- "Bruchbudologie" -

Stray dog's hut
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    Re: - "Bruchbudologie" -

    rasor5fox - 16.01.2011, 18:03

    - "Bruchbudologie" -
    [b]„Bruchbudologie“ oder (Was notwendig ist, um Kunst zu schaffen)


    Wäre es doch immer so einfach! Man nehme eine Wohnung, richte sie gemütlich ein und schon kann man abends nach der Arbeit vor dem Fernseher faullenzen.
    Doch Kreativität entsteht eben genau da, wo es direkt ins Auge sticht, dass die eigene Umgebung einem nicht wohlgestaltet erscheint.
    Ist es nicht möglich es zu verändern? Ist es nicht sogar notwendig etwas daran zu ändern? Der entscheidende Anreiz, der im Kopf eines jeden Menschen einen kreativen Prozess auslöst, ist eben das fehlende Wohlbefinden.
    Je nachdem, wie derjenige/diejenige seine Umgebung wahrnimmt, entfaltet sich nun jenes ideenreiche Gedankengut, dass dieselbe Basis eines Künstlers ist um Kunst zu schaffen, auch Inspiration genannt.

    Akzeptiert man schulterzuckend die Zustände um sich herum, (und nun reden wir nur von dem rein materiellen Umfeld, wie z.B. der verblichenen, weißen Farbe an den Wänden im Wohnzimmer), dann wird es nur etwas länger dauern, bis man anfängt es zu verändern – irgendwann wurmt es doch. Die meisten Menschen rennen dann in den Baumarkt.

    Leute, jedoch, die sich ihrer Fähigkeiten in Sachen Kunst einigermaßen bewusst sind, durchleben einen etwas anderen Prozess. Sie würden sich zuallerst die Frage stellen – warum passt mir nicht in den Kram, wie es hier aussieht? Liegt es wirklich an der Umgebung oder liegt die Ursache vielleicht in mir selbst? Auf der Suche nach der Ursache ist das Feld in dem die Ideen jetzt wachsen um ein Vielfaches größer und tiefgreifender. Es bekommt einen Sinn. Das nennt man dann Selbstreflexion.

    (Stopp! Gammelphilosophie ist hier nicht das Thema! ..Aber mal ehrlich, man muss nicht immer die neuesten und besten Gerätschaften ankaufen, um sein Wohlbefinden herzustellen, oder?
    Es ist hier keine Rechtfertigung für Messietum; es ist die Annahme, dass es eine weitverbreitete Illusion gibt, man müsse eine geistige Lücke mit etwas Grobstofflichen, mit schickem Preisschild dran, füllen.)

    Zuletzt ist es nur die Frage der Umsetzung, die am meisten Geduld einfordert.

    Der Schlüssel aber auf den es ankommt, um ein permanenten Anreiz für Kreativität zu schaffen – eben nicht die Wände zu renovieren, sondern ein anderes Medium zu nutzen für den eigenen Ausdruck, die Kreativität in Bahnen lenken. Gleichzeitig dafür sorgen, dass der simple Anreiz fortbestehen kann. Eine Garantie für weitere Ideen ist nicht der eigene Wohlstand, sodern der umgebende Misstand. Das ist die Pointe an der Kunst, die nicht nur dekorative Funktion hat und andernfalls auch im Baummarkt zu finden ist. Sie braucht Misstand, um ihre Existenz zu rechtfertigen. Denn ähnlich wie Süßigkeiten, hat sie keinen anderen Zweck, als den Menschen Freude zu bereiten.
    Wenn es nichts gäbe, dass aufgezeigt werden muss; dass es wert ist, das man sich darüber Gedanken macht – dann gäbe es keine Kunst. Es ist der einzige fortbestehende Prozess von Protest, der noch keinen Krieg angefangen hat. Die Kunst wächst immer da, wo Leid zuhaus ist. Ob materiell, geistig oder seelisch. Und je mehr die Realität dort stagniert, je ohnmächtiger die Bevölkerung sich als Masse empfindet – desto brillianter wird die Kunst sein, die dort sich ihre Macher sucht.
    Die einzige Blume, die nur in der tiefsten Finsternis gedeihen kann und eingeht sobald es „besser“ wird.
    ‚Weltfrieden’ gibt es also nur, wenn man bereit ist Kunst und Kultur, und alle mit ihr verbundenen Emotionen, zu opfern. Das wird nie geschehen – und ehrlich gesagt bin ich froh darüber.
    Denn die meisten Menschen streben nach dem Licht, ohne zu berücksichtigen, dass jedes Licht Schatten erzeugt. Dass Licht ohne Schatten gar nicht existiert. Und ohne Schatten gibt es auch kein Licht. Je tiefer der Schatten, desto stärker das Licht, das daraus erwächst – warum nicht mal so rum betrachten? Ohne das Eine kann man das Andere nicht haben.
    Letzter Gedanke zu dem Thema: Wenn man die Extreme nun aber gegenseitig ausbügelt, kommt ausschließlich Grau dabei raus. Das, was wirklich furchteinflößend sein sollte. Wenn man die eigentliche Aussage jetzt aus der Metapher herauslöst und auf die Gesellschaft überträgt?...
    Was bedeutet dann wohl "emotionale Stasis"?





    FoX[/b]



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