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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Wyzzel Forum: Der Pfad der Ahnen Forenbeschreibung: Netherpräsenz aus dem Unterforum: Unsere Lebensgeschichten Antworten: 1 Forum gestartet am: Mittwoch 06.02.2008 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Todeswunsch und Lebenswille Letzte Antwort: vor 9 Jahren, 4 Monaten, 29 Tagen, 14 Stunden, 43 Minuten
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Re: Todeswunsch und Lebenswille
Wyzzel - 29.10.2013, 08:42Todeswunsch und Lebenswille
Folgender kleiner Text wird wohl nur den aktiven Mitspielern des momentan laufenden Elfen-Plots etwas sagen, dennoch musste ich das einfach abtippen, da ich das einem "sterbenden" / verschwindenen Charakter schuldig bin. Ist also eher ein Abschied von mir persönlich. Ich poste es hier aber allen, da vielleicht auch der ein oder andere Spaß daran hat, dieses Ministück der mitlerweile riesig gewordenen und wohl noch viel größer werdenden Story, zu lesen.
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Blitze zerrissen den Himmel während die Gegend ihrem Namen alle Ehre machte. Die Nethergeschwängerte Luft brauste in wilden Schlieren über sie hinweg, als es um sie herum begann Feuer zu regnen.
Der erste glühende Brocken noch in weiter Ferne fallend sichtbar, ließ sie verunsichert umherschauen und erkennen, dass dieser bei weitem nicht der einzige blieb. Es hätte ein sehr ergreifendes Schauspiel sein können und einen Moment betrachteten sie auch schweigend die fallenden Abyssale und ihre beinahe hypnotisierenden, ja fast schön wirkenden glühenden Schweife, welche den Himmel in scheinbar geregelten Abschnitten zerteilten und in ein feuriges Licht tauchte.
Bald schon erschütterte deren Aufprall auch in ihrer Umgebung den Boden und riss sie von diesem Anblick wieder in die Wirklichkeit.
Er spürte Ihre Nähe doch sie selbst schien nicht neben ihm sondern weit fort. Als sie seine Hände ergriff, fühlten diese kaum Widerstand. Ihre Stimme klang irgendwie fern, fremd, verängstigt.
„Wir müssen gehen!“ hörte er sie sagen, doch es brauchte eine Weile bis er den Sinn der Worte begriff und kaum merklich den Kopf schüttelte. Ihre Augen spiegelten die aufkommende Verunsicherung und Enttäuschung wider und er ertrug es kaum sie weiter anzusehen.
„Wir … müssen gehen!“ Wiederholte sie in einem beinahe verzweifelten Ton. „Lass uns bitte endlich gehen!“
„Ich habe es versprochen...“ bekam er nur als Antwort heraus, wurde von ihn jedoch direkt unterbrochen.
„Ja MIR hast du etwas versprochen! Sie ist frei also lass mich nicht alleine!“ Es schien als würde sie seine Gedanken lesen können. Als wüsste sie bereits was er vor hatte. Und er wusste, dass sie ihm nicht folgen konnte. Ihre nun leicht weinerliche Stimme, ähnlich welcher, die er nur zu oft von anderen, ohne jedes Gefühl gehört hatte, schien ihm nun zum ersten mal ein Stück das Herz herauszureißen. „Ich … wollte mit euch beiden gehen!“ Hörte er sie nun näher und ganz in dieser, trotz allem, noch immer seiner Welt.
„Ich weiß.“ Antwortete er mit gedrücktem Laut. „Ich auch.“
„Dann geh doch wenigstens mit mir … oder lass sie uns suchen und ...“ Als er bei ihren Worten erneut kaum merklich den Kopf schüttelt enden ihre Worte in einem Schluchzenden Laut. Er wusste nicht recht wie er reagieren, das aussprechen sollte was beide bereits wussten und doch nicht wahrhaben wollten. Auch seine Stimme klang im ersten Moment verunsichert.
„Du musst gehen, es wird hier zu gefährlich für dich!“
„Und was ist mit dir? Wieso denkst du, dass sie dir nichts tun werden? Was hält dich noch hier?“
„Ich dachte ich wäre bereit fortzugehen …“ er senkte den Kopf und schien selbst nochmal alles zu bedenken, doch kam erneut zum selben Schluss. „Doch ich bin es nicht! Du musst ohne mich gehen, jetzt … und schnell. Ich glaube nicht, dass ich dich nochmal von ihnen befreien kann!“ Sein Blick fuhr kurz an ihren nun unglaublich enttäuschten und weinerlichen Augen vorbei in den Himmel, um sich kurz der drohenden Gefahr wieder bewusst zu werden und auch um ein Stück dem aufkommenden bedrückenden Gefühl zu entfliehen.
Es gelang nicht. Die durchscheinenden Tränen liefen ihr über die Wange während sie ihn schweigend ansah und er den Blick nicht länger weghalten konnte. Er fühlte sich so hilflos … so verletzlich, so egoistisch. Bei all den schlimmen Dingen die er bisher in seinem Leben getan hatte, fühlte sich das wohl edelste, was er jemals tun würde, gleichzeitig an wie das Schlimmste überhaupt. Sie hatte ihn verändert, das stand fest. Etwas was noch niemandem gelungen war. Sie hatte ihn auch gerettet, in vielerlei Hinsicht sogar. Und nein, er war noch nicht bereit zu gehen! Es fühlte sich alles viel zu neu an, um es direkt wieder loszulassen, und doch musste er sie, der er dies zu verdanken hatte, dafür gehen lassen. Es war alles so unfair, doch wie könnte er sich erdreisten von Fairness zu sprechen. Nein nicht er.
Er drückte sie an sich und küsste sie innig, versuchte, diesen Moment so bewusst zu spüren wie er es in seinem Zustand noch konnte. Es schien als wollte sie sich garnicht mehr von ihm lösen, und ihm ging es ebenso, doch er zwang sich dazu und sah sie erneut an. Wieder hatte er das Gefühl, dass sie weit fort wäre, sich ihre Hände, doch in seinen liegend, dennoch von ihm entfernten.
Leise flüsterte er ihr zu: „Es tut mir so Leid!“
Nun schüttelte sie, kaum merklich mit dem Kopf und lächelte, während ihr weiter die Tränen die Wangen herabliefen.
„Vergiss mich nicht!“ Meine sie mit einer weit fort klingenden leisen Stimme.
„Niemals!“ Nach einem kurzen Moment des Schweigens rang er sich durch es nicht dabei zu belassen und ihr das zu geben, was sie verdient hatte, was er sich nie eingestanden hatte und nun nicht mehr drum herum kam, was er auf ewig bereuen würde, würden die Worte jetzt nicht über seine Lippen kommen. Leise sprach er sie aus: „Laena … ich … liebe dich!“
Kaum noch hörbar drang ihre Stimme noch zu ihm durch. „Ich dich auch, Daron!“
Sie schien einfach zu verblassen … kein Licht … kein Tunnel … nichts davon, was man immer so hörte. Kurz kamen ihm Bedenken wohin sie gehen würde, ob er sie, wenn seine Zeit gekommen war, je wiedersehen würde. Unbewusst versuchte er ihre Hände fester zu halten, doch sie griffen ins Nichts, als zuletzt ihre Gesichtszüge, wahrhaft warm lächelnd, vor seinen Augen verschwanden.
Sie war fort. Für immer. Er fühlte sich leer, so unfassbar leer. Noch eine ganze Weile verharrte er genau so, bis seine Hände sich senkten und er versuchte zu begreifen, dass es endgültig vorbei war. Sich schließlich auf den Boden setzend starrte er in den brennenden Himmel und wartete auf das, wofür er sich entschieden hatte.
Lange musste er nicht warten, bis einer der fallenden Feuerbrocken in unmittelbarer Nähe niederging und den Boden erzittern ließ, Steinfelsen wie Spielzeuge umher schleuderte und Funken bis zu ihm stoben. Sie alle flogen durch seine geisterhafte Gestalt hindurch, es kümmerte ihn nicht. Er blieb sitzen. Donnernde Schritte und grell grüne bis gelbrote Flammen traten in sein Blickfeld. Er erhob sich und sah dem Abyssal direkt in sein glühendes, steinernes Gesicht, hob kurz die Arme und zuckt ironisch mit dem Mundwinkel.
„Schonmal versucht einen Geist zu verbrennen, Arschloch?“
Als Antwort bekam er nur den lodernden und ohrenbetäubend brüllenden Schlund des Dämons zu sehen und zu hören, was ihm ein erneutes, diesmal echt wirkendes Lächeln auf die Lippen stahl. Direkt neben ihm flirrte die Luft und kaum, dass er die Augenbrauen heben konnte, verschwand sein Lächeln, als sich eine handvoll Nethermanten direkt um ihn herum teleportierten und einer von ihnen einen Seelenkristall zückte.
„Scheiße ...“
Die Welt um ihn herum wurde schwarz.
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Fortsetzung folgt online dann wieder im aktiven RP :wink:
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