Was ist was?

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    Re: Was ist was?

    Jony - 13.01.2005, 16:54

    Was ist was?
    Hallo, hier möchte ich auf einige Krankheitsbilder näher eingehen da viele mit Dissoziativen Identitätsstörungen, viele sein, inneren Kindern usw. nicht wirklich viel anfangen kann. Habt ein wenig Nachsicht mit mir, wenn nicht gleich alles da ist :wink:

    Jony



    Re: Was ist was?

    Jony - 13.01.2005, 17:24

    Was ist das Dissoziative Identitäts-Syndrom (DIS)?



    Vorweg möchte ich kurz was anmerken. Dissoziative Persönlichkeitsstörung ist eine umstrittene und oft mißverstandene Diagnose, Schizophrenie ist etwas völlig anderes.



    Im allgemeinen ist DIS eher als "Multiple Persönlichkeiten" bekannt. Hinter diesen Begriffen verbirgt sich etwas, was durch voneinander getrennte Bewusstseinszustände gekennzeichnet ist. Also das heisst, das dass bei ein und dem selben Menschen z.B. zwei (es können und sind meistens auch mehrere) verschiedene "Persönlichkeiten" zu unterschiedlichen Zeiten unabhängig voneinander handeln, denken, fühlen. Sie haben völlig unterschiedliche Charaktereigenschaften, Meinungen, Vorlieben usw. Oft unterscheiden sie sich auch in Stimmlage, Handschrift und ähnlichen Dingen. Dabei sind die Übergänge zwischen einer sogenannten dissoziativen Störung mit kompletter Bewusstheit für die anderen Persönlichkeiten bis hin zur "echten" Multiplen Persönlichkeit, wo eine Persönlichkeit nichts vom anderen weiß und auch Amnesien (Zeitverluste im Tagesgeschehen) auftreten, fließend. Im DSM-IV, der verbindlichen internationalen Klassifizierung für psychische Störungen, ist die dissoziative Identitätsstörung (vormals multiple Persönlichkeitsstörung) definiert über die "Existenz von zwei oder mehr unterschiedlichen Identitäten oder Persönlichkeitszuständen, jede mit einem eigenen, relativ überdauernden Muster, die Umgebung und sich selbst wahrzunehmen, sich auf sie zu beziehen und sich gedanklich mit ihnen auseinander zu setzen. Mindestens zwei dieser Identitäten oder Persönlichkeitszustände übernehmen wiederholt die Kontrolle über das Verhalten der Person."

    Multiple "spielen" nicht, wie oft angenommen wird, es lassen sich in medizinischen Studien deutliche physiologische Unterschiede zwischen den verschiedenen Persönlichkeiten finden. In die Psychotherapie kommen diese Patienten meist wegen ihrer Amnesien und der vielen merkwürdigen Begebenheiten, dass sie z.B. Zetteln mit fremden Handschriften in ihren Unterlagen finden, oder oft nicht wissen, wie bestimmte Gegenstände in ihren persönlichen Besitz gekommen sind und anderes mehr. Häufig kommen sie mit psychosomatischen Beschwerden, wie Kopfschmerzen, Unterleibschmerzen u.v.m. oder mit Angststörungen in die Behandlung oder erhalten aufgrund von selbstverletzendem Verhalten einfach erstmal eine Borderline-Diagnose, weil man in diese Diagnosekategorie so schön einfach fast alles einordnen kann, je nachdem, welchem Autor man folgt. Oft dauert es Jahre bis zur Erstdiagnose einer DIS, wenn sie überhaupt gestellt wird, denn viele Betroffene erwähnen einige ihrer Symptome nicht, aus Angst für "verrückt" gehalten zu werden. Berichtet man in der heutigen Zeit einen durchschnittlichen Psychiater davon, Stimmen im Kopf zu hören, so erhält man die Diagnose einer Schizophrenie und immer höhere Medikamentengaben, da diese Stimmen der Persönlichkeiten nämlich nicht auf Neuroleptika ansprechen. So folgt erfolglose Therapie auf erfolglose Therapie, bis die Betroffenen endlich an eine/n der wenigen gut ausgebildeten TherapeutInnen geraten oder aufgeben.



    Re: Was ist was?

    Jony - 13.01.2005, 17:29

    Dissoziative Störung
    Das allgemeine Kennzeichen der dissoziativen oder Konversionsstörungen ist der teilweise oder völlige Verlust der normalen Integration von Erinnerungen an die Vergangenheit, des Identitätsbewußtseins, der unmittelbaren Empfindungen sowie der Kontrolle von Körperbewegungen. Normalerweise besteht ein hoher Grad bewußter Kontrolle darüber, welche Erinnerungen und Empfindungen für die unmittelbare Aufmerksamkeit selektiert, und welche Bewegungen ausgeführt werden. Von den dissoziativen Störungen wird angenommen, daß die Fähigkeit zu bewußter und selektiver Kontrolle in einem Ausmaß gestört ist, das von Tag zu Tag oder sogar von Stunde zu Stunde wechselt. Es läßt sich nur sehr schwer feststellen, ob und in welchem Umfang dieser Funktionsverlust willkürlich kontrolliert werden kann.

    Diese Störungen wurden früher als verschiedene Formen der Konversionsneurose oder Hysterie klassifiziert. Heute jedoch erscheint es günstiger, den Terminus Hysterie wegen seiner vielen unterschiedlichen Bedeutungen so weit wie möglich zu vermeiden. Die hier beschriebenen dissoziativen Störungen werden als psychogen angesehen. Das heißt, es besteht eine nahe zeitliche Verbindung zu traumatisierenden Ereignissen, unlösbaren oder unerträglichen Konflikten oder gestörten Beziehungen. Es können Interpretationen oder Mutmaßungen über die Bedeutung von Bewältigungsstrategien der Patienten gegenüber unerträglichen Belastungen angestellt werden, theoretische Konzepte wie "unbewußte Motivation" oder "sekundärer Krankheitsgewinn" sind jedoch nicht in die Leitlinien oder diagnostischen Kriterien eingegangen.

    Der Begriff Konversion wird für einige dieser Störungen in einer weiter gefaßten Bedeutung verwendet und bedeutet, daß sich der durch die unlösbaren Schwierigkeiten und Konflikte hervorgerufene unangenehme Affekt in irgendeiner Weise in Symptome umsetzt.

    Es wird meist von einem plötzlichen Beginn und Ende der dissoziativen Zustandsbilder berichtet. Sie sind aber selten zu beobachten, abgesehen von geplanten Interaktionen und Verfahren wie Hypnose und Abreagieren; Veränderung oder Abklingen eines dissoziativen Zustandes kann sich auf die Dauer solcher Verfahren beschränken. Alle dissoziativen Zustände tendieren dazu, nach einigen Wochen oder Monaten zu remittieren, besonders wenn der Beginn mit einem traumatisierenden Lebensereignis verbunden war. Eher chronische Zustände, besonders Lähmungen und Gefühlsstörungen, entwickeln sich manchmal recht langsam, vor allem wenn sie mit unlösbaren Problemen oder interpersonellen Schwierigkeiten verbunden sind. Dissoziative Zustände, die bereits länger als 1 bis 2 Jahre bestehen, bevor sie in psychiatrische Behandlung gelangen, sind häufig therapieresistent.

    Patienten mit dissoziativen Störungen verleugnen oft auffallend ihre für andere ganz offensichtlichen Probleme und Schwierigkeiten. Alle Probleme, die sie selbst erkennen, werden von ihnen auf die dissoziativen Symptome zurückgeführt.

    Depersonalisation und Derealisation sind hier nicht mit eingeschlossen, da in der Regel nur Teilbereiche der persönlichen Identität betroffen sind und diese Störungen nicht mit Leistungseinbußen in den Bereichen Wahrnehmung, Gedächtnis oder Bewegung einhergehen.



    Re: Was ist was?

    Jony - 13.01.2005, 17:50

    Das innere Kind
    In jedem von uns wohnt ein „inneres Kind", es ist ein sehr wichtiger Teil unserer Seele, umfasst den Gefühlsbereich und wird der rechten Gehirnhälfte zugeordnet.
    Das innere Kind kann lebendig, fröhlich und voller Lebenslust sein, wenn es geliebt und angenommen und mit seinen Bedürfnissen ernst genommen wird.

    Das, was uns zu schaffen macht, ist aber das bedürftige innere Kind, unsere Wut, Traurigkeit, Eifersucht, Angst oder Trotz, also unsere "negativen Gefühle". Diesem Kind steht ein "innerer Erwachsener" gegenüber.
    Er ist im Laufe unserer Entwicklung entstanden und umfasst alle Glaubensmuster und Denkprogramme, ob bewusst oder unbewusst, die wir von Eltern, Erziehern oder der Gesellschaft gelernt haben.
    Daher gehen wir mit uns selbst oft genauso um, wie wir früher behandelt worden sind. Wenn wir immer wieder zu hören bekamen, dass wir unzulänglich, unwichtig und voller Fehler seien, dann halten wir uns für nicht besonders liebenswert.
    Wenn unsere Gefühle nicht ernst genommen wurden, haben wir gelernt, sie zu ignorieren oder zu verdrängen.
    Dieses Kind von damals lebt immer noch in uns, ob als Baby, Kleinkind oder Teenager und wartet auf die Liebe, die es nie ausreichend bekommen hat. Wir suchen überall nach dieser Liebe.
    Das kann dazu führen, dass wir uns helfend aufopfern oder uns schmollend, hilflos und leidend zeigen, um die Aufmerksamkeit unserer Umgebung zu bekommen. Unser inneres Kind aber möchte nicht mit zu viel Arbeit, immer neuen Beziehungen oder mit Süßigkeiten, Alkohol oder Drogen abgespeist werden. Es wünscht sich, dass wir beispielsweise seine Wut, Traurigkeit oder Eifersucht wahrnehmen und die Bedürfnisse erkennen, die hinter diesen Gefühlen stehen. Es möchte nicht, dass wir anderen immer wieder die Verantwortung für unser Wohl überlassen, sondern dass wir selbst anfangen, für uns zu sorgen.
    Das bedeutet, dass wir nach und nach zu einem liebevollen Erwachsenen werden, der für sich sorgt, wie liebevolle Eltern für ihr Kind sorgen.



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