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Re: Imam Abu Hanifa
Minnat Allah - 08.12.2004, 14:07Imam Abu Hanifa
Es Selamün Aleyküm,
beim durchstöbern der IZ bin auf einen Artikel über Imam Abu Hanifa gestoßen! Ist vom 14.03.2003, nachzulesen:
http://www.islamische-zeitung.de/wirtschaft/index.html
Hintergrund: Ein Lehrer aus Kufa - Imam Abu Hanifa
Biografische Notizen zu dem Begründer der heute größten Rechtsschule
Imam Abu Hanifa ist allgemein bekannt durch seine Kunja Abu Hanifa und wurde als Nu’man ibn Thabit in der Stadt Kufa im Jahre 80 A.H. geboren. Seine Vorfahren waren persische Händler und zu ihnen konnte er auch den Prophetengefährten Salman al-Farsi, möge Allah mit ihm zufrieden sein, zählen. Imam Abu Hanifas Vater, Thabit, traf in Kufa den Khalifen ‘Ali Ibn Abi Talib, möge Allah mit ihm zufrieden sein, der ein Du’a für ihn und seine Nachkommen machte. Einige sind der Meinung, dass Abu Hanifa das Ergebnis dieses Bittgebetes war.
Abu Hanifa An-Nu’man ibn Thabit at-Taima wurde von Abu Dawud als „Imam“ bezeichnet und von Ibn Hadschar als „Imam derjenigen, die den Himmel erreicht haben“. Seine Schule hat sehr viele Anhänger unter den vier Schulen der Ahl as-Sunna. Er war zeitlich betrachtet einer ersten unter den großen Imamen und unter ihnen der einzige Nachfolger (Tabi’i), da er mit eigenen Augen die Gefährten des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, Anas ibn Malik, ‘Abdallah ibn Abi Aufa, Sahl ibn Sa’d as-Sa’idi, Abu at-Tufail und ‘Amir ibn Wathila, möge Allah mit ihnen allen zufrieden sein, gesehen hatte. Ein Hadith von al-Bukhari und Muslim besagt, dass Abu Huraira vom Propheten überlieferte: „Sollte sich der Din in den Plejaden [ein Sternbild] befinden, selbst dann würde ihn jemand aus Persien ergreifen oder einer seiner persischen Nachkommen würde ihn finden.“ Imam as-Sujuti, ein Gelehrter aus der Schule von asch-Schafi’i bemerkte: „Es wurde einheitlich überliefert, dass sich dieses Hadith auf Abu Hanifa bezieht.“ Kufa war zur Zeit der Geburt von Abu Hanifa ein Zentrum des Wissens und der Gelehrsamkeit, da viele Gefährten des Propheten dort ihren Wohnsitz genommen hatten. Wegen der Anwesenheit dieser geehrten und respektierten Leute wurde praktisch jedes Haus in Kufa zu einem Zentrum ihrer Schüler und deren Wissenschaften. Außerdem war Kufa die Stadt, die der vierte Khalif im Islam, ‘Ali ibn Abi Talib, möge Allah mit ihm zufrieden sein, zu seiner Hauptstadt erwählt hat.
Zuerst war Abu Hanifa kein Schüler der Wissenschaften. Während er unbeabsichtigt eines Tages vor dem Haus von Scha’bi (einem der bekannten, großen Gelehrten aus der Generation der Nachfolger) vorbei ging, wurde er von dem Gelehrten angesprochen, der ihn mit einem seiner Schüler verwechselt hatte. Scha’bi sprach ihn mit den Worten an: „Wo geht du hin, junger Mann?“ Abu Hanifa nannte ihm den Namen eines Händlers, den er besuchen wollte. „Was ich wissen wollte, war der Name des Lehrers, dessen Klasse du besuchst?“, fragte der bekannte Lehrer „Keine“, antwortete Abu Hanifa bedauernd. „Ich sehe Zeichen von Intelligenz in dir, du solltest in der Gemeinschaft von gelehrten Männern sitzen“, riet ihm Scha’bi. Nach dieser Begegnung begann der junge Imam seine Suche nach Wissen, die ihn zu vielen Leuten führen sollte. Zu den Schujukh von Abu Hanifa gehörte auch Hammad ibn Sulaiman, dessen Kreis er sich im Alter von 22 Jahren anschloss, nachdem er bereits ein bekannter Redner geworden war. Er studierte unter diesem Schaikh und übernahm dessen Studienkreis [Madschlis] im Alter von vierzig Jahren. Das Verlangen nach Wissen brachte den Imam unausweichlich nach Mekka, als dies ein umtriebiges Zentrum des Lernens war. Dort hatte eine Anzahl von anerkannten Meistern der Überlieferungen, die selber bei Gefährten des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, gelernt hatten, eigene Schulen eingerichtet. Zu diesen gehörte ‘Ata ibn Rabah. ‘Ata war ein bekannter Nachfolger (Tabi’i), der mit vielen Gefährten zusammensaß und dadurch eine Autorität in Mekka war. Er selbst hatte gesagt, dass er mit zweihundert der Gefährten des Gesandten Allahs zusammen gesessen hatte und von ihrem Wissen nahm. Ein anderer Gelehrter, dessen Klassen Imam Abu Hanifa besuchte, war ‘Ikrimah. Dieser war Sklave und Schüler von ‘Abdallah ibn ‘Abbas, der ihn mit großer Vorsicht und Aufmerksamkeit ausbildete, was ‘Ikrimah so kompetent machte, dass er während seiner eigener Lebenszeit Abu Hanifa die Autorität gab, um persönliche Urteile zu fällen. Ibn ‘Abd al-Barr überlieferte in seinem Buch „Al-Intiqa’“: „‘Abdallah ibn Ahmad ad-Dauraqi berichtete: ‚Ibn Ma’inn wurde in meiner Gegenwart nach Abu Hanifa befragt und antwortete darauf: „Er ist vertrauenswürdig (Thiqatun). Ich habe von niemandem gehört, der stärker war als er.“‘ Außerdem fragte ihn Shu’ba (um Überlieferungen) und wies ihn an, Hadithe zu übermitteln.“ Abu Hanifa war einer der ersten im Islam, der die Schriften des Fiqh [islamisches Recht] im Ganzen mit Kapiteln versehen und geordnet hat; angefangen mit der rituellen Reinheit [Tahara] und Gebet [as-Salah].
Alle nachfolgenden Imame - Imam Malik, Imam asch-Schafi’i, Abu Dawud, Bukhari, Muslim, Tirmidhi und andere - folgten ihm darin. Sie alle stehen in gewissem Sinne auch in seiner Schuld und ihm wird ein Anteil an ihrer Belohnung zuteil, da er den Weg für sie geebnet hatte. Dies entspricht dem Hadith des Gesandten Allahs: „Derjenige, der im Islam mit etwas Gutem als Erster beginnt, hat seine Belohnung und die Belohnung derjenigen, die dies bis zum Jüngsten Gericht praktizieren, ohne das deren Belohnung nur im Geringsten verringert werden würde. Derjenige, der etwas Schlechtes im Islam beginnt, wird seine Strafe erhalten und die Strafe all derer, die damit bis zum Tage des Jüngsten Gerichts fortfahren, ohne dass am Tage des Jüngsten Gerichts ihre Strafe nur um das Geringste verkürzt werden wird.“ Asch-Schafi’i sagte über seinen zweiten Lehrer Imam Abu Hanifa: „Die Leute sind alle Kinder von Abu Hanifa im Fiqh, von Ibn Ishaq in Geschichte, von Malik in den Ahadith und von Muqatil im Tafsir.“ Al-Hafiz al-Kabir Abu Bakr Ahmad al-Harizmi schrieb in seinem Buch „Musnad“: „Saif al-Aimma berichtete, dass Imam Abu Hanifa, wenn er eine Angelegenheit aus dem Qur’an und den Hadith ableitete, er seine Antwort so lange nicht gab, bis er sie [seine Schüler] nicht alle zu der Sache befragt hatte. Wenn er in der Moschee von Kufa unterrichtete, nahmen bis zu tausend seiner Schüler daran teil. Wenn er eine Antwort fand, pflegte er sie seinen Studenten zu geben, damit sie diese studieren konnten. Wenn sie diese in Übereinstimmung mit dem Qur’an, den Hadithen und den Worten der Gefährten (des Propheten) fanden, dann sagte er: ‚Al-Hamdu li’Llah wa’Llahu akbar’ (Gelobt sein Allah und Allah ist größer) und die Anwesenden wiederholten seine Worte. Dann wies er sie an, diese Entscheidung aufzuschreiben.“ Al-Khatib überlieferte von Abu Hanifas Schüler Abu Nu’aim, dass dieser gesagte habe: „Muslime sollten Allah für Abu Hanifa in ihren Gebeten anflehen, denn die Sunnan und das Recht wurde für sie durch ihn bewahrt.“ Adh-Dhahabi, der über das Leben der anderen drei großen Imame jeweils ein Kapitel schrieb, sagte: „Die Begebenheiten aus den Leben von Abu Hanifa benötigen zwei Kapitel.“ Dessen Sohn Hammad rief anläßlich der Vorbereitungen für die Beerdigung seines Vaters aus: „Möge Allah dir gnädig sein! Du hast alle, die dir nachfolgen wollten, erschöpft.“ Ibrahim ibn Rustum al-Marwazi sagte: „Vier Imame rezitierten den Qur’an in einem einzelnen Rak’a: ‘Uthman ibn ‘Affan, Tamim ad-Dari, Sa’id ibn Dschubair und Abu Hanifa.“ Ibn al-Mubarakt sagte: „Abu Hanifa betete für eine lange Zeit alle fünf Gebete mit einer einzigen Waschung.“ Über vierzig Jahre lang betete er, da er die gesamte Nacht im Gebet verbrachte, das Morgengebet mit der Gebetswaschung des Nachtgebets [da er in dieser Zeit nicht schlief, musste er deshalb auch keine neue Gebetswaschung vollziehen, die für tiefen Schlaf notwendig wird]. Es wird berichtet, dass er an dem Ort, an dem er schließlich sterben sollte, den Qur’an siebentausend mal rezitiert haben soll. As-Sujuti überlieferte in seinem „Tabjid asch-Schifa“, dass ein bestimmter Besucher Abu Hanifa einen ganzen Tag in der Moschee beobachtete, wie er unermüdlich lehrte, alle Fragen, sowohl von den Einfachen wie von den Gelehrten, beantwortete und niemals damit aufhörte, es sei denn, es kam die Zeit für das Gebet. Während die Leute schliefen, verbrachte er zu Hause die Nacht im Gebet. Obwohl er selten aß, zählte er zu den ansehnlichsten und edelsten Leuten. Er war immer aufmerkasam und niemals müde, Tag für Tag, so dass der Besucher erklärte: „Ich bin überzeugt, dass dies keine alltägliche Angelegenheit ist, sondern Wilaja (Freundschaft mit Allah).“ Asch-Schafi’i sagte: „Wissen dreht sich um drei Männer: Malik, al-Laith und Ibn ‘Ujaina.“ Adh-Dhahabi kommentierte dazu: „Außerdem dreht es sich um al-Auza’i, ath-Thauri, Ma’mar, Abu Hanifa, Schu’ba und die beiden Hammads [ibn Zaid und Ibn Salama].“ Sufjan ath-Thauri lobte Abu Hanifa mit den Worten: „Wir waren vor Abu Hanifa wie kleine Vögel vor einem Falken“ und er stand für ihn auf, als dieser ihm nach dem Tod seines Bruders kondolierte. Er sagte: „Dieser Mann hält einen hohen Rang im Wissen, und wenn ich nicht für seine Wissenschaft aufstehen würde, dann für sein Alter, und wenn nicht für sein Alter dann für sein Bewusstsein um die Anwesenheit Allahs (Wara’) und wenn nicht dafür, dann für sein Recht [Fiqh].“ Ibn al-Mubarak pries Abu Hanifa und nannte ihn ein Zeichen Allahs. Ibn Hadschar überlieferte folgende Worte von Ibn al-Mubarak: „Hätte Allah mich nicht durch Abu Hanifa und Sufjan gerettet, dann wäre ich wie die anderen Leute.“ Wie jeder Freund Allahs, so hatte auch Abu Hanifa seine Feinde. ‘Abdan sagte, dass er von Ibn al-Mubarak hörte: „Wenn ihr hört, wie sie Abu Hanifa respektlos erwähnen, dann erwähnen sie mich respektlos. Ich sorge mich um sie wegen Allahs Missgefallen.“ Von Bischr al-Hafi stammt die Aussage: „Niemand kritisiert Abu Hanifa, es sei denn er ist ein Neider oder unwissend.“ Hamid ibn Adam al-Marwazi sagte: „Ich hörte wie Ibn al-Mubarak erklärte: ‚Ich sah niemanden, der Allah mehr fürchtete als Abu Hanifa, selbst unter dem Peitsche und der Herausforderung durch Geld und Besitz.’“ Abu Mu’awija ad-Darir sagte: „Liebe zu Abu Hanifa ist Teil der Sunna.“ Die Rechtsschule (Madhhab), die nach diesem Imam benannt wurde, breitete sich während des Osmanischen Reiches in viele Teile der Welt aus. Heute vollziehen mehr als die Hälfte aller Muslime weltweit ihre ‘Ibada nach der Rechtsschule von Abu Hanifa. In der Mehrheit der muslimischen Welt urteilten viele muslimische Richter nach ihren Grundlagen. Dazu zählen die Perioden der ‘Abbasiden, der Moghulsultane in Indien, der Turkreiche in Zentralasien und der Osmanen. Imam Abu Hanifa verdiente seinen Lebensunterhalt durch Handel. Mit den Einnahmen aus seinem Gewerbe deckte er die Bedürfnisse seiner Schüler ab. Er gab viele Almosen und jeden Freitag spendete er zwanzig Goldmünzen an die Armen zugunsten der Seelen seiner Eltern.
Re: Imam Abu Hanifa
Minnat Allah - 08.12.2004, 14:07
Im Jahre 146 A.H. wurde Abu Hanifa von Mansur, dem damaligen Khalifen, ins Gefängnis gesteckt, nachdem er die Position von Mansur als rechtmäßigem Khalifen nicht anerkannte. Ebenso weigerte er sich die Position des Richters am obersten Gerichtshof anzunehmen. Während seiner Zeit im Gefängnis wurde er mit dem Stock geprügelt. Mansur bereute dies und sandte Imam Abu Hanifa Geld, was dieser zurückwies. Aber jetzt war Imam Abu Hanifa gut bekannt und wo immer er hinging, kamen Tausende, um ihn zu sehen und um seine Meinung zu suchen. Seine Inhaftierung konnte seiner Beliebtheit keinen Abbruch leisten und daher wurde ihm erlaubt, trotz der Gefängnisstrafe zu unterrichten. Schließlich wurde entschieden, dass der große Imam entfernt werden musste und er wurde vergiftet. Abu Hanifa, der die Folgen des Giftes zu spüren begann, warf sich nieder im Gebet und starb im Monat Radschab. Die Nachricht vom Tode des Imams gelangte auch in die entfernten Gebiete und Tausende versammelten sich an seinem Grab. Der Qadi der Stadt wusch seinen Körper und wiederholte immer wieder: „Bei Allah, du warst der größte Faqih und der Mann mit der meisten Taqwa in unserer Zeit ...“ Als die Waschung vollendet war, hatten sich so viele Leute versammelt, dass an seinem Totengebet 50.000 Menschen teilnahmen. Imam Abu Hanifa starb in Bagdad im Jahre 150 A.H.
Namens- und Begriffsregister:
‘Abbasiden - Muslimische Khalifenfamilie, die das Zentrum des Islams in den Osten nach Bagdad verlegte und dadurch zur Verbreitung des Islams in der persischen und zentralasiatischen Welt ihren Beitrag leistete; ihre Hauptstadt Bagdad war über Jahrhunderte hindurch eine Quelle des Wissens und der Weisheit
‘Abdallah ibn ‘Abbas - Sohn von ‘Abbas, einem der Onkel des Propheten. Er gehörte zu den kenntnisreichsten Männern seiner Zeit und galt als führend in der Auslegung des Qur’ans
Ahl as-Sunna - Wörtl. „Leute der Sunna“; Anhänger der heute existierenden Rechtsschulen von Abu Hanifa, Malik, Asch-Schafi’i und Ibn Hanbal
‘Ali ibn Abi Talib - Schwiegersohn des Propheten Muhammad und vierter Khalif des Islam Al-Bukhari - Autor einer der bekanntesten Sammlungen prophetischer Überlieferungen; benannt nach seinem Herkunftsort Bukhara Din - Wörtl. „die zu erbringende Schuld“; gemeint ist damit die umfassende Lebensweise, die der Mensch seinem Schöpfer schuldet; häufig verkürzt übersetzt mit „Religion“
Du’a - Bittgebet; berühmte Du’as finden sich im Qur’an, in den Überlieferungen des Propheten und der berühmten Muslime
Faqih - Jemand, der das Fiqh praktiziert Fiqh - Wörtl. „Verständnis“, Korpus des islamischen Rechts; Wissenschaft vom islamischen Recht
Hadith (pl. Ahadith) - Überlieferte und geprüfte Äußerungen oder Handlungen des Propheten Muhammad (was)
‘Ibada - Die verpflichtenden fünf Handlungen des Islams: Bezeugung der Einheit Allahs und der Prophetenschaft Muhammads, Gebet, Zakat, Ramadan und Hadsch
Kufa - Neugründung der ersten Muslime, nachdem der Islam im Irak Fuß gefasst hatte. Kufa kam in der Regierungszeit des vierten Khalifen ‘Ali ibn Abi Talib zu Bedeutung, da dieser seinen Regierungssitz von Medina hierhin verlegte
Kunja - Ehrenvoller Beiname; häufig gebildet durch die Formel („Abu .../Vater von ...“, „Ibn .../ Sohn von ...“ oder auch durch eine besondere Eigenschaft „Abu Huraira/ Vater der Kätzchen)
Muslim - Hier ein Autor einer der anerkanntesten Sammlungen prophetischer
Überlieferungen Qadi - Richter; jemand, der anhand des islamischen Rechts Urteile fällt
Salman al-Farsi - berühmter Gefährte des Gesandten Allahs, der persischer Abstammung war As-Sujuti, Dschalal ad-Din - Bekannter islamischer Universalgelehrter aus dem Ägypten der Mamelukenzeit; Koautor des berühmten Qur’ankommentars „Dschalalain“
Sunnan (Sing. Sunna) - Überlieferte Handlung, Äußerung bzw. Unterlassung des Propheten und - in Erweiterung - seiner Gefährten Tabi’in - Wörtl. „die Nachfolger“, jene Generation, die auf die Gefährten des Propheten folgte und sehr wichtig war für die Formulierung des islamischen Rechts
Taqwa - Haltung und Handlung, die aus der Furcht und dem Respekt vor Allah erwächst Wara’ - Gewissenhaftigkeit
Von seinen Schülern wurde das berühmteste Werk Abu Hanifas "Al-Fik ul-Akbar" (die große Glaubenslehre) herausgebracht.
Auszug aus Al-Fikh ul-Akbar
Wir erklären keinen (Muslim) wegen einer Sünde für ungläubig und sprechen keinem den Glauben ab. Wir fordern zum Guten auf und halten von Schlechten ab. Wisse, dass das, was dir zustößt, dich nicht verfehlen könnte, und was dich verfehlt, dir nicht zustoßen könnte! Wir sagen uns von keinem der Gefährten des Propheten los, noch wenden wir uns zu einem (von ihnen) mit Ausschluss eines anderen. Die Angelegenheit mit Uthman und Ali überlassen wir Allah, denn ER kennt das Geheime und die verborgenen Dinge. Das Wissen in der Religion ist besser als das Wissen um die (Recht-) Wissenschaft und die Strafen. Meinungsverschiedenheit (nach einem Hadith ) in der Gemeinde ist eine Gnade. Wenn jemand an alles glaubt, woran wir glauben, jedoch sagt: Ich weiß nicht, so Musa und Isa Gesandte Allahs oder keine Gesandten Allahs sind - der ist ungläubig, weil er dem Text des Qur'an widerspricht. Wenn jemand sagt: Ich weiß nicht, ob Allah im Himmel oder auf Erden ist -der ist ungläubig. Wenn jemand sagt: Ich weiß nichts von der Strafe im Grabe - der gehört zu Partei der Dschahmiten (Ibn Safvan ein Philosoph), die verloren geht.
Die Propheten sind alle rein von den großen und kleinen Sünden, doch haben sie Irrtümer und Fehltritte begangen. Und Muhammed ist Allahs Gesandter, Diener, Freund, Auserwählter, Prophet und Geläuteter. Nie hat er ein Götzenbild angebetet, und keinen Augenblick hat er Allah einen Gefährten zugeschrieben. Niemals beging er eine leichte oder schwere Sünde. Der beste Mensch nächst dem Gesandten Allahs ist Abu Bakr, der Wahrhaftige; danach Umar, der Sohn des Khattab; dann Uthman, der Sohn des Afan; sodann Ali, der Sohn des Abu Talib. Als Diener Allahs, die auf dem Rechte fußten und am Recht festhielten, erklärten wir sie als (unsere) Freunde und erwähnen keinen der Gefährten des Gesandten Allahs anders als im Guten. Und wir verleugnen keinen Muslim um irgendeiner Sünde willen, und wäre es auch einen schwere, sofern er sie nicht für erlaubt erklärte.
Allah leitet recht, wen ER will - aus Gunst, und ER führt irre, wen ER will - aus Gerechtigkeit. Sein Irreführen besteht darin, dass ER verlässt, dass heißt, dass ER dem Menschen nicht zu dem verhilft, woran ER Wohlgefallen hat, und es ist (nur) Gerechtigkeit Seinerseits. Es ist nicht erlaubt zu sagen, der Teufel beraube den Menschen seines Glaubens mit Gewalt; man sagt vielmehr: der Mensch legt den Glauben ab, und wenn er ihn verlassen hat, nimmt der Teufel ihn hinweg...
Die Nachricht von der Himmelfahrt des Propheten ist Wahrheit; wer er sie verwirft, ist ein Neuerer, ein Irrender. Das Auftreten des Antichrist, der Aufgang der Sonne im Westen, die Herabkunft Isa vom Himmel und die übrigen Zeichen des Jüngsten Tages, wie sie zuverlässig berichtet werden, sind feststehende Wahrheit. Allah führt, wen ER will, den Rechten Weg!
ve selam
Re: Imam Abu Hanifa
Minnat Allah - 08.12.2004, 14:09
DAS ELEMENTARE HANDBUCH DER RECHTSLEHRE NACH
IMAM ABU HANIFA
Eine Übersetzung von:
QASI THANAA ULLAH'S MA LA BUDDA MINHU
The Essential Hanafi Handbook of Fiqh
Übersetzung: Maulana Yusuf Talal Ali al-Amriki
Übersetzung aus dem Englischen und
Herausgeber: Muhammad Michael HANEL
INHALTSVERZEICHNIS
VORWORT
Buch über Imaan
ALLAH.......................................................................................
DIE ANBIYAA..............................................................................
DIE ENGEL..................................................................................
SHIRK........................................................................................
DIE LEHREN RASULULLAHS.............................................................
DIE SAHAABA..............................................................................
NACHTRAG.................................................................................
Über die Wichtigkeit des Gebetes (Salaat)
VORWORT
Qasi Thanaa Ullah aus Panipat (Hindustan) gehörte zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des indischen Subkontinents. Er war sowohl Gelehrter als auch Sufi. Als er im Jahr 1125 Hijra/ 1810 A.D. im Alter von 79 Jahren starb, hinterließ er 33 Bücher, darunter den zehnbändigen Qur'an Kommentar "Tafsir al Mazhari", neun Bücher über Tasawwuf (Sufitum) und sieben Bücher über Fiqh (islamische Rechtslehre).
Sein berühmtes, in persischer Sprache geschriebenes Werk "Ma La budda minhu" ("An dem man nicht vorbeikommt"), welches hier auf Deutsch vorgelegt wird, gilt seit seiner Veröffentlichung als ein Standardwerk grundlegender islamischer Bildung. Es wurde von dem amerikanischen Muslim Maulana Yusuf Talal Ali al-Amriki in den 70er Jahren unter dem Titel "The Essential Hanafi Handbook of Fiqh" ins Englische übertragen. Nach dieser Ausgabe hat der österreichische Muslim Muhammad Hanel die vorliegende deutsche Übersetzung vorgenommen.
Allah der Höchste möge dieses Buch seinen Lesern zum Nutzen gereichen lassen und uns alle auf den Weg Seines Wohlgefallens führen.
Buch über Imaan
Erstes Kapitel:
ALLAH
Lob und Preis sei Allah, der einzig aus Sich selbst besteht, wohingegen alle anderen Dinge (ausgenommen Allahs Wesen und Eigenschaften) ihr Sein aus Ihm erhalten. Sie bedürfen Seiner für ihr Entstehen und ihren Bestand. Er hingegen ist keinem Bedürfnis unterworfen.
Er ist einzig: in Seinem Wesen, Seinen Eigenschaften und Seinen Handlungen.
Er hat niemanden und nichts in irgendeiner Angelegenheit zum Partner. Sein Bestehen und Leben passen nicht in jene Kategorien, in die das Bestehen und Leben der erschaffenen Dinge zu reihen sind. Sein Sehen, Hören, Seine Macht, Sein Wollen und Seine Rede sind gänzlich anders als Sehen, Hören, Macht, Wollen und Rede des Erschaffenen. Außer der gleichen Bezeichnung haben diese Begriffe weder Gemeinsames noch Gleiches.
Seine Handlungen, Eigenschaften, wie auch Sein Wesen haben in gleicher Weise keine den Dingen ähnliche Form und entziehen sich jedem Vergleich. Zum Beispiel ist die Eigenschaft des Wissens, wie sie dem Allmächtigen zu eigen ist, ein ewiges Merkmal. Es ist ein "nicht zusammengesetztes" Bewusstsein, dem jedes Stück Information, sowie dessen Alternativen und Gegenteil in allen Phasen vom Anfang bis zum Ende der Zeit gleichzeitig, im Ganzen, wie im Detail bekannt ist. So weiß Er z.B., dass Zaid eine bestimmte Zeit zu leben hat und er zu bestimmter Zeit zu sterben hat usw. In gleicher Weise ist Seine Rede eine "nicht zusammengesetzte" Rede, deren besonderes Merkmal die offenbarten Bücher sind.
Erschaffen (formen und ins Sein rufen) ist eine nur Ihm zugehörende Eigenschaft. Sollte etwas Abhängiges anderes Abhängiges erschaffen? Abhängigkeiten, seien sie nun Zufälle, Realitäten oder von Menschen aus freien Stücken gesetzte Handlungen, entspringen zur Gänze Seiner Schöpfung. Seine Handlungen hat Er aus Gründen und mit Absicht noch verschleiert. Gleichzeitig ist all dies der Beweis, dass alles Seinem Handeln entspringt.
Der Weg Allahs ist es, dass, wenn einer Seiner Untertanen eine Handlung beabsichtigt, Er diese Handlung erschafft und entstehen lässt. Daher wird das Individuum ein "Erwerbender“ (Kasib) genannt und auf dieser Grundlage geschieht es, dass es gelobt, getadelt, belohnt oder bestraft wird. Es ist Kufr (Unglaube) anzunehmen, dass irgend etwas anderes als Allah der wirkliche Schöpfer irgend eines Teiles der Schöpfung wäre.
Allah, der Höchste, steht weit über körperlicher Inkarnation (Hulul), und in gleicher weise ist nichts in der Lage, in Ihm zu inkarnieren (sich in Ihm zu verkörpern).
Allah, der Höchste, umgibt (Muhit) alle Dinge und befindet sich in deren Nähe, umfasst die existierenden Dinge durch Nähe, Begleitung und Umgeben, aber nicht in einer Weise, wie wir es mit unserem begrenzten Verstand begreifen können. Dies ist Seinem geheiligten Sein nicht gemäß.
Allah, der Höchste, ist über die Visionen, die manche Sufis in ihren Meditationen über Allah erlangen, erhaben (denn Sein wahres Wesen kann nicht bezeugt werden). Daher ist es wesentlich, an das Unsichtbare (Ghaib) glauben. Was der Sufi in seinen Meditationen erlebt, ist lediglich eine Vorstellung oder Reflexion.
Tatsächlich ist es ein Teil der Lehre der Sufis, dass all diese Visionen unter das Negativprinzip (den Negationsbegriff) "LA" fallend verstanden werden (bezogen auf das Wort "LA", d.h. "nein" in dem Satz (Kalima) "LA ilaha illa 'Llah.": "Es gibt keinen Gott außer Allah". Und daher haben diese Visionen keinen Anspruch auf Gültigkeit.)
Weiters ist es unser Glaube, dass der Allmächtige tatsächlich alle Dinge umgibt und ihnen nahe ist, auch wenn wir die volle Bedeutung dieser Aussage nicht verstehen. Auch glauben wir an das Sitzen des Allmächtigen auf dem Thron (Arsh), Allahs Gegenwart im Herzen jedes Gläubigen, Sein Niedersteigen zu dem niedersten Himmel im späteren Teil der Nacht und an andere derartige Dinge, wie die Erwähnung Seiner Hand oder Seines Gesichtes, die uns durch den Qur'an offenbart und durch Aussprüche (Ahadith) überliefert wurden. Gleichwohl sind diese Dinge nicht wörtlich zu verstehen; auch sollten wir keine Anstrengungen unternehmen, sie zu interpretieren (Tawil). Wir sollen einfach den Glauben an diese Dinge entwickeln und uns davor schützen, etwas anzunehmen, was in Wirklichkeit falsch ist und daher die Interpretation dieser Dinge dem Wissen des Allmächtigen überlassen. In diesen Angelegenheiten ist der Menschen und auch der Engel Anteil nur Unwissenheit und Verwirrung.
"Diejenigen, die am Hofe des Herrn als Propheten bestätigt sind, wagen nichts weiteres zu behaupten, als "ER IST"“.
Es gibt auch noch eine andere Art der Begleitung und Nähe des Allmächtigen als die oben erwähnte. Diese Kategorie, welche mit der obigen nur den Namen gemeinsam hat, kommt den besonderen Untertanen zu: den Engeln, den Propheten und den Sufi-Heiligen. Trotzdem ist auch der einfache Muslim nicht ohne Anteil an dieser Nähe, denn die Abstufungen zur Nähe Allahs sind unendlich. Wie nahe jemand an Allah auch kommt, es gibt immer noch ein näher. Meister Rumi hat geschrieben:
"Bruder, unendlich groß ist der Hof des Herrn, erkennen wirst du: Je näher du kommst, um so weiter musst du noch gehen."
Re: Imam Abu Hanifa
Minnat Allah - 08.12.2004, 14:09
Zweites Kapitel:
DIE ANBIYAA
Viele Tausende und Abertausende Segnungen (Darud) mögen auf die Anbiyaa (Propheten) ergossen werden (der Friede und Segen Allahs sei auf ihnen), denn wären sie nicht gesandt worden, hätte niemand das Licht Hidaayat (Göttliche Rechtleitung) erblickt oder wäre zu wahrem Wissen gelangt.
Alle Anbiyya kamen den Weg der Wahrheit. Der erste Nabiyy (Prophet) war Adam (Friede sei auf ihm). Der Ausgezeichnetste unter ihnen, Muhammad, der Friede und Segen Allahs sei auf ihm, war der Khaatam un Nabiyyin (das Siegel, der letzte der Propheten).
Die Miraaj (Himmelfahrt) von Rasulullah, (dem Gesandten Allahs), der Friede und Segen Allahs sei auf ihm, seine Israa (Nachtfahrt) von Mekka zu der Masjid ul Aqsaa (Felsendom Moschee in Jerusalem) und von dort zu den Sieben Himmeln und Sidratul Muntaha (zu Gott nächster, von Menschen erreichbarer Ort im Paradies) sind wahr.
Die vom Himmel gesandten, den Anbiyya offenbarten Bücher - der Qur'an, die Bibel, die Thora, die Psalter Davids, die Schriftrollen des Abraham (der Friede Allahs sei auf ihnen) und weitere sind wahr. Der Glaube an alle Anbiyya ist uns vorgeschrieben. Trotz des Glaubens an eine bestimmte Anzahl von Propheten und Büchern Allahs müssen wir uns keine bestimmte Zahl merken, da ihre genaue Anzahl nicht mit Gewissheit gewusst werden kann.
Die Anbiyya (der Friede ruhe auf ihnen) sind masum (vor großen und kleinen Übeltaten bewahrt).
Wir glauben über Sayidina (resp. Herr) Muhammad (der Friede und Segen Allahs sei auf ihm) alles, was durch das Mittel der positiven Beweisführung (Qati) nachgewiesen ist.
Re: Imam Abu Hanifa
Minnat Allah - 08.12.2004, 14:10
Drittes Kapitel:
DIE ENGEL
Wir glauben, dass die Engel die Diener Allahs, masum, weder männlichen noch weiblichen Geschlechtes sind, weder zu essen noch zu trinken bedürfen, die Überbringer der göttlichen Offenbarungen (Wahy) sowie Träger des Arsh (göttlichen Thrones) sind und alles ausführen, was immer ihnen aufgetragen wird.
Trotz ihres Ranges als die edelsten Geschöpfe und ihrer Stellung als die auserwählten Diener am Hofe des Allmächtigen Herrn, unterscheiden sie und die Anbiyya sich nicht vom Rest der Schöpfung bezüglich der Tatsache, dass sie weder Wissen noch Macht besitzen, außer dem Wissen und der Macht, welche ihnen der Allmächtige verliehen hat.
Die Engel glauben an das Wesen und die Eigenschaften Allahs gerade so, wie alle Muslime an diese Dinge glauben, und bekennen ihre Unfähigkeit, das Wesentliche Seines Seins zu begreifen.
Sie erfüllen ihre Pflichten gemäß ihrem Auftrag bestmöglich und bekunden Allah Dank für die, ihnen gewährte Gunst.
Fortsetzung folgt....
(Nachzulesen unter
http://www.fro.at/sendungen/islam/HanafiF.htm#Imaan )
Re: Imam Abu Hanifa
Zamzam - 09.12.2004, 00:52
Assalamu Alaikum,
möge Allah dich reichlich belohnen für diesen Link. Unglaublich dass soetwas ins Deutsche übersetzt wurde. Möge Allah den Übersetzer ein Haus im Paradies bauen.
Wassalamu Alaikum
Zamzam, überaus glücklich :lol:
Re: Imam Abu Hanifa
Minnat Allah - 09.12.2004, 13:18
Es Selamün Aleyküm Akhi,
:oops: vielen lieben Dank und ich schliesse mich gerne deinen Wünschen für den Übersetzer an :wink:
Du kannst das Handbuch auch unter diesen beiden Links finden:
http://www.enfal.de/hanaf.htm (der Übersetzer ist der gleiche)
http://www.ansary.de/Islam/HandbuchHanifa.html (Hier wird noch mit anderen Mezhebs verglichen)
selam aleyküm :P
Re: Imam Abu Hanifa
Minnat Allah - 09.12.2004, 13:20
Viertes Kapitel:
SHIRK
Es ist ebenfalls Kufr (Unglaube), anzunehmen, dass besondere Untertanen Allahs mit Ihm einige Seiner exklusiven Eigenschaften teilen, und diese zum Beispiel als Seinesgleichen anzubeten.
So wie einige der Ungläubigen ihrem Kufr dadurch Ausdruck verleihen, dass sie die Anbiyya verleugnen; die Christen drücken ihren Kufr dadurch aus, indem sie behaupten, Isa oder Jesus (der Friede sei auf ihm) war der Sohn Allahs (Gottes). Ähnlich verfielen die heidnischen Araber dem Unglauben, als sie meinten, die Engel seien die Töchter Allahs, und glaubten, dass diese das Wissen des Unsichtbaren (Ilm ul Ghaib) besäßen. Wie also die Anbiyya und Engel nicht als Teilhaber göttlicher Eigenschaften verstanden werden dürfen, so dürfen alle übrigen, außer den Anbiyya nicht als Teilhaber prophetischer Eigenschaften verstanden werden.
Neben den Anbiyya und den Engeln gibt es niemanden, der masum (sündlos) ist; nicht die Sahaaba (Gefährten des Propheten Muhammads, Friede und Segen Allahs sei auf ihm), nicht die Ahl ul Bait (Familie des Prophetenhauses) und nicht die Sufi-Heiligen.
Nur den Anbiyya ist zu folgen. (Wir dürfen andererseits nicht annehmen, dass Gehorsam jemandem anderen gegenüber von uns verlangt wird. Das Befolgen einer Lehre oder des Weges eines bestimmten Imams, seiner Interpretation der Shariat (von Gott für die Menschen verbindlich erklärter Rechtskörper) ist nicht von letzterer, sondern von der ersten Kategorie des Gehorsams, d.h. es ist das Folgen der Anbiyya, da die vier Imame nur Führer auf dem Weg des Nabiyy, der Friede und Segen Allahs sei auf ihm, waren. Wir folgen einem Imam soweit nur deshalb, weil er mit den Kennzeichen des Weges besser vertraut ist. Indem wir dies tun, folgen wir tatsächlich nur dem Weg des Rasul (der Friede und Segen Allahs sei auf ihm).
Re: Imam Abu Hanifa
Minnat Allah - 09.12.2004, 13:21
Fünftes Kapitel:
DIE LEHREN RASULULLAHS
Alles was uns Rasulullah, der Friede und Segen Allahs sei auf ihm, gelehrt hat (was die Glaubensartikel betrifft), muss Teil unseres Glaubens werden. Wir haben zu erfüllen, was immer er uns aufgetragen hat, und von allem abzustehen, was er uns verboten hat. Weiters ist es unsere Pflicht, die Worte und Handlungen jener zurückzuweisen, deren Worte und Handlungen auch nur um Haaresbreite von denen Rasulullahs, der Friede und Segen Allahs sei auf ihm, abweichen.
Rasulullah, der Friede und Segen Allahs sei auf ihm, hat uns über die Wahrheit folgender Tatsachen unterrichtet:
1. Die Befragung durch die beiden Engel Munkar und Nakir im Grab.
2. Die Qualen im Grab für die Ungläubigen und einige der ungehorsamen Gläubigen.
3. Die körperliche Auferstehung nach dem Tod am Tag des Jüngsten Gerichts.
4. Den ersten Hornstoß zur Auslöschung von allem Belebten und den zweiten zu dessen Wiedererweckung.
5. Das Zusammenfalten der Himmel.
6. Die Zerstreuung der Sterne.
7. Die Zerteilung der Berge.
8. Die Zerstörung der Erde beim ersten Hornstoß.
9. Das Hervorkommen der Menschen aus ihren Gräbern und die physische Wiedererschaffung der materiellen Welt beim zweiten Hornstoß.
10. Die Abrechnung am Tag des Gerichts.
11. Das Wägen der menschlichen Taten auf der Waage (Misan).
12. Die Zeugenschaft der menschlichen Glieder.
13. Die Überquerung der Siraat (Brücke), die schärfer als ein Rasiermesser und dünner als ein Haar über Jahannam (Hölle) gelegt ist, die mancher wie ein Blitz, andere wie der Wind und wieder andere wie Kriegspferde, und andere ganz langsam überqueren werden; und manche werden von ihr in Jahannam fallen.
14. Die Shafaat (Fürsprache) der Anbiyya, Heiligen und frommen Muslime.
15. Den Brunnen von Kauthar, dessen Wasser weißer als Milch und süßer als Honig und dessen Becher glänzend und zahlreich wie die Sterne sind. Wahrhaftig, Rasulullah, Friede und Segen Allahs sei auf ihm, sagte: "Wer von diesem Wasser trinkt, wird nie wieder dürsten".
Der Allmächtige wird, wenn Er will, jemandem der keine Reue zeigt, das Begehen einer Kabira (Hauptsünde) vergeben, und wenn Er will, wird Er sogar für eine Saghira (minderes Vergehen) Seine Strafe ergehen lassen. Trotzdem wird jemandem, wenn er Tauba (ehrliche Reue) bekennt, gemäß göttlichem Versprechen vergeben werden.
Die Ungläubigen werden ewige Qualen in Jahannam zu ertragen haben. Die Übeltäter unter den Muslimen, sollten sie nach Jahannam gelangen, werden nach kürzerem oder längerem Aufenthalt wieder entlassen und es wird ihnen der Eintritt nach Jannat (Paradies) gewährt, wo sie ewiglich verweilen werden.
Ein Gläubiger wird durch das Begehen einer Kabira nicht automatisch ein Kafir (Ungläubiger), auch kann man nicht sagen, dass er den Glauben verlassen hat.
All die verschiedenen Qualen Jahannams wie Schlangen, Skorpione, Ketten, Feuer, siedendes Wasser, Zaqqum und Ghislin, über die uns der Qur'an und Rasulullah, Friede und Segen Allahs sei auf ihm, unterrichtet haben, sowie auch die Wonnen des Paradieses wie Essen und Trinken, die Houris, Paläste usw. sind wahr.
Die größte Wonne, welche die Gläubigen in Jannat genießen werden, wird ihr Bezeugen des Allmächtigen sein. Sie werden Ihn direkt (unverhüllt) erfahren, wobei dieses bezeugende Sehen einzigartig und ohne bestimmte Richtung ist und keine Beziehung zum "Wie" hat.
Imaan (aufrichtiger Glaube) besteht aus innerer Überzeugtheit und Zustimmung (des Herzens). Das formale Glaubensbekenntnis (mit der Zunge) wird ebenfalls als wesentlicher Bestandteil von Imaan verstanden, wenn man auch in Zeiten der Notwendigkeit (Bedrängnis) darauf verzichten kann.
Re: Imam Abu Hanifa
Minnat Allah - 09.12.2004, 13:21
Sechstes Kapitel:
DIE SAHAABA
Alle der Sahaaba (Begleiter, Gefährten) Rasulullahs, der Friede und Segen Allahs sei auf ihm, waren rechtschaffen. Wenn einer von ihnen einmal eine Übertretung begangen hatte, so bereute er sofort, und es ward ihm vergeben. Es gibt eine große Zahl gültiger Belege (Mutawaatir) aus Qur'an und Ahadith (überlieferte Aussprüche und Handlungen des Gesandten Allahs), die voll des Lobes für die Sahaaba sind. Der Qur'an beschreibt sie als einander liebend und nachsichtig behandelnd, entschlossen und feindlich gegen die Ungläubigen (48:29).
Wer (wie einige der Schiiten-Sekten) annimmt, dass die Sahaaba einander hassten und nicht miteinander auskommen konnten, verleugnet den Qur'an; und wer ihr Feind war oder durch sie zornig wurde, für den verwendet der Qur'an das Wort "Ungläubiger", als Beschreibung ("... dass Er durch sie die Ungläubigen erzürne" 48:49).
Die Sahaaba waren die Träger der Wahy (Offenbarung) und Überlieferer des Qur'an. Wer also könnte behaupten, die Sahaaba besäßen keinen Glauben an den Qur'an oder andere wesentliche Glaubensartikel?
Es wurde durch die Übereinstimmung der Sahaaba und weitere schriftliche Belege festgestellt, dass Abu Bakr (Allah finde Wohlgefallen an ihm) der vorzüglichste der Sahaaba war. Die Sahaaba kannten ihn als den Besten unter ihnen und leisteten ihm daher den Gefolgschaftseid für das Amt des Kalifen. Dem Vorschlag Abu Bakrs folgend akzeptierten sie Umar (Allah finde Wohlgefallen an ihm) als Kalifen nach ihm und kamen zu der Übereinstimmung, dass dieser unter ihnen den zweiten Rang an Vorzüglichkeit innehatte. Nach Umar berieten die Sahaaba drei Tage untereinander, bis sie Uthman (Allah finde Wohlgefallen an ihm) zum Besten unter ihnen bestimmten. Als sie zur Übereinstimmung gelangten, ihm das Kalifat anzuvertrauen, versprachen sie ihm die Treue. Nach Uthman leisteten alle Muhaajirin (Auswanderer) und Ansaar (Helfer) dem Ali (Allah finde Wohlgefallen an ihm) das Treuegelöbnis. Die mit ihm stritten, waren im Unrecht. Aber wir sollten nicht Übel von einem der Sahaaba denken, vielmehr sollten wir ihre Auseinandersetzung mit gewogenem Blick betrachten und Liebe und Vertrauen für sie alle empfinden.
Das sind die grundlegenden Glaubensüberzeugungen (Aqaaid) der Muslime sunnitischer Rechtgläubigkeit (Orthodoxie).
Re: Imam Abu Hanifa
Minnat Allah - 09.12.2004, 13:23
NACHTRAG
Über die Wichtigkeit des Gebetes (Salaat)
Nach der Rückschau auf unsere Grundüberzeugung können wir nun in angemessener Weise mit dem (Darlegen des) Gottesdienst(es) beginnen, dessen wichtigste Ausprägung Salaat (das islamische Gebet) ist.
Im Sahih (Sammlung von Aussprüchen des Propheten (Fsai) des Imam Muslims) wird auf Gewähr des Jabir berichtet, dass der Nabiyy, der Friede und Segen Allahs sei auf ihm, gesagt hat: "Das Glied zwischen dem Muslim und Kufr ist die Vernachlässigung des Salaat." Das bedeutet, dass ein Muslim durch die ständige Vernachlässigung des Salaat möglicherweise in den Zustand des Unglaubens verfällt.
Die Imame Ahmad, Tirmidhi und Nasaai haben auf Gewähr des Barida berichtet, dass Rasulullah, der Friede und Segen Allahs sei auf ihm, gesagt hat: "Der Bund zwischen uns, der uns von den übrigen Menschen trennt ist Salaat. Wer es vernachlässigt, wird ein Kafir."
Ibn Majah berichtet ein Hadith auf Gewähr des Abu Dardaa, der gesagt hat: "Mein Freund, der Friede und Segen Allahs sei auf ihm, gab mir folgenden Rat: "Stelle Allah nichts und niemanden an die Seite, selbst wenn du mit Tod oder Feuer bedroht wirst. Verweigere deinen Eltern nicht den Gehorsam, selbst wenn sie dir befehlen, deine Frau, deine Kinder und deinen Reichtum aufzugeben. Und versäume Fardh Salaat nicht absichtlich, denn wahrlich, wer Fardh Salaat absichtlich auslässt, der hat Allah von jeder Verantwortung ihm gegenüber entbunden."
Die Imame Ahmad, Darami und Baihaqi haben auf Gewähr des Amr Ibnul Aas berichtet, dass Rasulullah, der Friede und Segen Allahs sei auf ihm, gesagt hat: "Wer sich regelmäßig um die Verrichtung seiner Fardh Salaats bemüht, dem wird Erleuchtung, eine schöner Rang und Erfolg am Tag des Gerichts zuteil, und wer darin nachlässig war, dem wird keine Erleuchtung, kein Rang und kein Erfolg zuteil. Statt dessen wird er mit Firaun (Pharao), Hamaan, Qarun und Ubayy ibn Khalf (lauter üble Burschen) zusammengetan."
Imam Tirmidhi hat auf Gewähr des Abdullah ibn Shaqiq berichtet, dass die Sahaaba Rasulullahs, der Friede und Segen Allahs sei auf ihm, von keiner anderen Vernachlässigung wußten, die zu Kufr führt, außer die Vernachlässigung von Fardh Salaat.
Auf der Grundlage dieser Ahadith (Aussprüche) kam Imam Ahmad ibn Hanbal zu der Auffassung, dass jeder, der auch nur ein Salaat absichtlich auslässt, ein Kafir wird (gemäß Imam Ahmad hat ein Muslim, der dies tut, in der Tat den Glauben zurückgewiesen und muss der Strafe, die auf Abtrünnigkeit steht, unterworfen werden. Darauf steht der Tod). Nach Meinung Imam Shafeis wird für solch einen Muslim die Todesstrafe zur Anwendung gebracht. Trotzdem wird der Tod dieser Person der eines Muslims sein, und sie stirbt nicht als Kafir. Gemäß Imam Abu Hanifa wird solch ein Muslim zeitlich unbegrenzt oder bis er Reue zeigt, eingesperrt. Und Allah weiß es am besten.
* * * *
Es soll vorweg gesagt werden, dass Salaat von wesentlichen Bedingungen (Arkaan) umfasst wird, die später im Detail erklärt werden, so Allah will. Eine der voraussetzenden Bedingungen für Salaat ist Tahaarat (körperliche Reinheit) von sowohl Hukmi (rechtlicher) als auch Haqiqi (tatsächlicher) Najaasat (Verschmutzung). Weitere Bedingungen sind Tahaarat der Kleidung und Örtlichkeit. Daher werden vor allem anderen die verschiedenen Masalahs (Fragen, Problemstellungen) bezüglich Tahaarat untersucht.
Re: Imam Abu Hanifa
Minnat Allah - 09.12.2004, 13:27
Fortsetzung folgt....
Das Buch über Tahaarat
WUDHU......................................................................................
WAS WUDHU BRICHT....................................................................
GHUSL.......................................................................................
WAS GHUSL NÖTIG MACHT............................................................
NAJAASAT..................................................................................
REINIGUNG VON NAJAASAT............................................................
TAYAMMUM................................................................................
Re: Imam Abu Hanifa
ESU - 03.01.2005, 14:25
Zitat: möge Allah dich reichlich belohnen für diesen Link. Unglaublich dass soetwas ins Deutsche übersetzt wurde. Möge Allah den Übersetzer ein Haus im Paradies bauen.
AMIN
:D
Was mich allerdings wundert ist, dass die Ansaris keinen ursprünglichen Linkverweis geben und den Hinweis auf den Uebersetzer in die deutsche Sprache unterdrücken.
Eine Sache, die mir schon des öfteren aufgefallen ist. Es wird von irgendwo etwas geholt, was in grosser Mühe und viel Liebe erarbeitet wurde und dann als eigene Errungenschaft "verkauft".
Auch wenn ich gegen das Copyright in islamischen Veröffentlichungen auftrete, da der Wissenserwerb und die Weitergabe von Wissen den Muslimen vorgeschrieben ist, so bestehe ich zumindest, und sei es aus Gründen der Nachvollziehbarkeit (und adab), auf die Quellenangabe (isnad).
() ESU
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Nahj al-Balaghah - gepostet von Minnat Allah am Donnerstag 24.11.2005
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