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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: lola - mi Forum: Stolpermund Forenbeschreibung: Diskussionsforum Stottern aus dem Unterforum: Die Provo-Kante Antworten: 4 Forum gestartet am: Sonntag 26.12.2004 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Hat jemand Kinder? Letzte Antwort: vor 17 Jahren, 10 Monaten, 8 Tagen, 14 Stunden, 19 Minuten
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Re: Hat jemand Kinder?
lola - 10.05.2005, 20:16Hat jemand Kinder?
Hallo ,
hat jemand Kinder von Euch? Mich würde mal interessieren wie andere Eltern die stottern,mit Ihren Kindern umgehen.
Wie mit dem Stottern umgegangen wird, ob die Kinder vielleicht auch stottern, wie sich die Eltern dann Verhalten.
Über einen Erfahrungsaustausch würde ich mich freuen.
Viele liebe Grüße
lola
Re: Hat jemand Kinder?
mi - 12.05.2005, 13:27
Hallo lola!
Ja, ich habe (4) Kinder, zwischen 2 und 20 Jahren.
Was unseren Kinderwunsch angeht, war das Stottern nie ein Thema. (Was andere, soweit ich das in einem anderen Forum einmal mitbekommen habe, auch ganz anders sehen können.) Da ich selbst mit meinem Stottern sehr gut lebe, nehme ich das auch bei meinen Kindern an, falls je einmal eines von ihnen zu stottern beginnen würde.
Ich benehme ich meinen Kindern gegenüber völlig "normal", wie wenn ich nicht stottern würde. (Anmerkung: Ich stottere nur mehr wenig und meistens ziemlich leicht.) Das heißt auch, dass ich ihnen gegenüber mein Stottern nicht verberge. Wenn ich stottere, dann stottere ich halt, thats it!
In diesem Zusammenhang habe ich auch keine Sorgen, dass die Kinder "das Stottern von mir lernen" würden, wie viele fürchten. Stottern ist ja kein abgeschautes Verhalten, dazu erkennen auch die kleinsten Kinder ganz klar, welches Sprachvorbild richtg ist, und welches nicht. Sie halten sich immer an das richtige, also an die Sprache, die normalerweise gesprochen wird. Wenn ich einmal stottere, wissen sie, dass ich in diesem Fall aus der Norm herausfalle.
Selbst mein drittes Kind mit Lernschwierigkeiten (wurde früher geistige Behinderung genannt) und einigen anderen Problemen hat mit meinem Stottern keine Schwierigkeiten. Es weiß genau, was ich richtig spreche und was nicht.
Fals du dir Sorgen machst, dass dein Kind/deine Kinder einmal zu stottern beginnen könnten: Vererbt wird nur die Disposition. Das heißt noch lange nicht, dass das Kind (wenn es überhaupt eine Disposition geerbt hat) auch jemals zu stottern beginnt.
Selbst wenn ein Kind zu stottern beginnt, wird es sich leichter tun als viele andere in der gleichen Situation, wenn es laufend erlebt, dass ein Elternteil selbst selbstbewusst stottert und genauso wie alle anderen sein Leben meistert. Ein in meinen Augen ganz schwieriger Teil (aber auch nur ein Teil!) des Stotterns ist die Angst davor.
Also mach dir keinen unnötigen Stress!
lg mi
Re: Hat jemand Kinder?
lola - 12.05.2005, 21:24Hat jemand Kinder
Hallo mi,
ich mache mir keine Sorgen und auch keinen Sress, das vielleicht meine Kinder anfangen könnten zu stottern.
Mich interessiert nur wie andere Eltern damit um gehen und das sehen.
Ich habe einige stotternde Eltern kennengelernt, die damit sehr verschlossen umgehen. Da wir sehr offen mit unseren KInder mit dem Thema stottern umgehen ist mir wichtig auch noch mal andere Meinungen zu hören.
Wir haben drei Kinder, drei Jungs im Alter von 2-7 Jahre.Wir haben sie von Anfang an mit einbezogen da wir beide in der Stotterer Selbsthilfe aktiv sind. Für die ist das ganz normal, das Mama und Papa stottern.
Ich denke es ist auch wichtig die Kinder damit einzubeziehen, Ihnen das zu erklären wie es ist.
Wenn man das von Ihnen fernhält, dann wird es doch für Kinder erst interessant. Oder?
Unsere zwei großen gehen auch total süß damit um.
Wir waren letzt auf einer Vorstandsitzung übers Wochenende wo wir auch noch Freizeit hatten, aufeinmal fragte einer unserer Söhne "Wann fangt Ihr wieder an zu stottern?" Oder wenn wir Gruppenabend haben dann heißt es Mama und Papa sind beim stottern.
Wir haben auch für uns erkannt ,sich ganz normal zu Verhalten den Kindern gegenüber und auch offen über das Tema zu sprechen.
Viele Grüße
lola
Re: Hat jemand Kinder?
mi - 19.05.2005, 09:54
hallo lola!
Na, so kann man sich täuschen! :oops: Ich habe gedacht, du wärst unsicher, wie du es mit Stottern und Kindern halten willst.
Du hast recht, viele haben da ganz große Probleme. Ich habe sogar von einem stotternden Papa erfahren, der sich nicht mehr getraut hat, mit seinem sprechen lernenden Kleinkind zu reden, weil es so von ihm stottern lernen könnte....
Oder jemand anderer in einem Forum hat gemeint, Stotterer sollten überhaupt nicht daran denken, Kinder zu bekommen, wegen ihrer Behinderung, die sie dann weitergeben.... :evil:
Naja, wie auch immer. (Behindert habe ich mich übrigens noch nie gesehen, höchstens behindert von der Beschränktheit mancher Zeitgenossen.)
Ich denke, ihr macht es mit eurer Offenheit sicher richtig. Die Kinder wollen und müssen wissen, was los ist, ob es um Stottern geht oder sonst etwas, das sie berührt. Ich muss den Kindern natürlich nicht gleich alles (und vielleicht auch noch knallhart) sagen, aber soviel, wie sie brauchen, um damit umgehen zu können, auf jeden Fall.
Wir haben zwar kein stotterndes Kind, aber eines unserer Kinder hat Epilepsie und u.a. auch Lernschwierigkeiten (früher: geistige Behinderung genannt). Seine älteren Geschwister wissen, wie es um ihre Schwester steht, wissen auch, dass die Epilepsie für sie prinzipiell sehr gefährlich sein kann. Sie haben mit ihrem Wissen kein Problem.
Wen wir ihre Probleme unter den Teppich kehren würden, wäre ich mir sicher, dass sie sich erst recht viele Sorgen machen würden: Sie ist so behindert und so gefährdet, dass wir nicht einmal darüber reden dürfen. Denn dass wir im Akutfall ernste Sorgen haben, spüren sie natürlich. Einen schlimmeren Fehler als das Totschweigen kann ich mir kaum vorstellen.
Erst durch die Offenheit wird das Stottern das, was es ist: Je nach Schweregrad und der Fähigkeit, damit umzugehen, ein mehr oder weniger unangenehmes und natürlich auch störendes Problem, aber kein Grund, sich dadurch im Leben an irgend etwas hindern zu lassen. Meine Zweitälteste hat mich sehr früh gefragt, warum ich so rede. Ich habe ihr einfach gesagt, dass ich halt manchmal beim Reden hängenbleibe, aber das macht nichts. Und- es macht ja wirklich nichts.
Meine Probleme, die ich selbst als stotterndes Kind gemäß der damals herrschenden (und heute als 100% falsch erkannten) Fachmeinung folgend alleine bewältigen musste, waren mir wirklich Probleme.
Ich sehe eigentlich nur einen einzigen sinnvollen Grund, mit den Kindern nicht über das Stottern zu reden: Wenn sich ein Kind nicht dafür interessiert, will ich es auch nicht damit belasten.
Die Meinung, die Kinder könnten das Stottern am Beispiel der Eltern lernen, ist abstrus, auch wenn es immer noch "Therapeuten" gibt, die das behaupten. Niemand lernt Stottern wie Geschirr abwaschen oder Maschen binden....
ich denke, Mut war immer noch der beste Weg bei Problemen, egal welcher Art!
lg mi
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