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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Amika - Lavinia Forum: Maya und Domenico aus dem Unterforum: Schreibforum Antworten: 4 Forum gestartet am: Freitag 06.10.2006 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Christina, Nicki und Mingo Letzte Antwort: vor 11 Jahren, 8 Monaten, 26 Tagen, 3 Stunden, 30 Minuten
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Re: Christina, Nicki und Mingo
Amika - 19.01.2011, 11:41Christina, Nicki und Mingo
erstmal ne kurze erklärung
weiß: Christinas Sicht
grün: Domenicos Sicht
kursiv: Gedanken (sollte klar sein) :wink:
bitte gebt mir ein ehrliches feedback
und einen titelvorschlag (wenn euch einer einfällt)
viel spaß beim lesen :mrgreen:
Re: Christina, Nicki und Mingo
Amika - 19.01.2011, 11:59
Es war ein ganz normaler Montag nach einem ganz normalen Wochenende. Ich ahnte nicht, dass dieser Tag der Anfang eines neuen Abschnittes im Abenteuer Leben sein sollte.
Ich war gerade noch pünktlich vor dem zweiten Klingeln im Klassenzimmer angekommen. Ich ging zu meinem Platz in der dritten Reihe am Fenster. Der Platz neben mir war unbesetzt. Ich sah mich um und stellte fest, dass alle anderen sich um einen Jungen versammelt hatten. Mir fiel ein, dass unser Lehrer uns letzte Woche mitgeteilt hat, dass wir einen neuen Schüler bekommen würden. Irgendwie hatte ich die Tatsache verdrängt.
Er hatte rötliche Haare und saß lässig mit einer Red-Bull-Dose in der Hand auf einem der hinteren Tische. Er würde dort nicht sitzen bleiben können, denn die einzigen freien Plätze waren ein kaputter Einzeltisch, der aus unerfindlichen Gründen direkt neben der Tafel stand, und der Platz neben mir. Seine Kleidung schockte und faszinierte mich gleichzeitig. Seine verwaschen Jeans und sein schwarzes, ausgeblichenes T-Shirt waren total zerlöchert und zerfetzt. Der Used-Look war zwar „in“ aber mit so kaputten Klamotten habe ich noch nie jemanden rumlaufen sehen. Um seinen Hals trug er Lederbänder mit verschiedenen Anhängern, ein Raubtierzahn und einen silbernen der aussah wie ineinander verschlungene Dornen.
Es klingelte gerade zum zweiten Mal, als der Junge sich nach einem Sitzplatz umsah.
„Du kannst dich hier hinsetzen.“, bot ich ihm an.
„Nee, lass mal.“
„Der Tisch da vorne ist kaputt.“, sagte ich. Mir war aufgefallen, dass er mit einem leichten Akzent sprach. Ich fragte mich wo er eigentlich herkam.
Als er sich setzte legte er erstmal eine Packung Zigaretten auf den Tisch. Ich bereute es, dass ich ihm den Platz neben mir angeboten habe. Neben einem rauchenden Vollidioten wollte ich nun wirklich nicht sitzen. Ich riss mich zusammen und nahm mir vor ihn erstmal kennenzulernen und dann ein Urteil über ihn zu machen. Er konnte schließlich nichts dafür, dass ich Zigarettenrauch nicht ausstehen kann.
„Wie heißt du?“, fragte ich ihn leise, denn genau in diesem Augenblick kam unser Klassenlehrer herein. Die ganze Klasse stand auf nur der Neue steckte sich die Kopfhörer seines Walkmans in die Ohren. Ich hatte doch Recht, er war ein Vollidiot.
„Domenico, würdest du bitte den Walkman vorne aufs Pult legen, deine Politiksachen auf den Tisch legen und wie die anderen aufstehen?“, wies Herr Holz ihn zurecht.
„Ey, stress nich‘ rum Alter!“, entgegnete Domenico. Die ganze Klasse war still, so etwas hatte noch nie jemand gesagt. Vor Herrn Holz hatten selbst die größten Obermacker Respekt.
Der Neue tat wie ihm geheißen und bequemte sich dazu aufzustehen.
Domenico hatte wahrscheinlich doch etwas Respekt vor Herrn Holz, denn für den Rest der Stunde hielt er seinen Mund.
In der Fünf-Minuten-Pause war er von den anderen umringt.
„Das war der Hammer!“, hörte ich einen der Jungen sagen.
„Ach hör auf, das war doch gar nix.“, meinte Domenico. Das kann ja noch heiter werden, war mein einziger Gedanke. Ich ging aus dem Klassenzimmer.
Auf dem Flur traf ich meine Freundin Martina aus der Parallelklasse. Ich erzählte ihr was Domenico in der ersten Stunde zu Herrn Holz gesagt hat.
„Der hat sich da echt was geleistet. Ein Wunder, dass der keine Strafarbeit bekommen hat.“, meinte sie.
„Ich bin ganz deiner Meinung. Wusstest du schon, dass er neben mir sitzt?“
„Was? Oh, Mann!“
„Ja! Naja, eigentlich sollten wir ihm noch ne Chance geben.“ Es klingelte. „Wir sehen uns in der großen Pause.“, fügte ich noch hinzu.
Als nächstes hatten wir Geschichte. Wir hatten mal wieder ein langweiliges Thema, also beschloss ich die Zeit anders zu nutzen und beobachtete Domenico aus den Augenwinkeln heraus.
Er mochte zwar ein rauchender Vollidiot sein, gut sah er trotzdem aus.
Seine rötlich-braunen Haare hingen ihm in Strähnen ins Gesicht. Außerdem fiel mir auf, dass er um sein linkes Handgelenk Unmengen von Lederbändchen gewickelt hat. Er bemerkte offenbar, dass ich ihn anguckte.
„Glotz nich so!“, ranzte er mich an.
So was ließ ich mir nicht gefallen und antwortete: „Ich kann ‚glotzen‘ wohin ich will.“ „Ich heiße übrigens Christina.“, fügte ich in normalem Tonfall hinzu. Wahrscheinlich war er Widerworte nicht gewohnt, schon gar nicht von einem Mädchen, denn er öffnete und schloss seinen Mund wie ein Fisch.
In der großen Pause lief ich, wie immer, mit meinen Freundinnen Martina und Sabina herum. Ich entdeckte Domenico in einer abseits liegenden Ecke mit einer Zigarette. Er feuerte wütende Blicke auf mich, aber mich interessierte das nicht. Auf einmal packte mich eine Hand mit festem Griff am Arm. Ich riss mich los, ich kann es nämlich nicht ab von irgendwem gepackt und festgehalten zu werden. Er guckte etwas verwundert als ich einen Schritt zurücktrat und ihm genauso wütende Blicke zuwarf wie er mir gerade eben.
„Ich muss mal mit dir reden.“, sagte Domenico.
„Was?“, fragte ich mit eisiger Stimme.
Er ging wieder in die Ecke zurück, ich folgte ihm.
Domenico sagt nichts, er starrte nur auf den Boden. Auf einmal streckte er mir die Hand hin.
„Ich... Sorry...“, murmelte er. „Freunde?“
Ich schlug ein und wiederholte: „Freunde!“
Sein Handy klingelte, er rief etwas auf Italienisch in die Sprachmuschel und ich machte mich aus dem Staub. Meine Freundinnen guckten mich nur ganz verwundert an, aber fragten nichts. Mir kam das ganz gelegen, weil ich nicht wüsste, was ich erklären sollte. Wir haben uns schließlich nur die Hand gegeben. Und trotzdem, dieser Handschlag war was Besonderes. Ich war noch ganz in Gedanken versunken als ich Domenicos leicht raue Stimme vernahm, die mir „Bis auf Morgen“ ins Ohr murmelte. ‚Bis auf Morgen‘... ich fragte mich ob er vielleicht Legastheniker war, denn ich habe gesehen, dass auch beim Schreiben sehr viele Fehler macht. Fehler, die man auch wenn man schlecht in Deutsch ist in der 8. Klasse nicht mehr machen dürfte.
Es klingelte wieder zum Ende der Pause. Mir wurde erst jetzt bewusst, was Domenico gesagt hat, er hat sich verabschiedet, jemand der am ersten Tag schon schwänzt. So etwas habe ich noch nie gesehen.
Zuhause erwartete mich meine Mutter Vivianna. Sie sah aus wie eine ältere Version von mir. Wir beide hatten kurzes welliges Haar, ihres ist allerdings braun, während meine Haare dunkelblond sind. Wir aßen alleine, weil mein Vater Lukas wie meistens in der Firma blieb und dort aß. Ich erzählte meiner Mutter von dem neuen Jungen, ließ aber aus, was er zu Herrn Holz gesagt hat. Auch verschwieg ich, dass er geschwänzt hat. Es wär wahrscheinlich egal gewesen, aber ich wollte nicht das sie auf die Idee kommt bei Herrn Holz anzurufen, und einen anderen Platz für mich zu besorgen. Zuzutrauen wäre es ihr, sie hatte mal an der Schule gearbeitet und kannte Herrn Holz daher.
Nach dem Essen ging ich in mein Zimmer und versuchte mich auf die Hausaufgaben zu konzentrieren. Was mir gründlich misslang. Mir ging der rätselhaft Neue einfach nicht aus dem Kopf. Am meisten Kopfzerbrechen bereitete mir das, was in der Ecke passiert ist. Wahrscheinlich wollte er nicht, dass ich mit ihm ‚verfeindet‘ bin, weil er mich so angeranzt hat und fragte deshalb ob wir Freunde sein wollen, sagte ich mir.
Ich gab auf. Diese Rätsel würde ich vermutlich nie lösen können.
Ich seufzte laut auf und löste meine restlichen Aufgaben.
___________________________________________________________
Ich ging gerade in einem Park spazieren, als mir Domenico über den Weg lief. Er zog einen anderen Jungen hinter sich her, der genauso aussah wie er selbst. Es waren offensichtlich Zwillinge. Der eine Junge fiel hin und Domenico rief ihm immer wieder zu ‚Komm! Vieni! Wir müssen weg von hier! Subito!‘ und versuchte ihn hochzuziehen. Auf einmal fing das Handy des am Boden liegenden Jungen an zu klingeln. Es ging keiner ran und mir wurde bewusst, dass es mein Wecker war, der klingelte.
Noch im Halbschlaf torkelte ich ins Bad und verwandelte mich in einen halbwegs ansehbaren Menschen. Während ich unter der Dusche stand fiel mir wieder ein, was gestern passiert ist. So schnell wie heute habe ich mich in meinem Leben nicht zur Schule fertig gemacht. Nach etwa einer Viertelstunde war ich aus dem Haus.
Ich ging auf die Schule zu. Wie erwartet sah ich Domenico in einer Nische rauchen.
Er drückte seine Zigarette mit seinem Schuhe aus und kam auf mich zu. Er meinte wirklich ‚Freunde‘ gestern schoss mir durch den Kopf bevor er
direkt vor mir stand. Ich verzog das Gesicht und murmelte: „Bäh.“ Seine Klamotten rochen nach Zigaretten.
„Hi, Christina. Sag mal hast du eigentlich nen Nicknamen oder so?“
„Hallo. Ja, kannst mich Chris, Chrissi oder so nennen. Ich mag Tina am liebsten.“
„Ich nenn dich Tina wenn ich darf. Mich kannste Nic, Nico oder Nicki nennen.“
„Du kannst mich ruhig Tina nennen.“
Wir machten uns gemeinsam auf den Weg in den Schulhof.
„Nic, hast du eigentlich Geschwister... einen Zwillingsbruder?“
„Ich... woher weißt du, dass ich nen Zwillingsbruder habe?“, fragte er mich mit einer solch schneidend scharfen Stimme, dass mir ein eisiger Schauer den Rücken hinunterlief.
„Ich... hab... es geträumt.“
„Ist das dein Ernst?“
„Ja.“, sagte ich mit Nachdruck und hofft, dass er nicht weiter auf dem Thema herumreiten würde.
„Bis zu großen Pause.“, rief ich ihm zu. Vorher würden wir uns nicht mehr sehen, denn er war in anderen Kursen als ich.
In der großen Pause sah ich ihn wieder in der Ecke stehen und rauchen.
„Wie war Mathe?“, fragte er mich. Ich zuckte nur mit den Schultern. Mathe war eine der Sachen die mich im Moment am wenigsten interessieren.
„Sieht dein Bruder eigentlich genauso aus wie du?“
„Ja. Warte mal...“ Er kramte in der Tasche seiner abgewetzten Lederjacke.
„Hier.“ Er hielt mir ein Foto unter die Nase auf dem zwei etwa achtjährige Jungen mit roten Haaren in einem Boot sitzen und sich aneinander klammern, wie es eben nur Zwillinge können. Ich sah das Bild genau an, aber ich konnte nicht sagen wer Nic war.
„Wer bist du?“
„Ich bin der links. Der andere ist Mingo.“
„Kann ich Mingo mal kennenlernen?“
„Mal sehen.“
Ich gab Domenico das Bild zurück. Er schien jedoch auf etwas hinter mir fixiert zu sein. Als ich mich umdrehte verstand ich auch warum. Janet Bonaventura und ein paar ihrer Freunde kamen auf uns zu. Janet ist das gefährlichste Mädchen an der ganzen Schule. Es wird gesagt, dass sie kriminell ist und mit Drogen dealt.
„Hau ab.“, zischte er mir zu.
Ich ging schnell weg, obwohl es mich interessiert hätte, was Janet von Nic wollte. Aber es war wahrscheinlich besser, wenn ich nicht alles weiß, denn wenn Janet im Spiel ist, kann es wohl kaum was Gutes sein.
Domenico sah ich erst im Sportunterricht wieder. Er hatte nur seinen Kapuzenpullover ausgezogen. Sportsachen hatte er gar nicht mitgenommen. Auf seinem rechten Oberarm hatte er ein Tattoo. Ich ging zu ihm, ich wollte endlich eine Antwort auf die Fragen haben, die mich schon den ganzen Deutschunterricht beschäftigt hatten.
„Was wollte Janet von dir?“, fragte ich.
„Nichts.“
„Du kannst mir nicht sagen, dass nichts ist. Irgendwas muss sie ja von dir gewollt haben.“
[color=green]Ich kann nicht. Ich kann ihr nicht sagen was los ist. Ich kann es nicht. Sie würde es vielleicht sogar verstehen, aber sie würde nichts mehr mit mir zu tun haben wollen. Ich würde gerne mal mit jemandem reden, aber es geht nicht. Ich kann ihr auch nicht sagen was mit Mingo los ist...
„Mingo hat Mist gebaut, und ich muss es wieder ausbaden. Deshalb wollte Janet mit mir reden.“ Es war noch nicht mal gelogen, aber ganz die Wahrheit war es auch nicht. Aber die durfte sie nie erfahren. „Aha.“ Ich merkte, dass er etwas verheimlichte, beließ es aber dabei. Er würde mir doch nicht mehr erzählen.
___________________________________________________________
:jump:
Re: Christina, Nicki und Mingo
Lavinia - 01.07.2011, 18:39
Es ist eine sehr ähnlicher Ablauf, wie es im Buch ist. Aber trotzdem ist er irgendwie anders. Ein wenig komisch war, dass Domenico gleich gefragt hat, ob sie Freunde sein wollen. Aber der Schreibstil ist sehr gut, man kann sich die Szenen gut vorstellen! Im Grossen und Ganzen ein guter Anfang der Geschichte!
LG Lavinia
Re: Christina, Nicki und Mingo
Amika - 01.07.2011, 18:44
Danke!!!
die personen sind ja auch von der geschichte, also kann ja der anfang auch gleich sein^^
ich muss dazusagen ich schreibe einfach auf was mir grad einfällt, also nich wundern wenns unlogisch ist manchmal. ich will nämlich nicht ändern.
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