all things brontë

Carriages & Corsets
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    Re: all things brontë

    Adminette - 13.07.2007, 14:13

    all things brontë
    hurra. heute ist biopic-tag...

    so sehr viel neues (oder gutes) über die produktion gibt es nicht und imdb ist ja nun auch nicht der zuverlässigste "deep throat". aber angela workman ist jetzt nur noch als script-schreiberin gelistet, neuer regisseur ist charles sturridge (neben einer lassie neuauflage - ernsthaft, und mit samantha morton... - gehört auch "longitude" zu seinem oeuvre).

    michelle williams als charlotte und jonathan rhys meyers (nicht mehr eindeutig als branwell, und eigentlich auch überhaupt garnicht mehr...) sind weiterhin gelistet. hugh dancy kommt als george smith hinzu (NUR laut imdb), evan rachel wood und bryce dallas howard werden mit dem projekt in verbindung gebracht. nicht mehr auf der liste steht leider natalie press, die als caddy jellybean in "bleak house" einen netten eindruck hinterlassen hat. weiterhin nicht mehr dabei sind die wunderbare emily barclay (celia aus in my father's den/als das meer verschwand) und ben chaplin.

    somit kann ich sagen, dass mein bislang brennendes interesse an dem projekt um mindestens 95% gesunken ist... michelle williams zwischen den anderen schauspielern hätte ich für eine interessante wahl gehalten. aber inszwischen ist sie ja wieder komplett unter ihresgleichen...



    Re: all things brontë

    Adminette - 25.07.2007, 19:04

    charlotte bronte
    so. hier darf sich dann über die diversen jane eyres ausgelassen werden. gibt es eigentlich noch andere romanverfilmungen frei nach currer bell? (eine einzelne shirley von vor ömzig jahren zählt ja kaum)

    und bevor mir jemand zuvor kommt, möchte ich gleich mal frei heraus kund tun, dass ich absoluter fan der 06er version bin. :hurra:



    die hauptdarsteller sind grandios. mir hat sonst kein rochester so gut gefallen. ja, der mann ist ein schwätzer. und mitunter ein bockiger junge. aber das weiß er und darin liegt ja auch sein charme. bei toby stephens kommt aber gerade die gepeinigte seite und auch das ganze flamboyante wesen schön zum tragen. orson welles fand ich äusserlich zwar gut passend, aber das drehbuch hat ihm sonst weiter nichts als melodrama in die hand gegeben. william hurt war eher lauwarm und blaß und ciaran hinds. naja. tut mir leid, aber in seinen schönsten schimpftiraden erinnerte er mich eher an eine schlechte satire auf adolf...

    dito die erwachsene jane. hier fand ich auch charlotte gainsboroughs version sehr gelungen, nur hatte die im film eben auch zu wenig zeit, alle möglichen facetten von janes wesen blicken zu lassen. und humor war ein fremdwort.

    das sei überhaupt ein stichwort. denn der humor kommt hier endlich mal zum tragen und wiegt das eine oder andere geseier der buchvorlage auf.

    aufgrund des serienformates ist genug zeit, alle möglichen aspekte zu beleuchten. auch der religiöse, wie von einigen bemängelt, findet (für meinen geschmack) ausreichend platz, ohne irgendwelche entwicklungen unter den tisch fallen zu lassen.

    einzig die episoden in lowood sind mir etwas kurz geraten. miss temple ist kaum mehr als eine statistenrolle beschieden...



    ach, im großen und ganzen könnte ich mich jetzt mit labereien überschlagen. lass es aber lieber sein, und eröffne den ring für andere meinungen.



    Re: all things brontë

    Sefie - 26.07.2007, 16:02


    Ja, die 06er Version ist toll. :ja: Da habe ich vor Freude beim Sehen fast in die Couch gebissen, so sehr habe ich mitgefiebert und das, obwohl man ja weiß, was passiert. Die Hauptdarsteller sind dort wirklich grandios, ich hoffe, dass das ein guter Karierreschub für Ruth Wilson war, ich hätte nichts dagegen sie noch in anderen Filmen zu sehen. Toby Stephens Rochester hat mir bis jetzt auch am besten von allen gefallen, er hat mir diesen Charakter, der mir im Buch immer sehr suspekt war, doch etwas näher gebracht.

    Auf youtube kann man sich übrigens einige Sequenzen der Serie ansehen, die rausgeschnitten wurden, da gibt es dann auch ein klitzekleines bisschen mehr Lowood.



    Re: all things brontë

    Ulli - 08.08.2007, 15:17


    Ich kenne die neue Version leider noch nicht, bin aber sehr neugierig. Stephens kenne ich (außer einer sehr dunklen Erinnerung in "Eugen Onegin") immer nur als leicht fies angehauchte Möpp.

    Die Verfilmung mit Fontane und Welles kenne ich leider auch immer noch nicht :sad: . Da warte ich nun schon seit 15 Jahren drauf, daß die mal in der Kiste läuft.

    Die Verfilmung mit Hurt fand ich mal abgesehen davon, daß Haddon Hall zu sehen war, etwas schwachbrüstig. Sie viel zu hübsch und Hurt zu wenig charismatisch. Muß ich mir vermutlich auch einfach mal im Original ansehen.

    Mangels größerer Konkurrenz gefällt mir also eigentlich nur die Morton/Hinds-Version. Morton hübsch, aber unscheinbar, Hinds häßlich, aber markant (Der Altersunterschied war mir ausnahmsweise zwischen den Schauspielern etwas zu groß, da dieser im Buch ja nicht so deutlich ist). Aber beide Schauspieler haben ihre Rollen sehr glaubhaft gespielt, so daß man die Reibung der beiden eigensinnigen Charaktere gut nachvollziehen konnte.



    Re: all things brontë

    Adminette - 08.08.2007, 20:05


    genau die version gefiel mir leider garnicht. das beruht zum größten teil aber darauf, dass ich mir miss morton einfach nicht lange angucken kann. da habe ich nichtmal solange durchgehalten, um anständige kritikpunkte an der verfilmung auszumachen. nur wundert es mich, dass DIESE verfilmung ja immer mal wieder im TV läuft, wo ja sonst eigentlich gar keine britischen tv-kostümdramen mehr von deutschen sendern eingekauft werden. obwohl offensichtlich markt, konsumenten und exzellente beispielfilme zur verfügung stehen. aber gut, dass alte thema ist zugegeben etwas müßig.

    die fontaine/welles version hatte ich auf dvd. habe aber neulich festgestellt, dass die daten futsch sind. jedenfalls will keines meiner 3 laufwerke sie noch abspielen :zeter:. was im großen und ganzen so tragisch nun auch wieder nicht ist, da der film überreichlich melodramatisch war... ist dir bei 15 (in zahlen: fünfzeeeehhn) jahren warten nicht doch mal der gedanke gekommen, eventuell die DVD zu kaufen?

    PS: offensichtlich war KSM wieder auf einkaufstour. jedenfalls erscheint laut amazon 2008 eine 231 minütige jane eyre als DVD



    Re: all things brontë

    Ulli - 09.08.2007, 10:46


    Anna hat folgendes geschrieben: .. ist dir bei 15 (in zahlen: fünfzeeeehhn) jahren warten nicht doch mal der gedanke gekommen, eventuell die DVD zu kaufen?



    Naja, vor 15 Jahren war es mit den DVDs noch recht schwierig...

    Seit ich DVDs übers Internet ordere, also seit etwa 1/2 Jahr, habe ich nach der DVD Ausschau gehalten, aber in deutsch nichts gefunden. Erst seit etwa 2 Monaten traue ich mich an engl. DVDs ohne dt. UT (mein Englisch ist nunmal schlecht), aber da ist die Welles-Version nur als Region 1 notiert -was mir in Dtl. nichts nützt. Ich erwarte bei dem Film auch nicht, daß er besonders gelungen ist, aber ich will unbedingt Welles in der Rolle sehen.

    Ja, wenn man einen der Hauptdarsteller (S. Morton) nicht erträgt, ist der ganze Film natürlich futsch (ging mir ja bei "Ms. Potter" auch so).

    Kennst Du eigentlich die Verfilmung mit Timothy Dalton aus den 70zigern? Diese ist zusammen mit der Hurt-Fassung und "Nickolas Nickelby" gerade kostengünstig erhältlich.



    Re: all things brontë

    Adminette - 09.08.2007, 17:53


    ja, die habe ich auf video in recht saumäßiger qualität. einige halten die version für das nonplusultra, ich habe aber doch probleme mit der steifleinenen inszenierung der BBC-dramen in der "frühzeit" (sprich 60er/70er/80er und in teilen auch noch 90er), ich habe aus ähnlichen gründen bisher auch meistens das theater verschmäht (ausnahmen bestätigen selbstverständlich die regel, und seit ihr so von mühes theaterkünsten geschwärmt habt, geht mir auf, dass ich vielleichrt doch was verpasse ;D).

    mit welchem nicholas nickleby ist das paket den erhältlich?



    Re: all things brontë

    simone - 10.08.2007, 09:26


    Ich bin auch ein großer Fan der neuen Jane Eyre Verfilmung, zwar hat das Drehbuch für mich auch ein paar Schwächen, aber Ruth Wilson und Toby Stephens machen das wieder wett, für mich sind bislang die besten Darsteller von Jane und Rochester. Ich habe neun Verfilmungen ( :oops: ) von Jane Eyre gesehen, aber keine hat mir so gut gefallen. Davor mochte ich die 73er Version ganz gern, bei allen anderen Filmen habe ich auch zuviel auszusetzen. Orson Welles mochte ich zwar als Rochester, aber er war ein bißchen zu düster und Joan Fontaine zu hübsch, ihr nimmt man die Jane einfach nicht ab. Die Version von 1970 und 1934 kann man komplett vergessen :lol: . Timothy Dalton und Zelah Clarke waren für mich auch totale Fehlbesetzungen, obwohl ja gerade diese Verfilmung sehr viele mögen, und die beiden Filme aus den 90ern sind teilweise ok, aber sehr weit entfernt von perfekt. William Hurt ist auch fehlbesetzt und das Drehbuch wirklich schlecht, Ciaran Hinds und Samantha Morton fand ich aber ganz gut, aber der Film ist auch einfach zu kurz, und beide harmonieren nicht wirklich gut zusammen.



    Re: all things brontë

    Ulli - 10.08.2007, 09:54


    Anna hat folgendes geschrieben:
    mit welchem nicholas nickleby ist das paket den erhältlich?

    Hier kannst Du mal nachschauen. Kennst Du diese Verfilmung? Hab übrigens was durcheinander gebracht, nicht Jane Eyre gibt es mit Dalton, sondern Wuthering Heights.



    Re: all things brontë

    Bruki - 10.08.2007, 13:48


    simone hat folgendes geschrieben: Ich bin auch ein großer Fan der neuen Jane Eyre Verfilmung, zwar hat das Drehbuch für mich auch ein paar Schwächen, aber Ruth Wilson und Toby Stephens machen das wieder wett, für mich sind bislang die besten Darsteller von Jane und Rochester. ...
    ... Ich fand auch Ruth "froggy" Wilson und Toby "haarspitzenverlängert" Stephens nicht so toll... aber zum Drehbuch sind wir wohl einer Meinung: Was muss Rochester Jane am Hintern rumfummeln? :bax: ( <-- das ist das extra dafür angeschaffter bax-smilie :rofl:) ... und dass die beiden - anstatt dass er sie schüttelt, bis ihr fast der Kopf wegfliegt - sich auf dem Bett zu herumräkeln, hätte bestimmt nicht Charlottes Zustimmung gefunden :nein: ... außerdem ist der Film-Rochester nicht nur zu seinem kleinen französischen Mündel Adele zu nett... und warum verkleidet er sich nicht als Zigeunerin? :mhh: --- alles sehr ärgerlich... ---- nett sind die Rivers-Schwestern (die an die Bronte-Schwestern angelehnt wurden)...

    Mein bester Rochester ist der aus der Delbert-Mann-Verfilmung: George C. Scott - der bringt das brutale und einschüchternde Rochesters am beeindruckendsten rüber...

    NB: Ich hab neulich mal durch Zufall eine Verfilmung bei IMDB gefunden, wo es um die Affäre Rochesters auf Barbados geht... dafür hat sich auch jemand gefunden :eek: --- der soll aber grottenschlecht sein...

    Den besten "gespaltenen Baum" hat übrigens die alte Verfilmung von 1944 (da kracht der Blitz richtig spektakulär in den Baum rein und der spaltet sich klappmesserartig auf - vom Feinsten :hurra: ) ... der Blitzschlag in der Verfilmung Sandy Welchs ist doch dagegen nur lauer Kaffee - trotz fehlender CGI hatten die bei Fox damals mehr drauf...

    Bei den "besten Jane Eyres" schwanke ich ein bisschen... aber Charlotte Gainsbourg gehört auf jeden Fall zu den Spitzenkandidatinnen... ---- der am besten verunstaltete Rochester (von der Maske mit der ekligsten Prothese versehen) ist übrigens meiner Meinung nach der von Timothy Dalton (der neben Rochester auch einen Heathcliff gab :wink:)...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    simone - 10.08.2007, 19:26


    Bruki hat folgendes geschrieben:
    Mein bester Rochester ist der aus der Delbert-Mann-Verfilmung: George C. Scott - der bringt das brutale und einschüchternde Rochesters am beeindruckendsten rüber...

    :shock: gerade diese Verfilmung mag ich ja gar nicht, Scott rührt doch keine Miene in der Schlußszene auf de Bank, null Gefühl. Und die Verfilmung ist auch viel zu kurz, der "eindrücklichste" Rochester ist für mich mehr Orsen Welles.

    Zitat: NB: Ich hab neulich mal durch Zufall eine Verfilmung bei IMDB gefunden, wo es um die Affäre Rochesters auf Barbados geht... dafür hat sich auch jemand gefunden :eek: --- der soll aber grottenschlecht sein...


    Du meinst "Wide Sargasso Sea"?? (aber das ist ja keine Affaire sondern seine Ehefrau..?), da kenne ich nur die neuere Version mit Rafe Spall, es gibt noch eine ältere mit Nathaniel Parker. Das Buch auf dem der Film beruht ist ja sozusagen FF/ Prequel, da steh ich normal genauso wenig drauf wie auf Sequels und erwartungsgemäß war der Film wirklich nicht berauschend. Muss man nicht gesehen haben.
    Rafe Spall ist übrigens der neue George Emerson!!



    Re: all things brontë

    Bruki - 11.08.2007, 10:03


    simone hat folgendes geschrieben: Bruki hat folgendes geschrieben: Ich hab neulich mal durch Zufall eine Verfilmung bei IMDB gefunden, wo es um die Affäre Rochesters auf Barbados geht... dafür hat sich auch jemand gefunden :eek: --- der soll aber grottenschlecht sein...
    Du meinst "Wide Sargasso Sea"?? (aber das ist ja keine Affaire sondern seine Ehefrau..?), da kenne ich nur die neuere Version mit Rafe Spall, es gibt noch eine ältere mit Nathaniel Parker. ...
    Ja, genau "Wide Sargasso Sea" hieß das Stück... ich hatte den Titel schon vergessen (bei Fännfickschän ist mein Gedächtnis recht kurzatmig :kreuz:)... Aber Uiii! In der neuen Verfilmung spielt Victoria Hamilton :run: mit, die ich gerade als "Kathie" in "Goodbye Mr. Chips" sah... und als Victoria in "Victoria und Albert"... und in diversen Jane-Austen-Verfilmungen auch...

    Und die neue "Wide Sargasso Sea" kennst Du? Dann musst Du ein viel größerer Charlotte-Bronte-Fänn sein als ich :eek: ... Ich hab es mit dem Lesen der Kommentare auf IMDB zur älteren Verfilmung auf sich beruhen lassen und von der Nachforschung nach einer Erwerbsquelle für die DVD abgesehen...

    Bruki :bruki:

    PS:

    affair
    ■ noun
    1. an event or sequence of events of a specified kind or that has previously been referred to.
    2. a matter that is a particular person's concern or responsibility. ▶(affairs) matters of public interest and importance. ▶(affairs) business and financial dealings.
    3. a love affair.
    (sagt mein nagelneues "Concise Oxford English Dictionary" :yess:)

    ... previously been referred to ... war mit "Affäre" gemeint, obwohl: a love affair auch passen würde... und die 2. Bedeutung des Wortes "Affäre" die Sache ebenfalls irgendwie trifft (business and financial dealings)... :wink:



    Re: all things brontë

    Ulli - 11.08.2007, 17:37


    Die neue Verfilmung habe ich zufällig letztes Jahr in Schottland gesehen, war mir nicht darüber im klaren, ob mein mangelhaftes Englisch ein Segen oder ein Fluch war. Für mich klang die Geschichte reichlich wirr, habe immer versucht, den Bogen zum Bronte-Buch zu kriegen, um halbswegs zu verstehen, was da eigentlich abläuft. Rochester ist mir überhaupt nicht in Erinnerung geblieben, während mir die weibliche Hauptdarstellerin gut gefallen hat. Und ich habe während des Films lange gegrübelt, woher ich die dortige "Mammy" kenne, Gott sei Dank fiel es mir noch am gleichen Abend ein. Sie spielt Hugh Grants Assistentin in "Actually Love".



    Re: all things brontë

    simone - 12.08.2007, 09:34


    Ulli hat folgendes geschrieben: während mir die weibliche Hauptdarstellerin gut gefallen hat.

    Ja, Rebecca Hall, sie war wirklich gut, in "the Prestige" spielte sie übrigens auch mit. Wirr fand ich den Film auch, an den Schauspielern lag es nicht, dass ich den Film nicht so mochte, die Geschichte ist eben einfach nicht "Bronte", wahrscheinlich liegt es für mich daran.



    Re: all things brontë

    Ulli - 13.08.2007, 11:08


    simone hat folgendes geschrieben: Ulli hat folgendes geschrieben: während mir die weibliche Hauptdarstellerin gut gefallen hat.

    Ja, Rebecca Hall, sie war wirklich gut, in "the Prestige" spielte sie übrigens auch mit.

    Als ich den Film sah, kam ich auch schon wieder ins Grübeln, woher ich sie kenne, wußte nur noch, daß ich sie irgendwo verzweifelt und hist. gewandet sah. Gott sei Dank mußte ich mich diesmal nicht zu lange quälen.

    PS. "Prestige" war überhaupt ein sehr interessanter Film...



    Re: all things brontë

    Bruki - 13.08.2007, 14:20


    Ulli hat folgendes geschrieben: "Prestige" war überhaupt ein sehr interessanter Film...
    Ja, den sah ich nach "The Illusionist" und war wenig beeindruckt (ich hatte bei "Prestige" auf etwas ähnliches gehofft und wurde so ziemlich enttäuscht)...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Adminette - 18.08.2007, 21:34


    also - um mal OT zu bleiben - ich war von the prestige zunächst so garnicht angetan. aber gut, das ich dann zu ende geguckt habe. der groschen fällt zwar schon ein wenig früher als er wohl sollte, aber die prämisse finde ich absolut nicht schlecht. der film stammt von den "memento-machern" richtig? wird dem vorgänger meiner meinung nach ziemlich gerecht!



    Re: all things brontë

    Adminette - 29.08.2007, 18:03


    wußtet ihr übrigens schon, dass jane eyre garnicht von charlotte bronte verfasst wurde??? :roll:



    kein wunder, dass sie so empfindlich auf austen-lobpreisungen reagierte...



    Re: all things brontë

    simone - 29.08.2007, 18:17


    Anna hat folgendes geschrieben: wußtet ihr übrigens schon, dass jane eyre garnicht von charlotte bronte verfasst wurde??? :roll:



    kein wunder, dass sie so empfindlich auf austen-lobpreisungen reagierte...

    :prust: so blöd hab ich die von KSM gar nicht eingeschätzt. Hoffentlich haben sie das Cover in dieser Version schon in Auftrag gegeben...... :fies:



    Re: all things brontë

    Bruki - 29.08.2007, 19:17


    Anna hat folgendes geschrieben: wußtet ihr übrigens schon, dass jane eyre garnicht von charlotte bronte verfasst wurde??? :roll: ...
    Du meinst: "Pride and Prejudice" wurde nicht von Jane Austen verfasst?! :eek: Da wird ja wohl dank KSM großer Jubel in mehr als einem Quartier ausbrechen...

    Wobei: ich muss sagen, mir war diese Jane Austen schon immer verdächtig :suspekt: ... Bestimmt gab es die gar nicht - und "Sense and Sensibility" wurde von Henry Fielding, "Northanger Abbey" von Mark Twain und "Mansfield Park" von Rudyard Kipling verfasst... Mir will nur der Autor der "Emma" auf die Schnelle nicht einfallen :prust: ...

    Die olle Charlotte ist doch immer wieder für eine Überraschung gut :rofl: - leider hab ich gerade "Jane Eyre" und "Shirley" gelesen, sonst würde ich jetzt gleich wieder zu einem CB-Roman greifen :lol:

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Sefie - 30.08.2007, 10:31


    Diesen Aufkleber wird man demnächst sicherlich auf jede DVD draufkleben, die nur entfernt nacht Kostümdrama aussieht (ist doch egal, wer das eigentlich geschrieben hat), dann verkauft such das Ganze wie geschnitten Brot. :rofl: :wink:



    Re: all things brontë

    Ulli - 03.09.2007, 15:57


    Ich bin am Wochenende endlich dazugekommen, mir
    Jane Eyre in der Fassung mit Ch. Gainsbourgh u. W. Hurt anzusehen.

    Besser hat mir der Film auch in der Originalfassung nicht gefallen. Gainsbourgh hat nur 1 1/2 Gesichtsausdrücke und läuft also nur mit eisernen Gesichtsausdruck rum, Hurt schaut meist griesgrämig aus der Wäsche. Von der ganzen Energie der Dialoge bzw. Diskussionen und damit der Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren bleibt nichts übrig. Erstaunlich dröge die ganze Angelegenheit.

    Auf der Plusseite sind die ersten Szenen/Kindheit (den Teil überspringe ich im Buch immer), die waren schön kurz, aber prägnant und von den Kindern und den Erwachsenen gut gespielt. Und wie schon beim ersten Mal fand ich die Szene gut, bei der Eyre und Faifax sich gegenübersitzen und feststellen, sie beide hätten von Rochester vernommen, er wolle Eyre heiraten. Und beide wußten nicht recht, was davon halten.

    Der Film hat m. E. beim Thema total versagt, aber immerhin ein paar hübsche Extras unter ferner liefen.



    Re: all things brontë

    Adminette - 03.10.2007, 12:53


    so, für alle, die sich auch für eier interessieren, die noch ungelegt sind:

    nach all dem hickhack feiern die briten, dass ihre nation wieder das schauspielerteam dominiert, und der film ist jetzt auch offiziell in die vorproduktion gegangen.

    als schauspieler sind also dabei:

    - rebecca hall ("the wide sargasso sea", "the prestige", the camomile lawn") als emily,
    - kristin scott thomas als lydia robinson, branwell brontes ältere geliebte,
    - joan plowright (mrs. fairfax aus zeferellis jane eyre) als tabby
    - geraldine chaplin als tante elizabeth
    - hugh dancy immernoch als george smith

    wieder raus sind dem vernehmen nach wohl die amerikaner michelle williams, evan rachel wood, bryce dallas howard und auch jonathan rhys meyers bleibt weg. dafür munkelt man, dass natalie press wieder dabei ist. eventuell gar als charlotte bronte.



    Re: all things brontë

    Ulli - 04.10.2007, 10:42


    Nuja, auf Rebecca Hall freue ich mich, wenns dabei bleibt; Kirstin Scott-Thomas ist ohnehin beinharte Konkurrentin für Emma Thompson, die sehe ich mir an, was immer sie spielt. Und Hugh Dancy nehme ich auch gern mit, wobei ich keine Ahnung habe, wer George Smith ist. Wieder irgendwas romantisches (hat ja auch hübsche Locken und Augen der Jung) oder ob er mal gegen seine Locken anspielen darf?



    Re: all things brontë

    simone - 04.10.2007, 11:28


    Ulli hat folgendes geschrieben: George Smith ist. Wieder irgendwas romantisches (hat ja auch hübsche Locken und Augen der Jung) oder ob er mal gegen seine Locken anspielen darf?

    Er war ihr Verleger (und wußte zu Beginn auch nur von den Bell- Brüdern) und wurde später auch ein guter Freund, mehr war da denke ich nicht, müßte aber meine Bronte-Biographie mal wieder rauskramen.



    Re: all things brontë

    Adminette - 04.10.2007, 18:02


    Ulli hat folgendes geschrieben: Und Hugh Dancy nehme ich auch gern mit, (hat ja auch hübsche Locken und Augen der Jung) oder ob er mal gegen seine Locken anspielen darf?

    ich glaube, in "king arthur" war er so bärtig und fett-/blutverschmiert ums haupthaar rum, dass ich eine weile brauchte, bis ich ihn erkannte - was mir mit mads mikkelsen ähnlich ging. allerdings war das auch einer der filme, die ich mir gleich nur angucke, wenn ich irgendetwas nebenher machen kann (abwaschen, aufräumen, buchführen, schreibarbeit...) :wink:



    Re: all things brontë

    Ulli - 05.10.2007, 09:12


    Ich habe mir den Film leichtsinnerweise in der längeren Fassung gekauft. Beim 2. Mal Ansehen gewinnt er nicht unbedingt. Wahrscheinlich waren doch nur Madds Mikkelsens Wangenknochen der Grund.



    Re: all things brontë

    Ulli - 11.12.2007, 15:59


    Sodele, nun habe ich die aktuelle BBC-Verfilmung auch gesehen.

    Ich war ja skeptisch: Zum einen ist "Jane Eyre" einer meiner Lieblingsromane, zum anderen hat die Hauptdarstellerin auf dem Cover eine ziemliche Schnute, so daß ich mit einer Lolita-Version rechnete und Toby Stephens, warum auch immer ich mir vor Jahren mal seinen Namen gemerkt habe, sah ich zuletzt nur als unterkühlten Schnösel.

    Die Verfilmung hat sich denn auch die eine oder andere Freiheit zum Roman herausgenommen, nicht zuletzt, daß Jane Eyre hier bar jeglicher Selbstgerechtigtkeit und strenger moralischer Vorstellungen ist, sondern einfach ein nettes, gütiges und unscheinbares Mädchen darstellen soll. Also mal ganz einfach ausgedrückt: Von der emanzipierten jungen Frau zum konventionellen Frauenbild vergangener Jahrhunderte. Die Wortgefechte zweier strenger, leidenschaftlicher Charaktere fallen weg und weichen einem oft freundschaftlichem Herumgealbere. Heißt, als - gerade in Anbetrecht der Sendezeit - wirklich werkgetreue Verfilmung geht sie nicht durch. Und dann die auf den ersten Blick aufgedrückte Erotik (die im Buch in den Dialogen ausreichend durchscheint): Rochester mit nacketer Brust im Bette liegend, später mit Jane in deren Bette herumwälzend..

    Aber man wird ja wehrlos angesichts der wunderbaren Bilder (vor allem der Wiesen), dem linkischen Charme von Mrs. Fairfax und vor allem den beiden Hauptdarstellern. Warum Rochester darauf besteht, Jane wäre klein, wo Ruth Wilson doch kaum kleiner als Stephens ist und mit ihren breiten Schultern sehr sportlich aussieht - nuja. Jedenfalls ist Wilsons Gesicht einfach spannend zu beobachten, mal Kind, mal Frau, oft mit einer Prise Männlichkeit gepaart. Nicht "meine" eher unerbittliche Jane Eyre, aber eine sehr sehenswerte und sympathische Variante. Die eigentliche Entdeckung ist für mich aber Toby Stephens. Sein Rochester ist nicht düster charismatisch, sondern eher zergrübelt. Sein gelegentlich sinnend amüsiertes Lächeln, sein Witz und seine Empfindsamkeit - das hätte ich Stephens mittlerweile nicht mehr zugetraut. Die beiden Hauptdarsteller finden, anders als im Buch, einen ganz eigenen Ton miteinander. Wie die beiden sich oft gegenseitig aufziehen, dann wieder auf Distanz gehen, da könnte ich stundenlang zusehen.

    Den Schluß finde ich auch sehr ergötzlich: Wie Rochester erklärt, er wolle eine Frau und wie die beiden schließlich aufeinander liegen, die Beine des anderen umschlingend - das ist ein sehr vergnügliches und verheißungsvolles Bild.



    Re: all things brontë

    Adminette - 11.12.2007, 19:26


    naja, ob der schnute hat ruth wilson ja das attribut "froggy" von bruki bekommen. und wegen der bettwälzereien haben wir extra das :bax: smilie eingeführt :ja:



    und was die größe jane eyres anlangt: das habe ich mir auf den ersten blick auch gedacht. der haken bei der sache: rochester wurde doch selbst als auffallend klein und unansehnlich beschrieben. da wäre eher letzteres das unpassende adjektiv für diesen rochster.

    wie gesagt. jane eyre liegt leider noch ungelesen/aufgefrischt aber immerhin ziemlich weit oben auf dem stapel. ich hoffe fast, es über weihnachten zu schaffen. vom eindruck der serie und meiner (zugegeben äusserst wackeligen) erinnerung an den englischen text muss ich schon zugeben, dass aspekte für das moderne publikum eindeutig in den vordergrund gestellt wurden.



    so eben die tändeleien der beiden. allerdings finde ich schon, dass trotzdem viele facetten durchscheinen. eben auch janes eigenständigkeit und der religiöse mittelweg, den sie wählt. sie will sich nicht von rochester kaufen lassen, eine bei aller herumalberei vielsagende szene, an die ich mich bei anderen verfilmungen nicht erinnern kann. und ihrer stiefschwester eliza sagt sie auch sehr deutlich, was sie von ihren ansichten hält. das kommt in der wirklich lohnenden geschnittenen szene glaube ich so richtig zum tragen. schade, dass die rausgeflogen ist, denn ich fand auch die "eliza"-darstellerin großartig (beängstigend und sehr viktorianisch). hast du die extras schonmal durchgesehen?



    Re: all things brontë

    Bruki - 11.12.2007, 22:21


    Anna hat folgendes geschrieben: naja, ob der schnute hat ruth wilson ja das attribut "froggy" von bruki bekommen. und wegen der bettwälzereien haben wir extra das :bax: smilie eingeführt :ja:
    Von wegen: das Bax-Smilie hast Du doch wegen der Pograbscherei in Jane Eyre eingeführt :blll: ... Obwohl ich denke, dass Du - wie Ulli - eher die schöne grüne Wiese bewundert und vom Pograbsch nix bemerkt hast :rofl:

    Ich hab mir dazumals erst das Buch und dann alle Jane-Eyre-Verfilmungen angetan: Mein persönliches Jane-Marathon... sowas macht satt... (Bei Charles Dickesn hab ich sowas auch mal versucht - und bin gescheitert... da liegen heute noch ein Haufen Verfilmungen rum ... die Briten haben einfach zu viele Dickens-Verfilmungen... aber wer mal was besonderes sehen will, der greife zu Simon Callows "The Mystery of Charles Dickens")

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Adminette - 18.01.2008, 16:00




    die KSM-DVD mit deutscher tonspur müßte ja jetzt schon ne weile draussen sein... und auch wenn ich annehme, dass die meisten hier den o-ton bei weitem bevorzugen, ist vielleicht doch jemand das wagnis eingegangen?



    nachdem ich auf amazon las, das in northanger abbey wohl jemand angerufen hätte, ("somebody called"... :ohhhh: ), bin nämlich nervös geworden - obwohl es dieser NA-version schon irgendwie angemessen ist und eher noch zu ihrem charme beiträgt ;D.

    jedenfalls ist der 1 kommentar, der sich mit der eindeutschung aufhält, sehr empört. deshalb mal meine frage in die runde, ob es für leute, die den o-ton nicht kennen und auch sonst nicht unheimlich viel sprachgespür besitzen/wert darauf legen, vielleicht doch erträglich sein könnte? sprich, ob ich es meiner mutter unter umständen doch schenken könnte, da ein VHS- oder fernlern-englischkurs wohl doch zuviel geregelte zeit in anspruch nehmen würde :wink:



    Re: all things brontë

    simone - 18.01.2008, 21:11


    Vom RA- Board haben wohl welche die deutsche DVD gekauft und konnten diese lange Amazon Rezension bestätigen, sehr schlechte und falsche Übersetzung, ( z.B. drawing room mit Zeichenraum) und die Stimmen sollen nicht sehr passend sein.



    Re: all things brontë

    Adminette - 18.01.2008, 21:34


    naja, das glaube ich dem rezendenten ja auch unbesehen, aber ist es wohl so schlimm, dass ein erstgucker ohne englischinteresse es schon richtig grausig findet und ergo den film lieber abstellt, als sich DAS weiter antun zu müssen? im RA board ist nicht zufällig jemand, der die serie jetzt erst sah? :wink:

    danke jedenfalls erstmal fürs comment.



    Re: all things brontë

    simone - 19.01.2008, 12:38


    Anna hat folgendes geschrieben: ,dass ein erstgucker ohne englischinteresse es schon richtig grausig findet und ergo den film lieber abstellt, als sich DAS weiter antun zu müssen? im RA board ist nicht zufällig jemand, der die serie jetzt erst sah? :


    Bin mir nicht sicher, aber ich glaube die kannten die englische Version alle vorher schon.



    Re: all things brontë

    Adminette - 13.02.2008, 21:16


    ich bin fast gewillt, den thread umzutaufen in - "von jane eyre bis fräulein rottenmeier - der gouvernantenthread" - denn nachdem ich mir nun jane eyre erneut durchgelesen habe (und gar nicht soooviele abweichungen zwischen buch und letzter verfilmung des stoffes wie befürchtet fand) und mich dann noch durch die version mit TD und zelah clarke kämpfte (immerhin, das war mal ein passend marmorner st. john mit kapitalem griechenprofil) hab ich mir zur belohnung folgendes angeschaut:



    dieses haus birgt äusserst merkwürdige gestalten.
    wie den kauz mit den toten vögeln,



    das mädel mit dem schleier,



    nicht zu vergessen den spinnerigen sohn, der zwar keine toten vögel sammelt, aber schonmal fetzig in der kirche dem altar die tennisbälle um die flügel donnert... :kreuz:



    haufenweise nacktes mannsvolk, wie gesagt,



    mädels, die den hügel hinterm haus hinunterrollen,



    eine hausherrin, die garantiert ebenso opiumabhängig, jedenfalls nur unter opiumeinfluss erträglich ist, wie eine gewisse lady bertram in einem gewissen kinofilm,



    die tochter auf ihrem "totenbett",



    und last but not least die heldin. das satte grün der britischen inseln findet sie einfach nur garstig/zum heulen, sehnt sich nach dem rauchigen london und kutschfahrten findet sie zum... naja. blöd.



    ich habe mich bei "the governess" recht gut amüsiert. es ist zwar kein großes, episches meisterwerk, aber ein sinnliches, merkwürdiges (allein tom wilkinson als schwarm) kabinettstück. minnie drivers erziehungsmethoden bin ich sehr verbunden. auch wenn ich mit unter nicht umhin kann, sie zu dem gnädigen drehbuchschreiber zu beglückwünschen, der ihr ein so folgsames "rebellisches gör" zubilligt :cool:



    auch weiß ich nicht, ob die roben der jüdischen tradition oder den fantasien der kostümbildnerin entsprungen sind. jedenfalls scheint miss driver einen ausgesprochenen faible für schwarze volllederoutfits zuhaben. in solchen war sie ja schon in "an ideal husband" zu bewundern. achja und "vollmundige" witze über körperflüssigkeiten darf sie hier auch wieder reissen... :mhh: :rofl:



    PS: wie es auf dem austenblog immer so schön heißt: BE AFRAID GENTLE READERS, BE VERY AFRAID! gemäß dem bald neuen threadtitel habe ich entdeckt, dass für 2010 ein kino film mit namen "the governess" geplant ist. die hauptrolle soll gehen an: jennifer lopez. soviel aber nur am rande. immerhin sind die messen noch nicht gesungen. es ist noch nicht mal das buch dazu aufgeschlagen und somit besteht berechtigter anlass zu der hoffnung, dass man nie wieder etwas von dem projekt hört und schon garnicht sieht... :wink:



    Re: all things brontë

    Bruki - 14.02.2008, 11:55


    Anna hat folgendes geschrieben: ich habe mich bei "the governess" recht gut amüsiert. es ist zwar kein großes, episches meisterwerk, aber ein sinnliches, merkwürdiges (allein tom wilkinson als schwarm) kabinettstück. minnie drivers erziehungsmethoden bin ich sehr verbunden. auch wenn ich mit unter nicht umhin kann, sie zu dem gnädigen drehbuchschreiber zu beglückwünschen, der ihr ein so folgsames "rebellisches gör" zubilligt :cool:
    Minnie Driver mag ich überhaupt nicht leiden ... diese Abneigung überträgt sich grundsätzlich auch auf ihre Filme - also mach ich einen so großen Bogen wie nur irgend möglich darum... :wink:

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Adminette - 14.02.2008, 13:12


    wie gesagt, ein tummelplatz von merkwürdigkeiten (wenn dir ein besserer ersatz für "oddities" einfällt...), entweder man sie, oder man mag sie nicht. ich zähle minnie driver dazu, und ich sehe sie ganz gern. dafür kannst du ja gewisse jane eyre verfilmungen in endlosschleife bewundern... so kommt halt jeder auf seine kosten ;D

    PS: übrigens scheint die erste charge "jane eyre DVDs" leer gekauft. jedenfalls hat die BBC sie wieder neu aufgelegt. nur mit rochester auf dem cover, was direkt unter dem recht femininen filmtitel etwas putzig ausschaut. bei P&P grinst auch nur darcy vom cover... :roll:



    Re: all things brontë

    Bruki - 14.02.2008, 19:05


    Anna hat folgendes geschrieben: ... ich sehe sie ganz gern. dafür kannst du ja gewisse jane eyre verfilmungen in endlosschleife bewundern... so kommt halt jeder auf seine kosten ;D
    Dafür mögen wir beide eine gewisse, ihre großen Füße in die Kamera haltende Schauspielerin - und ich seh außerdem Kate Winslet und Cate Blanchett gerne bei der Arbeit zu ... solange die zweite sich nicht zum Kleiderständer machen lässt ... und Justine Waddell :love: sich rar macht... :wink:

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Bruki - 14.02.2008, 19:10


    Anna hat folgendes geschrieben: übrigens scheint die erste charge "jane eyre DVDs" leer gekauft. jedenfalls hat die BBC sie wieder neu aufgelegt. nur mit rochester auf dem cover, was direkt unter dem recht femininen filmtitel etwas putzig ausschaut. bei P&P grinst auch nur darcy vom cover... :roll:
    Jetzt mal ernsthaft: Meinen die wirklich dieser haarspitzenverlängerte, weichgespülte Rochester-Verschnitt auf dem Jane-Eyre-Cover oder ein kurzsichtiger, dackelblickiger :MM: auf dem P&P-Cover würden eine einzige junge Dame zum Kauf verführen können? :eek:

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    simone - 14.02.2008, 19:27


    Bruki hat folgendes geschrieben:
    Jetzt mal ernsthaft: Meinen die wirklich dieser haarspitzenverlängerte, weichgespülte Rochester-Verschnitt auf dem Jane-Eyre-Cover oder ein kurzsichtiger, dackelblickiger :MM: auf dem P&P-Cover würden eine einzige junge Dame zum Kauf verführen können? :eek:


    "2 entertain" haben alle ihre DVDs mit diesem neuen Look versehen, bei becoming Jane ist auch nur noch ein ernstes Gesicht von James McAvoy zu sehen....Ich finde das ja gerade bei Jane Eyre nicht fair, dass nur Rochester auf dem Titel ist, aber das Bild von TS ist schon sehr süß :lshow: :wink: .



    Re: all things brontë

    Bruki - 14.02.2008, 22:00


    simone hat folgendes geschrieben: "2 entertain" haben alle ihre DVDs mit diesem neuen Look versehen, bei becoming Jane ist auch nur noch ein ernstes Gesicht von James McAvoy zu sehen...
    Auweia, und Porker auf dem Cover von S&S?! :rofl:

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    simone - 14.02.2008, 22:42


    Bruki hat folgendes geschrieben:
    Auweia, und Porker auf dem Cover von S&S?! :rofl:

    :naughty:
    aber das wäre noch eine gute Idee :lol: :D



    Re: all things brontë

    Ulli - 19.02.2008, 13:05


    Anna hat folgendes geschrieben:

    auch weiß ich nicht, ob die roben der jüdischen tradition oder den fantasien der kostümbildnerin entsprungen sind. jedenfalls scheint miss driver einen ausgesprochenen faible für schwarze volllederoutfits zuhaben. in solchen war sie ja schon in "an ideal husband" zu bewundern.

    Ich fand das schwarze Kleid ziemlich gruselig, Tom Wilkinson als romantischen Liebhaber aber erstaunlich überzeugend, wenn auch zunächst etwas gewöhnungsbedürftig (Für den Film scheint er abgenommen zu haben?). Was ich von dem Film halten soll, weiß ich immer noch nicht so ganz. Die Schlußszene hat mir jedenfalls gut gefallen.



    Re: all things brontë

    Julia - 19.02.2008, 15:18


    Was ist eigentlich aus den Plänen zum Bronte-Biopic geworden, in dem Michelle Williams die Hauptrolle spielen sollte? Wieder vom Tisch?



    Re: all things brontë

    Adminette - 19.02.2008, 15:19


    ich habe es einfach als tummelplatz von oddities abseits der offensichtlichen entscheidungen genommen... als solches funktioniert der film recht gut... auch als filmgewordene "fanfiction", aber naja...

    bei tom wilkinson hab ich mich das auch gefragt. andererseits ist der film nicht ungefähr zeitgleich mit "ganz oder garnicht" entstanden? zwei fliegen mit einem abnehmen also ;D



    Re: all things brontë

    Adminette - 19.02.2008, 15:31


    das scheint sich um einen klaren fall von totgeburt zuhandeln, obwohl es immernoch bei IMDB gelistet ist (was wohl eher für deren zeitweilige unaktualität spricht). es gab ja schon einige jahre seilziehen im vorweg und ständig neue darsteller, regisseure usw.

    aber gemessen an den letzten einträgen im IMDB board, ist kurz vor drehbeginn endgültig alles gestorben. letzt endlich wohl aus geldmangel - was sonst :roll:

    schade. mit der ursprünglichen crew und den darstellern hätte ichmir das äusserst gerne angeschaut :ja:



    Re: all things brontë

    Adminette - 19.02.2008, 15:35


    ahah, moment mal, ende januar schrieb jemand, dass es eine website zum film gibt, im frühjahr gedreht werden soll. allerdings ist wohl auf der website ein zu finden, welches ebenfalss besagt, dass das geld abgesprungen ist und fürs erste neues gesucht wird.

    whoskeysersoze hat folgendes geschrieben: There's a new website (http://www.brontethemovie.com) and a projected start in the spring, according to the Yorkshire Post.

    hab jetzt gerade keine zeit, den link zu probieren. wenn du sie hast, halt mich bitte auf dem laufenden :wink:



    Re: all things brontë

    Ulli - 20.02.2008, 14:39


    "Sturmhöhe" gibts in der nächsten Woche als französische Verfilmung, halbwegs in die Moderne verpflanzt:

    29.02.08, 3 SAT, 22.25 Uhr.

    Vielleicht ist ja was ordentliches bei rausgekommen...



    Re: all things brontë

    simone - 24.02.2008, 10:29


    Anna hat folgendes geschrieben:
    PS: übrigens scheint die erste charge "jane eyre DVDs" leer gekauft. jedenfalls hat die BBC sie wieder neu aufgelegt. nur mit rochester auf dem cover, was direkt unter dem recht femininen filmtitel etwas putzig ausschaut. bei P&P grinst auch nur darcy vom cover... :roll:


    Ich habe übrigens im RA-Board gelesen, dass es sich bei den "neuen" Cover nur um zusätzliche Papphüllen handelt, darunter ist das alte Cover.....



    Re: all things brontë

    simone - 12.04.2008, 20:12


    Die Jane Eyre Version mit William Hurt erscheint Ende Mai auf deutsch , bisher gabs die DVD ja nur auf englisch--->siehe hier, das Cover ist aber nicht gerade eine Augenweide....
    und noch kurz zu Emily Bronte (hat ja keinen eigenen Thread oder?) KSM bringen im Juni die italienische Version von "Wuthering Heights" auf deutsch heraus,siehe hier, Alessio Boni (Krieg und Frieden) spielt den Heathcliff. Der Film würde mich ja interessieren weil es ihn bislang nur auf italienisch gibt, aber die Übersetzung ist bestimmt wieder total daneben.... :confused:



    Re: all things brontë

    Bruki - 13.04.2008, 11:27


    simone hat folgendes geschrieben: ... Der Film würde mich ja interessieren weil es ihn bislang nur auf italienisch gibt, aber die Übersetzung ist bestimmt wieder total daneben.... :confused:
    Den bong ich denn auch mal bei mir ein, nachdem ich alle englischen Verfilmungen hab, muss ich nun wohl doch über den Kanal gehen auf der Suche nach weiterem Futter für meine Begierden :wink: ...

    Wegen der Übersetzung zerbreche ich mir nicht so den Kopf, da ich kein italienisch verstehe, kann ich eine evtl. inadäquaten Übersetzung eh nicht erkennen: Und was ich nich weiß, macht mich nich heiß! :wink:

    Ich würde mich eher fragen, ob und inwiefern die Verfilmung dem Original entspricht... Spielt die in Italien - evtl. Sizilien, was dem Klischee einer mafiösen bäuerlich-feudalen Gesellschaft in WH wohl entgegenkommen würde... Zumindest das Motiv der Vendetta und der Liebe über den Tod hinaus, sollten die Italiener wohl besser verstehen als die Engländer - oder waren es die Korsen, die das erfunden haben?

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Adminette - 13.04.2008, 12:21


    simone hat folgendes geschrieben: Die Jane Eyre Version mit William Hurt erscheint Ende Mai auf deutsch , bisher gabs die DVD ja nur auf englisch--->siehe hier, das Cover ist aber nicht gerade eine Augenweide....
    und noch kurz zu Emily Bronte (hat ja keinen eigenen Thread oder?) KSM bringen im Juni die italienische Version von "Wuthering Heights" auf deutsch heraus,siehe hier, Alessio Boni (Krieg und Frieden) spielt den Heathcliff. Der Film würde mich ja interessieren weil es ihn bislang nur auf italienisch gibt, aber die Übersetzung ist bestimmt wieder total daneben.... :confused:

    klingt ja trotzdem alles in allem nicht uninteressant... und wo wir sowieso gerade beim thema sind: natalie portman spielt demnächst catherine earnshaw, wenn man folgender meldung glauben schenken darf. ob das wohl irgendetwas mit ihrer rolle als anne boleyn zu tun haben kann?!? :wink: hier oder besser hier jedenfalls mehr (oder weniger) zum kinofilm (imdb hinkt wieder hinterher), dessen produktion wohl bedeuten dürfte, dass sich die BBC demnächst nicht an eine neuverfilmung wagt. schade eigentlich. andererseits stammt "sparkhouse" ja von der BBC und hat noch keine 10 jahre auf dem buckel. von daher wäre eine baldige "period drama"-version wohl auch eher unwahrscheinlich gewesen...



    Re: all things brontë

    simone - 13.04.2008, 17:46


    Anna hat folgendes geschrieben: dessen produktion wohl bedeuten dürfte, dass sich die BBC demnächst nicht an eine neuverfilmung wagt. schade eigentlich..

    Aber ITV plant doch schon seit längerem eine mehrstündige Version, das wäre interessant zum Vergleichen wenn das parallel zum Kinofilm käme....

    und um nochmal zu Alessio Boni abzuschweifen, der spielte ja gerade den Maxim in einer neuen Version von "Rebecca" (lief Anfang April auf Rai Uno), die Kritiken die ich bisher gesehen haben, waren nicht ganz so positiv, aber das muss ja nicht heißen, dass Wuthering Heights auch nicht so toll ist....



    Re: all things brontë

    Adminette - 13.04.2008, 18:54


    huch. der boni scheint eine art latin firth zu sein?! naja. wenn sich die gelegenheit bietet werde ich einen blick reinwerfen. aber so vom hocker gerissen hat er mich bspw in krieg und frieden nicht...

    wo hast du denn gehört, dass ITV an "wuthering heights" bastelt? stammt nicht von denen die 98er version mit sarah smart und matthew macfadyen als paar der zweiten generation? gut, ist zwar auch schonwieder 10 jahre her. aber ITV hat ja auch nicht so einen strengen turnus wie die BBC... andererseits macht es ITV offensichtlich auch nichts aus, direkt parallel zum kino stoffe zu verfilmen. man bedenke mal "emma"... wie werden es sehen.



    Re: all things brontë

    simone - 13.04.2008, 19:21


    Zitat: wo hast du denn gehört, dass ITV an "wuthering heights" bastelt?
    Hab gerade mal schnell gegoogelt, hier und hier steht was dazu, aber neu sind die Infos nicht mehr, da steht was von Sendetermin "early 2008".... :mhh:



    Re: all things brontë

    Adminette - 23.04.2008, 18:10


    ... laut amazon.de (also laut dem rezensionstext, nicht laut den technischen angaben) soll die italienische sturmhöhe-version eine englische originaltonspur besitzen und auch direktemang in und um liverpool spielen?! :mhh: ich glaube, ich würde mich direkt mal als testkarnickel anbieten und die DVD bestellen. mal gucken, was dabei herumkommt.

    aber kostüme um 1850? sturmhöhe spielte nicht zufällig gute 100 (!) jahre vorher?! :roll:



    Re: all things brontë

    Adminette - 28.04.2008, 21:27


    hier gibts ein paar "cime tempestose" clips in italienischer synchronisation... sieht etwas steifleinen aus. und das versetzen ins viktorianische umfeld geht nicht so ganz auf. aber catherine finde ich bislang ansprechender als juliette binoche. was - in der rolle - nicht direkt ein kunststück ist.



    Re: all things brontë

    Adminette - 03.05.2008, 23:42


    ich habe, für den hiesigen teil der verwandschaft, der noch mit russisch als weltspreche aufwuchs, doch mal die KSM-version der 06er jane eyre dvd bestellt. immerhin ist die spielzeit ungekürzt.

    natürlich mußte ich dann auch gleich mal einen blick hineinwerfen. zunächst dachte ich ja, nagut. so grottenschrecklich und furchtbar ist die synchronisation nicht ausgefallen. adèles akzent ist nicht so peinlich wie befürchtet (auch wenn ihre gesangseinlage komisch vrschnibbelt war) und überhaupt hat man das gefühl, die sprecher hätten den o-ton wenigstens mal gehört und sich ab und an den betonungen und zwischenlauten angepaßt.

    an den stimmlich 2o jahre älteren, tranigen rochester gewöhnt man sich sicher. vielleicht wurde eine derart unattraktive stimme ja auch mit bedacht ausgesucht, weil der darsteller ja schon mehr eindruck schindet, als nach brontes eigenen worten zu erwarten war. und janes stimme... nunja. immerhin spricht sie flüssig. dass die serien durch die synchronisationen stimmlich wie inhaltlich banalisiert werden und die deutschen sprecher mit derartigen texten auch immer furchtbar steif, unnatürlich und gespreizt umgehen ist ja nichts neues. wenn es der beschenkten, mit der originalversion nicht vertrauten nichts ausmacht, wieso sollte es mich dann scheren.

    nach den ersten 50 minuten mußte ich aber doch dringend wieder auf englisch umschalten. nicht nur, dass mich rochesters stimme immer mehr an homer simpsons erinnerte. ich wollte es ja nicht glauben, aber offensichtlich wurden die texte aus dem stehgreif und ohne anwesenheit eines simplen wörterbuches übersetzt. besonders bei rochesters etwas exzentrischen gedankengängen wird offenbar, dass der übersetzer keinen schimmer hatte, wovon gesprochen wird. dabei kann es ja wohl kaum zuviel verlangt sein. selbst alltägliche wendungen und vokabeln wurden so offensichtlich falsch übersetzt, dass am ende nur noch totale grütze überbleibt und man sich dann eher noch als der übersetzter fragt, was zum teufel die leute da eigentlich faseln. (den drawing room als zeichenraum fand ich ja noch nichtmal gar so furchtbar. schlimmer waren die sinnverfälschenden gespräche. rochester wirft jane an den kopf, sie schaue so wunderbar schamlos [!!]drein, dass sie imstande sei, auch der tiefsten seele geheimnisse zu entreissen und sie fühlt sich dafür geschmeichelt?? wie kommen die überhaupt darauf, dass judgement vorurteil und pity scham hieße!??! :nixweiss:)

    hat aber auch sein gutes. man entdeckt so noch mehr nuancen im englischen script und auch im spiel der darsteller.



    etwas bemerkenswerteres haben allerdings die extras noch zu bieten: so ist die sequenz mit den geschnittenen szenen fast doppelt so lang, wie auf der BBC-dvd. es sind zwar vergeigte takes und make-up/kostümproben mit dabei, aber auch wirklich geschnittene szenen. so sieht man, wie auch blanche des nachts aufgeschreckt wird, der berühmte blitzgetroffene baum wird von adèle am morgen danach komplett entlaubt entdeckt, st. john, der mit dem weißen ross... ähh... hund, trägt die unbehütete jane der sonne entgegen und über die schwelle und noch einiges mehr.



    für mich als vollständigkeitsjunkie war das doch eine kleine aber angenehme überraschung. ausserdem weiß ich jetzt, dass francesca annis klosterschülerin war und tatsächlich nonne werden wollte ;D



    Re: all things brontë

    Adminette - 05.05.2008, 19:49


    ich habe mich jetzt noch durch den rest der deutschen version gewurstelt und es waren tatsächlich noch einige perlen gekonnter übersetzung drin...

    so wurde aus dem "rivers fellow", nachdem sich rochester zum schluss so schön grantelnd erkundigt, tatsächlich dieser "fluss bursche" :lol: soviel fantasie muss man erstmal aufbringen, ich wäre jedenfalls nicht darauf gekommen.

    und am schluss des features mit den geschnittenen szenen darf ruth wilson ausgiebiger die lippen blecken als scarlett johansson während ihrer ganzen karriere. ganz zu schweigen von dem schmollen, dass keira knightley ja immer verboten wird. ich frage mich wirklich ein wenig, ob das nicht eigentlich ein fetischfilmchen werden sollte :shock:



    Re: all things brontë

    Ulli - 06.05.2008, 09:39


    Anna hat folgendes geschrieben:
    so wurde aus dem "rivers fellow", nachdem sich rochester zum schluss so schön grantelnd erkundigt, tatsächlich dieser "fluss bursche" :lol: soviel fantasie muss man erstmal aufbringen, ich wäre jedenfalls nicht darauf gekommen.



    Ach wie nett! Ich gerate gerade stark in Versuchung, mir die dt. Fassung anzuschaffen. Sie scheint ja außerordentlichen Unterhaltungswert zu haben :hurra: .



    Re: all things brontë

    simone - 06.05.2008, 12:12


    Ulli hat folgendes geschrieben:
    Ach wie nett! Ich gerate gerade stark in Versuchung, mir die dt. Fassung anzuschaffen.

    :suspekt:

    aber Fluss Bursche ist für mich wirklich das Highlight :prust:

    Die spanische DVD enthält übrigens auch Outtakes die nicht auf der UK DVD sind, das sind wahrscheinlich die gleichen......finde das mal wieder echt toll dass die BBC die nicht mit draufgepackt hat :zeter: kannst du mal die Szenen aufzählen, ich will mir nämlich auf keinen Fall die deutsche DVD kaufen, aber interessieren würden mich die geschnittenen Szenen schon :phew:

    Noch was zu "Wuthering Heights", da wird ja in Hollywood doch noch an einer neuen Version gebastelt, aber statt Angelina Jolie soll Nathalie Portman die Cathy spielen und Andrew Lincoln (Love Actually)Edgar Linton.



    Re: all things brontë

    Adminette - 06.05.2008, 13:52


    huch. hab ich zu der wuthering heights sache noch garnichts geschrieben?! hoppla. jedenfalls war meine fernsehzeitung schon am spekulieren, ob nicht colin farrell die rolle des heathcliff übernimmt. bei aller liebe. angelina jolie und colin farrel in einem klassiker. so krank kann doch gar kein casting agent sein. oder?

    zu den geschnittenen szenen: es sind - neben den schon erwähnten,





    eher so kleinere einsprengsel als komplette szenen. so sieht man jane noch ein wenig übers moor wandern und ins haus der rivers geschwister gehen, wo man diana und mary fröhlich reden hört. jane - auf dem dunklen flur - flüchtet sich bei der gelegenheit lieber in ihr eigenes dunkles zimmer. ich nehme an, in den anschluss gehört die szene, in der sie allein auf dem bett sitzt und so herzerweichend über den verlust von rochester weint.



    dann ist da noch eine szene, in der sie in irgendein halbbewohntes aber als verlassen geltendes zimmer in thornfield vorstößt und dann aber die tür gleich wieder schließt. war wohl das vorzimmer zu berthas verlies. leider ist der ton so leise bzw. nicht enthalten, dass ich nicht sagen kann, ob sie nur in das zimmer läuft, weil sie dieses lachen hörte.

    bei den "bloopers" sind eigentlich nur versprecher, einmal stößt sich jane am bett das köpfchen und christina cole/blanche ingram hatte andauernd mit der lila scherpe ihres reitzylinders zu kämpfen.

    notfalls kann ich dir/euch die DVD aber auch einfach mal leihen :wink:

    PS: folgender war aber auch nicht schlecht: "You were mistaken, jane eyre!" - "Sie wurden mißverstanden, Jane Eyre"...



    Re: all things brontë

    simone - 07.05.2008, 07:15


    Es wird übrigens nicht nur an einer Kinoversion von "Wuthering Heights" gebastelt sondern auch an "Jane Eyre", siehe hier, wobei ich Ellen Page ja viel zu niedlich finde um eine glaubwürdige Jane Eyre abzugeben.



    Re: all things brontë

    Sefie - 07.05.2008, 13:07


    In die deutsche Jane Eyre Fassung werde ich mein Geld lieber nicht investieren. :shock: Vielleicht hat man die Dialoge auch einfach in so einen Google/Babelfish...-Übersetzungprogramm eingegeben und geschaut, was rauskommt. :anonym: :wink: (Da gebe ich für die des fließenden Englisch nicht Mächtigen zu Hause lieber weiter den Synchronübersetzer. :lol: )


    Und Ellen Page als Jane Eyre kann ich mir auch nicht so recht vorstellen...



    Re: all things brontë

    Bruki - 07.05.2008, 18:28


    Sefie hat folgendes geschrieben: Und Ellen Page als Jane Eyre kann ich mir auch nicht so recht vorstellen...
    Also, jetzt muss ich mal eingreifen: In "Hard Candy" hat sie eine so gute Jane Eyre abgeliefert, dass das bisschen, was ihrer Hayley noch an der Jane fehlte, wohl inzwischen vorhanden sein könnte (KK hat's ja schließlich auch bis zur Elizabeth Bennet gebracht - von Gwyneth Paltrow mal ganz zu schweigen :wink:)...

    Ich weiß nur nicht, ob Ellen Page den Dialekt so hinbekommt... aber das hat mich bei Gwyneth in "Possession" auch nicht weiter gestört, obwohl die Puristen auf IMDB sich jedesmal über deren Südstaatenslang aufregen...

    Aber den Jane-Eyre-entmannt-Rochester-Mythos hat Ellen Page bestimmt drauf und ich freue mich schon, die neue Variante zu sehen... obwohl ich mich lieber noch etwas zurückhalte, denn das Ganze scheint mir doch noch zu wage zu sein...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    simone - 07.05.2008, 18:56


    schauspielerisch traue ich ihr die Rolle schon zu und vielleicht bekommt den Rest auch noch hin (dass sie nicht so wie ein Püppchen aussieht), kommt ja auch darauf an wer noch alles mitspielt, das Skript etc.



    Re: all things brontë

    Adminette - 07.05.2008, 21:01


    mich schreckt da doch eher die nähe zur letzten, ausführlichen adaption ab. es wird zwar immer gesagt, man könne die medien (TV und KINO) nicht miteinandervergleichen. aber was bitte soll man denn sonst tun? die vergleiche drängen sich ja doch auf. und auch wenn der film wunderbar neue ansätze liefert, hat man sich gerade erst eingehend dem thema gewidmet. wär die frage, ob man dann sofort schon wieder appetit auf eine weitere portion bekommt. naja. warten wir mal auf bekanntgabe der beilagen ;D



    Re: all things brontë

    simone - 08.05.2008, 07:22


    Anna hat folgendes geschrieben: die vergleiche drängen sich ja doch auf. und auch wenn der film wunderbar neue ansätze liefert, hat man sich gerade erst eingehend dem thema gewidmet. wär die frage, ob man dann sofort schon wieder appetit auf eine weitere portion bekommt. naja. warten wir mal auf bekanntgabe der beilagen.

    Wobei es im Vergleich dann eine 2h- Version immer schwer hat, auch wenn sie noch so gute Ansätze liefert, man muss eben sehr viel weglassen, das Skript muss dann schon sehr gut sein. Die letzte Kinoversion (Franco Zeffirelli) fand ich in vielerlei Hinsicht misslungen, deshalb bleibe ich erstmal skeptisch.



    Re: all things brontë

    simone - 10.05.2008, 20:08


    Natalie Portman ist als Cathy anscheinend wieder aus dem Rennen, man sucht eine englische Schauspielerin (ich hoffe nur man wird nicht bei KK fündig), Michael Fassbender soll den Heathcliff spielen. Finde ich eine ganz gute Wahl, vom Typ her passt er zu so einem schwierigen Charakter.



    Re: all things brontë

    Adminette - 10.05.2008, 22:20


    simone hat folgendes geschrieben: (ich hoffe nur man wird nicht bei KK fündig)

    :lol:

    naja, für derartige rollen müßte sie selbst für casting agenten aus dem mustopf erstmal passé sein. zumindest, bis sie alt genug ist, die ältliche mamsell zu spielen.

    uhh. imdb hat mir gerade offenbahrt, dass der junge mann im grunde genommen aus heidelberg stammt. bist du sicher, dass der die rolle sicher hat? wenn die briten erst spitzkriegen, wer da ihren heathcliff mimen soll... wer weiß :suspekt: :kreuz: :wink:

    ich hoffe mal, er wird zünftig zurechtgemacht, nicht so schmierig, wie ralph fiennes. jedenfalls ist er meiner notiz bislang (in "300", "sherlock holmes" und "gunpowder treason and plot") eher entschlüpft.

    wo gabs denn die info? beim bronteblog?

    EDIT: jedenfalls hat der bronteblog einen recht interessanten eintrag zum thema. unter anderem, dass wohl eher natalie portman selbst als die produzenten kalte füße bekommen hat und abgesprungen ist.

    baz bamigboye - dessen name mir irgendwie bekannt vorkommt hat folgendes geschrieben: Cameras aren't due to roll on Wuthering Heights till the autumn, so there's still time to cast the right person for Cathy (which rules out Scarlett Johansson).

    blöderweise schlägt der mann als ersatzactricen ernsthaft sienna miller, emily blunt und - keira knightley - vor :gähn:

    und weiterhin erwähnt die blogadminette, dass das ITV projekt "wuthering heights" tatsächlich in fünf wochen gedreht und ende des jahres versendet werden soll. :mhh: beim sender ist nicht der kleinste hinweis darauf zu finden, was aber natürlich nichts heißen muss.

    PS: ich glaube, dieser fassbender könnte die slightly durchgeknallte note durchaus hinkriegen:



    :kreuz:

    PPS: oh, und ich scheine nicht die einzige zu sein, die eine neue jane eyre verfilmung für eine komische idee hält...



    Re: all things brontë

    Bruki - 11.05.2008, 10:03


    Anna hat folgendes geschrieben: ... oh, und ich scheine nicht die einzige zu sein, die eine neue jane eyre verfilmung für eine komische idee hält...
    Na ja, ich finde das gar nicht so abwegig... "Jane Eyre" ist zwar nicht geradewegs "der Bringer", aber der Jane-Eyre-Charakter ist, denk ich, einer der Archetypen der Weltkultur?! Rochester ist dagegen so ziemlich "link" als "Held"...

    Ich bin schon lange der Ansicht, Charlotte Bronte hat mit "Jane Eyre" den so ziemlich ersten feministischen Roman verfasst - und damit das Thema der Emanzipation der Frau im Roman eingeleitet... Das Problem ist nur, dass das, was man gemeinhin "Realität" nennt, nicht gerade Charlottes Sache war... durch die etwas einseitige Bevorzugung der fein ausgearbeiteten weiblichen Charaktere (oder sollte man sagen ihre verschwiemelte Sicht auf die Männlichkeit? - angeblich soll daran Byron schuld gewesen sein ... kann ich mir jedenfalls vorstellen :wink:, denn was für "Männer" kannte sie schon? ... und wie sah sie sie??) fehlt dem ganzen Stoff die Ausgewogenheit... und die künstlich (nachträglich) in eine Verfilmung reinbringen zu wollen, indem man Rochester "geraderückt", versetzt den ganzen Stoff (so wie man es in der letzten Verfilmung, die sicher ihre Meriten hat - sehen kann)...

    Aber verfilmbar ist der Stoff schon, denke ich... obwohl nicht ohne Probleme: Man denke allein an die recht ausführlichen und für das Verständnis des Charakters wichtige Kindheit Jane Eyres oder die "Zufälle", die Charlotte Bronte im 2. Teil benötigt, um die Handlung voranzutreiben (z.B. die Begegnung mit den Rivers)... ganz zu schweigen von der so absurden "irren Ehefrau auf dem Dachboden" als Peripetie des Romans (wie absurd das ist, wird klar, wenn man z.B. die formal recht ähnliche Struktur von Jane Austens P&P dagegen hält: Wie wahrscheinlich ist dessen Höhepunkt - die Enthüllung des "Geheimnisses" Mr. Darcys in der ersten Proposal-Szene?)... Und welches Bild wirft das auf das Verhalten und den Charakter der männlichen Hauptperson des Romans?

    Ich finde eher "Wuthering Heights" unverfilmbar... denn wie man es auch anstellt, erstes ist der "Hauptheld" eigentlich nicht zur Identifikation geeignet (ebenso wenig wie die diversen Cathys) und zweitens ist die Aufeinanderfolge von Generationen und die lange Laufzeit der Handlung schwer in einem Film zu quetschen (wer will sich schon nach der Hälfte der Laufzeit eines Filmes von den meisten Hauptpersonen verabschieden und diese durch immer neue "Helden" ersetzt sehen?)...

    Das bedeutet, es muss eine Serie her - mit teilweise in sich geschlossenen Handlungssträngen, so dass man von Folge zu Folge auch das Personal wechseln kann - welches allein durch die Rolle des Heathcliff zusammengehalten wird... und Heathcliffs Wandlung vom grausam zusammengequetschten Outsider zum ebenso blindwütigen Rächer muss ein wirklich überzeugender (hervorragender) Schauspieler verkörpern...

    Die Frauenrollen, denk ich, sind dann eher dekorativ ... die meisten (außer vielleicht die erste Cathy, die eine gewisse Tiefe zu besitzen scheint) sind ja im Verlauf der Handlung auch vor allem Opfer des blindwütigen Rachfeldzuges des psychopathischen Heathcliff und haben somit eher wenig eigene Substanz...

    Komischerweise scheint die Besetzung der weiblichen Hauptrolle für die Macher einen größere Rolle zu spielen als alles anderes... - Und das lässt mich vermuten, dass man auch die Handlung des Filmes so ummodeln wird, dass sich das "kommerzielle Gewicht" des weiblichen "Stars" darin wiederspiegeln wird... also eher nicht dem Roman entsprechend...

    Bruki :bruki:

    PS: Ich frage mich gerade, was wohl passieren würde, wenn man Jane Eyre und Heathcliff aufeinander hetzen würde?! Was für ein Match würde das werden? :rofl:



    Re: all things brontë

    simone - 11.05.2008, 10:04


    Genau, beim Bronteblog hab ich das gelesen. Das mit dem ITV Wuthering Heights wundert mich auch, im Gespräch war es ja schon länger, aber irgendwelche News hab ich auch nie entdeckt, wobei sich ITV ja (auf der Homepage sowieso) immer sehr bedeckt hält. Vielleicht wollen sie es im Herbst zusammen mit "Lost in Austen" bringen?? Bei ITV wundert mich auch, dass es ihre neue Version von "the old curiosity shop" immer noch nicht auf DVD gibt, war die so schlecht??
    Michael Fassbender habe ich bisher auch nur in Angel, Sherlock Holmes und Gunpowder, Treason & Plot gesehen, ich glaube dass er die Rolle sehr gut spielen kann, er hat die richtige Mischung für einen Charakter wie Heathcliff. Aber sicher hat die Rolle wohl noch nicht.



    Re: all things brontë

    Adminette - 11.05.2008, 16:05


    Bruki hat folgendes geschrieben: Anna hat folgendes geschrieben: ... oh, und ich scheine nicht die einzige zu sein, die eine neue jane eyre verfilmung für eine komische idee hält...
    Na ja, ich finde das gar nicht so abwegig... "Jane Eyre" ist zwar nicht geradewegs "der Bringer", aber der Jane-Eyre-Charakter ist, denk ich, einer der Archetypen der Weltkultur?!
    Aber verfilmbar ist der Stoff schon, denke ich... obwohl nicht ohne Probleme

    an der kinoverfilmbarkeit zweifle ich nicht generell. obwohl die zeitliche beschränkung für das medium kino schon erhebliche probleme mit sich bringt. allerdings ist der gesetzte zeitpunkt etwas blöd gewählt. und was mich am meisten stört, ist die tatsache, dass man sich viel eher mal andere romane charlottes vorknüpfen könnte. oder, wenn die als noch viel unverfilmbarer gelten, dochmal "the tenant of wildfell hall" ohne tara fitzgerald zu machen. das stelle ich mir zumindest für den regisseur usw als dankbarer vor.



    Re: all things brontë

    simone - 16.05.2008, 19:25


    simone hat folgendes geschrieben:
    Michael Fassbender....Heathcliff. Aber sicher hat die Rolle wohl noch nicht.

    Laut Bronteblog hat er unterschrieben, er ist also der neue Heathcliff und man scheint zufrieden mit der Wahl:
    Maybury (director) had already screen-tested Fassbender and was knocked out by the power of his acting“Fassbender has a touch of genius about him,” said HanWay’s chief exec Tim Haslam. “He’ll be a revelation — brooding, wild and dangerous — he could be a Brando for Britain.”



    Re: all things brontë

    Adminette - 16.05.2008, 20:01


    simone hat folgendes geschrieben: he could be a Brando for Britain.”

    wie war das doch gleich mit der selbstüberschätzung?!? :lol:

    :ohhhh:

    ach du liebe güte. den fleischigeren part der neuigkeiten vom brontblog hast du sicherlich in sorge um meine gesundheit aussen vorgelassen (son pech, dass ich trotzdem gucken war...) :wink:

    da wird ernsthaft mit sienna miller über den cathy-part verhandelt? och nööö. wie wäre es zur abwechslung mal mit sienna guillory?



    Re: all things brontë

    simone - 16.05.2008, 20:55


    Anna hat folgendes geschrieben:
    ach du liebe güte. den fleischigeren part der neuigkeiten vom brontblog hast du sicherlich in sorge um meine gesundheit aussen vorgelassen (son pech, dass ich trotzdem gucken war...) :wink:


    solange da noch nichts in trockenen Tüchern ist kann man ja noch hoffen :wink:



    Re: all things brontë

    Adminette - 16.05.2008, 21:00


    darauf, dass der regisseur doch auf keira knightley als alternative zurückgreift?!? :suspekt: ;D



    Re: all things brontë

    simone - 31.05.2008, 20:59


    Beim Bronteblog steht jetzt übrigens der Cast zur ITV Version von Wuthering Heights, eine mir unbekannte Charlotte Riley spielt die Cathy,Rebecca Night ihre Tochter, Tom Hardy (demnächst ja auch in Tess) spielt Heathcliff (da finde ich Michael Fassbender bis jetzt die bessere Wahl), Andrew Lincoln als Edgar Linton (bei ihm dachte ich er wäre in der Kinoversion dabei). Geplant sind drei Folgen.



    Re: all things brontë

    Ulli - 02.06.2008, 14:08


    Tom Hardy...Ist das nicht der mit dem großen Mund? Ich glaube, den brauche ich nicht wirklich als Heathcliff. Für mich ist er noch zusehr eine Modeerscheinung, denn markanter Kopf. Michael Fassbender finde ich da auch die interessantere Wahl. Habe ihn gerade wieder in einer Nebenrolle gesehen und weiß immer noch nicht, ob er warm oder kalt ist. Seine Stimme ist jedenfalls wie gegen den Strich gekämmter Samt. Ob er die Rolle wirklich gebacken kriegt, kann ich nicht einschätzen, aber zumindest kann ich mir die Zwiespältigkeit des Charakters bei ihm sehr gut vorstellen.



    Re: all things brontë

    Adminette - 02.06.2008, 18:38


    ich sehe tom hardy gewöhnlich schon ganz gerne. aber als heathcliff scheint er mir physisch zu weich, zu rund. und rebecca night... die war doch letztes jahr noch fanny hill, richtig? naja. wär ja schlimm, wenn die serie so gut wäre, dass sich níemals wieder jemand dran versuchen wollen sollte... immerhin steht noch eine anständige BBC version aus :wink:



    Re: all things brontë

    Adminette - 14.06.2008, 14:06


    hier gehts zur imdb - seite für ITVs neuauflage von der "stürmischen höhen".

    übrigens schreibt meine TV-zeitschrift folgendes über die demnächst erscheinende WH-dvd mit alessio boni:

    Zitat: der italienische zweiteiler von literatur-spezi fabrizio costa ("krieg und frieden" wurde aufwändig in tschechien und cornwall in szene gesetzt. die geschichte um die vergebliche liebe eines findelkindes und seiner stiefschwester ist zeitlos gut, jedoch wurde sie schon besser erzählt. die doppel-dvd bietet neben dem film nur kurze infos über das buch und seine autorin.

    film: 1/3
    bild: 1/3
    ton: 1/3
    extras: 1/3

    FAZIT: lichtjahre von der laurence-olivier-verfilmung entfernt.



    Re: all things brontë

    Adminette - 16.06.2008, 19:44


    hier im guckfenster zum trailer abspielen gibt es übrigens eine kostprobe des neuen, von KSM extra für die literaturverfilmungen eingestellten, synchronstudios. immerhin kann man ihnen nicht vorwerfen, nicht auf kundenbeiträge einzugehen...



    Re: all things brontë

    Adminette - 19.06.2008, 23:07


    ich habe heute (trotzdem) mal einen blick in "cime tempestose" getan.





    Re: all things brontë

    simone - 20.06.2008, 10:02


    Anna hat folgendes geschrieben: hier im guckfenster zum trailer abspielen gibt es übrigens eine kostprobe des neuen, von KSM extra für die literaturverfilmungen eingestellten, synchronstudios. immerhin kann man ihnen nicht vorwerfen, nicht auf kundenbeiträge einzugehen...

    Von den Stimmen her klingt es eindeutig besser als wie z.B. bei Jane Eyre, da scheint schon eine Verbesserung da zu sein. Und da ich kein Italienisch kann, werden mir bei dem Film auch keine Übersetzungspatzer auffallen (bei Middlemarch und Moll Flanders gibts bei amazon auch ein Trailer, klingt auf den ersten Blick auch ganz ordentlich).

    Und wie ist deine Meinung zu dem Film? Ich finde ja den Schnee ziemlich unpassend. Spielt aber schon in England oder?



    Re: all things brontë

    Adminette - 20.06.2008, 17:41


    was ich zu dem film meine?

    nun, man kann ihn sich gut angucken, wenn man sich davon überzeugen will, dass es kein schlichtes vorurteil ist, zu sagen, die literaturverfilmungen, vor allem die britischer romanklassiker, wären der BBC zu überlassen, weil die das eben am anständigsten anstellt.

    dass in liverpool gedreht wurde, ist nur minimalst zu bemerken. ausgerechnet in den szenen, in denen heathcliff auf dem schiff anheuert, um da sein geld zu machen und als gemachter mann nach yorkshire zurückzukehren... (!) der rest ist schnee von gestern. und der kann nur in tschechien so malerisch aussehen. genau das ist auch der haken am schnee. die eislandschaft als symbol für die umfassende emotionale kälte und unwirtlichkeit mag ja gut gedacht sein. dann kann man cathy und heath auch ordentlich hintervorgeblendetem feuer umherzüngeln lassen. von wegen die flamme der leidenschaft und so. aber schneelandschaften sind schlichtweg zu sauber, rein und ästhetisch, um als anständiger hintergrund einer so furchterregenden handlung zu fungieren. jedenfalls empfinde ich eine centimeterdicke schneedecke als das ganze gegenteil von dreck, schmand, bäh und menschlichem wirken.



    die (ich glaube gar extra für den film zusammengezimmerten) heights sehen aus, wie ein zuckerbäckerhäuschen. oder so, dass ich eher erwartet hätte, es würde gleich auf zwei großen hühnerfüßen davontaumeln. die grange, oder das, was die grange darstellen soll, ist so offensichtlich erst gebaut, als emily bronte schon ein gutes halbes jahrhundert im grab lag (von cathy und heathcliff ganz zu schweigen), dass es auch nicht mehr als hoppla durchgehen kann. die beleuchtung in den innenräumen erinnert furchtbar stark an die der alten BBC-dramen, die kostüme sind aber anständig. ist ja auch eine italienische produktion. man muss ja wenigstens den anschein wahren...



    die schauspieler sind größtenteils hölzern. ehrlich. ich habe schon jetzt beim gucken mike fassbenders interpretation so vor mich hingelobt und bin versucht, alessio boni zu empfehlen, er möge sich bitte auf modefotografie beschränken. vielleicht komme ich auch einfach nicht mit der italienischen schule der darsteller klar :mhh: cathy war zumindest sehr ansehnlich. erinnerte mich an eine mischung aus isabella adjani und olivia hussey. wobei man das spiel der adjani nicht mit in die wagschale lege. der junge ivory (ja ja, hindley earnshaw heißt tatsächlich ivory :nixweiss:) hat auch ganz flüssig gespielt. der hatte seinen text im original allerdings auch merklich in englisch eingesprochen. vielleicht also ein ansässiger liverpoole?



    alles in allem geschah die adaption sicher nicht ohne anspruch. es sind schon bedachte wiederholungen und kreuzungen in der bildsprache. so werden die krankmachenden heights bei ankunft lockwoods nur in kompletter schräglage gezeigt. damit also jeder mitbekommt, wie der haussegen hängt. auch ist alles sehr detailreich. zu detailreich, wenn man es recht betrachtet. denn trotz zwei teilen zu je ca. 100 min wird die zweite generation des buches, ergo ein großteil der geschichte nicht erzählt. die mystischen elemente fallen flach (hätten in der schneelandschaft auch irgendwie nicht gewirkt), worüber ich besonders enttäuscht bin. hätte zu gern gesehen, wie heathcliff seine cathy ausbuddelt. es werden möglichkeiten, die tiefen des buches auszuloten, zielsicher umgangen, alle untiefen aber ebenso zielsicher durchlatscht. dabei sollte man bei italiener doch annehmen, dass die etwas leidenschaftlicher zur sache gehen, als die blassen briten mit den steifen oberlippen. erstrecht, als so ein kleines schwindsüchtiges mädel, dass von der welt doch nix gesehen haben kann... :cool:



    ich gehe mal davon aus, dass der text diesmal von den italienern so verhunzt/trivialisiert wurde, nicht von KSMs stolz präsentiertem neuen synchronstudio. selbiges ist schon wesentlich besser. wenn auch immernoch nicht ideal. obwohl man/ich das ganze erst abschließend bewerten möchte, wenn ich den o-ton wieder kenne. immerhin waren die stimmen nicht so unpassen und ich hatte eigentlich auch nicht das bedürfnis, gleich hintenüber zu kippen... was dich hoffentlich auch nicht überkommt, wenn du nun diese ellenlange antwort auf deine frage serviert bekommst ;D



    Re: all things brontë

    simone - 20.06.2008, 21:40


    Anna hat folgendes geschrieben: ... was dich hoffentlich auch nicht überkommt, wenn du nun diese ellenlange antwort auf deine frage serviert bekommst ;D
    :lol: geht gerade noch :wink:

    Ich finde es ja immer schade, wenn der zweite Teil der Geschichte nicht mehr zum Zuge kommt, allerdings fand ich die Binoche/Finnes Version auch nicht überragend. Aber diesen Schnee empfinde ich doch als sehr unpassend, auch wenn es gut gemeint war von den Filmmachern. Freue mich jetzt schon umso mehr auf die neuen Filme, es muss ja endlich mal eine geben die dem Buch einigermaßen gerecht wird! Und Michael Fassbender ist für mich schon mal die Traumbesetzung, nur schade, dass er in der Kinoversion spielt, würde ihn lieber in einer längeren Fassung sehen.



    Re: all things brontë

    Adminette - 20.06.2008, 21:54


    simone hat folgendes geschrieben:
    Ich finde es ja immer schade, wenn der zweite Teil der Geschichte nicht mehr zum Zuge kommt

    das zum einen. der autor wird sich nicht umsonst das hirn nach der zweiten hälfte zermatert haben. man könnte es also auch schlichtweg respektlos nennen, könnte man... :wink: zum anderen wäre es schlichtweg unerträglich, wenn nicht der kleinste hoffnungsvolle ausblick auf wiederhergestellte ordnung aufkäme... wie es bei der verbindung von hareton und cathy der fall ist. ausserdem liebe ich leute, die sich trotz anziehung herzhaft streiten können. wie kann man als filmemacher so eine chance nur ungenutz lassen?

    Zitat: allerdings fand ich die Binoche/Finnes Version auch nicht überragend.

    wenn man von den landschaften absieht war die recht unbrauchbar, wie auch die 98er version von ITV, obwohl da hareton und cathy II immerhin gut besetzt waren...

    Zitat: es muss ja endlich mal eine geben die dem Buch einigermaßen gerecht wird!

    gibt es durchaus. schonmal "sparkhouse" versucht?

    Zitat: Und Michael Fassbender ist für mich schon mal die Traumbesetzung, nur schade, dass er in der Kinoversion spielt, würde ihn lieber in einer längeren Fassung sehen.

    ja. aber auch nicht die von ITV :bg:

    wir werden sehen. lieber früher als später... :hurra:



    Re: all things brontë

    Bruki - 20.06.2008, 22:04


    Nach den Bildern sieht es wie eine Neuauflage einer "Winterromanze" aus... Den Roman sehe ich immer braun und verregnet resp. in tiefem Violett vor mir... nicht schneeweiß...

    Ich finde, die beste Verfilmung bisher ist die aus dem Jahr 1978 der BBC mit einem Heathcliff, der einem wirklich das Blut in den Adern gefrieren ließ... und das nicht nur, wenn er den heißkalten Satan raushängen, sondern gerade dann wenn er seinen Charme spielen ließ ... und man immer rufen wollte: "Fall nicht drauf rein - renne so schnell Du kannst!" ... Mal abgesehen davon, dass diese meiner Kenntnis nach die einzige ist, die werkgetreu vorgegangen ist (einschließlich der Grabschändung :wink:)...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Bruki - 20.06.2008, 22:23


    Anna hat folgendes geschrieben: simone hat folgendes geschrieben: es muss ja endlich mal eine geben die dem Buch einigermaßen gerecht wird!
    gibt es durchaus. schonmal "sparkhouse" versucht?
    Tihi :rofl: - und was ist mit der hier: "Wuthering Heights - Eine brennend heiße Love Story"? :aetsch:

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Adminette - 20.06.2008, 22:41


    Bruki hat folgendes geschrieben: und was ist mit der hier

    das ist die einzig wirkliche grabschändung :aetsch: - von der es glaub ich noch eine im kosminsky film oder in der ITV variante gab. zumindest könnte ich mir vorstellen, dass ITV sich nicht daran stört, so tief in die kiste zu greifen...



    Re: all things brontë

    simone - 20.06.2008, 23:06


    Anna hat folgendes geschrieben:
    gibt es durchaus. schonmal "sparkhouse" versucht?


    Hast recht, Sparhouse hat mir sehr gut gefallen, daran dachte ich jetzt nicht als ich an buchnahe Verfilmungen dachte :wink: .

    Bruki hat folgendes geschrieben:
    Ich finde, die beste Verfilmung bisher ist die aus dem Jahr 1978 der BBC mit einem Heathcliff, der einem wirklich das Blut in den Adern gefrieren ließ

    Ich fand den Heathcliff trotzdem nicht gut getroffen, der hatte ja gar nichts sympathisches mehr. Das macht ja auch das schwierige an der Rolle aus, beides in einer Person zu verbinden, das hat meiner Meinung bisher keiner so wirklich hinbekommen.



    Re: all things brontë

    Bruki - 21.06.2008, 08:36


    simone hat folgendes geschrieben: Bruki hat folgendes geschrieben: Ich finde, die beste Verfilmung bisher ist die aus dem Jahr 1978 der BBC mit einem Heathcliff, der einem wirklich das Blut in den Adern gefrieren ließ
    Ich fand den Heathcliff trotzdem nicht gut getroffen, der hatte ja gar nichts sympathisches mehr. Das macht ja auch das schwierige an der Rolle aus, beides in einer Person zu verbinden...
    Na ja, das ist eine seiner Eigenschaften... Er ist ja keines der höflichen Gentleman-Weicheier, wie Edgar Linton... sondern eher einer der südländischen Typen - ein Zigeuner oder Naturbursche...

    Dabei gibt es auch genug Szenen, wo er charmant und liebenswert ist (oder sich zumindest so gibt - was ja der Zuschauer, der die ganze Story kennt, durchschaut - die Beteiligten jedoch teilweise nicht)... das beeinflusst evtl. die Sicht der Zuschauer auf die Darstellung...

    Die andern Heathcliffs sind mir teilweise zu weichgespült... denen fehlt das brutal-rasende vollkommen - und die Finsternis ... meist wollen die Dramaturgen ja auch die Romanze in den Mittelpunkt rücken, die Emily im Buch ja nur andeutet, aus zweiter Hand berichtet - bzw. sich auszumalen sie hauptsächlich der Phantasie ihrer Leser(innen) überließ...

    Soweit ich mich erinnere, gab es auch 2 Heathcliffs in der Verfilmung - einen jungen un einen alten(?) ...

    Die seltsame "Liebesbeziehung" zwischen ihn und Cathy hab ich auch im Buch so gesehen, dass sich da zwei Soziopathen gefunden haben... und das kommt in der genannten Verfilmung auch gut raus...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Mme. O - 25.06.2008, 12:35


    Hallo Anna!

    ich glaube ich habe Dich als Amazonrezensentin erkannt. Deine Rezen fallen dort den Period Dramen Fans auf, nicht nur wegen der durchgängigen kleinschreibung. :-)
    Oder täusche ich mich doch?
    Ich bin`s, die Amazon Ophelia!

    Ja auf den Film sind wir hereingefallen aber habt Ihr auch schon gehört, dass es 2010 eine britische KINOversion des Sturmhöhestoffes geben soll? *fingerleck*



    Re: all things brontë

    Adminette - 25.06.2008, 20:18


    jepp. erwischt :wink:

    La Traviata hat folgendes geschrieben:
    Ja auf den Film sind wir hereingefallen aber habt Ihr auch schon gehört, dass es 2010 eine britische KINOversion des Sturmhöhestoffes geben soll? *fingerleck*

    nochmal jepp. ab hier haben wir uns darüber schonmal unterhalten. dieses jahr soll es sogar noch eine mehrteilige serie von ITV (die ua. für das gros der letzten austenfilm, sharpe, hornblower etc zuständig waren).



    Re: all things brontë

    Mme. O - 26.06.2008, 13:52


    Huuiii! *michschonmalfreu!* :hurra:

    Ja dann habe ich ja was Sturmhöhe betrifft noch viel zu tun....
    Demnächst kommt erstmal die Fassung mit Fiennes und Binoche dran. Bin gespannt. Aber kann nach der italienischen Fassung eigentlich ja nur besser werden, oder?

    Lieber Gruß



    Re: all things brontë

    Bruki - 26.06.2008, 17:29


    La Traviata hat folgendes geschrieben: Ja dann habe ich ja was Sturmhöhe betrifft noch viel zu tun.... Demnächst kommt erstmal die Fassung mit Fiennes und Binoche dran. Bin gespannt. Aber kann nach der italienischen Fassung eigentlich ja nur besser werden, oder?
    ... und die Höhe mit dem stürmischen Hundeknutscher bei der Rundumsicht nicht vergessen :rofl:



    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Adminette - 26.06.2008, 20:55


    Bruki hat folgendes geschrieben: La Traviata hat folgendes geschrieben: Ja dann habe ich ja was Sturmhöhe betrifft noch viel zu tun.... Demnächst kommt erstmal die Fassung mit Fiennes und Binoche dran. Bin gespannt. Aber kann nach der italienischen Fassung eigentlich ja nur besser werden, oder?
    ... und die Höhe mit dem stürmischen Hundeknutscher bei der Rundumsicht nicht vergessen :rofl:



    Bruki :bruki:

    mein lieber bruki, was hast du nur an niiieeedlichen dackelbabies auszusetzen?!? :suspekt:

    La Traviata hat folgendes geschrieben: Demnächst kommt erstmal die Fassung mit Fiennes und Binoche dran. Bin gespannt. Aber kann nach der italienischen Fassung eigentlich ja nur besser werden, oder?

    naja. immerhin gibts da bemerkenswerte landschaften zu begucken, die im übrigen auch bemerkenswert schneefrei sind :wink: ich fand die besetzung nicht übermäßig. ralph fiennes war eher schmierig als dreckig. aber ich bin trotzdem gespannt, wies dir gefallen hat :ja:



    Re: all things brontë

    simone - 28.06.2008, 09:03


    Anna hat folgendes geschrieben:

    mein lieber bruki, was hast du nur an niiieeedlichen dackelbabies auszusetzen?!? :suspekt:


    Das ist aber kein Dackel, sieht mehr nach Golden Retriever aus :D .



    Re: all things brontë

    Adminette - 28.06.2008, 11:40


    ich meinte auch nicht so sehr den hund... :D



    Re: all things brontë

    simone - 28.06.2008, 12:25


    Anna hat folgendes geschrieben: ich meinte auch nicht so sehr den hund... :D

    achso, den :gans: Dackel finde ich auch ganz niedlich :grommit: :wink: .



    Re: all things brontë

    Adminette - 06.07.2008, 19:23




    hier die ersten fotos von tom hardy als heathcliff (leider mit wasserzeichen der fansite) und von oakwell hall, welches als drehort für innenraumszenen von WH genutzt wird.



    sieht ja eigentlich ganz gemütlich aus.



    Re: all things brontë

    Ulli - 07.07.2008, 09:22


    Der Junge kann ja nichts für sein Gesicht und als Elisabethaner hat er sich ganz gut geschlagen, aber hier hat ihn das Make up weder hübscher noch interessanter aussehen lassen, eher wie ein durchgeschneutztes Taschentuch im Wind. Ich hoffe, er macht die Mankos im Aussehen durch sein Spiel wieder wett.



    Re: all things brontë

    simone - 07.07.2008, 10:50


    Ulli hat folgendes geschrieben: Der Junge kann ja nichts für sein Gesicht und als Elisabethaner hat er sich ganz gut geschlagen, aber hier hat ihn das Make up weder hübscher noch interessanter aussehen lassen, eher wie ein durchgeschneutztes Taschentuch im Wind. Ich hoffe, er macht die Mankos im Aussehen durch sein Spiel wieder wett.

    Finde die Bilder auch noch nicht sehr aussagekräftig, erinnert mich eher fast an Alessio Boni :suspekt: . Von mir aus könnte endlich die Dreharbeiten für den Kinofilm losgehen :drum: ...



    Re: all things brontë

    Adminette - 07.07.2008, 11:44


    auaha. zerschneuzte taschentücher und alessio boni. bei derartiger kritik würde ich als jungdarsteller wahrscheinlich ganze taschentuchgroßpacken (mit ringelblumenextrakttränkung) vollheulen :engel:

    auch wenn ich den kinoheathcliff für die bessere rollenwahl halte (wie gesagt, das etwas angeknackste grinsen und das unnatürliche zucken im augenwinkel...), so erwarte ich mir von tom hardy doch etwas rauhere sitten als von dem lieblichen boni :ja:

    ich geh mich jetzt jedenfalls der taschentuchpackung widmen und mich ärgern, dass ich trotz hitze und wider besseren wissens unbedingt bei zugluft arbeiten mußte. schnief.



    Re: all things brontë

    Mme. O - 08.07.2008, 11:17


    Hallo Ihr Lieben!

    Sodele,
    ich habe mir die Binoche/ Fiennes Sturmhöhe reingezogen und war ziemlich angetan, muss ich sagen. Ich fand Fiennes gar nicht schmierig, ich mag ihn aber sonst auch ganz gerne bzw. schätze ihn als soliden Schauspieler. Jedenfalls war er bisher der Einzige dem ich das Abgründige und Böse abgenommen habe. Auch die Liebesgeschichte war viel frischer und lebendiger als in der Italo Sturmhöhe oder der alten Oliver Fassung. Ich würde sowieso sagen, Sturmhöhe steht und fällt mit der Besetzung des Heathcliff. Ja und die englische Landschaft: Ein Genuss nach dem vielen Schnee!!! Was ich vorallem an dem Film toll finde, ist dass er die ganze Geschichte erzählt und sich nicht total an der Liebesgeschichte vollsaugt.

    Was die neueren Verfilmungen angeht komme ich nun leicht durcheinander....

    Wo kommt jetzt der Dackel hin?

    Aaalso es gibt:

    Wuthering Heights (nur UK) 1998, Cavanagh als Heathcliff und Hund???
    Bleakhouse ( auch nur UK)
    Eine ITV Produktion ( noch im Dreh? Mehrteilig?) Tom Hardy?
    Eine Kinofassung 2010 ( geplant)
    Noch mehr?


    Die neusten Gerüchte um die Besetzung der Cathy im Kinofilm, besagen dass es sich um einen Hauptrollen "Kampf" zwischen Keira Knightley und Lindsay Lohan drehen wird. Die Natalie Portman hat abgesagt!
    Und für die Rolle des Heathcliff wird mit dem in London lebenden deutschstämmigen Darsteller Michael Fassbender ("300" "Angel - Ein Leben wie im Traum") verhandelt. Den habe habe ich als Muscleman in 300 gesehen. Keine Ahnung ob der gut gecastet ist!

    Vielleicht wisst Ihr das ja auch alles schon, ich habe im Vorfeld nicht alles gelesen, was Ihr schon geschrieben habt. :confused:

    Die Männer scheinen es eher schwer zu habe bei Euch. Welche (r) findet denn Eure uneingeschränkte Zustimmung? Nicht nur als Heathcliff?

    Jedenfalls liebe Grüße



    Re: all things brontë

    Mme. O - 08.07.2008, 12:15


    Habe nun doch nochmal weit nach hinten geblättert und gesehen, dass Ihr, was den Kinofilm betrifft ja schon längst auf dem Laufenden seid. (Sorry, ich hoffe ich nerve nicht!)

    Und dass Fassbender wohl Euer Gefallen findet und Knightley nicht. Aber Lohan fände ich noch unpassender. Ich würde Keira viel eher eine Cathy Earnshaw zutrauen als eine Lizzie Bennet!! Da wäre ihre störrische Teenyhaftigkeit besser aufgehoben.



    Re: all things brontë

    Adminette - 08.07.2008, 12:27


    du nervst natürlich nicht, ist halt immer ne zeitsache und du hast ja jetzt deine hausaufgaben gemacht :D

    ich glaube, von keira knightley sind wir eher wenig angetan, weil sie letzthin immer und nur und überhaupt solcherlei filme drehte. selbstverfreilich mit sich in der hauptrolle. irgendwann hätte man aber gerne mal ein anderes gesicht gesehen und nicht die sämtlichen heldinnen der britischen klassiker von einer dame personifiziert gewußt. lindsay lohan, wie? tja. ich hoffe, es dieses ebenso ein gerücht, wie sienna miller :kreuz: irritierend ist nur, dass man offensichtich darauf aus ist, die rolle mit einem sehr bekannten mädel zu besetzen. doof. da wäre natalie portman wohl immernoch am verträglichsten gewesen.

    laTraviata hat folgendes geschrieben: Aaalso es gibt:

    Wuthering Heights (nur UK) 1998, Cavanagh als Heathcliff und Hund???
    Bleakhouse ( auch nur UK)
    Eine ITV Produktion ( noch im Dreh? Mehrteilig?) Tom Hardy?
    Eine Kinofassung 2010 ( geplant)
    Noch mehr?

    also die wohl sämtlichen verfilmungen finden sich hier. aber ich schätze, soweit wolltest du garnicht ins detail :wink: der dackel mit dem welpen ist matthew macfadyen aus der 1998er verfilmung von ITV. er spielte hareton und an seiner seite war sarah smart als blonde cathy junior zu sehen (die besetzung von cathy senior und heathcliff fand ich da wohl nicht so doll, ich habe jedenfalls keinen hauch erinnerung an die beiden) diese junge dame ist nun erwähnenswert, weil sie den meiner bescheidenen meinung nach bislang besten heathcliff gab und zwar in sparkhouse (bleak house war doch die epische dickensverfilmung mit agent scully) :wink:

    so. ich hoffe, es sind nun alle klarheiten beseitigt :preach:



    Re: all things brontë

    Mme. O - 08.07.2008, 13:26


    Liebe Anna,

    danke für Deine schnelle Antwort!

    Die Einwände gegen Keira Knightley kann ich nun nachvollziehen. Ein frisches Gesicht wäre mir auch lieber. Wenn ich das Casting machen müsste, würde mir gerade gar niemand einfallen, der passen würde und auch noch jung genug ist um die Cathy zu spielen. Aber mich fragt ja eh keiner. :oelig:

    Uiii Spark- und Bleakhouse sollte man eigentlich nicht verwechseln. *rotwerd* (Aber: So, so Sarah Smart gab den Heathcliff?
    :wink: )
    Auf alle Fälle weiß ich nicht ob es sich lohnt auf eine deutsche KSM Version von Sparkhouse zu warten und werde wohl meine dürftigen Englischkenntnise bemühen müssen.

    Noch eins zur ITV Fassung. Weiß schon jemand ob das ein Mehrteiler wird und wieviel Minuten Spielzeit? Wird die ganze Geschichte erzählt?

    Grüße!



    Re: all things brontë

    Adminette - 08.07.2008, 14:40


    La Traviata hat folgendes geschrieben:
    Wenn ich das Casting machen müsste, würde mir gerade gar niemand einfallen, der passen würde und auch noch jung genug ist um die Cathy zu spielen. Aber mich fragt ja eh keiner. :oelig:

    naja. dafür gibt es ja die casting-agenturen und agenten, die kommen dann mit einer dicken mappe unterm arm zum filmmenschen und packen dem haufenweise fotos mit mehr oder weniger frischen unverbrauchten gesichtern und expertisen auf den tisch, bevors ans eingemachte geht. stelle ich mir recht interessant vor, so eine auswahl.

    La Traviata hat folgendes geschrieben: (Aber: So, so Sarah Smart gab den Heathcliff?
    :wink: )

    aber ja. ganz eindeutig :ja:

    Zitat: Auf alle Fälle weiß ich nicht ob es sich lohnt auf eine deutsche KSM Version von Sparkhouse zu warten und werde wohl meine dürftigen Englischkenntnise bemühen müssen.

    der vorschlag ist schonmal an die KSM führungsetage gegangen, aber wenn sich bis jetzt nix getan hat, wirds das wohl auch nicht mehr. aber wie gesagt, sich an den original-ton zu wagen schadet eigentlich nie und wenn ich mich nicht irre, gabs zuschaltbare untertitel auf der DVD.

    Zitat: Noch eins zur ITV Fassung. Weiß schon jemand ob das ein Mehrteiler wird und wieviel Minuten Spielzeit? Wird die ganze Geschichte erzählt?

    mmh. mir schwant, es war von einer recht ausführlichen version die rede. 3 oder 5 teile? auf jeden fall länger als die ITV-üblichen 90 minuten.

    PS: hier steht etwas von einer dreistündigen version.



    Re: all things brontë

    Bruki - 08.07.2008, 14:53


    Ich hab mal meine DVD-Sammlung gesichtet - und kam auf 7 Verfilmungen... Aber die hab ich nicht alle auf einmal gesehen (ich hab sowas mal mit dern Jane-Eyre-Verfilmungen getan, aber nach der Hälfte begannen die wirklich in meinem Kopf zu verschwimmen)...

    Bei Wuthering Heights kann ich eigentlich nur die der BBC von 1978 ernstnehmen... Wobei ich sogar sagen muss, dass die erste mit Laurence Olivier, die ich als Jugendlicher sah, mir sogar lange Zeit das Verlangen, nachdem ich das Buch gelesen hatte, weitere zu sehen, ausgetrieben hat... Ich denke, es ist ein Problem an dem Buch: Es ist vollständig unkorrekt, mitleid- und kompromisslos... unsozial, soziopathisch... gegen alle Regeln... außer den BBC hat sich auch noch keiner getraut es zu verfilmen... die Drehbuchautoren der anderen sogenannten "Verfilmungen" nahmen sich den Titel des Buches und haben den Inhalt kräftig umgemodelt... und soweit geglättet, dass er dem Publikum mundgerecht wurde...

    Als Verfilmung muss ich sagen - mal von dem einen oder anderen Detail abgesehen - ist die der BBC von 1978, die einzige, die dem Werk halbwegs gerecht wird...

    Bruki :bruki:

    PS: Die putzigste ist dagegen zweifellos die MTV-Variante aus dem Jahr 2003: "... eine brennend heiße Love Story" - wie es auf dem Cover der DVD heißt :rofl:



    Re: all things brontë

    Mme. O - 09.07.2008, 10:17


    Liebe Anna,
    verstehe ich Dich richtig, und in "Sparkouse" gibt eine Frau den Heathcliff? Ich dachte du hättest Dich vertippt! Das wird ja immer spannender! Das Ding muss her! das habe ich gestern beschlossen. Bei Amazon ist es mir zu teuer, und bei

    http://www.play.com/DVD/DVD/4-/872564/-/Product.html?searchstring=Sparkhouse&searchsource=0&cur=258

    braucht man eine Kreditkarte. Habt Ihr noch Einkaufstipps?

    Lieber Bruki,
    finde ich übrigens sehr angenehm, dass sich auch mal ein Mann für Literaturverfilmungen interessiert. Kommt in meinem Bekanntenkreis leider gar nicht vor. :wink:

    Ich stimme Dir zu, das Buch gilt ja auch offiziell als unverfilmbar. Und ich denke die neuen Filme werden sich auch wieder eher die romantischen Phantasien rauspicken und in den Vordergrund stellen, als die Realität des Buches. Man kann aber eine freie Adaption trotzdem gut oder schlecht machen. Die Italiener habens aber echt übertrieben!
    Ich habe bei Amazon die 78er Version angeklickt, aber die Rezen schrecken mich doch etwas, wobei ich weiß, dass man die sehr mit Vorsicht genießen muss.

    Hast Du die von 2003 gesehen? Das lohnt sich nicht, oder? Isses wirklich putzig?

    Liebe Grüße



    Re: all things brontë

    Adminette - 09.07.2008, 10:35


    La Traviata hat folgendes geschrieben: Habt Ihr noch Einkaufstipps?

    nichts direkt hilfreiches, fürchte ich, höchstens den tip, dass man DVDs bei amazon ja unter umständen wieder verkaufen kann, was bei BBC dramen früher oder später eigentlich auch immer klappt. naja. und wenn es ganz doll drängt, gäbe es noch diesen vorgeschmack.



    Re: all things brontë

    Mme. O - 09.07.2008, 11:10


    Danke!!!! Anna! :hurra:
    Gut reingeschnuppert!
    Ja, das Ding muss her, auch wenn das Englisch echt sauschwer zu verstehen ist. Da Lob ich mir das gepflegte Austen-Englich! LOL Wird schon gehen...

    Aber wenn der Film wirklich gut ist, dann geb ich den nimmer her. Von daher lieber doch noch auf ein Schnäppchen warten. Bis zum Herbst geb ich mir noch Zeit :-)



    Re: all things brontë

    Adminette - 09.07.2008, 11:14


    La Traviata hat folgendes geschrieben: Da Lob ich mir das gepflegte Austen-Englich! LOL

    och naja, dafür lernt man in dieser "literaturverfilmung" immerhin die eine oder andere wortwendung, die man beim nächsten englandurlaub mit pubaufenthalt garantiert gebrauchen kann :bang:



    Re: all things brontë

    Bruki - 09.07.2008, 12:17


    La Traviata hat folgendes geschrieben: Lieber Bruki, finde ich übrigens sehr angenehm, dass sich auch mal ein Mann für Literaturverfilmungen interessiert :wink:
    Na ja, ich bin gezwungen worden... gegen meinen Willen... werd aber trotzdem nicht "Brokeback Mountain" ansehen :blll:

    La Traviata hat folgendes geschrieben: Ich habe bei Amazon die 78er Version angeklickt, aber die Rezen schrecken mich doch etwas, wobei ich weiß, dass man die sehr mit Vorsicht genießen muss.
    Na ja, die Ansichten zur "werkstreue" dieser Hobby-Rezensenten muss man auch mit Vorsicht genießen... bei "Ruby in the Smoke" hat doch mal jemand ernsthaft getönt, "wer wissen wolle wie es im viktorianischen gewesen sei, solle sich den ansehen" :rofl: - mal von den seltsamen Schwärmereien, die Emma Thompsons verbeuteltes "Sense and Sensibility" sogar bei den hartgesottenen Jane Austen Adepten auszulösen in der Lage war, ganz zu schweigen...

    Da werden wir bei "Wuthering Heights" - wie übrigens auch bei "Mansfield Park" - wohl ewig auf eine "werksgetreue" Verfilmung warten müssen...

    La Traviata hat folgendes geschrieben: Hast Du die von 2003 gesehen? Das lohnt sich nicht, oder? Isses wirklich putzig?
    ... ja, ja und ja... Kommt drauf an, was man erwartet... ich wollte wohl damals meine Sammlung abrunden, nachdem ich schon Sparkhouse drin hatte, dachte ich, der kann nun auch nicht mehr Schaden anrichten... außerdem gab's den ganz billig... zwar hatte ich "Clueless" auf der Agenda, ehe mir jemand gesteckt hat, dass es nach Jane Austen war, jedoch MTVs "Wuthering Heights" hätte ich mir ohne die Sammelwut nicht beschafft :wink: ...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Mme. O - 09.07.2008, 13:09


    Na ja, ich bin gezwungen worden... gegen meinen Willen...


    ich versuche meinen Mann auch immer zu zwingen und er guckt auch einige Filme mit, aber engagiert bei der Sache ist er nicht, und er liest die Bücher leider nicht!
    Und Du, bist Du der Freund / Mann von Anna, die Dich zwang? LOL

    ... werd aber trotzdem nicht "Brokeback Mountain" ansehen bäh2



    Warum nicht? Willst Du damit sagen, weil von Ang Lee kann er auch nur verbeutelt sein? Oder willst Du sagen dass Du nicht schwul bist? Oder dass Du den Film obwohl Du ihn nie sahst nicht magst? Ich hatte erst letztlich eine längere Diskussion mit jemandem, der den Film für gefühlslos und überbewertet hielt. Sorry, vielleicht stehe ich ja auch auf dem Schlauch... :oops:

    Emma Thompsons verbeuteltes "Sense and Sensibility" sogar bei den hartgesottenen Jane Austen Adepten auszulösen in der Lage war, ganz zu schweigen...

    Also ich mag die Lee Adaption auch gern. Ich habe sie lange nicht gesehn und werde sie demnächst nochmal anschauen und mit der neuen BBC 2007 Variante vergleichen, die im Herbst auf deutsch erscheint. Emma war halt schon bissl alt, sonst hat sie die Elenor gut getroffen. Nein?

    Da werden wir bei "Wuthering Heights" - wie übrigens auch bei "Mansfield Park" - wohl ewig auf eine "werksgetreue" Verfilmung warten müssen...[/color]

    Ja, das kann wohl sein. Ich finde übrigens "Mansfield Park" Austens zweitbestes Buch. Die meisten finden es ja ihr schlechtestes. Da muss ich mal gucken, was Ihr hier so schreibt im Forum über Austen. Bin ja noch neu hier....


    Sorry irgendwie krieg ich das mit den Zitaten nicht eingekästelt! Muss ich noch rauskriegen wie das geht!
    Lieber Gruß



    Re: all things brontë

    simone - 09.07.2008, 19:22


    La Traviata hat folgendes geschrieben:
    Sorry irgendwie krieg ich das mit den Zitaten nicht eingekästelt! Muss ich noch rauskriegen wie das geht!
    Lieber Gruß

    Ist ganz einfach, bei dem entsprechenden Beitrag oben siehst du "Zitat", dort klicken und dann erscheint der Beitrag als Zitat, alternativ kannst du auch wenn du etwas schreibst, oben auf Quote klicken und dann den Text zwischen [ quote] und [ /quote] einfügen. Die Leerzeichen sind normal nicht da, nur damit du siehst wie es aussieht.



    Re: all things brontë

    Bruki - 09.07.2008, 20:13


    La Traviata hat folgendes geschrieben: Und Du, bist Du der Freund / Mann von Anna, die Dich zwang? LOL
    Aha, Du hast also gleich Anna ausgekugelt? - Na ja, sie ist manchmal schon eine rechte Nervensäge, wenn es um schwul-lesbische Sachen, wie Fingersmith, Tipping the Velvet oder Brokeback Mountain, geht... hat aber auch ihre verwundbaren Punkte: Ich sage nur Morvern Callar und Rio Bravo :blll: - ansonsten hab ich nix mit ihr zu schaffen... und lass sie nie so dicht ran, dass sie meinen Filmkonsum dominieren könnte... eher isses umgekehrt :rofl:

    La Traviata hat folgendes geschrieben: ... werd aber trotzdem nicht "Brokeback Mountain" ansehen

    Warum nicht? Willst Du damit sagen, weil von Ang Lee kann er auch nur verbeutelt sein? Oder willst Du sagen dass Du nicht schwul bist? Oder dass Du den Film obwohl Du ihn nie sahst nicht magst? Ich hatte erst letztlich eine längere Diskussion mit jemandem, der den Film für gefühlslos und überbewertet hielt. Sorry, vielleicht stehe ich ja auch auf dem Schlauch... :oops:
    Na ja, ich halt nicht sooo viel von Ang Lee... und dass er Brokeback Mountain verbeutelt hat, kann man ihn nicht anrechnen... Es gibt nun mal Grenzen, die man nicht überschreiten darf. Auch wenn man verzweifelt ist und das Geld gebraucht hat...

    Ein Western ist nun mal ein Western und da haben Schwule nix mit zu tun... das kann also nix werden wenn man beides vermischt... das ist geradezu so als würde man der süßen Kelly Macdonald :lshow: einen psychopatischen Killer auf den Hals hetzen... sowas geht einfach nicht :nein:

    La Traviata hat folgendes geschrieben: Emma Thompsons verbeuteltes "Sense and Sensibility" sogar bei den hartgesottenen Jane Austen Adepten auszulösen in der Lage war, ganz zu schweigen...

    Also ich mag die Lee Adaption auch gern. Ich habe sie lange nicht gesehn und werde sie demnächst nochmal anschauen und mit der neuen BBC 2007 Variante vergleichen, die im Herbst auf deutsch erscheint. Emma war halt schon bissl alt, sonst hat sie die Elenor gut getroffen. Nein?
    Ist schwer zu sagen, aber ich denke Ang Lee hat schon was mit der Führung der Schauspieler zu tun... Wobei ich nicht weiß, ob ein Regisseur soviel machen kann, zumindest hätte er Hugh Grants blödes Grinsen und seinen staksigen Gang nebst Alan Rickmans ständig offenstehenden Mund unterbinden können... Wobei er sich wahrscheinlich nicht gegen Emma Thompson - ohne Frage eine große Schauspielerin, die ihr Fach beherrscht, ebenso wie Kate Winslet - durchzusetzen in der Lage war...

    Und so gesehen (er war sein erster europäischer Film) war er wohl auch nicht in der Position Emma Thompsons schreckliches Drehbuch von jemandem mit etwas mehr Verständnis für Jane Austen überarbeiten zu lassen...

    Ich weiß nicht, woher Emma Thompsons die Ansicht gewonnen hat, dass Jane Austen die Männer verachtet habe, und warum sie - was ich denke - ihre eigenen feministischen Ansichten über die damaligen Beziehungen zwischen Frauen und Männer in den Film einfließen ließ... Aber sie hat damit die Verfilmung so beschädigt, dass ich sie nicht mit Genuss ansehen kann... Leider denken nun viele, die den Film kennen, vom Buch jedoch nur verschwommene Vorstellungen haben, Jane Austen wäre eine Alice Schwarzer des Regency gewesen...

    La Traviata hat folgendes geschrieben: Da werden wir bei "Wuthering Heights" - wie übrigens auch bei "Mansfield Park" - wohl ewig auf eine "werksgetreue" Verfilmung warten müssen...

    Ja, das kann wohl sein. Ich finde übrigens "Mansfield Park" Austens zweitbestes Buch. Die meisten finden es ja ihr schlechtestes. ...
    Ja, das denken die meisten wohl... aber es gibt auch viele, die das Gegenteil sagen - und ich denke, es ist schwer zu entscheiden, welches das beste ist, aber ganz unmöglich eines als "das schlechteste" zu titulieren...

    MP ist eines ihrer missverstandesten Bücher... das war auch schon zu Jane Austens Lebzeiten so - und wird sich wohl auch nicht ändern... die meisten kommen mit Fanny Price nicht klar... an der scheiden sich die Geister... heute wie damals... Ich finde jedoch, dass deren Zeichnung eine der schönsten ist, die Jane Austen je gelungen ist... sie ist für mich durchaus ebenbürtig der Elizabeth Bennet oder Emma Woodhouse und Anne Elliot...

    La Traviata hat folgendes geschrieben: Sorry irgendwie krieg ich das mit den Zitaten nicht eingekästelt! Muss ich noch rauskriegen wie das geht!
    Machs so...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Bruki - 09.07.2008, 20:15


    [quote="La Traviata"]Sorry irgendwie krieg ich das mit den Zitaten nicht eingekästelt! Muss ich noch rauskriegen wie das geht![/quote]

    Machs so...

    ... oder so:

    [quote]...[/quote]

    [quote="Bruki"]...[/quote]

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Mme. O - 09.07.2008, 20:57


    Lieber Bruki,

    also in Sachen Ang Lee werden wir uns wohl nicht einig werden. Ich kenne die meisten seiner Filme und ich schätze sie sehr. Ich finde er ist auch ein sehr vielfältiger Regisseur und dass er auch eine Austenverfilmung gemacht hat, damit waren viele, auch ich, überrascht.
    Also Hugh Grant ist ganz klar Geschmackssache. Er ist mir ziemlich unsympathisch als Mensch aber in der Verkörperung des englischen Gentleman, finde ich seine hölzern-verklemmte unsichere Darstellung köstlich. Dass Emma T. das Drehbuch schrieb, wusste ich nicht mehr und mir sind auch keine Emanzeneskapaden mehr in Erinnerung. Mir hat der Film als Austen Adaption ziemlich gut gefallen, ich weiß noch dass ich relativ zeitnah das Buch las, aber es ist trotzdem zu lange her. War das was männerfeindlich?


    Zum Thema „Brokeback Mountain“ kann ich nur sagen, dass das für mich einer der schönsten Filme der letzten Jahre war. Dass es sich bei dem Liebespaar um zwei Schwule dreht spielt für mich nicht so sehr die Rolle. Es hätte ja auch ein Heteropaar sein können, dass zufällig zusammen Schafe hütet. Ich denke das Schwulsein wirkt halt auch als „reizvolles“ Hindernis, dass die zwei einander nicht bekommen können. In der heutigen Zeit gibt es ja nicht mehr viele Hindernisse von außen oder Tabus. Die Liebesdramen , die sich in den Periodfilmen abspielen habe ja auch dadurch einen besonderen Reiz, da sie außer dem normalen Korsett der Dame, auch das moralische Korsett des jeweiligen Zeitgeistes tragen. Schwule Cowboys brechen ein Tabu, ganz klar Das macht sie aber nicht zu einem schlechteren Liebespaar. Wobei es in Brokeback Mountain ja um das Nichtausprechen und Nichtleben dieser Liebe geht.. Hach könnt ich grad ins Schwärmen kommen.

    Aber klar, wenn Du kein Bock auf den Film hast, kann ich Dich auch nicht überreden. Erst recht wenn Du sowieso nicht so auf Ang Lee stehst. :roll:

    Um auf Jane Austen zurückzukommen. Ich finde schon, dass „Pride & Prejudice“ ihr bestes ist. Nicht mit Abstand, aber schon herausragend. Da ist einfach kein Wort zuviel, alles genau richtig dosiert. Einfach perfekt.
    Und wie Du sagst: In Mansfield Park ist alles sehr fein gezeichnet und ich empfinde Fanny in ihrer Aschenputtelgeschichte gar nicht als langweilig oder moraltriefend, wie alle, die ich kenne, die das Buch gelesen haben. Von denen mag es keiner so recht. :cry:

    Puhh jetzt habe ich aber gesabbelt... Schluss jetzt! Vielen Danke für Deine Antwort und bis bald. :bisbald:

    @Simone Lieben Dank an Dich, Diesmal noch ohne Zitate, das würde mich jetzt gerade überfordern... :bisbald:



    Re: all things brontë

    Ulli - 10.07.2008, 10:46


    Bruki hat folgendes geschrieben: MP ist eines ihrer missverstandesten Bücher... das war auch schon zu Jane Austens Lebzeiten so - und wird sich wohl auch nicht ändern... die meisten kommen mit Fanny Price nicht klar... an der scheiden sich die Geister... heute wie damals... Ich finde jedoch, dass deren Zeichnung eine der schönsten ist, die Jane Austen je gelungen ist... sie ist für mich durchaus ebenbürtig der Elizabeth Bennet oder Emma Woodhouse und Anne Elliot...

    Bruki :bruki:
    Ich darf wohl nicht darauf hoffen, daß wir hier mal Mansfield Park im Group Read vornehmen :sauber: ? Bin ja bereit und willens meine Haltung zu Fanny Price zu überdenken, aber da brauche ich schon situationsgebundene schlagkräftige Argumente.



    Re: all things brontë

    Bruki - 10.07.2008, 11:54


    Ulli hat folgendes geschrieben: ... Ich darf wohl nicht darauf hoffen, daß wir hier mal Mansfield Park im Group Read vornehmen :sauber: ?
    Da wird sich Charlotte Bronte aber freuen... :rofl: Wie wär's mit einem "Querlesen" von MP und Jane Eyre?

    Wir könnten ja auch mal die ganzen MP-Verfilmungen ansehen und uns darüber den Mund zerreißen :oelig: ...

    Ulli hat folgendes geschrieben: Bin ja bereit und willens meine Haltung zu Fanny Price zu überdenken, aber da brauche ich schon situationsgebundene schlagkräftige Argumente.
    Pöh, das versprichst Du jedesmal - und am Ende wird eh nie was draus :wink: (NB: Ich lesen gerade den letzten Band von "Harry Potter" - nur mal so angedeutet, welcher Volten ich fähig bin :engel:)

    Bruki :bruki:

    PS: Aber wenn ichs mir recht bedenke, ich würde mir lieber mal wieder "Wives and Daughters" ansehen... Nachdem ich eben gesehen hab, dass die süße Kelly Macdonald :lshow: gerade Mutti geworden ist und Justine Waddell :love: sich immer noch rar macht :cry: :nein: ...



    Re: all things brontë

    Ulli - 10.07.2008, 16:45


    Bruki hat folgendes geschrieben:
    Pöh, das versprichst Du jedesmal - und am Ende wird eh nie was draus :wink:


    Und, haste ein einziges Mal gesagt, ja, wir lesen zusammen, damit ich (=Du) Dich (=ich) und andere FP-Verächter überzeugen kann, daß FP die Krönung der Schöpfung ist. Nee. Eben. Und wenn doch, dann her die Beweise! Und den Joker vom ungläubigen Thomas verbrauche ich hier nicht!!!!

    Und versuche nicht, mit Harry Potter abzulenken (hast Du tatsächlich alle Bände in einem Rutsch gelesen :shock: ?).



    Re: all things brontë

    Adminette - 10.07.2008, 17:53


    Bruki hat folgendes geschrieben:
    Aha, Du hast also gleich Anna ausgekugelt? - Na ja, sie ist manchmal schon eine rechte Nervensäge, wenn es um schwul-lesbische Sachen, wie Fingersmith, Tipping the Velvet oder Brokeback Mountain, geht... hat aber auch ihre verwundbaren Punkte: Ich sage nur Morvern Callar und Rio Bravo :blll:


    is das ne tatsache?! mann mann. hast du glück, dass der vorgesehen neue strafrang zu lang ist :bäh:



    Re: all things brontë

    simone - 18.07.2008, 19:34


    2 neue Pics zur Wuthering Heights Miniserie:




    Re: all things brontë

    Adminette - 18.07.2008, 20:59


    mhhhh. weiß nich...

    dies bild gehört wohl auch dazu? frisur etc lassen zwar eher "lost in austen" vermuten, aber die junge dame sieht schon so aus, wie obige, oder?



    Re: all things brontë

    Adminette - 26.07.2008, 16:08


    mammoth screen hat folgende "wuthering heights" betreffende presseinfo rausgegeben:

    Zitat: Cathy and Heathcliff reach new Heights for ITV

    A classic adaptation of Emily Bronte’s Wuthering Heights is currently in production for ITV in Yorkshire.

    Top UK Indie Mammoth Screen has commissioned leading contemporary screen and television writer Peter Bowker to adapt Emily Bronte’s world famous love story. Two 90 minute episodes are being filmed in Yorkshire, directed by Coky Giedroyc. Tom Hardy will play dark and brooding Heathcliff alongside newcomer Charlotte Riley as Cathy.

    Acclaimed television actress Sarah Lancashire will take on the role of housekeeper Nelly, while Andrew Lincoln is Edgar, Cathy’s forlorn husband. Burn Gorman stars as Cathy’s brother Hindley, and Kevin McNally will play Mr Earnshaw.

    Wuthering Heights will be executive produced by Michele Buck and Damien Timmer, and produced by Radford Neville for Mammoth Screen. Michele and Damien’s recent credits include Lost in Austen, Agatha Christie’s Marple, the Inspector Morse spin off Lewis and the BAFTA winning Housewife 49 starring Victoria Wood.

    Damien Timmer yesterday said:

    “Wuthering Heights is one of the greatest love stories in literature. We've assembled a first class team to capture all of the novel's rawness and passion.”

    Michele Buck added:

    “Peter Bowker is one of the country’s leading contemporary writers and we are privileged to be working with him. He has written a highly emotional piece that remains true to Emily Bronte’s epic story.”

    Peter Bowker remarked:

    "I was thrilled to be asked to adapt one of the great English novels. Mammoth Screen are the perfect company to work with on a project as adventurous and bold as this. In Charlotte Riley I believe we have found the perfect Cathy and Tom Hardy has the power and charisma to be the definitive Heathcliff."

    Wuthering Heights has been commissioned by Laura Mackie and Sally Haynes, ITV’s drama commissioning team.

    Wuthering Heights is supported by Screen Yorkshire through its Production Fund.



    und aus dem kinofilm ist natalie portman angeblich wegen versagensängsten bezüglich des dialektes ausgestiegen... laut regisseur zumindest...

    Zitat: [China] Moo-Young: You're working on Wuthering Heights and Natalie Portman has just pulled out. How difficult is it to cope with setbacks like that?

    Maybury: Natalie was very honest and said she didn't feel confident about doing the accent, which she'd been concerned about from the beginning. I'd already signed up Michael Fassbender as Heathcliff before Cannes, and he was being called the new Marlon Brando in Cannes [where he appeared in festival hit Hunger] so it's those film gods again.
    When they first approached me they wanted it to be a weird, dark version of the weird, dark tale. We were going to have an all-British cast, maybe unknowns. And then they said,
    "We've just set up a meeting for you with Natalie Portman." I thought, "Hmm, she's not exactly unknown, is she?"



    Re: all things brontë

    simone - 01.08.2008, 15:29


    Für die Filmversion wurde jetzt auch eine Cathy gefunden, die australische Schauspielerin Abbie Cornish ("Elizabeth: The Golden Age"), so berichtet zumindest die Daily Mail. Allerdings fehlt für den Film noch ein Regisseur.



    Re: all things brontë

    Mme. O - 01.08.2008, 15:40


    Hallo Simone, wow! Haben Sie doch noch eine blonde Cathy gefunden!
    Scheint ja keine schlechte Wahl zu sein, so auf den ersten Blick. Ich habe sie bisher nur in "Candy" mit Heath Ledger gesehen.

    Danke für die NEWS!



    Re: all things brontë

    simone - 01.08.2008, 18:28


    La Traviata hat folgendes geschrieben: Hallo Simone, wow! Haben Sie doch noch eine blonde Cathy gefunden!
    Scheint ja keine schlechte Wahl zu sein, so auf den ersten Blick. Ich habe sie bisher nur in "Candy" mit Heath Ledger gesehen.


    Candy kenne ich nicht, aber auf den ersten Blick finde ich sie schon mal ganz passend, und sie wäre die erste buchtgetreue Cathy was die Haarfarbe betrifft (oder gabs schon mal eine...?) :wink: .



    Re: all things brontë

    Mme. O - 01.08.2008, 18:48


    Nee, es wäre tatsächlich die erste Blonde meines Wissens.

    Wir hatten es witzigerweise erst heute in einem Amazonkommetarstrang davon und ich stellte mit Keira Knightley mit Blondierungscreme auf dem Kopf und danach erblondet vor! he he he

    Das entfällt ja nun....

    Nee, die neue Cathy ist erfreulicherweise nicht das Period-Standart-Starlett und auch keine 0/8/15 Mimin! *gespanntsei*



    Re: all things brontë

    Ulli - 04.08.2008, 11:32


    Ich kenne sie bislang nur aus dem letzten "Elisabeth" Film, wo sie mir gut gefiel, so daß ich auf ihre Cathy gespannt bin. Ob sie nun die erste Blonde in dieser Rolle ist - nuja, heutzutage sind eigentlich fast alle blond, auch wenn sie eigentlich brünett oder rot sind.



    Re: all things brontë

    Adminette - 08.08.2008, 17:50


    La Traviata hat folgendes geschrieben:
    Nee, die neue Cathy ist erfreulicherweise nicht das Period-Standart-Starlett und auch keine 0/8/15 Mimin!

    nunja. sie spielte, wie ulli schon sagt, in "the golden age" mit und ist demnächst als john keats gänzlich unblonde liebelei in schnürbrust zu sehen. soviel zum standart :wink: allerdings gefällt sie mir auch recht gut, seit ich sie in "somersault" sah. auch ist ihr gesicht nicht gar so einprägsam, was die überzeugende wandlungsfähigkeit erleichtert. ich bin gespannt. und froh, dass sienna miller vom tisch ist (auch wenn ihre frisur in factory girl bombig ist... :D)



    Re: all things brontë

    Adminette - 08.08.2008, 17:55


    simone hat folgendes geschrieben: Für die Filmversion wurde jetzt auch eine Cathy gefunden, die australische Schauspielerin Abbie Cornish ("Elizabeth: The Golden Age"), so berichtet zumindest die Daily Mail. Allerdings fehlt für den Film noch ein Regisseur.

    hoppla. hab ich das wichtigste glatt wieder überlesen. dass der maybury abgesprungen ist, finde ich schade. immerhin wollte er erklärtermaßen den film recht kantig aussehen lassen, was wiederum darauf hindeutet, dass es ob dieses faktes querelen mit dem studio gab und nun doch wieder nur eine weichspülversion à la effi geboren wird. :abgelehnt:

    wenn es denn überhaupt noch zum filmen kommt und sich das ganze nicht ebenso im nichts verrennt, wie die filmbiographie "bronte"... hoffen wir mal, dass vor lauter schreck nicht auch michael fassbender wieder abspringt, wo er sich doch so gut mit dem regisseur verstand.



    zur ITV version gibts übrigens hier weitere infos. auszug gefällig?

    Zitat: The new version has been described as ‘edgy, cool and raw’, with speculation that a distraught Heathcliff kills himself on hearing about Cathy’s death.


    :roll:



    Re: all things brontë

    Sefie - 08.09.2008, 18:57




    Ein paar neue Bilder vom neuen ITV-Wuthering Heights, allerdings nur Statisten (oder Nebendarsteller?).



    Re: all things brontë

    Adminette - 08.09.2008, 18:59


    woher denn? ich wundere mich ja bisweilen über den infostau bei ITV, immerhin soll die serie ja noch dieses jahr laufen, oder?



    Re: all things brontë

    Sefie - 08.09.2008, 19:10


    Die stammen aus dem BronteBlog bzw. die Castingagentur jener Schauspieler/Statisten auf dem Bild hat sie auf ihre Website gestellt.



    Re: all things brontë

    Sefie - 09.09.2008, 16:09


    Solange ITV noch auf die Folter spannt mit ihrem Wuthering Heights, kann man sich ja mit dieser Version trösten. ;D



    Re: all things brontë

    Adminette - 09.09.2008, 17:13


    :bg: danke!

    so sieht das also aus, wenn die monty pythons mit den möglichkeiten der informationsübermittlung experimentieren...

    et tu brute... :rofl:

    ich farge mich nur, warum immer graham chapman die imperatoren/kaiser/könige/jesusse spielen durfte :mhh:



    Re: all things brontë

    Sefie - 10.09.2008, 14:30


    Anna hat folgendes geschrieben: ich farge mich nur, warum immer graham chapman die imperatoren/kaiser/könige/jesusse spielen durfte :mhh:
    Das ist schon auffällig, auch im Flying Circus ist er sehr oft uniformiert als Autoritätsperson aufgetreten. Vielleicht stand er ja drauf... :engel:
    Aber um nicht völlig abzuschweifen, ich finde ja, dass Eric Idle als Edgar Linton irgendwie gut passt. :lol:



    Re: all things brontë

    Mme. O - 10.09.2008, 15:17


    Danke Sefie für den luschtigen Spot! Ich fühlte mich irgendwie an die italienische Verfilmung erinnert wo die beiden Hauptpersonen sich auch dauernd schicksalsschwanger und mit verzweifelten Gesten rufen. ;-)



    Re: all things brontë

    Sefie - 30.09.2008, 10:29


    Ein paar kleine Neuigkeiten zum neuen ITV-Wuthering Heights, gefunden im BronteBlog. Die "Keighly News" haben einen Artikel zu den Dreharbeiten in East Riddlesden Hall, wo auch Lost in Austen gedreht wurde.

    Zitat: Film crews adapting Emily Brontë and Jane Austen books for the small screen descended on East Riddlesden Hall.
    They carried out location shoots for current ITV series Lost in Austen and a forthcoming version of Wuthering Heights.
    Lost in Austen, which has a modern girl trapped in the plot of Pride and Prejudice, was filmed at several historic Yorkshire properties.
    The crew spent two days at East Riddlesden Hall and the 17th-century manor house’s interior was dressed to reflect the later Regency period.
    Mammoth Productions, which made the series, was impressed enough to return to film the upcoming TV version of Wuthering Heights.
    Samantha Lawson, the hall’s visitor services manager, said its dark-looking sandstone was perfect for the imposing setting of the Brontë novel.
    She said: “In the book the house is set on the moors, so a lot of clever artistry and fake sets have been used to place the hall in the moorland background.
    “The grounds were dressed with heather, so many local visitors may not recognise the hall at first glance.”
    Shooting took place at night and during the open visitor season for more than a week, involving a large cast and crew, children, dogs and horses.
    “It was stunning watching the horses take the path up to the main house but staff at the hall are becoming accustomed to the strange requests of film crews,” she said.
    “The hardest task is keeping the entire property silent — visitors, ducks and nearby traffic being difficult to pre-empt.”
    The hall’s Great Barn was also used as a stable block and the shoot went well with many volunteers and staff keen to see the result next year.
    East Riddlesden Hall remains open for visitors until the end of next month.
    Lost in Austen is currently showing on Wednesdays on ITV, at 9pm, and Wuthering Heights is due to be aired early in 2009.
    Da werden wir wohl noch ein bisschen warten müssen.



    Re: all things brontë

    simone - 30.09.2008, 16:01


    Sefie hat folgendes geschrieben: and Wuthering Heights is due to be aired early in 2009.
    Da werden wir wohl noch ein bisschen warten müssen.

    Oh schade, ich dachte es kommt vielleicht noch diesen Herbst/Winter. Aber sooo lange ist es ja bis 2009 auch nicht, auf den Kinofilm müssen wir wohl noch eine Weile länger warten.



    Re: all things brontë

    Sefie - 02.10.2008, 11:15


    simone hat folgendes geschrieben: auf den Kinofilm müssen wir wohl noch eine Weile länger warten.
    Ja, vor allem, wenn Michael Fassbender jetzt erst mit Tarantino in Berlin dreht, werden die Dreharbeiten für den Kinofilm noch warten müssen.



    Re: all things brontë

    Mme. O - 02.10.2008, 11:55


    Sefie hat folgendes geschrieben: simone hat folgendes geschrieben: auf den Kinofilm müssen wir wohl noch eine Weile länger warten.
    Ja, vor allem, wenn Michael Fassbender jetzt erst mit Tarantino in Berlin dreht, werden die Dreharbeiten für den Kinofilm noch warten müssen.

    Soll er ruhig erst mit Tarantino! (Das kann ja auch spannend werden. Weißt Du was da gedreht wird?) Ich bin das Warten gewohnt. :|



    Re: all things brontë

    Sefie - 05.10.2008, 20:08


    La Traviata hat folgendes geschrieben: Weißt Du was da gedreht wird?
    Inglorious Bastards, eine Art zweite Weltkriegsdrama, wird auch in Berlin gedreht.



    Re: all things brontë

    Sefie - 18.11.2008, 19:35


    In den USA soll das neue ITV-Wuthering Heights im Januar laufen, also wohl eher als im UK.
    Zitat: In winter 2009, MASTERPIECE CLASSIC returns with a feast of new adaptations:
    January 18 and 25
    Wuthering Heights (2.5-hour mini-series) at 9pm ET on PBS
    A thrilling new adaptation of Emily Brontë’s haunting classic, which chronicles the passionate spiritual bond between Heathcliff, an abandoned Gypsy boy adopted by the Earnshaw family of Wuthering Heights, and the family’s daughter, Cathy. Published in 1847, the novel was condemned by one critic as “abominably pagan” for the dark passion throbbing in the heart of its irredeemable hero-villain. Tom Hardy (The Virgin Queen) is Heathcliff, newcomer Charlotte Riley is Cathy, and Burn Gorman (Bleak House) is Cathy’s brother Hindley.



    Re: all things brontë

    Sefie - 21.11.2008, 12:50


    Wer mal einen kleinen Blick auf das neue Wuthering Heights werfen möchte, hier kann man sich einen kurzen Trailer anschauen. Viel kann man noch nicht dazu sagen, außer dass Heathcliff Cathys Leichnam im Grab umarmt. :roll: Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sehr diese Szene doch die Fantasie der Leute anregt, im Buch schaut er ja nur mal kurz ins Grab rein und das war es dann aber auch.



    Re: all things brontë

    Adminette - 21.11.2008, 22:28


    och, recht eigentlich könnte der trailer aber schlechter aussehen bzw. einen schlechteren eindruck hinterlassen. und die musik ist doch mal vergleicjhsweise angenehm undramatisch. erinnert mich etwas an das gitarrenthema aus "jeux interdits". etwas. danke fürs posten :danke:



    Re: all things brontë

    Adminette - 14.12.2008, 20:43


    pbs hat das press pack (eher unspektakulär, nur text... :wink:) zu wuthering heights rausgebracht. es läuft in den staaten dann im 3. drittel des januars.



    wenn heathcliff wirklich den gesamten part nach seiner wundersamen rückkehr mit dieser dämlichen spätphasenelvisfrisur rumrennt, fürchte ich um meine ernsthaftigkeit... und die des stückes... gleiches gilt für die bislang sichtbare restliche ausstattung... :roll:



    Re: all things brontë

    simone - 15.12.2008, 08:37


    Anna hat folgendes geschrieben:
    wenn heathcliff wirklich den gesamten part nach seiner wundersamen rückkehr mit dieser dämlichen spätphasenelvisfrisur rumrennt, fürchte ich um meine ernsthaftigkeit... und die des stückes... gleiches gilt für die bislang sichtbare restliche ausstattung... :roll:

    Hatte der Boni nicht auch so eine ähnliche Frisur? Fand ich bei dem auch schon zu gestylt :roll: , ansonsten sieht der Trailer ja nicht so schlecht aus. Wobei ich ja immer noch drauf warte, dass es bei dem Film mit Michael Fassbender mal überhaupt was Neues gibt.
    Und wieso läuft der ITV Film nicht zuerst auf ITV? Da stand nämlich zuletzt was von April?



    Re: all things brontë

    Adminette - 15.12.2008, 20:39


    ich finde den trailer an und für sich sogar sehr gelungen. der gefiel mir besser, je öfter ich ihn sah. cathy erinnert mich sehr an ruth wilson.

    laut PBS steht das datum fest. auf ITV ist noch garkein hinweis zur sendung zu finden. aber miss austen regrets lief ja auch schon vor BBC-ausstrahlung bei den amerikanern. und ITV scheint eh gerade etwas unschlüssig, was die eigenproduzierten period-dramen angeht. lost in austen und affinity liefen ja auch mit einem halben jahr verzögerung.



    zu der fassbender-version: da die imdb ja neuerdings auf einige interessante, schon aufgeführte produktionen den finger hält und nicht freigibt, läßt sich nicht so wirklich viel sagen. auf der fassbenderfansite gibts nüscht. nur bilder die nahelegen, dass er mit seiner rainsborough rolle respektive deren gesichtshaar noch nicht ganz abgeschlossen hat (und tatsächlich geradeheraus unverbindlich freundlich schauen kann). auf der abbie cornish fansite steht nicht nur, dass sie als cathy feststeht, sondern, dass neuerdings auch peter webber ("das mädchen mit dem perlenohrring") als regisseur gehandelt wird, was ich sehr vielversprechend finde, und drehstart im frühahr 09 sein soll.



    Re: all things brontë

    Adminette - 03.01.2009, 00:30


    beim irgendeiner kleinstadtzeitung mit dem lustigen namen "Bellows Falls Town Crier" steht soetwas wie ein review zur neusten TV version von wuthering heights. erwähnt werden die hauptdarsteller tom hardy (der demnächst doch tatsächlich charles bronson spielt :eek:) und charlotte riley. der rezensent scheint nicht so überzeugt. aber was er zu bemäkeln hat, läßt mich eher verhalten hoffen:

    Frank Behrens hat folgendes geschrieben: "Wuthering Heights" will have a total running time of about 130 minutes. This has to be the nastiest version of the Bronte work yet. Tom Hardy, looking somewhat like a young Marlon Brando, is a dangerous Heathcliff with scarcely a redeeming characteristic. Cathy is played by a newcomer, Charlotte Riley, who is not bad but lacks that larger than life aura that other actresses have given the role. She too is pretty nasty in the second episode, as is her hapless husband Edgar Linton (Andrew Lincoln) when he disowns his own sister Isabella (Rosalind Halstead) when she runs off with Heathcliff. In fact, only Cathy's nurse Nellie (Sarah Lancashire) is in any way admirable.
    Bronte's framing device is changed to a far more confusing one. Indeed, it is nearly impossible to figure out what is happening in the opening sequence and equally confusing at the end. But every one knows that great authors really did not know how to tell a story that would work on television!



    Re: all things brontë

    Mme. O - 03.01.2009, 10:28


    Liebe Anna, wo Du nur immer Deine Fundstücke ausgräbst....
    *Froh drum sei*



    Re: all things brontë

    Adminette - 10.01.2009, 19:04


    irgendwo in der anzeigensparte des internetauftritts der süddeutschen zeitung unter dem unterpunkt sex steht der folgende nicht uninteressante artikel:

    Zitat: Dangerous Lovers
    Text: Etwasdasmanmaggibtmankeinenorigin…
    When I read Jane Eyre for the first time, I was a teenager. Plain Jane, growing from an angst-ridden lonely child into a strong, confident woman, struggling between reason and passion, fighting for her independence was one of the rare female role models I had so far come across in literature that I actually found worth considering. The novel left a lasting impression.

    It was therefore rather discomforting when I had to realize that the formula of the standard mass-market-romance described by Modleski (in Lutz 2006:3) – young, virginal heroine of simple origins meets handsome, cynical older man, superior in status, physical power and experience with a dark secret in his past, who mocks her, threatens her, tries to seduce her only to be finally redeemed by the purity of her love – fits rather too well to describe major plot elements of my cherished Jane Eyre. The fact that this novel is so much more than a love story offered little consolation, as it had been mainly same love story that had conquered my teenage-self, whose reputation as a reader I suddenly saw endangered.

    Once I had got over the fact that I had something in common with fans of the ‘bodice-ripper’, this common pattern raised some interesting questions. Be it cynical, guilt-ridden Rochester obsessed with his quest for salvation, violent, brooding Heathcliff obsessed with his quest for revenge or some dashing pirate in an erotic historical romance - why do all the girls in the stories always fall for the bad-boys? “Mere masochism” seems to be an all too simple explanation. Lutz (2006) sheds some light on the reasons that make this popular pattern so powerful, pursuing the path of this trope from its origins in Gothic novels and Byronism to its current realm in mass market romances. ‘Dangerous lover’ is the term she uses to describe the pattern.

    So what Heathcliff and Rochester share with the heroes of mass market romance is that they too can be considered to be examples of the dangerous lover.


    f the dangerous lover romance should be furnished with a happy ending, the dangerous lover has to become a reformed rake. The ‘reformed rake’-pattern is based on the belief in the moral superiority of women, which allows the heroine to guide the dangerous lover, who has lost his moral orientation, back on the road to salvation. According to Ruback (1985: 79) this mirrors how Victorian ideology typically structures gender-relations: Men are strong and women are weak, except when it comes to moral requirements, in which case the roles are reversed.

    According to Lutz much of the attractiveness of the ‘reformed rake’ genre can be attributed to its representation of a “slow movement of power passing from the hero to the heroine” (Lutz 2006:5), which provides the romance with aspects of a revenge fantasy. This conforms to the interpretation of Rochester’s mutilation after his rescue attempt of his mad wife as a symbolic castration necessary to compensate his superiority over Jane with regard to sexual experience, as detailed by Gilbert and Gubar (1979: 368). In their feminist analysis of Jane Eyre they suggest that Bertha can be read as Jane’s alter ego, representing aspects of Jane’s identity that are not compatible with Victorian gender roles, namely her rage about her imprisonment by all the crippling Victorian regulations imposed on her sex and her sex drive. Bertha’s hostile actions towards Rochester – for instance her attack on Rochester in his sleep after he has had a very frank conversation about his sexual past with Jane (Chapter 15) – therefore may be said to reinforce the revenge-aspect of this pattern.

    Lutz (2006:5) stresses the dependence of the hero on the heroine, once he has realized that her love is his only key to salvation. At first sight the development of Rochester and Jane’s relationship seems to fit the description. Jane and Rochester cannot become a couple before Rochester is turned from rich, haughty alpha-male into impoverished humble cripple, needing Jane to take him by her hand because of his blindness. On closer inspection however it turns out that Jane Eyre is actually a subversion of the trope. Jane may have to take care of Rochester now that he is blind and support him financially, but on another – for my reading of the novel more important - level, Rochester is less dependent on her after his accident than he was before. He no longer needs Jane to redeem him, because he has redeemed himself by his noble and self-sacrificing attempt to safe his mad wife.



    Being in need of redemption is one of the main characteristics of the Byronic Hero (and thus also the dangerous lover). It is easy to see why Heathcliff fits the description: He is violent, reckless and cruel, obsessed with his hate for Hindley (and later Edgar and probably society as a whole), unable to find any peace before he has completed his revenge on those who wronged him. The conventional approach of the reformed rake formula would be to have him fall for the morally superior heroine, whose pure love makes him a better man (or at least is absorbing enough to distract him from his plans for revenge).

    Heathcliff however utterly fails to be redeemed by love. Ironically it is not his unquenchable thirst for revenge but one of his allegedly better instincts - his love for Catherine - that finally finishes him off by eating him up. The logical thing (that is, logical according to the logic of the reformed-rake-pattern) would be to assume that the love in question is simply not pure enough, yet Heathcliff’s and Catherine’s love for each other is actually as pure as love could be. It is almost impossible to conceive them as having any of the ulterior motives people might conventionally harbour for pursuing a relationship such as a rise in the social hierarchy , a boost for the ego obtained by one’s ability to win someone’s heart, fear of loneliness, wish to comply with social norms and consideration of economic necessities (typical problems of Jane Austen characters) or fear of being branded as a shelf-warmer without any chance on the partner market. Catherine is not pure per se, as she clearly has ulterior motives for marrying Edgar, but her love for Heathcliff is untainted and the same applies to Heathcliff’s love for her.

    Instead, Wuthering Heights offers a number of other reasons, why salvation through love does not work. Firstly, Heathcliff does not ‘fall in love’. To the contrary, he is rather ‘raised in love’, as Heatchliff, arriving at Wuthering Heights at a very early age, has probably been in love with Catherine for as long as he can remember. There is not the slightest hint in the novel when this childhood-love, that could also be interpreted as an admittedly idiosyncratic version of brotherly affection, turns into full-blown grown up romantic heterosexual love. In fact it is highly questionable whether this transition takes place at all and probably even irrelevant in this context. What is more important however is the following question: If Heathcliff has been in love all along anyway and his love could not prevent him from becoming wretched in the first place, how can it be supposed to save him?

    Secondly, Catherine seems not the least bit interested in reforming Heathcliff . Unlike other heroines of dangerous lover romances she genuinely loves the wilderness that is Heathcliff for its intrinsic value (basically because it reflects her own wilderness), not because it gives her a nice sense of purpose to tame it. Catherine cannot compensate for Heathcliff’s moral ambiguity because she is morally ambiguous too, wretched herself, because she has betrayed her love for Heathcliff by marrying Edgar. Thus Catherine also qualifies as someone in need of redemption, which only makes sense after all: If you want to love a dangerous lover, you had better be a dangerous lover yourself . The notion that women should try to reform their men is probably one of the saddest misunderstandings between the sexes ever fuelled by literature. Emily Brontë cannot be blamed, though. She even bothered to insert a graphic warning example in her novel in the form of Isabella Linton who perfectly illustrates why whoever attaches oneself to a dangerous lover with such expectations is bound to fail miserably – that is in an aesthetically much less satisfying manner than Catherine, who, not counting the afterlife, arguably fails too when it comes to living with Heathcliff, but in contrast to Isabella at least rather gloriously.


    By introducing the dangerous lover the Brontës use the same concept as modern mass market romances, but they explore it more thoroughly. What sets them apart from the overwhelming majority of their successors in the field of the dangerous lover romance is their merciless consistency.

    Jane Eyre is frightfully consistent because it also hints at the ugly sides of the idea that men are redeemed by the love of their women: this notion is problematic for women, because it forces them into a strictly defined role that is burdened with moral responsibility and it is problematic for men, because it places them in a position of moral inferiority and dependence. Having Rochester redeemed by Jane would make him the loser of their power struggle, which would violate the main message of the novel: a loving relationship is not about salvation but about equality.

    Wuthering Heights is frightfully consistent because it fully embraces the ambivalence of love instead of merely flirting with it. It too shows that love is not about salvation: (Absolute) Love is what haunts, not what saves you. Heathcliff’s love for Catherine is absolute: he loves her so much that he does not care if people have to suffer for it – even if these people are Heathcliff or Catherine themselves. Emily Brontë’s dangerous lovers are therefore truly dangerous to each other – not only in the sexy, glamorous and superficial sense, but in the real, unsettling, life-threatening one too. Sure, their love is great – but it is also ultimately destructive. Modern mass market romances with their obligatory happy ending shy away from fully exploring this second aspect, thus invariably hollowing out the concept. They may play with the fascination of ambivalence, but they only scratch its surface.

    In various ways Wuthering Heights represents an escalation of the themes treated in Jane Eyre, where the passions are still balanced by common sense. Wuthering Heights in contrast takes the notions of the dangerous lover’s ambivalence and the transcendental dimension of love as well as the subversion of the reformed rake pattern to their extremes. In fact a novel that executes the pattern of the dangerous lover even more drastically than Wuthering Heights is hard to imagine. When it comes to role models, however, I still prefer Jane Eyre.

    und beim bronteblog steht mittlerweile eine weitere kurze rezension zum kommende ITVwuthering heights

    Zitat: The BBC is world renowned for its lavish costume dramas, which in recent years have taken in everything from Bleak House and Cranford to Sense and Sensibility and Little Dorrit.
    But viewers who have become accustomed to the constant stream of adaptations will soon have to live without the bonnets and breeches, as the corporation is to move away from traditional 19th century costume dramas in favour of a grittier look at the period and a new focus on other historical eras.
    This change, which follows the appointment of a new head of drama commissioning at the BBC, will mean that in future there will be less of the types of serials that have characterised the corporation's output over recent years, such as Tess of the D'Urbervilles, Lark Rise to Candleford, Oliver Twist, Jane Eyre, Daniel Deronda and Pride and Prejudice.
    In their place the BBC is planning more period dramas along the lines of this week's The Diary of Anne Frank and the remake of John Buchan's spy novel, The 39 Steps, which aired over Christmas. (Leigh Holmwood)

    das man sich diemal auch auf die zweite generation stützt finde ich mal ganz erfrischend, nach denenttäuschenden versionen aus italien usw. dass allerdings der moorige grusel ins hintertreffen gerät... mhhh. irgendein wermutstropfen muss wohl immer dabei sein. :confused:



    Re: all things brontë

    Adminette - 15.01.2009, 20:10


    auf der PBS homepage ist mittlerweile die wuthering heights untersparte online. da jib it dann einen etwa 10 minütigen blick hinter die kulissen und ab 19.01. steht dort auch zwei wochen lang die erste folge zum gucken bereit, jeweils nach ausstrahlung gefolgt von dem rest. das nenne ich mal entgegenkommen.

    hareton sieht ja n büschel aus wie mister spuck von dem enterprise-team der neuerlichen junghüpferversion.



    mhh. die dialoge scheinen auch stark bearbeitet, was mir ja sonst meist nicht auffällt, aber WH habe ich immer nur als geschriene mimik und schlagende gestik im hinterkopf. komisch das vernünftig gesprochen zu hören... :wink:



    Re: all things brontë

    simone - 15.01.2009, 20:41


    Anna hat folgendes geschrieben: und ab 19.01. steht dort auch zwei wochen lang die erste folge zum gucken bereit, jeweils nach ausstrahlung gefolgt von dem rest. das nenne ich mal entgegenkommen.
    Läuft das dann auch bei uns? Bei BBC/ ITV laufen diese Mediaplayer ja immer nur in UK :confused: .



    Re: all things brontë

    Bruki - 15.01.2009, 21:36


    simone hat folgendes geschrieben: ... Läuft das dann auch bei uns? Bei BBC/ ITV laufen diese Mediaplayer ja immer nur in UK :confused: .
    Die "Behind-the-Scenes-Videos" laufen - bei mir jedenfalls...

    Ich befürchte jedoch, die Folgen laufen nicht... beim "online watching" von "Tess of the d'Urbervilles" kommt das: "Sorry, we only have rights to stream Tess of the D'Urbervilles to viewers in the US." ... aber es gibt immer Möglichkeiten :wink: ...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Adminette - 19.01.2009, 18:58


    die gebietsbeschränkung gilt (natürlich...) auch bei WH. dafür gibts hier n kurzen einblick. lang genug, um mitzukriegen, dass die chronologie in den mixer geschmissen wurde, leider nicht lange genug um mitzukriegen, ob das auch funktioniert. immerhin: tom hardys elvis-tolle ist nicht die schlimmste frisur, die er in petto hat ;D

    achja, und laura linney schlägt sich durch diese komischen pbs-masterpiece-theatre ansagen doch etwas besser als gillian anderson. trotzdem: beim ZDF flutschte sowas seinerzeit aber erheblich besser. schon witzig, so relativ große TV diven daran scheitern zu sehen... :engel:

    apropos: wenn man youtube schon nach wuthering heights durchsucht, kommt man selbstverständlich nicht an folgendem kuriosum vorbei: also. mhh. trotzdem sie letzthin recht hörbares herausbrachte und so überhaupt mit ihrem dasein unzweifelhaft so manch feister jungkünstlerin auf die sprünge geholfen haben dürfte, stellt sich mir angesichts dessen doch die frage, ob ihr lippenstift nicht doch mit bewußtseinserweiternden substanzen versetzt war. oder das haarblümchen... zu erklären vermag ich das jedenfalls nicht so ganz. ihr? :anonym:



    Re: all things brontë

    Adminette - 24.01.2009, 21:32


    guckt mal, was ich hier gefunden hab... :sauber:

    konnte mich selbstverständlich nicht zusammenreissen und habe einen blick hinein geworfen. ist gar nicht mal so schlecht. alles in allem ein ordentliches, zeitgemäßes make-over. wenn auch defintiv too light and bright and reasonable. zu gute kommen dem ganzen noch die vielen aussendrehs und die standorte in original britischer umgebung. allerdings: wo die BBC sich bei dreharbeiten sonst immer über unwetter, regen, sturm, hagel usw beschwert, hatte das drehteam hier schwer unter der sonne zu leiden. von wetternden höhen keine spur :nein:

    die kapitelsprünge am anfang sind nicht wirklich ausgeklügelt. schade auch, dass man die adolescente phase schon mit den erwachsenen darstellern besetzt hat. sollte man das mal mit verwirrten teenagern machen, hätte das sicher mehr erfolg :cool: die beischlafszene draussen auf dem schweineunbequemen felsen (hätte ja immerhin auch heidekraut sein können)... mhhh. gibt es dafür irgendeinen hinweis im buch? nicht, dass ich bei jeder gelegenheit auf abstinente umsetzung der literaturvorlage drängen würde. aber gerade bei cathy und heathcliff machen bis zur explosion aufgestaute emotionen oder besser triebe doch mehr sinn (wenn man von sinn in diesem sinne sprechen darf) als ausgelebte, oder?

    linton finde ich gut getroffen.

    nett in dem recht sauberen um nicht zu sagen antiseptischen ambiente wirds eigentlich immer dann, wenn man sich zu annähernder schwarzweiß optik und halbdunkel durchringt. und die heights scheinen ganz gut in die moors hineingeneriert. nichts, was den zuschauer und seine auffassungsgabe beleidigt :bg:

    naja, auf den letzten paar metern des ersten teils scheinen sich die schnüre zuzuziehen, vielleicht gibts im nächsten etwas mehr feuer/sturm.



    Re: all things brontë

    Bruki - 25.01.2009, 18:49


    ... in den USA wurden/werden die beiden Teile bereits am 18. und 25. Januar 2009 gezeigt... und in UK sollen die erst im April ausgestrahlt werden (laut IMDB)...

    Das da auf Youtube ist wahrscheinlich der Ausfluss dieser Ausstrahlung...

    Bruki :bruki:

    PS: Und nix gegen Kate Bush - die hatte zwar nur einen richtigen Hit, der war aber auch richtig gut - bewusstseinserweiternd oder nicht... damals hat man die Experimente mit Drogen wenigstens noch ernst genommen :aetsch: ... und ich wette, in 30 Jahre werden Deine Enkel sich über Deine junghüpferischen haar- und kleidungstechnischen Sünden scheckig lachen... (zum Glück ist der von mir bevorzugte Moss-Stil zeitlos... also besteht für mich in Modefragen keine Gefahr, dass man jetzt oder dermaleinst mit dem Finger auf mich zeigt :engel:)



    Re: all things brontë

    simone - 15.05.2009, 19:14


    Schlechte Neuigkeiten (siehe hier) für die geplante Kinoversion von WH :cry: , Michael Fassbender und Abbie Cornish werden ersetzt durch Gemma Arterton und Ed Westwick ("Gossip Girl" :roll: ) , man will das ganze Projekt anscheinend verjüngen :abgelehnt: .



    Re: all things brontë

    Adminette - 15.05.2009, 20:28


    man scheint sich dieses jahr mit saublöden castings überbieten zu wollen. besonders in den männlichen parts. ich wittere fiese kabale gegen das vielgeliebte genre :suspekt: das ist echt n herber rückschlag. als hareton hätt ich das jüngelchen ja noch verkraften können... aber als fassbender ersatz für heathcliff... das ist übelriechend, ohne dem herren persönlich zu nahe treten zu wollen. verrat am publikum... auf die barrikaden... (wo nur?)

    die beiden cathys find ich beide bislang eher nichtssagend, obwohl man miss arterton jetzt auch nicht abnutzen muss. hach menno, dass läßt jedenfalls nicht mehr auf so umwerfendes hoffen wie... erhofft. auweia simone, irgendwann wirst du noch zum board hiob gekrönt werden müssen :shock: ach, nee garnicht wahr... hiob hat ja die botschaften bekommen, nicht überbracht. schwein gehabt :wink:

    PS: mhh. anna friel als holly golightley? fänd ich spannender als keira knightley. schade, das es nur im theater läuft... ach nee, is ja auch wieder falsch. es sollte ja pygmalion/my fair lady neu aufgelegt werden... bin etwas aus der form :shock:



    Re: all things brontë

    Mme. O - 16.05.2009, 10:46


    puhhhh :neenee: so´n Ärger aber auch.
    Ed Westwick sieht ja aus wie ein harmloser Teenie-Vampirschönling aber nicht wie ein Heathcliff.
    Ein echter Kerl muss her! Menno!



    Re: all things brontë

    Ulli - 03.06.2009, 09:56


    Das ist jetzt nicht Euer Ernst :kreuz: ?! Da schwärme ich, durchs Moor um Haworth herum wandernd, vor, daß demnächst der möglicherweise beste Heathcliff aller Zeiten auf Leinwand zu sehen ist und dann das? So ein Schietkram! Um nicht noch stärkere Ausdrücke zu gebrauchen....



    Re: all things brontë

    Adminette - 03.06.2009, 12:44


    Ulli hat folgendes geschrieben: Das ist jetzt nicht Euer Ernst?! Da schwärme ich, durchs Moor um Haworth herum wandernd, vor, daß demnächst der möglicherweise beste Heathcliff aller Zeiten auf Leinwand zu sehen ist und dann das? So ein Schietkram! Um nicht noch stärkere Ausdrücke zu gebrauchen....

    du warst also auch wieder im urlaub??? ich für meinen teil wurde in paris mehr oder minder gezwungen, mir mörderlich den pelz zu verbrutzeln. bin dafür aber jetzt richtig im reisefieber und würde am liebsten gleich weiter sonst wohin. muss aber zurück unters joch der hochschule und mir predigten anhören, dass ich überhaupt so dreist war, einen tag über pfingsten hinaus im "urlaub" zu verweilen, statt mich wieder hirnrissigem zu widmen.

    so. und du darfst ruhig richtig tief in die kiste mit den "schmutzigen" wörtern greifen, denn wenn man bei all dem ärger dann auch noch auf michael fassbenders heathcliff verzichten muss, ist das einfach :scheisse: oder merde. vraiment très grande merde! wie der franzose sagt.



    Re: all things brontë

    Mme. O - 03.06.2009, 12:50


    Oh Anna, lehrst Du oder lernst Du auf der Hochschule? Und was? *neugierig sei*
    Paris hat Dir sicherlich auch die Brieftasche ausgebrannt, oder?

    Ja flucht nur. So ein Jüngelchen als Heathclif. Aua!

    :bisbald:



    Re: all things brontë

    Ulli - 03.06.2009, 13:08


    Anna hat folgendes geschrieben:
    so. und du darfst ruhig richtig tief in die kiste mit den "schmutzigen" wörtern greifen

    Leider verfüge ich nicht über das entsprechende Vokabular :oops: , um meinem Unmut angemessen Ausdruck zu verleihen. Dazumal wir uns gestern Abend erst die Fassung mit Robert Cavangh anschauten :cry: .



    Re: all things brontë

    Ulli - 10.06.2009, 12:10


    Gestern traf die neueste Sendung aus England ein und damit auch The Tenant of Wildfell Hall :hurra: , weshalb ich nicht umhin konnte, mal reinzuschnuppern.

    Da die Heldin im Roman als sehr schön beschrieben wird, schien mir die Wahl von Tara Fitzgerald nicht gerade zwangsläufig, aber das Gestrenge, Herbe ihrer Figur bringt sie sehr gut rüber. Mit dem herausfordernden Kammerkätzchen aus "Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam" hatte ihre Rolle keine Ähnlichkeit mehr. Und beim Lesen des Romans unterlag ich dem Irrtum Toby Stephens spiele den schlawinernden Ehemann Nr. 1, aber nichts da. Der sanftäugige Rupert Graves hat diesen Part. Bin schon ganz gespannt, wie der sich da so macht. Toby Stephens ist jedenfalls nicht ganz so unreif und etwas albern wie der Markham im Buch, auch wenn er trotzdem zur Peitsche greift, sondern fast ein bißchen kindlich neugierig und verletztlich.

    PS.
    Habe ich eigentlich erwähnt, daß im Pfarrhaus zu Haworth die Filmkostüme zur letzten ITV-Verfilmung ausgestellt waren? Die waren jetzt zwar nicht wirklich außergewöhnlich (leider durfte man nicht photographieren), aber ich bin schon sehr gespannt, wie sie sich an den Schauspielern machen. Ach ja, und in East Riddelsden Hall, das im Film als Drehort genutzt wurde, war ich auch nichtsahnend. Ein sehr gemütliches Haus mit schweren Möbeln.



    Re: all things brontë

    Adminette - 11.06.2009, 20:19


    the tenant of wildfell hall fand ich eher schwergängig. ähnlich wie tara fitzgeralds frisur... :kreuz: selbige scheint sich in folgenden rollen dann ja auch sehr/geradezu exzessiv auf ihre rauhbeinige natur hier zu beziehen. von rupert graves war ich allerdings eben drum so überrascht, als ich ihn das erste mal in netten rollen (maurice, glaub ich, oder zimmer mit aussicht) sah, weil ich ihn hier das allererste mal wahrnahm. und das bleibenden eindruck hinterließ.



    letzterer ist bei dem neuen wuthering heights nicht so übermäßig groß. irgendwo hatte ich schon mal eine ausführlichere besprechung festgehalten, mangels funktionierendem laptop aber nicht ... usw ... und wo diese nun sein könnte... keine ahnung.



    jedenfalls ist es auch nicht so schlimm, dass man nach herzenslust in tratschereien verfallen könnte. die ambitionen sind schon spürbar. und hätte tom hardy nicht so ein androgynes gesicht und so grottenhäßliche perrücken, er wäre ein richtig guter heathcliff gewesen. sein urschrei... huihui. aber immer wenn man sich darauf einstellt, dass es zwar etwas sehr propper aber eigentlich nicht von schlechten eltern ist, lugt der mangel auch schon wieder um die ecke.

    und damit meine ich nicht nur so patzer wie haretons blitzeblütenweiße beißerchen in reih und glied.



    so ganz verstehe ich noch nicht, warum man sich mit einer halbwegs adäquaten umsetzung sooo lange schon soooooo schwer tut. und es wird ja bekanntlich nicht besser... :drum: immerhin ist bei diesem exemplar ein richtig enorm guter trailer auf der haben-seite.



    und für sehr viel mehr reicht dann die zeit heute auch schon wieder nicht...
    :bisbald:



    Re: all things brontë

    Ulli - 13.06.2009, 21:49


    Anna hat folgendes geschrieben:

    the tenant of wildfell hall fand ich eher schwergängig. ähnlich wie tara fitzgeralds frisur... :kreuz:

    Oh, ja, Tara Fitzgeralds Friseure meinten es nicht gut mit ihr :lol: . Entweder unkleidsam und strenge



    oder viel Tütütülü



    Die ersten zwei Teile fand ich noch durchaus passend, den letzten mißglückt. Vielleicht auch, weil spätestens dann klar war, daß die vielen kleinen Nebengeschichten, die Helens Geschichte umranken und vertiefen, fehlen. Zudem ist es natürlich schade, Schauspieler wie Pam Ferris und James Purefoy als reine Makulatur zu verschenken.

    Anna hat folgendes geschrieben:

    von rupert graves war ich allerdings eben drum so überrascht, als ich ihn das erste mal in netten rollen (maurice, glaub ich, oder zimmer mit aussicht) sah, weil ich ihn hier das allererste mal wahrnahm. und das bleibenden eindruck hinterließ.



    Das empfand ich hier auch als reizvoll, denn mein Eindruck stammt auch von den E.M.Forster-Verfilmungen, obwohl ich ihn zwischenzeitlich auch in anderen Rollen sah.

    Was mir an diesem Film gut gefallen hat und was fast eine Umdeutung von Anne Brontes Geschichte wirkt, ist, daß im Film auch dank der Darstellung von Fitzgerald und Graves eigentlich nicht ganz klar ist, wer hier Opfer und wer Täter ist. Mir kam Arthur jedenfalls fast kindlich bemüht vor, seine Frau aus der Reserve zu locken, zu provozieren und schließlich zu resignieren, während Helen unerbittlich und gar streng protestantisch wirkte. Ob das seitens Anne Brontes als passend empfunden würde, ob diese Deutung beabsichtigt war - keine Ahnung.



    Re: all things brontë

    Adminette - 13.06.2009, 22:39


    Ulli hat folgendes geschrieben:
    Was mir an diesem Film gut gefallen hat und was fast eine Umdeutung von Anne Brontes Geschichte wirkt, ist, daß im Film auch dank der Darstellung von Fitzgerald und Graves eigentlich nicht ganz klar ist, wer hier Opfer und wer Täter ist.

    uhh. das ne interessante entdeckung, die mir zwar auch instinktiv auffiel, die ich aber bis jetzt nicht recht einordnen konnte!

    aber im nachgang finde ich die streichung etwas erleichternd wirkender handlungsstränge als noch gravierender. so wird es geradezu eine tour de force an sprödigkeit. und das zu sehen habe ich nicht häufig lust. zumal jetzt, wo es sachen wie "revolutionary road/zeiten des aufruhrs" gibt, dass zwar von anderen ansätzen ausgeht, aber nicht unähnlich gelagert ist. die cinematische gestaltung hilft dann aber doch besser über die eine oder andere durststrecke hinweg.



    Re: all things brontë

    Adminette - 30.08.2009, 20:20


    heute und morgen werden auf ITV übrigens die zwei teile "wuthering hights" 08 ausgestrahlt, was bedeuten dürfte, dass es die Import-DVD demnächst im handel gibt. hier gehts jedenfalls zur offiziellen homepage.

    EDIT: jep, ab dem 07. september is se zu haben.



    Re: all things brontë

    simone - 22.10.2009, 11:02


    In das Kino- "Jane Eyre"-Projekt kommt wieder etwas Bewegung, Ellen Page wird nicht die neue Jane Eyre und es gibt einen neuen Regisseur, Cary Fukunaga. Nächstes Jahr soll es losgehen.



    Re: all things brontë

    Adminette - 22.10.2009, 13:18


    mhh. schade eigentlich. war gespannt, wie sich das all american roller girl im reifrock machen würde. der regisseur sieht ja sehr jung aus - und weniger asiatisch, als der name glauben macht.

    an und für sich hört sich das aber schon ganz ordentlich an, von wegen "Pic will play up the gothic elements of the classic" ... naja, vom atemlosen satzbau vielleicht abgesehen :wink: und der tatsache, dass diese gothischen elemente auch in der letzten BBC verfilmung sehr deutlich dargestellt wurden. solln'se man. ich bin immer dabei, wenn der nebel über die wiesn wabert :hurra:



    Re: all things brontë

    Tinka - 22.10.2009, 18:36


    Also ick weeß nich....

    Bin nicht so überzeugt, obwohl ich dieser Verfilmung bessere Chancen ausrechne als dem Wuthering Heights Projekt mit Gossip Girl Besetzung.



    Re: all things brontë

    Adminette - 22.10.2009, 19:35


    dieser branchenneuigkeit zu folge könnte es noch ein weiteres neues bronte-projekt von FaME productions (u.a. bathory) unter regie eines gewissen dominic murphy geben.

    auf imdb ist charlotte bronte allerdings (bislang) die einzige, die mit "i walked with a zombie" ein noch ungenanntes projekt "in development" hat. scheint sowas kreatives wie "P&P and zombies" zu sein? für das "bronte" biopic steht nun wieder die usprüngliche regisseurin angela workman nach geld und einem neuen cast zu suchen, für jane eyre wurde ja nun fukunaga bekannt gegeben, für wuthering heights ist noch peter webber eingetragen. müßte also, wie gesagt, was neues sein.



    Re: all things brontë

    Adminette - 20.11.2009, 20:18


    unter umständen wird man hinsichtlich den brontes nicht gänzlich auf michael fassbender in breeches verzichten müssen. allerdings wird er nicht wie ein waidwundes tier durch die nebelnden moore stolpern, sondern eher selbstredend durch spooky flure wandeln.

    nachdem abgang von ellen page sind jedenfalls die neuste wunderlands alice und selbiger herr fassbender im gespräch für jane eyre. na. ja.

    helen o'hara hat folgendes geschrieben: The book has been adapted many times before, but not since 1996 on the big screen (that was the Charlotte Gainsbourg / William Hurt version) and not since 2006 at all.

    :lol:



    Re: all things brontë

    simone - 21.11.2009, 16:58


    Jane Eyre wurde für manche wohl einfach zu selten verfilmt :lol: .
    Mia Wasikowska ist vielleicht endlich eine Jane im passenden Alter, aber Ellen Page hätte mir dann doch besser gefallen und Michael Fassbender kann ich mir leider auch noch nicht so wirklich als Rochester vorstellen und eindeutig ein paar Jährchen zu jung und beide zusammen harmonieren für mich auf den ersten Blick auch nicht.....bin mal wieder sehr skeptisch :wink: . Ich hätte ihn einfach viel lieber als Heathcliff gesehen.



    Re: all things brontë

    Adminette - 21.01.2010, 18:32


    simone hat folgendes geschrieben: Schlechte Neuigkeiten (siehe hier) für die geplante Kinoversion von WH :cry: , Michael Fassbender und Abbie Cornish werden ersetzt durch Gemma Arterton und Ed Westwick ("Gossip Girl" :roll: ) , man will das ganze Projekt anscheinend verjüngen :abgelehnt: .


    neuigkeiten: regisseur peter webber (das mädchen mit dem perlenohrring) ist raus. ersetzt wird er bis auf weiteres von "fish tank" (der mit michael fassbender!) regisseurin andrea arnold. vielleicht holt sie ja den alten bekannten wieder ins boot. als heathcliff würd ich ihn nämlich immernoch lieber sehen denn als rochester. obwohl ich mich generell auf beides freuen tät :engel: würde aber ausreichen, wenn die gute das casting-karoussel einfach eine runde weiterschubsen und ed westwick wieder rauskicken würde. fies, was? gemma arterton als cathy scheint jedenfalls noch mehr als unsicher zu sein.

    oh, außerdem ist frau arnold, glaube ich, eben die erste frau, die WH in bilder packt. vielleicht gelingt es ihr ja endlich mal in angemessener art und weise.



    Re: all things brontë

    simone - 13.02.2010, 19:27


    Bei dem aktuellen Wuthering Heights Projekt gibt es einen (bzw. eine) neuen Director und es soll für alle Rollen ein offenes Casting geben. Zu schade, dass Michael Fassbender wohl definitiv Rochester spielen wird, wobei ich nichts dagegen hätte ihn in beiden Rollen zu sehen :wink: .
    Und bei der neuen Jane Eyre gibt es auch ein paar Neuigkeiten, Jamie Belll als St John, Judi Dench als Mrs Fairfax, Sally Hawkins as Mrs Reed and Imogen Poots anscheinend als Blanche Ingram.



    Re: all things brontë

    Adminette - 13.02.2010, 19:59


    die WH regisseurin ist doch immernoch andrea arnold? dachte schon, die wäre nun auch wieder abgesprungen. aber, wenn ich mal ehrlich unnett bin, ist es immerhin nett, das sich meine vermutungen bestätigt haben, und wir ed westwick los sind :bg:

    und was das casting für jane eyre angeht: immer besser. vor allem mit jamie bell. und sally hawkins in etwas unvermuteter rolle. danke für den hinweis!



    Re: all things brontë

    simone - 14.02.2010, 15:19


    Zitat: die WH regisseurin ist doch immernoch andrea arnold?
    äh, stimmt, ich hab das mit Jane Eyre verwechselt, da wurde ja gewechselt...gleich zwei Bronte Filme auf einmal, da kann man schon mal durcheinander kommen :wink: .



    Re: all things brontë

    Adminette - 10.03.2010, 19:35


    die kostüme für die neue jane eyre näht übrigens michael o'connor, der die highlights in "the duchess" setzte und oscarlich belohnt wurde.



    Re: all things brontë

    Adminette - 23.03.2010, 17:03


    so, heute haben die dreharbeiten zur neuen jane eyre mit mia wasikowska und michael fassbender begonnen. :heiss: ich hoffe nur, es sickert schon in bälde das eine oder andere bildchen durch. laut imdb dreht man übrigens schonwieder in haddon hall. die meisten werden sich erinnern, schon die letzte jane eyre wurde dort gedreht. und die jane eyre davor. und die davor sicher auch... seis drum.

    ein paar nebenrollen wurden auch noch besetzt. hier kann man sich ein bild machen. immerhin wurden die lehrerinnen der lowwood institution besetzt und nicht komplett gestrichen. ich nehme mal an, dass imogen poots blanche ingram übernehmen wird. ist die frage, was mit st. john's schwestern passiert. ob die wohl von holly grainger und tamzin merchant gespielt werden, die demnach ebenfalls frisch gecastet wurden?



    Re: all things brontë

    Julia - 23.03.2010, 22:57


    "Alice" als Jane Eyre? Das habe ich noch gar nicht mitgekriegt ... Naja, blutarm genug wirkte sie zumindest auf mich. :wink:



    Re: all things brontë

    simone - 24.03.2010, 13:32


    Meine Glaskugel hat mir gerade gesagt, dass Julia diese Neuverfilmung nicht mögen wird ;D
    Ziemlich viele blonde Mädchen die bisher gecastet wurden, bleibt zu hoffen, dass die ein oder andere noch eine neue Haarfarbe verpasst bekommt.



    Re: all things brontë

    Julia - 24.03.2010, 14:01


    Ach ich sehe dem ganz entspannt entgegen - keinerlei Erwartungen. Wohl auch, weil ich dem Buch nicht sonderlich viel abgewinnen kann. So oder so wirds bestimmt ein unterhaltsamer Kinonachmittag für das Mädchen in mir. :wink:



    Re: all things brontë

    simone - 28.03.2010, 10:58


    Hier sind noch ein paar neue Gesichter und Rollen, Rochester hat sich aus Jamaika einen "John" mitgebracht, der mit der Köchin Martha verheiratet ist.



    Re: all things brontë

    Adminette - 07.04.2010, 14:10


    noch keine setfotos von jane eyre zu finden. aber: diese junge dame wird wohl die neue cathy. etwas farblos, zumindest dem foto nach. und wenn denn die ganze wuthering heights produktion langsam mal wird. dafür spricht, dass man sich, scheints, emsig auf die suche nach passenden drehorten macht.



    Re: all things brontë

    simone - 13.04.2010, 16:27


    Das war ja klar: als nächstes geht Jane "Buffy" Eyre in Jane Slayre auf Vampirjagd:
    Mrs Reed and her children are vampires, Lowood is run by a voodoo headmaster who is turning his pupils into the walking dead, Mr Rochester's first wife is a werewolf, and Jane must learn to embrace her destiny as a slayer of evil before she can win her heart's desire.
    Und WH erscheint demnächst auch als Comic: Wuthering Heights the Graphic Novel, einmal mit "quick modern English for a fast-paced read" und einmal mit original Text



    Re: all things brontë

    simone - 21.04.2010, 10:12


    Hier gibt es einen Artikel über die Darker Sides der neuen Jane Eyre Verfilmung. In Cary Fukunagas Version scheinen die Gothic-Elemente mehr im Vordergrund zu stehen:
    "there’s been something like 24 adaptations, and it’s very rare that you see those sorts of darker sides. They treat it like it’s just a period romance, and I think it’s much more than that.”



    Re: all things brontë

    Adminette - 21.04.2010, 21:32


    wenns denn wirklich so ist, bin ich sehr dafür. hier gibts übrigens zwei neue akteure zu sehen. und bevor - wie bei mir - das große rätselraten beginnt: die katzenäuige dame kennt man aus einer anderen bronte verfilmung und zwar als isabella in peter kosminskys wuthering height (die mit juliette binoche und ralph fiennes).



    Re: all things brontë

    simone - 24.04.2010, 20:17


    In der Times gibt es ein erstes Bild der neuen Jane Eyre und einen Artikel.



    Re: all things brontë

    Adminette - 25.04.2010, 09:58


    au fein fein. vielleicht gibts dann demnächst auch endlich mal herrn rochester in voller montur. bei jane eyre weiß man ja eigentlich vorher, wie die aussieht. wie bei paper-dolls. eigentlich braucht man da nur das jeweilige gesicht der schauspielerin einsetzen.



    Re: all things brontë

    Tinka - 25.04.2010, 13:50


    Oh super! Wie schön, dass es schon losgegangen ist mit der Produktione. Danke für diese Neuigkeiten, das muss ich gleich mal bloggen. :wink:

    Tinka



    Re: all things brontë

    simone - 26.04.2010, 10:39


    zwar kein Rochester Bild, dafür aber von der Köchin Martha, aber nicht wirklich spektakulär :wink: .



    Re: all things brontë

    Tinka - 28.04.2010, 20:28


    Ja, das habe ich auch bei imdb im Board gesehen. Lustig, wie einige dort dachten, es gäbe schon ein Rochester Bild auf der Fassbender Fanpage, war aber nur (und ganz augenscheinlich) ein fanmade mash-up. Bin aber auch super gespannt auf das erste Bild von Fassbender. Auch von Mia möchte ich gerne bald was frontales sehen.

    Tinka



    Re: all things brontë

    Adminette - 14.05.2010, 17:02


    Tinka hat folgendes geschrieben: Auch von Mia möchte ich gerne bald was frontales sehen.

    mr. rochester hält sich zwar immernoch auffällig bedeckt, aber für den rest sei mir dein wunsch befehl. weil es ja auch einzig in meiner macht steht... naja, jedenfalls: miss mia frontal




    hier der dazu gehörige artikel. nicht viel neues.



    Re: all things brontë

    Adminette - 16.05.2010, 12:37


    bevor wir alle vor michael fassbender davonswoonen hier mal ein ungemein unterhaltsames postulat wider olle rochester. bin mal gespannt, was bruki dazu meint. wenn er sich denn zu einer meinungsäußerung herbeiließe :wink:

    Zitat:
    A Monster is Born.

    April 11, 2008 by Moira

    All through her childhood Charlotte Bronte – with her brother Branwell – filled tiny book after tiny book with her stories of Angria – the imaginary land that she and Branwell created between them. Her stories featured brooding Byronic heroes and beautiful, submissive heroines, who were frequently to be found languishing in ‘durance vile in damp dungeons. All very melodramatic, overheated and adolescent.

    Her first attempt at “grown up” writing was the ill-fated The Professor, which – although streets ahead of some of the stuff churned out by modern authors – wasn’t exactly what you might call a world-beater. In fact it was so much not a world-beater that her publishers – Smith Elder – sensibly refused to touch it in her lifetime. (After her death, of course, it became a hot little number which no self-respecting publisher could resist.) She couldn’t shake off her Angrian “style” and although you can see glimpses of the writer she was eventually to become, it’s best read as more of a curiosity than a great English classic.

    The most convincing chapters are those set in Belgium. Those, in other words, that were drawn directly from her own experience.

    In 1842 she and sister Emily had enrolled at the Pensionnat Heger in Brussels in order to further their education and ready themselves to run a school of their own back in Haworth. Charlotte fell painfully and unrequitedly in love with Constantin Heger – the man who ran the school with his wife. He was a loving father and a faithful husband and did not reciprocate in any way, but her obsession with him was to have a profound effect on her life and writing.

    When she finally accepted that no-one was going to touch The Professor with the proverbial barge pole, Charlotte tried again. This time she resurrected her favourite character from her Angrian stories – the arrogant, brutally handsome (yawn, yawn) Zamorna – and cross-fertilized him with her idealized mental portrait of Constantin Heger.

    In the process, she created a monster.

    She created Edward Fairfax Rochester.

    I can’t remember when, exactly, it dawned on me that Rochester was odious, but I presume it was probably in my 30s, by which age my ‘slimeball detector’ was fully developed.

    I’m reasonably certain that the first time I read the scene, early in their relationship, where Rochester tells Jane about his affair with Celine Varens I just thought, “Ooh. A man of the world. How jolly thrilling.” The second time I read it – many years later – I thought, “Wait a minute. This thirty-something year old man is telling a unworldly teenage girl, and his subordinate to boot, about his unsavoury sexual history. Oh yuck.”

    And it gets worse. It gets much worse.

    Remember the part where our plucky heroine prevents him from being flame-grilled after Mad Bertha’s midnight peregrinations? Yes? Good. Now consider what he does next. Having made it pretty obvious that his feelings extend beyond gratitude, Mr Arch Manipulator decides to ‘test’ her. He deserts her, he brings the Ingram party back to the house and allows them to humiliate her, he reduces her to tears, he pretends to be courting Blanche Ingram and THEN he pulls that idiot gypsy-fortune-teller stunt.

    Hands up anyone who wouldn’t have found the nearest blunt object and crowned the arrogant git with it.

    He not only plays with Jane’s emotions, he also callously uses and misleads Blanche Ingram … and before anyone pipes up and says “Ah but …” – no she does NOT deserve it, even if she is an insufferable cow. (We’ll pass lightly over what Blanche Ingram’s characterization tells us about Charlotte Bronte and her innumerable shoulder-borne chips, because that’s a whole OTHER hatchet job.)

    Then, just when you think he can’t possible get any more obnoxious, the Crown Prince of Creeps trumps himself.

    That proposal. That hideous, toe-curlingly manipulative proposal. He’s made her completely miserable, he’s messed with her head, he’s convinced her that she’s being sent to Ireland … and then he just pops the question as if he’s suddenly remembered he’s supposed to be in a romantic novel.

    He’s attempting bigamy. He’s lying by omission. He’s declaring undying love for little Janey-pops, while all the time he knows he can’t contract a legal marriage. When he’s rumbled, his justification is that Bertha isn’t really his wife because she doesn’t have any discernible oars in the water. He was tricked into marrying her, you know. Oh yes he was … blinded by her beauty and unaware of her depravity until it was too late, blah, blah, blah …

    Everybody go “A-h-h-h …”. Poor lamby love. You weren’t too hard to manoeuvre into marriage, were you? As my mother would say, “Where there’s a willy there’s a way …”.

    So … There’s Jane in her best wedding frock, stricken, sobbing and about to hot foot it over the moors to do some good melodramatic freezing and starving for a few pages and what does he do to try to persuade her to stay? He tells her the rest of his mucky life story, for crying out loud. And when that doesn’t work? He goes berserk. In one of the weirdest and most chilling passages in 19th Century literature, he loses it completely. In fact, in retrospect, it looks dangerously like a temper tantrum.

    I could go on (and on, and on …) but you get the picture.

    Jane Eyre is one of the greatest wish-fulfilment exercises in English literature. To a great extent, Charlotte Bronte created the governess in her own image – little and poor and plain. Rochester was Monsieur Heger reimagined. Poor mad Bertha – could she have been Madame Heger … nutty as a fruitcake and destined to be dropped from a great height just for being in the way?

    Not nice, Charlotte. You’re a vicar’s daughter, remember? Now go and write a grown up book. I’ll even give you the title. You can call it Villette.

    Most classic works of fiction have some sort of message for the reader. As far as I can tell, the only useful message in Jane Eyre is that if you’re offered a job as governess by a short-tempered man who suffers from dramatic mood swings, demand to see a complete inventory of the contents of the house before you sign the contract.

    Pay particular attention to the attic.

    (Exits, stage left, moving rapidly and keeping low …)



    Re: all things brontë

    Bruki - 16.05.2010, 17:28


    Anna hat folgendes geschrieben: bevor wir alle vor michael fassbender davonswoonen ... bin mal gespannt, was bruki dazu meint. wenn er sich denn zu einer meinungsäußerung herbeiließe :wink:
    Ich weiß nicht so genau, warum er sich dazu äußern sollte, außer um mit Julia im Chor zu jubeln... aber wir beide wussten ja schon immer, dass Charlotte eine boshafte Zicke war... die sich wer weiß was auf ihre angebliche Kenntnis des menschlichen Herzen eingebildet hat... und am liebsten an Leuten rumgemäkelt hat, die es besser drauf hatten als sie selbst...

    Viel Interessanter wäre es doch, wenn Du, verehrte Anna, mal was zu Deinem geliepten Rochester - Du weißt schon, den Po-Grabscher mit der Haarspitzenverlängerung :bax: - sagen würdest...

    NB: Ich würde zugerne mal wissen, was es mit diesem "Shoulder Chip" auf sich hat? ... der ist mir neulich auch schon mal woanders begegnet :nixweiss: ...

    Ansonsten: Hier ist meine Meinung dazu :aetsch::

    My conclusion is always the same: in my limited and under-educated view, Charlotte Brontë was fit only to prepare Jane Austen's quills. Other opinions are afoot. Charlotte once went to a lot of trouble to help us understand that she was better writer than her sisters — Mm-mm-mm, no! Emily was better. Charlotte's remarks about Henry Fielding were as spiteful and as intemperate as anything she said about Jane Austen; and, she was fit only to caddy his quills as well.

    ... und jetzt würde ich gerne erfahren, warum einige diesen Rochester für einen romantischen Helden zu halten scheinen?! :wink:

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    simone - 18.05.2010, 14:05


    Immer noch kein Rochester Bild, aber hier gibts ein Interview mit Imogen Poots:

    Zitat:
    Well, that yen for pen and parchment probably served you well for Cary Fukunaga’s remake of Jane Eyre.
    Yes, we just finished. I had a wonderful time, gallivanting around hills in bonnets.

    You’re playing Blanche Ingram. That character is not exactly beloved in the book. What’s she like in the movie?
    In the book, I think she comes across as quite conniving, but what we wanted to do was a different feel. We kind of played her as seriously flabbergasted that Rochester isn’t going to marry her. We don’t want Blanche Ingram to be the kind of stereotypical rival — she’s just really confused as to how it all turns out.

    You have to sing 1830s operetta in this movie, don’t you?
    I did! How horrendous is that? I’ve been an alto my whole life, so that was a challenge, but I enjoyed it because Cary, the director, handled it with a lot of humor. Michael Fassbender and I have to do this duet together, which was the bane of our lives, but we had a wonderful singing teacher who helped us through it.

    So what was Cary’s approach like? After Sin Nombre, I’m really curious as to what he would do with this material that hasn’t been done in other adaptations of Jane Eyre.
    I think it’s much younger, especially with the cast. You have Mia Wasikowska as Jane and Michael Fassbender as Rochester. It’s kind of a new Jane Eyre for a new generation. Of course, it’s still very sinister, but I think he’ll be bringing that visual aspect from Sin Nombre to Jane Eyre.



    Re: all things brontë

    Tinka - 18.05.2010, 18:40


    Was für eine "Abrechnung" mit Charlotte und Rochester. :prust: Ich hab mich köstlich amüsiert. (Obwohl ich zugegen muss, dass mein ‘slimeball detector’ wohl noch nicht ausgeprägt genug ist, um mich vollends der Meinung der Autorin anzuschließen.)

    :wink:



    Re: all things brontë

    simone - 28.05.2010, 07:30


    Jane Eyre soll laut Focus Features am 11.03.2011 ins Kino kommen, in ausgewählten Städten, hört sich noch nicht nach einem regulären Kinostart an, ist aber immerhin schon ein Termin :wink: .



    Re: all things brontë

    Bruki - 28.05.2010, 13:12


    "she's in a Jane Eyre adaptation that the BBC did and she looks like a duck a la daffy or donald"

    ... schrieb jemand auf IMDB :rofl:

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    simone - 28.05.2010, 13:49


    Zitat: "she's in a Jane Eyre adaptation that the BBC did and she looks like a duck a la daffy or donald"

    ... schrieb jemand auf IMDB rofl


    Wer? Ruth Wilson? :soso: bei Imdb schrieb über sie auch jemand
    I couldn't help thinking of her as a character on "The Simpsons". Groening's cartoon characters all have that protruding upper lip. In profile, Ruth is definitely a Simpson."

    Zugegeben, sie ist keine klassische Schönheit und für Jane Eyre war sie vielleicht nicht klein und zierlich genug, aber in mein Herz hat sich sich mit der Rolle gespielt, für mich ist sie einfach Jane Eyre und zudem eine tolle Schauspielerin, aber es kann ja nicht jede eine Justine Waddell sein :D .



    Re: all things brontë

    Bruki - 28.05.2010, 14:55


    simone hat folgendes geschrieben: Zugegeben, sie ist keine klassische Schönheit und für Jane Eyre war sie vielleicht nicht klein und zierlich genug, aber in mein Herz hat sich sich mit der Rolle gespielt, für mich ist sie einfach Jane Eyre und zudem eine tolle Schauspielerin ...



    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Adminette - 07.06.2010, 18:48


    das wird übrigens die junge jane. etwas schräg. trotzdem: immernoch kein rochester. dabei müßten die dreharbeiten mittlerweile durch sein. ein zuufalliges paparazzi bild wirds also nicht mehr.



    Re: all things brontë

    simone - 07.06.2010, 21:13


    Anna hat folgendes geschrieben: das wird übrigens die junge jane.

    Süß die Kleine, hat aber nicht direkt Ähnlichkeit mit Mia Wasikowska, aber sie wird eh nur so kurz zu sehen sein, dass man darüber hinweg sehen kann. Zumindest ein Rochesterbild würde ich auch gerne sehen :drum: , für einen Trailer wird es noch etwas zu früh sein.



    Re: all things brontë

    Adminette - 07.07.2010, 11:28


    bronteblog hat ein paar als neu bezeichnete bilder von "jane eyre" verlinkt. unter anderem rochester. bin mir aber ziemlich sicher, dass die doch aus "hex" stammen und mia wasikowskas gesicht da irgendwie reingeschnippelt wurde (beachtet mal die beleuchtung der gesichter) :nixweiss: sollten sie echt sein, hätte rochester ein noch viel fieseres frisurenproblem, als zuvor in 2006...



    Re: all things brontë

    simone - 09.07.2010, 20:22


    Das vermeintliche Rochester Bild habe ich schon vor einigen Wochen irgendwo gesehen, ich glaube im imdb Forum, das ist definitiv nicht echt, die Bilder sehen auch nicht aus wie Setpics sondern ziemlich gebastelt. Und ich denke, wenn die Pics echt wären, gäbe es sie auch an "offizieller Stelle", z.B. bei focus feature. Da müssen wir wohl weiterhin Geduld haben und auf einen Trailer warten oder es gibt doch mal irgendwann ein paar richtige Bilder :drum: .



    Re: all things brontë

    Adminette - 04.08.2010, 14:35


    die spielpläne für die nächsten großen filmfestivals in toronto und venedig (wo den gerüchten und selbst verbrieften artikeln der daily mail nach jane eyre hätte premiere feiern sollen) sind draußen und: keine jane eyre meilenweit. es heißt also weiter warten. schätze, den überfälligen einen ersten blick auf rochester gibts nicht mal als trostpflaster. nicht nett...



    Re: all things brontë

    simone - 08.08.2010, 15:17


    Anna hat folgendes geschrieben: die spielpläne für die nächsten großen filmfestivals in toronto und venedig (wo den gerüchten und selbst verbrieften artikeln der daily mail nach jane eyre hätte premiere feiern sollen) sind draußen und: keine jane eyre meilenweit.

    ich hatte zuletzt gelesen, Premiere sei am 11.03. Ich denke dass ist auch realistisch, bei Kinofilmen dauert es eben doch etwas länger :confused: , aber ein Teaser oder wenigstens ein paar Bilder fände ich auch nicht schlecht.



    Re: all things brontë

    Adminette - 13.08.2010, 09:43


    hier gibts ein paar neue fotos von den dreharbeiten. hauptsächlich die reed-schwester im kostüm...



    Re: all things brontë

    Tinka - 14.08.2010, 12:16


    Na immerhin etwas. Vielen Dank fürs Aufstöbern! Aber ich will endlich Rochester sehen und auch mehr Eindrücke von Jane. :drum:

    Mensch, die zieren sich aber bei dieser Produktion.



    Re: all things brontë

    Adminette - 18.08.2010, 18:40


    Tinka hat folgendes geschrieben: Mensch, die zieren sich aber bei dieser Produktion.

    ganz meine meinung. gehört garantiert zum macketing für den film. schon recht sadistisch... die times spielt das spiel jedenfalls voll mit und verbreitet nur vielversprechende, mundwässernde twitternachrichten nach begucken einer rohfassung:

    catherine mayer hat folgendes geschrieben: # Watched the rough cut of forthcoming Jane Eyre movie. I think Mr Rochester will do for Michael Fassbender what Mr Darcy did for Colin Firth
    # Not least because Michael Fassbender does for breeches what Colin Firth did for breeches

    nich sehr fein, wie gesagt.



    Re: all things brontë

    Adminette - 25.08.2010, 12:55


    in australien soll jane eyre vermutlich zum 07. april starten, also gut einen monat nach US-start. ich nehme mal an, dass es in deutschland nicht so sehr viel später sein wird. zumdindest hoffe ich im interesse der kinobetreiber, dass man uns nicht wieder bis zum kostümfilmherbst und darüber hinaus braten läßt.



    Re: all things brontë

    Adminette - 03.09.2010, 19:13


    in ermangelung von wirklichen neuigkeiten (rochester-bilder, trailer, IRGENDWAS... :drum:) eben ein wenige gefasel über ungelegte eier: hier hat sich mal jemand zum script der neuen jane eyre ausgelassen, und geht auch auf änderungen in der zeitabfolge usw. ein. es beginnt wohl mit janes flucht aus thornfield und der rest ist dann rückblende. zudem sind nicht viele szenen aus dem buche gestrichen, was das ganze als fertigen film reichlich gehetzte erscheinen lassen könnte (!), ähnlich P&P05.

    megzorz hat folgendes geschrieben: I came across a 2008 draft of the script and posted a review elsewhere, figured I'd post it here as well. This is all just my personal opinion, I'm not a critic or anything, just what I got from it. Spoilers included.

    I really liked it. It stayed pretty true to the book. Dialogue, I can’t say how close it was because I don’t have my copy of the book on me. It seemed a little different, but the scenes themselves were straight out of the book. Barely anything was cut, which leads to my first “ehh” part. Because only a few things were cut, it’s pretty rushed. The script is 120 pages, and the rule of thumb (from what I've heard when it comes to scripts) is one minute for every page. This is a big book. I often felt like things were going a bit too fast for my liking.

    The characters: This is an old version of the script, 2008, so I know it’s really outdated. Mrs. Reed’s daughters weren’t even mentioned in the script, but pictures of the two actresses playing them shooting their scenes showed up online a few weeks ago. As for the characterization of the main characters, it stayed pretty close. Jane Eyre was slightly… flatter than I had hoped, but I’m thinking it’s because the book is told from her perspective, and the script has no voice overs. Mia Wasikowska is a great actress, so I have few doubts that she’ll be able to make the character pop off the screen. As for Mr. Rochester… pretty much the same thing. He seems a bit less "bipolar" in the script. I don’t know how else to explain it. I have a ton of faith in Michael Fassbender, I think he’s going to KILL this role and make it everything it can be.

    What I liked: There are a bunch of added dream sequences that I really loved, they’re going to look amazing if they’re kept in the movie. At first I was irritated with the way the story is laid out. The movie actually opens with Jane Eyre fleeing Thornfield, and all the Rochester stuff is told as a flashback. Long and detailed, but flashbacks overall. This kind of upset me at first mainly because that chunk of the book (with St. John and teaching at the girls school) was the only part I didn’t really enjoy. After a while, I came to really like it. It’s different. The way they change from Thornfield to “current” time is really original and fluid. The beginning with Jane at Lowood is in there too, with Helen Burns and all that, which I liked. I also loved the scene when Jane tells Rochester she can’t live with him out of wedlock, it really stood out to me and, if done right, could be even more affecting than the scene in the book.

    What I didn’t like: I mentioned the rushed feeling of some of the scenes. Maybe it seemed rushed because the book takes so much time on each and every subject? I’m not sure. I’ve never seen the director’s other films, so I have no idea how he’s going to handle the pacing. They cut out the scene with Rochester pretending to be a gypsy, which upset me because I really love that scene, but you can’t have it all, right? Judi Dench plays Mrs. Fairfax in this movie, and she’s an incredible actress. Her part is tiny as hell, though, so she’s criminally underused, oh well. Oh, and I found the part with Rochester having people stay at Thornfield (where you meet Blanche Ingram) was cut far too short.

    So, in conclusion (or for the too long; didn’t read crowd), the script kept it extremely close to the source material, so much so that it felt a little cramped and rushed, not enough time dedicated to the character development. That being said, with such an amazing cast, and a supposedly talented director (I haven’t seen any of his stuff, but I’ve heard good things), this could be pretty great. I doubt it’ll be anything less than at least good.



    Re: all things brontë

    Adminette - 14.09.2010, 23:31


    ein neues (und für son yorshire mädel ziemlich braun gebranntes) gesicht für wuthering heights: nicola burley (aus irgend nem teenietanzfilm?) wird entweder cathy jr. oder isabella. und der dreh soll jetzt im herbst beginnen, jahreszeitlich also schonma die richtige wahl. vorausgesetzt natürlich, man hat dann endlich einen heathcliff gefunden...



    PS: hab ich schon erwähnt, dass sich centurion prima eignet, um einen kleinen vorgeschmack auf fassbenders schmachtend der gouvernante hinterherogelnden rochester zu bekommen?



    Re: all things brontë

    Tinka - 15.09.2010, 23:12


    Ich versteh nicht, wieso die noch keinen Heathcliff haben. So langsam wirds doch mal Zeit. Und ich ich fürchte ja doch, dass es am Ende so ein Jüngelchen à la Westwick wird. :kreuz:

    Tinka



    Re: all things brontë

    Adminette - 16.09.2010, 18:44


    ach, vielleicht gibts den schon längst, und man hält ihn nur so gedeckelt, u die spannung ins unermeßliche steigen zu lassen?! andererseits ist das ja auch wirklich nicht die einfachste rolle, die es zu besetzen gilt, habe sich schließlich schon ganz andere schauspielerische schwergesichte die zähen an dem kerl ausgebissen :wink: immerhin scheint workman ja wirklich auf frische gesichter zurückzugreifen. find ich schonmal gut. wenn sie dann nicht zu amerikanisch aussehen. den westwick hätte ich hier in europa tatsächlich als recht exotisch empfunden. gut, soll heathcliff ja auch sein, aber wie du schon meinst, wenn dann bitte nich son weiches bübchen.



    Re: all things brontë

    Adminette - 09.10.2010, 21:24


    wer oder was ist das? und was hat das mit charlotte bronte zu tun?



    Re: all things brontë

    Adminette - 14.10.2010, 14:38


    sehr richtig, das ist nicht der schlächter von whitchapel. oder graf dracula im sonnenschein. oder einer, der poe's raben tanzt. nein, das ist st. john rivers aus franco zefirellis version von charlotte brontës jane eyre.

    da man sich, was den neuen kinofilm angeht, nicht die bohne auszukäsen beliebt, hab ich etwas frustrierter weise eben noch mal mit sichtung der alten angefangen.



    auch wenn adele den frühling tanzt: zum derzeitigen - herrlichen - wetterchen paßt nun vorgestellte version am besten - sieht man vielleicht mal von dem nachteil ab, dass man, um den film zu gucken, notgedrungener maßen drinnen sitzt und vom wetter draußen nich viel hat... was macht das schon, wenn alles so bunt und nebelverhangen ist. nagut. es rennt den zeitlichen ablauf des filmes gehörig übern haufen - is doch komisch, jane kommt im güldensten herbst in thornfield an, lebt sich vier monate ein, trifft rochester im güldensten herbst, bandelt mit ihm an, er wird fast gegrillt, reitet von dannen, schleppt die landpartie zurück nach thornfield und noch immer ist es güldenster herbst usw. man scheint in einer art parallel-universum mit herbstlicher wetterlage festzustecken. erst gegen ende, als der knoten platzt, darf der frühling ein paar knöspchen zeigen...





    ansonsten hat man es - neben diversen, charakterschrumpfenden drehbuchänderungen - doch fertig gebracht, eine zwar atmosphärische, aber komplett humorfreie jane eyre auf zelluloid zu bannen. alles ganz hübsch bebildert, aber weder tiefen auslotend, noch besonders herz zeigend. so bleibt es denn etwas steifleinen und statt dramatisch bisweilen kitschig.



    zuvor habe ich immer nur meine synchronisierte TV-aufzeichnung gesehen, aber nun in englisch ist charlotte gainsbourghs französischer akzent unüberhörbar. das entbehrt nicht einer gewissen ironie, ließ doch gerade die langlebigste brontë hier und da eine gewisse xenophobie, oder zumindest franzosenfeindlichkeit durch ihren text der "autobiografie" miss eyre's schimmern. zudem war im TV die antragsszene von st. john gestrichen. war auch nichts, was man vermissen müßte, da die funktionalen zusammenhänge weggekürzt wurden und das ganze so aus heiterem himmel dann nicht mehr viel sinn machte.



    der held selbst... hat eine ganz merkwürdige mimik. zudem spricht william hurt hier ähnlich nasal, wie alan rickman. ansonsten ist er doch eine rechte valium-variante der ja eigentlich eher etwas manischen labertasche rochester.







    probleme ganz anderer art hat die solide miss fairfax: die komplette trümmerliese, läßt alles fallen, schiebt es den zimmermädchen in die schuhe und vergesslich ist sie auch. elle macpherson als blanche macht ihre sache ganz ordentlich, hat aber neben attraktivem naserümpfen eh nicht viel zu tun und verschwindet auch recht unerklärlich und fix von der bildfläche.



    nö, die seelenvollste performance liefert - neben der kleinen anna paquin - noch der drehort ab. haddon hall dient zwar auch bei gefühlt allen anderen film jane eyres als thornfield, aber nur hier ist es so schön bleak, fahl, anheimelnd unheimlich, knarzend und läßt den glanz und die gediegenheit vergangener tage unter dem bleichen holz erahnen.



    Re: all things brontë

    Ulli - 15.10.2010, 15:33


    Ich bin mit dieser Verfilmung auch nicht sonderlich glücklich, meine mich aber immerhin an eine amüsante Szene zu erinnern, nämlich am Morgen nach dem Heiratsantrag von Rochester. Da sitzen Mrs. Fairfax und Jane etwas verdattert beieinander. Spielt nicht Joan irgendwas, die dritte Ehefrau von Laurence Olivier Mrs. Fairfax? Ansonsten war die Verfilmung etwas blass, was auch am männlichen Hauptdarsteller lag. Die Rolle ist nunmal - zumal im Gezänk mit Jane Eyre - eine charismatische und William Hurt wirkte in der Rolle als würde man sich auf Lammbraten freuen und bekäme Tofu vorgesetzt. Naja, immerhin es gibt Haddon Hall zu sehen, den schönsten Landsitz nördlich von London. War ich nun schon dreimal und finde Haus, Garten und Landschaft drumherum jedesmal strahlend schön.



    Re: all things brontë

    Adminette - 15.10.2010, 17:47


    Ulli hat folgendes geschrieben: wirkte in der Rolle als würde man sich auf Lammbraten freuen und bekäme Tofu vorgesetzt

    das erinnert mich an mein mittagessen. ... und das abendbrot :tot: wußtet ihr, dass veganer nich mal nimm2 essen dürfen? jedenfalls nicht die, die heute u.a. fürs essen zuständig sind. ich sollte mir unbedingt vorher noch was machen, dann wirkt es nicht so unhöflich, wenn ich wegen übersättigung die zweite portion ablehne, obwohl mein magen noch durch alle flure knurrt :engel:

    was war noch mal das thema?
    anna



    Re: all things brontë

    Ulli - 15.10.2010, 22:20


    Anna hat folgendes geschrieben: Ulli hat folgendes geschrieben: wirkte in der Rolle als würde man sich auf Lammbraten freuen und bekäme Tofu vorgesetzt

    das erinnert mich an mein mittagessen. ... und das abendbrot :tot: wußtet ihr, dass veganer nich mal nimm2 essen dürfen?

    Darf ich Dir mein tief empfundenes Mitgefühl aussprechen?



    Re: all things brontë

    Adminette - 16.10.2010, 13:36


    nur wenn dus ernst meinst. essen war übrigens lecker, veganer haben nich gekocht und sind nur mal schnell zum guten tag sagen ausm zimmer gekommen, und das, obwohl es in weislicher rücksichtname durchaus (zumindest nach bestem wissen und gewissen) vegane schüsseln auf der reich gedeckten tafel gab :eek:

    wo war ich? ach ja: zur neuen jane eyre ist immernoch nix neues zu vermelden, zu den alten später.

    anna,
    die doch nich vom fleisch gefallen is(s).



    Re: all things brontë

    Adminette - 05.11.2010, 01:00


    nicht, dass es mittlerweile schon ein verlässliches mannsbild gäbe... aber habe ich schon erwähnt, dass der film in den staaten mit PG 13 berwertet wurde, weil angeblich eine nacktszene von rochester enthalten sein soll? ich hoffe, dass das liegen mit offener hemdbrust auf brutzelndem bett bei den damen und herren amerikanischen sittenwächtern noch nicht als nacktszene gilt...

    pardon, es waren die britischen sittenwächter. dürfen auf der insel 13jährige mädchen schon nackte männer sehen?



    Re: all things brontë

    simone - 06.11.2010, 15:08


    bist du bei facebook Anna? wenn nicht dann solltest du dich vielleicht noch schnell anmelden:

    Exciting news for Jane Eyre fans! This coming Monday, we will be premiering a brand new, never-before-seen film asset just for our Facebook fans.
    Be sure to spread the news so your friends don’t miss out and keep a close eye on the page come Monday!

    (Die Seite läßt sich nicht verlinken, kommt immer nur die Facebook Hauptseite)



    Re: all things brontë

    Adminette - 07.11.2010, 14:41


    hey, schön von dir zu hören!

    nee. auf facebook bin ich nicht. und werd mich deswegen auch nicht da anmelden, zumal ich das marketing von focus features über diese plattform unterste kanone finde. das letzte mal, dass man den fans und followers was ganz tolles superneues usw versprochen hat, gabs ein bild, dass schon monate zuvor auf allen einschlägigen seiten zu bewundern war. aber danke für den hinweis. ich gehe mal davon aus, dass die neuigkeit dann auch auf anderen, zugänglicheren plattformen schnell die runde machen wird. also: luft anhalten und daumen drücken, vielleicht wird es ein rochester :wink:



    Re: all things brontë

    simone - 07.11.2010, 15:45


    Anna hat folgendes geschrieben: hey, schön von dir zu hören!
    zumal ich das marketing von focus features über diese plattform unterste kanone finde. ich gehe mal davon aus, dass die neuigkeit dann auch auf anderen, zugänglicheren plattformen schnell die runde machen wird. also: luft anhalten und daumen drücken, vielleicht wird es ein rochester :wink:

    Komme leider unter der Woche nur selten privat ins Internet :confused: . Stimmt, nach dieser Ankündigung auf Facebook war ich auch sehr enttäuscht über das bereits bekannte Bild, aber ich werde morgen abend hoffentlich kurz Zeit haben nachzuschauen was sich dahinter verbirgt, irgendwann muss es ja mal ein Trailer oder ähnliches geben, abgedreht ist der Film ja längst.



    Re: all things brontë

    Adminette - 07.11.2010, 15:58


    aber wenn du uns trotzdem ab und an und an den wochenenden einen besuch abstattest, ist es eben schön, mal wieder von dir zu hören :ja: also: ich lasse mich morgen dann mal überraschen.



    Re: all things brontë

    simone - 08.11.2010, 20:24


    dieses Poster wurde heute bei facebook veröffentlicht:



    mir gefällts :pleased:

    :bisbald:



    Re: all things brontë

    Adminette - 08.11.2010, 20:38


    sehr nettes poster. und ein nettes schmankerl zum montagabend. danke fürs einstellen! jane sieht so schön streng nach viktorianischem portraitfoto aus. trotz "farbe". der rochester sieht durch das auflösen der markanten kinnpartie etwas arg kuhäugig aus. aber ich will mal nicht meckern, das ist wirklich eines der schönsten period-poster der letzten jahre - abgesehen von dem bright star-poster mit den blauen glockenblumen.



    Re: all things brontë

    Fugu - 10.11.2010, 12:10


    Der Trailer ist aber weniger ansprechend :confused:

    EDIT: hab den link mal etwas "hübsch" gemacht.



    Re: all things brontë

    Adminette - 10.11.2010, 17:18


    aber die nachricht von selbem ein spitzeneinstand für dich. also: herzlich willkommen auf der spielwiese und danke für den hinweis. magste dich vielleicht noch bisschen vorstellen, damit wir wissen wer oder was ein fugu ist?

    anna,
    die sich jetzt sehr gespannt den trailer angucken gehen wird.



    edit: mhh. ja. sieht aus, wie jane eyre... mhh. das mit dem "bold new" will ich dann aber "wenigstens" im film selber sehen. schade ist es schonmal - und auf den eigentlich recht offensichtlichen dreh wäre ich ohne das poster nicht gekommen - dass man sich offenbar nicht auf so'n paar visuelle spielereien einlassen wollte. sowas, wie in "the assassination of jesse james by...", was so aussieht, wie zeitgenössische "sepia"-fotos, mit unscharfen rändern und fokussiertem mittelpunkt oder so. muss ja nicht der ganze film so aussehen, dass man nachher augenkrebs und kopfschmerz kriegt. aber so ein wenig sollte sich der kinofilm denn doch von den anderen und vor allem der letzten TV-verfilmung unterscheiden. denn was dem 4 stünder an erzählzeit zu gute kommt, muss man im auf maximal 120 (+-15) minuten begrenzten kino an inovativer optik und schnittechnik wett machen. schade, dass man zumindest laut trailer auf nummer sicher zu gehen scheint.

    was nich heißen soll, dass die darsteller nich prima zurecht gemacht wären. rochester ist selbst mit oller ondulierwelle und den schröcklichen beinkleidern zu attraktiv, was sollte einen da nach der ersten begenung noch auf den sitzen (mit den händen auf dem tisch!) halten?!? aber was soll man auch machen, wenn man wie michael fassbender aussieht? ich werde also - darüber - nicht weiter mäkeln :engel:

    PS: hurrah! eine brünette blanche. und sally hawkins als stocksteife modetante. hui.



    Re: all things brontë

    simone - 10.11.2010, 19:53


    Ich habe den Trailer auch gerade bei facebook entdeckt und ich finde das sieht doch alles schon mal ziemlich gut aus. Bemäkeln würde ich jetzt zwar auch, dass das sehr nach der letzten BBC Version aussieht, aber vielleicht wurden in dem Trailer auch noch nicht alle "Highlights" gezeigt. Zumindest scheint der Film besser zu werden als alle Kurzversionen zuvor, das ist doch schon mal viel wert :wink: . Ich freu mich schon auf den Film :hurra: .



    Re: all things brontë

    Adminette - 10.11.2010, 19:56


    simone hat folgendes geschrieben: :hurra: .

    jup, hab ich ganz vergessen zu sagen.

    :hurra: :heiss: :high: :struppi: :jump: :catpower:

    anna,
    :wink:



    Re: all things brontë

    Adminette - 10.11.2010, 22:46

    jane eyre 1934
    na, denn wollen wir von der niegelnagelneuen jane eyre mal gleich zu der ältesten mir bekannten auf zelluloid gebannten (wie eckig poetisch von mir :engel:): der 1934er hollywood-version auch bekannt als jane eyre l'angelo dell'amore. :rofl:



    und wenn sich noch einer (inklusive mir) über diesen unsäglichen alles-neu-und-sicher-auch-besser-aber-eigentlich-nur-gleichgeschaltet-und-uniform-macht-amerika=hollywood-mist echauffiert... muss ich daran erinnern, dass das schon 1934 zu "goldenen zeiten" (was die amerikanische filmindustrie anlangt) ganz schlimm und schlimmer der fall war.



    bevor der film auch nur im player anlandete, schon beim ersten blick auf das DVD-cover dachte ich ja, man hätte blanche ingram darauf gesetzt, weil die darstellerin im nachhinein bekannter wurde, als die der jane. aber nix da. dieser platinblonde vamp mit den feinziselierten (nagut, traurig baumelnden) korkenzieherlocken, dem knallebunten glitzergeschmeide und dem ganz und garnicht mausgrauen kleidausschnitt ist tatsächlich jane eyre...mehr braucht man eigentlich garnicht zu wissen.



    vielleicht noch, dass sie ihrer bösen tante und dem monströsen anstaltsleiter in bester girl-power manier (und das gute 60 jahre vor den spice girls) sehr viel mehr vor revoluzzergeist ächzende widerworte um die nase haut, als jede noch so moderne feisty free spirited heroine sich das getrauen würde. nennt sie den entgeisterten brocklehurst doch tatsächlich ein "altes krokodil". how shocking :rofl:
    und überhaupt ist sie nie der vor neugier berstende freigeist in wartestellung mit den im absprung gestutzten flügelchen, der jane eyre eigentlich ist. schwerwiegende begriffe wie humor und den moralische kompass will ich lieber garnicht erst aufs tableau bringen ... seht einfach selbst, die bilder sagen mehr als meine endloslitaneien. allein das vor heiterer muße und aalglatt aufgekärtem geiste nur so strotzende, recht aufgeräumte südstaaten-herrenhaus als die feucht-modrige quintessenz der bedrückenden engstirnigkeit, die lowwood school for young girls. wem wollten die denn das erzählen? :prust: und dann blanche ingram, die alte matrone. ich krieg mich gar nimmer ein.



    da fallen dann selbst so sinnfreie handlungsänderungen wie die, dass jane den rochester - ohne ihn vom pferd zu hexen - schon trifft, bevor sie überhaupt einen fuß nach thornefield setzt - garnicht mehr auf. das wäre im buch lesen-und-verstehen-kurs in wahlweise deutsch oder englisch ein so glattes durchgefallen, dass man es fast schon wieder als originell und bestimmt auch tiefgründig und kulturell wertvoll bezeichnen könnte. oder als kulturfehme wider irgendeinen der alten kolonialherren. unterhaltunsgwert besitzt es jedenfalls.



    Re: all things brontë

    Bruki - 11.11.2010, 13:14

    Re: jane eyre 1934
    Anna hat folgendes geschrieben: und wenn sich noch einer (inklusive mir) über diesen unsäglichen alles-neu-und-sicher-auch-besser-aber-eigentlich-nur-gleichgeschaltet-und-uniform-macht-amerika=hollywood-mist echauffiert... muss ich daran erinnern, dass das schon 1934 zu "goldenen zeiten" (was die amerikanische filmindustrie anlangt) ganz schlimm und schlimmer der fall war.
    Wenn Du nicht weißt, was Du da redest, bist Du einfach nur dumm, liebe Anna... und wenn Du's weißt, macht es die Sache auch nicht besser...

    Bruki :bruki



    Re: all things brontë

    Fugu - 12.11.2010, 15:58


    simone hat folgendes geschrieben: Bemäkeln würde ich jetzt zwar auch, dass das sehr nach der letzten BBC Version aussieht, aber vielleicht wurden in dem Trailer auch noch nicht alle "Highlights" gezeigt.

    Die letzte Version hieß aber nicht "Jane Eyre und Zombie"
    :shock:


    Anna hat folgendes geschrieben: magste dich vielleicht noch bisschen vorstellen, damit wir wissen wer oder was ein fugu ist?

    Fugu ist ein großer Fan von Annas GlotzListen und
    <----- ein stiller Leser :anonym: :



    Re: all things brontë

    Tinka - 13.11.2010, 16:03


    Hmm, alle so kritisch? Mir gefällt der Trailer total gut. Zwar hatte ich beim Lesen des Buches nie dieses Gothic-Gefühl, sondern eher das Jetzt-macht-euch-doch-mal-alle-locker-Gefühl, aber offensichtlich scheinen Männer (im Bezug auf den Regisseur) keinen anderen Zugang zu dem Stoff zu finden, als den gruseligen. Und dafür ist es doch recht gut gemacht, zumindest im Trailer.
    Gab es schon mal eine weibliche Kreative, die für die Umsetzung verantwortlich war?

    Tinka



    Re: all things brontë

    Adminette - 13.11.2010, 17:29


    ja, zumindest die regie hatte bei der 2006er TV-verfilmung eine frau inne. aber im kino is sowas ja immer so'ne sache. was das angeht bin ich auf den neuen wuthering heights film gespannt. der geht ja auch auf das konto einer dame.

    PS: immerhin ist das script der neuen jane von einer frau. moira buffini würde ich jetzt dem namen nach zumindest als solche bezeichnen.



    Re: all things brontë

    Adminette - 22.11.2010, 16:01


    die dreharbeiten zu wuthering heights sind wohl (jetzt schon?) abgeschlossen und so ist denn auch der name von heathcliffs darsteller durchgesickert. da hat man sich aber sehr wörtlich am text orientiert. mit michael fassbender hatter jedenfalls keine ähnlichkeit ;D ein frisches gesicht jedenfalls. finde ich spannend, auch wenn er auf den bildern lässig und eher aufgeschlossen dreinblickt, statt düster-attraktiv. newcomer james howson. oliver milburn (u.a als angel clare an der seite von justine waddell in der 1998er tess) ist übrigens als "mr." linton gelistet.



    für die grange doubelte übrigens cotescue park. wobei ich nicht sicher bin, ob das bild nun das cottage oder tatsächlich das herrenhaus zeigt, denn es sieht eher nach einem fall für die dashwoods aus. wobei ich da vielleicht etwas kinoverwöhnt bin, was die ausmaße eines "ärmlichen" cottages angeht :wink:.



    Re: all things brontë

    Tinka - 22.11.2010, 22:03


    :shock: :nein: Also ich weiß nicht...

    Also ersteinmal danke für die news! Und zweitens... hmm... bin immer noch ganz verdattert. DAS soll Heathcliff sein? Gut, der braucht nicht so viel schwarze Schmiere in den Haaren wie Ralph Fiennes seinerzeit und klar, Heathcliff ist ein Exot, aber nun ja.... Ach ich weiß auch nicht. Ich lass mich überraschen.
    Obwohl ich mich bezüglich der Haare wirklich frage, ob das mit dem Afro so bleibt. Oder ob der doch irgendwie noch zurecht gegelt wird?
    Ansonsten ist er auf jeden Fall besser als Ed Westwick.

    Tinka



    Re: all things brontë

    Julia - 14.12.2010, 10:28


    Ich habe die neue Jane Eyre gestern in "The Kids Are Alright" gesehen und war positiv überrascht. Offensichtlich konnte sie in "Alice" nicht zeigen, was sie drauf hat - aber wenn die Regie in "Jane Eyre" nur halb so gut ist, dann wird das ein großes Vergnügen, denke ich.



    Re: all things brontë

    Bruki - 14.12.2010, 16:28


    Julia hat folgendes geschrieben: Ich habe die neue Jane Eyre gestern in "The Kids Are Alright" gesehen und war positiv überrascht. Offensichtlich konnte sie in "Alice" nicht zeigen, was sie drauf hat - aber wenn die Regie in "Jane Eyre" nur halb so gut ist, dann wird das ein großes Vergnügen, denke ich.
    Wie fandest Du den Rest des Films? --- Ich kann nicht anders, immer wenn Julianne Moore :lshow: auftaucht, schmelz ich dahin... und da lass ich mir auch nicht von denen von abbringen, die behaupten, sie könne gar nicht schauspielern :blll: ... und dass sie Annette Bening :lshow: in diesem Film so ziemlich fies ausnimmt. --- Wozu braucht man Männer, wenn Frauen das mit der Rollenteilung genausogut bringen?! :wink: :rofl: ... aber der Annette Bening bin ich eh verfallen - auch wenn sie mal nicht die Diva, sondern den gestressten Ernährer der Familie gibt :hurra: ...

    Bruki :bruki:

    PS: Ich gehe mal davon aus, dass du den hier gesehen hast und nicht den hier :rofl: ...

    PPS: Den Schluss fand ich unbefriedigend... Mark Ruffalo kam viel zu schlecht und Juliane Moore viel zu gut dabei weg - fand ich.... die hätte beide eins von Annette Bening aufs Dach verdient :preach: ...



    Re: all things brontë

    Julia - 15.12.2010, 22:31


    Ja, den Schluß fand ich auch lahm ... bzw. etwas öde, dass es letztendlich doch wieder auf das große und eher platt gesungene Loblied auf die Familie/den Familienzusammenhalt hinauslief.
    Annette Bening und Julianne Moore fand ich beide großartig!



    Re: all things brontë

    Bruki - 16.12.2010, 09:32


    Julia hat folgendes geschrieben: Ja, den Schluß fand ich auch lahm ... bzw. etwas öde, dass es letztendlich doch wieder auf das große und eher platt gesungene Loblied auf die Familie/den Familienzusammenhalt hinauslief.
    Aber Mark Ruffalo und Julianne Moore hätten zusammen wohl auch kaum überleben können in der sozialen Kälte des amerikanischen Turbokapitalismus - jedenfalls nicht von dessem seltsamen Ökogartenbau oder ihrer Töpferei/künstlerischen Gartengestaltung :shock: (mir tat der - sicher illegale - mexikanische Gärtner leid, der die ganze Drecksarbeit machen musste und am Ende von der faulen Chefin brutal auf die Straße gesetzt wurde - was dazu wohl ein deutscher Betriebsrat sagen würde :rofl:) ...

    Aber ich hab trotzdem nichts gegen Familienzusammenhalt "in guten wie in schlechten Tagen" - da steh ich voll und ganz auf Annette Benings Standpunkt :wink: ... Na ja, oder das hier: "Meide Deinen Nächsten"...

    Julia hat folgendes geschrieben: Annette Bening und Julianne Moore fand ich beide großartig!
    Yep. ... und Prinzessin Mia war knuffig...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Adminette - 16.01.2011, 12:35

    jane eyre 2011
    pünktlich zum wochenende gibt es einen sack voll neuer bilder von "jane eyre". gary fukunaga ist ja noch ein richtig junger hüpfer :eek: zur vergleichsweise richtig umfangreichen offiziellen seite des filmes gehts hier. viel spaß beim stöbern.



    Re: all things brontë

    maisy - 16.01.2011, 18:33


    Thanks anna. Love sally's hair and costume!



    Re: all things brontë

    Ulli - 17.01.2011, 16:57


    Ich bin bei dieser Verfilmung komplett hin- und hergerissen. Einerseits finde ich die Besetzung einfach nur superb, zumal ich nun Mia Wasikowska auch schon öfters gesehen habe; St. John habe ich mir zwar hübscher vorgestellt, aber Jamie Bell sieht schön missionarisch-puritanisch aus und Judi Dench, die Schwestern Rivers, Sally Hawkins - da bin ich gespannt wie ein Flitzboden. Auch das Photo finde ich in seinen Farben einfach nur wunderbar. Aber der Herr Fasbender...Ich sehe ihn ja wahrlich sehr gern, aber in einer so konventionellen Rolle...Irgendwie kommt mir das wie Verrat am Potential des Schauspielers vor. Im Moment ist das noch peinigender als Marlon Brando als Napoleon im Film "Desiree" oder Daniel Day-Lewis in "Zeit der Unschuld" - Ausnahme-Schauspieler in gepflegter, konservativer Dutzendware.



    Re: all things brontë

    Tinka - 20.01.2011, 18:41


    Sehr schöne Bilder, vor allem das Header Bild! Ich freu mich sehr auf den Film (und bin froh, dass es wieder was zu posten gibt. :lol: )

    Tinka



    Re: all things brontë

    simone - 27.01.2011, 21:07


    Hier gibts auch noch ein paar neue Pics!



    Re: all things brontë

    Adminette - 27.01.2011, 21:51


    oh, die sind so hübsch, damit kann man gleich mal den thread verschönern. danke!







    und den verrückten hutmacher hat sich die mia gleich aus dem wunderland mitgenommen. yay.



    Re: all things brontë

    Adminette - 28.01.2011, 19:13

    jane eyre 1944
    so, da die neue immer unaufhörlicher näherrückt hier noch ein kleiner blick zurück in wesentlich eher geglückte schwarzweise gefilde:

    "jane eyre - die waise von lowood"



    offen gestanden liegt der film schon wieder etwas länger zurück, als dass ich mich detailreich an irgendetwas erinnern könnte... :anonym:

    das drehbuch ist merklich von ziemlich vielen leuten beackert worden (unter anderem von aldous "brave new world" huxley, der zuvor auch schon "stolz und vorurteil" für den silverscreen ummodelte... dass er so ein anhänger bewußseinserweiternder substanzen gewesen sein soll, der alte LSD-spritzer, merkt man den filmen jedenfalls nicht an). es leidet dementsprechend etwas unter stimmungschwankungen.

    dem deutschen untertitel folgend ist die episode der kleinen jane in dem lieblosen internat sehr gelungen und aufschlußreicher als in diversen folgefilmen und -serien. obwohl miss temple hier gestrichen wurde, lernt man wenigstens den aufrechten apotheker/arzt mal kennen, den es im buch so nie gab, obwohl er mir wie ein alter, sonst unterschlagener bekannter vorkommt. dass der dann mit st. john verschmolzen wird... nuja. schätze, lottie brontës eigene idee, den eyres und den rivers bei fortgeschrittener handlung aus heiterem himmel noch eine blutsverwandschaft anzuhängen, war auch nicht gerade subtil.




    jedenfalls gibst es dann herrliche schwarz-weiß-bilder von thornfield und nebeliger englischer landschaft. für sowas bin ich ja immer zu haben, als alter simon-marsden-fän (jaja, ich weiß). in farbe kann man eine solche atmosphäre jedenfalls nicht hervorkitzeln.





    ansonsten guckt joan fontaine (die inzwischen ein wahrlich biblisches alter erreicht haben muss)'s jane eyre etwas zu häufig so in die gegend, um eine glaubhafte jane eyre zu sein. und dieses kreischknallige make-up. so aufgepudert rennt nichtmal blanche ingram rum. ihre frisur zieht aber auch so alle blicke auf sich. kurz vor erneuter abwendung... ähnlich orson welles rochester. der ist im großen und ganzen eh nur als byronischer kleiderständer gebraucht. nach dem brand ist sein körper auch so entstellt, dass er ihn direkt stolz, ohne weste, jacke und halstuch herzeigt... lediglich ein paar gesichtshaare (die ärzte nannten sowas einen saubergeshavten dreitagebart, und der hilft immer...) hat er drüber wachsen lassen. und schupps, schon kommt die entlaufene braut zurück.



    happy end.





    Re: all things brontë

    Tinka - 28.01.2011, 20:36


    Die Bilder aus dem neuen Film sind ja toll! Ein super Hinweis, vielen Dank. :hurra:

    Tinka



    Re: all things brontë

    Adminette - 05.02.2011, 13:04

    jane eyre 2011
    squee. soviele neue bilder. fehlt jetzt nur mal ein zweiter trailer :engel:

    also: st. john hat eindeutig die schöneren sideburns. und pfeiffe raucht der auch, wie alt soll der denn sein? 50?




    Re: all things brontë

    Tinka - 06.02.2011, 12:14


    OH, die sind wirklich schön! Ach menno, noch so lange warten...

    Auf der Seite gibt's ja auch Infos zur Schatzinsel, supi! :hurra:

    Tinka



    Re: all things brontë

    Adminette - 06.02.2011, 13:38


    haste recht. schon gemein, dass wir uns wieder bis zum kostüm-herbst gedulden müssen - kann aber auch, wie bei bright star, sein, dass das datum vom 08.09.2011 nochmal nach hinten verschoben wird - und die USA das ganze schon in einem monat zu sehen kriegen... das blöde: eigentlich wollt ich jetzt aufheitern. von wegen, london sei immer eine reise wert, besonders im frühling. und die überfahrt ist schon für weniger zu haben, als ich zahle, wenn ich nach hause fahre... aber im UK läuft der film auch erst am 09.09.2011 an :drum: :abgelehnt:



    Re: all things brontë

    Adminette - 10.02.2011, 12:07

    jane eyre 2011
    zwei jane eyre clips: der bei moviefone veröffentlichte zeigt eine recht zentrale smoulder-szene, vielleicht laßt ihr euch also lieber vom film überraschen. die zweite szene bei den rivers finde ich viel versprechend. scheint, als würden die im script ordentlich gewürdigt. bin mal gespannt, ob denn auch nachvollziehbar ist, warum jane sich nicht für st. johns missionsarbeit entscheidet, scheint er doch hier ein überaus sympatisches bürschchen (jamie bell halt).

    Link
    Link

    EDIT: der soundtrack, wiederum von joe wrights altem spezi dario marianelli ist ab dem 08.03. im handel erhältlich. die tracklist enthüllt einiges über die inhaltlichen schwerpunkte und wohl die szenische abfolge des filmes. aber das werden die, dies unbedingt wissen wollten, sicher auch schon wissen. wenn ich nicht irre, kursierte das komplette drehbuch ja schon im web.

    Zitat: 1. Wandering Jane
    2. A Thorough Education
    3. Arrival at Thornfield Hall
    4. The End of Childhood
    5. White Skin Like the Moon
    6. A Game of Badminton
    7. In Jest or Earnest
    8. Do You Never Laugh, Miss Eyre?
    9. A Restless Night
    10. Waiting for Mr. Rochester
    11. Yes!
    12. Mrs. Reed is Not Quite Finished
    13. The Wedding Dress
    14. An Insuperable Impediment
    15. Jane's Escape
    16. Life On The Moors
    17. The Call Within
    18. Awaken
    19. My Edward and I



    Re: all things brontë

    Tinka - 10.02.2011, 20:36


    Ach mensch, das sieht alles so toll aus, ich freu mich schon so.... :run:



    Re: all things brontë

    Adminette - 10.02.2011, 23:18

    jane eyre 2011
    huch. die sind aber nich gerade schüchtern mit dem vorabverpulvern zentraler szenen. also nochmal: wer die spannung bis zum kompletten film halten möchte, um die szenen im kontext zu sehen: bitte jetzt weggucken und woanders hinklicken. bei apple steht mittlerweile jedenfalls die antragsszene als clip. und man hat gaaanz sicher bei susannah whites jane eyre geschmult, wie schon am feuerbekämpfungsclip an der positionierung der profile zu sehen, entschied man sich dann jeweils offenbar für das genau gegenteil. was in diesem falle bedeutet: keine gefühlsausbrüche. mhhhhh. mhh. tjaa. mh. immerhin: schöne textzeilen rausgesucht. und: jane wurde der northern accent auf der schule nicht ausgetrieben. wie nachlässig.

    Link

    gute nacht.

    anna
    :wink:



    Re: all things brontë

    Adminette - 11.02.2011, 11:12

    jane eyre 2011
    und einen hätten wir da noch. einen, den ich offengestanden jetzt nicht ganz an einem bestimmten punkt der geschichte untergebracht kriege.

    Link



    Re: all things brontë

    simone - 11.02.2011, 14:01

    Re: jane eyre 2011
    Anna hat folgendes geschrieben: und einen hätten wir da noch. einen, den ich offengestanden jetzt nicht ganz an einem bestimmten punkt der geschichte untergebracht kriege.

    Das ist nach dem Angriff von Bertha auf Mr. Mason, nachdem der Doktor Mason mitnimmt, gehen doch Jane und Mr. Rochster noch kurz vor dem Sonnenaufgang in den Garten und sprechen, wenn ich mich richtig erinnere, ist der Dialog auch recht ähnlich im Buch ("you transfix me", "she's a rare one" kommen mir auf jeden Fall sehr bekannt vor).



    Re: all things brontë

    simone - 12.02.2011, 07:22


    Und hier gibts noch einen kurzen Clip.

    Link



    Re: all things brontë

    Adminette - 17.02.2011, 11:01

    jane eyre 2011
    so, ganz schnell: nachdem der halbe film schon online steht, gibts hier auch die DVD-extras zu begucken :wink: das heißt: ein vierteiliges making of und haufenweise interviewclips mit so ziemlich jedem cast member.



    Re: all things brontë

    Adminette - 19.02.2011, 13:10


    also wirklich. focus features scheint sich die schelte ja echt zu herzen genommen zu haben :pp: jedenfalls hat charleybrown (wo auch immer) ein neues poster/wallpaper ausgegraben. nicht so elegant, wie das "alte", sehr viel mädchenhafter. aber immer noch so gut gemacht, dass es sogar ein offizielles sein könnte. außerdem gibts beim bronteblog bzw. traileraddict noch eine runde interviewclips. diesesmal wohl ziemlich neue. cary fukunaga hat sich jedenfalls passend zu seinem geständnis, mit mutterns ollen period-kamellen (u.a. orson welles' jane eyre) aufgewachsen und ein ausgewachsener geschichts-buff zu sein (hat er sogar studiert), die lustigen löckchen abgesäbelt und das ganze gegen einen trendig-nerdigen-50er-jahre akademiker look getauscht. und: jane eyre war quasi ein wunsch-objekt. wie herzig.



    Re: all things brontë

    Julia - 22.02.2011, 23:53


    Ich hab gerade erst geschnallt, dass der Film nur in USA im März anläuft ... :cry: Europa muss offensichtlich bis September warten - wieso eigentlich, das ist doch eine britische Produktion??

    Na, ich zähle auf das Münchner Filmfest im Juli.



    Re: all things brontë

    Adminette - 05.03.2011, 20:23

    jane eyre 2011
    bevor wir ganz vergessen, dass es den film ja auch ncoh gibt/geben wird: ein neuer clip mit ein paar neuen szenen.

    Link



    Re: all things brontë

    Julia - 10.03.2011, 10:13


    Endlich mal ne ehrliche Antwort zu "Warum schon wieder Jane Eyre?":

    Zitat: So why another “Jane Eyre,” then, with so many perfectly serviceable ones already available on DVD or download? (...) In the case of “Jane Eyre,” as Alison Owen, who was the producer and driving force behind the new one, pointed out recently, there is also a simple, pragmatic reason: As period costume dramas go, “Jane” is relatively cheap to make.
    “It’s set in a house in the middle of a moor,” she explained. “Jane Austen can be quite expensive. You need horses, carriages, houses, gowns. But on the whole ‘Jane Eyre’ is much more starkly peopled than most period movies. You don’t need swaths of costumes. And scenery costs nothing. Point a camera at those moors, and it looks like a David Lean film.”

    NY Times



    Re: all things brontë

    Adminette - 10.03.2011, 12:13


    naja. sooo teuer kann zumindest der letzte jane austen kinofilm auch nich gewesen sein. zumindest denke ich, dass die leihgebühren für kostüme immer noch unter den kosten für komplett neue stehen. und wie das bild im artikel passend illustriert, hat man auch für jane eyre die eine oder andere kutsche mit pferd engagiert, haddon hall möbliert usw usf.

    so wirklich ernstlich würde ich allerdings nur dem üblichen schmuhs widersprechen wollen:

    Zitat: Of all the classic 19th-century novels, Charlotte Brontë’s “Jane Eyre” has been by far the most filmed, outstripping even the ever-durable “Pride and Prejudice.”

    das muss der grund sein, warum es derartig viele dickens-filme gibt (z.b. mindestens [!] 25 mal oliver twist): es erinnert sich, wenns drauf ankommt, einfach niemand an einen und gibt das "go" für einen weiteren :roll:



    Re: all things brontë

    Adminette - 15.03.2011, 13:12

    jane eyre 2011
    tjaaha. die amerikaner, die glücklichen, können ab heute regulär die neue jane eyre im kino bewundern... die kritiken sind größtenteils positiv. wer also sein interesse und seine ungeduld ein wenig im uninspirierten brei der wiederholung ersticken will - und das ist wirksam! -, hier, hier, hier und in vorausgehenden blogeinträgen ist fleißigst ein äußerst umfangreicher pressespiegel aufgelistet.



    Re: all things brontë

    Adminette - 18.05.2011, 11:57

    wuthering heights 2011
    hier die kleine spekulation des tages - da es offiziell immer noch nichts neues zu andrea arnolds film gibt, bleibt einem ja auch nix anderes übrig, als zu spekulieren... jedenfalls: die italiener bringen eine neuauflage von zumeist insularen literaturklassikern raus. u.a.: stolz und vorurteil, jane eyre und bel ami. die meisten von denen sind mit fotos aus den neusten verfilmungen garniert und wenn ich mir fotos der cathy-darstellerin in "zivil" ansehe, kommt das auch durchaus mit der dame auf dem buchcover überein. also: möglicher weise ist das der erste eindruck vom film. und es scheint ein herrlich wildromantischer (wenn auch sehr reinlich/fotogener) zu sein.



    so. jetzt könnten aber trotzdem mal ein paar gesichertere infos durchsickern!



    Re: all things brontë

    Adminette - 25.05.2011, 17:41

    wuthering heights 2011
    das sind zwar noch nicht so ganz die infos, die ich meinte, aber interessant ist es allemal. obwohl andererseits... kann das reichlich in die hosen gehen. ich bin absolut kein freund dieser käsigen abspann-lieder, die man dann allerspätestens seit titanics celine dion aber eigentlich schon seit den letzten musketiersbarden vor lauter rührung im plattenladen erstehen soll. was ich also sagen will: zuständig für die musik in andrea arnolds "wuthering heights" sind mumford & sons. wißt ihr noch? die mit dem hingebungsvollen ersatzsänger. das ließe nun auf ordentliche untermalung hoffen, aber die herren dürfen, wie angedeutet, eben "nur" den abspann bespielen. mal sehen, wie gehabt. übrigens verdichten sich die gerüchte, dass der film anfang september bei den filmfestspielen in venedig das blitzlicht der welt erblicken wird.



    Re: all things brontë

    simone - 04.06.2011, 22:44


    Hier gibts einen etwas anderen Trailer mit ein paar neuen Szenen.



    Re: all things brontë

    Adminette - 06.06.2011, 20:35

    jane eyre 2011
    Link

    ahh. danke. mhh der andere war netter. dieser hier sieht etwas planlos und doch nach schema f zusammengeschustert aus. was mich gleich zu dem poster führt. menno. wieso kriegen wir hier immer das (vergleichsweise) häßliche? (vgl. bright star)



    Re: all things brontë

    simone - 17.06.2011, 17:10

    Re: jane eyre 2011
    Anna hat folgendes geschrieben: was mich gleich zu dem poster führt. menno. wieso kriegen wir hier immer das (vergleichsweise) häßliche? (vgl. bright star)


    Ich habe mir gerade die US-DVD vorbestellt, leider ist das schöne Poster nicht das Motiv auf der DVD-Hülle :zeter: , zumindest auf der CD Hülle des Soundtrack ist das Postermotiv, muss ich mir die CD wohl auch noch zulegen...



    Re: all things brontë

    Adminette - 17.06.2011, 19:33

    Re: jane eyre 2011
    simone hat folgendes geschrieben: Ich habe mir gerade die US-DVD vorbestellt, leider ist das schöne Poster nicht das Motiv auf der DVD-Hülle :zeter:

    ich :zeter: denn mal gleich weiter, denn die vorbestellung - olles cover hin oder her - ist wohl das beste, was du tun konntest. der film startet nämlich nicht wie ursprünglich geplant am 01.09.2011, sondern - wiederum ähnlich wie bright star - erst am 01.12.2011. boohoo. blöd!



    Re: all things brontë

    Adminette - 02.08.2011, 19:35

    wuthering heights 2011
    ich bin ja mittelschwer beeindruckt von dem team um andrea arnold, das es in unseren modernen zeiten tatsächlich geschafft hat, so ziemlich alle infos über die verfilmung der stürmischen höhen aus dem internet rauszuhalten. so ist selbst kurz vor der premiere des films bei den filmfestspielen in venedig nicht mal 100%ig klar, ob der film nun in eben den modernen zeiten oder, wie von der autorin angedacht im ausgehenden 18. jh angesiedelt sein wird. immerhin ist mit dem folgenden das erste offizielle bild von heathcliff aufgetaucht...



    ... was die sache auch nicht wirklich klärt :drum: der film startet im UK übrigens im november 2011. nur so, falls zufällig jemand da sein sollte...



    Re: all things brontë

    Adminette - 07.08.2011, 13:14

    jane eyre 2011
    hach. mitunter ist dieses unseres medium das internetz eben doch einfach ein segen. pünktlich zum start der US-dvd stehen die vier umfangreichsten der geschnittenen szenen bei youtube. zur verkürzung der wartezeit auf die deutsche kinopremiere, für den fall, dass die szenen es wieder einmal nicht auf das erfahrungsgemäß knickerich ausgestattete deutsche pendant schaffen sollten - und weil wir jetzt ja so schön unter uns sind und die sämtlichen suchmaschienen, die bisweilen sonst durchs forum grasten, dessen inhalte nun offenbar nicht mehr melden und für räumung der youtube-konten sorgen können... lange rede kurzer sinn: hier die videos. yay.

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    PS: grey lady? diese blanche ist wirklich sehr viel höflicher, selbst als die von 2006. jedenfalls nehme ich doch mal stark an, dass zumindest zwei der szenen nicht komplett im film fehlen, sondern nur gekürzt wurden. schließlich enthalten sie doch recht zentrale informationen?!?



    Re: all things brontë

    Adminette - 11.08.2011, 11:26


    irgendein glücklicher filmstarter (naja. nicht irgeneiner) durfte schon mal einen blick auf das werfen, worauf wir normalsterblichen noch bis zum ersten adventskalendertürchen warten müssen (BIG MUMPF!): jane eyre. und er scheint ganz angetan. komisch nur, dass es tatsächlich niemanden schert, dass jane eyre schon x-mal häufiger und in kürzeren abständen zwischen TV-und kino verfilmt wurde, als stolz und vorurteil, wo noch jeder zweite filmjournalist die abgegessene frage aufwarf, ob denn die nächste adaption wirklich von nöten wäre... ganz im gegenteil: diesemal wird zwecks vergleich geradezu gierig die nächste runde erwartet :roll:

    ...ein kunstvoll reduziertes, präzise durchkomponiertes Filmgemälde und begegnet seinen vielen „Jane Eyre"-Vorgängern mit bemerkenswertem Selbstbewusstsein: Ja, er ist der Richtige, um den klassischen Stoff über irrfahrende Seelen und einen besonderen Ort inmitten weiter, karger Landschaft ein weiteres Mal zu erzählen, das weiß er ganz genau und das lässt er auch sein Publikum wissen. Fukunagas Brontë-Adaption ist ein kraftvolles Kino-Essay über gesellschaftliche Schichtung und grenzüberschreitende Liebe, ein Film, an dem sich künftige „Jane Eyre"-Anläufe messen müssen – und der bestmögliche Grund, Mia Wasikowska und vor allem Michael Fassbender die Daumen für einen baldigen, ganz großen Durchbruch zu drücken.

    PS: noch größere durchbrüche? wie soll das aussehen??



    Re: all things brontë

    Bruki - 11.08.2011, 14:00


    Anna hat folgendes geschrieben: noch größere durchbrüche? wie soll das aussehen??
    Durchbrüche? :shock: --- Ah, da hat jemand "X-Men: First Class" gesehen :rofl: ... und das hier auch? :prust:

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Adminette - 16.08.2011, 23:58

    wuthering heights 2011
    mhhhach. die arnold machts aber auch spannend... :drum: hier sind jedenfalls weitere offizielle stills. nicht schlecht, promising im besten sinne... aber... dass mir nachher keiner sagt, er wäre so schlau, als wie zuvor :cool:




    Re: all things brontë

    Julia - 17.08.2011, 09:24


    Gibt es im Buch einen Selbstmord? Kann mich nicht erinnern. Aber das Bild mit den baumelnden Füßen sieht (für mich) danach aus.
    Nicht das nachher jemand sagt, wir hätten nichts zu diskutieren gehabt. :cool:

    (Auf diese Adaption bin ich sehr gespannt - warte immernoch auf eine, die den Stoff nicht als "the ultimate lovestory" zeigt.)



    Re: all things brontë

    Adminette - 17.08.2011, 09:34


    freitod? wie dramatisch, so hab ich das noch gar nicht betrachtet. mhh. anhand der tatsache, dass der rocksaum recht rege vor sich hin bauscht, hätte ich jetzt eher auf übermütiges auf- und abhüpfen und überdenteurendrawingroomteppichtollen getippt. da arnolds sich mit dem kostümdepartment auf recht simple sachen geeinigt zu haben scheint, würde ich anhand des signalrotes auch gleich mal auf cathy sr. setzen. immerhin laden die ausschnitte offenbar zur spekulation, und diese herangehensweise läßt doch hoffen. bin und bleibe gespannt.



    Re: all things brontë

    Bruki - 17.08.2011, 14:39


    Julia hat folgendes geschrieben: (Auf diese Adaption bin ich sehr gespannt - warte immernoch auf eine, die den Stoff nicht als "the ultimate lovestory" zeigt.)
    Da ist die britische Miniserie aus den 70gern zu empfehlen... die von der BBC...

    Ken Hutchisons Heathcliff lässt einem wirklich das Blut in den Adern gefrieren...

    Zitat: I particularly remember for Ken Hutchison as Heathcliff, this is what Emily Bronte had in mind, everything you imagine. Passionate, intense, dangerous, someone to care about, have real empathy with as well as being horrified by.

    ...außerdem ist die von allen Verfilmungen am nächsten am Buch dran...

    Zitat: The 1978 BBC version will I suspect be never bettered, certainly in my mind anyway.

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Julia - 17.08.2011, 20:37


    Na, BBC-Miniserien aus den 70ern sind - "werkgetreu" hin oder her - schon eine sehr große Hemmschwelle für mich. :wink: Trotzdem danke für den Tipp, vielleicht stolpere ich ja mal drüber.

    Anna hat folgendes geschrieben: anhand der tatsache, dass der rocksaum recht rege vor sich hin bauscht, hätte ich jetzt eher auf übermütiges auf- und abhüpfen und überdenteurendrawingroomteppichtollen getippt.

    Das wäre bei meinem Szenario natürlich der feuchte Windhauch des Moores, der da durch die offene Tür reinweht. :wink:



    Re: all things brontë

    Adminette - 19.08.2011, 19:12

    jane eyre 2011
    weitere - kurze - geschnittene szenen:

    Link

    Link

    Link

    creepy, wenn auch nicht ganz lippensynchron.

    und außerdem scheint es weitere glückliche deutsche filmjournalisten zu geben, die zu einer vorvorführung des films geladen wurden. jedenfalls widmet der filmdienst fukunagas adaption in seiner neuesten ausgabe schonmal vorab eine doppelseite, vergleicht sie mit den vorangegangenen kinoversionen, nennt von den TV-filmen nur die morten/hinds-variante, läßt den wilson/stephens-mehrteiler geflissentlich untern tisch fallen und kommt zu dem schluß: beste jane-eyre-verfilmung ever. na, da scheint wer mächtig begeistert.



    Re: all things brontë

    Julia - 19.08.2011, 21:25


    So, hab das Filmchen gesehen und bin mächtig "underwhelmed".

    Wahrscheinlich liegts daran, dass ich die Geschichte mittlerweile einfach einen Tick zu oft gesehen habe, jedenfalls ist bei mir nun endgültig jegliche Luft aus dem eh schon schlaffen Heißluftballon Charlotte Bronte raus.

    Dankbar, dass die Autorin jeglichen Nonsens (Rochester als Gypsy, die überraschende Verwandtschaft mit den Rivers-Geschwistern, etc.) aus der Vorlage unter den Teppich gekehrt hat - aber das "Vernünftige" was übrigbleibt ist so leider auch nicht spannender.

    So mein unqualifizierter erster Eindruck. Bin aber ziemlich sicher, dass sich "Jane Eyre"-Begeisterte sehr freuen werden. Objektiv gesehen bestimmt eine gelungene Verfilmung. Auch wenn ziemlich durchgaloppiert wurde durch die Handlung - wäre mal interessant, den Eindruck von jemandem zu hören, der die Vorlage nicht kennt. Da gäbs bestimmt das ein oder andere Fragezeichen ...



    Re: all things brontë

    Bruki - 19.08.2011, 22:29


    Julia hat folgendes geschrieben: ist bei mir nun endgültig jegliche Luft aus dem eh schon schlaffen Heißluftballon Charlotte Bronte raus ...
    :prust: Das olle Haworther Schandmaul... :rofl:

    Aber Emily ist doch immer noch Ok für Dich, oder?? Das würde mir jetzt das Herz brechen wenn es nicht so wäre :wink: ...

    Bruki :bruki:

    PS: Wobei es ein paar feministisch-korrekte Punkte bei Miss Charlotte gibt, die man ihr anrechnen sollte... und sie hat ne scharfe Feder, wenn es um das Elend der Internatsschülerinnen und der Governanten geht... Ein Thema, bei welchem sie in ihren Romanen sehr viel weniger vornehme Zurückhaltung an den Tag legte als ihr "Angstgegner" Jane...



    Re: all things brontë

    Julia - 20.08.2011, 08:58


    ^Naja, das war aber auch eine andere Zeit und ein anderer Anspruch - schwer zu vergleichen, finde ich. Und ich würde den "Wert" eines literarischen Produkts eh nicht danach bemessen, für welche Zwecke es sich ausschlachten lässt. :wink: Was so "feministisch-korrekt" (falls man das denn sucht) an einer Figur wie Jane Eyre ist, ist mir übrigens bis heute schleierhaft.

    Bruki hat folgendes geschrieben: Aber Emily ist doch immer noch Ok für Dich, oder??

    Natürlich!! Ich bin mir sicher - wenn sie nicht so früh gestorben wäre, bzw. so produktiv und präsent gewesen wäre wie Charlotte, würden nach letzterer sowenig Hähne krähen wie nach Anne. Und völlig zu Recht.



    Re: all things brontë

    Bruki - 20.08.2011, 11:09


    Julia hat folgendes geschrieben: ^Naja, das war aber auch eine andere Zeit und ein anderer Anspruch - schwer zu vergleichen, finde ich. Und ich würde den "Wert" eines literarischen Produkts eh nicht danach bemessen, für welche Zwecke es sich ausschlachten lässt. :wink: Was so "feministisch-korrekt" (falls man das denn sucht) an einer Figur wie Jane Eyre ist, ist mir übrigens bis heute schleierhaft.
    Nun, nimm einfach ihren unbedingten Anspruch auf Unabhängigkeit (oder Freiheit wie man es heute nennt)... und den klugen Gedanken Charlotte Brontes, dass Freiheit auch aus dem selbstbestimmten Erwerb des Lebensunterhalts gespeist wird... Sie generiert sich gegenüber Mr. Rochester an einer Stelle des Romans als unabhängige Vertragspartnerin, der ein Gehalt zusteht gegen eine Leistung, die sie erbringt, und ansonsten könne er ihr mal im Mondschein begegnen :wink: - sozusagen :rofl: ...

    Ein ähnliches Ding zieht sie gegen Mr. Brocklehurst ab, wenn sie kess verkündet, sie würde lieber lange und gesund leben als in seiner Hölle zu schmoren... und kurz danach ihre Tante fertigmacht, wenn sie auf deren moralisch-fragwürdiges oder zumindest unfreundliches Verhalten hinweist... oder später den weltfremden Rigorismus St. John Rivers als schwächliche Flucht vor dem Lebenskampf erkennt...

    Ich fand immer, das war die Geburt des militanten Feminismus in der Literatur... Ein Verdienst, welches meiner Meinung nach Charlotte Bronte gebührt und nicht Jane Austen :wink: ...

    Julia hat folgendes geschrieben: Bruki hat folgendes geschrieben: Aber Emily ist doch immer noch Ok für Dich, oder??
    Natürlich!! Ich bin mir sicher - wenn sie nicht so früh gestorben wäre, bzw. so produktiv und präsent gewesen wäre wie Charlotte, würden nach letzterer sowenig Hähne krähen wie nach Anne. Und völlig zu Recht.
    Wobei ich jetzt mal Anne in Schutz nehmen muss... wenn SIE länger gelebt hätte, wäre sie durchaus in der Lage gewesen, in die großen Fußstapfen Jane Austens zu treten... Ihre stürmischen Jungendwerke lassen dergleichen durchaus zu erwarten zu...

    Und Yuppie :hurra: Emily hätte die meisten der heutigen Romanciers in den Sack gesteckt, wenn sie die Schwindsucht nicht dahingerafft hätte... sie war ihrer Zeit mehr als weit voraus... Ich meine, allein die Idee, dass es DAS BÖSE gibt, welches um seiner selbst willen existiert und mit dem mit Vernunft nicht beizukommen ist - wer außer den großen Autoren des Mittelalters hätte diesem Gedanken so unverblümt Gestalt gegeben? ... und wer von unseren - an "das Gute" im Menschen glaubenden - ach so "tolleranten" Gutmenschen wird diesen Gedanken heute in sein Bewusstsein einlassen?

    Die Brontes gehören durchaus diskutiert... selbst heute noch :wink: ...

    Bruki :bruki:

    PS: Ich hab den Film bis jetzt zwar (links) liegenlassen, weil ich mich ein wenig vor der Enttäuschung fürchte, die mich beim Ansehen überkommen könnte, aber ich fasse Mut, wo Du so kühn vorangeschritten bist, werde ich mich nicht lumpen lassen... und folgen... :engel:



    Re: all things brontë

    Julia - 20.08.2011, 15:15


    Bruki hat folgendes geschrieben: Julia hat folgendes geschrieben: Was so "feministisch-korrekt" (falls man das denn sucht) an einer Figur wie Jane Eyre ist, ist mir übrigens bis heute schleierhaft.
    Nun, nimm einfach ihren unbedingten Anspruch auf Unabhängigkeit (oder Freiheit wie man es heute nennt)... und den klugen Gedanken Charlotte Brontes, dass Freiheit auch aus dem selbstbestimmten Erwerb des Lebensunterhalts gespeist wird... Sie generiert sich gegenüber Mr. Rochester an einer Stelle des Romans als unabhängige Vertragspartnerin, der ein Gehalt zusteht gegen eine Leistung, die sie erbringt, und ansonsten könne er ihr mal im Mondschein begegnen :wink: - sozusagen :rofl: ...

    (...)

    Ich fand immer, das war die Geburt des militanten Feminismus in der Literatur... Ein Verdienst, welches meiner Meinung nach Charlotte Bronte gebührt und nicht Jane Austen :wink: ...

    "Militanter Feminismus"?? :lol: Ich fürchte, der sieht ganz anders aus ...

    Zu Jane Eyre: Letztendlich gibt sie aber die bezahlte, ihre "Unabhängigkeit" garantierende Arbeit in der Dorfschule auf, um dem gebrochenen Rochester die Hand zu halten. Und erbt praktischerweise ein Vermögen.
    Arbeiten tut sie letztendlich also auch nur, weil ihr nichts anderes übrigbleibt - was man ihr natürlich kaum ernstlich zum Vorwurf machen kann. Als Beleg ihres "Freiheitsdrangs" dient es meiner Meinung nach aber wenn überhaupt nur sehr bedingt.
    Man kann ihr zu gute halten, dass sie sich von Rochester nicht wirklich unterbuttern lässt - und vorallem, dass sie nicht auf seinen Vorschlag eingeht, mit ihm als seine Mätresse nach Italien(?) zu gehen. Da beweist sie Charakterstärke. Ist das vielleicht ein anderes Wort für "feministisch-korrekt"? :wink:

    Die Vergleiche mit Jane Austen finde ich mehr als müßig, man kann die Romanfiguren nicht vergleichen, weil sie in völlig anderen Geschichten operieren. Am ehesten könnte noch Fanny Price als Pendant herhalten, die sich gegen Sir Thomas behauptet.



    Re: all things brontë

    Bruki - 20.08.2011, 18:28


    Okay, Fanny Price... ich denke, in Jane Austens Augen ist Fanny nie in dem Sinn "unabhängig"... sie belongs zu Mansfield Park oder zu ihrer Familie - und sie ist gebunden an einen der Betrams - ohne die sie umgebenden Personen (Männer und Frauen) ist sie nix...

    Beide, Jane und Fanny, haben "Integrität", die sich fast aus demselben Quellen(?) speist, glaube ich (darüber müsste man noch mal nachdenken, was Fanny und Jane zusammenhält, wenn es dicke kommt und es beginnt Pflastersteine zu regnen :lol: - es wird bei Fanny, denk ich bereits angedeutet, obwohl in Jane Austens Augen "Governanten" lediglich "Sklaven" waren und nur eine standesgemäße Ehe mit einem phänomenal edlen charakterfesten Mann :wink: den Status - und das Glück - der Frau sichern konnte)...

    Wogegen Jane Eyre ohne weiteres auch ohne Haus, Familie oder Protektor überleben könnte... beiden ist gemeinsam, dass sie sich stärker erweisen als die Männer ihrer Umgebung... wobei Jane Austen recht "freundlich" mit ihren männlichen Charakteren (zumindest den "Helden") umgeht - und Charlotte den Typus des fiesen Möpp als "Helden" durchgegen lässt (nimm mal Rochester als "Helden", den die Heroine am Ende erobert - man ist doch so oder so geneigt, anzunehmen, dass Jane Eyre ohne den Knilch besser dran wäre :wink: - naja, zumindest entmannt Charlotte Bronte ihn noch bevor es zum "Happy End" geht :kreuz:)...

    Ich halte das Ende des Roman für angeklebt... dem Zeitgeschmack oder was auch immer geschuldet... das Thema wird da leider etwas verkleistert, deshalb denke ich, man hat es besser verstanden, wenn man's ohne das letzte Kapitel liest... und dem süßlichen "Leserin, ich hab ihn geheiratet" :wink: ...

    Da kann man natürlich jetzt grübeln, ob das Charlotte Bronte bewusst war, deren krudes Männerbild ja nicht wie das der Jane Austen aus ein paar exzellenten Vertretern der Spezies in der Familie und dem Umfeld der Austens gebildet wurde, sondern in den, sagen wir mal freundlich, "merkwürdigen" Typen, denen sie im Hause ihres Vaters begegnete (incl. dem Vater, Branwell und den kreepigen Hilfspfarrern)... und der wilden Phantasiewelt "Angria und Gondal", die sie sich mit ihren Schwestern und dem Bruder zusammenspann, und die, wie ich immer fand von den stinkenden halboffenen Gräbern um dem väterlichen Pfarrhaus nicht ganz unbeeinflusst geblieben ist - mal abgesehen von den "Schundromanen" deren Sujets da eingeflossen zu sein schienen... zumindest wohl viel realer in der Imagination der Schwestern - und des Bruders - war, als man es gesund finden sollte... Ich glaube, Emily war regelrecht in diese Welt geflohen als es zum Ende mit ihr ging... sodass nicht einmal ihre Schwestern sie erreichen konnten...

    Julia hat folgendes geschrieben: "Militanter Feminismus"?? :lol: Ich fürchte, der sieht ganz anders aus ...
    Naja, mit irgendwas muss es ja mal angefangen haben... Ich hatte nämlich immer das Gefühl, Mary Wollstonecraft war's nicht gewesen :wink: ... wenn sie die durch selbständige Erwerbsarbeit begründete finanzielle Unabhängigkeit der Frau als Eckstein iher "Befreiung" postulierte und "Bildung" als deren Grundstein ansah...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Adminette - 23.08.2011, 19:38


    na, denn bin ich mal auf brukis verriss, pardon, wohlformulierte kritik, gespannt.



    Re: all things brontë

    Bruki - 23.08.2011, 19:54


    Anna hat folgendes geschrieben: na, denn bin ich mal auf brukis verriss, pardon, wohlformulierte kritik, gespannt.
    War das jetzt noch nicht ausreichend?? :wink:

    Den Film hab ich noch nicht gesehen... ich kuck erstmal den affigen Affen-Film :engel: ... So dicke bin ich mit den Romantisierungen der Werke Charlotte Brontes auch nicht :wink: ... und Mia hat mich bisher auch noch nicht von ihren Starqualitäten überzeugt - obwohl ihr Einsatz als Schädelknacker schon ein vielversprechender Ansatz war :rofl: ... und da ich Julias Filmgeschmack bedingungslos folge (zumindest bei Litaraturverfilmungen und unter Ausschluss von allem, was Emma Thompson verfasst hat :wink:) hab ich eh keine hohen Erwartungen an die neue "Jane Eyre"... Ich denke, ich überlasse Dir den Vortritt :oelig: ...

    Bruki :bruki:

    PS: Bei den Ausnahmen, wo ich überquer mit Julia bin, hab ich doch glatt P&P95 vergessen... :wink:



    Re: all things brontë

    Julia - 23.08.2011, 22:04


    Mia Wasikowska hat mir als Jane Eyre übrigens gut gefallen. Besser als in den anderen Rollen, in denen ich sie bisher gesehen hab. Sie spielt sehr subtil und trotzdem facettenreich - finde ich immer gut. Sie passt gut in den Film!

    Ich bin gespannt auf die Meinung von den größeren Jane-Eyre-Liebhabern hier ...



    Re: all things brontë

    Adminette - 23.08.2011, 23:46


    ich auch. deswegen finde ich es doch nicht sehr mannhaft, von herrn bruki, sich derart billig aus der affäre ziehen zu wollen...

    was ich schon immer mal fragen wollte: was ist eigentlich feminismus?!? :mhh:

    PS: ja und nu? rochester? flirty banter :bax:? der ingrimme mr. st. john (ob der wohl angesichts des johannes-evangeliums und nicht zu vergessen der apocalypse, sprich, nach genau dem etws grauslich inbrünstigen jungen herren und jünger, seinen namen bekommen hat? kann man wohl fast annehmen, wie?)??? wie war das denn nun alles in dem film präsentiert? außer langweilig? dass man euch aber auch immer alles aus der nase ziehen muss :wink:

    gute nacht,
    anna



    Re: all things brontë

    Julia - 24.08.2011, 08:52


    Anna hat folgendes geschrieben: was ich schon immer mal fragen wollte: was ist eigentlich feminismus?!? :mhh:

    Haben wir doch oben geklärt: Charakterstärke. :wink:
    Da musst Du Bruki fragen, ich hab mir die lila Latzhose nicht angezogen ...

    Ich empfand den Rochester als ziemlich weichgespült, oder besser: einem modernen Geschmack angepasst. Im Buch macht man sich ja schon ein bißchen Sorgen um seine Liebesfähigkeit. Das wäre für ein heutiges Publikum wahrscheinlich schwer zu verdauen?
    Da mich Michael Fassbender aber ziemlich kalt lässt, hat sich da nichts Konkretes eingeprägt bei mir bzgl. "flirty banter".

    Was ich übrigens sehr interessant fand war, dass Janes Geschichte in (langen) Rückblenden erzählt wird. Der Film beginnt mit ihrer Flucht von Thornfield - die Episode bei den Rivers-Geschwistern ist quasi die "Rahmenhandlung", in der Jane sich an die Vergangenheit "erinnert".
    Fand ich dramaturgisch sehr gelungen und kann mich nicht erinnern, dass das schon mal gemacht wurde?



    Re: all things brontë

    Bruki - 24.08.2011, 18:18


    Anna hat folgendes geschrieben: ich auch. deswegen finde ich es doch nicht sehr mannhaft, von herrn bruki, sich derart billig aus der affäre ziehen zu wollen...
    Och det sachste ja jetzt nur so, weil de selber nix sagen willst :ohhhh: ... und überhaupt: Ick hab ja den Film noch nicht mal angesehen :wink: ... Wobei das jedoch nach Mark Twain die beste Voraussetzung dafür sei, eine Rezension zu schreiben :nixweiss: ... Hm :suspekt: ... Jetzt jucken mir doch plötzlich die Zeigefinger :engel: ...

    Anna hat folgendes geschrieben: was ich schon immer mal fragen wollte: was ist eigentlich feminismus?!? :mhh:
    Das ist, wenn man Männer und Frauen nur am Geschlecht unterscheidet...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Tinka - 25.08.2011, 10:20

    Re: wuthering heights 2011
    Anna hat folgendes geschrieben: mhhhach. die arnold machts aber auch spannend... :drum: hier sind jedenfalls weitere offizielle stills. nicht schlecht, promising im besten sinne... aber... dass mir nachher keiner sagt, er wäre so schlau, als wie zuvor :cool:




    Die hab ich ja direkt übersehen.

    Wundervoll! Das nenn ich mal gelungenen Spannungsaufbau. Wenn der Film auch nur annähernd so stimmungsvoll ist, dann :hurra:



    Re: all things brontë

    Tinka - 01.09.2011, 20:47


    O ---- M ---- G !!!


    Hier gibt es vier Clips aus Wuthering Heights von Andrea Arnold.

    Ich habe ja irgendwie alles erwartet, aber das?



    Me no like... :| Oder vielleicht doch, ach ich weiß irgendwie nicht... bin verwirrt. Immerhin.

    Tinka



    Re: all things brontë

    Adminette - 02.09.2011, 12:11


    Tinka hat folgendes geschrieben: O ---- M ---- G !!! Me no like... :|

    och doch, ich glaub ich schon. das kommt so in etwa mit dem überein, was ich nach den ersten stills erwartet habe. und eine spannende adaption verspricht es alle mal zu werden. bleibt nur die frage, ob noch irgendetwas von den storyteilen übrig ist, die man im allgemeinen am ehesten mit den stürmischen höhen in verbindung bringt. wie gesagt, bin gespannt und bedanke mich schon mal für den hinweis auf die clips :ja:

    Link

    wird sicher ein netter kontrast zur sehr buchgetreuen neuen jane eyre. so muss das sein (also beides nebeneinander zu haben).



    Re: all things brontë

    Tinka - 03.09.2011, 22:01


    Da haste auch wieder recht. Gut find ich auf jeden Fall, wie jung die beiden Hauptdarsteller rüberkommen. Das ist dann nochmal extra weit weg von Ralph Fiennes, Laurence Olivier und Co.



    Re: all things brontë

    Adminette - 03.09.2011, 23:00

    jane eyre 1997
    bevor es also auf in die stürmischen höhen der bisherigen filmgeschichte geht, sei noch hier bzw. hieran angeknüpft.

    denn, wo eine mehr oder minder versemmelte adaption fürs kino nicht zufriedenstellt, wird spaßenshalber gleich noch mal so eine fürs TV hinterherproduziert. vorhang auf für:



    jane eyre à la ITV.

    obwohl: viel zu sagen gibts da eigentlich nicht. bei den mittlerweile realexistierenden 326.018 versionen hat diese mit ihren 90 minuten erzählzeit und den TV-produktionsbedingungen einfach schlechte karten. verschlechtert dadurch, dass janes sicht immer wieder mal durch ein gar fürchterliches und vor allem fürchterlich trivialisierendes, valiumgeschwängertes voice-over erklärt wird. das steigert sich mit fortlauf der handlung, bis man die simplen worte persönlich zurück in janes überaus hübsches köpflein zimmern möchte.



    wenn ich noch was nettes über die produktion sagen soll, dann erwähne ich mal fix, dass es immerhin teile des humors in die umsetzung geschafft haben. janes rückkehr von der unoriginell gerafften rückkehr zu aunt reed ist putzig. überhaupt ist das dann halt eine version, die gemocht wird, weil man präferenzen für das darstellerpaar hat. wobei ich sagen muss, dass vor allem ciaran hinds kaum wieder auf einen grünen ast kommt, so, wie er in der zusammenhangslosen und durch käsige zeitlupe und melodramatisches pose-acting reichlich vergeigten ersten begegnung in die geschichte purzelt. der zetert, wie wie die schlimmste hitler-karrikatur der neueren deutschen fernsehgeschichte. und sein oller schnauzer ist nicht dazu angetan, diesen vergleich zu entkräften. blöder lapsus auf seiten der charakterplanung und maske. immerhin schreckt der mann auch vor unliebsamen ansagen nicht zurück:

    „Don’t try to modify your answer that was an honest reply.“ :pp:



    also weiter im fröhlichen szenenvergleich zum bettenbrennen. zu dieser gelegenheit liegt der herr mal nicht mit bis zum bauchnabel offener hemdbrust bei dezenter beleuchtung im bette. deswegen hilft die jane ihm auch gleich ein ordentliche portion wasser über, das clevere ding. dafür darf sie dann auch am hausmantelschnuppern. der rest ist so halb gelungen, fängt der kerl doch gleich wieder an, zu schreien. und jane wird so indiskret und melodramatisch als wären sie schon verheiratet. schätze, erotischen spannung sieht anders aus.



    die antragsszene zeigt ganz schön, wie rochester (proportional zum verzweiflungsgrad) immer dreister versucht, eine eindeutige ansage von jane zu erheischen und mit einem entsprechenden ausbruch belohnt wird. naja. zumindest bis jane in ihren antworten wieder arg mills&boon-simpel wird. "because your bride will not want me here…" mehh :roll:.

    ganz nett, dass die szene drinblieb, in der rochster jane wie einen christbaum ganz nach dem letzten modelüftchen dekorieren möchte. blöd nur, dass jane gleich darauf tatsächlich dem fancy-französischen spitzenschleier hinterherschmachtet… „edward, it’s lovely!“ :tot:



    auch ist die letzte begegnung mit blanche ingram, die hier schon auf den ersten blick sehr viel graumäusiger ist, als plain jane, unnötig stutenbissig.

    rochesters überzeugungsarbeit nach dem "gau". auweh. völlig versemmelt. schnattert und zetert er ihr wieder nur völlig unbeschämt hinterher und sie rennt bockig voraus. und da soll es sie vor zweifel direkt zerreissen und auch nur den funken eines hauches von verlangen geben, zu ihm zurückzukehren? oohhuff. zeit fürs moor, um sich wenigstens dort nach herzenslust im schmerz und in der ungerechtigkeit zu suhlen. und was ist? nada. voiceover. sonnenuntergang und dann auch schon st. johns sinnliches, kaltes, fahles und etwas zu seelenvoll dreinblickendes antlitz. mal ganz eindeutig am falschen ende mit drama gespart. und den haarteilen. nuja. immerhin ein willkommenes wiedersehen mit elizabeth „bennet“ garvie.



    bleibt die schlusszene… nnnnu. geht so. ich kann nicht umhin, darauf zu warten, dass ruth wilson nun endlich nach dem taschenkamm fragt, um die struppigen haarteile auszubürsten und den vor selbstmitleid zerfließenden rochester damit zu trösten, dass er immernoch ganz genauso kreuzhäßlich ist, wie eh und je.



    also: eher eine fast schon einfältig vordergründige adaption, der jedwede ambition zur tiefenauslotung und ergo größzeitbestand/ abgeht. und damit bratpfanne frei für fans der adaption :oelig:



    Re: all things brontë

    Adminette - 07.09.2011, 11:40

    wuthering heights 2011
    gestern lief andrea arnolds film erstmals auf der biennale in venedig. dementsprechend stehen alle möglichen penibelst zusammengesammelten reviews schon beim bronteblog verlinkt. großer kritikpunkt sind die etwas überforderten darsteller und die fehlende chemie. was ich persönlich viel (bl)öder finde:

    Zitat: Like almost all screen adaptations, the action ends shortly after Cathy’s death.

    klar, in das gewöhnliche kinoformat paßt das zeitlich kaum rein, ohne, dass man nur atem- und zusammenhangslos alle storypunkte an(g)rast. aber gewöhnliche kinogänger wollte arnold mit ihrem film ja wohl auch kaum ansprechen. und selbst wenn: mehrteiler sind doch gerade sowas von in... mumpf!

    und was zum teufel soll dieses ewige herumgesnobbe von wegen: ich hätte nie gedacht, dass ich mal so etwas (niederes) wie ein period drama drehe... wenn man der auffassung ist, dass es so wenig gescheites in dem genre gibt, wärs ja wohl erstrecht an der zeit, mal allen anderen zu zeigen, wo der hase lang zu laufen hat... wobei, wie unsere etwas fischige diskussion zum thema zeigt, ich mir immer noch nicht so ganz im klaren darüber bin, was denn nun die periods in anspruch und genreregeln von anderen filmen unterscheidet, sie beschränkt und so einengt, dass es gegner direkt von der erwägung abhält, selbst mal etwas derartiges in angriff zu nehmen... :nixweiss:



    Re: all things brontë

    Adminette - 21.09.2011, 15:06

    wuthering heights 2011 teaser
    ein sehr auf stimmung und naturdoku (andere nennen es "channeling von trier und malick) spielender teaser: klick.

    Link



    Re: all things brontë

    Tinka - 23.09.2011, 21:20


    Bijutifull! :hurra: Gefällt mir wirklich gut. So muss es sich wohl angefühlt haben damals im windigen Moor...

    Tinka



    Re: all things brontë

    Adminette - 01.10.2011, 22:21

    wuthering heights 2011
    noch ein paar vernebelte eindrücke von den in schale geworfenen darstellern:



    ich muss trotzdem wieder an P&P 05 denken:

    -
    -



    Re: all things brontë

    Silke - 02.10.2011, 14:47


    .....brrr, wo ist mein Wintermantel?



    Re: all things brontë

    Adminette - 02.10.2011, 15:04


    neben dem aufsteller aus hirschgeweihen am knisternden kamin, hinter dem beistelltischchen mit dem dampfenden teeservice. (als ob. hab gestern beim legeren promenieren in der rostocker innenstadt mehr flüssigkeit verdunstet, als den ganzen sommer über).



    Re: all things brontë

    Adminette - 07.10.2011, 12:59

    wuthering heights 2011
    und zu guter letzt ein etwas zu gewollt anspruchsvolles, nicht wirklich überzeugendes poster. mal sehen, wie sich das zu dem film verhält.



    Re: all things brontë

    Julia - 07.10.2011, 13:24


    Die Tagline ist ja ziemlich dreist von "Brokeback Mountain" geklaut. (Wobei Ang Lee die sicher auch nicht erfunden hat ... :wink: )

    Das Motiv gefällt mir aber! Bißchen viel Regen vielleicht.



    Re: all things brontë

    Adminette - 07.10.2011, 13:39


    ja, das motiv und mit ihm der bruch in der tradition opulenter kostümdrama-poster gehört zum innovativeren teil des plakates, füllt es aber nicht sehr befriedigend. der heiß-kalte, fiebrige farb-bildmotiv-kontrast von regen, zugigem moor und feuertönen stimmt, über zuviel photoshop braucht man sich dankenswerteweise nicht aufzuregen. die - nennen wir es mal - (uninspiriert) "zitierte" untertitelung ist fast größer als der filmtitel, überhaupt ist die typographie stilistisch (gegensatz von fetter und schmaler serifenloser schrift) zwar noch genauso elegant aber seit "tatsächlich liebe" doch langsam etwas abgenutzt und sowieso etwas übermäßig und unruhig über das postermotiv verteilt. naja. man kann nicht jeden tag jane eyre haben :wink: wobei ich generell mal für eine renaissance der plakatkunst und gebrauchsgrafik des ehemaligen ostblocks wäre. die gewerke dort waren durch u.a. technische restriktion und sicher auch aus tradition und talent heraus herrlich einfallsreich :ja:



    Re: all things brontë

    Julia - 07.10.2011, 19:27


    Ja, das Layout ist mir auch zu zugemüllt. Sieht aber ohnehin (schon allein vom Format her) nicht wie das finale Plakat aus - hoffentlich wirds nicht so eine unschöne Entwicklung wie letztens bei "Bright Star": von der bluebells-Rückenansicht zu Schmonz à la "Becoming Jane". :roll:



    Re: all things brontë

    Bruki - 27.10.2011, 18:34


    Julia hat folgendes geschrieben: Schmonz à la "Becoming Jane". :roll:
    Tststs, ich hoffe, da manifestiert sich keine Jane Austen (oder Anne Hathaway :lshow:) Allergie bei unserer Julia :wink: ... aber wo wir gerade dabei sind: Meine Kumpels von den digitalen Spionen haben nun eine durchaus positive Meinung zu "Wuthering Heights" gefasst... komischer Weise scheinen die Macher den Zigeunertypen in einen pol. korrekten Negertypen geändert zu haben :shock: ... Na das wird ja was werden... angeblich sollen sie der Verfilmung auch die Romance ausgetrieben haben?! ... und zu beabsichtigen, ein paar Petaliebhabern den Magen umdrehen zu wollen --- also seit gewarnt, wer sich mit Emily Bronte :lshow: anlegt, kommt dabei um :kloppe: ...

    Bruki :bruki:

    PS: Ich hoffe ja nur, dasse Heathcliff nicht wie Othello wüten lassen, wo's doch Shakespeare gar nicht gegeben hat... :wink:



    Re: all things brontë

    Mme. O - 01.11.2011, 15:19


    Ach, soll er doch wüten wie Othello!
    Hauptsache er läuft endlich mal über die Kinoleinwand. Komme aus dem Warten gar nicht mehr raus. Oder bequemt sich überhaupt mal IRGENDEIN PERIOD ins Kino?
    Dass jetzt doch Ken Hutchison den Heathcliff mimt. :roll: Bis die sich mal auf ihre Hauptdarsteler geeinigt hatten. Ich hab schon einen Bart.

    Hufen scharr
    O.



    Re: all things brontë

    Adminette - 02.11.2011, 20:12


    Mme. O hat folgendes geschrieben: Komme aus dem Warten gar nicht mehr raus. Oder bequemt sich überhaupt mal IRGENDEIN PERIOD ins Kino?

    frau, dir kann geholfen werden. du mußt nur nach berlin reisen. oder nach düsseldorf oder karlsruhe. denn die prinzessin von montpensier läuft mittlerweile schon in drei kinos deutschlandweit. immerhin eine steigerung um glatte und satte 50% :engel:



    Re: all things brontë

    Mme. O - 02.11.2011, 21:47


    haa haa! :roll:



    Re: all things brontë

    Adminette - 02.11.2011, 22:17


    Mme. O hat folgendes geschrieben: haa haa! :roll:

    nanu. die eine woche warten bis zum "anonymous" start kann jetzt auch nicht mehr so schlimm sein. oder der eine monat bis zu "jane eyre". "die lincoln veschwörung" läuft schon seit dem 29.09. und ist in einigen kinos (mehr als drei, versprochen!) noch zu finden. "the artist" läuft zwar erst im januar an, gehört aber offenbar auf die unbedingte guckenliste. "hysteria/in guten händen" startet schon pünktlich zu weihnachten (22.12.2011). das sollte selbst dem glühendsten anhänger für die nächsten wochen doch reichen, oder?



    Re: all things brontë

    Mme. O - 02.11.2011, 22:34


    Jahaa The Artist lohnt sich zum drauf freuen!
    Jane Eyre ja auch. Schon laaange, wenn ich es bedenke. :wink:
    Die anderen nur bedingt. Uund Lincoln lief bei mir mal wieder nur so kurz... dass ich es *schwupps* verpassst hab.
    Schlimm?

    Aber da gibt es doch noch das Dings mit dem Freud... Eine dunkle Begierde - Drama um Sigmund Freud mit Viggo Mortensen und Keira Knightley . 10 November. Jo, ich las gerade " Und Nietzsche weinte". Das passt. Dauert alles aber doch schon sehr lange. Seit Poll war Flaute angesagt.

    So, gut Nacht allerseits
    O.



    Re: all things brontë

    Adminette - 09.11.2011, 17:03

    jane eyre 2011
    so, denn mal keine falsche scheu mehr, wer den film unverspoilert sehen möchte, sollte also vom weiterlesen abstand nehmen...



    das der film erst anfang dezember anläuft, ist angesichts der seit wochen hier durch wabernden nebelwände, durch die man eigentlich nur hindurchkommt, wenn man dem ruf folgt und die nachmittage brav auf der couch vor der glotze verbringt... sehr untoll. umso besser, dass es DVD und blue-ray schon seit ewigen gezeiten im amerikanischen handel gibt, und der den weg in heimische player schneller findet, als der film den weg in die kinos...



    Re: all things brontë

    Tinka - 10.11.2011, 20:00


    Ich glaubs ja nicht! Und wieder ein Zuschauer weniger in den Kinos, Anfang Dezember. Und dann heisst es wieder: Sowas macht keine Kasse...Da gibt es endlich mal wieder so einen richtigen Schinken mit allem drum und dran, Literaturverfilmung und so, im Kino! Und du guckst nur zwei/drei Wochen vor Filmstart 'nen Stream. :kloppe:
    Ja wer soll denn dafür ins Kino, wenn nicht wir??

    Aber danke für die Bilder, ich meinerseits bin voller Vorfreude. :hurra:



    Re: all things brontë

    Adminette - 10.11.2011, 21:32


    erstens bin ich noch nicht fertig mit dem review (ne kranke adminette is kein d-zug. höchstens adhd-befallen :wink:) und zweitens ist doch mit keinem wort gesagt, dass ich - so sich denn irgendein kino um den eröffnungszeitraum, nicht n halbes jahr später, hier erbarmt - nicht brav wie mir geheißen mein geld in die deutschsprachige vorstellung trage. die bilder möchte ich doch noch mal auf großer leinwand sehen und eine handvoll nötige diskussionspartner müssen erleuchtungshalber auch mit. nur, wenn das ding wieder nur in berliner nischenkinos gezeigt wird (und das sich bislang sehr gut versteckende marketing deutet auf eine kinoauswertung unter "ferner liefen irgendwo"), tuts mir leid. sollen doch deutsche kinobetreiber zum mond auswandern. mir egal, solange die DVDs fleißig zu mir ins hinterland geliefert werden. irgendwann kann ich mir dann auch meine leinwand, retrokinobänke von andererleute sperrmüll und ein bombensoundsystem - oder die übernahme des pleitierten kreisstadtkinos (:bg:) leisten. und an dem anständigen internationalen einspielergebnis des filmes wird der obolus des unterworbenen genres aus deutschland eh nix ändern. mehr machen, als im forum werben kann ich dann auch nich.



    Re: all things brontë

    Ulli - 11.11.2011, 11:11


    Ich hoffe jedenfalls, daß der Film bis Weihnachten in der Omu-Fassung in Berlin durchhält. Dann ist er nämlich sowas von fällig, den passenden Diskussionspartner habe ich auch schon eingeplant.



    Re: all things brontë

    Mme. O - 12.11.2011, 12:18


    Anna hat folgendes geschrieben: irgendwann kann ich mir dann auch meine leinwand, retrokinobänke von andererleute sperrmüll und ein bombensoundsystem - oder die übernahme des pleitierten kreisstadtkinos (:bg:) leisten. u

    Hach ja. Könnten meine Worte sein. Ich will aber wenns geht doch erst mal ein Kino auftreiben, wos läuft und lese /sehe vorher gar nix. Nich mal den Trailer. :-D



    Re: all things brontë

    Adminette - 14.11.2011, 21:33

    jane eyre 2011
    mhh. vorhin vom spazieren gekommen. bin auch tatsächlich aus dem anlaß einer briefaufgabe gegangen. es war zwar vergeichsweise
    etwas zu fröhlich bunt in der spätnachmittäglichen einsamkeit, hat aber sogar ein bisschen genebelt. uuund trotzdem: wieder nix (und
    niemanden) vom pferd geholt. mist auch… also, wo war ich? ach ja.



    wie gesagt, ich werde auch gleich mal szenen im detail betrachten, also gegebenenfalls abstand halten!

    zunächst einmal die enorm wichtige frage: was ist wohl die größere leistung: nach so vielen "vorarbeiten" noch ein so unbeirrt
    stimmiges, exaktes werk aus einem guss draufzusetzen, oder ohne konkurrenzverfilmungen eine zu schaffen, über die sich viele einheitlich
    freuen? wie dem auch sei, da





    Julia hat folgendes geschrieben: sehr subtil und trotzdem facettenreich - … passt gut in den Film!

    kann ich julia nur zustimmen :wink: der film ist in vielerlei hinsicht unheimlich bildstark, detailreich und präzise, jedoch auch so behende
    aneinandergesetzt, dass man nicht schon vom zuschauen die haare nachempfindet, die die macher während der arbeit immer mal wieder
    gedankenverloren gerauft haben müssen. die präzision bezieht sich übrigens auch auf die tonspur. die ist es wert, im kino oder später im
    heimischen per kopfhörer mit unbedingter aufmerksam verfolgt zu werden.





    Julia hat folgendes geschrieben: Was ich übrigens sehr interessant fand war, dass Janes Geschichte in (langen) Rückblenden erzählt wird. Der Film beginnt mit ihrer Flucht von Thornfield -
    die Episode bei den Rivers-Geschwistern ist quasi die "Rahmenhandlung", in der Jane sich an die Vergangenheit "erinnert".
    Fand ich dramaturgisch sehr gelungen und kann mich nicht erinnern, dass das schon mal gemacht wurde?

    das wurde - zumindest in der letzten folge - der letzten miniserie mit ruth wilson ganz ähnlich gemacht. ich finde das - wie den ganzen film - nicht
    revolutionär (dafür gibts dann ja andrea arnolds "wuthering heights"), neu und originell. aber es hat auch nicht gestört oder irgendwas verfälscht.
    sachverhalte und zusammenhänge, die aus der erzählerischen ebene gekürzt wurden, sind nicht komplett aus dem bild geschnitten. für diejenigen,
    die das buch kennen, fügt sich an den stellen dann trotzdem vieles wieder zusammen, die jenigen, die die geschichte in all ihren details noch
    nicht kennen, dürften sich aber kaum daran stören.

    selbst einen blick auf miss temple gibt es. obwohl auch sie – und das sei neben der etwas arg reduzierten präsentation des humors und dem dusseligen
    lapsus, dass jane in der dorfschule weniger verdient als auf thornefield (das man sich mit solchen luxus-problemen rumschlägt spricht doch sehr für den
    film)einer meiner wirklich wenigen klagepunkte – als eigentlich wichtiges vorbild in janes sonst trostloser jugend eigentlich komplett außen vor ist. so verlagert
    sich wieder zu viel gewicht auf die jenseitige helen burns und janes eigene ressourcen werden überhöht. aber immerhin bleibt sie im fokus, nicht
    die liebesgeschichte.





    ich wär aber auch mal daran interessiert, welchen eindruck leute ohne jegliche vorkenntnisse der geschichte gewinnen. und was alle anderen buchverfechter
    dazu meinen.

    Julia hat folgendes geschrieben: Ich empfand den Rochester als ziemlich weichgespült, oder besser: einem modernen Geschmack angepasst. Im Buch macht
    man sich ja schon ein bißchen Sorgen um seine Liebesfähigkeit. Das wäre für ein heutiges Publikum wahrscheinlich schwer zu verdauen?

    wie kannst du denn nur sowas sagen :eek: :wink:. ich würde sagen, toby stephens rochester war weichgespült oder ganz klar modernen sehgewohnheiten
    und den charme-bedürfnissen einer längeren TV-mini-serie angepaßt. aber fassbender gibt einen recht harschen rochester, der viel eher diese zweifel
    an der liebesfähigkeit aufkommen läßt. sind doch fast alle szenen, die in anderen verfilmungen als romantisch-knisternde höhepunkte interpretiert wurden
    (das feuer und die darauf folgende annäherung, das hochzeitsgerede nach dem anschlag auf mason) hier konterkariert oder mit einer sehr bedrohlichen
    note unterlegt, die sich auch sehr schön in wasikowskas unruhig zwischen dem willen zur hingabe und einem unwohlen beigeschmack, instinktivem mißtrauen
    schwankendem schauspiel spiegelt. die von ihm ausgehende gefahr steigert sich doch sogar soweit, dass er zur zentralen aussprache wie der leibhaftige
    persönlich präsentiert wird. vor dem feuer kauernd und junge mädchen mit wein statt wasser abfüllend kriecht er jane aber ganz gehörig bis unter die
    haut! so schön eindringlich hat das noch keiner gezeigt.

    "god help me!"




    da kann sie sich mit letzter kraft befreien, liegt dann weinend in der zugigen heide rum und wünscht sich sicher mit dem unempfindlichen, rauhen
    felsblock zu verschmelzen, so gut es nur geht, das arme ding.

    also auf so viel trübsinn gleich noch ein paar nettigkeiten: sehr schön, der schnitt, in dem jane im angesicht blanche ingrams geradezu zerfließt.
    von dieser aber auch sofort als gefahr wahrgenommen und behandelt wird.





    schön auch die beiläufigkeit der kostüme. sie dienen nicht als lockstoff fürs kino, sondern sind lediglich klamotte. trotzdem sehr gewieft, den rochester
    nicht in rüschiger hemdbrust im entflammten bett zu drapieren, sondern ihn lediglich ein ... öhm ... hochgeschlitztes unterhemd ohne hosen tragen zu lassen. :ohhhh:
    dito janes recht freizügiges nachthemd unter dem rüschigen morgenmantel. oder john reeds selten unvorteilhaftes regency-gentleman-outfit.
    von wegen unwiderstehlich elegant wie mr. darcy. :kreuz:

    die kleine, eindeutig headstronge jane fällt nach einem der sehr effektiv eingebrachten schrecken auf einen teppich direkt neben das motiv eines gerissenen
    hirsches. bissele drastisch vielleicht. aber wenigstens nicht so augenfällig eingefangen.

    schön auch, dass die rivers-schwestern in schnellen strichen eigene persönlichkeiten bekommen haben. oder oder oder. ihr merkt schon: ich bin überzeugt. locker die beste kinoversion und mit der tiefenschärfe der längeren mini-serien kanns fukunagas anspruchsvolles zweitwerk auch durchaus aufnehmen. bin gespannt, was ihr davon haltet. der film ist zunächst vielleicht eher zu bewundern als zu lieben. aber ich schätze, er wird prima altern :ja: fünf von fünf geknickten erika-strünken.



    aahhhw. herzig oder was?



    Re: all things brontë

    Adminette - 15.11.2011, 00:32

    wuthering heights 2011
    weils wetter grad so paßt, noch ein paar bilder aus andrea arnolds "wuthering hights" der freitag mit geteilten kritiken im UK anlief, bei uns aber noch unbestimmt lange auf sich warten läßt. :roll: noch mehr motive gibts hier in einem kleinen print der set-fotografin zu sehen, der an besucher eines bestimmten kinos ausgehändigt wurde. finde, solche werbeaktionen könnte es hier ruhig auch mal geben :beleidigt:





    das letzte bild zeigt übrigens nelly dean.



    Re: all things brontë

    Mme. O - 15.11.2011, 15:16


    Yipieh!:hurra:
    selbiges bezieht sich auf überobiges.
    Ich hab’s nur überflogen. Aber mein Herz klopft schon gleich etwas schneller, wenn die kritische Anna gleich zweimal von Präzision spricht - Oder hab ich mich verzählt… und dass der Film prima altern wird??
    Ich guck nicht noch mal hin, will ja schließlich unbefangen ins Kino rein.
    WANN? WO?
    *schnell such*
    Mist! Anonymus muss als Lückenbüßer herhalten….

    Hat hier eigentlich schon jemand Cronenbergs dunkle Begierde gekostet?



    Re: all things brontë

    Bruki - 15.11.2011, 16:55


    Mme. O hat folgendes geschrieben: die kritische Anna
    Na ja, sie ist mit ihrer Charlotte-Bronte-Vergötterung nicht überall gern gesehen :wink: ...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Mme. O - 15.11.2011, 19:05


    Bruki... Du wieder... :bang:



    Re: all things brontë

    Adminette - 17.11.2011, 15:39


    Bruki hat folgendes geschrieben: Mme. O hat folgendes geschrieben: die kritische Anna
    Na ja, sie ist mit ihrer Charlotte-Bronte-Vergötterung nicht überall gern gesehen :wink: ...

    Bruki :bruki:

    soo? bei mir sind bislang keine klagen eingegangen. noch nicht mal, als ich mich zu der aussage verstieg, plain jane hätte ein hübsches gesichtchen.



    Re: all things brontë

    Bruki - 17.11.2011, 20:12


    Anna hat folgendes geschrieben: Bruki hat folgendes geschrieben: Mme. O hat folgendes geschrieben: die kritische Anna
    Na ja, sie ist mit ihrer Charlotte-Bronte-Vergötterung nicht überall gern gesehen :wink: ...
    soo? bei mir sind bislang keine klagen eingegangen. noch nicht mal, als ich mich zu der aussage verstieg, plain jane hätte ein hübsches gesichtchen.
    Tja, mein Gedächtnis ist nicht so kurz :blll:... Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie Du von den Administressen eines certain boards in Deinen unehrerbietigen Bronteschen Po gebissen wurdest :wink: ...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Adminette - 17.11.2011, 22:01


    jep. da muss dein gedächtnis in der tat weitreichender sein.



    Re: all things brontë

    Ulli - 30.11.2011, 11:44


    Bruki hat folgendes geschrieben:
    Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie Du von den Administressen eines certain boards in Deinen unehrerbietigen Bronteschen Po gebissen wurdest :wink: ...

    Bruki :bruki:

    Unehrbietig, indeed :D .


    Egal, wo man auf eine Kritik zur neuen Jane Eyre stößt, alle überschlagen sich förmlich vor Begeisterung, so daß mir schon angst und bange wird, ob der Film da überhaupt noch mithalten kann. Eine besonders hübsche Kritik fand ich hier. Besonders der letzte Absatz, besonders die zweite Hälfte.



    Re: all things brontë

    Tinka - 30.11.2011, 15:34


    Ich versuche auch krampfhaft keine Kritiken zu lesen, um nicht zuuuuu erwartungsvoll zu sein. Ich hab mir eigentlich vorgenommen, gleich morgen zu gehen. Ich freu mich voll!

    :run:



    Re: all things brontë

    Ulli - 30.11.2011, 16:19


    Tinka hat folgendes geschrieben:
    Ich versuche auch krampfhaft keine Kritiken zu lesen...


    Ich lese gerade krampfhaft jede Kritik, die mir in den Weg kommt, denn ich muß - wenn ich denn wirklich solange durchhalte - noch über 3 (drei! :flenn: ) Wochen aushalten. Also fix her mit Deiner Beurteilung (das "eigentlich vorgenommen" nehme ich bei Dir einfach mal nicht zur Kenntnis :anonym: ).



    Re: all things brontë

    Adminette - 30.11.2011, 20:46


    Ulli hat folgendes geschrieben: hier. Besonders der letzte Absatz, besonders die zweite Hälfte.

    volle zustimmung zum kommentar die filmische umsetzung des literarischen erbes betreffend. obwohl man sowas wie "das gelübde" bei den briten auch noch nicht gesehen hat. ätschbätsch. aber ob wir den briten wirklich mit dem auschluss aus der eu drohen sollten? sie könnten schneller annehmen, als wir verschreckt "scherz" zu rufen im stande sind. ansonsten: nu, des war so klar. die jane läuft in absehbarer zeit natürlich nicht durch die brachen moore, die da die umliegende kinowelt sind... wenigstens könnte ich als ausgleich auf den "gott des gemetzels" zurückgreifen :cool:

    na, denn bin ich ja mal gespannt, was sich demnächst an kritischer äusserung hier ansammelt :ja:

    PS:

    Ulli hat folgendes geschrieben: Bruki hat folgendes geschrieben:
    Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie Du von den Administressen eines certain boards in Deinen unehrerbietigen Bronteschen Po gebissen wurdest :wink: ...

    Bruki :bruki:

    Unehrbietig, indeed :D .

    bitte wie meinen?!? ausser vielleicht: ehre, wem ehre gebührt..



    Re: all things brontë

    Mme. O - 30.11.2011, 22:37


    Poll ham auch nich die Briten gamacht. Oder die Blechtrommel. Filme sind nie schlechter, als das Essen aus den Ländern aus denen sie komen. ;-p



    Re: all things brontë

    Bruki - 01.12.2011, 10:03


    ... zur neuen Jane Eyre-Verfilmung kann ich nichts sagen, hab ihn noch nicht gesehen, aber bezügliche "Goethe" stimme ich der obigen Kritik 150% zu... :engel:

    Und wie wir wissen, gibt es auch eine Menge mittelmäßige bis unterirdische britische Kostümfilme... aber ich denke, die Masse machts - und je breiter die Basis der Pyramide, desto höher reicht sie in den Himmel... die Deutschen haben eine verquere Haltung zu ihrer Vergangenheit... während die Briten, scheint's mir, ziemlich stolz auf ihre Geschichte sind... so werden z.B. in Filmen wie "Effie Briest" und "Das weisse Band" die verqueren Ideologien ihrer Macher mit Holzhämmern dem Publikum eingebläut (dagegen sind selbst Rozema und Thompson Waisenmädels :wink:)... das zerstört die innere Logik, die Wahrscheinlichkeit der Charaktere und Handlungen - und irgendwie haben wir alle ein mehr oder weniger bewusstes Gespür für Bullshit entwickelt, was uns gegen "Nürnberger Trichter" immun macht...

    Bruki :bruki:

    PS: Die Idee mit der Korrelation zwischen der Qualität der Filme und des Essens ist interessant, aber ich hab mal gehört, die engländische Cuisine sei eine Zumutung für jeden nicht eingeborenen Gaumen :suspekt: ...



    Re: all things brontë

    Ulli - 01.12.2011, 12:39


    Bruki hat folgendes geschrieben:

    ... aber ich hab mal gehört, die engländische Cuisine sei eine Zumutung für jeden nicht eingeborenen Gaumen :suspekt: ...

    Genau. Und Wickham ist ein gut erzogener, freundlicher Herr, der unter Mr. Darcy Jun. grundlos schlecht behandelt wurde, da letzterer ein stolzer, arroganter Schnösel ist.

    Was immer der eine oder andere Brite zuhause zusammenpanscht - die Inns und Pubs (wenn sie selber kochen) bieten meist mehr als nur ordentliches Essen. Und wenn man gar das Hotelessen mit dem in Italien, Spanien oder Frankreich vergleicht, dann habe ich definitiv in schottischen, englischen oder walisischen Hotels deutlich besser/aparter gespeist.



    Re: all things brontë

    Ulli - 01.12.2011, 12:41


    Anna hat folgendes geschrieben:

    Ulli hat folgendes geschrieben: Bruki hat folgendes geschrieben:
    Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie Du von den Administressen eines certain boards in Deinen unehrerbietigen Bronteschen Po gebissen wurdest :wink: ...

    Bruki :bruki:

    Unehrbietig, indeed :D .

    bitte wie meinen?!? ausser vielleicht: ehre, wem ehre gebührt..

    Ja, ja, die guten alten Zeiten....



    Re: all things brontë

    Ulli - 01.12.2011, 12:58


    Mme. O hat folgendes geschrieben: Poll ham auch nich die Briten gamacht. Oder die Blechtrommel.

    Die Deutschen können schon Filme machen und zwar auch sehr gute bzw. sehr unterhaltsame. Ich habe in der letzten Zeit mal wieder den Festplattenrecorder geplündert und dabei einige sehr gute Fernsehrfilme gesehen. Nur diese Historien-Event-Mehrteiler, die sind meist ein Graus. Von Rosamunde Pilcher und deren skandinavischen, kanadischen und sonstigen rosenlastigen Kollegen mal ganz abgesehen. Wir können ebenso wie die Briten mit wirklich guten Schauspielern wie auch mit ebensolchen Regisseuren etc. aufwarten. Nina Kunzendorf oder Anna Maria Mühe z. Bsp. sind Schauspielerinnen, bei denen geht mir jedesmal das Herz auf. Wir ticken einfach anders. Vieleicht setzen wir in potentiell gefühlsduseligen Filmen mehr aufs Herze, während die Briten das irgendwie mit mehr Understatement angehen und damit besser treffen. Ich weiß es nicht....

    Die unterschiedliche Herangehensweise konnte man jetzt vor kurzem beim TV-Film "Laconia" sehen. Sehr gute Schauspieler, differenzierte Charaktere, spannende Geschichte, in Ruhe erzählt und eine nur angedeutete Liebesgeschichte. Aber in der dt. Fassung eben alles in Deutsch gesprochen, egal ob es die Briten waren oder die Deutschen. Im Vergleich dazu ist die engl. Fassung knackiger, an manchen Stellen ausführlicher und sogar witziger, aber ich habe einige Szenen aus der dt. Fassung (die hier weggeschnitten waren) doch vermisst. Welche Fassung besser war - schwer zu sagen. Entscheidend war wohl letztlich, daß in der BBC-Fassung die Deutschen untereinander deutsch sprachen und die Briten natürlich englisch und erst im Gespräch miteinander Englisch die verbindende Sprache war. Da funktionierte die Geschichte weit besser. Und erstaunlicherweise war Ken Duken in der dt. Fassung natürlich sehr gut, in der engl. Fassung aber fast mesmerisch. Und der Abschluß eines Handlungsstranges war in der dt. Fassung mit Happy End, in der engl. Fassung aber eher tragisch. Ob sich das aber verallgemeinernd auf die Sichtweise engl. oder dt. Filmemacher anwenden läßt - ich weiß es nicht.

    Laconia



    Re: all things brontë

    Mme. O - 01.12.2011, 13:04


    Nuja, ganz unverkrampft sind deutsche Filme ja nie. Müssen sie ja auch nicht sein. Oder? Und haben auch kein unverkrampftes Verhältnis zur Geschichte. Was ja auch wirklich kein Wunder ist. Das weiße Band zählt ja aber wohl zu den gelungenen deutschen Periods. Holzhammer hin oder her, ich halte ihn eh für überinterpretiert. Auch eine Eigenschaft, diesmal des deutschen Publikums. Und dass man hier deutsche Filme allgemein für schlecht hält. Dumme Gewohnheit. Europäisches Kino hat schon längst das aus Hollywood überholt und mir ist es erst mal ziemlich schnuppe aus welchem Land denn ein Film nun kommt. Das Engländer ein gutes Händchen für Bronte und Austen haben und Frankreich eins für Barock und Revolution usw. und in Deutschland macht man halt ganz gute Heimatfilme.

    Das englische Essen soll übrigens wirklich total unterschätzt sein, hab ich gehört.

    Uuups! Mein Antwort bezog sich eher noch auf Bruki, bin aufgehalten worden und hab andere Antworten gar nich gesehen.
    Hast Recht Ulli
    Schöne Grüße an Euch, ich backe jetzt Linzertorten... Hmmmmm filmtechnisch gesehen... wären das die Buddenbrooks. ;-)



    Re: all things brontë

    Melisande - 01.12.2011, 22:21


    Mein Countdown für Jane Eyre läuft, spätestens Sonntagabend weiß ich ob Michael Fassbender Toby Stephens vom Thron stößt. Ich darfs mir sogar in OMU ansehen :hurra: (für OF reichts nicht).
    Welch ein Glück, dass ich in Berlin wohne. So und nun dürft ihr vor Neid erblassen.



    Re: all things brontë

    Ulli - 02.12.2011, 11:12


    Ich bin schon blass, blasser, am blassesten :suspekt: .



    Re: all things brontë

    Mme. O - 02.12.2011, 16:05


    Hrrrr! Und ich könnte - aber kann Abends nicht weg!
    *hufenscharrend*



    Re: all things brontë

    Adminette - 05.12.2011, 22:53

    jane eyre 2011
    für alle, dies noch nicht ins kino geschafft haben bzw. in deren kino es der film auch in der zweiten woche nach start noch nicht geschafft haben wird (hier, ich, ich... :-( ):

    bei der süddeutschen zeitung steht eine knuffige video-kritik online. obwohl ich jetzt bei einigen interpretationsansätzen ein lautes veto schmettern wollen würde. achja, und die ausschnitte lassen für die deutsche übersetzung nichts gutes ahnen. sowas doofes, geht nicht nur sämtliche eleganz der sprache flöten, die sich so gewählt in den film gerettet hat, auch alle zweischneidigkeit und damit ausdrücke von janes erstaunlich standfestem rückgrat, sind dahin, wie in der letzten gezeigten szene sichtbar. doof, das. dabei hat man sich bei dem shakespeare (anonymous) noch extra mühe gegeben. warum dann nie bei den schriftstellerinnen? austenfilme lassen sich in deutsch auch kaum genießen. außer rozemas mansfield park vielleicht. oder thompsons S&S.



    Re: all things brontë

    Mme. O - 06.12.2011, 15:20


    Ich fands TOLL!
    Auch ohne Feinfühligkeit in der Sprache. Die denk ich mir einfach dazu.
    Ich war schon froh, dass Rochester nicht "Sitz!" zu Jane (Pilot) gesagt hat. :aetsch:



    Re: all things brontë

    Adminette - 06.12.2011, 18:55


    uhoch. da mußt du jetzt schon noch mal n büschen mehr erzählen... bist doch sonst nicht so dreizeilig :eek:



    Re: all things brontë

    Mme. O - 06.12.2011, 19:18


    doch jetzt sogar nur einzeilig - ich renne gerade Richtung Kino - die mühle und das kreuz. *husch*



    Re: all things brontë

    Adminette - 06.12.2011, 19:47


    dass ihr euch schon alle vor weihnachten so überfuttern müßt, ist ungemein besorgnis erregend. was nur heissen will: pff. geht doch alle ins kino. nur weil hier keiner der ansatzweise spannenden film läuft, heißt dass ja nicht, dass ich keinen spaß haben kann. ess ich eben die nächste tafel zotterschokolade (dahin geht das geld in bar(r)en stücken), wer brauch schon popcorn, um die löcher inne zähne zu stopfen :wink:



    Re: all things brontë

    Melisande - 06.12.2011, 23:20


    So, nun bin ich wieder um eine Illusion ärmer. Nämlich, dass endlich mal ein Trailer hält was er verspricht. Ich war sowas von begeistert von dem Vorkucker - das war wahrscheinlich hinderlich, da zu erwartungsvoll.

    Pro:

    Kamera! Mia (gleicht einem Bildnis von Vermeer) und Michael (leider gar nicht meine Baustelle) und die ganze Schönheit der kargen Landschaft werden in so berauschenden Bildern eingefangen - das ist ein Augenfest.

    Story:
    Die Sache mit den Rückblenden ist ganz clever gemacht, allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass Leute die das Buch nicht kennen wirklich alles verstehen. Das Geheimnis unterm Dach war schön suspensig verfilmt, toppt alle anderen Versionen die ich kenne (immerhin 5)

    MF´s Stimme - WOW!!

    Contra:

    Nachdem ich die Story nun schon mitsingen kann, steht und fällt die Sache einer neuerlichen Version mit der Chemie zwischen den Schauspielern und da muss ich leider sagen - Nada,null,niente (in meinen Augen!!)

    Ich hatte den Eindruck, dass Jane (Mia) eher abgestoßen als verliebt in Rochester (Michael)war. Sie bieten sich bei den Wortgefechten bestens Paroli aber die romantischen Szenen hab ich schon weit besser gesehen. (Die Schlußszene -ne ne, ging gar nicht, MF als Abraham Lincoln aus den Flammen aufgestiegen - die gute Mia sah nicht begeistert aus den Zottelbart zu küssen). Ehrlich gesagt kann ichs ihr nicht verdenken. MF (ich hatte es ja schon erwähnt) ist so gar nicht mein Fall und mir direkt ein wenig unheimlich (und wer hat dem Mann nur die Push up Hosen angezogen?, war ja direkt auffällig wie oft der sich über eine Brüstung/Fensterbrett hängen mußte :prust: ).

    Für mich also definitiv kein Schwärmpotential, Toby und froggy Ruth dürfen auf dem Thron sitzen bleiben.

    P.S. Der SD Videorezensent ist ja so was von intellektuell (Frauen hinter Gittern, Jane wird von Rochester mißhandelt???) :rofl:



    Re: all things brontë

    Bruki - 07.12.2011, 21:18


    Melisande hat folgendes geschrieben: froggy Ruth
    :hurra: willkommen im Club :hurra:

    Melisande hat folgendes geschrieben: Der SD Videorezensent ist ja so was von intellektuell (Frauen hinter Gittern, Jane wird von Rochester mißhandelt???) :rofl:
    Yep, Rochester attackiert als sie ihn abweist Jane Eyre...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Adminette - 07.12.2011, 21:27


    Melisande hat folgendes geschrieben: Nachdem ich die Story nun schon mitsingen kann, steht und fällt die Sache einer neuerlichen Version mit der Chemie zwischen den Schauspielern und da muss ich leider sagen - Nada,null,niente (in meinen Augen!!)

    Ich hatte den Eindruck, dass Jane (Mia) eher abgestoßen als verliebt in Rochester (Michael)war. Sie bieten sich bei den Wortgefechten bestens Paroli aber die romantischen Szenen hab ich schon weit besser gesehen. (Die Schlußszene -ne ne, ging gar nicht, MF als Abraham Lincoln aus den Flammen aufgestiegen - die gute Mia sah nicht begeistert aus den Zottelbart zu küssen).

    an der schlusszene hab ich jetzt nichts ausszusetzen. wenn du auf weitere szenen, wie eben die auf das brennende bett folgende anspielst, würde ich meinen: hier und bei anderer gelegenheit war diese abstoßung absicht. das ist das, was ich mit diesem 'zerrissenheit zwischen hingabewillen und intuitivem zurückschrecken' meine. so würgt sie den recht plötzlich, wenn auchh verständlicher weise zudringlich werdenden rochester mit einem vielsagenden "i'm cold" kurzerhand und geistesgegenwärtig ab, muss sich nach geschlossener zimmertür aber auch erstmal wieder sammeln. usw.

    Zitat: (und wer hat dem Mann nur die Push up Hosen angezogen?, war ja direkt auffällig wie oft der sich über eine Brüstung/Fensterbrett hängen mußte :prust: ).

    der contra-punkt geht eindeutig an dich. push-up-hosen. :kreuz: uhh. die pure existenz eines solchen mittels muss ich erstmal verdauen. ganz abgesehen davon, dass die szene als eine der wenigen, wenn nicht einzige (imo) definitiv schrottiger als schrottig war. schon, wie er das nachthemd aufnimmt, innehält und weiter zum fensterspringt. unstimmig!

    Zitat: MF (ich hatte es ja schon erwähnt) ist so gar nicht mein Fall und mir direkt ein wenig unheimlich. Für mich also definitiv kein Schwärmpotential, Toby und froggy Ruth dürfen auf dem Thron sitzen bleiben

    ich bin zwar gewöhnlich ein fan von munteren vergleichen, aber ich glaube hier würde ich ausnahmsweise auch mal einen klar trennenden cut zwischen kinofilm und TV-serie machen wollen. das ursympathisch-herzige TV-gespann wilson/stephens würde sich in dem ernsthaft-melancholischen film auch wie ein fremdkrörper ausnehmen. klar will man mit fassbender wie auch mit seinem rochester wohl eher nicht freiwillig tee/bier/scotch trinken gehen. aber toby stephens rochester ist auch bei leibe noch zu putzig, oberflächlich knurrig und allgemein liebenswert, um wirklich als bedrohter und bedrohlicher mann für voll genommen zu werden, was meiner meinung nach rochester, wie er im buche steht, aber ist. oder wies in ullis link oben so schön geschrieben steht:

    Er - einer auf Messers Schneide, ein gefährlicher, gefährdeter Charakter, sprunghaft, erotisch, einer, der sich eine Maske aus Zynismus übergezogen hat, durch die wahre Gefühle ähnlich lange brauchen, bis sie sichtbar, lesbar werden

    und da ist der fassbender nun wirklich ganz nah dran, ach was, drinne.

    zum schwärmen, was meines erachtens nicht das ist, worauf es der film angelegt hat, muss also zwangsläufig susannah whites/sandy welch's jane eyre in den player :wink: ein hoch auf die umtriebige BBC ;D



    Re: all things brontë

    Mme. O - 07.12.2011, 22:10


    yep Anna...mal davon abgesehn, dass auch die Dialoge in der wilson/stephens TV Fassung ehr auf putzig gemacht sind. Oder?
    *Nur mal so kurz dreizeilig dazwischenlaber auf dem Weg ins Bett* Selbst die Gothikszenen warem dort irgendwie putzig und aufgeklebt, die wirken hier auch irgendwie unaufgesetzter.
    Also: Wunderschöne Kamera, tolle Kostüme…Arrangements zum Schwelgen, kräftige, aber nicht holprig wirkende Gothikelemente, famoser erfrischender Rückblendekniff, Dialoge + Spiel eher zurückhaltend und ernsthaft und deshalb gut. Das Gesicht von Mia W. wurde etwas herber gemacht... war natürlich trotzdem sehr hübsch - aber was solls, sie war erwachsen. Als Alice damals beileibe nicht. Und ICH hätte Fassbender gern geküsst.Auch mit der ganzen Schamhaarbehaarung im Gesicht. ;-p
    *lach* aber eben, er ist ja gar ncht zum Küssen da. Und wie er sich plusterig das Nachthemd in die Hose steckte? War da der Push up? An der Chemie hatte ich nichts auszusetzen.

    Ich fand den leidenschaftlichen Kuss nach dem Antrag scheusslich. Ich hätte lieber den lachend-leidenschaftlichen Abschiedskuss später an der Treppe akzeptiert, und eher einer gerde überumpelten Eyre zugetraut. Früher nicht. Geschmacksache.

    Findet Ihr eigentlich echt, dass man sich bei Anonymous extra Mühe gegeben hat?



    Re: all things brontë

    Adminette - 07.12.2011, 22:20


    Mme. O hat folgendes geschrieben: Und wie er sich plusterig das Nachthemd in die Hose steckte? War da der Push up?

    yuck! wie kannst du nur sowas fragen! das da, bei 1:40, is das gar grausliche teil.

    Zitat: ... und eher einer gerde überumpelten Eyre zugetraut. Früher nicht. Geschmacksache.

    war sicher nur eine falsche taste im weg, aber ich kann mir darauf gerade keinen reim machen, was meinst du damit?

    Zitat: Findet Ihr eigentlich echt, dass man sich bei Anonymous extra Mühe gegeben hat?

    und damit??? also, ja schon, bei den stadtansichten... :engel:



    Re: all things brontë

    Mme. O - 07.12.2011, 22:44


    Uhh Tchibowebung erstamal...

    nuja: 1:40 Hose IST grauslich. Ist mir auch gleich aufgefallen. Gar schröcklich. Gothik halt.


    ich meine die GERADE eben unter dem Baum überumpelte Jane hätte sich noch nicht getraut noch so empfunden, gleich so leidenschaftlich zu küssen. Das war für mich übertrieben. Der heftige Gefühlsüberschwang verbunden mit waisenhaus-männerlos-unterdrückter Jungfrau zu dieserZeit lädt nicht zu solchem Kusse ein.

    Anonymous: Bei den Stadtansichten! Danke, dass Dus auch so siehst! Und bei den wunderschön auf weißem Papier in Schönschrift ankündigten Stücken, bei deren Ankündigung es dann leider bleibt, oder? *schnarch*



    Re: all things brontë

    Melisande - 07.12.2011, 23:11


    1:40 - :rofl: Habe ich mich doch nicht geirrt und war nicht die Einzige. Das ist nicht Gothik sondern künstlich. :prust:

    Und froggy Ruth liebe ich (und ihre Schnute), das froggy war doch nurn Zitat (Tssss). Mag sein dass die TS/RW Version putzig ist, ich finde sie herzwärmlichst :lol: und seit dem ich "The Tennant auf Wildfell Hall" gesehen habe bin ich ein erklärter TS-Fan.

    Das bei der neuen der Fokus anders gesetzt ist ist mir klar, nur leider nehme ich den beiden einfach keine Leidenschaft ab (Bitte mal 1:00 (Handsome); 1:10 ansehen, wenn MF sagt "you transfix me" - würde mich nicht wundern wenn ihm da Rauch aus der Nase quellen würde, also ich würd mich gruseln :kreuz: und Jane sieht auch echt bedeppert aus bei der Begegnung). Das Problem ist, Rochester spielt so eindringlich den Unsymphaten - wann soll sich Mia in ihn verliebt haben?

    Nehmt mir bitte meine Respektlosigkeit nicht übel, beide sind tolle Schauspieler nur leider passen sie imho nicht zusammen.

    P.S. Wie gefällt euch eigentlich Billy Elliot als Flußbursche?



    Re: all things brontë

    Melisande - 07.12.2011, 23:15


    Bruki hat folgendes geschrieben:

    Yep, Rochester attackiert als sie ihn abweist Jane Eyre...

    Bruki :bruki:

    Du meinst (TS) aufm Bett? :prust:



    Re: all things brontë

    Adminette - 08.12.2011, 00:28


    Melisande hat folgendes geschrieben: Und froggy Ruth liebe ich (und ihre Schnute), das froggy war doch nurn Zitat (Tssss). Mag sein dass die TS/RW Version putzig ist, ich finde sie herzwärmlichst :lol: und seit dem ich "The Tennant auf Wildfell Hall" gesehen habe bin ich ein erklärter TS-Fan.

    putzig ist auch nur eines meiner synonyme für eben das herzerwärmlichste - wobei, wie gesagt, ich nicht unbedingt aus gründen der so naheliegenden herzerwärmung zu carly brontes jane eyre greifen würde. der ruth schaue ich bei so ziemlich jeder ihrer rollen, eigentlich allen, die ich kenne, mit äußerstem vergnügen zu. letzthin gefällt sie mir als eiskaltclevere killerin (luther) oder gestrandes it-girl und intellektuelle (capturing mary/a real summer) aber jetzt gerade am besten. und stephens find ich als schiefe arien-schmetterenden russen (onegin) immer noch stellar.

    Zitat: nur leider nehme ich den beiden einfach keine Leidenschaft ab (Bitte mal 1:00 (Handsome); 1:10 ansehen, wenn MF sagt "you transfix me" - würde mich nicht wundern wenn ihm da Rauch aus der Nase quellen würde, also ich würd mich gruseln :kreuz: und Jane sieht auch echt bedeppert aus bei der Begegnung).

    naja. siehe unten. ich finde die brüske art und weise des unvermittelt aufgenommenen flirts, in dem er sich auch gar nicht erst beirren läßt, schon prima eingefangen - und wirksam. (you're blushing, miss eyre) das bedröppelt ebenso, wie es anregt und aus der reserve lockt. mag daran liegen, dass man/ich bei all dem ironisierenden und damit distanzierenden gesprächen heute, so beharrlich/bedrohlich zum punkt verfolgte redner schwerlich findet, was also als exotisch umso anziehender wirkt. und: klar sieht sie bedäppert aus, geht sie doch theoretisch von miss ingram als braut aus, während ihr ihre intuition, der sie offensichtlich nicht über den weg traut, was ganz anderes eingibt. übrigens finde ich an genau der szene sehr eindrucksvoll, was wasikowska schauspielerisch alles aus dem angeblich subordinaten "yes, sir" rausholen kann. wenn er anfängt, von der befremdlichen nacht mit mason zu faseln und sie ihre ungeduld mit seiner ganzen geheimniskrämerei kaum verbergen kann. :rofl:

    Zitat: Das Problem ist, Rochester spielt so eindringlich den Unsymphaten - wann soll sich Mia in ihn verliebt haben?

    ja gut. kann ich nachvollziehen. da ists dann einfach der unabänderliche nachteil, für das besondere charisma des herrn schlicht nicht empfänglich zu sein. das entscheidet sich eben bei jedem menschen im augenblick. und mit dem ergebnis steht und fällt die rolle offenbar. ich finde zwar auch, dass ein wenig mehr des ungefragt daherredenden charmes, den stephens im überfluss mitbringt, nicht schlecht getan hätte (dass das bei fassbender jedoch etwas unstimmig wirkt, zeigt die nicht ganz umsonst geschnittene szene, in der rochester sich zu adeles herkunft äußert), aber für die etwas unwillkommen wirkende anziehungskraft fassbenders bin ich halt ansprechbar und dann paßts :wink:

    Zitat: P.S. Wie gefällt euch eigentlich Billy Elliot als Flußbursche?

    :prust:

    tihi. biste also auch ein erklärter genießer der deutschen tonfassung. nun. ich kann mit dem flußburschen im allgemeinen nicht viel anfangen, da kann man dann auch als jamie bell nicht so sehr viel überraschend neues rausholen. obwohl er, wie alle charaktäre im film, mit schnellen strichen genau skizziert wurde. so kurz angebunden, auf den punkt und "fierce", wie st john sein sollte, aber bislang selten/garnicht zu sehen war. da reicht der kleine seitenblick auf seine sprudelnde schwester, der auf ihre begeisterung für alle falschen attraktionen seiner predikt zum falle babels folgt...

    aber ich bin ein großer fan des wütenden tanzburschen (und seines ebenso wütenden, wenn vielleicht auch weniger talentierten bruders) und bin schon vorher angenehm erstaunt, was aus ihm geworden ist. auf der leinwand oder hand in hand mit hut und evan rachel wood.



    Re: all things brontë

    Adminette - 08.12.2011, 00:36


    Mme. O hat folgendes geschrieben: Uhh Tchibowebung erstamal...

    tschibo-werbung?? :idee: hat das was mit geknackten kaffeebohnen zu tun?

    Zitat: Anonymous: Bei den Stadtansichten! Danke, dass Dus auch so siehst! Und bei den wunderschön auf weißem Papier in Schönschrift ankündigten Stücken, bei deren Ankündigung es dann leider bleibt, oder? *schnarch*

    also meinen professionell-dezidierten ( :anonym: ) senf dazu gabs hier, falls du das meinst.



    Re: all things brontë

    Ulli - 08.12.2011, 12:08


    Ach Kinners! Euer Für- und Widergeplänkel macht mich sowas von stinkig, weil ich noch warten muß.... Immerhin weiß ich jetzt, daß meine Sorge um Michael Fassbender umsonst war, daß er zu romantisch-leicht rüber kommt. Schließlich besteht sein Reiz (für mich) nicht zuletzt darin, daß er gefährlich wirken kann, ganz und gar unliebenswürdig und man/ich trotzdem am Angelhaken hängt, weil auch immer wieder Empfindsamkeit und Leidensfähigkeit druchdringt.



    Re: all things brontë

    Bruki - 08.12.2011, 14:18


    Melisande hat folgendes geschrieben: Bruki hat folgendes geschrieben: Yep, Rochester attackiert als sie ihn abweist Jane Eyre...
    Du meinst (TS) aufm Bett? :prust:
    Nope - und auch nicht da wo er ihr am Po tatscht :suspekt: ... ich sprach vom Buch :engel: ...

    Bruki :bruki:

    PS: Ich glaub, das ist immer so der Irrtum bei modernen Leser(innen), dass sie sowohl "Jane Eyre" als auch Emilys "Wuthering Heights" für Liebesromancen halten... wo es doch in beiden eigentlich um die getreue Beschreibungen von Soziopathen geht (und da ist Emily wieder um längen besser drin als Charlotte)... Ich meine, was ist von einem Mann zu halten, der seine Ehefrau auf dem Dachboden einsperrt, und der versucht, ein junges Mädchen zu seiner Hure zu machen, indem er ihr einen gefakten Heiratsantrag macht und dabei "vergisst", die Tatsache zu erwähnen, dass er schon verheiratet ist?



    Re: all things brontë

    Melisande - 08.12.2011, 20:56


    Bruki hat folgendes geschrieben: Melisande hat folgendes geschrieben: Bruki hat folgendes geschrieben: Yep, Rochester attackiert als sie ihn abweist Jane Eyre...
    Du meinst (TS) aufm Bett? :prust:
    Nope - und auch nicht da wo er ihr am Po tatscht :suspekt: ... ich sprach vom Buch :engel: ...

    Bitte Textstelle!


    Zitat: PS: Ich glaub, das ist immer so der Irrtum bei modernen Leser(innen), dass sie sowohl "Jane Eyre" als auch Emilys "Wuthering Heights" für Liebesromancen halten... wo es doch in beiden eigentlich um die getreue Beschreibungen von Soziopathen geht

    Gut, dass du mit der modernen Leserin nicht mich meinst :wink:

    Also was "Wuthering Hights" angeht stimme ich dir mit den Soziopathen zu. In Jane Eyre sehe ich das differenzierter. Das ist sicher keine reine Liebesromanze (obwohl der Plot ja wohl eher einer Schmonzette gleicht, nur dass die Charaktäre eben den Unterschied machen) aber es geht in meinen Augen doch um etwas anderes als die Zeichnung von absonderlichen Typen: Freund- und Seelenverwand-schaft/Selbstbehauptung trotz eines gewissen Hangs zum Masochismus/ Leidenschaft/das Gefühl des Abgetrenntseins und das verzweifelte Bedürfnis "erkannt zu werden"/ innerliche Schönheit/ negative Rückkopplung von Zynismus, das sind für mich die stärksten Motive im Roman.

    Zitat: was ist von einem Mann zu halten, der seine Ehefrau auf dem Dachboden einsperrt, und der versucht, ein junges Mädchen zu seiner Hure zu machen, indem er ihr einen gefakten Heiratsantrag macht und dabei "vergisst", die Tatsache zu erwähnen, dass er schon verheiratet ist?

    Umstände und Motiv führen ja wohl zur Begnadigung :roll:



    Re: all things brontë

    Melisande - 08.12.2011, 21:02


    Ulli hat folgendes geschrieben: ...trotzdem am Angelhaken hängt, weil auch immer wieder Empfindsamkeit und Leidensfähigkeit druchdringt.

    Eben das kam für mich nicht wirklich überzeugend rüber, aber ich gebe zu, dass die düstere Seite von Michael Fassbender/Rochester bestens zum Vorschein kommt und näher am Buch ist als Toby Stephens Version.

    Anna hat folgendes geschrieben: aber ich bin ein großer fan des wütenden tanzburschen

    Billy Elliot war einer meiner Lieblingsfilme (ist so herrlich englisch, habe ich erwähnt das das Tanzen eine meiner Leidenschaften ist?)

    Als Rivers hat er mich nicht ganz so überzeugt aber das liegt wohl an meinem inneren Bild (ist geprägt von der Version mit Timothy Dalton, so wie Andrew Bicknell habe ich mir den Mann immer vorgestellt)

    Oh my Lord, ich habe gerade Trailer-Ausschnitte von "Shame" gesehen, in diesem Film scheint er (Michael Fassbender) mehr als überzeugend zu sein - mesmerisch triffts! :ohhhh:

    ADMINEDIT: nicht wundern, ich habs mal ein wenig zusammengeschoben. is aber inhaltlich und förmlich noch alles da.



    Re: all things brontë

    Bruki - 08.12.2011, 22:13


    Melisande hat folgendes geschrieben: Bruki hat folgendes geschrieben: Melisande hat folgendes geschrieben: Bruki hat folgendes geschrieben: Yep, Rochester attackiert als sie ihn abweist Jane Eyre...
    Du meinst (TS) aufm Bett? :prust:
    Nope - und auch nicht da wo er ihr am Po tatscht :suspekt: ... ich sprach vom Buch :engel: ...
    Bitte Textstelle!
    Naja, er macht es wie jeder Schlappschwanz, der einer Frau Gewalt antun will: Er "warnt" sie vorher, Ihren Unsinn aufzugeben, bevor er ihr eine langt:

    Zitat: "Jane! will you hear reason?" (he stooped and approached his lips to my ear); "because, if you won't, I'll try violence." His voice was hoarse; his look that of a man who is just about to burst an insufferable bond and plunge headlong into wild license.

    Und nachdem Jane keine "Vernunft" anzunehmen gewillt ist, geht er zur körperlichen Gewalt über:

    Zitat: His fury was wrought to the highest: he must yield to it for a moment, whatever followed; he crossed the floor and seized my arm and grasped my waist. He seemed to devour me with his flaming glance... My eye rose to his; and while I looked in his fierce face I gave an involuntary sigh; his gripe was painful, and my over-taxed strength almost exhausted.

    ... und wie immer in solchen Fällen: Am Ende ist sie selber schuld, dass er sie attackiert:

    Zitat: "Never," said he, as he ground his teeth, "never was anything at once so frail and so indomitable. A mere reed she feels in my hand!" (And he shook me with the force of his hold.)

    ("Jane Eyre" Kapitel 27)

    ... und nun stell Dir mal Mr. Darcy vor, den Elizabeth gerade mit ihrem geschliffenen Wit von oben bis unten aufgeschlitzt hat, sein Herz rausgerissen und darauf herumtrampelt... Stößt der wilde Drohungen aus? Grapscht sie grob am Arm und schüttelt "Verstand" in die arme irregeleitete Elizabeth? - Nope, er glüht zwar weiß vor Wut, aber er zieht sich anständig zurück, wie es sich gehört... dito Mr. Knightley and so on... bring mir mal einen von Jane Austens Helden, der sich so schlappschwänzig verhält wie Mr. Rochester!

    Melisande hat folgendes geschrieben: Bruki hat folgendes geschrieben: was ist von einem Mann zu halten, der seine Ehefrau auf dem Dachboden einsperrt, und der versucht, ein junges Mädchen zu seiner Hure zu machen, indem er ihr einen gefakten Heiratsantrag macht und dabei "vergisst", die Tatsache zu erwähnen, dass er schon verheiratet ist?
    Umstände und Motiv führen ja wohl zur Begnadigung :roll:
    Oh, ich hab noch vergessen zu erwähnen, dass er sich nicht mal geniert, weiter zu insistieren, nachdem er bereits erwischt wurde...

    Ansonsten - für mich ist Charlotte Bronte die erste echte radikal-feministische Schriftstellerin: Sie entmannt ihren "Helden" bevor er die Heldin bekommt... wobei insgesamt an allen männlichen Charakteren in "Jane Eyre" nicht viel dran ist, was einer Frau wie Jane Eyre attraktiv erscheinen sollte... Miss Charlotte Bronte hatte wohl ein eher verzerrtes Bild von einem "Helden", ist man geneigt anzunehmen...

    Und nun warte ich auf Deine Textbelege :wink: ...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Melisande - 08.12.2011, 23:18


    Bruki hat folgendes geschrieben: bring mir mal einen von Jane Austens Helden, der sich so schlappschwänzig verhält wie Mr. Rochester!


    Nichts leichter als das: Edward Ferrars. Der kuscht vor seiner Mutter, trifft hormongesteuert eine Lucy-Fehlentscheidung, hat dann die Nerven sich an den Rockzipfel von Elinor zu hängen aber nicht den (wie auch immer ausgestatteten) Hintern in der Hose, ihr von seiner Jugendsünde zu erzählen. Noch dazu ist er auch noch ein Heuchler, trägt er doch Lucys Haar an der Hand obwohl er selbiges wohl am liebsten das Klo runter gespült hätte (wenns denn eines gegeben hätte). Als die ganze Sache mit seiner Jugendsünde auffliegt, beugt er sich lieber den gesellschaftlichen Konventionen und wird dafür auch noch bejubelt und beweint. Da muss erst Lucy Nägel mit Köpfen machen, um ihm zu seinem persönlichen Glück zu verhelfen. Der mußte nicht entmannt werden, der war nie einer :rofl:

    Für die anderen "Beweise" brauche ich ein bisschen Zeit, werden aber im mausigen Abteil nachgeliefert.



    Re: all things brontë

    Ulli - 09.12.2011, 12:55


    Mir fiel als erstes Edmund Betram ein, der auf den ersten Blick wie ein treuer Freund von Fanny (und einziger aufrechte Mensch der Familie Bertram) wirkt, statt dessen jedoch sein Bild von Fanny immer so hin- und herschiebt, wie es ihm gerade gefällt. Hormongesteuert ist er betreffs seiner zeitweiligen Vorliebe für Mary Crawford auch.

    Und wenn man es genau nimmt, ist auch Mr. Bingley ein ziemliches (wenn auch nettes) Weichei. Läßt sich von seinen beiden dominanten Schwester ständig überstimmen (und hat sie vor allem immer und ständig in der Nähe), traut auch seinem ebenfalls recht autokratischen Freund bedingungslos, statt einfach mal selbst Beobachtungen anzustellen und dann Entscheidungen zu treffen.



    Re: all things brontë

    Bruki - 09.12.2011, 15:17


    Melisande hat folgendes geschrieben: Bruki hat folgendes geschrieben: bring mir mal einen von Jane Austens Helden, der sich so schlappschwänzig verhält wie Mr. Rochester!

    Nichts leichter als das: Edward Ferrars. Der kuscht vor seiner Mutter, trifft hormongesteuert eine Lucy-Fehlentscheidung, hat dann die Nerven sich an den Rockzipfel von Elinor zu hängen aber nicht den (wie auch immer ausgestatteten) Hintern in der Hose, ihr von seiner Jugendsünde zu erzählen. Noch dazu ist er auch noch ein Heuchler, trägt er doch Lucys Haar an der Hand obwohl er selbiges wohl am liebsten das Klo runter gespült hätte (wenns denn eines gegeben hätte). Als die ganze Sache mit seiner Jugendsünde auffliegt, beugt er sich lieber den gesellschaftlichen Konventionen und wird dafür auch noch bejubelt und beweint. Da muss erst Lucy Nägel mit Köpfen machen, um ihm zu seinem persönlichen Glück zu verhelfen. Der mußte nicht entmannt werden, der war nie einer :rofl:
    Ich merke schon, ich habe oben den Fehler gemacht, Edward Ferrars und Edmund Bertram nicht in die Reihe der männlichen Helden Jane Austens einzureihen... und ihr nutzt natürlich gleich die Gelegenheit aus den beiden Karrikaturen zu machen, um euren Punkt zu belegen :wink: ...

    Ich bitte, aber um mir die Mühe der Widerlegung anhand des Textes zu ersparen (ich bin nicht mehr so blöde mich von euch vor euch hertreiben zu lassen), um Belege dafür,

    1. dass Edmund Ferrars vor seiner Mutter "kuschte",
    2. den Rockzipfel zu finden, an dem Edmund angeblich hing,
    3. Belege für seine Geschwätzigkeit aufzuzeigen (die erklären würden, warum es verdammenswert war, dass er seine "geheime Verlobung" nicht überall herumposaunte),
    4. dass er das Haar Lucys nicht freiwillig in seinem Ring trug,
    5. die "gesellschaftliche Konvention" ein einmal gegebenes Versprechen gegenüber einem armen Mädchen einzuhalten so verdammenswert ist, dass Jane Austen ihn "bejubeln und beweinen"(?) lassen muss...

    Wie schon erwähnt, er ist ein Mann, der auch dann zu seinem gegebenen Wort steht, wenn es für ihn persönlich nicht mehr von Vorteil ist... der seine Familie achtet und seine Mutter, auch wenn diese ein Tyrannin ist, --- und erst als sein Gewissen und Charakter es ihm nicht mehr erlauben, legt er sich mit ihr an - und nicht zu knapp - bis zum Bruch mit seiner Familie geht er, wenn ich mich nicht irre :wink:)... Er ist so ehrenhaft/männlich, dass er sogar sein Glück dafür zu opfern bereit ist...

    Da ist wohl eher Rochester schwanzgesteuert als der arme gebeutelte Edward...

    ... und über den gutherzigen Edmund, sach ich jetzt erstmal gar nix... ebenso den noch gutherzigeren Mr. Bingley... Freundschaft und Familie scheinen für euch nicht zu gelten... --- aber das Ulli hat mich mit Mansfield Park schon zu oft gefrozzelt, als dass ich darauf noch reinfalle :aetsch: ... aber ok, wenn Du mir eine einzige Szene bringst, in der sich Edmund Betrtram oder Mr. Bingley gegenüber irgendeinem weiblichen Wesen so brutal verhält wie dieser Rochester in der obigen Szene, bin ich bereit anzuerkennen, dass Jane Austen keine begnadete Gestalterin männlicher Charaktere war...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Mme. O - 09.12.2011, 15:18


    Hach! Das macht Spaß! Weiter so! Herrlich...



    Re: all things brontë

    Ulli - 09.12.2011, 15:59


    Bruki hat folgendes geschrieben:
    ... und über den gutherzigen Edmund, sach ich jetzt erstmal gar nix... ebenso den noch gutherzigeren Mr. Bingley... Freundschaft und Familie scheinen für euch nicht zu gelten... --- aber das Ulli hat mich mit Mansfield Park schon zu oft gefrozzelt, als dass ich darauf noch reinfalle :aetsch: ... aber ok, wenn Du mir eine einzige Szene bringst, in der sich Edmund Betrtram oder Mr. Bingley gegenüber irgendeinem weiblichen Wesen so brutal verhält wie dieser Rochester in der obigen Szene, bin ich bereit anzuerkennen, dass Jane Austen keine begnadete Gestalterin männlicher Charaktere war...

    Bruki :bruki:

    Also erstens habe ich Fanny Price zwar nicht zu meinem Liebling erklärt, aber wenn Du einen Blick in unseren früheren Group read werfen würdest, wüßtest Du, daß ich ihr immerhin mittlerweile Respekt zolle, wohingegen in dem Maße, wie dieser Respekt gewachsen ist, das Mißvergnügen über Edmunds Qualitäten als Freund und Mann wuchs. Gutherzig! Und ich dachte schon, Fanny hätte in Dir einen zuverlässigeren Verehrer als Edmund :shock: !

    Inwieweit Jane Austen und Charlotte Bronte Kennerinnen männlicher Charaktere sind, nun ja. Das wäre in etwa so, als wenn man Stefan Zweig Einfühlungsvermögen in die weibliche Psyche unterstellte. Aber immerhin wird auch heute noch behauptet, daß Männer und Frauen auf unterschiedlichen Planeten wachsen.

    Ich kann mich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, daß immer dann, wenn ein weibliches Wesen keinen astreinen Helden produziert, Du Ihr quasi umgekehrten Chauvinismus vorwirfst. Während - um bei Jane Austen zu bleiben - in der ET-Fassund von "S&S" die Männer meines Erachtens teils sogar netter bzw. charmanter dargestellt sind als im Buch und auch die berüchtigte MP-Variante mit einem deutlich weniger falschen Edmund als im Original aufwartet und auch Tom zum Schluß noch ehrenwert erklärt wird, wirfst Du beiden Varianten Männerfeindlichkeit vor. Dabei scheint mir eher die literarische Quelle männerfeindlich zu sein, denn dort sind einige der Herren weniger wohlwollend beschrieben.


    Und nie, nie im Leben würde ich mir auch nur erlauben, Dich zu frozzeln :panic: !



    Re: all things brontë

    Ulli - 09.12.2011, 16:13


    Melisande hat folgendes geschrieben: Bruki hat folgendes geschrieben: bring mir mal einen von Jane Austens Helden, der sich so schlappschwänzig verhält wie Mr. Rochester!


    Nichts leichter als das: Edward Ferrars. Der kuscht vor seiner Mutter, trifft hormongesteuert eine Lucy-Fehlentscheidung, hat dann die Nerven sich an den Rockzipfel von Elinor zu hängen aber nicht den (wie auch immer ausgestatteten) Hintern in der Hose, ihr von seiner Jugendsünde zu erzählen. Noch dazu ist er auch noch ein Heuchler, trägt er doch Lucys Haar an der Hand obwohl er selbiges wohl am liebsten das Klo runter gespült hätte (wenns denn eines gegeben hätte). Als die ganze Sache mit seiner Jugendsünde auffliegt, beugt er sich lieber den gesellschaftlichen Konventionen und wird dafür auch noch bejubelt und beweint. Da muss erst Lucy Nägel mit Köpfen machen, um ihm zu seinem persönlichen Glück zu verhelfen. Der mußte nicht entmannt werden, der war nie einer :rofl:

    Für die anderen "Beweise" brauche ich ein bisschen Zeit, werden aber im mausigen Abteil nachgeliefert.

    Edward sehe ich etwas anders. Jugendsünde hin oder her (wer hat die nicht im Lebenslauf?), immerhin ist er absolut loyal. Er mag zwar ein Langweiler sein, aber er ist eine treue Seele bis zur Selbstaufgabe. Gerade im Vergleich zu Willoubhys Verhalten, der sich ja in einer vergleichbaren Position befindet, schneidet er geradezu heldenhaft ab. Auch wenn ich natürlich heilfroh bin, daß dadurch Brandon an seine Holde kommt.



    Re: all things brontë

    Bruki - 09.12.2011, 18:22


    Ulli hat folgendes geschrieben: Gutherzig! Und ich dachte schon, Fanny hätte in Dir einen zuverlässigeren Verehrer als Edmund :shock:!
    Den Sprung kann ich nicht ganz nachvollziehen... Wenn Fanny's Loveinterest Edmund runtergemacht wird, werd ich ja wohl der kleinen Fanny zur Seite springen und sie vor den ungerechten Anwürfen verteidigen dürfen :suspekt:... Obwohl sie das natürlich selbst viel besser und beredter tun könnte :wink: ...

    Ulli hat folgendes geschrieben: Inwieweit Jane Austen und Charlotte Bronte Kennerinnen männlicher Charaktere sind, nun ja.
    Das ist Kulturrelativismus :blll: -- Wie kannst Du es wagen Jane Austens und Charlotte Brontes Helden gleichzusetzen? :zeter: ... Wo bleibt eigentlich Julia, wenn man sie mal braucht? :suspekt: :engel:

    Ulli hat folgendes geschrieben: Das wäre in etwa so, als wenn man Stefan Zweig Einfühlungsvermögen in die weibliche Psyche unterstellte.
    ... oder Flaubert? ... oder Fontane? ... oder Henry James?

    Aber lass mal Charlotte Bronte als Männerkennerin außen vor, sie hatte wahrscheinlich in ihrer Jugend eher mit männlichen Randgestalten zu tun und später unter ihrer broodigen Fantasie bezüglich Männer nicht zu knapp gelitten...

    Ulli hat folgendes geschrieben: Aber immerhin wird auch heute noch behauptet, daß Männer und Frauen auf unterschiedlichen Planeten wachsen.
    Seit wann wird das behauptet? ... und kann man daraus schlussfolgern, dass männliche Verhaltensweisen den weiblichen irgendwie nachrangig oder unterlegen sind?

    Ulli hat folgendes geschrieben: Ich kann mich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, daß immer dann, wenn ein weibliches Wesen keinen astreinen Helden produziert, Du Ihr quasi umgekehrten Chauvinismus vorwirfst.
    Nope, denn sonst würde ich Jane Austen hassen wie die Pest... die grauslichsten Mannsbilder hat ja wohl sie produziert, oder? :wink: Aber Jane Austen hat es nie für nötig befunden, eine ihrer weiblichen Heldinnen mit albernen Tiefschlägen in männliche Genitalien zu erhöhen oder jemandem wie Edward Ferrars darüber zu belehren, wie ungerecht die Welt sei, da das Geld "per Gesetz" immer in den Händen der Männer sei (wie Emma Thompson :kreuz: es tat)...

    Ulli hat folgendes geschrieben: Während - um bei Jane Austen zu bleiben - in der ET-Fassung von "S&S" die Männer meines Erachtens teils sogar netter bzw. charmanter dargestellt sind als im Buch und auch die berüchtigte MP-Variante mit einem deutlich weniger falschen Edmund als im Original aufwartet und auch Tom zum Schluß noch ehrenwert erklärt wird, wirfst Du beiden Varianten Männerfeindlichkeit vor.
    Na ja, was soll ich sagen, ich bin eben ein altmodischer Mensch und in vielen Fragen ist die Zeit über mich hinweggegangen... und ich stimme Dir zu: ein weinerlich jammerndes Weichei oder ein sadistischer Sklaventreiber ist heute als männliches Rollenmodell sicher besser angesehen als die altmodischen männlichen Charaktere Jane Austens...

    Ulli hat folgendes geschrieben: Dabei scheint mir eher die literarische Quelle männerfeindlich zu sein, denn dort sind einige der Herren weniger wohlwollend beschrieben.
    Yep, Jane Austen hat Männer gehasst oder nicht verstanden? Was denkst Du? ... aber wenigstens waren ihre Helden keine Hurenböcke oder schlappschwänzige Frauenhasser... und wenn ihr so einer im Laufe der Handlung ihrer Romane unterkam, denn wurde er auch als Schlappschwanz, Großmaul, Lügenbold und Dummschwätzer dargestellt... und nicht mit Fanny Price oder Elizabeth Bennet verheiratet...

    Ulli hat folgendes geschrieben: Und nie, nie im Leben würde ich mir auch nur erlauben, Dich zu frozzeln :panic: !
    Du kannst es nicht lassen, he? :aetsch:

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Melisande - 09.12.2011, 22:43


    Bruki hat folgendes geschrieben:
    Ich merke schon, ich habe oben den Fehler gemacht, Edward Ferrars und Edmund Bertram nicht in die Reihe der männlichen Helden Jane Austens einzureihen

    Yep! :hurra:

    Zitat: Ich bitte, aber um mir die Mühe der Widerlegung anhand des Textes zu ersparen (ich bin nicht mehr so blöde mich von euch vor euch hertreiben zu lassen), um Belege dafür,

    1. dass Edmund Ferrars vor seiner Mutter "kuschte",

    Hallo? Er verheimlicht seine Verlobte aus Angst vor ihr, obwohl er zumindest zu Beginn der Beziehung zu Lucy an seine Liebe glaubt. :anonym:

    Zitat: 2. den Rockzipfel zu finden, an dem Edmund angeblich hing,

    In Norland klebt er doch ständig an Elinor und schreckt nicht einmal davor zurück ihr den Pinsel zu halten, like the dear Mr.Elton to Emma. :platsch:

    Marianne über Edward: "...in spite of his frequent attention to her while she (Elinor) draws..."

    Zitat: 3. Belege für seine Geschwätzigkeit aufzuzeigen (die erklären würden, warum es verdammenswert war, dass er seine "geheime Verlobung" nicht überall herumposaunte),

    Elinor zu Marianne über Edward:"... He and I have been at times thrown a goad deal together.....I have seen a great deal of him, have studied his sentiments, and heard his opinion on subjects of literature and taste...." (klingt nicht nach einem Schweiger)

    Von überall kann ja wohl überhaupt keine Rede sein. Als wirklich ehrliche Haut hätte er es nur Elinor sagen, sich von ihr fernhalten oder aber die Verlobung zu Lucy lösen müssen. Und komm mir bloß nicht mit dem Unsinn von wegen, er war zu vornehm sein Versprechen zu brechen, in Wirklichkeit hat er nur die Augen aus Angst und Bequemlichkeit vor der Realität verschlossen.

    Zitat: 4. dass er das Haar Lucys nicht freiwillig in seinem Ring trug,

    Ist die Erde eine Scheibe? :piep:

    Lassen wir doch Edward selbst zu Wort kommen: (Sehr unfein, wie er sich über seine ehemalige Verlobte äußert).

    "...how I have blushed over the pages of her writing! And I believe I may say that since the first half-year of our foolish business this is the only letter I ever received from her, of which the substance made me any amends for the defect of style....".

    Da er mit Lucy bereits mehr als drei Jahre verlobt war, ehe er Elinor kennen gelernt hat, wird ihm wohl schon lange (Dank des regelmäßigen Briefwechsels) ein Seifensieder über den Verstand und das Herz seiner Anverlobten aufgegangen sein. Noch dazu schenkt Lucy ihm den Ring, bevor Edward die Dashwoods in ihrem neuen Heim besucht, wo er (wie wir wissen) sich durch außerordentliche Schwermut nicht nur bei Marianne unbeliebt macht. Er errötet bei Mariannes unbedachten Worten über den Ring an seiner Hand und lüücht wie jedruckt: „He couloured very deeply, and, giving a momentary glance at Elinor, replied, „Yes, it is my sister´s hair. The setting always casts a different shade on it, you know.“

    Zitat: 5. die "gesellschaftliche Konvention" ein einmal gegebenes Versprechen gegenüber einem armen Mädchen einzuhalten so verdammenswert ist, dass Jane Austen ihn "bejubeln und beweinen"(?) lassen muss...


    Über das arme Mädchen lachen ja die Hühner! :prust:

    Der ehrenwerte Edward kann sich ruhig mal von mir ein bisschen vor´s Schienenbein treten lassen, er ist und bleibt ein Warmduscher, da kanner so viel Holz hacken wie er will.

    At last: „I have frequently detected myself in such kind of mistakes,“ said Elinor, „in a total misapprehension of character in some point or other; fancying people so much more gay or grave, or ingenious or stupid, than really are, and I can hardly tell why or in what the deception originated. Sometimes one is guided by what they say of themselves, and very frequently by what other people say of them, without giving one´s self time to deliberate and judge.“

    So, und nu noch n Friedensangebot: Ich stimme dir natürlich in deiner Aussage bezüglich der vorzüglichen und variantenreichen Charakterzeichnung männlicher Erdbewohner durch Jane Austen zu. :engel:



    Re: all things brontë

    Julia - 09.12.2011, 23:32


    Hu, hier gehts ja rund ... Vor ein paar Monaten gab es hier einen eigentlich etwas albernen Artikel zu dem Thema, aber interessant fand ich diesen Gedanken:

    Zitat: More modernly, Jane Eyre is “Twilight.” The women who think it is sooo sexy that the vampire Edward Cullen is a borderline abusive boyfriend are the same women who will discover that borderline abusive boyfriends have been sooo sexy for 160 years.

    :wink:



    Re: all things brontë

    Adminette - 10.12.2011, 18:39


    du liebe güte, so'n stress. da kommt mal leben in die bude, und dann ist die olle RM immernoch/schonwieder unzufrieden... :wink:

    aber bevor nun der immerhin den guten seiten des lebens zugewandte rochester mit nem nöligen müsli-vampir verglichen wird und man mir dann auch noch meinen edward madig macht, muss ich wohl doch mal in die tasten greifen. wo nur anfangen? kinners, nee. eigentlich müßt ich ja gleich die flinte ins korn werfen, weil ich die meyers'schen auswüchse nicht gelesen habe, mir ergo neben der debattierlust (nichts für ungut, ich schiebe das immernoch auf die hoffentlich bald abklingenden spätfolgen der letzten zwei studienjahre) eine weitere schwerwiegende diskussionsgrundlage fehlt. wer weiß, vielleicht ist sie ja tatsächlich eine ernstliche auseinandersetzung und den abgleich mit den eingestandenen vorbildern bronte und austen unter berücksichtigung der zeiten wert?

    allerdings zielt mir die implikation, bronte, c.-fäns wären alle masochistisch veranlagte tanten und hingerissen von der vorstellung eines bösartigen boyfriends nu doch zu weit ins persönliche und übers ziel hinaus. oder besser: die da durchscheinende, am kopf der treppe angesiedelte haltung, es wäre irgendwie verachtenswert oder minderwertig, einen nicht tadellosen menschen nicht sofort ad acta zu legen, sondern noch mehr oder weniger hingebungsvoll um ihn zu ringen. erst recht, sollte dieser jenige welche dummerweise auch noch einer sein, den man liebt. üblicherweise wider besseren wissens. schließlich hat immer noch jeder selber das recht, sich ins eigene unglück zu stürzen. sei man nun bronte'sche romanheldin, oder etwas verstockter austen'scher pfaff. i. a. was mich gleich zur nächsten baustelle führt:

    melisande hat folgendes geschrieben: Edward Ferrars. Der kuscht vor seiner Mutter, trifft hormongesteuert eine Lucy-Fehlentscheidung, hat dann die Nerven sich an den Rockzipfel von Elinor zu hängen aber nicht den (wie auch immer ausgestatteten) Hintern in der Hose, ihr von seiner Jugendsünde zu erzählen. Noch dazu ist er auch noch ein Heuchler, trägt er doch Lucys Haar an der Hand obwohl er selbiges wohl am liebsten das Klo runter gespült hätte (wenns denn eines gegeben hätte). Als die ganze Sache mit seiner Jugendsünde auffliegt, beugt er sich lieber den gesellschaftlichen Konventionen und wird dafür auch noch bejubelt und beweint. Da muss erst Lucy Nägel mit Köpfen machen, um ihm zu seinem persönlichen Glück zu verhelfen. Der mußte nicht entmannt werden, der war nie einer.

    3. Belege für seine Geschwätzigkeit: Elinor zu Marianne über Edward:"... He and I have been at times thrown a goad deal together.....I have seen a great deal of him, have studied his sentiments, and heard his opinion on subjects of literature and taste...." (klingt nicht nach einem Schweiger)

    so kann man das offenbar auch sehen :panic: starke worte bzw. vorwürfe. wobei mich der diskurs auch hier wieder auf kaltem fuße erwischt, ich meinen bücherschrank nicht in greifbarer nähe habe, um zu gucken, was austen dem edward (edward ferrars, bruki, und edmund bertram. wichtiger unterschied!) andichtete und was thompson nachschliff. denn die war in der tat so gutmütig zu ihrem edward, dass ich beim besten willen immer noch nicht nachvollziehen kann, was in ihrem script ihn denn bitteschön entmannt haben sollte? doch nicht wirklich margarets hieb mit dem holzschwerte :suspekt: jedenfalls bin ich ja jemand, dem sich das gesehene mehr einprägt, als das gelesene. daher werfe ich gerne das eine oder andere detail aus den filmen dahin, wos nicht hingehört: in diskussionen um die buchgestalten. auf jeden fall: was genau empfindest du als kuschen vor dem mutterdrachen?

    die lucy-fehlentscheidung... kann man ihm aber doch nachsehen. in fällen von eingeschüchterten, überbescheidenen teen-agern, die ihrem lieblosen, bestenfalls desinteressiertem elternhaus erstmals entfliehen und echte liebenswürdigekeit aus lauter dankbarkeit kaum von falscher unterscheiden können, wäre ein gutes gedächtnis doch ein mittelschweres vergehen, oder?

    das schwerwiegende detail mit dem haarschmuck. tja, was soll ich sagen. dein punkt und mir tatsächlich nicht anders erklärlich.

    der beweis für die geschwätzigkeit, was eine doch recht abstoßende eigenschaft wäre, geht mal nicht durch :wink: denn ebenso abstoßend wäre jemand, der in ernsthaften unterhaltungen keinen wohl informierten oder wenigstens unterhaltsamen oder aus überzeugung gegebenen beitrag beizusteuern hätte. und ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, dass sich elinor bei aller liebe lange mit bloßer schwatzhaftigkeit abgegeben haben würde.

    PS: huh. die dame der washington post hat in diesem jahr aber offenbar nicht sehr viele filme außerhalb des amerikanischen indie-angebotes bzw. des aus dem englischen sprachraumes gesehen. was für eine öde liste.



    Re: all things brontë

    Melisande - 10.12.2011, 21:25


    Anna hat folgendes geschrieben: und man mir dann auch noch meinen edward madig macht

    das Bruki hat mich doch herausgefordert, siehs mir nach :wink: Dabei kann ich nicht verhehlen, dass mir sowohl die Filmvariante mit dem Augenfehler, als auch der Holz bearbeitende Edward am Herzen liegen. Nur ist die Buchvorlage bei weitem weniger ein "heartbreaker".

    Zitat: den guten seiten des lebens zugewandte rochester mit nem nöligen müsli-vampir verglichen wird

    Es twilightet halt mal wieder :gähn:

    Zitat: doch mal in die tasten greifen. wo nur anfangen?

    wurde aber auch Zeit

    Zitat: die meyers'schen auswüchse nicht gelesen habe,

    dito

    Zitat: tatsächlich eine ernstliche auseinandersetzung und den abgleich mit den eingestandenen vorbildern bronte und austen unter berücksichtigung der zeiten wert?

    halte ich für wenig wahrscheinlich.

    Zitat: allerdings zielt mir die implikation, bronte, c.-fäns wären alle masochistisch veranlagte tanten und hingerissen von der vorstellung eines bösartigen boyfriends nu doch zu weit ins persönliche und übers ziel hinaus.

    Yep! Vor allem wenn man bedenkt, das Rochester mitnichten :catpower: -gesteuert ist, denn schließlich liebt er ja nicht Janes Schönheit (mit der es, genau wie mit der eigenen, laut Charlotte nicht weit her sein soll) sondern ihren Geist und ihre Seele! Davon träumt Frau doch nun schon (meist vergeblich) seit Urzeiten.

    Zitat: Baustelle Edward: was genau empfindest du als kuschen vor dem mutterdrachen?

    Schön, schön - da bin ich wohl etwas übers Ziel hinaus geschossen :wink: Sagen wir mal so, der gute Edward hält es nicht so mit der direkten Konfrontation. Er ist wie unser früherer Bundeskanzler eher ein "Aussitzer" und im Grunde lösen die Frauen die Konflikte für ihn. Ich habe von Männlichkeit eine etwas andere Vorstellung.

    Zitat: das schwerwiegende detail mit dem haarschmuck. tja, was soll ich sagen. dein punkt und mir tatsächlich nicht anders erklärlich.

    :hurra:

    Zitat: der beweis für die geschwätzigkeit,was eine doch recht abstoßende eigenschaft wäre, geht mal nicht durch

    Nee, das haste falsch verstanden, gings mir doch eher darum nachzuweisen, das Edward mehr als eine Gelegenheit gehabt hätte, Butter bei de Fische zu tun. :wink:

    Um mal wieder zum Gegenstand dieses Abteils zu kommen. Charlotte hatte ja äußerst wenig Möglichkeiten die Männlichkeit zu studieren, mit nem manisch depressiven Bruder und einem cholerischen Vater gesegnet, im kargen Umfeld von Heide und Moor, buchstäblich über Leichen gehend - kein Wunder das sich ihre und auch die Helden ihrer Schwestern so ähneln. Im neuesten Film wird ja meines Eindrucks nach auf Papa hingewiesen (die Szene als Rochester in der Gegend herum ballert, soll sicher eine Anspielung darauf sein, dass Patrick Bronte angeblich bei schlechter Laune immer zur Hintertür heraus gerannt sein soll, um die im Haus ständig vorhandenen geladenen Pistolen abzufeuern). Sieht das noch jemand so?



    Re: all things brontë

    Julia - 10.12.2011, 21:46


    Natürlich gehören Teenie-Vampire nicht unbedingt in diese Diskussion - und darauf wollte ich eigentlich auch gar nicht hinaus. Trotzdem hat die WP-Autorin meiner Meinung nach in einem Punkt den Nagel auf den Kopf getroffen: Beziehungen die nur funktionieren, wenn man sich völlig von den Realitäten der Außenwelt abschirmt, sich quasi ausschließlich den Bedingungen der Beziehung unterwirft sind eine ziemlich düstere Aussicht. Vorallem wenn so viel "Leidenschaft" (Gewalt!) im Spiel ist wie bei Rochester. Die Tatsache, dass diese literarischen Muster nicht nur alt (im Sinn von tradiert) sind, sondern offensichtlich auch heute noch eine gewisse Mainstream-Attraktivität haben sollte man mal überdenken.

    Bzgl. literarischer Qualitäten ist es wahrscheinlich müßig Vergleiche zu ziehen, aber ich wage die Aussage, dass "Jane Eyre" inhaltlich wie stilistisch doch zumindest ziemlich nah dran ist am Trash ihrer Zeit. (Man vergißt schnell die unzähligen wirklich haarsträubenden Elemente, die die meisten Verfilmungen gnädigerweise weglassen.) Was nicht heißt, dass das keinen Spaß machen darf. :wink: Ich habe mich mal auf einem 26-Stunden-Flug mit dem ersten "Twilight"-Band sehr gut unterhalten - wenn wohl auch nicht auf die Art und Weise, wie es von der Autorin gedacht war. :roll:



    Re: all things brontë

    Bruki - 10.12.2011, 22:29


    Ich muss jetzt erstmal bei Jane Austen passen... aber wir könnten schon a la long einen Thread gebrauchen "the battle of the bonnets" :rofl: - der ist schon mal gut :rofl: ...

    Melisande hat folgendes geschrieben: Um mal wieder zum Gegenstand dieses Abteils zu kommen. Charlotte hatte ja äußerst wenig Möglichkeiten die Männlichkeit zu studieren, mit nem manisch depressiven Bruder und einem cholerischen Vater gesegnet, im kargen Umfeld von Heide und Moor, buchstäblich über Leichen gehend - kein Wunder das sich ihre und auch die Helden ihrer Schwestern so ähneln. Im neuesten Film wird ja meines Eindrucks nach auf Papa hingewiesen (die Szene als Rochester in der Gegend herum ballert, soll sicher eine Anspielung darauf sein, dass Patrick Bronte angeblich bei schlechter Laune immer zur Hintertür heraus gerannt sein soll, um die im Haus ständig vorhandenen geladenen Pistolen abzufeuern). Sieht das noch jemand so?
    Nope, die Pistolen am Morgen abzufeuern war ein notwendiges Ritual --- und soweit ich mich an irgendeine Biografie erinnere, war auch Emily - mit Hilfe ihres Vaters - eine geübte Pistolenschützin...

    Ob ihr Vater übermäßig cholerisch war, kann ich nicht erinnern, aber ohne Zweifel war er störrisch - wie jeder Ire :wink: ... Emily hat einen gewissen Zug zum Ausrasten, wie die Szene mit dem Hund zeigt, bei der den andern Familienmitgliedern die Münder offenstehen blieben...

    Und ein paar der Hilfspfarrer, die der Vater anstellte, waren auch aus heutiger Sicht creepiger als der Durchschnitt... Ich denke, es war die Selbsterziehung der Geschwister und - wie Du schon so richtig sagtest - der stinkige Friedhof... und das Moor, sicher auch die Abwesenheit der Mutter, und die triste Kindheit, welches sie in ihr Traumland abdriften ließen... (Sohnemann am heftigsten - er war, denk ich, nicht manisch/depressiv, sondern als einziger Knabe in der Famile von den andern völlig verpimpelt worden, was ihn zu der Ansicht verführte er wäre größer als sein Schatten... und seine Zusammestöße mit der Realität, verhalfen ihm da auch nur zu einem weiteren Rutsch auf der schiefen Ebene, welche das Leben nun mal ist)...

    Seine Schwestern dagegen, denen es auch nicht rosig ging (das Internat war da prägend, denke ich, der frühe Tod der Mutter und der elende der Schwester), hatten etwas mehr Sinn für Realitäten (die systematischen Versuche eine eigene Schule aufzubauen), sie verstanden mehr oder weniger, dass es eine reale Welt und eine phantasierte gab, und dass man beide nicht vermischen sollte (nun: Emily weniger, Anne mehr)...

    Aber Charlotte Bronte hätte in ihrer Jugend vielleicht ein paar Twilight-Filme und das eine oder andere Justin Bieber-Konzert Gutes getan. Sie war wohl als Mutterersatz zu früh gezwungen, die Sau, die in ihr schlummerte, tief in sich zu vergraben... anstatt sie mal so richtig rauszulassen :rofl: ... Als ihr Glückskinder vor einem Justin-Bieber-Konzert halbvonsinnen rumgekreischt habt, hat die gute Charlotte abends klatschnass vor der Dorfkneipe auf ihren versoffenen Bruder gewartet und morgens seine Kotze von der Treppe gewischt, damit der cholerische(?) Papa nix mitbekam... sowas prägt ein weibliches Männerbild mehr als man denkt... denk ich :wink: ...

    Insgesamt haben die Mädels der Brontes mehr Disziplin mitbekommen - und wie schon mal jemand sagte: 99% Schweiß und 1% Kreativität machen den Künstler... oder so ähnlich...

    Bruki :bruki:

    Anna hat folgendes geschrieben: was für eine öde liste.
    Oi, halt Dich mal zurück: "The Trip" war exquisit - ich hab mich ununterbrochen gekringelt vor Lachen - und die ganze Zeit überlegt, ob die beiden nur so dahinimprovisieren oder ob es ein Drehbuch gab... und das Stück mit Paul Giamatti -- "Win Win" hat einen zumindest nicht unberührt hinterlassen... Zu Deinem Ryan Gosling sag ich jetzt mal nix... außer, dass "Drive" sicher nicht so stylish war wie "Winter's Bone" - aber was versteh ich schon von Autorennen? --- “Meek’s Cutoff” kann ich erstmal noch nix beitragen, aber ein Western mit Frauen in den Hauptrollen :nixweiss: ... obwohl, wenn Shirley Henderson in dem mal einen Wutanfall bekommt und einen Indianer oder 2 Meter großen Cowboy zusammenfaltet, hat sich der Film für mich schon gelohnt... Hoffentlich ist Kelly Reichardt keine Frau :kreuz: ...



    Re: all things brontë

    Adminette - 11.12.2011, 01:31


    Bruki hat folgendes geschrieben: Anna hat folgendes geschrieben: was für eine öde liste.
    Oi, halt Dich mal zurück: "The Trip" war exquisit - ich hab mich ununterbrochen gekringelt vor Lachen - und die ganze Zeit überlegt, ob die beiden nur so dahinimprovisieren oder ob es ein Drehbuch gab... und das Stück mit Paul Giamatti -- "Win Win" hat einen zumindest nicht unberührt hinterlassen... Zu Deinem Ryan Gosling sag ich jetzt mal nix... außer, dass "Drive" sicher nicht so stylish war wie "Winter's Bone" - aber was versteh ich schon von Autorennen? ---

    ich sag ja nicht, dass die filme der liste schlecht sind. nur, dass es mir sehr laaaaangweilig erscheint, wenn mir von der jahresbestenliste mit dem clooney-george und dem pitt-brad und auch dem ryan gosling doch wieder nur die üblichen verdächtigen entgegengrinsen.

    Zitat: “Meek’s Cutoff” kann ich erstmal noch nix beitragen, aber ein Western mit Frauen in den Hauptrollen :nixweiss: ... obwohl, wenn Shirley Henderson in dem mal einen Wutanfall bekommt und einen Indianer oder 2 Meter großen Cowboy zusammenfaltet...

    fürchte nicht...

    Zitat:
    Hoffentlich ist Kelly Reichardt keine Frau :kreuz: ...

    fürchte doch. du kennst ihre machwerke sogar schon.



    Re: all things brontë

    Bruki - 11.12.2011, 10:56


    Anna hat folgendes geschrieben: mit dem clooney-george und dem pitt-brad und auch dem ryan gosling doch wieder nur die üblichen verdächtigen entgegengrinsen.
    Seit wann zählen Brad Pitt und Ryan Gosling denn zu den üblichen Verdächtigen?? - Hab ich da einen Umschwung bei Dir verpasst? :suspekt:

    Anna hat folgendes geschrieben: fürchte doch. du kennst ihre machwerke sogar schon.
    Na ja, wenigstens macht sie Filme wie ein Mann :cool: ...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Melisande - 11.12.2011, 18:43


    Bruki hat folgendes geschrieben: Nope, die Pistolen am Morgen abzufeuern war ein notwendiges Ritual --- und soweit ich mich an irgendeine Biografie erinnere, war auch Emily - mit Hilfe ihres Vaters - eine geübte Pistolenschützin...

    Das mit dem notwendigen Ritual sagt meines Wissens Frau Maletzke, Elisabeth Gaskell zeichnet ein anderes Bild vom Vater. Er hatte ein aufbrausendes irisches Temperament, welches er als Mann der Kirche aber mit Macht unterdrückte (man kann sich vorstellen, dass ein Kessel, der ständig unter Druck steht, irgendwann unweigerlich explodieren muss), er soll vor allem gegen alles "sinnliche" und "verweichlichte" gewesen sein und die Kinder entsprechend puritanisch erzogen haben. Das erinnert mich an Mr. Rochester, der auf das leichtlebige Naturell seines Mündels mit Abscheu herab blickt. Sicher ist jede Art von Berichterstattung über Dritte mit Vorsicht zu genießen, warum aber sollte Frau Gaskell (die die Autorin immerhin persönlich gekannt hat) schlechter informiert gewesen sein als eine Biografin des 21. Jahrhunderts? Wenn man sich die Romane der Schwestern ansieht, dann kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Gewalt (dies muss ja nicht heißen, dass sie geschlagen wurden) zu ihrem Umfeld gehört hat.

    In "The Tenant of Wildfell Hall" wird mit Arthur Huntingdon das Schicksal eines Alkoholikers gezeichnet, dass sicher in unmittelbarer Anschauung erlebtes wiedergibt - das kann sich kein Mensch ausdenken, der in solcher Isolation gelebt hat wie Anne, schon gar nicht als Frau (da hat sie sich sicherlich vom Bruder "inspirieren lassen"). Die "bessere" Alternative im Roman, Mr. Markham, ist aber auch kein Lämmchen, sondern neigt ebenfalls zu cholerischen und gewaltsamen Ausbrüchen. Was meine oben genannte These unterstützt.

    Branwells Schicksal ist wirklich tragisch. Mag sein, dass er verweichlicht wurde, genauso gut möglich ist auch, dass einfach zu viel von ihm erwartet wurde und er mit seinem eigenen Anspruch an der Wirklichkeit scheiterte. Meines Wissens war Patrick Bronte ein sehr ehrgeiziger Mann, der von seinen Kindern etwas besonderes erwartete.

    Zitat: ... Als ihr Glückskinder vor einem Justin-Bieber-Konzert halbvonsinnen rumgekreischt habt, hat die gute Charlotte abends klatschnass vor der Dorfkneipe auf ihren versoffenen Bruder gewartet und morgens seine Kotze von der Treppe gewischt, damit der cholerische(?) Papa nix mitbekam... sowas prägt ein weibliches Männerbild mehr als man denkt... denk ich :wink: ...

    Das ist wohl wahr. Wenn ich an das Schicksal der Schwestern denke, dann finde ich es eigentlich bewundernswert, dass sie nicht komplett durchgedreht sind.

    :kreuz:



    Re: all things brontë

    Melisande - 11.12.2011, 19:02


    Julia hat folgendes geschrieben: Beziehungen die nur funktionieren, wenn man sich völlig von den Realitäten der Außenwelt abschirmt, sich quasi ausschließlich den Bedingungen der Beziehung unterwirft sind eine ziemlich düstere Aussicht. Vorallem wenn so viel "Leidenschaft" (Gewalt!) im Spiel ist wie bei Rochester. Die Tatsache, dass diese literarischen Muster nicht nur alt (im Sinn von tradiert) sind, sondern offensichtlich auch heute noch eine gewisse Mainstream-Attraktivität haben sollte man mal überdenken.

    So wie ich das sehe, ist es doch ein Kennzeichen einer beginnenden Beziehung, dass man die Umwelt ausblendet. Und "Wir gegen den Rest der Welt" etwas, das ungeheuer zusammen schweißt. Man sollte wohl auch nicht vergessen, dass sowohl Rochester, als auch Jane von den Menschen in ihrem Umfeld, als fremd und eigenartig empfunden werden. So ist die Isolation nicht nur eine selbst gewählte. Gerade für Teenager in der Phase der Irritation wohl ein ziemlich bekanntes Gefühl.

    Zitat: Bzgl. literarischer Qualitäten ist es wahrscheinlich müßig Vergleiche zu ziehen, aber ich wage die Aussage, dass "Jane Eyre" inhaltlich wie stilistisch doch zumindest ziemlich nah dran ist am Trash ihrer Zeit.

    Könnte man so sehen. Um mir dazu wirklich ein Urteil bilden zu können, fehlt mir leider die Kenntnis, da solche Romane heute nicht mehr zur Verfügung stehen (vor allem nicht übersetzt). Oder an welche hast du gedacht? Ich denke den Unterschied macht die genaue psychologische Zeichnung der Charaktere und die emanzipierte Heldin, die für ihre Zeit äußerst ungewöhnlich ist.



    Re: all things brontë

    Bruki - 11.12.2011, 19:32


    Melisande hat folgendes geschrieben: Julia hat folgendes geschrieben: Bzgl. literarischer Qualitäten ist es wahrscheinlich müßig Vergleiche zu ziehen, aber ich wage die Aussage, dass "Jane Eyre" inhaltlich wie stilistisch doch zumindest ziemlich nah dran ist am Trash ihrer Zeit.
    Könnte man so sehen. Um mir dazu wirklich ein Urteil bilden zu können, fehlt mir leider die Kenntnis, da solche Romane heute nicht mehr zur Verfügung stehen (vor allem nicht übersetzt). Oder an welche hast du gedacht? Ich denke den Unterschied macht die genaue psychologische Zeichnung der Charaktere und die emanzipierte Heldin, die für ihre Zeit äußerst ungewöhnlich ist.
    Ich bin zwar anderer Ansicht als Julia zur Frage des Vergleichens der literarischen Qualitäten... es gibt sicher sowas wie Qualitätsmaßstäbe - auch wenn die an den Rändern etwas ausgefranzt sein mögen...

    Aber Jane Austen hat ja selbst zu Beginn ihrer Karriere bewusst auf modische Genres gesetzt: Das gothische Grusical und den scandalösen Briefroman a la "Les Liaisons dangereuses" ... da sollte man die Brontes nicht allzu hochnäsig ansehen, wenn sie dem Zeitgeschmack zu kitzeln versuchten, da es bei Ihnen ja ganz klar auch um Verkaufszahlen ging (sonst wären sie beim Gedichte schreiben geblieben :wink:)...

    Jane Eyre war ein Knaller - ich denke nicht wegen seiner Gruselelemente oder der kruden Handlung, sondern wegen Jane Eyre... quasi der ersten Working Class Heroine... die nicht herumjammert, weil kein Mann sie durchfüttert, sondern die darauf besteht für ihren Unterhalt zu arbeiten, dafür ordentlich bezahlt zu werden und ansonsten nicht belästigt zu werden - von irgendwelchen Knallchargen mit oder ohne Bäffchen...

    Und Anne dito, ich glaube es war Maletzke die schrieb, dass der Knall der Schlafzimmertür, die Helen ihrem besoffenen Ehemann vor der Nase zuschlägt, durch die ganze Viktorianische Gesellschaft hallte... (Ich hab die Stelle glatt überlesen, was wohl zeigt wie weit wir mittlerweile gediehen sind :wink:)

    Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die drei das schockierende und grenzüberschreitende Element in ihren Romanen bewusst eingesetzt haben. Dazu waren sie auch Profis genug, um zu wissen, wo man draufdrücken (oder hauen) muss, damit es trötet...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Julia - 11.12.2011, 21:36


    Bruki hat folgendes geschrieben: Jane Eyre... quasi der ersten Working Class Heroine... die nicht herumjammert, weil kein Mann sie durchfüttert, sondern die darauf besteht für ihren Unterhalt zu arbeiten, dafür ordentlich bezahlt zu werden und ansonsten nicht belästigt zu werden.

    ... die letztendlich ihr Vermögen aber erbt und bequemerweise nicht mehr darauf angewiesen ist zu arbeiten - was sie ja auch gleich bleiben lässt, sobald Rochester nach ihr "ruft". :wink: Mit diesem Dreh in der Handlung verpufft für mich all die pseudo-revolutionäre Rhetorik. Jane Eyre redet von Unabhängigkeit und ökonomischer Selbständigkeit nur so lange, wie es ihr die Umstände aufzwingen. Ich nehme das Charlotte Bronte nicht übel - sie war auch nur ein Kind ihrer Zeit - , aber zur proto-feministischen Heldin muss man Autorin wie Hauptfigur deswegen wirklich nicht machen.

    Zitat: Aber Jane Austen hat ja selbst zu Beginn ihrer Karriere bewusst auf modische Genres gesetzt: Das gothische Grusical und den scandalösen Briefroman a la "Les Liaisons dangereuses" ... da sollte man die Brontes nicht allzu hochnäsig ansehen, wenn sie dem Zeitgeschmack zu kitzeln versuchten, da es bei Ihnen ja ganz klar auch um Verkaufszahlen ging

    Zwischen einem "modischen Genre" und "Trash" ist aber für mich ein himmelweiter Unterschied. Den Zeitgeschmack zu bedienen macht ein literarisches Werk ja nicht schlecht. Genausowenig wie der Wunsch (der ja auch bei Austen vorhanden war), mit der schriftstellerischen Arbeit Geld zu verdienen.

    Meine provokante aber reizvolle (und völlig hypothetische) These ist: Hätte Jane Austen ein paar Jahre länger gelebt und noch ein paar Romane mehr veröffentlicht, wäre mit so einem Flickwerk wie "Jane Eyre" kein Blumentopf mehr zu gewinnen gewesen. Zumindest gefällt mir dieser Gedanke. :cool:



    Re: all things brontë

    Adminette - 11.12.2011, 21:52


    mhh. aber die literatur schritt ja nun auch ohne austen voran. und das der flickenteppich, der ja doch sehr mit versatzstücken angereichert ist, die auch austen schon zur verfügung standen/von ihr kommentiert wurden, als solcher auch heute noch seine unmittelbare (!) wirkung nicht verfehlt, kann man nicht abstreiten. feminismus (wieder mal die frage, was das denn ist) hin oder her.



    Re: all things brontë

    Bruki - 11.12.2011, 22:58


    Julia hat folgendes geschrieben: Bruki hat folgendes geschrieben: Jane Eyre... quasi der ersten Working Class Heroine... die nicht herumjammert, weil kein Mann sie durchfüttert, sondern die darauf besteht für ihren Unterhalt zu arbeiten, dafür ordentlich bezahlt zu werden und ansonsten nicht belästigt zu werden.
    ... die letztendlich ihr Vermögen aber erbt und bequemerweise nicht mehr darauf angewiesen ist zu arbeiten - was sie ja auch gleich bleiben lässt, sobald Rochester nach ihr "ruft". :wink:
    Sag ich doch: Krude Handlung :lol: ...

    Julia hat folgendes geschrieben: Bruki hat folgendes geschrieben: Aber Jane Austen hat ja selbst zu Beginn ihrer Karriere bewusst auf modische Genres gesetzt: Das gothische Grusical und den scandalösen Briefroman a la "Les Liaisons dangereuses" ... da sollte man die Brontes nicht allzu hochnäsig ansehen, wenn sie dem Zeitgeschmack zu kitzeln versuchten, da es bei Ihnen ja ganz klar auch um Verkaufszahlen ging
    Zwischen einem "modischen Genre" und "Trash" ist aber für mich ein himmelweiter Unterschied. Den Zeitgeschmack zu bedienen macht ein literarisches Werk ja nicht schlecht. Genausowenig wie der Wunsch (der ja auch bei Austen vorhanden war), mit der schriftstellerischen Arbeit Geld zu verdienen.
    Ich seh, wir sind einer Meinung... aber Trash ist eben nach spätestens 6 Monaten aus dem Fokus --- und Kunst geht über 200 Jahre... und auch hier heilt die Zeit alle Wunden (oder lässt den Trash verschwinden) :wink: ...

    Julia hat folgendes geschrieben: Meine provokante aber reizvolle (und völlig hypothetische) These ist: Hätte Jane Austen ein paar Jahre länger gelebt und noch ein paar Romane mehr veröffentlicht, wäre mit so einem Flickwerk wie "Jane Eyre" kein Blumentopf mehr zu gewinnen gewesen. Zumindest gefällt mir dieser Gedanke. :cool:
    Na ja, eher reizvoll als provokant :wink:... aber irgendwer hat schon mal diesen Gedanken in einer Jane Austen Bio breit ausgesponnen: Was wäre wenn die Lady 90 Jahre alt geworden wäre? ... Brontes, Gaskell, Thackeray, Elliot, Dickens, Trollope, Hardy... Wäre sie aus ihrem Biotop herausgetreten? Wie hätten sich ihre Themen verändert? --- Na ja, müßig davon zu träumen... es hat nicht sollen sein... dafür kann ich immer herzzerreißend heulen, wenn ich Cassandras Nachruf auf ihre Schwester lese... fast so wie beim Ende von "Tess von den d'Urbervilles" :flenn: ...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Melisande - 12.12.2011, 23:47


    Julia hat folgendes geschrieben: ... die letztendlich ihr Vermögen aber erbt und bequemerweise nicht mehr darauf angewiesen ist zu arbeiten - was sie ja auch gleich bleiben lässt, sobald Rochester nach ihr "ruft". :wink:

    Na die Frau zeig mir mal, die nicht für ihren Angebeteten alles stehen und liegen lässt.:lol: Wie viele Frauen gibt es heutzutage, die studieren, dann heiraten, aufhören zu arbeiten und sich später nur noch mit dem Doktortitel ihres Mannes schmücken. Mal ganz davon abgesehen, dass Muttersein und einen Mann zu versorgen verdammt harte Arbeit ist!

    Das gänzlich sein zu lassen, scheint aber auch nicht die geeignete Lösung zu sein. Meiner Meinung nach ist das Verhältnis zwischen Männern und Frauen bei aller "Emanzipation" nach wie vor eine Dauergroßbaustelle.

    Zitat: Jane Eyre redet von Unabhängigkeit und ökonomischer Selbständigkeit nur so lange, wie es ihr die Umstände aufzwingen. Ich nehme das Charlotte Bronte nicht übel - sie war auch nur ein Kind ihrer Zeit - , aber zur proto-feministischen Heldin muss man Autorin wie Hauptfigur deswegen wirklich nicht machen.

    Naja, immerhin spuckt sie doch völlig andere Töne als viele ihrer Zeitgenossen. Da könnte man als Vergleich auch einem Wissenschaftler bei jeder neuen Erkenntnis vorwerfen, dass er nicht jede Frage des Universums beantworten kann.

    Zitat: Meine provokante aber reizvolle (und völlig hypothetische) These ist: Hätte Jane Austen ein paar Jahre länger gelebt und noch ein paar Romane mehr veröffentlicht, wäre mit so einem Flickwerk wie "Jane Eyre" kein Blumentopf mehr zu gewinnen gewesen. Zumindest gefällt mir dieser Gedanke.

    Ich sehe ehrlich gesagt nicht den geringsten Hinweis dafür, dass Jane Austen jemals einen Roman geschrieben hätte, der geradeaus gewesen oder mal richtig harten Tobak aufgefahren hätte. Jede Kritik in ihren Büchern ist ziemlich in Watte gepackt oder ihr wurde die Narrenkappe übergestülpt (unter der man ja bekanntlich alles sagen kann ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden). Ich lese ihre Bücher ausgesprochen gerne aber ich halte sie nicht für die letzte Instanz in Sachen Literatur.



    Re: all things brontë

    Tinka - 12.12.2011, 23:50


    So, jetzt noch kurz mein Urteil zu Jane Eyre. Genau vor einer Woche gesehen und für ganz gut befunden. So richtig umgehauen hat er mich jetzt nicht, aber das habe ich auch nicht erwartet. Wie immer in solchen 2 Stunden-Verfilmungen ging mir manches ein bisschen zu schnell und holterdipolter. Ganz großartig waren beide, Fassbender und Wasikowska, die es echt drauf haben, einen mit vielsagen Blicken ganz wuschig und benommen zu machen. Das fand ich sogar so gut, dass die Dialoge dazwischen teilweise etwas hölzern und altbacken wirken, eben weil das Spiel so gar nix Victorianisches hatte. Aber das galt nur für die verzweifelten, dem eigenen Leiden gewidmeten Passagen. Die eher neckischen, herausfordernden Schlagabtausche waren dagegen prima.
    Was zu kurz und darum recht überflüssig wirkte, war Blanche Ingrams Besuch inkl. Entourage. Das machte hier so hastig erzählt wirklich keinen Sinn mehr. Außerdem fehlten Szenen aus dem Trailer, wo sind die geblieben?

    Die Idee, den Film mit der Flucht und der Bekanntschaft mit der Rivers family zu starten, hat mich auch nicht wirklich überzeugt. Ich war mit einem guten Freund im Kino, der das Buch und die Story nicht kannte und der hatte anfangs schon einige Schwierigkeiten, die Zeitsprünge zu verstehen. Ansonsten saß er aber auch ganz ergriffen da, worüber ich mich enorm freute. :engel:

    Judi Dench war toll, die kleine Adele war putzig, die Landschaft eindrucks- und stimmungsvoll, also alles in Allem wunderbare Kinounterhaltung.



    Re: all things brontë

    Julia - 13.12.2011, 09:50


    Melisande hat folgendes geschrieben:
    Ich sehe ehrlich gesagt nicht den geringsten Hinweis dafür, dass Jane Austen jemals einen Roman geschrieben hätte, der geradeaus gewesen oder mal richtig harten Tobak aufgefahren hätte. Jede Kritik in ihren Büchern ist ziemlich in Watte gepackt oder ihr wurde die Narrenkappe übergestülpt (unter der man ja bekanntlich alles sagen kann ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden). Ich lese ihre Bücher ausgesprochen gerne aber ich halte sie nicht für die letzte Instanz in Sachen Literatur.

    Das ist wahrscheinlich eine Frage des Zugangs. Für mich misst sich ein interessantes oder gutes Buch nicht daran, wie hart der aufgefahrenen Tobak ist oder wie unverblümt kritisch. Das sind Aspekte von vielen, aber für mich nicht die entscheidenden. Austen ist für mich auch nicht die "letzte Instanz" (wüsste sowieso nicht, wer das wäre), aber hier ging es um den Vergleich C. Bronte/J. Austen. Und da gewinnt Austen für mich ohne Frage bzgl. Sprache, Struktur und Inhalt.

    Und apropos Bronte: Emily hat in meinen Augen den weitaus provokanteren und gewagteren Roman geschrieben - nur um das in diesem Zusammenhang nochmal festzuhalten. :wink:



    Re: all things brontë

    Ulli - 13.12.2011, 11:23


    Warum läuft es beim Vergleich dieser beiden Autorinnen denn ständig auf ein "besser, wichtiger, bedeutender" etc. hinaus. Das hat mich schon im alten Forum angekotzt. Warum nicht beide mit ihren Qualitäten einfach mal bestehen lassen?



    Re: all things brontë

    Melisande - 13.12.2011, 12:08


    Ulli hat folgendes geschrieben: Warum läuft es beim Vergleich dieser beiden Autorinnen denn ständig auf ein "besser, wichtiger, bedeutender" etc. hinaus. Das hat mich schon im alten Forum angekotzt. Warum nicht beide mit ihren Qualitäten einfach mal bestehen lassen?

    Da stimme ich dir bedingungslos zu, ich sehe auch kein besser oder schlechter sondern nur anders. Ich fürchte meine Ausführungen zu CB haben das nicht deutlich gemacht, sondern den Eindruck hinterlassen ich würde ihre Art zu schreiben vorziehen oder "besser" finden.



    Re: all things brontë

    Bruki - 13.12.2011, 13:00


    Melisande hat folgendes geschrieben: Ulli hat folgendes geschrieben: Warum läuft es beim Vergleich dieser beiden Autorinnen denn ständig auf ein "besser, wichtiger, bedeutender" etc. hinaus. Das hat mich schon im alten Forum angekotzt. Warum nicht beide mit ihren Qualitäten einfach mal bestehen lassen?
    Da stimme ich dir bedingungslos zu, ich sehe auch kein besser oder schlechter sondern nur anders. Ich fürchte meine Ausführungen zu CB haben das nicht deutlich gemacht, sondern den Eindruck hinterlassen ich würde ihre Art zu schreiben vorziehen oder "besser" finden.
    Ich kann nicht erkennen, was daran so schlimm ist, wenn man etwas "besser" als was anderes findet? Ich finde Nougat mit Marzipan eben "besser" als Krokant... warum soll ich was anders behaupten und rumsäuseln, ich würde "Jane Eyre" "anders" finden als "Manfield Park", wenn ich diesbezüglich doch klare Präferenzen habe? Des liepen Friedens willen, weil jemand ein klares Wort nicht verträgt? Nö... ohne mir :engel: --- ansonsten verweise ich auf Lady Door! :blll:

    Bruki :bruki:

    PS: Und wenn Julia hier eben Jane Austen besser als die annere findet, kann sie das tun bis ihre Tastatur raucht... wie ich schon andeutete, hier muss man annere Meinungen aushalten - auch wenn sie mir noch so verschroben vorkommen :wink: ... man muss aber mit seiner eigenen nicht hintern Berg halten :oelig: ...



    Re: all things brontë

    Julia - 13.12.2011, 13:07


    Melisande hat folgendes geschrieben: Ulli hat folgendes geschrieben: Warum läuft es beim Vergleich dieser beiden Autorinnen denn ständig auf ein "besser, wichtiger, bedeutender" etc. hinaus. Das hat mich schon im alten Forum angekotzt. Warum nicht beide mit ihren Qualitäten einfach mal bestehen lassen?

    Da stimme ich dir bedingungslos zu, ich sehe auch kein besser oder schlechter sondern nur anders. Ich fürchte meine Ausführungen zu CB haben das nicht deutlich gemacht, sondern den Eindruck hinterlassen ich würde ihre Art zu schreiben vorziehen oder "besser" finden.

    ICH hab mit dem Austen-Vergleich bzgl. "literarischer Qualität" nicht angefangen und brauch das auch nicht.
    Fühlte mich nur bemüßigt meine Meinung beizutragen (was doch der Sinn der Sache hier ist?), nachdem mir die Gewichtung zu sehr in die Richtung "Austen brav - Bronte revolutionär" ging.



    Re: all things brontë

    Melisande - 13.12.2011, 14:38


    Bruki hat folgendes geschrieben: Ich kann nicht erkennen, was daran so schlimm ist, wenn man etwas "besser" als was anderes findet?

    Schlimm ist wohl das falsche Wort , klare Worte sind in meinem Sinne :wink: , es gäbe wohl auch kein Problem mit Vergleichen , wenn man beim "Ich finde" bleiben würde und nicht so oft: es ist sagen würde. Das ist in meinen Augen für Diskussionen nicht besonders förderlich, da Menschen, die ihre Meinung nicht für die universelle Wahrheit halten, sich dann zurück ziehen. Mann kann natürlich auch einen auf Fisherman´s Friend machen. :wink:



    Re: all things brontë

    Melisande - 13.12.2011, 14:44


    Julia hat folgendes geschrieben: Zitat:
    Meine provokante aber reizvolle (und völlig hypothetische) These ist: Hätte Jane Austen ein paar Jahre länger gelebt und noch ein paar Romane mehr veröffentlicht, wäre mit so einem Flickwerk wie "Jane Eyre" kein Blumentopf mehr zu gewinnen gewesen. Zumindest gefällt mir dieser Gedanke.


    Ich hatte dich so verstanden, dass du der Meinung bist sie hätte ihren Schreibstil geändert, deshalb mein Hinweis auf die Ausrichtung ihrer Romane.



    Re: all things brontë

    Julia - 13.12.2011, 14:58


    So meinte ich es nicht. Mein Gedankenspiel (und mehr als das ist es nicht!) bezog sich darauf, dass ein paar Romane mehr (egal ob und wie sich ihr Stil verändert hätte) Austen unter den literarischen Zeitgenossen eventuell einen entsprechenden Rang eingebracht hätte, der die Weiterentwicklung des Romans unmittelbarer beeinflusst hätte. So wurde sie ja mehr der weniger erst in den 1870er Jahren "wiederentdeckt".
    Aber all das ist wie schon gesagt rein hypthetisch und sollte eigentlich nicht so einen Grabenkampf heraufbeschwören.



    Re: all things brontë

    Melisande - 13.12.2011, 16:10


    Julia hat folgendes geschrieben: Aber all das ist wie schon gesagt rein hypthetisch und sollte eigentlich nicht so einen Grabenkampf heraufbeschwören.

    War doch alles ganz harmlos :wink:



    Re: all things brontë

    Bruki - 13.12.2011, 18:00


    Also, ich sag mal so (und tut mir leid, wenn ich euch mit der Wiederholung meiner alten Literaturtheorie zum Gähnen bringe):

    Ich sehe die britische Romanliteratur auf ein paar Wurzeln gegründet... da ist Swift und Defoe und Gay und Cervantes - und die vielen Pamphletisten wie Pope... die dabbelten so herum mit den neuen Medien... und dann passierte im 18. Jahrhundert etwas interessantes: Da schrieb ein Pfarrer einen Fortsetzungsroman, den ich auch heute noch als Trash bezeichne (dank an Julia für den Tipp): das war Richardson, dem die weiblichen Salons zu Füßen lagen... der schrieb wahrscheinlich, was heute in Arztromanen in den Kiosken verkauft wird oder in den Kaufhäusern auf dem Krabbeltisch am Eingang rumliegt...

    Aber damals war das neu (eine Erfindung die ich Richardson gerne zugestehe), sich zu fragen, was empfand Dulzinea, wenn ihr dieser alte Ziegenbock nachstieg? ... und getreu dem Motto, viel Feind viel Ehr, begann Richardson die stakes hochzulegen für die empfindsame junge Damsel in Distress - und da er wahrscheinlich nach Seitenanzahl bezahlt wurde, sich auf 1500 Seiten auszuwälzen (bis hin zum Wäschezettel der Heldin, musste alles rein in das Buch - und ob man's glaub oder nicht: Jedes Blatt wurde dem Autor aus den Händen gerissen und verschlungen)...

    Aber wie das immer so ist: Wo viel Licht, erscheinen bald die Neider... Auftritt eines mehr als einmal gescheiterten Londoner Hallodrie: Mr. Henry Fielding...

    Dem ist gerade seine Einkommensquelle verschüttet worden, als PM Robert Walpole sein Zensurgesetz einführte (Fielding war ein begnadeter Schreiber satirischer Theaterstücke :wink:)... Also, und weil ihm dieser Richardson mit seiner Empfindsamkeit (oder seinem Erfolg :wink:)auf den Sack ging, verfasste er ein von der Zensur, die sich nur auf Theaterstücke bezog, nicht erfasstes Pamphlet "An Apology for the Life of Mrs. Shamela Andrews" - kein Meisterwerk, sondern eher eine bissige Satire auf Richardsons "Pamela Andrews" - was ihm erfolgreich genug erschien, dass er auf diesem Weg weitermachte...

    So "erfand" Fielding den modernen realistischen Roman in seinem nächsten Projekt: Die ersten Kapitel "Joseph Andrews" sind noch Karikatur, die auftretenden Figuren Abziehbilder, aber irgendwann nach dem ersten Drittel muss das passiert sein, was viele Autoren später beschrieben: Die Gestalten beginnen ein Eigenleben zu entwickeln und werden Menschen... und er hat eine Menge mehr Ahnung über Dramaturgie, Spannungsbögen und Wahrscheinlichkeit als Richardson... Höhepunkt Fieldings Könnens ist natürlich "Tom Jones" - ein "fertiger" Roman auf der Höhe der Zeit, das Werk eines Genies...

    So, das war der große Krieg der Romanciers des 18. Jahrhunderts... wenn Du mal bei Samuel Johnson nachliest, findest Du da einen authentischen Abdruck dieser Schlacht vor...

    Soch, und am Ende des 18. Jahrhunderts sind Romane in England sowas wie in den 50gern das Fernsehen oder heute das Internet: Wer auf sich hält, ist drin! :wink:

    Jane Austen erscheint... sie kam, sah und vereinigte... Sie griff sich die psychologische Gestaltung der Charaktere bei Richardson (Grandison und Co) und die Wahrscheinlichkeit, Wahrhaftigkeit der Charaktere bei Fielding - und lernte bei ihm ne Menge über verschlungene Handlungen und wie man den unaufmerksamen Leser foppt... (kuck nur mal den Plot und die Akteure bei "Tom Jones" an, man denkt es ist eine großer wirrer Heuhaufen, aber in Wirklichkeit ist da keine Figur, und kein Auftritt ohne Sinn und Zweck für die Handlung - und wenn Jane Austen ihren kunstvoll-verschlungenen Plot in "Pride and Prejudice" nicht bei "Tom Jones" gelernt hat, denn wo sonst?)... und wie man mit ein paar Strichen einen interessanten Charakter formt...

    Ich denke, Jane Austen ist sowas wie der Schlussstein im Großen Eingangstor der Weltliteratur... sie verbindet in ihrem Werk die beiden Säulen der Romanliteratur: Romantik und Realismus... alle andern ruhen auf ihr... sogar Charlotte Bronte, auch wenn die das so nicht einsehen wollte, die olle Schreckschraube :blll: ...

    Bruki :bruki:

    PS: Fieldings letztes Werk "Amelia" geht übrigens schon in Richtung Jane Austen... und Charles Dickens :shock: ... Obwohl einige meinen, es wäre ihnen zu sentimental, ich finde es sein berührendstes - weil persönlichstes - Werk.



    Re: all things brontë

    Ulli - 13.12.2011, 18:27


    Ich war schon gespannt, wann wir endlich mal wieder bei Richardson und Fielding, sozusagen dem Urschleim, landen...



    Re: all things brontë

    Bruki - 13.12.2011, 18:57


    Ulli hat folgendes geschrieben: Ich war schon gespannt, wann wir endlich mal wieder bei Richardson und Fielding, sozusagen dem Urschleim, landen...
    Ich wollte die Kampfhennen eben ein bisschen ablenken :wink: ...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Adminette - 13.12.2011, 19:08


    scheint nicht so ganz gefunzt zu haben, ulli klingt ungewöhnlich unentspannt?!

    ich les den exkurs trotzdem auch noch ein fünftes mal, er wird ja nicht schlechter, oder unwahrer. zurück zum keksefuttern...



    Re: all things brontë

    Ulli - 13.12.2011, 19:50


    Anna hat folgendes geschrieben: ulli klingt ungewöhnlich unentspannt?!



    Zum Buddhisten bin ich nicht geeignet, bin schon als überzeugter Choleriker geboren :D .



    Re: all things brontë

    Adminette - 13.12.2011, 19:57


    das kann ich überbieten, bei mir liegt die rote galle (wars doch, oder?) schon in der zweiten generation. das gute daran ist, dass nach 5 minuten rumpelstilzchentanz auch wieder ruhe und reden ist. gewöhnlich. naja. ich würde sagen, es ist immerhin ein unleugbar gutes zeichen, dass man sich dinge immer noch zu herzen nehmen kann :ja:



    Re: all things brontë

    Ulli - 13.12.2011, 20:22


    Zweite Generation bin ich auch, als überarbeitete Version bin ich aber weniger nachtragend, eine Stunde und keine 4 Wochen. Und ich bin ein großartiger Türzuknaller. Vasen und ähnliches sind hingegen völlig sicher vor mir. Da schlägt der Geiz bei mir durch und ein eingeimpfter Respekt vor allem Sächlichen.



    Re: all things brontë

    Adminette - 13.12.2011, 20:56


    Ulli hat folgendes geschrieben: Vasen und ähnliches sind hingegen völlig sicher vor mir. Da schlägt der Geiz bei mir durch und ein eingeimpfter Respekt vor allem Sächlichen.

    das ist löblich. denk' ich. bei mir nur eine frage des anreizes. wenn man es klug genug anstellt, zünd' ich auch eiskalt die sammlerbibliothek an und schmeiss das gute porzellan hinterdrauf. das muss dann wohl irgendein anderes, nicht das cholerische erbe sein. aber das sollte ich professioneller weise wohl lieber nicht so laut sagen. :anonym: :engel:

    PS: ja toll. die kurve zu den brontefilmen zurück dürft ihr jetzt selber kriegen :blll: :wink:



    Re: all things brontë

    Melisande - 13.12.2011, 22:38


    Nichts leichter als das (die zweite :lol: ). Wenn ich eure letzten Mails so durchlese, dann frag ich mich warum auf dem ollen Rochester und seiner Cholerik so rumgeritten wird. :anonym: :engel:



    Re: all things brontë

    Bruki - 14.12.2011, 10:40


    Melisande hat folgendes geschrieben: Nichts leichter als das (die zweite :lol: ). Wenn ich eure letzten Mails so durchlese, dann frag ich mich warum auf dem ollen Rochester und seiner Cholerik so rumgeritten wird. :anonym: :engel:
    Das ist so ne alte Geschichte bei den Janeiten, Fanny Price und Jane Eyre zu vergleichen... es gibt viele Gemeinsamkeiten der beiden, aber auch Unterschiede in der Behandlung durch ihre Schöpferinnen... und bei der Gelegenheit wird dann auf die Unterschiede in den Elternhäusern der beiden Autorinnen eingegangen... und es wird vermutet, dass es im Hause Bronte "häusliche Gewalt" gegeben habe... was zu den Verzerrungen in der Weltsicht der 3 Schwestern beigetragen haben könnte... da ist dann natürlich der Vater Bronte der erste Verdächtige... aber wie gesagt, da ist am Ende viel Spekulation dabei...

    Die jungendlichen Jane und Cassandra haben ohne Zweifel in einem Männerhaushalt gewohnt, wo die Männer den Ton angaben... während die Brontes in einem Frauenhaushalt aufwuchsen (der Vater verkroch sich den ganzen Tag in seinem Arbeitszimmer - selbst die Mahlzeiten ließ er sich dort servieren), da waren sicher die Frauen diejenigen, die im Alltag bestimmten, wo es lang ging... da fehlte vielleicht das männliche Rolemodel? ... und die haben auf fiktive Gestalten zurückgegriffen, deren Wahrscheinlichkeit (und Praxistauglichkeit) eher fraglich ist...

    Ich hab oben ja schon mal dazu aufgefordert, bei Jane Austen einen gegen Frauen gewalttätigen (schlappschwänzigen) Helden zu finden-- bei der gab es sowas einfach nicht, während man bei den Brontes praktisch in jedem Romanhelden sowas finden konnte, und man fragt sich eben, wo das herkommt und warum das so ist...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Ulli - 14.12.2011, 12:13


    Wobei "Gewalt" ja nicht nur die körperliche ist. Was psychologische Kriegsführung und pure Boshaftigkeit ist, lernt man bei Jane Austen vortrefflich. Ich winde mich jedenfalls beim Lesen von Austens Romanen weit öfter als bei Charlotte Bronte.



    Re: all things brontë

    Mme. O - 14.12.2011, 12:27


    Na ja ich glaube dass man die erotischen Motive nicht vernachlässigen darf. Sowohl bei Sturmhöhe als auch Jane Eyre ist der sexuelle Antrieb viel stärker als bei Austen und gebrochene Charaktere Heathcliff/Rochester haben eben viel mehr Appeal an die dunklen Triebe.
    Heiraten und Kinder kriegen mit Darcy, aber nicht mit Heathcliff! Und Rochester muss erst... *schnippschnapp*.

    Ohh ich wollte doch das Thema gar nicht wieder aufleben lassen. :oelig:



    Re: all things brontë

    Bruki - 14.12.2011, 20:01


    Ulli hat folgendes geschrieben: Wobei "Gewalt" ja nicht nur die körperliche ist. Was psychologische Kriegsführung und pure Boshaftigkeit ist, lernt man bei Jane Austen vortrefflich. Ich winde mich jedenfalls beim Lesen von Austens Romanen weit öfter als bei Charlotte Bronte.
    Yippie, da hab ich zufällig gleich den passenden Text dazu:

    Zitat: Hören wir zum Schluss dieser ‚Worte-vs.-Zahlen-Betrachtung’ kurz bei ‚Effi Briest’ rein und schalten wir uns ein in ein Gespräch über Regeln. Es spricht zunächst der Herr Major Crampas und meint, dass die Behörden wohl ein ... „Auge zudrücken können. „Muß denn alles so furchtbar gesetzlich sein? Alle Gesetzlichkeiten sind langweilig.“

    Effi klatschte in die Hände.

    „Ja, Crampas, Sie kleidet das, und Effi, wie Sie sehen, klatscht Ihnen Beifall (Anmerkung: Wie wir sehen, redet Effi von sich in der dritten Person, damit tritt sie zurück und gibt dem folgenden Satz einen gewichtigen Auftritt.) Natürlich; die Weiber schreien sofort nach einem Schutzmann, aber von Gesetz wollen sie nichts wissen.“ (Nun sind wir gespannt, was die Männer dazu sagen:)

    „Das ist so Frauenrecht von alter Zeit her, und wir werdens nicht ändern, Innstetten.“

    „Nein“, lachte dieser, „und ich will es auch nicht ...“

    Hier steht der Rest...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Ulli - 10.01.2012, 11:48


    Was ich am Roman "Jane Eyre" so liebe (und weshalb ich den einen oder anderen etwas kruden Aspekt gern schlucke) sind die Streitgespräche zwischen Jane und Rochester. Da stehen sich zwei Sturköppe gegenüber und die Funken sprühen.

    Von dieser Kraft habe ich in der neuen Verfilmung nichts wieder finden können. Über malerische Landschaft, sorgfältige Ausstattung, gute Schauspieler muß ich nichts ausführen, weil gegeben. Aber mir blieb der Film schlicht zu harmlos. Das war die letzte BBC-Verfilmung zwar auch, aber immerhin spielten die beiden Hauptdarsteller sehr charmant. Was ich befürchtet hatte, was ich vielleicht auch zu sehr während des Filmes im Hinterkopf hatte, war, daß Michael Fassbender hier schlicht verschwendet war. Die mitunter etwas gefährlichte Strahlkraft anderer Rollen blieb hier meist versteckt und viel zu englisch zurückhaltend. Bei Rochester kann man doch richtig loslegen, zumal wenn man so ein charismatischer Schauspieler ist. Aber im Vergleich zum düsteren Ciaran Hinds und dem deutlich lichteren, aber auch etwas konventionellen Toby Stephens blieb Fassbender noch blasser. Was fast unmöglich scheint. Gut fand ich, daß St. John hier mal als unerbittliche Figur gezeigt wurde.



    Re: all things brontë

    Mme. O - 10.01.2012, 15:09


    Stimmt, Fassbender hätte ruhig noch mehr loslegen können und auch die Funken hätten zwischen den beiden höher schlagen können. Aber in ihrer Dezenz und Zurückhaltung fand ich die Gespräche immerhin auf dem Punkt.

    Diese Gespräche waren zwar sehr fein justiert, zeigten aber dennoch die Essenz.. In Stephens Gebelle hat sich das Rochesterwesen für mich nicht richtig gezeigt.

    Ich war noch mal drinne - und Anna, diesmal fand ich auch die Kussszene plötzlich gar kein bisschen mehr falsch. Nein, goldrichtig.
    Bisschen mehr WUMMS und es gäbe nichts mehr herum zu kritteln.



    Re: all things brontë

    Ulli - 10.01.2012, 15:19


    Die Knutschszene, falls die unter dem Baum gemeint ist, finde ich in jeder Verfilmung zum Wegsehen. Als Hörspiel ist sie in Ordnung, aber zum Zusehen finde ich sie immer leicht peinlich.



    Re: all things brontë

    Mme. O - 10.01.2012, 17:04


    Beim ersten Mal ging es mir auch so. Uahh...
    Aber beim zweiten Mal fand ich die Knutschszene plötzlich sehr sweet :oelig:
    - und plötzlich auch nachvollziehbar, dass Jane ihn sich so fast grob schnappt.



    Re: all things brontë

    Adminette - 14.01.2012, 23:14


    ooooch. naja. vielleicht, wenn du dem ganzen eine zweite chance gibst?? ich finde schon, dass die bälle in den ziemlich konzentrierten konversationsszenen zwischen jane und rochester ziemlich hochfliegen. spätestens, wenn er sie nicht vom haken lassen will, selbst wenn sie die blümchen auf dem teppich mit überdeutlicher emsigkeit zu studieren beginnt. und sie ihm dann wenigstens die schöne nonsense-zeile zurück an breiten vorderschädel schleudert, als er wieder von seiner unverdorbenen kur zu salbadern beginnt.

    und wo bitte war denn ciaran hinds düstern? ich sah nur ein zeterndes rumpelstielzchen der völlig uncharmanten art. aber ich bin, wie immer, offen für überzeugende argumente :wink:

    was die knutscherei unter dem baum angeht: hab ich irgendwo vehement dafür gestritten? mir glatt entfallen :anonym: aber gute/überzeugende kusszenen in film und fernsehen kann man eh an einer hand abzählen. vielleicht sind euch da mehr geläufig?



    Re: all things brontë

    Mme. O - 15.01.2012, 11:46


    Nein Anna, Du hast sie nicht mal groß verteidigt, glaub ich. Ich hatte nur Dir gegenüber erwähnt, dass ich sie als sehr unnatürlich empfand und habe meine Meinung jetzt geändert. :wink:
    Okay. Sollen wir ein Ranking der besten Kussszenen wagen?

    Die Dialogbälle wirkten in der zweiten Sichtung auch auf mich gezielter und treffender als beim Ersten Mal.

    zeterndes Rumpelstilzchen... LOL



    Re: all things brontë

    Ulli - 16.01.2012, 14:42


    Anna hat folgendes geschrieben:
    und wo bitte war denn ciaran hinds düstern? ich sah nur ein zeterndes rumpelstielzchen der völlig uncharmanten art. aber ich bin, wie immer, offen für überzeugende argumente :wink:




    Ciaran Hinds Rochester war zwar - zumal vom Äußeren her - anders als im Buch, aber das nicht stromlinienförmige oder normal attraktive, das im Buch betont wird, stellt er dar. Zumal im Vergleich dazu Toby Stephens, Michael Fassbender und Orson Welles ausgesprochen schnieke sind. Es wird klar, daß Rochester und Eyre beide recht eigen sind und nicht normgerecht. Zeterndes Rumpelstilzchen...also bitte :D . Färbt da etwa Dein Desinteresse an Samantha Morton auch auf den weiteren Hauptdarsteller ab? Ich halte trotz aller Kürzungen jedenfalls diese Variante immer noch für die dem Roman am meisten entsprechende.

    Und natürlich bekommt die Neuverfilmung eine zweite Chance. Gar nicht zu reden von der dritten und vierten. Oder fünften und sechsten.

    Die einzige gute Kusszene, die mir spontan einfällt, weil so rührend anzusehen, ist die in "Bright Star" mit Abbie Cornish und Ben Winshaw. Da läßt sich aber bestimmt noch mehr finden.



    Re: all things brontë

    Bruki - 16.01.2012, 14:49


    Ulli hat folgendes geschrieben: Färbt da etwa Dein Desinteresse an Samantha Morton auch auf den weiteren Hauptdarsteller ab?
    Oi, da hasse was ganz falsch verstanden: Anna liept Samantha Morton :lshow: ...

    Ich hab zwar die neue Verfilmung noch nicht gesehen, aber halte bisher George C. Scotts für die gelungenste Rochester-Darstellung...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Melisande - 23.01.2012, 19:02

    best of - Küsser
    :drück: Meine best of Liste männlicher Küsser :lol: :
    Hugh Grant
    Richard Gere
    Jeremy Northam

    Dagegen (leider) peinlich bis zum Fremdschämen:
    Colin Firth

    BTW: allen noch ein schönes, schon leicht angegilbtes 2012



    Re: all things brontë

    Mme. O - 24.01.2012, 15:16


    Wann hat denn Colin Firth schon mal geküsst? Du meinst ja wohl nicht den schmlalippigen Kuss, den er Lizzy gab?!

    Hugh Grant? Huahhhh nee Du, sorry :ürks:



    Re: all things brontë

    Melisande - 24.01.2012, 17:27


    Bridget Jones :lol:



    Re: all things brontë

    Mme. O - 24.01.2012, 17:43


    Link

    Meinste den?



    Re: all things brontë

    Adminette - 24.01.2012, 19:10


    waaas bitte schön ist denn gegen hughie grant zu sagen? niemand kann doch so herzeinweichend gedichte in einem britischen pond rezitieren und dabei lasziv rauchen... dazu habe ich aber jetzt leider keinen clip finden können :wink:

    PS: ich sah neulich im zug per zufall bei meinem vordermann, dass sich jason schwartzman auch ganz gut auf die sache mit dem telegenen schnäbeln versteht. hab nur leider den serientitel nicht mitbekommen...



    Re: all things brontë

    Tinka - 24.01.2012, 20:42


    @anna: Vielleicht in Bored to death? Hab da mal reingeschaut, weil ich ja JS auch so herzig finde (wen finde ich eigentlich in letzter Zeit nicht herzig??), aber die Serie hat mich nicht so vom Hocker gerissen.



    Re: all things brontë

    Melisande - 29.01.2012, 21:31


    Zitat: Meinste den?
    Korrekt :lol:
    Wie Colin immer die Oberlippe küsst, wirklich herzig. Renee hat gar nicht so viel Arme wie sie möchte, um sich dahinter zu verstecken :prust:

    Man vergleiche im selben Film ihre Chemie mit HG, die ist meiner Meinung nach mindestens 1000 Volt heißer. Noch deutlicher wirds im zweiten Teil von BJ. So hinreißend ich Colin finde, vor allem wenn er in P&P Elizabeth ansieht, auf dem Gebiet ist er wohl nur bei seiner Frau mit dem Herzen dabei (und es sei ihm verziehen).



    Re: all things brontë

    Adminette - 01.02.2012, 22:20

    wuthering heights
    und während andrea arnolds stürmische hohen hierzulande immernoch nicht einmal einen starttermin fürs kellerkino haben (:drum:), gibt es im UK (und ergo hier als import) die DVD ab dem 26.03.2012 zu kaufen. yay.



    Re: all things brontë

    Bruki - 22.02.2012, 19:42


    ... das hab ich mir natürlich nicht 2mal sagen lassen und mal einen schnellen Blick in die neue Wuthering Heights Verfilmung gewagt... Oi joi joi... da schwirrt einem schon nach 5 Minuten der Kopf... die haben scheinbar den ganzen Film mit ner subjektiven Kamera im Handwackelmodus gedreht... das kommt einem vor wie ein Dogmafilm :kreuz: ... hat mir nach 5 Minuten schon der Zeigefinger zur Fast-Forward-Taste gezuckt... und der Kopf gedröhnt... jedenfalls könnt ihr euch schon mal auf ein verstörendes Stück Film gefasst machen... inclusive Leichenschändung mit druffgehaltener Kamera... und wenn der junge Heathcliff Dresche bekommt, wird das auch nicht hinter der Scheune oder im Off zelebriert, sondern in Nahaufnahme...

    Mehr kann ich noch nicht sagen, hatte noch kein geistiges Gleichgewicht entwickeln können, um mit das ganze Stück in Ruhe anzusehen (bin dogmageschädigt :wink:)... es scheint auf jeden Fall ein von den andern Verfilmungen (incl. der zeitgenössischen Adaptionen) sehr(!) abstehendes Werk zu sein... ob es dem irrsinnigen Buch damit näher kommen kann als die andern "gezähmten" Adaptionen, bleibt abzuwarten... könnte aber auf jeden Fall eine interessante Erfahrung sein den Film anzusehen...

    Bruki :bruki:



    Re: all things brontë

    Mme. O - 22.02.2012, 21:03


    *nun erstrecht neugierig sei*



    Re: all things brontë

    Julia - 06.04.2012, 10:59


    Schade, dass der Film bis auf ein paar Filmfeste noch nicht wirklich angelaufen ist ... Ich zähle auf das Münchner Filmfestival - da saß zumindest die letzten Jahre jemand mit zuverlässigem Faible für Kostümfilme in der Auswahlkommission.



    Re: all things brontë

    Adminette - 09.04.2012, 17:27

    Re: wuthering heights 2011
    Julia hat folgendes geschrieben: Schade, dass der Film bis auf ein paar Filmfeste
    noch nicht wirklich angelaufen ist

    ja, und irgendein aufführungstermin, festival oder regulär, steht für deutsche lande auch weiterhin nicht zur verfügung. wann wird das programm für münchen bekannt gegeben? eher richtung frühsommer, oder?



    wie dem auch sei, rein landschaftlich ist der film auf jeden fall ein solcher für die große leinwand in einem abgedunkelten raum. ton (wind) sei dank gelingt andrea arnold (bisweilen auch in den innenräumen der heights, jedoch nicht der grange) eine authentizität, wie ich sie zuletzt nur im "weißen
    band" bemerkt habe - wo ich es auf den wirksamen einsatz der S/W-bilder schob, die ja einige atmosphärische unliebsamkeiten einfach verschwinden lassen.





    jedenfalls meint man, höchst selbst auf dem felsbrocken zu liegen und ins sonnenbeschienene tal zu blicken.



    im wörtlichen offenbaren sich dann aber leider so manche schwächen und der film kippt mit wechsel in die erwachsenen-sparte gänzlich. das kippen ist überhaupt so eine sache. steadycam in allen ehren, aber vielleicht sollten leute mit leichtem magen die popcorntüten im kino besser vor einsetzen des vorspanns geleert haben. wär schließlich schade um den mais. stellenweise nimmt das gewackel derart überhand, dass man kaum noch erkennt, was eigentlich gezeigt werden soll. wo der film also mit einiger wahrscheinlichkeit in den folgenden jahren (also, solange noch ein funken interesse an selbem bestehen sollte) eh nicht in hiesigen kinos laufen wird: ein grund mehr, im zweifelsfalle bei der import-DVD, online-videotheken oder PM zuzuschlagen.





    die ausgewechselten darsteller sind weniger intensiv als ihre jugendlichen vorgänger und wie oben bereits erwähnt fehlt arnold das feeling für reelle feinheiten im drawing room. das wirkt dann alles sehr laienhaft und wird nicht mehr durch aussagekräftige bilder abgefangen. und mal abgesehen davon, dass das ende durch eine kleine kabinettszene zwar äußerst verstörend ist (muß bei gelegenheit mal drauf achten, ob tatsächlich im abspann darauf verwiesen wird, dass während des drehs keine hunde-
    babys schaden nahmen), ist es auch völlig abrupt. klar, die zweite buchhälfte fehlt eh wieder. bei dem geruhsamen tempo wäre dafür bestenfalls in einem zweiten film zeit gewesen. umso ärgerlichher die endlosen einstellungen, in denen heathcliff aus dem fenster
    schmachtet, in fenster peept oder einfach so ziellos und nicht mal richtig waidwund in die gegend starrt. der haupterzählstrang wedelt also umso kraftloser und gänzlich unwuchtig über den matschigen hühnerhof der unentschlossenheit - und läßt den zuschauer nicht nur etwas ratlos sondern vor allem auch bestenfalls desinteressiert zurück. dabei ist das buch doch eine derartige achterbahnfahrt. wie öde.



    im endeffekt also überambitionierten riesenanlauf genommen und im absprung über die eigenen prätentiösen schleifenschuhe gestolpert.



    PS: immerhin die größtenteils selbst gesungene musikauswahl ist ganz nett. so summt young cathy u.a. natürlichdie ballade von barbara allen vor sich hin (die, die john travolta letzthin so herzzerreissend vertonte). nur die sache mit mumford & sons war auch eher gewollt hip als wirklich gut. dann doch lieber wieder kabale und liebe mit hannes wader.

    Link



    Re: all things brontë

    Mme. O - 09.04.2012, 18:10


    Ohhh... Menno!



    Re: all things brontë

    Adminette - 09.04.2012, 18:14


    ahh. :nixweiss: kann ich helfen?



    Re: all things brontë

    Mme. O - 09.04.2012, 20:06


    Glaub nich. Kannst den Film ja auch nicht mehr ändern, oder?



    Re: all things brontë

    Adminette - 09.04.2012, 22:32


    och, das klingt jetzt aber furchtbar ausweglos, frustrierend und untröstlich :wink:



    Re: all things brontë

    Julia - 12.06.2012, 12:50


    Arnolds "Wuthering Heights" läuft dreimal auf dem Münchner Filmfest Anfang Juli. Weiß nicht für wen außer mich das interessant ist, aber ich freu mich. :cool:



    Re: all things brontë

    Adminette - 12.06.2012, 20:46


    ich mich auch - wenn du mitteilst, wies gefallen hat :wink:



    Re: all things brontë

    Ulli - 14.06.2012, 11:07


    Anna hat folgendes geschrieben: .... wenn du mitteilst, wies gefallen hat :wink:

    Dem schließe ich mich an. Unbedingt.

    Wie hat Euch eigentlich die letzte TV-Version mit Tom Hardy als Heathcliff gefallen? Bei mir ist es schon etwas länger her. Aber von allen Versionen, die ich bislang kenne, hat sie mir am besten gefallen. Vielleicht weil ich erstmals Empathie für das Liebespaar entwickeln konnte.



    Re: all things brontë

    Julia - 26.06.2012, 09:19


    ^Die TV-Version habe ich in sehr guter Erinnerung! Kann mich aber nicht mehr an Details erinnern - wird vielleicht Zeit für ein Wiedersehen.

    Leider kann ich nun zu keiner der geplanten "Wuthering Heights"-Vorführungen hier beim Filmfest. :-( Der Zeitplan für diese Woche ist einfach ganz ganz schlecht ... Schade, hätte das zu gern auf großer Leinwand gesehen und nicht auf meinem Laptop.



    Re: all things brontë

    Ulli - 09.07.2012, 12:29


    Eigentlich sollte es der zweite Versuch einer Michael-Fassbender-Reihe werden, aber irgendwie kommen wir immer vom Thema ab und so wurde eine Jane-Eyre-Reihe draus.

    Als erstes gab es natürlich die neueste Verfilmung, die mir immer noch mehr Stimmung als Substanz zu haben scheint und obwohl fast alles vom Witz der Vorlage verloren gegangen ist, mag ich die wenigen Momente, die von Mia Was. so zurückhaltend gespielt werden, daß man die Pointen fast nicht mitbekommt. Zwei weitere Sachen haben mir sehr gut gefallen: Daß einerseits Adele zwar wenig Raum hat, aber immer wieder durchscheint, daß sie sich ihrer Lage nicht recht sicher weiß und man ihr diese Unsicherheit/Ängstlichkeit gelegentlich ansieht und andererseits Judi Denchs Mrs. Fairfax zwar die Sehnsüchte nicht versteht, die Jane Eyre umtreiben, aber Verständnis dafür zeigt, daß sie da sind.

    Nachdem der Regisseur im Interview auf die Verfilmung von 1944 verwies, kam als nächstes diese dran. Wobei man ja sagen muß, daß er in seinem Film den Gothik- oder Gruselfaktor stark hervorheben wollte, was er so gut getan hat, daß ich ihn nicht wahrgenommen habe. Der Film von 1944 schlägt in dieser Hinsicht dann aber brachial zu. Man würde sich keinen Moment wundern, käme der Hund der Baskervilles um die Ecke.

    Orson Welles als Rochester, eine schöne Mischung aus Verletztlichkeit und Bedrohlichkeit, steht Joan Fontaine als Jane Eyre gegenüber und irgendwie spielen die beiden in verschiedenen Filmen mit. Jane-Joan schmilzt angesichts Rochesters dahin, daß mehrere Pötte nicht reichen, um das fließende Schmalz aufzufangen. Mal gibt es den Schmelz mit einem leichten Lächeln, mal mit Konzentrationsfalte über der Nasenwurzel. Ich bin mir nicht sicher, ob es mehr Ausdrucksformen bei Joan Fontaine gibt, komischerweise sehe ich sie trotzdem immer gern. Die Geschichte ist natürlich im Geiste der Zeit umgeschrieben und der Hauptdarstellerin angepasst, hat aber auch vereinzelt Szenen zu bieten, die in den anderen Filmen nicht (und vielleicht nichtmal im Buch) vorkommen und schön passen. Einzig überhaupt nicht überzeugend ist diesmal Mrs. Fairfax, sonst immer ein zuverlässiger Pluspunkt. Da hat man einer Schaupielerin, die aussieht wie ca. 40, eine weiße Perücke und einen Tatterich übergestülpt, was schrecklich unglaubwürdig wirkt. Dieser Film ist keine überzeugende Romanverfilmung, aber er lohnt sich als Kind seiner Zeit und Orson Welles ist sowieso immer sehenswert. Im Gegensatz zur aktuellen Verfilmung ist das "Nein" von Jane auf Rochesters Frage, ob sie ihn schön findet, auch durchaus berechtigt, denn obwohl Welles in jungen Jahren ohne Bart und späteren Jahren mit Bart sehr gutaussehend ist, mag man ihn in diesem Moment nicht so bezeichnen.

    Nachdem man beim ersten Film etwas zu sehr durch die Szenen pest, ist im zweiten Film deutlich mehr Ruhe für die einzelnen Szenen, was allerdings zu Lasten bestimmter Handlungselemente (St. John und Schwestern) führt. Zum Vergleich dieses Für und Widers gab es dann noch die Verfilmung mit Samantha Morton und Ciarin Hinds.

    Auch hier wurde ein Teil der Handlung weggelassen (zwar St. John, aber keine Verwandtschaft, kein Erbe), dafür gleitet man gelassen von Szene zu Szene. Es gibt einen wirklich ziemlich hässlichen Rochester und Jane Eyre darf als Ausnahme der mir bekannten Verfilmungen endlich auch mal selbstgefällig und bigott sein. Hallejujah! Sehr schön gespielt, ausnahmsweise kein Haddon Hall für Thornfield, für mich immer noch die sauberste und überzeugendste Verfilmung des Buches.



    Re: all things brontë

    Julia - 22.07.2012, 20:53


    Hab die Arnold'sche Sturmhöhe jetzt auch "in klein" gesehen und bin sehr angetan! Würde spontan behaupten, dass das die beste Film-Version des Buches ist. Zumindest die beste Version von dem Buch, das ich gelesen habe. :wink:
    Sehr stimmungsvoll und emotional, kann mich nicht erinnern, dass mich andere Verfilmungen von dem Stoff so berührt hätten. Gerade weil es kaum Text, keine Musik und sonstige potentielle Plattheitsfallen gab. So bleibt viel Raum für eigenes "Hinzutun", was der Teilhabe beim Lesen eines Buches ziemlich nah kommt, finde ich.
    Stimme Anna zwar dahingehend zu, dass es ab der zweiten Hälfte (also die Erwachsenenhälfte) an Kraft verliert, aber das hat die Freude für mich nicht wirklich geschmälert.

    Schade nur, dass auch hier wieder die zweite Hälfte des Buches fehlt und Heathcliff als (mehr oder weniger) Sympathieträger entlassen wird.



    Re: all things brontë

    Adminette - 10.09.2012, 23:41

    wuthering heights 2011
    Link



    Re: all things brontë

    Mme. O - 11.09.2012, 07:40


    Schaffte es das Ding eigentlich noch ins deutsche Kino?
    Konnte keine Info dazu finden... nur die UK Version auf DVD. :|



    Re: all things brontë

    Adminette - 17.11.2013, 20:31


    aus der mediathek der ARD: ein mitschnitt einer etwas unflüssigen ringvorlesung an der augsburger uni zum thema, dass sich der dozierende nur schwerlich in worte gezwängt abringen mochte: "emily bronte: wuthering heights - liebe und interpretation". ich hoffe, der beitrag bleibt etwas länger online, ist ganz unterhaltsam, zumal der dozent nicht vor trivia zurückschreckt. irgendwie muss man ja auch die studierenden bei laune halten. :wink:



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