Verfügbare Informationen zu "Medikament gegen Stottern"
Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Tjure - Anonymous - Andreas Weiser - mi - Freak Forum: Stolpermund Forenbeschreibung: Diskussionsforum Stottern aus dem Unterforum: News - Tipps - Links Antworten: 11 Forum gestartet am: Sonntag 26.12.2004 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Medikament gegen Stottern Letzte Antwort: vor 17 Jahren, 21 Tagen, 12 Stunden, 2 Minuten
Alle Beiträge und Antworten zu "Medikament gegen Stottern"
Re: Medikament gegen Stottern
Tjure - 14.08.2005, 21:34Medikament gegen Stottern
Hallo Leute,
die US-Pharmafirma Indevus Pharmazeuticals Inc. hat für den GABA-A -Modulator Pagoclone Patentrechte für die Indikation Stottern angemeldet. Die Patentschrift findet man hier:
http://www.patentstorm.us/patents/6855721.html
Dr. Tom Weidig ist Mitglied im Research Committee der British Stammering Association. Er möchte in Kürze die aktuelle Pharmastudie mit Pagoclone erörtern:
http://thestutteringbrain.blogspot.com/
(Quelle: Holger Stenzel)
liebe Grüße
Tjure
Re: Medikament gegen Stottern
Anonymous - 28.08.2005, 18:28
Und was nun ??
Meine Ansicht ist das es der falsche Weg ist.
Aber ---sorry -- ist nur meine ganz persönliche Meinung.
Gruß Andreas
Re: Medikament gegen Stottern
Andreas Weiser - 28.08.2005, 18:30
Das Beitrag war von mir, falls es einer nicht bemerkt hat.
Log in vergessen
Andreas
Re: Medikament gegen Stottern
Tjure - 29.08.2005, 17:59
Andreas,
wieso ist dies der falsche Weg? Studien zu Medikamentenindikation werden eben so, und genau so durchgeführt. Ich finde es gut - da sollten sich einige Stottertherpien was abgucken - wenn in großem Umfang Studien durchgeführt werden. Besser, als nicht zu testen und gleich auf den Markt damit! Zum Glück geht das auch nicht - das wäre verboten.
Ob dies der richtige Weg ist, ist noch nicht absehbar. Die Studie läuft ja noch :-)
liebe Grüße
Tjure
Re: Medikament gegen Stottern
Andreas Weiser - 30.08.2005, 10:29
Testen -- da mag man wohl nicht drann vorbeikommen.
Ich bin der Meinung das wir an uns etwas ändern müssen und können ( Verhalten) Wer sich von Medikamenten " abhängig" macht der kann das machen. Ich denke das wir neue Nervenstrukturen und verbindungen knüpfen müssen die speziell für unser Vorhaben arbeiten. Das das Medikamente tun können ist mir neu. Vielleicht begleitetnd um den sogenannten Stress zu dämpfen, das will ich nicht in Abrede stellen . Aber es klingt immer so ... da schlucken wir dann Pillen und stottern nicht mehr.Bei einigen mag das vielleicht auch so sein --nur wie lange ? Lieber die anderen tun was mit mir , selbst in Aktion treten ist mühsamer gebe ich zu. Und wenn es nicht funktioniert dann sind immer die anderen darann schuld, >> sage nur ... leichtes Leben . Man kann sich auch selbst was vormachen. Meine Meinung -- durch Training lässt sich etwas verändern und neu gestallten. Die Mentalität der Menschen ist halt verschieden, ist ja auch gut so. Dennoch darüber nachdenken kann man ja mal.
Gruß Andreas
Re: Medikament gegen Stottern
Tjure - 31.08.2005, 16:34
Hallo Andreas,
Natürlich würde ich kein Medikament nehmen, das abhängig macht.
Medikamente dieser Art unterliegen in Österreich starken Einschränkungen. Es gibt hier soetwas wie Medikamentenklassen.
Psychopharmaka z.B. gibt es ausschließlich nur mit ärztlichem Rezept, und das nur in bestimmten Mengen für einen bestimmten Zeitraum.
Wenn es tatsächlich ein Medikament geben wird, dass gegen Stottern hilft (und mit Nebenwirkungen die verträglich sind) so würden wir vielleicht durch die entstandene (Sprech)Flüssigkeit automatisch diese Nervernbahnen bilden die du ansprichst. Flüssiges Sprechen programmiert flüssiges Sprechen.
Ich bin eher der Typ der es sich möglichst einfach macht. Keinesfalls werde ich das (vielleicht) tolle Medikament nicht nehmen, nur weil ich gerne stolz darauf sein möchte irgendwann mal - vielleicht - behaupten zu können, ich hätte es ganz alleine geschafft.
Ich mag mich jetzt schon so, wie ich bin. Und den anderen ist es wohl völlig egal ob ich etwas selbst geschafft habe, oder es mit Hife geschafft habe.
Ich weiß, dass häufig Medikamente verschrieben werden, die gegen das Stottern helfen sollen. Ich denke nicht, dass es auch nur EIN Medikament derzeit auf dem Markt gibt das man gegen das Stottern einsetzten sollte.
Ich rate derzeit auf jeden Fall von medikamentöser Therapie ab.
Ich selbst wurde als Kind mit Valium vollgestopft - hab tatsächlich viel weniger gestottert! Warum? weil ich ca. 12 Stunden am Tag geschlafen habe, und nicht die Kraft hatte viel zu sprechen - ich war wie ferngesteuert :-(
Aber was noch nicht ist .. kann vielleicht noch werden *hoff*
lLiebe Grüße
Tjure
Re: Medikament gegen Stottern
Andreas Weiser - 01.09.2005, 08:37
Tjure,
deine Einstellung ist SUPER.
Vielleicht habe ich das aus früheren Diskusionen zu hart gesehen.
Gruß Andreas
Re: Medikament gegen Stottern
mi - 15.09.2005, 16:56
Hallo!
Ich bin beim Einsatz von Medikamenten auch sehr skeptisch.
Selbst wurde ich als Kind mit Haloperidol gefüttert (mit dem im damaligen Ostblock mit gutem Erfolg Dissidenten gefoltert wurden... :evil: ), also Hustenzuckerl war das sicher keines. Geholfen hats wie üblich auch nichts.
Nun, dann werden sie halt testen. Das Problem sehe ich darin, wer den Test bezahlt und was dabei herauskommen soll: Wer zahlt, schafft an. Das Ergebnis bei den vielen Studien über andere Medikamente ist meistens so, dass die ersten sehr positiven Ergebnisse im Lauf der Jahre verändert werden müssen, komischerweise so gut wie immer nach unten..... Aber das ist sicher reiner Zufall.
Wenn ein Medikament Erfolg haben sollte (dabei wäre noch zu hinterfragen, was als Erfolg dabei gewertet wird!) steht noch immer die Frage im Raum, was auf lange Zeit passiert: Da derartige Medikamente üblicherweise auf das Nervensystem wirken und daher alle starke "Neben"wirkungen aufweisen dürften, zweifle ich, was sie bringen.
Opfer für eine neue Heilsversprechung werden sie aber sicher genug finden, um die Kassen zu füllen und eine große Anzahl an Fällen zu erreichen, sofern das Medikament den Test besteht.
lg mi
Re: Medikament gegen Stottern
Tjure - 16.01.2006, 21:46
Hallo Stolpermünder :-)
Holger Stenzel - Insidern bekannt - hat mir folg. Info geschickt, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.
Zitat Anfang:
anbei sende ich Euch eine Recherche zur Pagoclone Studie mit weiterführenden Informationen. Vielleicht ist das ja für Euer Forum interessant.
Mit freundlichen Grüssen
Holger Stenzel
Informationen zur Pagoclone Studie
Das US-Pharmaunternehmen Indevus Pharmaceuticals, Inc. hat im April 2005 eine Phase 2 Studie
mit dem Wirkstoff Pagoclone zur Behandlung des Stotterns initiiert. Der klinische Versuch wird an 16 Forschungseinrichtungen in den USA mit 120 Probanden durchgeführt. Die möglichen neurobiologischen Effekte von Pagoclone sollen mit fMRI untersucht werden. Die Geschäftsführung von Indevus betont, dass man diese Studie für sehr bedeutsam erachtet und den Ergebnissen mit grosser Spannung entgegensieht: " Das Stottern ist ein lähmender Zustand, für den es zur Zeit keine FDA-zugelassene Pharmakotherapie gibt und wenn erfolgreich in der Entwicklung, so hat Pagoclone das Potential die dringend benötigte Entlastung für jene Patienten zu bieten, die durch diese Störung beeinflußt werden."
Indevus besitzt seit 1994 die Lizenzrechte für das Cyclopyrrolonderivat Pagoclone, welches ursprünglich von der französischen Firma Rhône-Poulenc Rorer (RPR) entdeckt wurde. Es kann auf eine umfangreiche Datenbank aus über 10-jähriger Entwicklungszeit zurückgegriffen werden, wobei an den klinischen Studien bislang 1500 Probanden beteiligt waren.
Pagoclone soll agonistisch als GABA-A-Modulator wirken. Die Gamma-Aminobuttersäure (GABA) ist der wichtigste inhibitorische Neurotransmitter im Zentralen Nervensystem. Die inhibitorische Wirkung von GABA beruht auf einem Chlorid-Einstrom (Hyperpolarisation). Dieser Anioneneinstrom verhindert die Depolarisation der Nervenzelle, die für das Auslösen von Aktionspotentialen notwendig wäre. Auf diese Weise reduziert GABA die elektrische Erregbarkeit von Neuronen.
Bei Pagoclone hatte man im Rahmen einer klinischen Studie mit anderer Indikation bei 3 Probanden mit der Sekundärdiagnose Stottern eine drastische Symptomreduzierung beobachtet, die nach dem Absetzen des Medikaments wieder verschwand. Indevus hat daraufhin als weltweit erste Pharmafirma Patentrechte für ein Stottermedikament angemeldet und verfolgt nun Zulassungsstudien für Pagoclone.
Holger Stenzel
Zitat Ende
ächz... das mit den Links angeben war jetzt gar nicht so einfach *schwitz* :shock:
liebe Grüße
Abraxas
Re: Medikament gegen Stottern
Freak - 19.01.2006, 17:10
Tjure hat folgendes geschrieben: [...]Pharmakot[...]
Das sagt doch eigentlich schon alles. :roll:
Aber nein, das klingt interessant. Und ich kann Tjures Auffassung nur teilen.
Wenn es ein Medikament ohne erhebliche Nebenwirkungen gibt, das mir hilft,
dann werde ich es nehmen.
Ich würde ziemlich viel geben für ein Leben ohne Stottern bzw. ohne auffälliges Stottern.
Auch ein Stück Gesundheit!
Re: Medikament gegen Stottern
Freak - 06.03.2006, 12:11
Gibt es hinsichtlich des Medikaments etwas neues?
Ich dachte mir eben, dass es doch möglich sein muss, das Medikament nach einiger Zeit abzusetzen. Stellt euch vor, ihr nehmt das Medikament über...sagen wir...zwei Jahre hinweg und sprecht zwei Jahre lang weitestgehend flüssig - vorausgesetzt ihr achtet auch immer fein darauf, die Laute möglichst korrekt zu bilden - dann müsste sich der Sprechapparat doch allmählich daran gewöhnen und man hätte ein neues Sprechen erlernt.
Also, ich meine, wie auch immer das Medikament wirkt, dass der Körper nach einiger Zeit des flüssigen Sprechens selbst dafür sorgt, dass man langfristig auch ohne Medikamente flüssig spricht, weil sich der ganze Sprechapparat inklusive Neuronen an das flüssige Sprechen gewöhnt.
Nur eine Theorie, aber eigentlich funktioniert nach diesem Prinzip viel im Menschen. Mit genug Routine schaffen Menschen schier unglaubliche Dinge - Stichwort Zirkusartist. ;)
Übrigens:
Wenn ihr nach "pagoclone stammering" bei Google sucht, steht Stolpermund auf Platz eins der Suchergebnisliste! :D
Das habe ich ich gerade auf der Seite des Pharmakonzerns indevus ( http://www.indevus.com )gefunden:
Pagoclone
Pagoclone is a novel member of the cyclopyrrolone class of compounds and acts as a gamma amino butyric acid (GABA) partial agonist. The Company believes that pagoclone increases the action of GABA in the brain. This may reduce excess neuronal activity and thereby have the potential to alleviate symptoms of anxiety disorders, and also reduce the severity of persistent developmental stuttering.
In the course of the clinical trials program for anxiety disorders, a small number of patients entered these trials with an additional diagnosis of stuttering. They were noted to have a dramatic reduction in their stuttering condition while receiving pagoclone. After discontinuation of pagoclone, stuttering returned to pre-study levels. Additional testing is necessary to determine whether pagoclone would be effective among a larger group of patients who stutter. In early 2005, a new method of use patent was granted to the Company covering the use of pagoclone as a therapeutic agent for stuttering in the U.S.
In order to more systematically evaluate the potential of pagoclone for the treatment of persistent developmental stuttering, the Company is currently conducting a Phase II trial. The trial has completed enrollment of 120 adults at 16 investigational sites in the U.S. Assessments in the trial include standard measures of speech fluency, as well as ancillary measures to evaluate disability and quality of life of the enrolled stuttering patients. In a subset of the clinical centers, functional brain imaging assessments are being collected as potential biomarkers of the effects of pagoclone on stuttering. Results from this trial are expected by mid-2006.
Stuttering is defined as a break in the flow of speech which is disrupted by repetitions, prolongations or abnormal stoppages of sounds and syllables. It can be accompanied by unusual facial and body movements. Approximately three million Americans suffer with stuttering. Currently, there is no FDA-approved drug therapy for stuttering. The only treatment is speech therapy encompassing physical, behavioral and psychological components.
Ich werde euch sicherlich bald mehr über dieses Medikament und andere interessante das Stottern betreffende Dinge erzählen können, da die Verbesserung meines Sprechens ab jetzt das Hauptthema in meinem Leben werden soll. Ich will das Stottern endlich verstehen und anständig "bekämpfen". Wenn denn hier überhaupt noch jmd. surft, ansonsten lohnt es sich wohl nicht hier zu schreiben.
Ich bin eigentlich glücklich...nur eben dieses blöde Stottern liegt immer wie ein Schatten über mir.
Ich will endlich Zeit und Kraft für andere Probleme haben. Ich will mir auch mal über unwichtige Dinge den Kopf zerbrechen......
Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken
Weitere Beiträge aus dem Forum Stolpermund
Lagebericht - gepostet von Ellena am Donnerstag 29.06.2006
Fernsehsendung ORF1 06.April - gepostet von Tjure am Dienstag 04.04.2006
Positive Nebenwirkungen - gepostet von Tjure am Montag 06.03.2006
Tag - gepostet von Kellerkind am Mittwoch 27.09.2006
Tachchen - gepostet von yvana am Mittwoch 20.06.2007
Ähnliche Beiträge wie "Medikament gegen Stottern"
Einlagespiel gegen Dreisel - Fuchs (Donnerstag 20.07.2006)
Angriff gegen inaktive Clanmember - uNNa (Sonntag 01.01.2006)
Spiel gegen Langeweile - Todesengelchen (Mittwoch 16.02.2005)
10.09.06 gegen Rahm - patrick (Freitag 08.09.2006)
Sextherapie gegen Rückenschmerzen - Mika (Mittwoch 05.10.2005)
WM: Deutschland verliert gegen USA - ~$PASH$~ (Mittwoch 30.08.2006)
sonntag 9.september gegen chin studenten - sin(9) (Donnerstag 06.09.2007)
KANTERSIEG gegen HC Jablonec - MatDaCilla (Freitag 18.08.2006)
Niederlage gegen Großpösna 4 - Sebastian Tänzer (Dienstag 20.03.2007)
Spio gegen PrinzPI (12:8:24) - Rice (Samstag 22.04.2006)
