Stottern - Prof. Johnson

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    Re: Stottern - Prof. Johnson

    Müri - 10.07.2005, 14:38

    Stottern - Prof. Johnson
    Hallo,

    erst mal zum Thema "bouncing":

    Ich hab im Dialog 2/04 eine kurze Beschreibung
    gefunden:

    Zitat: Ein befreiendes, relativ langsames und leichtes
    Wiederholen des Anfangslautes oder der Silbe
    eines Wortes, bis der Stotternde spürt, dass sich
    die Spannung lockert, bevor man den Rest des
    Wortes äußert. [Text von Andrea Grubitsch]


    Auch einen interessanten Bericht aus www.natuerlichsprechen.de
    (das ist eine Homepage mit Schwerpunkt Hausdörfer-Therapie)
    will ich euch hier reinsetzen:

    Zitat: Professor Wendell Johnson (1906 - 1965) war selbst in seiner Jugend ein schwerer Stotterer. Er glaubte absolut nicht an die damals (und jetzt wieder) herrschenden Erblichkeitstheorien bei der Untersuchung des Stotterns. Um diese entkräften zu können, veranlasste er 1993 ein Experiment, wobei Waisenkinder eingesetzt wurden mit dem Ziel zu beweisen, dass das Stottern angelernt werden kann. Das Experiment schien 'erfolgreich', weil alle sechs nicht-stotternden Waisenkinder, die teilnahmen in einer Experimentgruppe, die negative Therapie erhielt, anfingen mit Sprachschwierigkeiten zu kämpfen. Mindestens zwei von ihnen entwickelten sich als 'wahre Stotterer', unter dem sie ihr ganzes Leben schwer gelitten haben. Erst nach 62 Jahren, in 2001, erfuhren sie durch die Erforschungen des Journalisten Jim Dyer (Mercury News), was damals mit ihnen geschehen war. Gerichtliche Schritte gegen den Staat Iowa und die Universität waren die Folge.

    Johnson glaubt also, dass man Kindern das Stottern antrainieren kann.
    Beispiel: ein Kind hat entwicklungsbedingte Redeflussstörungen und
    sie diagnostizieren fälschlicherweise Stottern und behandeln das Kinde
    fortan als Stotterer und haben folglich auch diese Erwartungshaltung
    gegenüber dem Kind.
    (Wenn ich das richtig verstanden habe...)

    Und noch ein Zitat von Wendell Johnson:
    Zitat: "Stottern ist das, was man tut, wenn man versucht, nicht wieder zu stottern."

    Wer noch Infos hat oder findet, ist eingeladen, sie hier mit dran zu hängen.
    Bzw. dürft ihr auch gern eure Meinungen zu diesen Theorien und
    Ansätzen preisgeben :)

    Schöne Grüße
    Müri



    Re: Stottern - Prof. Johnson

    pips - 12.07.2005, 01:37


    Hallo,

    erschreckend was dieser Professor den Kindern angetan hat.
    Ich glaube schon, daß es möglich war, den Kindern stotterähnliches Verhalten anzuerziehen. Bezweifle aber, daß es sich um "echtes" stottern handelt.
    Diese kids haben vielleicht nicht flüssig gesprochen, aber haben sie die Begleiterscheinungen wie z.B. die Angst des Kontrollverlustes wirklich empfunden?

    Mir stellt sich die Frage, wem diese Art von Forschung nutzen soll...???
    Wenn stottern anerzogen wurde, müsste es ein leichtes sein, es wieder abzulegen, denn es ist ja nun nichts angenehmes, oder?

    lg, pips ;)



    Re: Stottern - Prof. Johnson

    mi - 12.07.2005, 15:11


    Hallo!

    Danke für die Informationen! Ich wusste selbst nur wenig von Johnson.
    Es ist aber einigermaßen verrückt, dass ein Mensch, der selbst unter dem Stottern gelitten hat, dieses Stottern um der Forschung willen anderen angetan hat. Damals und in der Zeit davor hat es aber noch schrecklichere Experimente gegeben, so bekamen z.B. kurz nach 1900 etwa Säuglinge in einem Waisenhaus in den USA, soweit ich mich erinnern kann, nur Fläschchen und Kleidung, aber sonst keine Zuwendung. Sie starben alle für die Forschung.

    Der diagnosogene Ansatz Johnsons hat bis heute immer wieder für völlig blödsinnige Ansätze mit Stotternden umzugehen gesorgt, wider jede praktische Logik. Ich finde es schade, wenn Leute nur aufgrund irgendwelcher Theorien ihre Großhirnrinde auf Urlaub schicken und einfach tun, was diese sagt, ohne Rücksicht auf etwaige Folgen. Aber das geht weit über das Stottern hinaus.

    Zum Problem des anerzogenen Stotterns: Selbst, wenn es so einfach ist (und das glaube ich nun wirklich nicht!) gibt es die Möglichkeit, dass auch so Unangenehmes wie das Stottern seine Vorteile mit sich bringt: Wer die Verantwortung auf "das Stottern" schieben kann, erspart sich etwas, dazu könnnen herrlich andere geschickt werden, und sei es nur, wenn das Telefon läutet....
    Es gibt also auch da ein weites Feld, auf dem Arbeit auf Stotternde bei ihrem Weg aus dem stottern warten kann (aber nicht muss!!!).

    lg mi



    Re: Stottern - Prof. Johnson

    Müri - 12.07.2005, 20:03


    Hallo pips,

    ja, gruslig, was er gemacht hat. Deswegen wird dieses "Forschungs-
    projekt" auch meistens Monsterstudies genannt....

    LG
    Müri



    Re: Stottern - Prof. Johnson

    pips - 12.07.2005, 20:27


    Hallo, Müri!

    Ja, "Monster-Studie" trifft es explizit!
    Das hat ja schon was von Ofer-Täter-Syndrom-Charakter!!!

    Unglaublich..... :?

    lg,pips



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