, keine Ahnung, oder doch, meinen Schlüssel, oder?“
    „Jep, genau den. Ist denn jemand zu Hause bei dir?“
    „Ja, das reicht, wenn ich ihn Mittwoch mitnehm.“
    „Ja, ja, wenn man was liegenlässt, heißt es, dass man wiederkommen will!“
    „Ich weiß...tu ich auch ganz bestimmt!“
    „Versprochen?“, Vincent verstellt seine Stimme und klingt nun sehr klein und hoffend.
    „Versprochen! Ich lieb dich! Bis heut abend, rufst du an?“
    „Mach, ich. Ich dich auch, mein Schatz! Tschüß!“
    Anastasia verstaut ihr Telefon wieder in ihrer Tasche während sie aus dem Bus steigt. Lächelnd läuft sie auf eine Kreuzung zu, die sie überqueren muss, als ihr Handy erneut klingelt.
    „Ach, Schatz, was hab ich denn noch vergessen?“
    „Mich! Und außerdem wollte ich dir noch sag....“
    Weiter kommt Vincent nicht. In dem Moment, in dem Anastasia abgenommen hat und einen Fuß auf die Straße gesetzt hat, rasst ein roter Sportwagen um die Ecke und fährt auf einen großen Baum zu. Anastasia lässt ihr Telefon fallen und schreit entsetzt auf, als das Auto sie erfasst und zwischen sich und den Baum einklemmt. Sie spürt nichts, starrt nur kurz in die, vor Schreck geweiteten, himmelblauen Augen einer jungen Frau, bevor ihr ihr eigenes Blut die Sicht nimmt.
    `Was wird denn jetzt aus Vinni und wer kümmert sich um ihren Wellensittich? Bestimmt Vincent, er ist ja von ihm, ein Geschenk gewesen, man soll Tiere ja nicht verschenken, aber es war ja so besprochen. Aber wer kümmert sich dann um Vincent und der Hausschlüssel, wollte doch den Schlüssel bei ihm abholen, mit der kleinen Stoffmaus dran. Hab´s doch versprochen.......´
    „Ringeringereie! In des Kreises rund!“ Plötzlich sieht sie ihre alte Vorschulklasse, dann die Grundschulzeit, Umzüge, der erste Kuss, Abitur...und dann ist alles schwarz.


    Eine Stunde vorher:

    „Nein, ich beruhige mich nicht, Ville, ich sehe gar keinen Grund dazu. Du hast uns das alles eingebrockt, nicht ich. Jetzt sieh auch zu, wie du da wieder rauskommst. Auf mich brauchst du jedenfalls nicht mehr zählen. Es ist aus und diesmal entgültig, du wirst schon sehen!“
    Wütend knallt Lucille den Hörer auf. Das war mit Sicherheit das letzte Mal, dass sie ein Mann betrogen hat, dafür wird sie schon sorgen. Auch wenn er ein berühmter Rockstar ist, dem die Mädchen nur so zufliegen, muss man sich eine solche Behandlung nicht gefallen lassen. Soll er sich doch eine andere Doofe suchen. Sie ist raus aus dem Spiel.
    Was hatte das Leben denn schon Gutes an sich? Nichts, was sie erlebt hätte. Sie hat zwar immer das bekommen, was sie wollte, nur nie so wie sie es sich gewünscht hätte. In eine vermögende Familie geboren, ja, ihr hatte es nie an materiellen Dingen gefehlt, doch dafür verstarb ihre Mutter als sie noch ein Kleinkind war und der Vater vor acht Jahren. Jetzt ist sie zweiundzwanzig und hat kaum noch Familie. Auf jedes kurze Glück folgte ein noch härterer Niederschlag: tote Freunde, gewaltätige Beziehungen voller Lügen und nichts, auf das sie sich verlassen kann.
    Ihre einzige lebende und ihr bekannte Verwandte, Lucilles Oma, hat sich vor einigen Wochen mit einem neuen Liebhaber in die Karibik abgesetzt, mit den Worten, dass sie das unstehte und aufgewühlte Leben ihrer Enkelin nicht mehr ertragen könne.
    Drogen, Alkohol, unregelmäßiges Essen, lange würde ihr Körper eh nicht mehr mitspielen. Also, warum alles unnötig in die Länge ziehen. Wenn es nicht mehr geht, dann geht es nicht mehr. Wenigstens können sich die armen Kinder in Afrika an ihrem Vermögen erfreuen. Wer sollte sonst erben? Lucille fällt keiner ein.
    Seufzend steht sie von ihrer weißen Ledercouch auf und geht die eine Stufe des Podesdes hinunter aus dem Zimmer. Sie macht den großen Garderobenschrank auf, nimmt ihren roten Mantel und zieht ihre Stiefel an. Nocheinmal guckt sie sich in der Wohnung um und gibt dem Papagei Futter für eine Woche.
    „Mach´s besser, Tino!“, ruft sie ihrem gefiederten Mitbewohner zu und verlässt dann die Masionettenwohnung. Nicht ohne vorher noch gründlich abzuschließen, geht sie die Treppen runter und steigt in ihren roten Firebird. Das Geschenk eines ungewöhnlichen Freundes. Über den braucht sie sich nun wirklich keine Gedanken zu machen. Er wird den Verlust eines Autos verkraften. Der hat mehr Geld als China Einwohner...
    Langsam startet Lucille den Wagen und lässt die Motoren aufheulen. Als sie das Auto mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit losrassen lässt, schießen ihr die Tränen in die Augen.
    „Lebt nur alle euer beschissenes Leben ihr verfluchten Mistkerle!“, schreit sie und hält auf einen Baum zu. Als es schon viel zu spät zum Reagieren ist, bemerkt sie das junge Mädchen, das genau vor diesem Baum steht und telefoniert. Kreischend reißt Lucille die Arme nach oben, als es einen heftigen Aufprall gibt. Das Letzte, was sie sieht, sind die traurigen, blutverschmierten Augen eines Mädchens, das Leben wollte. Dann fällt sie in Ohnmacht.



    Re: Through her eyes...

    phoenyx - 07.12.2004, 18:42


    oh Gott oh gott oh gott

    ziemlich heftig und auch wenn ich die Geschichte interessant finde, frag ich mich, ob sie hier gerade soooo gut passt.
    Nichts gegen dich und erstmal herzlich willkommen! :tach:
    Aber zur Zeit sind hier viele bei bestimmten Themen ziemlich sensibilisiert. Bitte schreibe vor deine GEschichte eine "Warnung" ok???

    Ich will nur verhindern, dass Missverständnisse aufkommen oder andere aufgrund der Thematik indirekt verletzt werden könnten....

    Trotzdem.... es ist mir wichtig zu wiederholen, dass es nicht gegen dich oder deine Gecshichte gerichtet ist, aber Vorsicht ist ja bekanntlich die Mutter der Porzellankiste ;D [/b]



    Re: Through her eyes...

    TheNX - 07.12.2004, 18:45


    -



    Re: Through her eyes...

    Korppi - 07.12.2004, 18:58


    Herzlich Willkommen erstmal.
    Magst du dich vll auch noch kurz in der Newbe Vorstellungrunde vorstellen? Nur mal so Hallo sagen, mein ich.

    Die Geschichte fängt interessant an.
    Lass uns teilhaben, an dem, was sich noch entwickelt.

    Aber ich schließ mich meinen Vorrednern an, eine Warung ist schon angebracht. Wär gut, wenn man jedenfalls etwas vorbereitet an die Sache gehen kann.
    Danke schön!



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 07.12.2004, 22:17


    Ja, hallo, nochmal...

    wollte wirklich keinem zu nahe treten...hab eure Seite durch Philofox gefunden und wollte einfach auch mal mitmischen...

    Sorry, wirklich...

    WARNUNG.... leider zu spät...

    Ähm, dass die Geschichte nich her passt, ähm, geht ja noch weiter...na ja, wollte echt niemanden kränken...wie auch, kenn euch ja noch gar nich...

    Ich poste die Story nur mit Erlaubnis weiter, vor allem mit der von denjenigen, die darauf mom. empfindlich reagieren...

    Also, dann bitte ich vielmals um Vergebung :roll:



    Re: Through her eyes...

    Korppi - 07.12.2004, 22:22


    Also, meinetwegen darfst du.

    Konntest du ja auch nicht wissen, was grad los war und teilweise noch los ist,
    es wollte dich aber auch keiner vergraulen.

    Das mit der Warnung bezieht sich halt darauf, dass man sich vll drauf einstellen kann und es dann möglicherweise lieber nicht liest.

    Aber schreib ruhig weiter.



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 07.12.2004, 22:23


    Ich nochmal...

    hab gerade gemerkt, dass ich nur den Anfang gepostet habe...

    Es gibt eine Wendung, die alles wieder wett macht...also nur so zu Beruhigung, wie gesagt, mit Erlaubnis gehts morgen weiter...wollt euch nur nich gleich mit sechs Seiten überladen...

    Bye..........Muffy



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 07.12.2004, 22:39


    So, also die Warnung gilt teilweise immernoch....


    Piep...piep...piep...
    Lucille schlägt die Augen auf und sieht sich um. Das gleichmäßige Piepen der Herzmaschine hört sich weder wie die Harfen im Himmel noch wie das brodelnde Höllenfeuer an. Entsetzt setzt sie sich auf und reißt dabei einige Schläuche und Kabel von ihrem Körper. Das darf doch nich war sein. Sie hat den Unfall überlebt und liegt hier mit ein paar Prellungen im Krankenhaus! Das kann doch nur ein schlechter Scherz sein. Jetzt lebt sie doch und...ihr fällt das Mädchen ein. Das Mädchen, dass mit ziemlicher Sicherheit tot ist oder Querschnittsgelähmt mit Amputationen und schrecklichen Schmerzen. Lucille schwingt sich aus ihrem Bett und stellt sich vor den Spiegel im Badezimmer. Ein kleiner Kratzer hier, ein blauer Fleck da. Sonst nichts, nur ein stechender Schmerz in der Hüfte. Vielleicht böse geprellt. Sie stützt sich am Waschebecken ab und lehnt ihren Kopf gegen die kalten weißen Fliesen.
    „Lieber Gott“, Tränen laufen ihr Gesicht runter, „auch wenn ich das letzte Mal gebetet habe, als ich noch ein kleines Kind war...wenn es dich wirklich gibt, dass musst du dem Mädchen helfen!“ Lucille rennt zu der Balkontür ihres Einzelzimmers. Sie guckt in den Himmel:
    „Sei doch nich so ungerecht! Das kannst du doch nicht machen...“ Sie spürt plötzlich, dass das Mädchen tot ist, sieht wie die Maschinen ein Zimmer weiter ausgestellt werden und ein Laken auf dem blassen Gesicht ausgebreitet wird.
    „Nein!“, sie fängt an zu schreien, trommelt gegen die Fensterscheibe und rutscht dann erschöpft zu Boden. Ihre Hände zittern, ihr Körper fängt an den kalten Entzug zu bemerken. Wie lange liegt sie schon hier? Einen Tag, zwei, eine Woche...Ihre Augen flackern. Der Körper ist willig, aber der Geist ist schwach...Sie krallt ihre Fingernägel krampfhaft in den Linoliumboden. Der rote Nagellack ist schon zur Hälfte abgeplatzt und die leichenblassen Hände aufgerissen.
    Durch die halbgeöffneten Augen kann Lucille erkennen, dass jemand durch die Tür kommt. Es ist kein Arzt und auch keine Schwester. Eine leuchtende Erscheinung in einem weißen Leichenhemd schwebt auf sie zu und streckt ihr die Hand entgegen. Hinter der Erscheinung tanzt ein hellegelbes Licht auf und ab.
    „Du...bist ein Geist...das Mädchen, du willst mich holen...Tut mir L..leid!“ Lucille versucht aufzustehen und auf sie zuzugehen. Da kommt das Licht angeschwebt und hilft ihr hoch. Als sie sich umdreht sieht sie ihren Körper, der immernoch zusammengesunken mit halbgeöffneten Augen auf dem Krankenhausboden liegt.
    Lucille, jetzt selbst eine hellblaue Lichtgestalt, stolpert einen Schritt zurück und stößt gegen das Mädchen.
    Da fliegt die Tür erneut auf und ein Team Ärzte kommt in den Raum gestürmt. Sie heben Lucilles Körper auf und versuchen ihn wiederzubeleben.
    Lucille merkt, wie sie wieder zurüchgezogen wird und versucht sich krampfhaft von ihrem Körper fernzuhalten. Sie genießt die Stille. Nichts von der Aufregung im Raum durchdringt den Schleier der Toten. Das hellgelbe Licht schwebt zwischen Lucille und ihren Körper und verhindert so, dass sie wieder zusammenfinden. Stattdessen wird nun Anastasias Geist in die Richtung der Leblosen gesogen und schließlich in den Körper aufgenommen.
    Lucille lächelt und winkt Anastasia zu, bevor sie sich in Luft auflöst und das Licht verschwindet.


    1. Resurrection

    „Ich habe einen Puls!“, Dr. Henning Niendorf richtet sich erleichtert vom Bett seiner Patientin Lucille Behrens auf.
    „Mir ist es trotzdem ein Rätsel. Sie war mehr als acht Minuten klinisch tot!“, sein Assistenzarzt
    Dietmer Bayer schüttelt verständnislos den Kopf.
    „Hauptsache sie lebt“, Dr. Niendorf wischt sich über die verschwitzte Stirn, „alles andere ist Nebensache. Ich möchte eine 24-Stunden Überwachung!“ Er verlässt die Intensivstation und zieht seinen Kittel aus: „Tanja, informieren sie Frau Behrens, senior und den Verlobten der Patientin!“
    „Aber Herr Doktor, der Mann ist doch...“
    „Ich will nichts davon hören! Sie wissen ja wohl sehr genau wer Frau Behrens ist und wie sehr es mir am Herzen liegt, dass sie sich recht bald erholt. Wenn Herr Valo nicht in der Lage ist, sich um seine zukünftige Frau zu kümmern, dann steh ich morgen persönlich bei ihm auf der Bühne und singe mit“, er erhebt seine Stimme, „aber den Trauermarsch!“
    „Sehr wohl, Herr Doktor!“, Tanja eilt davon.
    Herr Dr. Niendorf öffnet die Tür seines Büros mit der Aufschrift „Dr. Henning Niendorf, Chefarzt“ und setzt sich an seinen Schreibtisch. Seufzend nimmt er einen Bilderrahmen in die Hand und betrachtet das Foto. Ein kleines, hellblondes Mädchen mit strahlend blauen Augen in der Mitte zweier Männer. Einer davon ist er selbst.
    „Rick, wie konnte es nur so weit kommen? Ich habe durch die ganze Arbeit mein Versprechen vergessen und nun... Ich wollte mich doch um sie kümmern. Ich bin ein schlechter Pate, ich weiß...“
    *

    „Was, wie bitte? Was ist passiert?“, Ville Valo steckt sich die dritte Zigarette in drei Minuten an, „Die Verbindung ist so schlecht! Was ist mit Lucy? Unfall? Mein Gott, geht es ihr gut? Migé, verflucht nochmal, halt deine Fresse! Ja, natürlich, ich komme! Sicher...Danke...Ja, auf Wiedersehen!“ Ville stellt sein Handy aus und guckt ausdruckslos in die Runde seiner Band.
    „Ville, was ist passiert?“, Linde nästelt an seinen langen Rastazöpfen und zieht seine Freundin näher an sich heran.
    „Lucy, sie hatte einen Unfall...das heißt, die Polizei geht von versuchtem Selbstmord aus.“ Entsetztes Schweigen breitet sich im Raum aus. „Das ist noch nicht alles...Lucy geht es den Umständen entsprechend gut, aber sie hat ein junges Mädchen überfahren. Sie hat es nicht geschafft...“
    Linda, die Freundin von Linde, reißt sich von ihm los und legt eine Hand vor ihren Mund.
    „Fusselchen, komm her, es ist alles gut!“, Linde nimmt sie wieder in den Arm. Lindas Mutter wurde vor Jahren von einem Lastwagen überfahren. Seitdem reagiert sie auf jegliche Art von Autounfall hysterisch.
    „Und nun? Wir haben morgen einen Gig!“, Gas fummelt an seinen Schlagstöcken herum.
    Ville springt wütend auf: „Heißt das, dir ist so ein dämlicher Auftritt wichtiger? Du kannst mich mal!“ Er rennt raus und bucht den nächsten Flug nach Berlin.
    Migé läuft ihm nach: „Ich rede mit Sappo. Soll ich mitkommen?“
    „Nein, bleib hier und regel das mit den Interviews und sieh bitte zu, dass diese Pressegeier keinen Wind davon kriegen!“
    Drei Stunden später sitzt Ville in dem Flieger Oslo-Berlin.



    Re: Through her eyes...

    TheNX - 07.12.2004, 22:48


    -



    Re: Through her eyes...

    Korppi - 07.12.2004, 23:03


    He, wird das wieder so eine verwirrende Geschichte wie Gia?

    Das ist doch soweit gar nicht so schlimm, wie sich der erste Teil anhörte!
    Mach weiter.



    Re: Through her eyes...

    PhiloFoX - 08.12.2004, 01:02


    Das, liebe Nina, wird alles noch viel verwirrender, sollte der Typ auftauchen, der Lucille den roten Firebird geschenkt hat... *g*
    Nein, ich weiß nicht, wie's weiter geht, aber da ich Lucy kenne und die kleine Muffine auch, würde ich sagen, Anastasia steht einiges bevor.


    PS: ENGAGED? But... but he said it was over...? *weeps* Lucy... is she really dead? I always liked her- though she never really liked me... but she's cool, anyways, much a funnier person than me. Baci!



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 08.12.2004, 10:06


    Ähm, ja, vielleicht um Verwirrungen auszuschließen...
    Es könnte passieren, dass sich Monas und meine Figuren teilweise decken...keine Panik, wir beklauen uns nicht gegeseitig...haben die Basis zusammen ausgemacht...



    Re: Through her eyes...

    PhiloFoX - 08.12.2004, 11:28


    genau. Die Gia is meine Prinzessin und die Lucy Geris. Und ansonsten gäbe es niemanden nich ohne die andere. PS: Eine Person ist schon doppelt aufgetaucht- gemerkt?



    Re: Through her eyes...

    Korppi - 08.12.2004, 11:31


    Ville?!



    Re: Through her eyes...

    PhiloFoX - 08.12.2004, 11:40


    NEIN! :rofl: :D Ach so'n Quark! Der ist doch nicht fiktiv! Also, schon, aber halt nicht völlig. Mehr so ein Nebencharakter...



    Re: Through her eyes...

    Korppi - 08.12.2004, 11:43


    Den schönen Marek habsch nicht gefunden, aber der Doc kommt mir bekannt vor.
    Ich les aber grad so viele Geschichten auf einmal, dass ich nicht mehr wirklich weiß, was ich wo gelesen hab.
    Komischerweise tauchen ja auch hier und bei Michi gleichzeitig Verlobungsgeschichten auf.

    Waaaahhhh, roter Schlitten, aaahhh! Ich habs!



    Re: Through her eyes...

    PhiloFoX - 08.12.2004, 11:50


    Nee, der Doc isses auch nicht und Mareks Auto ist schwarz, aber du hast erraten, von wem sie es hat...
    *tätschel* Es ist schwer, ich geb's zu. Ich meinte Linda, Lindes Freundin, die kommt bei mir nur zwei oder dreimal vor und dann hat Linde Liebes kummer, falls du dich erinnerst.
    Jetzt hör ich mal auf, Geris Thread zuzuspammen und fahr zur Uni...



    Re: Through her eyes...

    Korppi - 08.12.2004, 11:53


    Deshalb hab ich gedacht, Linde und Linda, wie bescheuert ist das denn.... und irgendwie kam mir das bekannt vor.
    Aber du hast Recht :nospam:



    Re: Through her eyes...

    Lazerangel - 08.12.2004, 13:53


    Das mit Linda und Linde kam mir auch gleich bekannt vor.
    Aber nachdem Geri ja gesagt hat das sich ihre und die Geschichte von Gia überscheiden , war das eigenlich erledigt für mich.
    Das mit dem roten Flitzer ist mir nich aufgefallen, weils dort eine andere Automarke war, denk ich...

    Ich find deine Geschichte, Geri, allerdings nicht so emotional geschrieben, wie die von Mona.
    Damit komm ich klar.
    Wenns denn so bleibt

    Ach so ja...
    Wer hier schon mal was anfängt zu posten, sollte seine Geschichte auch weiterschreiben :D
    Wie sind hier alle verdammt neugierig.



    Re: Through her eyes...

    phoenyx - 08.12.2004, 14:46


    Ich finde jetzt zwar die Mona-Geri verbindung sehr interessant, werde mich aber natürlich zu der Geschichte äußern....

    sehr interessant fand ich deine Tod/nahtod erfahrung... nur für mich zum nachvollziehen... Habe ich richtig verstanden, dass hier ein kleiner Seelentausch stattgefunden hat, quasi erhörung ihres gebetes - ausgleichende Gerechtigkeit??? Na wenns denn so sein sollte bin ich erst recht gespannt, wie es sich entwickelt und welche Wirrungen entstehen, wenn Ville auftaucht. Zuerst war ich verwirrt, dass dem Arzt Ville Valo gleich ein Begriff ist, aber da er ja der Pateonkel und Schutzbefohlene des verstorbenen Vaters ist..... Wenn ich die Seelenvertauschung richtig erfasst habe, bin ich noch neugieriger, ob er die Wesensänderung bemerkt, schlüsse zieht und so weiter...das könnte eine sehr interessante medizinische Diskussion entfachen;) ABER ich spinne gerade rum ,lass dich davon nicht beeinflussen, ich fresse Geschichten nun mal gerne :blah:



    Re: Through her eyes...

    PhiloFoX - 08.12.2004, 15:50


    Billchen wie se leibt und lebt! *g*

    @Bine: Rischtisch, Maszekchen fährt Corvette, aber als ich ihn erfand, war's ein schwarzer Firebird, später verknallte ich mich in die C3 und er musste wechseln.



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 08.12.2004, 23:43


    Hi...

    die Geschichte ist schon etwas länger...setze halt lieber nur Abschnitte rein...muss mir ja Zeit lassen hinterherzukommen...

    Das mit den Gefühlen stimmt....war noch nie sonderlich emotional veranlagt...ich mag es lieber Storys, die eigentlich einen derben Hintergrund haben, sachlich zu schreiben....ich denk Mona kann das bestätigen...ach, a pros pros....Teufelchen...bitte kein Geri merh...ich dachte das hätte ich hinter mir :lol:

    Und....ihr müsst erstmal mit dem Rest hier vorlieb nehmen, denk ich...bin gard irgendwie tierisch krank und fühl mich wie eine ausgetrocknete Kartoffel...könnt ne Weile dauern mit dem Weiterschreiben...

    Tja, meine Linda, noch so ein Herzchen...ich mein, alles können wir zwei beiden auch nicht aufschreiben...dazu ist es im Laufe von bestimmt 2 1/2 Jahren zu viel geworden...aber, ich denke, es würde euch gefallen...wir haben uns jedenfalls köstlichst amüßiert...gell, Mona...ich sag nur Krabbe im Gesicht und die anfängliche Katastrophe im Hotel... :)

    *************************

    *

    Zur gleichen Zeit wacht Anastasia in Lucilles Körper auf.
    „Ahhhhhhhhhh!“, ihre Erinnerung hört genau zu dem Zeitpunkt auf, an dem sie das Bewusstsein verloren hat. Die Szene im Krankenhauszimmer ist nur ein Traum ganz weit hinten in ihrem Kopf. Sie schnappt nach Luft und ihr Herz beginnt unregelmäßiger zu schlagen.
    Sofort kommen die Ärzte und Schwestern, um sie zu beruhigen. Henning ist der erste, der bei ihr ankommt:
    „Lucy...bleib ganz ruhig liegen. Deine Großmutter und Ville sind unterwegs. Alles wird wieder gut...ich versprech´s dir.“ Er legt seine Hand auf ihre Stirn.
    Anastasia öffnet schwerfällig ihre Augen. Verwirrt blickt sie sich im Raum um. Sie fühlt sich gut, bis auf diesen merkwürdigen Schmerz in der Brust. Eigentlich wüsste sie doch wenigstens gebrochene Glieder haben, nach dem Aufprall und der Geschwindigkeit des Autos zu schließen. Sie hebt die Hände und tastet ihr Gesicht ab. Wo sind die Kratzer und Schnitte, die ihr das Glas der Windschutzscheibe zugeführt hat? Vielleicht war ja doch alles nur halb so schlimm.
    Egal, sie lebt!
    Glücklich lächelt sie den netten Arzt an, der sie mit seinen grauen Augen so freundlich anblinzelt.
    „Ich bin so froh, dass es dir gut geht, Lucy. Jetzt bleib einfach ganz ruhig liegen, es handelt sich nur um eine leichte Gehirnerschütterung, weiter nichts!“
    Anastasia setzt sich erschrocken auf und fässt sich an den Kopf:
    „Gehirnerschütterung? Wieso nur eine Gehirnerschütterung...was ist mit den Quetschungen und wieso nennen sie mich Lucy? Ich bin doch...ich heiße doch...ich...“, sie fängt an zu weinen. An alles kann sie sich erinnern, an den Unfall, an den jungen Mann, mit dem sie kurz zuvor telefoniert hat, wie er aussieht, dass er ihr Freund ist. Nur die Namen. Ihr fehlen sämtliche Namen, Adressen, Telefonnummern...sie weiß nicht einmal mehr wo sie wohnt, oder wie sie selbst heißt, wie alt sie ist und wer ihre Eltern sind. Dagegen erinnert sie sich an Namen und Menschen, die sie nie zuvor gesehen hat, oder gar von ihnen gehört hat.
    „Lucy, es ist alles gut, komm leg dich hin. Du musst dich ausruhen!“ Henning steht auf und flüstert Dr. Bayer etwas ins Ohr:
    „...Amnesie...Neurologe...Psychatrie.“
    Anastasia schwirrt der Kopf, der bei Weitem nicht ihr eigener zu sein scheint. Wer zur Hölle ist Toni? Außerdem kommen ihr Adressen und Telefonnummern aus Helsinki ins Gedächtnis. Sie kennt niemanden in Helsinki. Finnische Wörter, französische Wörter...sie ertappt sich dabei, wie sie in den beiden Sprachen denkt. Die einzige Sprache, die sie fließend spricht ist ihre Muttersprache, Deutsch! Was soll das alles?
    „Schwester“, sie setzt sich erneut auf, „Schwester...wer bin ich?“
    Tanja, die braunhaarige Krankenschwester, die Lucille von Anfang an betreut hat guckt sie mitleidig an:
    „Sie sind Lucille Behrens, Kleines. Geben sie sich Zeit, ihre Erinnerung wird früher oder später wiederkommen. Wenn sie möchten, bringe ich ihnen Zeitungsartikel...es gibt ja genügend über sie!“ Tanja lächelt sie an.
    „Sagen sie“, Anastasia muss schlucken, „bin ich ein Star, oder so? Ich muss sagen, mein Name kommt mir überhaupt nicht bekannt vor, dabei kann ich mich sogar an Britney Spears, Tom Cruise, Till Schweiger und Ville Valo erinnern. Wissen sie, das ist der Sänger von HIM und wenn man sich nicht für diese Musik interessiert, dann kennt man ihn ja nicht unbedingt...mein Gehirn funktioniert also bestens. Ich zweifel nur an ihrer aller Verstand, wenn ich ehrlich bin!“ Sie schwingt ihre Beine aus dem Bett und rupft dabei ein paar Kabel ab. „Und lassen sie endlich diesen Blödsinn, ich fühl mich wie ein Roboter mit den ganzen Strippen. Mir geht es gut!“
    Tanja springt auf das Bett zu:
    „Warten sie, Lucille, sie können doch nicht einfach...herrje! Herr Doktor!“
    Henning eilt auf den Ruf sofort zurück in Lucilles Zimmer:
    „Was ist denn passiert?“, er erblickt Anastasia, die vom Bett aufgestanden ist und fröhlich einige Runden tanzt, „Lucy! Leg dich sofort wieder hin! Du könntest umkippen und dir doch noch den Hals brechen!“ Er versucht sie zu greifen und auf das Bett zurückzulegen.
    „Erst wenn sie mir sagen, warum hier alle spinnen! Ich weiß zwar nicht mehr wie ich heiße, aber Lucille bin ich bestimmt nicht. Es gibt keine Zeitungsartikel von mir! Ich bin ein ganz gewöhnliches Mädchen und möchte jetzt, dass sie mir meine Eltern und meinen Freund herbringen...aber pronto, wenn ich hier allen so wichtig bin!“
    Dr. Niendorf seufzt auf:
    „Lassen sie sie, Tanja, sie hat schon immer ihren eigenen Kopf gehabt! In einer halben Stunde bringen sie Lucille bitte in die Neurologie! Bis dahin“, er spricht leiser, „sehen sie zu, dass sie keinen Unsinn treibt und erzählen sie ihr doch ein bisschen über sich. Sonst fällt sie uns glatt in Ohnmacht, wenn ihr Verlobter vor ihr steht. Das mit HIM hab ich gehört...“, Dr. Niendorf grinst, „Der Herr ist in etwa zwei Stunden hier!“ Damit verlässt er den Raum.
    Anastasia ist von ihrem Rumgehüpfe tatsächlich etwas schwindelig geworden und sinkt wieder auf ihre Kissen:
    „Tanja, so heißen sie doch“, Tanja nickt, „sagen sie mir doch endlich, was hier los ist!“ Sie fährt sich durch ihre langen Haare und wickelt die Spitzen um ihren Zeigefinger. Irgendwie fühlt sich ihr Haar merwürdig an. Jedenfalls nicht, wie ihr eigenes. Als sie auf ihre linke Hand sieht, schreit sie entsetzt auf:
    „Was haben sie mit meinen Haaren gemacht? Das sind nicht meine Haare! Meine sind viel dunkler, nicht hellblond. Was soll das? Finden sie das lustig?“
    Tanja setzt sich zu Anastasia auf den Bettrand. Ihr schwandt Böses. Dunkle Haare hatte doch das Mädchen, das bei dem Autounfall ums Leben gekommen ist. Die Art, wie sie über sich redet, könnte darauf hindeuten, dass Lucille sich für dieses Mädchen hält. Tanja ist zwar keine Psychologin, aber sie könnte sich vorstellen, dass Lucille sehr wohl bewusst ist, was passiert ist und dass Anastasia Münster ihretwegen gestorben ist. Aber eigentlich weiß sie doch gar nicht, dass das Mädchen tot ist. Wenn es so wäre könnte sie jedoch dadurch eine Persönlichkeitsstörung erlitten haben. Vielleicht aus Schuldbewusstsein. Das muss Tanja später unbedingt dem Herrn Doktor erzählen.
    „Lucille, wir haben gar nichts mit ihren Haaren gemacht. Das sind ihre eigenen, glauben sie mir!“ Tanja legt ihre Hand auf Anastasias Arm. Diese schüttelt nur den Kopf:
    „Das kann nicht sein! Ich möchte einen Spiegel, sofort!“, ihre Stimme überschlägt sich beinahe vor Hysterie.
    „Warten sie, ich hole einen“, Tanja steht auf und kommt kurze Zeit später mit einem Handspiegel wieder, „Möchten sie das jetzt wirklich tun? Sie sind sehr blass und..“
    „Natürlich! Für wen halten sie mich eigentlich? Ich hatte einen Unfall, wenn sie es vergessen haben sollten! Was erwarten sie? Strahlende Solariumbräune?“ Anastasia reißt den Spiegel an sich und erstarrt bei ihrem Anblick. Sie guckt in himmelblaue große Augen mit wunderbar geschwungenen Wimpern. Eine schmale, gleichmäßige Stupsnase sitzt in der Mitte des Gesichtes, in das sie blickt und ein, trotz übriger Blässe, blutroter Schmollmund zittert nervös.
    „Das...das bin ich nicht! Das ist die Frau, die mich angefahren hat! Sie ist auf den Baum zugerast und hat mich eingeklemmt...mit ihrem roten Sportwagen. Das bin ich nicht!“ Anastasia schreit und wütet, schmeißt den Spiegel gegen die weiße Wand, so dass er in tausend Scherben zerbricht, und gräbt dann weinend ihr Gesicht in die Bettdecke.
    Tanja streichelt ihr beruhigend über den Rücken. Also doch...
    „Lucille, das Mädchen“, sie schluckt, ist es klug jetzt davon zu erzählen? „Das Mädchen, das sie angefahren haben...Lucille, es ist tot!“
    Anastasia setzt sich ruckartig auf und funkelt die Schwester, aus Augen, die aussehen, als hätten sich dunkle Regenwolken über den strahlend blauen Himmel gelegt an:
    „Nein“, sie lacht hämisch auf, „nein, nicht ich bin tot! Sondern ihre Lucille! Es gibt sie nicht mehr! Aus, weg...! Diese Irre wollte nicht leben, aber ich! Es war gerecht, nur gerecht...sie hat es freiwillig getan! Ganz freiwillig...und gefreut hat sie sich darüber!“ Auf einmal kann sich Anastasia ganz genau erinnern. Das hellgelbe Licht...der Tod und sie beide als leuchtende Gestalten.
    „Wir haben getauscht...“ Anastasia sinkt in ihre Kissen zurück, wie eine besessene, der gerade der Dämon ausgetrieben wurde und fällt in einen komaartigen, tiefen Schlaf. Sie träumt von Lucille, ihrem ganzen Leben und davon, wie sich Lucille bei ihr dafür entschuldigt, dass es nur diese eine Möglichkeit für Anastasia gab weiterzuleben. Sie strampelt und versucht den Traum zu verscheuchen, zu schrecklich sind die Dinge, die sie durchlebt um Lucilles Leben und ihre Tat zu verstehen.
    Als sie aufwacht ist es spät in der Nacht. Wieder findet sie sich an Geräte angeschlossen. Neben ihrem Bett sitzt eine zusammengesunkende Gestalt. Bei näherem Hingucken erkennt sie Ville, Anastasias einztigen Lieblingssänger. Zwei Erinnerungen an ihn spuken durch ihr Gehirn. Einmal der Sänger, den sie auf der Bühne anhimmelte und mit dessen Bildern sie ihr Zimmer verschönert hatte und einmal der Mann, der ihr furchtbaren Schmerz zugeführt hat, seelischen und körperlichen, dem sie immerwieder verziehen hatte und sich schließlich für, oder wegen ihm umbringen wollte. Wie dumm von Lucille sich wegen einem Mann das Leben nehmen zu wollen. Aber ging es dabei wirklich nur um Ville? Anastasia ist froh, wenn sie Lucys Erinnerungen wegschließen kann und nur wenn unbedingt nötig hervorkramen muss. Mit ihr hätte sie nie tauschen wollen, aber genau das ist passiert. In ihren künsten Träumen hätte Anastasia nicht gedacht, dass sie es einmal bereuen würde das Leben von Ville Valos Freundin zu führen. Ihr eigenes war doch gar nicht so schlecht, wie sie manchmal dachte, nur kann sie sich nicht mehr an alles erinnern. Vor allem nicht an Personen. Nur ein Gesicht, ein Gesicht umkreist immer ihre Gedanken. Das unendlich traurige Gesicht eines jungen, braunhaarigen Mannes, welches sie förmlich anschreit zu ihm zurückzukommen.
    Anastasia schluckt den Gedanken an ihn runter und schwört sich, dass sie ihn irgendwann wiederfinden wird. Irgendwann werden die Erinnerungen an ihr eigenes Leben wiederkehren und sie wird alles daran setzten, es zurückzugewinnen.
    Bis dahin wird sie Lucille Behrens sein, die Tochter eines toten Industriellen, der ihr ein Vermögen hinterlassen hat und die nichts Besseres zu tun hat, als sich von einer Katastrophe in die nächste zu stürzen und das Geld unter die Leute zu bringen. Vielleicht schafft Anastasia es ja ihr Leben zu ändern? Sie hofft es jedenfalls...



    Re: Through her eyes...

    PhiloFoX - 09.12.2004, 00:48


    Uiuiui, ja... Marek und die Krabbe und Linde und die Tür... aber Insider sind ne böse Falle, gell, Billchen?
    Wieso nicht mehr Geri? So nenn ich dich doch wieder dauernd in letzter Zeit! Na dann eben nicht... :schmoll:



    Re: Through her eyes...

    TheNX - 09.12.2004, 02:36


    -



    Re: Through her eyes...

    Lazerangel - 09.12.2004, 09:38


    Ui, ja, doch...
    Ich mag deine FF :D

    Sie ist in einer Art und Weise geschrieben, die mich nicht beunruhigt.
    Dabei aber auch sehr emotional.

    Ich bin mal gespannt wie sie auf Ville reagiert.
    Wann kommt die nächste Fortsetzung?
    *hibbelig bin*



    Re: Through her eyes...

    Korppi - 09.12.2004, 10:03


    *auch gut finde*
    Ich muss zugeben, ich hab da wieder diese komischen Momente, die ich bei Mona auch immer hab.
    Mich deprimiert das ganz und überhaupt nicht *froi*

    Das mit dem Körpertausch (so nenn ich mal euren Seelentausch) hatte ich schon verstanden, aber ich hab ja auch Lovekraft gelesen ;)

    Mach schnell weiter, das ist spannend.



    Re: Through her eyes...

    phoenyx - 09.12.2004, 17:55


    Ich finde es auch total spannend! Hoffentlich geht es dir bald besser, so dass du fleißig posten kannst (oh je bin ich egoistisch :eek: ).
    Ich schließ mich Benjamin an, denn dass sie beide Personen fühlt, finde ich wirklich ungewöhnlich und umso interessanter (naja, was ist an einem Seelentausch schon gewöhnlich).... Auf jeden FAll bin ich gespannt, wie sie es verarbeitet und was sich aus dieser Situation entwickelt.

    @Mona: Ja ja ja, immer auf die Kleinen



    Re: Through her eyes...

    PhiloFoX - 09.12.2004, 19:19


    Wieso? Des war ganz ernst gemeint! :knuddel:



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 09.12.2004, 23:31


    Warnung
    Es wird eine Vergewaltigung erwähnt
    edit von villevalle


    2.

    Ganz langsam versucht Anastasia aufzustehen. Vorsichtig schiebt sie erst ein Bein, dann das andere aus dem Krankenhausbett. Es ist immernoch tiefste Nacht. Ängstlich dreht sie sich zu dem Mann neben ihrem Bett um. Sie scheint nur Lucys schlechte Erinnerungen an ihn in ihrem Kopf gespeichert zu haben. Komisch, vielleicht gibt es ja gar keine Guten? Aber aus welchen Grund ist sie dann schon so lange mit ihm zusammen.
    `Reiß dich zusammen, Mädchen ohne Namen, du bist jetzt Lucy! Hätte noch schlimmer kommen können. Was wär denn gewesen, wenn du mit einem fetten Lastwagenfahrer zusammengestoßen wärst?´ Anastasia muss bei dem Gedanken grinsen, obwohl ihre Situation gar nicht zum Lachen ist und findet sich wahnsinnig tapfer. Andere hätten bestimmt einen Nervenzusammenbruch bekommen und den Rest ihres Lebens in der Psychatrie verbringen müssen.
    Als Anastasia den Arm heben will, bemerkt sie einen Widerstand.
    `Oh bitte, keine Kabel!´ Doch es sind welche. Jetzt nimmt sie auch das gleichmäßige Piepen der Herzmaschine wahr.
    „Lucy!“
    Anastasia erschreckt sich so sehr, dass sie vom Bett rutscht und somit unfreiwillig das Kabelgewirr mitreißt. Schmerzhaft fällt dabei auch eine Blutkanüle von ihrem Arm:
    „Aua! Verdammt!“ Das Piepen hört auf und wird zu einem einzigen nervenden Geräusch.
    „Oh Gott, geht es dir gut? Ich dachte wirklich du hättest mich bemerkt!“, beschämt kommt Ville ihr zu Hilfe. Faszniert von dem Anblick ihres Idols nimmt Anastasia seine Hand.
    In dem Moment wird die Tür aufgerissen und Henning rennt mit Tanja in das Zimmer. Verblüfft bleiben sie vor dem Pärchen stehen.
    Anastasia zuckt mit den Schultern:
    „Selber Schuld, wenn ihr mich immerwieder an diese nervende Kiste anschließt!“
    Henning lacht erleichtert auf:
    „Du hast ja recht, aber nachdem was gestern vorgefallen ist, hielten wir es für besser.“ er räuspert sich. Tanja stellt die Maschine aus.
    „Was ist denn vorgefallen?“, fragt Anastasia scheinbar ahnungslos und lässt sich von Ville hochziehen.
    „Lucille, ähm“, Henning winkt ihr nervös zu, „wer bin ich?“
    Sie lacht laut auf:
    „Das ist ein blödes Spiel, Onkelchen“, Anastasia hält Inne und senkt ihren Blick. Sie hat das Gefühl selbst im Geist nach dieser Nacht nicht mehr sie selber zu sein. In ihrem Kopf hämmert es unaufhörlich: `Vergiss das Gesicht nicht! Erinner dich an den jungen Mann! Vergiss ihn nicht!´ Immer und immer wieder der gleiche Satz. Immer wieder die gleiche Aussage. Tatsächlich scheint sie langsam alles andere zu vergessen. Selbst den Unfall sieht sie nicht mehr aus ihrer Sicht, sondern aus Lucilles. Ihr Atem geht heftiger. Sie hat das Gefühl sich selbst zu verlieren.
    „Ist alles in Ordnung?“, Tanja legt ihr die Hand auf die Stirn. „Fieber hat sie nicht.“
    „Es ist trotzdem besser, wenn sie noch etwas schläft!“, Henning mustert Anastasia besorgt von oben bis unten.
    „Ja, ist es. Ich hatte nur Kopfschmerzen“, sie geht in Richtung Toilette, „Ich muss nochmal...“
    Tanja geht ihr schnell nach.
    Ville tapst unruhig von einem Fuss auf den anderen:
    „Wird sie wieder?“
    Henning zieht die Strin in Falten:
    „Sie spielt uns was vor. Ich weiß nur noch nicht wohin das führt. Sie war schon immer eine gute Schauspielerin! Vor allem aber beunruhigt mich das, was sie vorhin meinte. Sie sei tot und dafür lebt das andere Mädchen in ihr...“, er schüttelt den Kopf und reibt sich über die Augen, „Die Drogen, Herr Valo, ich möchte wissen, ob sie wieder damit anfängt.“
    Ville wird hellhörig:
    „Geben sie ihr eigentlich etwas gegen den Entzug? Schmerzmittel, oder so?“
    Henning sieht auf:
    „Nein, ebend nicht! Keine Entzugserscheinungen. Es kommt mir manchmal wirklich so vor, als wäre jemand anderes in ihrem Körper. Oh je, Henning, du bist Mediziner, kein Hokuspokushampel!“
    „Ich denke...“, weiter kommt Ville nicht. Tanja führt Anastasia zurück zu ihrem Bett. Sie scheint plötzlich sehr wackelig auf den Beinen.
    „Aha, damit wäre das auch geklärt! Herr Valo, wenn es schlimmer wird rufen sie bitte sofort eine Schwester. Sie bleiben doch hier die Nacht, oder?“
    Ville nimmt Anastasia in Empfang:
    „Ja, sicher...“ Der Arzt und Tanja verlassen das Zimmer wieder und Ville setzt sich mit Anastasia auf das Bett. Sie ist erleichtert, dass wenigstens er da ist und sich und sich um sie kümmert. Eltern scheint Lucille ja nicht mehr zu haben.
    „Was...was wird schlimmer?“, Anastasia guckt Ville ängstlich an. Der nimmt sie in den Arm und ist froh darüber, dass sie nicht wieder verkabelt wurde.
    „Das weißt du doch selbst am Besten, Darling“, er sieht sie unsicher an, als wäre er sich da nicht so sicher.
    „Nein, weiß ich nicht! Sind es Drogen? Habe ich Drogen genommen?“, sein Blick sagt alles, „Was für welche?“
    „Sag mal Lucy, was ist los mit dir. Ich denke die Ärzte schließen eine vollkommene Amnesie aus!“
    „Ja, vollkommen! Das heißt ja nicht, dass ich nicht Das ein oder Andere vergessen haben kann! Vielleicht habe ich ja die schlimmen Dinge verdrängt...“
    Ville lacht kurz und verächtlich auf:
    „Pah, du hast doch gerne gekokst!“
    Anastasia dreht sich von ihm weg. Was mag wohl zwischen ihnen vorgefallen sein? So behandelt man doch niemanden, den man heiraten will:
    „Warum bist du so gemein zu mir?“
    „Also, wenn du das nicht weißt! So wie es in den Wald hineinschallt, so kommt es auch wieder heraus!“
    „Aha, es ist etwas hineinschallt...und was? Was hab ich getan?“
    Er reißt seine Augen auf:
    „Nein, oder? Du kannst dich wirklich nicht erinnern? Erzähl mir doch nichts! Erst gehst du mit einem sehr guten Freund fremd, dann machst du mit ihm auch noch eine Weltreise und wenn ich dann allein auf Tour einen Ausrutscher habe, fährst du gleich gegen einen Baum. Am Ende kann man natürlich alles schön dem blöden Rocker in die Schuhe schieben...passt perfekt in die „Bild“!“
    Anastasia springt auf:
    „Ach, und jetzt spielst du aber das Unschuldslamm! Ich hatte allen Grund fremd zu gehen, schließlich muss ich mir ja von meinem Freund nicht alles gefallen lassen, erst recht keine Vergewaltigung!“
    „Typisch, daran erinnerst du dich! Ach, fick dich doch!“
    Sie lässt sich auf den Boden sinken. Was soll das denn alles? Der Mann hat ihr doch effektiv gar nichts getan, oder? Das ist blöd, dieses „Im Körper deines Feindes“-Getue! Ihr kommt es langsam wirklich vor, als würde Lucille ihr größter Feind werden. Sie merkt, dass sie wieder mehr sie selber wird. Was würde sie in einer solchen Situation tuen? Sie selbst, auch wenn sie nicht weiß, wer sie ist. Das Mädchen, das zur falschen Zeit am falschen Ort war. Eins ist aber sicher. Ville Valo ist sicher nicht umsonst ihr Liebling gewesen. Anastasia bekommt schon wieder Kopfschmerzen. Sie grübelt zu viel. Hilflos streckt sie Ville die Arme entgegen:
    „Das alles tut mir sicher schrecklich leid, auch wenn ich mich nicht genau erinnern kann. Mir würde es jedenfalls leid tuen...“
    Ville zieht die rechte Augenbraue nach oben. Sie muss tatsächlich was am Kopf haben, eine Lucille Behrens entschuldigt sich nicht. Jedenfalls nicht so ehrlich und reuevoll. Er steht auf und setzt sich zu ihr auf den Boden. Vorsichtig zieht er sie an sich heran und nimmt sie in den Arm:
    "Geht es dir besser? Streck mal deine Hände vor!"
    Anastasia tut es und nur noch die Zeige-und Mittelfinger zittern leicht.
    "Du scheinst mich zu beruhigen..."
    Ville kommt in dieser Nacht aus dem Staunen kaum noch raus:
    "Das wäre ja was ganz Neues!"
    Sie lehnt ihren Kopf zur Seite und guckt ihn herausfordend an:
    "Kannst du mir vielleicht mal verraten, weswegen wir noch zusammen sind? Mein Freund konnte mich immer beruhigen...ich mein, normalerweise sollte Mann das doch können, oder?" Sie versucht ihren Versprecher herunterzuspielen.
    Ville tut so, als hätte er nichts bemerkt:
    "Tja, in Anbetracht der Tatsache, dass wir uns gegeseitig nur aufregen, ständig streiten und du vor nem Monat das Hochzeitskleid in der Spree versenkt hast und somit sehr anschaulich die Hochzeit hast platzen lassen...ja, die Frage ist berechtigt!" Er lacht und streichelt ihr über die Schultern, als er ihr verduztes Gesicht auf das Hochzeitskleid hin bemerkt.
    "Keine Sorge, du hast einen ausgesprochenen Faible dafür Brautkleider in der Spree zu versenken", er blickt zu Boden und spielt mit seinen ingernägeln, "das von mir war nicht das einzige!" Er strahlt sie jedoch sofort wieder an: "Ein Trost für mich war, dass du von der Hochzeitstorte, die du samt Marzipanbrautpaar allein aufgefuttert hattest, zwei Kilo zugenommen hast! Schön, dass du dich nicht mehr an die ganzen Sachen erinnern kannst...vielleicht wird der unfall ja sogar zu einem Neuanfang für uns..."
    "Das kann man nicht bestreiten...", Anastasia nästelt an ihrem Krankenhausnachthemd, "Sag mal, Ville, wen wollte ich denn noch heiraten?"



    *************************************************************

    Ja, ja, blöder Absatz...aber weiter bin ich noch nich und mein Kopf streikt grad...hoff es reicht bis morgen...?!
    :roll:



    Re: Through her eyes...

    PhiloFoX - 09.12.2004, 23:39


    Ich weiß gar nicht, was du willst! Ist doch toll! Besonders gefällt mir, dass du nicht Begriffe wie "grüne Augen" benutzt... ich kann mir das immer nicht verkneifen...



    Re: Through her eyes...

    TheNX - 09.12.2004, 23:50


    -



    Re: Through her eyes...

    Korppi - 10.12.2004, 12:34


    Ich steh grad ein bisschen unter Schock und weiß nicht so ganz, was ich dazu sagen soll.
    Ich hab mal eine Warnung drüber geschreiben, dass deine anderen Leser nicht auch einen mitkriegen.

    Bitte, Gigi, denk dran!



    Re: Through her eyes...

    PhiloFoX - 10.12.2004, 18:00


    Entschuldige, Ninalein, aber in dem Moment, wo du die Warnung hinschreibst, erwähnst du die V... ja auch. Und sie wird doch 'nur' erwähnt. Ist das nicht langsam ein bisschen krass streng? Kein böser Wille, ich wunder mich nur.



    Re: Through her eyes...

    Korppi - 10.12.2004, 18:04


    Dann rechent man aber damit, ich habs beim Lesen nicht und ich hab mich aufn Arsch gesetzt und hab den Rest nicht mehr wirklich kapiert :(
    Soll ich drüber schreiben, es wird ein unschönes Wort erwähnt? Ich find das so auch doof und vll reagier ich im Moment echt sehr überemotional, kann sein.
    Wenn dir was besseres einfällt, kannst du es gerne ändern.

    Ich fand auch übrigens den Komment von Ville sehr krass, von wegen, ach an nix kannste dich erinnern, aber daran.
    Hm, joa, das ist halt ne prägende Erfahrung.


    edit:
    Und nachdem ich mir das nun nochmal durchgelesen hab und auch bei der Sache war, muss ich sagen, doch sehr interessant, wie sie immer von der einen zur anderen Person wechselt Bin echt gespannt, wie es weitergeht und ob auffliegt, dass sie nicht sie ist. Naja, und was dann passiert.
    Also, wenn du wieder fit bist, schreib weiter.



    Re: Through her eyes...

    PhiloFoX - 10.12.2004, 18:24


    Der Kommentar war krass, das stimmt. Aber is ja nur ne Story... jaja, 'nur'. Vielleicht sollten wir einfach das gute alte Parental Advisory einführen... :D



    Re: Through her eyes...

    phoenyx - 10.12.2004, 20:40


    Ich finde die Fortsetzung krass aber gut.... Der perspektivwechsel ist wirklich klasse, obwohl ich mir frage, warum sie die Erinnerungen übernimmt. Hmmm Speicherung auf neuronaler Ebene? Was ist dann unsere Seele, wenn wir sie durch erinnerungen verdrängen können? Sorry, bin in einer miesen Stimmung...

    Schöne Fortsetzung, guet BEsserung, ich freue mich auf die entwicklung!



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 11.12.2004, 20:44


    Nina, ich dachte eine Warnung am Anfang reicht...kann ich nich ein fettes rotes Warnung in den Titel setzten, so im nachhinein....kommen sicher noch ein paar solcher Sachen...hmm, bin ich immer so, wenn ich schreibe, Mona? Eigentlich schon, ich sag nur weißes Kaninchen....

    Sorry...seid schon gewarnt, wenn ihr eine Story von mir nur seht...hmm, vielleicht sollte ich mal meinen Stil ändern?!



    Re: Through her eyes...

    Korppi - 11.12.2004, 20:45


    Nein, ist ok, ich rechne von nun an mit dem Schlimmsten, wenn ich weiterlese.



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 12.12.2004, 00:41


    Nein, großer Gott, ne Massenmörderin bin ich dann auch nicht.... :rolleyes:
    Ähm, weiß nicht, ob ich irgendetwas unschönes eingebaut habe....deswegen

    WARNUNG...................(hab dran gedacht Nina :lol: )

    ******************

    "Mich!"
    Anastasia und Ville fahren herum und sie erstarrt vor Schreck, als sie einen großen, schlanken Mann in altertümlichen Sachen durch das plötzlich offene Fenster steigen sieht. Elegant schwingt er sich in das Zimmer und landet lautlos auf dem Boden. Seine langen goldig glänzenden Haare fliegen für den Bruchteil einer Sekunde um sein alabasterfarbenes Gesicht und seine violett aufblitzenden Augen funkeln in Anastasias Richtung. Als sich ihre Blicke treffen beginnt der gleichmäßige Mund des Mannes kaum merklich zu zucken.
    Man hatte ihm schon berichtet, dass Lucy nicht mehr die gleiche wie zuvor ist, aber dass sie überhaupt nicht mehr sie selbst ist...Marek Silveau bemüht sich um ein gefasstes Aüßeres, was ihm sonst kaum Schwierigkeiten bereitet. Die Welt könnte untergehen und er würde immernoch makaber lachend mit ausgebreiteten Armen den Menschen bei ihrem Todeskampf zusehen. Doch das, was er in dem Krankenhauszimmer zu sehen bekommt ist etwas anderes. Etwas, womit selbst er nicht rechnen konnte. Marek wusste, dass Lucille den Unfall ohne großen Schaden zu nehmen überlebt, sonst hätte er ihn schon zu verhindern gewusst. So ein kleiner Denkzettel hätte ihr mal ganz gut getan. Das andere Mädchen hatte er jedoch erst bemerkt, als es schon zu spät war. Ein unglücklicher Zufall, der ihm so und so schon schwer fällt zu verkraften. Lucy muss es noch schwerer gefallen sein...und jetzt ist sie weg. Für immer aus seinem Leben verschwunden. Er ballt die Hände zu Fäusten.
    „Wer ist das?“, Anastasia verkriecht sich hinter Villes Rücken. Sie hat den Blick des Mannes sehr wohl bemerkt. Ein Blick, der nicht gerade auf Zufriedenheit schließen lässt.
    Ville schmunzelt. An ihm ist der stumme Kontakt der beiden unbemerkt vorbeigezogen:
    „Du kannst dich tatsächlich nicht an Marek Fabrice Silveau, und so weiter, erinnern, aber an mich. Ich bin fast gerührt!“
    Marek bewegt seinen Kopf scharf in Villes Richtung:
    „Ich glaube das ist nicht der richtige Zeitpunkt, um sich an einem Triumpf über meine Person zu erfreuen!“, zischt er.
    Daraufhin merkt sogar Ville, dass irgendetwas nicht stimmt. Kein übertriebenes „Bonjour, cherie“, keine ausschweifenden Vorstellungstriaden. Nicht typisch für Marek, der keinen Moment auslässt, in dem er im Mittelpunkt stehen kann. Stattdessen lässt er sich wieder auf dem Fensterbrett nieder und fragt etwas zu desinteressiert:
    „Und, wie geht es dir...Lucille?“
    Ville steht auf und geht vorsichtig auf Marek zu:
    „Was hast du denn? Hatte deine Zunge eine unangenehme Konfrontation mit den Eckzähnen?“, Ville stupst ihn an. Marek grunzt nur unfreundlich und springt dann plötzlich wieder auf:
    „Ich glaube, ich hatte dich etwas gefragt, Lucille!“ Seine Stimme klingt unheimlich ruhig.
    Anastasia, die sich inzwischen wieder unter ihrer Decke verkrochen hat gickt besorgt ihn besorgt an:
    „Mir geht es den Umständen entsprechend...gut“, stottert sie.
    „Fein“, zischt Marek, „dann kann ich ja beruhigt wieder gehen“, er wirft einen Strauß roter Rosen, den er unter seinm Mantel hervorgezogen hat, auf ihr Bett, „Ich hab dir noch Blumen mitgebracht!“ Er betont den Satz auf eine seltsame Art und Weise und verschwindet im selben Moment.
    „Was um alles in der Welt war das denn?“, schreit Ville ihm nach. Da fällt auch schon das Fenster vor seiner Nase zu und geht durch den heftigen Schwung zu bruch.
    Anastasia rutscht unruhig auf ihrem Bett hin und her.
    „Mach dir mal keine Sorgen, Sweetheart“, er eilt aus dem Zimmer, um eine Schwester aufzutreiben, die die Scherben wegfegt. Die Geschichte, wie das passieren konnte, ist nobelpreisverdächtig.
    Anastasia wird auf ein anderes Zimmer verlegt und bekommt ein Schlafmittel verpasst. Ville läuft grübelnd im Zimmer auf und ab.

    *

    „Sie ist weg!“, vollkommen aufgelöst rennt Dr. Bayer auf Henning zu.
    „Wer ist weg? Um Gottes Willen, Bayer, drücken sie sich deutlich aus!“
    „Die...die, ich weiß wirklich nicht, wie das passieren konnte. Ich habe schon überall nachgefragt. Sämtliche Bestattungshäuser und Friedhöfe der Stadt durchtelefoniert. Sie ist nirgends aufzufinden. Und keiner weiß von nichts! Das ist eine Katastrophe! Wenn es die Familie erfährt, oder gar die Presse!“
    Henning bekommt es langsam mit der Angst zu tuen:
    „Jetzt setzen sie sich erstmal“, er drückt Bayer auf einen Stuhl und bedeutet Tanja Tee zu bringen. Als zwei dampfende Tassen Kamillentee vor ihnen stehen fragt Henning erneut nach:
    „So, jetzt nochmal ganz ruhig. Wer ist weg und warum?“
    „Das ist es ja“, Bayer wird immer unruhiger, „Ich kann mir das warum nicht erklären. Als die Gerichtsmediziner die Leiche zur Obduktion aus dem Schrank nehmen wollten, war sie nicht mehr da. Spurlos verschwunden!“, er schüttelt verständnislos den Kopf.
    Henning spuckt fast seinen Tee über den gesamten Flur:
    „Sagen sie mir jetzt nicht, ich bitte sie eindringlich, sagen sie mir nicht, dass die Leiche von Anastasia........gestohlen wurde!“
    „Es tut mir leid, Niendorf, ich kann es mir nicht anders erklären...“

    **************

    Hey, Mona, ich hoffe, ich habe ihm nicht unrecht getan......



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 12.12.2004, 00:46


    Ach, hab ich ganz vergessen...
    Danke, danke für die vielen gute Besserungswünsche...mir gehts schonwieder perfekt...bin aber Mo. noch krank geschrieben....kann ja die Kidies :meeting: nich alle umhauen, wenn verdacht auf leichtes Pf. Drüsenfieber sich bestätigt.... :blume:



    Re: Through her eyes...

    Korppi - 12.12.2004, 01:17


    Das war ein Teil ohne Schrecken
    ich frag mich nur noch, warum ich was von finnischen Friedhöfen gelesen hab, aber das ist wohl doch ein anderes Thema
    *zu Michi schiel*
    *muhahahahahaha*

    Ok, btt, ole hyvä!



    Re: Through her eyes...

    PhiloFoX - 12.12.2004, 02:04


    Du... du...DU!!! Du hast gesagt, du könntest ihn nicht... und das... also...
    *lufthol* Geraldine Rebecka Rösel, das war in ein paar Absätzen der absolute quintessentielle Marek F. Silveau-Lisitzky, Marquis d'Effielles-Chambery et de L-wird nicht verraten. Ich verneige mich in Demut. Kein Witz. Ich bin hingerissen. Merci.
    Im Übrigen- es geht einfach nicht ohne ihn, was? Was glaubst du, wie ich bei meiner FF leide, weil er ja gerade weg und die Brücke und du weißt schon und na ja, jedenfalls muss ich noch laaaange auf ihn verzichten. Aber jetzt kann ich ihn ja wenigstens hier genießen. Und in unserer Co-FF. *g*
    Ach, bist du toll, Engelchen, ich bin ja sooo gespannt!



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 12.12.2004, 03:08


    *verneig* :blush: hmm, muss selber nochmal gucken, was ich da verzapft hab...mit sooo viel Begeisterung hab ich nun auch wieder nicht gerechnet...eigentlich hab ich gar nich damit gerechnet.. :gruebel:. Oh, danke, danke....!!!! :loldev:
    Aber RebeKKa...mit zwei k... :rolleyes:
    Ach so, willst nen :keks: ?



    Re: Through her eyes...

    phoenyx - 12.12.2004, 12:25


    Also die Faru muss ja was an sich haben.... die zwei Kerle, demnächst liegt ihr auch noch Jesse zu Füßen, na dann geht gar nichts mehr.
    Marek als Verursacher des Unfalls? WAS ist er denn jetzt, mir hatte seine arrogante Art bei MOna gefallen (hui das wird ganz schön anstrengend nicht die FFs zu verwechseln, erstmal war ih voll verwirrt, weil ich Marek als Bewunderer Villes kenne*mein Armer Kopf wird überfordert*), aber hier spielt er sich ja auf. Der Auftritt war denoch ganz schön dramatisch :ja:
    Ich bin mal gespannt, was mit Anastasia passiert, ich vermute MArek ist verwickelt



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 12.12.2004, 13:27


    @phoeynix
    Da hast du etwas falsch verstanden...Marek hat den Unfall bei weitem ict verursacht nur halt auch nicht verhindert, was er gekonnt hätte.
    Und das mit der Bewunderung...hmm, ja, da fehlen halt ein paar Infos, zwischen Monas FF und meiner, die sicher aneinander gereiht werden könnten, liegen etwa sechs oder sieben Jahre...



    Re: Through her eyes...

    PhiloFoX - 12.12.2004, 13:59


    Wir sagen nicht, was Marek ist! Marek ist Marek, das weißt du doch!*g*
    Nee, Gigi, kannst da natürlich machen, was de willst, aber das muss dann bei mir noch lang nicht genau so sein!
    Ähm, ja, man könnte sie aneinander reihen, wenn man Gia rausstriche, ich glaub nicht, dass sie bei dir noch auftaucht, gell? Würd mich wundern. Und dann ist ja da auch noch Giselle, aber ich plauder alles aus. So ein Mist.
    Marek kann doch keiner Fliege... na ja, jedenfalls verursacht er keine Autounfälle...
    Rebekka mit zwei k, das lern ich nie, sorry bitte, und, na ja, es haute mich halt um. Vielleicht, weil ich ihn noch nie 'von außen' betrachtet hatte und er dann genauso aussah, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Und weil du mit soviel understatement losgingst und dann sowas!



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 02.01.2005, 01:01


    +WARNUNG+

    Tja, hoffe meine Blockade überwunden zu haben...mehr schlecht als recht....verzwickte Situation!


    *


    Rasend schnell flitzt Mareks Corvette irgendwo auf Brandenburgs Landstraßen durch die Nacht. Auf dem Beifahrersitz rutscht eine hübsche schwarzhaarige Frau nervös hin und her. Den beiden folgt ein zweiter Wagen, in dem ein ebenso hübscher Mann hinter dem Lenkrad sitzt.
    „Marek, ich glaube nicht, dass das so eine gute Idee ist! Wirklich nicht…“, die Frau guckt immer wieder in den Rückspiegel, um ein aufmunterndes Lächeln ihres Freundes einzufangen.
    Marek richtet den Blick stur geradeaus und antwortet nicht. Es ist ihm egal, was richtig oder falsch ist. Alles ist egal. Er hätte nicht gedacht, dass er so sehr an seiner blonden „Gespielin“ hängt. Ihr Tod ist für ihn nicht akzeptabel. Marek wundert sich mal wieder selbst über seinen Egoismus. Was fällt ihr aber auch ein tot sein zu wollen?
    Einen Wagen weiter hinten macht sich jemand ganz andere Gedanken. Jyrki hat buchstäblich die Leiche im Kofferraum. Er fragt sich immer wieder, wieso er sich auf diesen unmoralischen Plan eingelassen hat. Es ist einfach nur unmenschlich. Was soll denn die Familie des armen Mädchens davon halten? Erst wird sie brutal in den Tod gerissen und dann entführen irgendwelche Spinner die Leiche.
    „Nein!“, Jyrki scheint plötzlich wieder klar denken zu können. Mareks Einfluss lässt nach. Er tritt scharf auf die Bremse und wendet, als wäre er ein Stuntman in einem Actionfilm. Mit 200 km/h düst er zurück in die Stadt.
    Als Marek bemerkt, dass der zweite Wagen nicht mehr da ist, ist es zu spät um ihn noch einzuholen. Shanna, die Frau neben ihm, bemerkt das entsetzt:
    „Marek, was ist los mit dir? Wieso hast du nichts gemerkt?“
    Wütend haut dieser auf sein Lenkrad. Tja, wieso nicht? Er war wie in Trance. Vollkommen abgelenkt. Das kann nur einer gewesen sein! Marek dämmert es langsam. Ruhig fährt er weiter seinem eigentlichen Ziel entgegen. Selbst Shannas fast hysterische Fragerei lässt ihn kalt.
    Eine Viertelstunde später kommt Marek an einem alten Dorffriedhof zum Stehen. Ohne auch nur ein Wort zu verlieren, steigt er aus dem Wagen und geht direkt auf ein Steinhaus zu, welches eine Familiengruft zu sein scheint. Schon von Weitem kann man den Kerzenschein erkennen, der das Häuschen erhellt. Shanna läuft ihm unsicher nach. Sie wird selten hysterisch oder ängstlich, aber in dem Moment bekommt sie doch eine Gänsehaut am ganzen Körper. Wenn doch bloß Jyrki da wäre. Ihren Gothrocker bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Auch kein halb amoklaufender Marek. Kann man das überhaupt so sagen? Er scheint die Ruhe selbst zu sein, aber gerade das ist in dieser Situation gerade das Erschreckende.
    Währenddessen hat Jyrki es irgendwie geschafft Anastasias Leichnam wieder in der Halle zu verstauen, oder zumindest so abzustellen, dass man ihn findet. Als er sich unbemerkt wieder aus dem Krankenhaus schleicht, hat er das dumpfe Gefühl, dass Marek nicht so leicht aufgeben wird. Sofort kommt ihm der Gedanke, dass Shanna noch bei ihm ist. Er traut Marek gerade alles zu. Gepackt von Angst und Grauen springt er in sein Auto und fährt viel zu schnell den Weg zurück.

    Mit einem energischen Stoß öffnet Marek die Tür der Gruft und erstarrt. Bewegungslos bleibt er an der stehen und guckt gebannt auf den steinernen Altar in der Mitte des Raumes.
    Als Shanna hinter ihn tritt, löst er sich aus seiner Erstarrung und macht ihr den Weg frei, indem er weiter in den Raum geht.
    „Oh, mein Gott“, stammelt sie beim Blick in die Raummitte. Dort liegt, gebettet auf Lilien und Rosen, der Körper eines wunderschönen Mädchens. Ihre dunkelroten Haare bilden einen grässlichen Kontrast zu der schneeweißen, toten Haut. Die Lippen sind jedoch noch erstaunlich rot, so als ob sie nur schlafen würde.
    Shanna wendet ihren Blick ab. Sie will gerade etwas sagen, als eine düstere Stimme durch die Gruft hallt:
    „Mon cher, ein Geschenk für dich“, ein gehässiges Lachen folgt, „Keine Sorge, sie ist, pardon, war eine von meinen Fans“, das letzte Wort klingt verächtlich.
    Mareks Kopf fährt herum und er blickt in die dunkle Ecke, aus der die Stimme zu kommen scheint:
    „Du, das hätte ich mir denken können!“, er klingt trocken und nicht so, als würde er sich über sein „Geschenk“ freuen.
    Eine männliche Gestalt tritt ins Licht und sieht auf den ersten Blick aus, wie Mareks Zwillingsbruder:
    „Sie wollte sterben. Bedauernswert, ich fand sie unter einer Brücke“, der Mann, der noch unnatürlicher aussieht als Marek, nimmt eine Lilie und fährt dem toten Mädchen damit über die Lippen: „Sollen Engelsscharren dich auf ihren Schwingen zu Grabe tragen!“, er lässt die Blume achtlos auf ihrem Gesicht liegen. In seiner Stimme schwingt Melancholie und Sarkasmus mit.
    Der blonde, unwirklich anmutende Mann wendet sich zum Gehen: „Viel Vergnügen!“, sagt er lakonisch zum Abschied und man kann noch von draußen sein hinterhältiges Lachen hören.
    „Das er sich aber auch überall einmischen muss!“, Marek lehnt sich resigniert an den Altar. Noch eine Leiche ist so ziemlich das letzte, was er gebrauchen kann. Langsam wird auch er wieder etwas vernünftiger. Alles wieder nur eine willkommene Abwechslung für sein Ebenbild. Eigentlich ist ja vielmehr er das Ebenbild. Er seufzt und verbirgt sein Gesicht in den Händen.
    Shanna, die sich wieder gefangen hat, geht auf das Mädchen zu und legt beide Hände auf den noch warmen Körper. Sachlich lässt sie sich alle Handlungsmöglichkeiten durch den Kopf gehen. Die Leiche kann auf keinen Fall in einem fremden Familiengrab aufgebahrt bleiben. Wieder ein unaufklärbarer Mord. Andererseits könnte sie auch einfach Lucy ins Leben zurückholen…Sie legt die Stirn in Falten und schließt die Augen. Ihre Hände verweilen auf dem Körper:
    „Sie ist freiwillig gestorben!“, stellt sie fest. Manchmal könnte sie sich für ihre außergewöhnliche Begabung verfluchen. Sie gerät dadurch nur immer wieder in solche Situationen und muss eine solche Entscheidung treffen.
    „Ich mache es, Marek!“
    Der dreht ihr ungläubig den Kopf zu: „Du musst das nicht…“, stammelt er. Marek fühlt sich schlecht, so schlecht, wie schon lange nicht mehr.
    „Ich weiß…“, Shanna nimmt ihren Beutel und stellt mehrere Utensilien auf. Nach kurzer Zeit schwebt ein Rosenduft in der Luft und sie bittet Marek das Grab zu verlassen.
    Draußen lässt er sich auf einer Bank nieder und führt Zwiegespräche mit seinem Gewissen, bis auch Jyri angerannt kommt und über die neue Situation aufgeklärt wird. Daraufhin spielt auch er in Gedanken „Wenn“ und „Aber“.



    Re: Through her eyes...

    PhiloFoX - 02.01.2005, 01:37


    Hossa, Mädel! Deine Fantasie will ich mal haben. Sehr geil. SEHR geil. Abgesehen davon, dass mir der Gedanke von Marek als derart respektlos gegenüber Toten irgendwie... na ja, er war aufgeregt. Und es ist deine Geschichte. Bin schon still. Gefällt mir jedenfalls. Ich hatte schon ganz vergessen, dass Shanna mit dem Jyrk... hihi.



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 05.01.2005, 22:19


    Jyrki scheint es wie eine halbe Ewigkeit, als die schwere Steintür der Gruft ein lautes Knarren von sich gibt und Shanna herauskommt. Sie sieht sehr müde und nicht gerade glücklich aus. Sofort springt Marek auf:
    „Was? Was ist passiert?“
    Shanna lässt sich neben Jyrki auf die Bank fallen:
    „Ich zweifle an meinem Verstand! Wie konnte ich mich nur auf diesen unmoralischen Scheiß einlassen?“, sie räuspert sich, „Entschuldigt, ich stehe etwas neben mir.“
    Marek, der aufgesprungen war, lässt sich wieder auf einem Grabstein nieder:
    „Es hat also nicht geklappt?“, er kann seine Enttäuschung kaum verbergen.
    Jyrki seufzt auf:
    „Der liebe Herr da oben lässt sich halt nunmal nicht gern dazwischenreden!“ Ihm ist es so deutlich lieber. Shanna merkt es und fragt sich zum hundersten Mal, ob sie das hätte zulassen dürfen.
    „Ihr versteht das falsch...“
    In dem Moment geht die Tür erneut auf und eine schlanke Gestalt tritt in das Mondlicht. Mareks Augen weiten sich. Der Schein des Vollmondes erhellt das Gesicht der Person und lässt es noch blasser aussehen. Fast schwarze Ränder zeichnen sich unter den dunklen Augen ab und die Lippen, die selbst im Tod rötlich schimmerten, sind nun bleich, aufgerissen und trotzdem liegt ein bitteres Lächeln auf ihnen. Das Mädchen, das noch vor einer Stunde leblos und nackt auf dem Altar gelegen hat, hat sich ihr weinrotes Leichentuch um den Körper gewickelt. Es sieht aus, als würde es aus ihren eigenen, mit weißen Lilien und Rosen geschmückten, Haaren bestehen. Sie guckt in den Nachthimmel und verfolgt mit wachen Augen eine Fledermaus, als gäbe es nichts anderes auf der Welt. Die drei weiteren Personen auf dem Friedhof scheint sie nicht zu registrieren.
    „Ich...ich weiß nicht, ob es Lucy ist. Das Mädchen spricht nicht und...ich zweifel stark daran, dass sie überhaupt etwas versteht...“, Shanna hat ihre kalkweißen zitternden Hände im Schoß gefaltet und sucht verzweifelt nach einem Punkt auf dem Boden, auf den sie sich konzentrieren kann. Jyrki sitzt wie erstarrt da. Er begreift nicht, was sie da eben gemeint hat und er will es ehrlich gesagt auch gar nicht wissen. Mit geballten Fäusten starrt er das rothaarige Mädchen an, das begonnen hat, wie eine Elfe um die Gräber zu tanzen, wobei sie weiterhin die Fledermaus zu verfolgen scheint.
    Marek ist mitten in einer Bewegung stehengeblieben und versucht Shannas Worte und deren Auswirkungen nachzuvollziehen. Als sich seine Muskeln zunehmend entspannt haben, dreht er sich in Shannas Richtung, verliert jedoch das Mädchen nicht aus den Augen:
    „Ich begreife nicht ganz“, er sucht nach Worten, die den Schrecken mildern könnten, „wir spielen Gott und beleben nicht einmal das richtige Mädchen wieder? Wo zum Teufel ist Lucy dann? Und wer ist das?“, er weist auf das tanzende unwirkliche Wesen, sich der Sache wohl bewusst, dass das nicht die richtigen „milden“ Worte waren.
    Shanna vergräbt ihr Gesicht in den Händen und springt dann wütend auf:
    „Verdammt, ich weiß es nicht! Vielleicht ist sie es sogar“, Tränen laufen der sonst so beherrschten Frau über die Wangen, „Es ist oberstes Gebot soetwas nie und nimmer zu machen und ich habe es getan! Denkst du denn, ich wusste, wie es abläuft? Wie verstört die erweckte Person ist? Und dann noch nicht einmal im eigenen Körper, drei Tage nach ihrem Tod!“, sie baut sich vor Marek auf, „Es ist etwas Schreckliches passiert als Lucy gestorben ist und die ganze Tragödie drum herum! Aber jetzt ist etwas noch Schrecklicheres geschehen und keiner von uns vermag zu wissen, was noch passieren wird! Wir hätten uns nie einmischen dürfen...“ Erschöpft lässt sich Shanna auf den Boden fallen. Jyrki springt zu ihr und umarmt sie.
    „Lucy hat sich doch schon vorher eingemischt! Dadurch ist es doch erst soweit gekommen!“, Marek ist am Ende seiner ohnehin schon flatternden Nerven und setzt sich, den Kopf in die Hände gestützt, auf die Friedhofsbank.
    Das Mädchen hat aufgehört zu tanzen und guckt in die Richtung der niedergeschmetterten Gruppe. Jegliche freudige Gelassenheit fällt von ihr ab und all ihre Glieder versteifen sich. In ihren Augen funkeln Zorn und Wut.
    Jyrki bemerkt die Stimmungsänderung und tippt Shanna erwartungsvoll an. Diese springt augenblicklich auf und geht auf das Mädchen zu. Wie ein zorniger Todesengel steht es auf einer leichten Anhöhe und feuert ihre Blicke ab.
    Shanna geht unbeirrt weiter und das blasse Mädchen weicht jeden Schritt mehr zurück.
    Marek und Jyrki verfolgen die Situation gespannt.
    „Du bist wütend“, Shanna spricht in einem ruhigen und sanften Tonfall, „ich weiß...“, sie schluckt schwerfällig.
    „Ja, bin ich! Was fällt euch ein? Wie kommt ihr dazu wegen mir gegen sämtliche Naturgesetzte zu verstoßen?“
    „Lucy, du hast ja recht, aber Marek, also wir...“, Shanna ringt nach Worten. Sie hatte ja wirklich recht. Ihre Handlung ist nicht zu rechtfertigen.
    „Marek, pah, was glaubst du, wer du bist? Jesus im Teufelskostüm? Lächerlich!“, Lucy beugt sich nach unten und nimmt eine Hand voll Erde. Wütend schleudert sie sie Marek, der hastig näher gekommen ist, entgegen:
    „Asche zu Asche und Staub zu Staub, nicht wahr?“ Sie bricht in Tränen aus und macht auf dem Absatz kerrt. Mit einer unmenschlichen Geschwindigkeit rennt sie auf Mareks Corvette zu, springt hinters Steuer und startet noch bevor die anderen überhaupt merken konnten, wie ihnen geschieht.
    „Die andere Seite der Medaille“, sagt Marek hustend und wischt sich manierlich den Dreck aus den Haaren. Er scheint seine alte hochmütige Persönlichkeit wiedergefunden zu haben und läuft amüsiert in die Famileingruft, in der die Leiche aufgebarrt war. Elegant pustet er die Kerzen aus:
    „Wie wollen ja nicht, dass ein Feuerchen ausbricht, nicht?“ Beschwingt, auf Grund der Tatsache, dass Lucy, bis auf ein paar unnatürliche Veränderungen, wieder die gleiche zu sein scheint, macht er sich auf den Weg zu Jyrkis Auto. Der Wagenbesitzer und Shanna laufen ihm schimpfend nach.

    3.

    Nach Mareks Besuch im Krankenhaus ist Anastasia sehr schweigsam geworden. Sie ißt nicht mehr und ihr geistiger Zustand verschlechtert sich stetig. Ville hat alle Konzerte für einen Monat im vorraus verschoben oder ganz ausfallen lassen. Die Ärzte vermuten, dass Anastasia über den Tod des „anderen“ Mädchens, das bei ihrem Unfall gestorben ist, in schwere Depressionen verfallen ist. Eine Woche später wird sie mit dem Auftrag zweimal die Woche zur Kontrolle ins Krankenhaus zu kommen entlassen.
    Mit Lucys Reisetasche in der linken und dem Visitenkärtchen einer Psychotherapeutin in der rechten Hand verlässt Ville mit Anastasia das Hospital. Linda und Linde stehen mit einem Mietwagen vor dem Eingang, um die beiden abzuholen. Linde hält einen großen Strauß rosa Lilien in der Hand und Linda eine xxl-Packung „Merci“. Und noch jemand steht etwas Abseits vom Tor an einen silberfarbenen Wagen gelehnt. Ville muss zweimal hingucken, bis er ihn erkennt. Ohne seine Corvette sieht man ihn sonst doch nie auf deutschen Straßen. Doch gleich darauf kommt ihm ein anderer Gedanke; wie wird er diesmal auf Lucy reagieren? Marek hatte sich seit dem Vorfall weder bei ihm, noch bei Lucy gemeldet und erst recht nicht entschuldigt. Als Anastasia hinter Ville hervorkommt, und somit auch in Mareks Blickfeld tritt, erschaudern beide ein wenig. Der schlanke blonde Mann fasst sich jedoch schnell wieder und läuft unbeirrt auf die Gruppe zu. Machtlos verfolgt Ville das Zusammentreffen und betet im Stillen, dass alles gut geht. Ihm ist zwar immernoch nicht klar, was Marek für ein Problem hat oder hatte, aber eine leise Vermutung schwirrt in seinem Kopf umher. Eine Vermutung, die unmöglich wahr sein kann.
    „Lucille, es freut mich zu sehen, dass es dir wieder besser geht!“, er zaubert einen bizarren Strauß aus seinem Mantel. Eine weiße Rose und eine weiße Lilien umgeben von ebenso weißen Nelken, drumherum ein bisschen Grünzeug. Anastasia nimmt das makabere Geschenk ohne mit der Wimper zu zucken entgegen. Eigentlich freut sie sich sogar darüber. Ihre eigentlichen Totenblumen hatte sie ja nicht zu Gesicht bekommen. Bei dem Gedanken, wie eine Familie, an die sie sich nicht erinnern kann und ein Mann, den sie so geliebt haben muss, um ihr Grab stehen und trauern, laufen ihr ein paar Tränen über die Wange. Von den anderen in ihrem Grüppchen wird das natürlich vollkommen fehlinterpretiert.
    „Gott, wie kannst du nur so grausam sein?“, entfährt es Linda, die eigentlich eine Todesangst vor diesem sarkastischen, unwirklichen Mann hat. Linde dagegen drückt Anastasia nur schnell seinen Strauß dazu, damit es nicht ganz so aussieht, als würde sie zu ihrem eigenen Grab gehen. Ihm fällt jedoch bald auf, dass rosa Lilien auch nicht besser sind. Warum muss Lucy aber auch auf diese Trauerblumen stehen? Ville starrt Marek einfach nur kopfschüttelnd an, der sich nun zu Anastasia herunterbeugt und ihr etwas ins Ohr flüstert. Sofort legt sich ein zartes Lächeln auf die blasse Gestalt Lucys und Marek verschwindet wieder, nicht ohne leicht die Hand zum Gruß gehoben zu haben.
    „Was hat er dir gesagt, Luce?“, Ville ist außer sich vor Wut über seinen besonderen Freund. Anastasia hebt nur leicht die Schultern und steigt auf den Rücksitz von Lindes Mietwagen. Linda setzt sich schweigend neben sie und Linde legt die Blumen auf die Hutablage. Grummelnd schwingt sich Ville auf den Beifahrersitz. Als Linde startet, trifft sich sein Blick kurz mit Lucys. Sofort bemerkt auch er, was Ville mit „scheint nicht mehr dieselbe zu sein“ meinte. Linda versucht ihrerseits Anastasia in ein Gespräch über gute alte Zeiten zu verwickeln, doch diese antwortet jedesmal nur mit:
    „Entschuldige, ich kann mich nicht erinnern.“ Seufzend gibt sie auf und bietet Anastasia ein Stück Schokolade aus der Pralinenpackung an.
    In Lucys Wohnung angekommen, verkriecht Anastasia sich sofort in das rießige Himmelbett, nachdem sie Mareks Blumen auf den Jugendstilnachtisch gestellt hat. Die anderen drei bleiben im Wohnzimmer zurück und Ville scheint sich daran zu erinnern, dass er Kettenraucher ist.
    „Ich dacht schon, du hättest im Krankenhaus damit aufgehört!“, Linda guckt unruhig im Zimmer herum.
    „Wovon träumst du denn?“
    Ville der dem Gespräch von den beiden nicht folgt denkt angestrengt nach. Was könnte Marek seiner Freundin gesagt haben, was sie in solch eine Stimmung versetzt hat? Davon mal ganz abgesehen, dass Lucy sich gar nicht an Marek erinnern kann.
    „Ich leg mich auch hin. Fühlt euch wie zu Hause! Im Gästezimmer müssten die Betten frisch bezogen sein. Lucy hält immer alles in Ordnung, falls mal unvorhergesehener Besuch kommt, welcher ja durchaus nicht selten hier ist“, Ville will zu Anastasia ins Schlafzimmer und kommt dabei an Toni vorbei:
    „Na, alter Kumpel“, der Papagei dreht sich vorsichtig in seine Richtung. Lucy glaubte immer, dass er blind ist und Ville ist der Meinung, dass sie damit auch recht hat.
    „Wo ist Lucy? Wo ist Lucy?“, krächzt Toni nur. Ville wundert sich, weiß nur nicht so recht worüber und setzt sich neben Anastasia auf das Bett. Als er seine Schuhe aufschnürrt, fällt es ihm wie Schuppen von den Augen. Toni hat immer erkannt, wenn Lucy nur die Wohnung betrat und hat immer laut angefangen zu krächzen. Und das schon, seit er hier wohnt. Wieso sollte der Papagei auf einmal nach ihr fragen, obwohl sie zu Hause ist? Ville guckt sich suchend um. Wo ist eigentlich die Eisprinzessin? Er steht wieder auf und läuft barfuss zurück ins Wohnzimmer. Linda und Linde sitzen aneinandergekuschelt vor dem Fernseher und gucken GZSZ. Das Linde sich immer noch den Mist reinzieht, den er zum Deutschlernen damals über Satelitt geguckt hat?
    „Habt ihr Icy gesehen?“
    Linda setzt sich auf und guckt in die Ecken:
    „Nee, jetzt wo du es sagst...“
    „Was, die Koatzen?“, Linde sächselt das Wort und winkt in die Richtung von Lindas kleiner Reisetasche, „Unsere is da, gell Würmchen?“ Die kleine Katze kommt schnurrend aus der Tasche gekrochen und springt auf Lindes Schoß. Linda hat sie damals von ihm geschenkt bekommen. Lang, lang ist´s her.
    „Mhm“, Ville gibt sich nicht zufrieden und findet schließlich einen pinken Zettel, auf dem in Lucys Handschrift „Icy bei Frau Wegner“ steht. Aha, bei der Nachbarin also.
    „Ich geh sie mal ebend holen!“
    Nachdem er sich zig Tausend Gute Besserungs-Wünsche für Lucy anhören musste, schließt er die Tür zur Wohnung wieder auf und lässt die silber-weiße Katze auf den Boden. Stolz stolziert sie direkt in die Küche und mauzt empört, als sie bemerkt, dass kein Futter da ist.
    „Blödes Vieh“, stöhnt Ville. Er mag Katzen nicht und schon gar nicht diese. Von Marek und genauso benimmt sie sich auch! Ville nimmt die blauäugige Katze wieder auf den Arm, nachdem er seine Schuhe wieder ausgezogen hatte und trägt sie zu Anastasia. Als er Icy neben sie legen will, faucht das Tier auf und springt an Ville vorbei aus dem Zimmer. Verblüfft bleibt er zurück und betrachtet sein schlafendes Sweetheart:
    „Das gibt es doch nicht...“



    Re: Through her eyes...

    PhiloFoX - 05.01.2005, 22:32


    Nicht doch die Corvette...
    Schön sonst, außer das es bayrisch ist, die Koatze.



    Re: Through her eyes...

    Lazerangel - 06.01.2005, 11:32


    Mona mal wieder zustimm. Sächsich wärs 'ne Gadze. *rofl*

    Marek ohne Korvette... Das is nich gut. :ne:
    Und Jyrki mit Gewissensbissen, also nein. *lach*
    Aber obwohl alles ziemich verwirrend ist, konnt ich es ohne Probleme nachvollziehen.
    Mich würd nur mal interessieren, wie das alles endet.
    Erinnert sie sich an ihren Freund und kehrt zu ihm zurück?
    Das wäre doch mal ein gutes Ende, aber ich schätze so einfach wirds nicht, gell.
    Wann kommt der nächste Teil?



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 06.01.2005, 21:38


    Der nächste Teil, och keine Ahnung...wenn ich mal wieder Lust hab...
    Wie´s endet...tja...mal sehen ;D



    Re: Through her eyes...

    Korppi - 07.01.2005, 22:09


    Ich bin auch ganz stark für ne Fortsetzung.
    Auch wenn ich erst nun zum nachlesen gekommen bin. Sry.

    Ist leicht verwirrend, aber irgendwie verständlich. Ich bin scheinbar schon selber wirr.
    Naja.

    Ich warte......



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 29.01.2005, 00:34


    Hab keine ahnung, ob das diesmal nen sinn ergibt...
    ____________________________
    *

    „Aber was mich am Meisten nervt ist, dass mein Auto weg ist und mit ihm meine Kreditkarte...!“, Marek verschränkt seine Arme.
    Shanna und Jyrki kugeln sich halb vor Lachen. Sie haben beschlossen ihren Urlaub bei Marek in Berlin zu verbringen und sind nur nochmal zwecks Gebäck und gebührender Abmeldung kurz nach Helsinki gereist. Shanna überschlägt ihre schlanken Beine, die in hautengen Lederhosen stecken und wirft belustigt ihre langen Haare über die Schultern. Eigentlich unterscheidet sie nur das Geschlecht von Jyrki, der es ihr fast synchron gleich tut. Marek beobachtet die zwei eine Weile und erhebt sich dann aus seinem schwarzen Sessel:
    „Schön, dass ihr euch so köstlich amüsiert, aber wir müssen sie finden. Und zwar bald! Meine Vermutung, sie würde von selbst hier auftauchen, hat sich ja wohl nicht bestätigt!“
    Jyrki greift nach der Fernbedienung und schaltet die Pro7- Nachrichten ein:
    „Mal sehen, vielleicht ist sie ja unterdessen schon irgendwie aufgefallen. Positiv oder negativ.“
    Shanna nickt:
    „Tja, dafür hat sie ja eine Begabung!“
    Die drei mussten tatsächlich nicht lange auf Erfolg warten:
    „Heute morgen um 9 Uhr, hat sich eine unbekannte, junge Frau auf spektakuläre Art und Weise Zutritt zu einer Suit im berliner Nobelhotel „Estrel“ verschafft. Sie ist über den Aufzug der Fensterwischkolonne durch ein Fenster eingestiegen, dabei jedoch abgerutscht und konnte nur noch durch die schnelle Reaktion der Bewohner gerettet werden. Nach Aussage der Hotelleitung handelt es sich um die Suit der finnischen Rockband, HIM, die momentan in Berlin gastiert und dort mehrere Interviewtermine abwickelt. Die Band ist erst vor Kurzen in der Presse gewesen, da sie aus privaten Gründen eine ganze Europatour auf unbestimmte Zeit verschieben musste. Tja, die Rocker haben anscheinend doch noch die verrücktesten Fans! Und damit geben ich weiter an...“
    Marek klappt mit dem rechten Zeigefinger die Münder seiner zwei Besucher zu und seufzt.
    „Das kann gar nicht sein! Linde und Ville sind bei Lucy, ich mein, bei Lucys Körper...“, Jyrki wird von Shanna unterbrochen:
    „Anastasia heißt das Mädchen!“
    „Ja doch, jedenfalls sind sie da und die anderen drei machen ungewollten Urlaub in Helsinki. Dacht ich jedenfalls...“
    Marek zuckt mit den Schultern:
    „Dann sind sie jetzt wohl hier, um die deutschen Fans zu vertrösten...“
    „Hmm, sieht ganz so aus, fragt sich bloß, was Lucy da wollte!“, Jyrki kratzt sich am Kinn.
    „Na, was wohl, Ville!“
    „Klar, der ist doch bei Lucy, ich mein Anastasia...scheiß verwirrend, außerdem kauft uns das eh keiner ab!“
    „Mann, Jyrki, dass weiß sie doch nicht!“
    Marek hat dem Gespräch kaum zugehört und steht endschlossen auf:
    „Ich denk, wir müssen sie erwischen, bevor es Ville erwischt...Herzanfall, oder so!“

    *

    Ein paar Stunden früher am Tag sitzt die arme Lucy immer noch in der HIM-Suit, in der jedoch nur Janne und Migé wohnen. Gas nutzt die Pause, um eine starke Grippe auszukurieren und ist deswegen noch in Finnland. Die zwei Männer haben sie auf einen Stuhl gesetzt und ins Kreuzverhör genommen:
    „Hör mal, Mädchen, du kannst hier nich einfach reinkommen, wie es dir gefällt. Sei froh, dass wir nicht den Sicherheitsdienst gerufen haben!“, Migé mustert das Fräulein skeptisch, „Was willst du eigentlich hier?“
    „Hab ich doch schon tausendmal gesagt! Zu Ville!“, Lucy guckt ihn seufzend an. Sie waren noch nie die besten Freunde.
    „Der ist nicht hier, auch schon zum tausendsten Mal, außerdem hat er grad wohl kaum Zeit für hysterische Fans!“, Janne reibt sich die Schläfen. Er hat keine Lust mehr auf dieses unnütze Gespräch. Außerdem müssen sie in einer Viertelstunde zu einem Interview.
    „Sagt mir, wo er ist, und ich verzieh mich!“
    „Das hättest du wohl gern!“, Migé prustet. So ein dreistes Miststück. Kommt nich am Portier vorbei, also steigt sie mal kurzer Hand durchs Fenster ein. Die einzige, die sich das ohne mit der Wimper zu zucken erlaubt hätte ist Lucy. Das schräge Biest, zu dem er irgendwie keinen Draht findet. Trotzdem ist er froh, dass es der Verlobten seines besten Freundes wieder gut geht.
    Das rothaarige Mädchen vor ihm starrt gebannt in seine Augen, als würde sie seine Gedanken lesen:
    „Guck mich nicht so an! Wie heißt du überhaupt? Damit ich weiß, wen ich später anzeige!“
    „Mensch, bist du humorlos!“, Lucy steht auf und schwingt die ellenlangen, jeansbepackten Beine ihres neunen, wie sie findet, recht passablen Körpers, an Migé vorbei. Sie kramt ein Kaugummi aus ihrer schwarzen Lackbauchtasche und steckt ihn langsam in den Mund:
    „Jolina, ich heiße Jolina!“, Lucy schluckt. Sie hatte in der Nähe des alten Friedhofs eine schwarze Tasche gefunden, die dem Mädchen, in dessen Körper sie steckt gehörte. Auf dem Ausweiß stand Lucie Jolina Hegendorf. Welch Ironie...Sie hält es für unangebracht den ersten Namen des Mädchens zu benutzen. Auch ein Schlüssel zu der Wohnung von Lucie war in der Tasche. Dort hat sie etwas zum Anziehen gefunden und zu ihrem Glück festgestellt, dass sie allein lebt.
    Noch bevor Migé oder Janne sie halten können, ist Lucy auch schon aus der Suit gestürmt und fährt in ihrem neuen, blutroten Porsche, sponsert by einem von Mareks vorgefertigten Schecks, die er immer im Handschuhfach aufbewahrt, in die Richtung ihrer Wohnung, in der sie Ville vermutet. Mareks Wagen hat sie dezent vor seinem Haus abgestellt.

    Als dieser mit seinem anderen Auto durch das Gartentor seiner Vorstadtvilla rast, fallen ihm beinahe die Augen aus dem Kopf:
    „Mein Auto!“, ruft er begeistert aus und legt eine Vollbremsung hin, die Shanna und Jyrki gegen die Vordersitze prallen lässt.
    „Ich glaube mich zu erinnern, dass ich was von anschnallen erwähnt habe!“, Marek springt aus dem Mercendes und schwingt sich hinter das Steuer seiner guten, alten Corvette, begeistert darüber, dass Lucy anscheinend im Jenseits richtig fahren gelernt hat.
    „Alles noch ganz!“, ruft er Shanna und Jyrki zu, die sich zusammen auf den Beifahrersitz quetschen, da der Wagen leider nur ein Zweisitzer ist.
    „Ich fand den anderen besser!“, beschwert sich Jyrki und wird von einem Blitzstart in den Sitz gedrückt. Shanna verdreht nur genervt die Augen.

    Lucy stellt ihren Wagen in eine Nebenstraße und läuft den restlichen Weg zu ihrer alten Wohnung. Ein Glück, dass Ville nie ganz durch ihren rießigen Freundeskreis gestiegen ist. Sie wird sich einfach als gute Freundin Lucys ausgeben. Das Mädchen, das nun in ihrem Körper ist, wird sicher mitspielen. Sie wäre ansonsten auch schön blöd. Alles wird gut...Lucy zückt Jolinas Handy und ruft Marek an. Sie hat im Gegensatzt zu Anastasia nicht einmal die Telefonnummer ihres Friseurs vergessen.
    Marek hebt verwundert ab. Ihm fehlt jegliche geistige Verbindung zu Lucy und wundert sich über die unbekannte Nummer auf seinem Display:
    „Silveau?“
    „Kein Wort zu Ville und halt dich aus allem raus. Endgültig! Ich regel das alleine! Also untersteh dich, sonst bekommen wir ein Problem!“
    „Aber...“ da hat sie schon aufgelegt. Marek schluckt. Er lässt sich sonst nicht so leicht abwimmeln aber diesmal wendet er seinen Wagen und fährt, unter den verwunderten Blicken von Jyrki und Shanna, zurück. Einmal hat er sie schon verloren, ein zweites Mal würde er nicht so ohne weiteres verkraften.
    Lucy verstaut das Handy wieder in ihrer Jeansjacke und atmet tief durch als sie auf den Knopf drückt, auf dem, in verschnörkelten Lettern, „Behrens“ steht. Eine tiefe Stimme dröhnt ihr aus der Freisprechanlage entgegen:
    „Hallo?“, Ville wundert sich über den unerwarteten Besuch.
    „Hi, hier ist Jolina! Ich wollte mal verbeischauen, wie es Lucy geht!“
    „Jolina? Ich glaub, wir kennen uns noch nicht. Komm hoch!“
    Der Summer geht und Lucy drückt die schwere Wohnhaustür auf. Dann steigt sie auf ihren klappernden roten Ballerinas die Treppe hinauf. Im Treppenhaus ist es angenehm kühl und schattig. Sie atmet den vertrauten Geruch ein. Kaum ist sie in dem Stockwerk angelangt, in dem ihre Wohnung liegt, schießt ihr auch schon Icy entgegen und reibt sich an ihrem Bein.
    „Hmm, die Katze scheint dich zu mögen!“, Ville streckt ihr freundlich die Hand zum Gruß hin. Am Liebsten würde sie ihm um den Hals fallen.
    „Ja, sie kennt mich ja auch schon eine Weile. Hat Lucy mich denn nie erwähnt?“ In dem Moment fällt ihr auf, dass sie gar keine Blumen oder sonstiges dabei hat.
    Ville lacht auf:
    „Nimm es nicht persönlich, aber nicht das ich wüsste!“, ihm ist die hübsche Rothaarige mit den dunklen, blauen Augen sofort sympathisch, „Luce, Jolina ist da!“
    Anastasia, die gerade im Bad vor dem großen Spiegel steht, dreht nervös die blonden Haare ein. Sie hat geduscht und sich noch nicht angezogen. Schnell wirft sie einen Bademantel über:
    „Ich, ich bin noch nicht fertig!“
    Lucy muss grinsen:
    „Nichts, was ich nich schonmal gesehen habe, Lucille-Darling!“, ruft sie in die Richtung des Badezimmers und liebt es ihren Wissensvorteil auszuspielen. Sie bemerkt die unsichere Stimmlage des Mädchens. So würde eine Lucille Behrens selbst mit verlorenem Gedächtnis kaum sprechen. Jedenfalls würde sie nicht stottern. Ist Ville das noch nicht aufgefallen?
    Linde und Linda kommen aus dem Gästezimmer:
    „Hi“, sagen sie im Chor.
    „Hallo, ihr seit unverkennbar Linda und Linde!“, sie gibt den beiden die Hand, „Ich bin Jolina, eine alte Schulfreundin. Wir kennen uns schon fast unser ganzes Leben, nicht Lucy? Haben uns nur leider durch dich“, sie knufft Ville etwas zu vertraut in die Seite, „aus den Augen verloren. Nichts für ungut!“
    Anastasia, die in dem Moment durch die Badezimmertür kommt, bleibt für den Hauch einer Sekunde wie erstarrt stehen. Sie erkennt ihr gegenüber sofort, fängt sich aber recht schnell. Wie zum Teufel, hat sie es wieder auf die Erde zurück geschafft. Anastasia ist beeindruckt. Ohne auf ihre spärliche Kleidung zu achten umarmt sie Lucy. Wie hatte Ville gesagt, heißt sie?
    „Jolina! Freut mich, dass du es doch noch geschafft hast mich zu besuchen!“
    Lucy ist begeistert von der schnellen Reaktion ihrer Austauschseele:
    „Ja, du weißt doch, meine Zeit ist immer recht knapp bemessen...“, entschuldigend hebt sie die Arme, „Deswegen hab ich sogar die angebrachten Blumen vergessen!“



    Re: Through her eyes...

    PhiloFoX - 29.01.2005, 14:41


    Hach, super! Das ist so schön. Bis darauf, dass die Wendung "oder so" glaub ich nicht in Maszekchens Wortschatz auftaucht... aber für den Satz:
    Zitat: „Ich glaube mich zu erinnern, dass ich was von anschnallen erwähnt habe!“,

    ist das verziehen. Hoffe, du hast meine Mail gekriegt und bist nicht etwa sauer auf mich?



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 29.01.2005, 14:59


    Deine Mail? Mit dem werten Herrn als Pic...jep...warum denn sauer...hab doch mom. kein netz und bin seit gestern beim Chris...



    Re: Through her eyes...

    phoenyx - 31.01.2005, 18:32


    Schön, aber sehr verwirrend. HAt eine Weile gedauert, bis ich wieder den Einstieg gefunden habe. Zwischendurch schien mir der CHarakter seine eigenen Namen zu verwechseln. Zumindest habe ich irgendwie die erklärung von Lucy, die in einem anderen Körper lebt und ihren eigenen zweiten Namen benutzt, nicht verstanden. Sie sagte doch, dass sie es der "Körperbesitzerin" respektlos gegenüber empfinde den ersten NAmen zu benutzen, aber es ist doch ihr eigener Name, oder??? Ach herrje ich hoffe ich stifte hier keine Verwirrung. Auf jeden FAll: schön



    Re: Through her eyes...

    Kaipun - 04.02.2005, 17:24


    So jetzt kann ich auch wieder was schreiben! ich finds gut, musste auch erst wieder reinkommen aber das hat geklappt! Weiter so ich freu mich schon auf ne Fortsetztung!



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 05.02.2005, 23:34


    hmm, die tote, in dessen körper lucy ist hieß lucie jolina...sie muss ja auf grund des personalausweißes der toteneinen namen übernehmen, um sich identifizieren zu können. sie hat jolina genommen, da lucie so ähnlich ist wie ihr eigener, was sie geschmacklos fand...warum auch immer...
    alle klarheiten beseitigt????



    Re: Through her eyes...

    phoenyx - 06.02.2005, 15:14


    Soooo ok. ich hab es total verpeilt.
    Der Körper für Lucilles Geist ist jetzt von jmd. völlig anderem?
    Schreibst du die Geschichte weiter?



    Re: Through her eyes...

    Korppi - 09.02.2005, 11:00


    So, ich melde mich auch mal wieder.
    Ich muss allerdings gestehen, dass ich noch nicht weiter gelesen habe.
    Aber: Ich habe mir nun alles ausgedruckt und werde morgen im Zug lesen, da hab ich dann ja Zeit!



    Re: Through her eyes...

    Lazerangel - 09.02.2005, 11:57


    Interesannte Wendung.
    Ich bin nur mal gespannt, wie sich das alles noch entwickelt.
    Und für wen wird sich Ville wohl am ende entscheiden?

    Marek hat ja nun seine Corvette auch wieder. :D
    Und Jyrki darfst du noch öfters an den Vordersitz knallen. :lol:

    Schreib bitte weiter.
    Wir warten...
    UNGEDULDIG!!
    :lach:



    Re: Through her eyes...

    Korppi - 15.02.2005, 14:21


    Von mir aus kann es auch ganz schnell weitergehen. Ich habe endlich aufgelesen!
    Die Situation wird ja immer verzwickter. Wann kommt Ville denn endlich dahinter, wer da wer ist?


    Ich muss übrigens gestehen, dass ich in meiner Vorstellung nicht DEN Ville vor Augen habe, sondern irgendeinen Ville. Das liegt bestimmt daran, dass ich in letzter Zeit so viele Nicht-FFs gelesen habe. Aber das hintert mich nicht am Weiterlesen, mach dir darüber mal keinen Kopf.



    Re: Through her eyes...

    Muffine - 15.02.2005, 23:38


    Na ja, hast ja recht...ging mir auch alles weniger um den Ville, sondern um meine Version von ihm...
    Na ja, im Übrigen hab ich mich ehrlich gesagt ganz schön verfranzt und komm kaum weiter...sollte eigentlich alles ganz anders werden...na mal sehen..



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