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Re: Cape Town die Erste

Matthias - 03.02.2005, 20:15
Cape Town die Erste
KAPSTADT / CAPE TOWN

Kapstadt liegt an der Südspitze Afrikas auf einer kleinen, in den Atlantik ragenden Halbinsel.
Im Hintergrund erheben sich die steilen Wände des Tafelberges, davor erstreckt sich das tiefblaue Meer bis an den Horizont und dazwischen eingebettet die Mutterstadt Südafrikas: Cape Town, eine der schönsten Städte der Welt.
Das viertgrößte Ballungszentrum Südafrikas ist das Hauptziel ausländischer Besucher.
Die südlichste Großstadt Afrikas ist geprägt von einer bunten Mischung aus alter kapholländischer Architektur, edwardianischen und viktorianischen Gebäuden, Art déco in der Innenstadt und den Kopfsteinpflasterstrassen des Bo-Kaap-Viertels mit seinen Moscheen und Minaretten. Einige Straßenblocks weiter ragen links und rechts der Heerengracht Wolkenkratzer empor, aus orientalisch wirkenden Gefilden gelangt man direkt in das pulsierende Herz der modernen Handelsmetropole.
Wenn der Cape Doctor, der unbändige Wind vom Meer durch die Strassen Kapstadts braust, fegt er Abgase, Staub und Dreck aus den Strassen und verhilft der Stadt auch im Sommer zu einer frischen, gesunden Luft. Während der trockenen Sommermonate (November bis März) weht der Südostwind mit einer durchschnittlichen Windstärke von 30 km pro Stunde, doch Geschwindigkeiten von über 100 km pro Stunde sind nicht ungewöhnlich.
Das Stadtzentrum liegt in einem natürlichen Amphitheater, gebildet aus dem Signal Hill im Westen, dem Lion’s Head, dem Tafelberg und dem sich anschließenden Devil’s Peak im Osten. Die Einheimischen bezeichnen die Innenstadt auch als „City Bowl“, da sie wie eine Schüssel eingebettet liegt.

„Das schönste Ende der Welt“

exakte geographische Position: 33 Grad 54 Minuten südlicher Breite und 18 Grad 32
Minuten östlicher Länge
ca. 900 qkm groß
Höhe: 12 m ü.d.M.
Zwischen Kapstadt und dem Eisrand der Antarktis liegen über 4000 km offenes Wasser; zum Südpol sind es dann nochmals rund 2000 km

Capetonians / Einwohner

Metropole von über einer Million Einwohner (mit Einzugsgebiet 3 Millionen)
Bevölkerungsverteilung: 55% Farbige, darunter die eigenständigen, islamischen Kap-Malaien, 30% Weiße und nur 15% Schwarze
Von 3669 Neubürgern aus 2001 sind nur 953 berufstätig – der Rest sind Rentner und Reiche. Bevorzugt werden Schwarze in Arbeitspositionen (so keine Zukunft für Weiße)

Das Netto-Einkommen eines Weißen beträgt im Durchschnitt 600 Euro. Kapstadt ist sehr billig und hat trotzdem europäischen Standard. Im Durchschnitt kostet eine Wohnung mit 4 Zimmern, Küche, Bad 75000 Euro in der Stadt. Die Mieten sind hier niedriger als z.B. die Nebenkosten in Deutschland.

Capetonians sind relaxet oder laid-back, wie man auf Englisch sagt. So laid-back behaupten Kritiker, die meist aus der Industrie-Provinz Gauteng mit den Großstädten Johannesburg und Pretoria kommen, dass sie fast horizontal seien. In Gauteng wird gearbeitet, in Kapstadt wird gelebt. Manch überraschter Besucher wunderte sich schon über Schilder an verschlossenen Läden, die eigentlich geöffnet sein sollten, auf denen stand: „Gone fishing“. Die aufgrund der Nähe zum Meer bzw. Beach treffende Umschreibung für „keine Lust mehr“. Südländische Siestastimmung paart sich so genial mit afrikanischem Zeitgefühl – mit dem Vorteil, dass es Kapstadt trotzdem erstklassige Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten mit hervorragendem Service gibt. Die vibrierende Metropole ist Afrikas aufregendste Stadt und ihre trendigste. Ein Tor zum gesamten schwarzen Kontinent.


Stadtgeschichte

1652 ging der Kommandeur Jan van Riebeeck in der Table Bay an Land. Er hatte von der Niederländisch-Ostindischen Handelgesellschaft (VOC) den Auftrag, eine Versorgungsstation für die Schiffe auf der Seeroute nach Asien aufzubauen. Kompromißlos wurden die einheimischen Khoikhoi mit ihrem Vieh kurzerhand ins Hinterland vertrieben.
Der Aufstieg Klein-Amsterdams:
De Kaap, wie man die Versorgungsstation schon damals nannte, lag direkt am Meer; der ursprünglichen Küstenlinie folgt heute die Strand Street in der Innenstadt. Die Handelschiffe legten direkt unterhalb des Castle of Good Hope an, der mächtigen Befestigungsanlag, an der man ab 1666 baute. Die Schiffe bunkerten frisches Obst und Gemüse, das im Company’s Garden angebaut wurde, dort, wo heute das Zentrum liegt. Frisches Trinkwasser erhielten Seeleute und Bewohner aus Quellen in den Bergen. Über Kanäle wurde es von den Hängen des Tafelberges herab in die Stadt geleitet und in einem Reservoir aufgefangen. So wuchs allmählich die Siedlung zwischen einem System von offenen Kanälen samt Schleusen zur Miniaturausgabe von Amsterdam heran. Die Hauptwasserleitung hieß Heerengracht. Sie verlief entlang der heutigen Gouvernment Avenue und der Adderley Street. Als Brutstätten von Krankheiten wurden die Grachten aber im 19.Jahrhundert zugeschüttet und verschwanden aus dem Stadtbild.
Im 18.Jahrhundert wird die Siedlung zu Kaapstad. Um die steigende Nachfrage der Schiffsbesatzungen nach Proviant zu erfüllen, importiert die VOC billige Arbeitskräfte aus Asien, hauptsächlich aus Indien und Batavia, sowie anderen Teilen Afrikas. 50 Jahre nach van Riebeecks Landung sind 900 von den etwa 2100 Stadtbewohnern Sklaven. Sie schufteten in der Landwirtschaft, als Hafenarbeiter und auf dem Bau.
1704 werden die erste Kirche und entlang der Strand Street Wohnhäuser im holländischen Stil gebaut. Die Heerengracht entwickelte sich zum Handelsviertel. Boote mit Menschen aus ganz Europa – hauptsächlich Abenteurer und arme Leute – treffen nach monatelanger Reise in der Hoffnung auf ein besseres Leben ein.
Fest in VOC-Hand:
An strategisch wichtigen Punkten um Kaapstad herum lassen die Gouverneure Forts anlegen. Wachtposten kommunizieren von dort per Flaggen mit den Besatzungen der einlaufenden Schiffe, um feindliche Überraschungsbesuche zu verhindern. Kann sich der Kapitän mit den entsprechenden Signalen als Freund ausweisen, darf er anlegen und Waren und Nachrichten aus aller Welt tauschen. Wird nicht die richtige Flagge gehisst, ist etwas faul und Kanonendonner warnt die Bewohner. So auch 1795, als die Briten in der False Bay, etwa 50 km Luftlinie vom Fort, landeten. Was bekanntlich in der Schlacht von Muizenberg und der Übernahme der Herrschaft durch die Briten mündete. Die VOC hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits in den Bankrott gewirtschaftet und praktisch aufgehört zu existieren.
Kapstadt unter britischer Flagge:
1803 wird das Kap offiziell zur britischen Cape Colony. Damit anglisiert und liberalisiert sich das kulturelle, wirtschaftliche und politische Leben. Die Briten führen die Religionsfreiheit ein. 1807 wird der Handel mit Sklaven verboten, 1834 ihr Besitz. Etliche Sklavenhalter packen daraufhin ihr Hab und Gut inklusive Sklaven auf Planwagen und ziehen fort, der Große Treck. Die zurückgelassenen ehemaligen Sklaven versuchen sich als Handwerker, Fischer und Kaufleute an der Tafelbucht zu etablieren.
Der Plan des britischen Königshauses, wie in Australien auch am Kap Sträflingskolonien zu etablieren, erregt und eint die zusammengewürfelte Kapgemeinschaft. Mehrere Tausend Menschen porotesatieren in der Stadt und verhindern 1849 ein Anlegen der „Neptune“, die bereits mit Häftlingen an Bord vor Simon’s Town ankert. Unterstützt vom Gouverneur und dem Politiker Charles Adderley im fernen London wird der Plan verworfen. Dankbar benennt man die Hauptgeschäftsstrasse Kapstadts nach Adderley.
Allmählich wandelt die Stadt ihr Gesicht: die georgianische, später die viktorianische Bauweise setzt sich durch. Aus Kapstadt wird das britisch geprägte Cape Town. Entlang der Long Street sind noch viele Häuser aus dieser Zeit erhalten.
Ab Mitte des 19.Jahrhunderts verkehrten Dampfschiffe regelmäßig zwischen Großbritanien und der Tafelbucht. Der Hafen hatte sich aber seit der Ankunft van Riebeecks nur wenig geändert. Der Bau eines großen Seehafens wird unumgänglich, denn Cape Town ist nun das Tor zur Welt für die Exportgüter aus dem Hinterland, wie Wolle, Weizen und Früchte. Am 17.09.1860 beförderte Prince Alfred, Sohn Königin Victorias, höchstpersönlich die erste Steinladung in das Hafenbecken in spe, das seinen Namen trägt. Der Hafen wird aber auch zum Tor für jene Glücksritter, die auf dem Weg zu den Gold- und Diamantenminen um Johannesburg und Kimberley sind. Und während des Burenkriegs 1899 – 1902 gehen hier 500000 britische Soldaten von Bord und leben in Zeltstädten, bevor sie zu den Kriegsschauplätzen im Landesinneren transportiert werden.
Cape Town mausert sich zu einer Großstadt. Kulturelle Einrichtungen, wie Museen und die South African Library, Schulen und Hospitäler entstehen. Mit besseren Strassen wachsen am Südrand Richtung False Bay die Vororte der Mittelklasse und Reichen. Die Kehrseite sind die sich schleichend ausbreitenden Arbeiterghettos, wie der District Six an der Ostseite des Zentrums.
Kapstadt im 20.Jahrhundert:
Nach dem Burenkrieg und der Gründung der Südafrikanischen Union 1910 wird Pretoria Regierungssitz, Bloemfontain Sitz der Gerichtsbarkeit und Kapstadt Parlamentssitz. Ein Jahr später verfügt die Regierung, dass Schwarze kein Land außerhalb der ihnen zugewiesenen Gebiete besitzen dürfen. Der knapp bemessene Boden ernährt nun nicht mehr alle und in der Hoffnung, Arbeit zu finden, machen sich Tausende auf den Weg in die Städte. Langa, was übersetzt „Sonne“ bedeutet, ist 1922 das erste Township, in dem schwarze Wanderarbeiter in lagerähnlichen Gebäuden mit großen Schlafsälen untergebracht sind. Der Strom von arbeitssuchenden Menschen lässt nicht nach. Nyanga, der „Mond“, ein weiteres geplantes Township, taucht nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Stadtplan auf. Damit ist bereits der Grundstein zur Rassentrennung gelegt, noch bevor 1948 mit der National-Party die Apartheid-Regierung an die Macht kommt. Zwar gilt Kapstadt als relativ liberal, doch das verschont die Menschen nicht vor Zwangsräumungen ganzer Stadtviertel, wie beispielsweise den District Six im Jahr 1966, der wegen seiner attraktiven Lage am Stadtzentrum zur „White Area“ erklärt wurde. Viele der hauptsächlich farbigen Bewohner finden sich plötzlich in Bonteheuwel und Mitchell’s Plain in den trostlosen Cape Flats wieder. Jedes Wohngebiet für Nichtweiße hat nach Hautfarbe unterschiedene Bewohner, das heißt es gibt Townships für die schwarze und solche für die farbige Bevölkerung. Strassen, z.B. die N2, und Eisenbahnlinien markieren die Grenzen. Damit wurden Barrieren geschaffen, um eine bessere Kontrolle über die Gebiete zu haben und im Falle von Unruhen schnell durchgreifen zu können.
Die monotonen Siedlungen liegen abseits der Arbeitsplätze, Schulen, Gottes- und Krankenhäuser. Sie sind eher Schlaf- als Wohnorte, denn die entbehren jeglicher gesellschaftlicher Institutionen, wie Restaurants, Bars oder Kinos. So entstehen notgedrungen die Sheebens, illegale Bars in Privathäusern, in denen der verbotene Alkohol Ablenkung verspricht.
1976 kommt es nach dem brutalen Vorgehen der Polizei in Soweto auch in Kapstadt zum Aufruhr. Die Polizei geht mit größter Gewalt vor, mehr als 100 Menschen werden getötet. Um 1980 entstehen die Elendsviertel von Cross Roads und Khayelitsha in der Nähe des Flughafens. Die Staatsmacht versucht zwar die Menschen aus den Wellblechsiedlungen zu vertreiben, doch sie kommen immer wieder zurück – wo sollen sie auch hin?
Viele Kapstädter, egal welcher Hautfarbe, erkennen in dieser Phase, dass das Land am Rande des Zusammenbruchs steht. 1989 demonstrieren 30000 Menschen vor der City Hall für Frieden und ein Ende des Tötens in ihrer Stadt. Wenige Monate später steht an gleicher Stelle Nelson Mandela als freier Mann. Nach den ersten demokratischen Wahlen 1994 bleibt das liberale Kapstadt eine Bastion der rechtskonservativen NP, im Gegensatz zum Rest Südafrikas, wo der ANC dominiert.
Heute leben die Menschen nach wie vor in jenen Wohngebieten, die ihnen einst zugewiesen worden waren. In den Strassen im Herzen der Stadt hingegen zeigt sich Kapstadt so multikulturell wie kaum eine andere Stadt.

Kap-malayische Kultur in Kapstadt
Die Niederländisch-Ostindische Kompanie brachte 1658 die ersten Malayen ans Kap, von denen die meisten Moslems aus Sri Lanka, Indien und von den indonesischen Inseln waren. Viele waren Sklaven, andere politische Flüchtlinge. Als um 1830 die Sklaverei endete, ließen sich die Kap-Malayen (oder Kap-Moslems, wie sie heute lieber genannt werden) an den Hängen des Signal Hill nieder. Die Malaien hatten einen bedeutenden Einfluß auf die Sprache Afrikaans und die Küche anderer Kulturen. Heute stellt die muslimische Gemeinschaft einen großen Anteil an der kapstädtischen Bevölkerung dar.

Cape Town International Airport

Mit ca. 4,3 Millionen Fluggästen pro Jahr rangiert Kapstadts Flughafen an Größe deutlich hinter dem von Johannesburg (ca. 11 Millionen Passagiere) und wäre in Deutschland eher in der mittleren Kategorie (z.B. Hannover) anzufinden. In Südafrika aber ist er noch vor Durban (2,1 Millionen Passagiere) der zweitgrößte, und seine Kapazitäten werden weiter ausgebaut
Der Flughafen liegt etwa 23 Kilometer von der Innenstadt entfernt und ist über die Autobahn N2 an diese angebunden. Mit dem Auto benötigt man ca. 30 Minuten für die Distanz, was sich aber bis auf eine Stunde während der Rushhour ausdehnen kann.
Die Orientierung auf dem Flughafen ist relativ einfach, da er eben doch nicht die Ausmaße des Airports von Johannesburg bzw. Frankfurts hat. Grundsätzlich gibt es zwei Terminals, das internationale und das nationale, die beide nur wenige Gehminuten voneinander entfernt liegen.
Der Flughafen ist ins Inlandsnetz von South African Airways eingebunden


Probleme einer Metropole

Gerne wird Kapstadt in einem romantischen Licht gesehen. Das Bild vom multikulturellen Schmelztiegel ist zwar richtig. Doch der starke Bevölkerungszuwachs der letzten Jahre hat auch massive Probleme heraufbeschworen. In der Cape Metropolitan Area leben 3 Millionen Einwohner. Der Großraum erstreckt sich vom Stadtzentrum 60 km weit nach Süden über die Kaphalbinsel und nach Norden in einem schmalen Band entlang der Atlantikküste etwa 40 km. Über den Flughafen hinaus wuchert er immer weiter Richtung Osten. Die größte Bevölkerungskonzentration ist der Stadtbereich mit 1,1 Millionen und Tygerberg in Flughafennähe mit 1 Million Menschen.
Aus ökologischer Sicht wirkt sich die zunehmende Verstädterung dramatisch auf die Umwelt aus. Regelmäßig muß die Stadtverwaltung zum sparsamen Wasserverbrauch aufrufen. Das kostbare Nass versickert zuden im maroden Leitungssystem. Die Stauseen, die Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem Tafelberg angelegt worden waren, reichen längst nicht mehr aus. Die Bergwelt der Umgebung muß den durstigen Riesen beliefern. Dafür wird aus den Feuchtgebieten, die teilweise unter Naturschutz stehen, Wasser gepumpt und im Gegenzug Abwasser zurückgeleiet ... Ein Umdenken findet vielleicht gerade statt, denn nach drei regenarmen Jahren geriet die Stadt 2001 erstmals derartig in Wassernot, dass klar wurde, dass Wassersparprogramme allein nicht der Weg aus der Misere sein können.
nach einem Umweltbereich der Stadt schaffte es 1998 jeder Bürger täglich 1 kg Müll zu produzieren. Stark muß der Cape Doctor, der alles reiningende Südostwind, blasen, um die abgasverschmutzte Luft an heißen Sommertagen durchzuwirbeln. Morgens drängt ein Strom aus Bussen, Minibus-Texis und PKW Richtung City, wo die meisten Arbeitsplätze liegen: seit 1980 hat sich der Autoverkehr fast verdoppelt.
Wie eine Wand steht der Tafelberg zwischen Arm und Reich. An der Atlantikküste, in den Nobelvierteln von Camps Bay und Clifton, schweben Luxusvillen in bester Lage an den Steilhängen über dem Meer. Hier haben sich viele wohlhabende Europäer eingekauft. Krasser könnte der Unterschied zu den Cape Flats, dem sandigen, flachen und stets windigen Gebiet im Osten vor den Toren der Stadt, nicht sein, wo sich in den Townships matchbox houses drängen. Am Flughafen wuchern Elendsviertel, die bei manchen Touristen gleich nach der Landung Zweifel ansteigen lassen, ob sie wirklich am Kap ihren Urlaub verbringen möchten ...










Historische Innenstadt

Adderley Street:
Die Adderley Street verläuft von den Gardens zum Foreshore (Küstenvorland)
Wie viele Kapstädter Strassen war auch die Adderley Street unter verschiedenen Namen bekannt. So nannte man sie z.B. Burgwal Straat, Gracht Straat und sogar Heerengracht, als sie noch einen Kanal hatte.
Die Strasse ist das alte Herzstück der Stadt, das kommerzielle und kulturelle Zentrum, das früher in ganzer Länge – an Amsterdam erinnernd – „Heerengracht“ genannt wurde. Die Strasse wurde 1849 zu Ehren von Sir Charles Adderley umbenannt, einem britischen Parlamentarier und Industriellen, der verhinderte, dass Kapstadt in eine Sträflingskolonie umgewandelt wurde.
Die breite, mit Palmen geschmückte Heerengracht, dem Kanal der Herren, wurde nach den siebzehn Direktoren der Holländisch-Ostindischen Handelgesellschaft benannt.
Vor dem Bahnhofsgelände lockt ein reger Flohmarkt die Kunden zum Kauf. Der Markt findet bei gutem Wetter täglich, außer Sonntags statt.
Auf dem Grund des modernen Einkaufszentrum „Golden Acre“ wurde kein Gold gefunden. Der Name bezieht sich lediglich auf den Grundstückswert, denn hier stand einst der erste grandiose Kapstädter Bahnhof, der dem Bau der Foreshore zum Opfer fiel. Nach seinem Abriß war das Grundstück natürlich Gold wert!
Die Adderley Street sollte 2001 in Nelson Mandela Avenue umbenannt werden. Proteste haben dieses aber bisher verhindert – nicht aus rassistischen Gründen, sondern weil die Kapstädter einfach altbewährte Namen beibehalten möchten.

Blumenverkäuferin
Die Blumenverkäufer haben ihren Platz am Trafalgar Place.
Die Blumenverkäufer auf der Adderley-Street mit ihren leuchtenden, duftenden Blumen zählen zu den ältesten und farbenprächtigsten Sehenswürdigkeiten Kapstadts. Sie widerstanden schon vielen Drohungen, sie aus der Adderley-Street zu vertreiben, und trotz einschränkender Bestimmungen und harter Konkurrenz der nahegelegenen Kaufhäuser betreiben sie nach wie vor ihren Handel, den ihre Vorfahren vor über einem Jahrhundert begründeten. Bis in die 20er Jahre hinein wurden noch Wildblumen von den umgebenden Berghängen und den Sandebenen der Kapebene gepflückt, bis die Gesellschaft zum Schutze der Wildblumen einschritt und diese Praktiken unterband. Viele Blumenverkäufer bebauten auch Gärten auf ihren eigenen oder gepachteten Grundstücken im Constantiatal und im Diep River. Heutzutage werden ausschließlich von umliegenden Farmen bezogene oder aus anderen Landesteilen eingepflogene Zuchtblumen am Trafalger-Platz in der Adderley-Street, an der Grand Parade und an Strassenecken im Stadtzentrum sowie in anderen Stadtteilen verkauft

Dias Statue
Das Bronzedenkmal ehrt den portugiesischen Seefahrer Bartholomäus Dias, der als erster das Kap im Jahr 1488 umsegelte.
Die Statue ist das Werk von Professor Barata Feyo. Anläßlich des dreijundertjährigen Jubiläums der Landung von Jan van Riebeeck im Jahr 1652, wurde sie von der portugiesischen Regierung an die Bürger des Landes geschenkt

Van Riebeeck Statuen
Die Statue von Jan van Riebeeck ist ein Werk des Künstlers John Tweed. Sie wurde der Mutterstadt von Cecil Rhodes geschenkt. Möglicherweise steht sie an Jan van Riebeecks ursprünglichen Ankerplatz
Das Denkmal seiner Frau, Maria de la Queillerie, wurde vom holländischen Bildhauer Dirk Wolbers geschaffen. Sie war französischer Abstammung. Die Jan van Riebeeck Gesellschaft in Holland stiftete das Denkmal 1952, anläßlich der Dreihunderjahrfeier der Stadt

Robert Falcon Scott Denkmal
Das Schiff, in Bronze gegossen erinnert an den Antarktis-Forscher, der 1910 in Kapstadt weilte. Scott starb zwei Jahre später, auf dem Rückweg aus der Antarktis. Das Denkmal ist ein Werk des einheimischen Bildhauers Ivan Mitford-Barberton und ersetzt das aus Stein gemetzte Original des Künstlers Benjamin Smith. Das Original fiel 1949 dem Vandalismus zum Opfer.

Kriegerdenkmal
Ehrendenkmal für die südafrikanischen Gefallenen beider Weltkriege, des Koreanischen Krieges und der Freiheitskämpfe. Der Bildhauer Vernon March ließ sich durch das Denkmal Der beflügelte Sie und die Nike von Samothraktien, das im Louvre ausgestellt ist, inspirieren. Soldaten in voller Ausrüstung umringen die Hauptfigur, während Szenen verschiedener Schlachten im Basis-relief das Ehrendenkmal vervollständigen. Alljährlich findet eine Ehrenfeier am 11. November am Denkmal statt, in Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkrieges

Bahnhof
Links erstreckt sich der einstöckige Kapstädter Bahnhof. In der Bahnhofshalle ist die erste Lokomotive ausgestellt, die 1859 samt Fahrer in Kapstadt landete. Sie wurde in Schottland von der Firma Hawthorne & Leith gebaut. Die erste Eisenbahnlinie führte von Kapstadt nach Wellington

Wagenaar Reservoir
Das Reservoir wurde während der Amtszeit des Gouverneurs Wagenaar (1663 – 1666) gebaut und versorgte Bürger und Seefahrer mit Wasser. Es steht im alten Flußbett des Verse Rivier, der bei der einheimischen Bevölkerung als Camissa bekannt war. Dieser Fluß speiste das Reservoir, das etwa 700 Kubikmeter Wasser enthielt. Es war umgeben von einer 1m-hohen Mauer, 45 m lang und 15 m breit.
Während der Bauarbeiten in den 1970er Jahren, stießen die Bauherren auf die Ruinen des Wasserreservoirs.

Die Kanäle
Der Verse Rivier muss, obwohl umstritten, mehr oder weniger dem Verlauf der Adderleystreet gefolgt sein. Er mündete in einem weiten Delta im Meer. Oberhalb der Stadt, in der Nähe des Companiegardens, wurde das Flußwasser eingefangen und durch ein Holzrohr zum Wagenaar Reservoir geleitet. Von hier aus holten die Bewohner eimerweise ihren Wasserbedarf. Das Eimerschleppen war natürlich Schwerstarbeit. Daher baute man gegen Ende des 17.Jahrhunderts einen kleinen Kanal, der das Wasser vom Reservoir bis zu einem Anlegeplatz am Strand führte. Gouverneur Simon van der Stel plante eine bessere Wasserversorgung für die Einwohner und ließ 1687 eine Gracht anlegen, die wahrscheinlich in der heutigen Strand Street entlang lief und das Wasser näher an die Menschen heranführte.
Zu diesen ersten Versorgungs-Grachten gesellten sich in der boomenden Stadt bald andere. Das Baufieber hielt trotz der vielen, unvermeidlichen Verschmutzungsprobleme und der Sicherheitsrisiken – so mancher Bürger landete im Wasser – bis etwa 1840 an. Ermahnungen, die Kanäle nicht mit Karren und Vieh zu überqueren, fielen auf taube Ohren, so dass sie, auch durch den Strassendreck, den der Wind in die Grachten wehte, schmutzig blieben. Deshalb wurden ab 1827 die Rufe lauter, sie wieder auf zu füllen. Das Zuschütten und der Bau einer neuen Wasserversorgung kosteten viel Geld und Jahre verstrichen bis die letzten Grachten an der Wale-Buitengracht und Adderleystrassen Mitte des 19.Jahrhunderts verschwanden.

Government Avenue:
Blattwerk und Äste verflechten sich an der von Eichen gesäumten Government Avenue („Regierungsallee“) zu einem schattenspendenden Baldachin. die Allee verbindet die Adderley Street mit dem stadtnahen Vorort Gardens und durchschneidet den 1652 von Jan van Riebeeck angelegten, sogenannten Company’s Garden mit einheimischen und exotischen Pflanzen, die zum Teil von so weit her wie Australien, Südamerika und dem Malaiischen Archipel stammen
Hier und da hüpfen graue Eichhörnchen über den Weg, richten sich zierlich auf und warten auf ein paar knackige Nüsse, klettern auf die Eichenäste und manchmal fallen sie auch aus den Bäumen. Die Eichhörnchen wurden gegen Ende des 19.Jahrhunderts durch den damaligen Ministerpräsidenten Cecil Rhodes eingeführt.

Long Street
Sie liegt im Herzen der Stadt, ist eine ihrer bekanntesten Strassen, und einst wohnten hier Fischer und Schmiede, Korbflechter und Kerzenmacher. Die Long Street hieß ursprünglich De Derde Berg Dwars Straat, wurde aber in den 1790er Jahren zur Long Street. Wo einst die Reihen bescheidener eingeschössiger Häuschen standen – im Stil entsprachen sie den georgianischen im Bo-Kaap – prangen jetzt ihre verzierten, viktorianischen Nachfolger. Das einizige noch erhaltene Beispiel dieser frühen Häuser ist die Palm-Tree Moschee, Nummer 185 in der Long Street. Ihre Geschichte geht auf das Jahr 1807 zurück, als Jan van Bougies (oder Buyskie), ein freigelassener malaiischer Sklave, das im 18.Jahrhundert im georgianischen Stil erstellte Haus in eine Moschee umbaute. Victorianisches „Facelifting“ verwandelte die Long Street zwischen 1870 und dem Beginn dieses Jahrhunderts in eine moderne Kapstädter Strasse und veranlasste die Stadtverwaltungk, „die Bedeutung dieser Durchgangsstrasse als eine der Hauptadern der Stadt“ anzuerkennen. Die Strasse dehnte sich noch weiter aus, hauptsächlich himmelwärts: doppelstöckige Bauwerke mit Türmchen, geschmückt mit reich ausgeführten Stuckfassaden, Brüstungen und Ziergiebeln, gußeisernen Balkonen, getriebenen Metalldecken und gußeisernen Wendeltreppen. Auch andere Baustile hinterließen jedoch in dieser Stadtlandschaft ihre Spuren. Am bemerkenswertesten ist die deutsche evangelisch-letherische Sankt Martini Kirche – im neugotischen Stil des 19.Jahrhunderts – am oberen Ende der Long Street. Das Gebäude gegenüber trägt die Hausnummer 309-311 und stammt aus dem Jahre 1897. Hier war früher eine Apotheke untergebracht, heutzutage ist es ein Reisezentrum.
Frech und unwiderstehlich wie sie ist, hat die Long Street ein ganz eigenes Leben. Ihre Geschäfte sind eine Mischung aus Altem und Neuem, Charmantem und Knalligem, Ubertriebenem und Unentdecktem. Sehen Sie sich in den höhlenartigen Antiquitäten um, wo die Erwartung auf verborgene Schätze ebenso in der Luft liegt, wie der muffelige Geruch der alten Bücher! Schummrige Läden für altmodische Klamotten wechseln sich mit anderen ab, die Haute Couture oder die neuesten Strassenmoden anbieten. Es wimmelt von Trödelläden und Antiquitätengeschäften, ebenso wie von Restaurants, die tagsüber oder bis spät in die Nacht geöffnet sind. Die Long Street ist eine Strasse mit Herz, die im Herzen der „Mutterstadt“ liegt.
Die Corporation-Badeanstalt, so hieß diese Badeanstalt in der Long Street ursprünglich, eröffnete am 4. November 1908 der Bürgermeister Fred W.Smith. Türkische Bäder und öffentliche Wannenbäder wurden 1928 nach einer fünfjährigen Kampagne von Stadtrat Sam Goldstein angebaut, der meinte, keine moderne Stadt käme ohne eine solche Einrichtung aus. Der Stadtrat entschied sich 1985 für die Sanierung der Bäder. In der wunderschön renovierten Badeanstalt blieben der edwardianischen Charakter und die Jugendstildetails der ursprünglichen Gebäude erhalten. Sie werden nach wie vor rege von Kapstädtern und Touristen besucht, wobei im türkischen Bad die Besuchstage für Männer und Frauen getrennt sind.

Kloof Street
Sie ist ausgesprochen modern, ausgesprochen unkonventionell, und doch ist die Kloof Street ebenso vielseitig und individualistisch wie die Mieter und Ladenbesitzer, die hier wohnen. Die Verjüngung der Strasse setzte Anfang der 90er Jahre ein, als sie das schäbige Äußere abzulegen begann, um schließlich als der Ort des Geschehens in der sozialen Szene der Stadt wiedergeboren zu werden. Hinter ihren viktorianischen Fassaden verbirgt sich eine ganze Palette: Restaurants mit Spezialitäten aus aller Herren Länder, Cafes und Feinkostgeschäfte – viele von ihnen mit Blick auf den Strassenverkehr und den nahen Tafelberg. Die Kloof Street erstreckt sich oberhalb der Long Street am Rande des Geschäftsvertels der Innenstadt und ist ein beliebter Treffpunkt von Filmemachern, Modedesignern, Feinschmeckern, Antiquitätenhändlern, Studenten und Reisenden.

Darling Street
Die Strasse wurde schon im Jahr 1695 durch den Gouverneur Simon van der Stel angelegt und zwar zu seiner Zeit als Het Rondeboschje Straat – Strasse zum Runden Busch / Rondebosch – bekannt. Ein Namenswechsel war unvermeidlich, denn natürlich verlief auch in ihr ein Kanal, stolz die Keisers Gragt genannt. Heute trägt die Strasse den Namen eines britischen Gouverneurs, Darling, der 1854 das Amt übernahm.
Einst standen hier elegante Privathäuser, denn die Strasse war eine beliebte und begehrte Wohnadresse in der Nähe des Schlosses. Auch Besucher fanden erstklassige Unterkunft in verschiedenen vornehmen Pensionen. 1804 wurde hier eine der ersten Schulen in Kapstadt eröffnet, die Superior Girls School.

King Eduard VII Statue und Kriegerdenkmal

Diese zwei Denkmäler stehen dem alten Rathaus gegenüber. Beide sind das Werk des Bildhauers Sir W.Gascombe John. Die Marmorstatue von König Eduard VII, Nachfolger der englischen Königin Viktoria, ziert die Mitte des Paradeplatzes. Etwa weiter entfernt, mehr am Strassenrand der Darling Street, stößt man auf das Kriegerdenkmal. Dieses Ehrenmal gedenkt der Kapstädter, die im Burenkrieg (1899 – 1902) ihr Leben opferten. Es wurde 1905 enthüllt.

Spinstreet
Bäume spenden der Spinstreet, die südlich des Church Square säumt, etwas Schatten. Der Strassenname erinnert an die vergeblichen Bemühungen des Gouverneurs Willem Adriaan van der Stel, am Kap Anfang des 18.Jahrhunderts eine Seidenindustrie zu entwickeln.
Schaut man hinüber in Richtung Fußübergang auf die Strassenmitte, sieht man ene große, runde Gedenktafel, die in die Zeit des Sklavenhandels zurückführt. Hier wurden die Sklaven bis zu ihrer –Emanzipation am 1. Dezember 1834 auf öffentlichen Versteigerungen verkauft.

St.George’s Mall
Lebhafte Fußgängerzone, in der Strassenmusikanten und Tänzer die Passanten unterhalten
Wohlhabende Bürger lebten einst in dieser Strasse. Ihre Residenzen verliehen ihr eine Atmosphäre häuslicher Zufriedenheit. Im Laufe der Zeit verlor St.Georges Mall den Charme der Vergangenheit: Privathäuser wichen Geschäftshäusern. Übrigens praktizierte hier im frühen 19.Jahrhundert ein Zahnarzt, Dr. Carter, der angeblich schon Gebisse herstellen konnte.

Strand Street
Die Strasse verlief einst am ehemaligen Strandgebiet der Stadt. Daher der Name.
Hier saßen vor langer Zeit die Bürger gemütlich auf der stoep, der Terrasse, vor oder hinter dem Haus. Die Männer genossen ihre Pfeifen, Familien beobachteten das Komen und Gehen der Schiffe, lauschten dem Wellenschlag ...

Buitengracht
Parallel zur Adderley Street verlaufend, teilt sie das Stadtzentrum von dem oberhalb gelegenen Bo-Kaap.


Greenmarket-Platz
Zweitältester Platz der Stadt, er wurde 1710 als Markplatz konzipiert auf dem auch politische Proklamationen verkündet wurden wie 1834 die Aufhebung der Sklaverei.
Seit 1806 Erzeugermarkt und jetzt nationales Denkmal
Der Greenmarket-Platz mit seinem Kopfsteinpflaster, farbenfroh und lebensprühend, ist vor Geschäftigkeit der reinste Bienenstock, wenn Händler und Kundschaft um Waren und Preise feilschen. Der Markt ist eine Fundgrube für Exotisches und Originelles; seine vollgepackten Stände präsentieren sich als Füllhorn nützlichen und dekorativen Schnickschnacks sowie afrikanischen Kunsthandwerks, auch Kleidung, Schmuck, Lederwaren und Objets d’art entdeckt man hier. In dem Labyrinth der Stände vernimmt man alle erdenklichen Sprachen, wenn Touristen wie Einheimische die Angebote bestaunen und ein Schnäppchen machen wollen. Der kopfsteingepflasterte Greenmarket-Platz verdankt seinen Namen dem ursprünglichen Obst- und Gemüsemarkt, der die in der Umgebung lebenden Bürger mit Frischwaren versorgte. Der Platz ist von einigen historischen Gebäuden umgeben. Am bemerkenswertesten ist das Bürgerhaus oder Alte Rathaus, das 1756 fertiggestellt wurde und nach dem Umzug aus dem alten, 1716 errichteten Bürgerwachthaus als Sitz der Ortsverwaltung diente. Es wurde 1916 renoviert und zur Kunstgalerie umgebaut. Jetzt beherbergt es eine wertvolle Sammlung holländischer und flämischer Gemälde, die Sir Max Michaelis stiftete, ein Johannesburger Geschäftsmann der damaligen Zeit.
Der Markt für Kunsthandwerk findet täglich statt

Grand Parade
Darling Street
Van Riebeeck legte seine erste Festung 1652 auf der Grand Parade an. Dieses Bauwerk wurde 1674 abgerissen, als das Castle Good Hoop fertiggestellt war. Von dem schlichten Holzfort, das dem Wetter und der Zeit zum Opfer fiel, sind keine Spuren mehr zu sehen. Bis 1821 wurde das Gelände als Paraden- und Truppenexerzierplatz und auch als Hinrichtungsplatz genutzt. Die in der Umgebung entstandenen Häuser zogen Gemüsehändler mit ihren Buden an – Vorläufer des heutigen Flohmarkts. Jeden Freitag- und Samstagvormittag findet hier ein buntes Markttreiben statt und während der restlichen Woche dient die Fläche als Umschlagplatz für Gebrauchtwaren aller Art.
Hier standen zu Tausenden die Menschen am 11. Februar 1990, um Nelson Mandelas erste öffentliche Ansprache als freier Mensch zu hören.

Church Square
Church Square war einst der Friedhof, zu dem die Grabstrasse führte, die heutige Parliamentstrasse
Verheerende Pockenepidemien in 1713 und 1734 verlangten Hunderte von Opfern und der Kirchenplatz wurde zum offiziellen Friedhof. Unzählige Gräber wurden geschaufelt, die teilweise sogar den Kirchenboden unterhöhlten. Die Folgen waren für manchen Gläubigen Schrecken erregend. So soll es geschehen sein, dass eine ältere Frau, tief im Gebet, im Boden versank und im Kirchengewölbe auf dem Sarg eines Verstorbenen landete. Noch immer betend mag sie wohl an teufisches Werk gedacht haben. Kirchendiener retteten sie vor noch übleren Konsequenzen ...
Kann man Erzählungen Glauben schenken, dann muss der Platz auch früher einmal einer der beliebtesten Treffpunkte für Hunde gewesen sein. Denn in den Jahren von 1730 bis 1753 engagierte man sogar einen Hundepeitscher, dessen Aufgabe es war, die Hunde aus der Kirche zu halten, wo sie durch Bellen und Beißen so manchen Gläubigen die Andacht nahmen.

Onze Jan Hofmeyr
Onze Jan, Right Honourable Jan Hendrik Hofmeyr war ein einflußreicher Staatsmann des späten 19.Jahrhunderts, das durch ein Wiederaufleben der holländischen Kultur charakterisiert wurde. Er war der Gründer des Afrikaner Bond, eine kulturelle Vereinigung, und auch Zeitungsredakteur. Die Afrikaans sprechenden Bürger verdanken es Hendrik Jan Hofmeyr und seinen unermüdlichen Anstrengungen, dass ihre Sprache offiziell anerkannt und gleichrangig mit der englischen Sprache gestellt wurde

Stal Plein
Stallplatz
Der Platz verdankt seinen Namen der Tatsache, dass hier während des 18.Jahrhunderts die Pferdeställe der Holländischen Handelsgesellschaft standen. Im Lauf der Zeit verfielen die Ställe und ein Teil des Geländes wurde an die Römisch-Katholoische Kirche verkauft

Castle of Good Hope:
Das ursprüngliche Kastell Kapstadts war ein von Jan van Riebeeck aus Erde gebautes Fort. Die jetzige Festung wurde zwischen 1665 und 1676 errichtet und ist eine der ältesten europäischen Bauten im südlichen Afrika. Ihr ungewöhnlicher fünfeckiger Grundriß ist Sèbastian de Vauban zu verdanken, dem Militärbaumeister Ludwigs XIV. Diese Form der militärische Verteidigungsbauten setzte sich bald überall durch und liegt auch dem Hauptquartier des US-Verteidigungsministeriums (Pentagon) in Arlington, Virginia zugrunde. Die Anordnung der Bastionen ermöglichte es den Verteidigern, den anliegenden Mantelmauern wie der jeweils gegenüberliegende Bastion Deckung zu geben, wenn deren Verteidiger gefallen waren.
Eingang und Glockenturm der Festung zeigen beispielhaft den holländischen Klassizismus des 17.Jahrhunderts. Der Eingang zum Schloß, zwischen Buren- und Catzenellenbogen, lag ursprünglich auf der Meeresseite, wurde aber später zugemauert (in der heutigen Strandstrasse). Simon van der Stel verlegte ihn 1684 in seine heutige Position, zwischen Buren und Leerdam, um Überflutungen zu vermeiden. Die Glocke, die immer noch an ihrem ursprünglichen Holzbalken hängt, wurde 1697 in Amsterdam gegossen und 150 Jahre lang von der Holländisch-Ostindischen Kompanie am Kap benutzt. Sie wiegt über 1500 kg und schlug nicht nur die Stunden, sondern rief auch die Bürger zu Bekanntmachungen zusammen. Der Ziergiebel am Torbau trägt die Wappen von Amsterdam, Rotterdam, Delft, Hoom, Middelburg und Enckhuijzen, also der Städte, in denen sich die Geschäftsräume der Holländisch-Ostindischen Kompanie befanden. Anfänglich gab es nur die durch fünf Wälle verbundenen Basteien. Die Seitenmauern von Bastei zu Bastei sind jeweils 180 m lang und durchschnittlich 10 Meter hoch. Die Basteien tragen die offiziellen Titel des holländischen Statthalters: Oranien, Leerdam, Buren, Catzenellenbogen und Nassau. Hier gab es Quartiere fürs Militär, Speicher, Gefängniszellen und Folterkammern. Hinrichtungen fanden in der Leerdam Bastei statt.
Bis 1795 diente die Festung der VOC als Hauptquartier und Regierungssitz. Diese Funktion hielt sie auch nach der englischen Machtübernahme weiterhin inne. Erst Mitte des 19.Jahrhunderts erwies sich die Festung als zu klein, denn die Stadt wuchs und die Räumlichkeiten waren unzulänglich geworden. Nach und nach zogen die verschiedenen Verwaltungsämter aus, bis es letztlich nur noch das Militär beherbergte.
Die Festung beherbergt heute das Hauptquartier der Südafrikanischen Armee des Westkaplands, das Militärmuseum des Kastells sowie die William-Fehr-Sammlung. Diese Sammlung spiegelt Lebensart, Kunst und Kultur von den früheren Tagen der Kompanie am Kap bis zum Ende des 19.Jahrhunderts wieder.
Das Schloss dominiert die Grand Parade
Der Schloßgraben: Die Restaurierung des Schloßgrabens, der relativ spät angelegt worden war, wurde
1999 abgeschlossen
Der Bogengang: Für den Fußboden des Schlosses wurde im 17.Jahrhundert Schiefer aus einem Steinbruch
auf Robben Island verwendet
Delphin-Becken: Beschreibungen und Skizzen von Lady Anne Barnard aus der Zeit um 1790 ermöglichten
mehr als 200 Jahre später die Rekonstruktion des Beckens
De Kat Balcony: Der ursprüngliche Treppenaufgang von 1695 ist Teil eines Verteidigungswalls („kat“), der
den Platz in einen inneren und einen äußeren Hof teilte. Er wurde 1786 – 1890 umgebaut
Diese Quermauer verbindet die Catzenellenbogen Bastei mit der Wallmauer zwischen den
von Leerdam und Orange. Der Bau der ursprünglichen Kat, die als Residenz des Gouver
neurs und seines Stellvertreters sowie als Ratsaal diente, begann 1691. Die Eleganz der
Vergangenheit spiegelt sich im großartigen Saal im ersten Stockwerk der Kat wider. Zeuge
vieler rauschender Feste und Empfänge. Auch die wunderbar restaurierten Wohnungen des
Gouverneurs und des Sekunde, seines Stellvertreters, strahlen die Atmosphäre vergangener
Jahrhunderte aus
Eingangsgiebel: Die Teakholz-Nachbildung des kapholländischen Giebels zeigt Militärsymbole: Banner,
Trommeln und Kanonenkugeln
Castle Military Museum: Die Ausstellung zeigt militärische Gegenstände, Waffen und Uniformen aus der
Zeit der holländischen und britischen Besatzung des Kaps
William-Fehr-Sammlung: Ausstellung von Gemälden alter Meister wie Thomas Baines, sowie Stilmöbeln,
Glaskeramik und Metallwaren
Kein feindlicher Schuß ist jemals von der Festung gefeuert worden, die seit 1936 unter Denkmalschutz steht.

City Hall:
Das reichgeschmückte, im Stil der italienischen Renaissance gehaltene Rathaus ist eines der letzten Gebäude der viktorianischen Epoche und wurde 1905 fertiggestellt. Die Zusammensetzung des Tafelberges aus Sandstein und Granit symbolisierend, besteht dieser Bau aus Sandstein, der aus Bath in England importiert wurde, und ruht auf einem granitenden Fundament. Die Turmuhr ist halb so groß wie die des St.Stephansturm des Londoner Parlamentgebäudes und hat fünf Glocken. Das gleich unterhalb der Uhr befindliche Glockenspiel besteht aus 39 Glocken und wurde 1925 eingeweiht. Es ist das größte Glockenspiel im südlichen Afrika. Dieses Rathaus ersetzte das alte Rathaus am Greenmarket-Platz als Sitz der Stadtverwaltung Kapstadts. Heute ist die Stadtverwaltung in größeren Räumlichkeiten im Bürgerzentrum an der Foreshore untergebracht. Das Rathaus in der Darling-Street beherbergt noch die Hauptbibliothek sowie das Verkehrsamt, auch ein Bankett- und Empfangssaal (Grand Hall) werden nach wie vor für offizielle Anlässe benutzt. Gegenüber des Rathauses befindet sich die Grand Parade mit der Statue Eduard VII. im Krönungsgewand. Etwa 100000 Menschen kamen hier am 11. Februar 1990 zusammen, um dem freigelassenen politischen Häftling und angehenden Präsidenten Nelson Mandela zuzuhören, als er nach 27 Jahren Zuchthaus seine erste öffentliche Ansprache hielt.
In der Grand Hall steht eine Orgel mit 3165 Orgelpfeifen, von Sir George Martin der St.Pauls Kathedrale in London entworfen.
Das Cape Town Symphony Orchestra hat hier seinen Hauptsitz

Groote Kerk:
Groote Kerk bedeutet Große Kirche. Sie ist die Mutterkirche der 1704 gegründeten Holländisch Reformierten Kirchengemeinde im Land.
Älteste Kirche Südafrikas, wurde 1703 fertiggestellt und 1840 neu errichtet. Nur noch der Glockenturm ist im Original erhalten (er wirkt durch die Betonklötze rechts und links etwas verloren)
Bald nach ihrer Ankunft am Kap hielten die Holländer an Bord der Drommedaris, des Schiffes von Jan van Riebeeck, Gottesdienste ab. Später benutzten sie dazu einen Nebenraum im Castle Good Hope. Um einen angemessenen Friedhof anzulegen, musste ein dauerhafter Platz gefunden werden. 1700 ersetzte auf Befehl von Gouverneur Willem Adriaan van der Stel eine strohgedeckte Kirche das Behelfsgebäude am Nordostende der Company Gardens. Im 19.Jahrhundert wurde diese vollständig neu gebaut und 1841 eingeweiht.
1836 – 1841 folgte die nächste Baurunde an der Groote Kerk durch Hermann Schütte. Die Kirche wurde restauriert und erweitert. Am 31. Januar 1841 fand die feierliche Neu-Einweihung statt.
Hohe gotische Fenster bestimmen die Kirchenfassade, die kräftige Pilaster unterteilen. Vor dem Bauwerk steht ein Standbild von Andrew Murray, Geistliche der Holländisch Reformierten Kirche in Kapstadt von 1864 – 1871
Beim Eintritt auf der Ostseite der Kirche strahlen die wunderschön gemusterten Batavianischen Fliesen in ihren natürlichen Farben. Auf den am Boden liegen graufarbenen Steinplatten, auf denen Nummern, Initialien und gelegentlich auch Namen eingemeißelt sind. Es sind alte Grabsteine: Die gegenwärtige Kirche steht teilweise auf dem ursprünglichen Friedhof mit seinen vielen gewöhnlichen Gräbern aber auch vielen Krypten. Bis zu Beginn der Restaurationsarbeiten 1836 waren Bestattungen unter dem Kirchenboden gestattet. Während des Neubaus wurden die Krypten aufgefüllt und die Grabsteinplatten in den Kirchenfußboden gelegt. Acht der holländischen Gouverneure, (Johan Bax 1678, Louis van Assenburgh 1711, Simon van der Stel 1712, Maurice de Chavonnes 1724, Pieter Gysbert Noodt 1729, Adriaan van Kervel 1737, Rijk Tulbagh 1771, Pieter Baron van Rheede van Oudtshoorn 1773) sowie auch einer der englischen Gouverneure am Kap, haben in der Groote Kerk ihre letzte Ruhestätte gefunden. Mehrere Trauerschilder mit den Wappenschildern bekannter Familien, zieren die Kirchenwände.
Im starkem Kontrast mit dem dunklen Fußboden schmücken farbfrohe Rosetten die Kirchendecke, die mit ihren 1023 Quadratmetern die größte ungestützte Decke in der südlichen Hemisphäre ist.
Die jetzige Orgel wurde 1957 installiert. Auch sie zählt zu den Kolossen, denn mit ihren 5426 Orgelpfeifen, 4 Manualen und 74 Registern ist sie die größte im Land. Die längste Pfeife misst 9,5 m und besitzt einen Durchmsser von 2,54 m. Die Kürzeste misst nur 6 mm. Sie wurde in Holland durch Pels & Zoon gebaut.
Die Kanzel gehörte, wie auch der Kirchenturm, zur älteren Kirche. Sie überlebte die Restaurationsarbeiten und steht auf ihrem ursprünglichen Platz. Zu beiden Seiten der Kanzel befanden sich die Gräber der Gouverneure. Anton Anreith, zusammen mit dem holländischen Schnitzer Jan Graaf, schöpfte diese prachtvolle Kanzel aus burmesischen Teak im Jahr 1789. Anreiths erster Entwurf stellte in jungfräulicher Gestalt Glaube, Hoffnung und Barmherzigkeit dar, der aber vom Kirchenrat als zu gewagt empfunden wurde. Das Resultat? Die Löwenkanzel, die über die Jahre hinweg sicherlich so manchem Gläubigen Furcht und Angst eingejagt hat. Der Schrecken war so groß, dass die Löwen, einst naturgetreu bemalt, recht bald in eintöniges Braun gekleidet wurden. Die Kanzel ruht auf den mächtigen Schultern zweier Löwen. Eine ihrer Vorderpfoten hält einen Blätterkranz, während die andere auf einer Pergamentschriftrolle ruht.
Die Gemeinde sollte wohl nicht den Ermahnungen des Pastors entkommen, denn jede Kirchenstuhlreihe besitzt Tür und Riegel. In der älteren Kirche gab es nur für hochrangige Mitglieder der Gesellschaft eine Sitzgelegenheit, die Gemeinde lauschte stehend der Predigt. Eventuell ließen sich andere priviligierte Bürger einen Stuhl oder eine Fußbank, gefüllt mit heißen Kohlen an kalten Wintertagen, in die Kirche bringen. Sklaven wurden zum Kirchenbesuch ermutigt.
An die Vergangenheit erinnern das silberne Taufbecken, seit Mitte des 18.Jahrhunderts in Gebrauch, Abendmahlbecher und wertvolle Silberteller.

St.Marys Kathedrale
Die Grundsteinlegung fand 1840 statt, und elf Jahre später die feierliche Einweihung. Die Kathedrale wurde durch die Architekten Carel Sparmann und Carl Otto Hager im Kap Gotischen Stil entworfen. Der Bauherr war James Begley, ein Gemeindemitglied.
Außergewöhnlich schöne Glasmalereien und ein Gemälde der Kreuzigung, ein Geschenk des Kaisers Napoleon III an die Gemeinde, verleihen dem Inneren der Kirche mit ihren zinnförmig ornamentierten Seitenchören, einen ganz besonderen Glanz
Der Bau der Kathedrale ist letztlich den lebenslangen Bemühungen des ersten Römisch-Katholischen Bischofs von Kapstadt, Hochwürden Patrick Griffith zu verdanken. Der Hochalter, der auf das Jahr 1865 zurück geht, ist ihm gewidmet.

South African Nationalbibliothek / South African Library
Die Anfänge der Präsenzbibliothek gehen auf das Jahr 1761 zurück. Damals vermachte Joachim Nikolaas von Dessin, ein angesehenes Mitglied der Handelsgesellschaft, seine komplette Büchersammlung von über 4000 Büchern französischer, deutscher, griechischer und lateinischer Autoren an die Bürger Kapstadts. Die wertvolle Sammlung war Jahrzehnte in der Obhut der Kirche. Erst Anfang des 19.Jahrhunderts kam es zu ernsthaften Bestrebungen, Gelder für den Bau einer Bibliothek zu sammeln. Gouverneur Lord Charles Somerset machte den Anfang, in dem er eine Weinsteuer erhob. Gegen 1818 standen genügend Gelder zur Verfügung und die erste Bibliothek konnte 1822 eingeweiht werden. Doch das neo-klassische Gebäude, vor dem man heute steht, geht auf 1860 zurück. Es ist ein Entwurf des einheimischen Architekten und Bauherrn W.H.Kohler, und es war das erste Gebäude, das im ehemaligen Company’s Garden gebaut wurde. Gouverneur Grey legte 1858 den Grundstein, und Prinz Alfred weihte es 1860 ein.
1861 vermachte Gouverneur Sir George Grey (1854 – 1861) seine wertvolle Büchersammlung der Bibliothek. Sie enthält u.a. Erstausgaben von Dante aus dem 14.Jahrhundert, Originalausgaben aus Caxtons Druckerei (1482), Kopien von Shakespeares Schauspielen, sowie Erstausgaben der englischen Dichter Chaucer und Spenser.
Die Bibliothek dient ab 1873 auch als Depotbibliothek für die alte Kap Kolonie, und seit 1916 als eine der insgesamt fünf ihrer Art. Dies bedeutet, Kopien aller in Südafrika veröffentlichten Bücher müssen hier hinterlegt werden.
Seit 1967 steht das Bibliotheksgebäude unter Denkmalschutz. Es ist das älteste kulturelle Institut in Südafrika und eine der ersten freien Bibliotheken in der Welt.

Houses of Parliament:
Die Notwendigkeit eines angemessenen Parlamentsgebäudes ergab sich kurz nachdem die Briten der Kapkolonie 1853 partielle Selbstbestimmung eingeräumt hatten. Obwohl bereits um 1860 Pläne vorlagen, wurde die Gestaltung des Parlamentsgebäudes erst 1874 ausgeschrieben. Charles Freeman, ein junger Architekt britischer Herkunft und Beamter des Bauamts, gewann mit seinem Entwurf den mit 250 Guineas dotierten Preis und wurde mit der Bauaufsicht beauftragt. Für den 12. Mai 1875 setzte man einen öffentlichen Feiertag an und legte mit festlichem Gepränge den Grundstein. Zu ihm gesellte sich ein massiver Granitblock, in dem die verschiedenen Geldmünzen des britischen Weltreiches in einer Glastube einzementiert worden waren, markiert 1875. Weniger als ein Jahr nach diesem Ereignis wurde Freeman nach Beschuldigungen über ein mangelhaftes Fundament und die Irreführung der Preisrichter bezüglich der tatsächlichen Kosten seines Entwurfs entlassen. Zur gleichen Zeit verschwand der etwa 3 Tonnen schwere Grundstein aus Granit. Das Projekt übergab man einem anderen jungen Architekten, H.S. Greaves, der eine weniger überladene Version der ursprünglichen Entwürfe Freemans vorlegte. Die Fundamente wurden abgeändert und das meiste Baumaterial aus England eingeführt. Das von Freeman beabsichtigte massive Kuppeldach wurde aufgegeben. Das Fundament wurde neu gelegt und die Geldmünzen des britischen Reiches dieses Mal in eine Dose gelötet und in einem Geheimplatz in der Nähe der Bibliothek des Parlamentes vergraben.
Das Parlamentsgebäude liegt in einem baumreichen Areal oberhalb der Adderley-Street. 1884 wurde es endlich fertiggestellt, kostete L200000, ein astronomischer Betrag für die damalige Zeit und wurde durch Gouverneur Sir Hercules Robinson feierlich eröffnet. Da die Bewahrung des klassizistischen, viktorianischen Stils des Parlamentsgebäudes ausschlaggebend war, erstellte man 1987 rechtwinklig zum Britischen Hochkommissariat einen neuen Flügel. Im Gegensatz zu seinem viktorianischen Äußeren ist es im Innern in einer Mischung aus warmen Erdtönen und starken geometrischen Mustern gehalten, welche den Geist Afrikas widerspiegeln.
Für 25 Jahre, bis 1910, war dies ehrwürdige Gebäude der Regierungssitz der Kap Kolonie. Die letzten Beratungen der National Convention, deren Aufgabe es gewesen war, die Unionsakte zu ratifizieren, fanden hier 1909 statt. Ein Jahr später führten sie zur Gründung der Union von Südafrika, in der Kapstadt zur legislativen, Pretoria zur exekutiven und Bloemfontain zur judikativen Hauptstadt des Landes erklärt wurden.
Am Eingang zum Parlament, im hellen Sonnenschein einer neuen Demokratie, erzählt ein Wandbild die Geschichte von der Wiedergeburt einer Nation. Diese Darstellung des freien Wahlrechts bildet einen fröhlichen Kontrast zur einsamen, kriegerischen Gestalt General Louis Bothas, des ersten Premierministers der Südafrikanischen Union. Ironischerweise war es die Verfassung eben dieser Union, die den Grundstein zur Apartheid legte, indem sie den meisten schwarzen Südafrikanern die politischen Rechte verweigerte. General Botha wacht nun über einen der denkwürdigsten Augenblicke der Weltgeschichte: die erste rassenübergreifende, allgemeine Wahl im Südafrika am 27. April 1994, die zur Annahme einer neuen Verfassung und Grundrechten führte, die allen Bürgern zum ersten Mal die Gleichstellung vor dem Gesetz gewährleisteten.

Tuynhuys
Das Tuynhuys (Gartenhaus) erbaute 1700 der Kapgouverneur Willem Adriaan van der Stel zur Unterhaltung und Unterbringung ausländischer Gäste, die nicht in der Festung übernachten durften. Das ursprüngliche Gebäude war einstöckig und verfügte über eine geflieste Diele, die beidseitig in einen Raum führte. Über die Jahre wurde das Gebäude grundlegend umgebaut und erweitert. Ein zweites Stockwerk wurde 50 Jahre später hinzugefügt, doch umschloss der Umbau die ursprünglichen Mauern der ersten Loge. Erwähnenswert ist die um 1790 vom Bildhauer Anton Anreith geschaffene, reichverzierte Gartenfassade im Stil Ludwigs XV., die man 1814 entfernte aber 1968 restaurierte. Im halbrunden Ziergiebel lässt Anton Anreith die Götter Neptun und Merker als schelmische Bübchen ein Tuch in der Hand halten, auf dem deutlich das Mongramm VOC der Handelsgesellschaft zu erkennen ist. Dreieckig gefaltet, deutet die Spitze auf das Medaillon des Statthalters von 1751 bis 1795, Prinz Willem V. von Oranien. Die „Porte-cochére“ wurde im frühen 19.Jahrhundert angebaut. Seit dem Jahr 1972 ist das Gebäude als Tuynhuis bekannt und dient heute als Amtssitz des Präsidenten.
Eines der schönsten Gebäudekomplexe der Stadt. Hier tagt das Parlament in der Zeit von Januar bis Juni
Im Garten des Houses of Parliament befindet sich eine Statue von Queen Victoria
Mit den Jahren gealtert, wurde es jetzt renoviert und erhielt das Aussehen von 1795. Es dient heute als Residenz des südafrikanischen Präsidenten und ist in der Regel nur von außen zu besichtigen

Louis Botha Statue
Vor den Toren des Parlamentsgebäudes und dem Tuynhuis steht das beeindruckende Reiterdenkmal von Louis Botha (1862 – 1919).
General Louis Botha, mutiger und kompetenter Befehlshaber, kämpfte aktiv im Burenkrieg, wandte sich aber nach Friedensschluß der Politik zu. Sein großes Ziel war die Versöhnung zwischen Briten und Buren. Dieses Ziel suchte er durch seine Partei, Het Volk, zu verwirklichen. Het Volk ging als Sieger der Wahlen im Jahr 1907 hervor und Botha wurde zum Ministerpräsidenten von Transvaal gewählt.

Königin Victoria Statue
Das Marmordenkmal, enthüllt im Jahr 1890, ehrt das Goldene Regierungsjubiläum der englischen Königin Victoria. Die Statue ist das Werk des Künstlers J.Brock. Öffentliche Beiträge ermöglichten ihre Errichtung.

Old Slave Lodge / South African Cultural History Museum
Sklavenherberge
Ecke Wale Street / Adderley Street
In diesem zunächst einstöckigem, 1697 entstandenen Gebäude lebten die Sklaven, die Eigentum der VOC waren. Das Grundstück gehörte ursprünglich zum Garten. Durchschnittlich waren rund 500 Sklaven, Frauen und Männer, in der Herberge untergebracht. Doch gab es Zeiten, wo bis zu 1000 Sklaven, Leprakranke und Geistesgestörte hier beherbergt waren.
Als die Handelsgesellschaft Gesetze aufhob, die es ihren Angestellten verboten hatten, Privatbesitz zu halten, darunter auch Sklaven, verlor die Sklavenherberge allmählich ihre Funktion. Denn nun erwarben auch die Freibürger Sklaven, die in ihren Häusern oder auf den Farmen lebten. Auch wurden zunehmend mehr Sklaven in einem anderen Gebäude im Company’s Garden untergebracht. Anfang des 19.Jahrhunderts soll angeblich nur noch ein Sklave in der Sklavenherberge gelebt haben.
1809 – 1814 mussten sich die Sklaven mit einem Teil des Gebäudes begnügen, damit Richterzimmer eingerichtet und ein oberes Stockwerk angebaut werden konnten.
Der Gouverneur Lord Caledon beauftragte 1806 die wohlbekannten Bauherren, Bildhauer und Architekten Hermann Schütte, Anton Anreith und Louis Thibault mit dem Umbau und der Restauration. Fünf Jahre später hatte die ehemalige Sklavenherberge ihr heutiges Gewand erhalten. Auffalend ist ganz besonders die schlichte klassische Fassade, die Louis Thibaults architektonischen Geschmack widerspiegelte.
Nach dem Umbau diente das Gebäude verschiedenen Ämtern, wie z.B. dem Steueramt, der Post, dem Revisionsbeamten, der Bibliothek. Kurzweilig wurde es sogar zum obersten Gerichtshof am Kap.
1967 wurde die alte Sklavenherberge als kulturhistorisches Museum eröffnet.
Das heutige Gebäude reichte einst bis in die Adderley Street, doch dieser Teil musste abgerissen werden, als die Strasse verbreitert wurde. Thibaults Originalfassedae erhielt nach der Restaurierung ihren ursprünglichen Glanz zurück.
Thema des Museums ist vorwiegend die Kulturgeschichte am Kap. Ein Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der Entwicklung der Südafrikanischen Währung und Post. Zu den interessantesten Exponaten gehören sogenannte „Poststeine“, unter die die Seeleute früher Briefe legten, in der Hoffnung, dass sie von anderen in die Heimat befördert wurden. Weiter zu sehen ist eine bunte Mischung aus Einrichtungsgegenständen, Spielzeug, Waffen und archäologischen Funden.
Im gepflasterten Innenhof, umgeben von den vier ursprünglichen Mauern der Herberge, sieht man die Grabsteine von Jan van Riebeeck und seiner ersten Frau, Maria de la Queillerie. Jan van Riebeecks Grabstein war beschädigt in Batavien entdeckt worden, wo er seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Auf ihm erkennt man die drei Ringe seines Familienwappens, welche jahrelang auch im alten Kapstädter Stadtwappen erhalten waren.

Jan Smuts Statue
Dieses Denkmal des großen südafrikanischen Politikers, Staatsmannes, Philosophen, Autoren der Präambel des Völkerrates und Feldmarschalls, ist das Werk von Ivan Mitford-Barberton und wurde 1974 enthüllt.
Jan Smuts war als Nachfolger von Louis Botha nach dem Ersten Weltkrieg und nochmals während des Zweiten Weltkriegs bis 1948 Ministerpräsident des Landes. In dem Jahr verlor er die Wahlen und die National Partei übernahm die Macht. Dies war der Beginn der offiziellen Apartheidspolitik
Die Statue ist auch heute noch sehr umstritten. Dem Künstler, Sydney Harpley, wird vorgeworfen, nicht den wahren Charakter und die Persönlichkeit des einstigen Ministerpräsidenten zum Ausdruck gebracht zu haben.

Company’s Gardens:
Der ehemalige Gemüse- und Obstgarten erstreckte sich anfänglich über etwa 18 Hektar. Er begann mehr oder weniger an der heutigen Kirchenstrasse und war von einer dornigen Schutzhecke umgeben. Heute ist er auf etwa 3 Hektar zusammengeschrumpft.
Im Auftrag der VOC legte Jan van Riebeeck im Jahr 1652 den Kompaniegarten an, um Schiffe en route von Osten nach Westen oder umgekehrt, mit Obst und Gemüse zu versorgen. Im Garten gediehen Obst, Gemüse, Heilpflanzen und Gewürzkräuter. Schon bald gesellten sich auch Zierpflanzen hinzu – die erste Rose soll im Jahr 1659 geblüht haben.
Van der Stels kompetente Gärtner und Botaniker, wie z.B. Heinrich Oldenland (1692 – 1697), legten Bewässerungskanäle an, die durch Quellwasser gespeist wurden. Bald schon sollte der Garten seine ursprüngliche Rolle aufgeben, denn in immer zunehmenden Maße pflanzten die Freibürger selber Gemüse, Obst und Getreide an. Er entwickelte sich zu einem herrlichen Ziergarten, mit Bäumen, Sträuchern und Blumen aus aller Welt.
Kaum vorstellbar, dass Gouverneur Willem Adriaan van der Stel am oberen Ende des Gartens den ersten Tiergarten Kapstadts Anfang des 18.Jahrhunderts anlegte.
Zu seiner Zeit endete die heutige Gouvernment Avenue am Tiergarten. Jahrzehnte später, während der Batavianischen Zeit, erhielt Louis Thibault den Auftrag, die Avenue zu verlängern und sie ganz durch den Zoo zu leiten. Zwei massive Mauern wurden gebaut, mit Toren zu den Gehegen. Diese zwei Tore stehen heute noch. Zwei schlafende Löwinnen Lions couchants überwachen das Löwengehege auf der Westseite, während auf der Ostseite sehr aufmerksame Löwen auf das Antilopengehege und den Vogelkäfig aufpassten.
Später wurden die Gärten von Sir Herbert Baker umgestaltet.
Der Glockenturm, etwa im Zentrum des Company’s Garden neben den Volieren gelegen, trägt eine 1855 in London gegossene Glocke. Obwohl sie an eine alte Sklavenglocke erinnern mag, verkündete das Läuten dieser besonderen Glocke die tägliche Schließung des Company’s Garden bei Sonnenuntergang.
Die Statuette „Junge auf einem Delphin“ steht am Fischteich im Garten
Ein Kriegsdenkmal: vor der majestätischen Kulisse des Tafelbergs gedenkt ein Standbild im Garten aller Südafrikaner, die in den beiden Weltkriegen von 1914 – 1918 und 1939 – 1945 ums Leben kamen. Die Plastik „Brotherhood“ („Brüderschaft“) – eine Bronzegruppe mit einem Ross und zwei Männern – ist eine Nachbildung der Gruppe, die auf dem südafrikanischen Nationaldenkmal im Dellviller Wald in Frankreich prunkt
Der „Company’s Garden“ ist ruhig und schattig – eine Oase der Ruhe inmitten der Stadt - mit vielen exotischen Büschen und Bäumen, Treib- und Vogelhaus (authentische Niederschriften belegen, dass hier unter Gouverneur Simon van der Stel eine Menagerie stand). Sehenswert sind auch der alte, stillgelegte Ziehbrunnen und der Spund im knorrigen Baum nebenan.

Re: Cape Town die Erste

Matthias - 03.02.2005, 20:16
Weiter gehts...
Cecil John Rhodes Statue
Mit erhobener linker Hand deutet der ehemalige Ministerpräsident des Kaps in Richtung Norden, an seinen politisch.imperalistischen Traum erinnernd, ein britisches Kolonialreich vom Kap bis nach Kairo zu entwickeln.
Der Künstler Henry Pegram schuf die Statue, die 1910 enthüllt wurde

Sonnenuhr
Sie ist eine Replik, das Original wird im Kultur-Historischen Museum (die alte Sklavenherberge) aufbewahrt. Es wird angenommen, dass die Sonnenuhr von einer Kompanie französischer Militäringenieure aufgestellt wurde, denn französische Truppen waren von 1781 bis 1784 als Allierte von Holland, in Kapstadt stationiert.

Saffron Birnenbaum
Der Birnenbaum des Herrn van Riebeeck! Eine Eintragung in seinem Tagebuch berichtet vom Anpflanzen des Baumes. Sicherlich aber muss der Stamm einmal beschädigt worden sein, hat sich aber wieder verwurzelt. Wie dem auch sei, er ist auf jeden Fall der älteste angepflanzte Baum im Garten (in ganz Südafrika), und trägt auch nach fast 350 Jahren immer noch Früchte.

Sir George Grey Statue
Statue von Gouverneur Sir George Grey, der dieses Amt von 1854 bis 1861 innehielt.
Das Marmordenkmal ist das Werk des Bildhauers Calder Marshall und wurde 1864 enthüllt, vier Jahre nach der Eröffnung der Staatlichen Bibliothek.

St. Geoge’s Anglican Church:
Der Grundstein für die von Sir Herbert Baker im neugotischen Stil entworfenen Kathedrale wurde 1901 gelegt. Ihre Wurzeln jedoch greifen auf eine schlichtere Kirche zurück, die Mitte des 19.Jahrhunderts hier, am oberen Ende der St.George’s Mail einst stand. Sie wurde abgerissen, um der neuen Kathedrale Platz zu machen.
Der erste anglikanische Bischof am Kap, Robert Gray, träumte den Traum einer mächtigen Kathedrale, der aber unerfüllt blieb. Seine junge, doch rapide wachsende Gemeinde, der er 25 Jahre lang diente, beanspruchte alle seine Kräfte. Es blieb kaum Zeit, auch noch Kathedralen zu bauen.
Das rote Granitkreuz, in der St.George’s Mall gegenüber der Kathedrale, erinnert in Dankbarkeit an Bischof Robert Gray, der 1872 in Kapstadt starb.
Sein Nachfolger war William West Jones, der zum Erzbischof erhoben wurde. Während seiner Amtszeit legte der zulünftige englische König George V. den Grundstein für die neue Kathedrale. Der Burenkrieg verlangsamte die Bauarbeiten. Dennoch durfte Erzbischof West Jones, der persönlich vel zu den Unkosten des Baus beigetragen hatte, die ersten Bauerfolge noch miterleben, ehe er im Jahr 1908 nach England heimkehrte, wo er knapp zwei Monate später starb.
Das Kreuz schmückte einst den Kirchturm der ersten Kirche, deren Eingangsportal durch die Baumreihe angedeutet wird. Man steht sozusagen in der alten Kirche.
Kurz vor dem Chorgestühl: Links, im nördlichen Kreuzschiff strömt Sonnenlicht durch das Great Window – Große Fenster, geschaffen von Francis Skeat und 1955 durch Erzbischof Clayton geweiht. Das Fenster zeigt die Wappen der Diözese, Martyrer und Pioniere der anglikanischen Kirche in Afrika. Der schottische Steinmetz Neil Black vollendete das nördliche Kreuzschiff kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Zurückhaltend wie er war, verweigerte er sogar Bezahlung für seine Arbeit. Doch im Großen Fenster erweist der Künstler des Fensters dem Steinmetz Ehre und Dank: in der untersten Reihe, schaut man genau auf das zweite Paneel von rechts. Dort, im purpur Kleid wird Angela Burdett-Couts dargestellt. Über ihr oben rechts in der Ecke sieht man eine Leiter, und auf ihr steht eine kleine Figur: dies ist Neil Black.
Im südlichen Kreuzschiff strahlt die herrliche Rosette. Im Mittelpunkt steht der triumphierende Christus. In den zehn Blättern, die ihn umringen, sehen wir Seraph, das himmlische Symbol der Liebe, Reinheit und des Lichtes, sowie auch Cherubim, ein weises engelhaftes Wesen. Die Peripherie besteht aus weiteren zwanzig Fenstern, welche die Apostel, Propheten, Martyrer und Heiligen der Kirche in der Welt zeign. Die Rosette ist ein Werk von Francis Spear.
Blick zurück Richtung Eingang: Der Blick fällt auf zwei der ältesten Glasmalereien des Münchener Künstlers Mayer. Sie schmücken die ursprüngliche Kirche. Links wird das Abendmahl dargestellt – aber es fehlt ein Jüngerer, rechts die Himmelfahrt. Über ihnen leuchtet das überwältigende Fenster, welches Lord Mountbatten und die Freiheit feiert. Der Künstler Gabriel Loire stellt Christus dar, der triumphierend die dunklen Mächte und den Sturm des Lebens bekämpft.
Wertvolles Chorgestühl aus Stinkholz. Kunstvoll geschnitzte Wappen der Diozösen des Kaps und anderen, die eng mit der St.George’s Kathedrale verbunden sind, verzieren die Stuhlrücken.
Die Orgel stammt ursprünglich aus der St.Margartes Kirche in Winchester, England. Sie wurde der Kathedrale durch W.H.Baxter im Jahr 1909 vermacht. Einige der über 3500 Orgelpfeifen stammen aus dem 17.Jahrhundert.
Die Seitenkapelle links ist die St.John’s Chapel und ist Erzbischof West Jones gewidmet.
Das Abbild des Erzbischofs ruht auf einem leeren Sarkophag, auf dem die wichtigsten Ereignisse seines Lebens eingraviert sind. Die West Johns Familie stiftete die Fenster in der Kapelle.
Vor dem Hochaltar gedenkt eine der roten Marmorplatten des Erzbischof Clayton. Standhaft kämpfte er gegen die Rassentrennungspolitik, die seine Gemeinde zu zersplittern drohte. Tapfer erklärte er sich in einem Brief an die Regierung bereit, dass er eher eine Gefängnisstrafe auf sich nähme, als vor getrennten Gemeinden zu predigen. Sein Wunsch nach einer letzten Ruhestätte, wo keine Rassentrennung existiert, wurde erfüllt: seine Asche liegt unter der Marmorplatte, auf dem die Daten seiner Amtszeit eingraviert sind.
Linkerseits des Altars steht die Cathedra – der schlichte Bischofsstuhl oder Thron des ersten anglikanischen Bischofs, Robert Gray. Doch ein weitaus kunstvollerer Ehrensitz steht ihm gegenüber, der Thron des gegenwärtigen Erzbischofs.
Schaut man auf das Kruzifix in der Hochaltarstätte: Mit dem Zeichen der vier Evangelisten an den Kreuzenden, Maria und Johannes zu Füßen des gekreuzigten Jesus, vervollständigt es das Bild des christlichen Glaubens.
Die fünf Fenster über dem Altar stellen im unteren Teil Ereignisse im Leben von Jesus Christus dar, mit Ergänzungen aus dem Alten Testament im oberen Teil.
St.David’s Kapelle: Diese Kapelle ist den Soldaten gewidmet, die im Burenkrieg ihr Leben vcerloren haben. Ein Erinnerungsbuch, in dem die Namen der Gefallenen eingetragen sind, ist in der kleinen Vitrine zu sehen.
Die Kirche ist die Mutterkirche der Anglikaner und Sitz des Erzbischofs von Kapstadt. In den Jahren der Apartheid diente sie oft als Zufluchtsort für Regimekritiker.

South African National Gallery:
Government Avenue
Neben dem Fischteich im Company’s Garden befindet sich die Südafrikanische Nationalgalerie, deren Entstehung auf einem Nachlass von 45 Gemälden zurückgeht. Diese hatte Thomas Butterworth Bayley 1871 gestiftet, und sie wurden schließlich in der weiträumigen, 1930 erbauten Galerie untergebracht. Die Grundsteinlegung für das Gebäude fand 1928 statt und wurde unterstützt durch die Gründung der South African Fine Art Association (Die Südafrikanische Gesellschaft für Kunst) im Jahre 1872. Viele Gönner erweiterten die Sammlung. Die Daueraustellung der Galerie umfasst englische, französische, niederländische sowie flämische Kunst. Hier befindet sich auch eine umfangreiche Sammlung zeitgenössischer südafrikanischer Werke: Gemälde, Plastiken und Kunsthandwerk. Die Galerie ist zudem um die Rückführung von Werken bemüht, die im früheren Jahrhundert außer Landes gebracht wurden.
Beste Kunstsammlung des Landes (6500 Gemälde): Umfangreiche Ausstellung verschiedener Kunstrichtungen: von Kolonisation bis zur zeitgenössischen Kunst, schwarzafrikanische Kunst und Kunsthandwerk, Fotoausstellung über das Leben in den Townships
Die Nationalgalerie unterstützt aktiv einheimische Künstler, organisiert Vorlesungen, Vorträge und macht dem Publikum ihre Forschungsmaterialien zugänglich.

Jewish Museum und Great Synagogue:
Hatfield Street
Das Museum, 1904 im ägyptischen Stil erbaut, zeigt anhand von Gebetsbüchern, Fotografien, Möbeln und zeremoniellen Gegenständen die Geschichte der jüdischen Siedlung am Kap auf. Es ist das einzige Holocaust Zentrum in Afrika.
Die große Synagoge daneben entwarfen die schottischen Architekten Parker und Forsyth. 1904 wurde mit dem Bau begonnen, ein Jahr später war es bereits fertig
Die Türme sind städtische Wahrzeichen.
Dichtes Laubwerk verbirgt die Alte Synagoge, entworfen von James Hogg. Sie wurde im September 1863 eingeweiht. Gegenwärtig ist die Alte Synagoge Teil des hoch modernen und faszinierenden Jüdischen Museums. Die Alte Synagoge diente der jüdischen Gemeinde in Kapstadt bis 1905, als die feierliche Einweihung der prächtigen Gardens Synagoge stattfand.

South African Museum and Planetarium:
Queen Victoria Street
Die ersten Bemühungen der South African Literary and Scientific Institution im Jahr 1825, den Bau eines Museums zu finanzieren, schlugen wegen zu hoher Unkosten fehl. So sah sich das Museum bis zur Jahrhundertwende gezwungen, Räumlichkeiten mit der Staatlichen Bibliothek zu teilen. Der Grundstein für das heutige Gebäude aus Saldanha Bay Sandstein gebaut, wurde 1895 gelegt. Zwei Jahre später fand die Eröffnungsfeier statt.
Größte Meteosteinsammlung des Landes, Fossilien aus der Karoo, Skelette von Walfischen, Reptilien, Säu
getiere, die aquatische Welt, Flora des Landes, Druckkunst, Naturkunde und Menschheitsgeschichte Afri
kas, ethnische Gruppen in Lebensgröße, Werkzeuge aus der Steinzeit, Felsmalereien der San u.a. mehr
Dem Museum angeschlossen ist das populäre Planetarium. Es zeigt die Sternbilder der Südhalbkugel in der jeweiligen Jahreszeit.
Das Museum des das älteste in Südafrikas.

Bertram House:
Andreas Momsen, Milchhändler der Holländischen Handelsgesellschaft, erhielt 1794 ein großes Gelände im alten Kompaniegarten, das er fünf Jahre landwirtschaftlich betrieb, dann jedoch verkaufte. Wer wirklich das erste Haus hier baute, und ob der Bauherr wirklich John Barker, der Rechtsanwalt, Notar und Besitzer dieses ersten Hauses von 1839 bis 1854 war, ist unsicher. Der Name Bertram ehrt seine Frau, Ann Bertram Finlay, die ein Jahr vor der Besitzeinnahme starb.
John Barker, ein fähiger und enthusiastischer Freizeitbauherr, heiratete zum zweiten Mal im Jahr 1845. Neun Jahre später starb er, und bestimmte testamentarisch, dass sein Anwesen Betram Place in fünf Teile geteilt und verkauft werden sollte.
Das Grundstück ging 1930 in den Besitz der Unions-Regierung über und wurde jahrelang durch das Gesundheitsamt benutzt. Seit 1962 steht Bertram House unter Denkmalschutz. Nach den Restaurationsarbeiten in den 1980er Jahren wurde es offiziell zu einem Museum, in dem sich besonders der englische Lebensstil am Kap widerspiegelt.
Das Haus gehört zum kulturhistorischen Museum. Es ist ein elegantes rotes Backsteinhaus im späten georgianischen Kap-Stil, das letzte seiner Art in der Stadt, das die Architektur des frühen 19.Jahrhunderts widerspiegelt. Im Haus ist die Anna Libberdale Collection, eine Sammlung aus Keramiken, Möbeln, Silberwaren und Kunst, ausgestellt. Es finden auch Konzerte statt

Delville Wood Erinnerungsgarten
Der Erinnerungsgarten gedenkt der über 3000 südafrikanischen Soldaten, die in der Schlacht von Dellville, in der Nähe des Dorfes Longueval in Frankreich, am 1.Juli 1916 ihr Leben verloren.
Die Haubize ist das Artillerie Denkmal, das die Soldaten der südafrikanischen Artillerie ehrt. Sie wurde zu militärischen Trainings während des Zweiten Weltkriegs benutzt.
Im Mittelpunkt steht aber das Delville Wood Memorial, eine Replik des Kriegerdenkmales in Frankreich. Die göttlichen Brüder Castor und Pollux der altgriechischen Mythologie, flankierten ein Pferd. Sie symbolisieren Brüderlichkeit und Freundschaft. Das Ehrendenkmal, in Bronze gegossen, ist ein Werk des Künstlers Alferd Turner.
Die Statue von Generalmajor Sir Henry Timson Lukin, Befehlshaber der südafrikanischen Truppen in Frankreich und in der Schlacht von Delville Wood, steht hinter dem Ehrenmal. Sie ist ein Werk des Künstlers Anton van Wouw und wurde 1932 enthüllt.

Old Town House:
Greenmarket Square
Gegen Ende des 17.Jahrhunderts gründete Gouverneur Simon van der Stel eine Polizeiwache, für die sich ein geeignetes Gelände auf dem heutigen Greenmarket Square anbot. Mit dem Wachthaus (Burgherwacht Huys) gewann Kapstadt einen neuen Markplatz, denn die Bürger kamen mit ihren Klagen zum Wachthaus, verweilten, plauderten oder tratschten und nahmen die Gelegenheit wahr, auch ihre Waren zum Verkauf anzubieten. Von diesem schlichten Wachthaus zogen die Patrouillen aus, um die Strassen der Stadt vor Dieben und anderen Übeltätern zu sichern., und den guten Bürgern eine ruhige Nacht zu gewähren.
Während der Amtszeit von Gouverneur Ryk van Tulbagh machte das Wachthaus Platz für das eindrucksvolle Old Townhouse, auch bekannt als Bürgerwachthaus, im Kap-Barock Stil. Die Grundsteinlegung fand 1755 statt. Die Baukosten wurden durch eine Anleihe von der Holländisch Reformierten Kirche gedeckt. Sechs Jahre später konnte das neue Gebäude eingeweiht werden. Der kleine Glockenturm wurde jedoch erst um 1804 gebaut.
1916 unterzog man das Innere einigen architektonischen Veränderungen. Der Architekt Solomon suchte ein holländisches Zunfthaus des 17.Jahrhunderts darzustellen.
Stufen aus alten holländischen Backsteinen leiten zum Erdgeschoß, das jahrelang als Polizeihauptquartier diente. Im ersten Stockwerk tagten von 1761 bis zur Ersten Britischen Besetzung die drei Bürgerratsherren. Sie waren Mitglieder des Justizrates und gleichzeitig auch verantwortlich für das Gesundheitswesen und die Strassen. Während der Ersten Britischen Besetzung wurden diese drei Ratsherren durch den Bürger Senat ersetzt, der seinerseits im Jahr 1828 aufgelöst wurde. Danach wurde das Gebäude zum Gerichtshof und Polizeihauptquartier bis 1838 – 1839, als Kapstadt offiziell zu einer Stadt erklärt wurde. Zu diesem Zeitpunkt erhielt der Bau auch seinen neuen Namen: Townhouse – Rathaus. Als solches bestand es bis Jahr 1905, als das neu errichtete Rathaus (City Hall) das Verwaltungsgebäude der Stadt wurde.
Heute kann man in diesem imponierenden Gebäude die Michaelis Gemälde-Sammlung bewundern. Ein bekannter Mäzen und Financier, Sir Max Michaelis stiftete im Jahr 1914 insgesamt 64 Gemälde, die den Kernpunkt einer heute über 200 Gemälde zählenden Sammlung alter holändischer und flämischer Meister bilden.
Beachtenswert ist der Kreis am Eingang, von dem aus alle Entfernungen von und nach Kapstadt gemessen werden. Über dem Hauptportal hängt Kapstadts Stadtwappen, das 1804 vom Batawischen Kommissonsgeneral Jacob Abraham überreicht wurde. Im Garten steht ein Bronzestandbild des südafrikanischen Bildhauers Moses Kottler von Sir Max Michaelis
Das Gebäude ist heute Nationales Denkmal.

Metropolitan Methodist Church:
Von Charles Freeman 1867 im neugotischen Stil entworfen. In ihrem Fundament, Ecksteinen, Maßwerk und Turm, den Vierblattöffnungen, Zinnen und vielen anderen Verzierungen vereinigen sich die drei geologischen Hauptelemente der Kap-Halbinsel: Schiefer, Granit und Tafelberg-Sandstein. Die Kirche ähnelt einer typischen viktorianischen Stadtkirche. Sie ist das zweitälteste Gebäude am Greenmarket Square.
Im Innern spiegeln sich viele Elemente des gotischen Baustils in Spitzbögen, Kreuzrippengewölbe, Strebebögen, Laufgang, und Arkaden wider.
Ein Denkmalstein ist unter der Empore zu sehen.
Die imposanten Säulen des Portals sind im Marmorstil bemalt

Sklavenkirche
Die Sklavenkirche st die älteste Missionskirche im Land. Sie wurde Anfang des 19.Jahrhunderts vom Baumeister J.G.Mocke errichtet.
Auffallend ist die außergewöhnliche Fassade, deren Eleganz durch die Erkerfenster, von kannelierten Pilastern im korinthischen Stil voneinander getrennt, unterstrichen wird. Die Pilaster unterstützen einen Architrav, der das Dachgeschoss trägt.
Das Gebäude war eine gestig, Versammlungshalle, in der sich die Direktoren und Miglieder der Südafrikanischen Missionsgesellschaft zur Diskussion, Bibelforschung und religiöser Unterweisung trafen. In den 1820er Jahren wurde die Halle in eine Kirche für Sklaven umgestaltet, die sich zum Christentum bekannt hatten.
Beim Eintritt tritt man über die alte Türschwelle, aus Robben Island Schiefer. Der Fußboden wurde im Jahr 1978 wieder neu verlegt, wiederum mit Schiefer von der Insel.
Einbmalig sind die trompes l’oeil – die Blinden Fenster auf der rechten Seite, sowie auch auf die Tür und das Fenster hinter der Mahagoni-Kanzel aus den 1820er Jahren. Diese Kunstform war schon bei den alten Griechen bekannt und wurde allgemein angewandt, um den Innendekor Schönheit, Harmonie zu verleihen.
Zwei größere Säulen, von einem alten Schiffsmast aus Tiekholz hergestelt, mit ionischen Kapitell unterstützen die Hauptempore. Die seitlichen Emporen, mit der Gelbholzbrüstung, werden durch zierliche Säulen gestützt. Das Marmor täuscht: es ist nur angemalt, die Säulen sind aus Gelbholz. Auch die zierlichen Kerzenhalter verleihen der Kirche etwas Anheimelndes.
Die kleine Orgel, mit 5 Registern, einem Manual und kompletten Fußpedalsatz, wurde im Jahr 1903 installiert. Noch heute erschallen aus ihr die herrlichsten Töne. Sie steht unter Denkmalschutz.
Bänke aus amerikanischer Eiche.

Koopmans de Wet House:
Strand Street
Das klassizistische Hause entstand 1701, als die Strand Street – damals nahe der Küste – zum vornehmsten Teil Kapstadts gehörte. Es war ursprünglich, wie alle alten Gebäude, einstöckig. Einer der ersten Besitzer war der reiche Silberschmied Smedinga. Sein schlichtes Haus wurde 1771 in die heutige Form umgebaut. Zu dem Zeitpunkt waren besonders flache Dächer populär geworden. Es wurde in den folgenden Jahrhunderten erweitert: ein zweites Stockwerk kam hinzu, und der bekannte französische Architekt Louis Michel Thibault gestaltete die Fassade um 1795 im Stil Louis XVI. Das Haus ist ein klassisches Beispiel für die Architektur des 18.Jahrhunderts: kannelierte Säulen, Paneele zwischen den unteren und oberen Fenstern, ebenso wie die elegante Eingangtür mit ihrem Fächerfenster.
Das Haus war zuletzt im Besitz der Familie von Hendrik Justinus de Wet. Seine Enkelin Maria de Wet erbte es 1880 und lebte hier nach dem Tod ihres Mannes Johann Koopmans mit ihrer Schwester von 1880 bis zu ihrem Tod 1906. Die Schwestern sammelten viele Antiquitäten, die heute das Museum zeigt.
Maria de Wet, lebenslustig und wohlhabend, eine in der Gesellschaft bekannte Gastgeberin, empfing Berühmtheiten wie den Präsidenten Paul Kruger und den Bergbau-Magnaten Cecil Rhodes. Sie veranlasste erste Schritte zur Erhaltung vieler historischer Gebäude Kapstadts, und ihr ist es zu verdanken, dass bei der Planung einer neuen Bahnstrecke nicht Teile des Schlosses zerstört wurden.

Rhodes Gebäude
Im Cape Revival Stil, ist von den Architekten Baker & Masey entworfen und aus Granitgestein gebaut. Es war einst der Bürositz der Minen-Gesellschaft De Beers Consolidated Mines im Kap. Kurios altmodisch wirkt das kleine hölzerne Türmchen auf dem Dach.

South African Reserve Bank
(Entspricht der Deutschen Bundesbank)
Das ehemalige Bankgebäude, aus Granit, wurde im Jahr 1929 fertiggestellt. Der Architekt, James Morris, ahmte im Stil den Pitti Palast in Florenz nach.




Standard Bank:
Adderley Street
Der Blumenmarkt steht im Schatten des imponierenden Gebäude der Standard Bank, entworfen von dem englischen Architekten Charles Freeman. Der neoklassische Stil ist besonders beeindruckend. Das Kuppeldach wird durch eine Statue der Britannia gekrönt.
Bauarbeiten begannen im Jahr 1880.
Vier-Säulen-Partikus

First National Bank
Dominantes und beeindruckendes Bankgebäude. Der grandiose Stil ist das Werk des englischen Architekten Sir Herbert Baker, der gegen Ende des 19.Jahrhunderts am Kap landete.

Lutheran Church und Martin Melck House
Strand Street
Da die Machthaber keine andere als die holländisch-reformierte Kirche duldeten, begann die lutherische zunächst in einem Schuppen.
Martin Melck, ein reicher lutherischer Geschäftsmann wollte daraus ein Gotteshaus machen, sobald die Religionsgesetze lockerer würden. Der erste Gottesdienst fand 1776 statt. Einige Jahre später kam das Haus des Mesners dazu.
1787 – 1792 verschönerte der deutschstämmige Bildhauer Anton Anreith die Kirche und fügte einen Turm hinzu. Anreith entwarf auch die Fassade und den Schwan im Giebelfeld, letzterer ein heraldisches Zeichen der lutherischen Kirche am Kap. Angeblich soll der zum Feuertod verurteilte Frühreformator Johan Huss, dessen Name übertragen Gans bedeutet, ausgerufen haben: ihr tötet eine Gans, aber ein Schwan (Luther) wird kommen. Im Innern der Kirche mit ihrer ungewöhnlichen vertäfelten Decke, fällt ganz besonders die von Anreith im Jahr 1786 geschnitzte Kanzel auf. Zwei mächtige Herkulesfiguren, mit Löwenköpfen über der Schulter, tragen die breit gerollten Konsolen der Kanzel. Aus ihren Gesichtern kann man die fast übermenschliche Anstrengung lesen, die Kanzel zu tragen. Ein mächtiger Schalldeckel tritt über ihr hervor, von einem Schwan gekrönt. Schnitzwerke, wie die Kettenhunde als Tragtiere, ein einzelner, freistehender Löwe, Wolken, Engelköpfchen und ein aufgeraffter Vorhang vollenden die Kanzel. Auch die Orgelbrüstung, auf der König David mit der Harfe spielend als Psalmendichter dargestellt wird, begleitet von zwei kleinen Putten, ist Anreiths Werk. Auf einer Kirchenwand sehen wir Martin Melcks Gedenktafel. Sie wurde von Anton Anreith 1785 geschaffen. Schaut man auf die Tür zur Sakristei, sieht man wiederum nicht nur den Schwan, sondern auch eine geschnitzte Rose, ebenfalls ein Symbol Luthers. Sklaven wurden ermutigt, Gottesdienste zu besuchen. Ihr Platz war unter den seitlichen Emporen. Heute sind Kirche und Mesner Haus nationale Denkmäler.
Der Bau des Glockenturmes wurde erst 1820 genehmigt. Aus ihm erschallen die drei Glocken Seeberg (nach dem Stifter dieser Glocke), Martin Melck (dem Gönner) und Andreas Kolver (dem ersten Pastor)

Das Martin Melck House nebenan wurde 1781 errichtet, kurz nach dem Tod von Martin Melck, und 1936 zum Nationaldenkmal ernannt. Es ist eines der wenigen Stadthäuser aus dem 18.Jahrhundert, die über einen Dachboden verfügen. Die Dachkammer diente als Aussichtsturm. Bis 1891 diente es als Pfarrhaus. Es ist unklar wer der Architekt war, doch schuf Anton Anreith die herrliche Schnitzarbeit auf der Eingangtür, den Schwan und die Architraven der mittleren Fenster. Aud der stoep kann man noch einige der alten Klinkersteine sehen.
Es mag unwahrscheinlich klingen, aber im Jahr 1894 wurden aus dem Pastorenhaus und der Küsterei recht beliebte Gasthäuser. Das Pastorenhaus erhielt den Namen Bloemfontein House, und die weiß getünchte Fassade wurde mit Reklame für Tee verziert. Jahre später war es sogar eine beliebte Bar, Kimberley.
Restauration der Gebäude begann 1929.
Die Kirche ist das älteste, unveränderte Kirchengebäude im Land.
Im April 2001 öffnete im Martin Melck House das Gold of Africa Museum seine Pforten. Hier findet sich eine eindrucksvolle Sammlung von mehr als 350 goldenen Schmuckstücken und anderen Objekten aus Mali, dem Senegal, Ghana und der Elfenbeinküste. Nach der geplanten Erweiterung sollen hier Stücke aus ganz Afrika zu sehen sein.

Rust en Vreugd
Das genaue Baujahr dieser alten Villa ist unbekannt, aber Dokumente erwähnen den Fiskal Willem Cornelis Boers als Besitzer von 1777 bis 1782.
Angeblich mißbrauchte Fiskal Boers seine Amtsstellung und bereicherte sich durch Korruption und Erpressung. Das durch Wucherei erworbene Geld erlaubte es ihm, sein Haus elegant und großzügig zu möbilieren.
Rust en Vreugd ist eine sehr typische Stadtwohnung der Epoche: zweistöckig und mit flachem Dach. Auffallend sind auch die sehr hohe stoep (Terasse), die verzierte Fassade, sowie die vier großen kannellierten korinthischen Säulen aus Tiek, die den Balkon stützen. Der Bildhauer, Künstler und Steinmetz Anton Anreith schuf den Balkon und die Eingangstür, sowie auch die sehr dekorativen Lünetten.
Das Haus kannte verschiedene Besitzer bevor es 1878 Eigentum der Holländisch Reformierten Kirche wurde. Jahre später diente es teilweise als Lehrer-Ausbildungsstätte, und von 1925 bis 1957 beherbergte es die Oberschule Cape Town High School.
Die Restaurationsarbeiten der 1960er Jahre schenkten Rust en Vreugd wieder den alten Glanz. Heute ist die alte Stadtwohnung eine Kunstgallerie, in der auch die berühmte Fehr Kollektion eine würdige Ausstellungsstätte gefunden hat.

Der Kornspeicher – Das alte Zollamt
Der Kornspeicher wurde zwischen 1809 und 1814 nach einem Entwurf des französischen Architekten Louis Thibault (1750 – 1815) gebaut.
Der Hannoveraner Hermann Schütte (1761 – 1844) schuf die symmetrische und ausgewogene Fassade mit dem attraktiven Giebelfeld im Zentrum.
Die zwei Seitenflügel werden durch die ineinander übergreifenden Brüstung und Skulpturen mit dem Hauptgebäude verbunden und verleihen ihm so eine gewisse architektonische Einheit. Auffallend sind auch die im Verhältnis zu ihrer Breite relativ hohen Fenster und der elegante Treppenaufgang zum erhöhten Eingang. Das Erdgeschoss diente als Kornkammer und allgemeiner Speicher.
Der Schwarzwälder Anton Anreith verzierte das Gebäude mit dem zentralen Giebelfeld, in dem er das englische königliche Wappenschild darstellt, flankiert vom Löwen und Einhorn, Britannia und Neptun hüten, sitzend, die Ecken der Brüstung.
Nach seiner Fertigstellung 1814 diente das Gebäude 4 Jahre lang als Zollamt, bevor es als Kornspeicher genutzt wurde. Danach zogen verschiedene Ämter ein und aus. Ab 1872 saßen sogar weibliche Sträflinge hier ihre Haft ab, bevor Jahre später die Magistratur einzog.
Interessanterweise hat Anton Anreiths Rechnung für die Skulpturen überlebt. Sie ist März 1814 datiert, und ist von Louis Thibault als amtlicher Bauinspektor unterschrieben, und von Hermann Schütte, als der Bauherr

Mount Nelson Hotel:
Das Mount Nelson Hotel mit seinem klassizistischen Säulengang, der prachtvollen Palmenallee und dem vertrauten hellrosa Außenanstrich wurde 1897 unter Herbert Bakers Aufsicht errichtet. William Maude, einer der vormaligen Eigentümer, ehrte mit diesem Namen Lord Nelsons Sieg 1805 in der Seeschlacht bei Trafalger. Während des Burenkrieges (1899 – 1902) richteten die Briten hier ihr Hauptquartier ein, ebenso einige Mienenbesitzer aus Transvaal, die es vorzogen, ihre Geschäfte von dem relativ sicheren Kap aus zu führen. Das in 2,8 ha Parklandschaft gelegene Mount Nelson beherbergte bereits berühmte Gäste wie Winston Churchill, Rudyard Kipling und Arthur Conan Doyle.

Re: Cape Town die Erste

Matthias - 03.02.2005, 20:17
Ist das alles???
Bo-Kaap, das Viertel der Kap-Malayen

Oberhalb der Stadt liegt das Bo-Kaap am Hang des Signal Hill und der Buitengracht Street. In dem ursprünglich als Waalendorp bekannten Viertel wurden die ersten Häuser um 1760 gebaut und von Künstlern und Handwerkern europäischer Abstammung angemietet. Der Zustrom der Muslime in diese Gegend geschah zeitgleich mit dem Bau der ersten Moschee im Bo-Kaap, der Auwal-Moschee, im Jahre 1795. Ihr Gründer, Tuan Guru, gelangte 1780 als politischer Gefangener aus Tidore in Indonesien ans Kap. Um 1840 verfügte das Bo-Kaap bereits über mehrere Moscheen, und nach der Aufhebung der Sklaverei im Jahr 1834 entschlossen sich viele Muslime zum Umzug in die Nähe ihrer Glaubensstätten.
Auf den mit Kopfsteinpflaster gedeckten Strassen des Bo-Kaaps, auch Schotsche Kloof oder Malaienviertel genannt, prangen mit Minarettürmchen geschmückte Moscheen gleich neben buntbemalten Reihenhäuschen im Stil der kapholländischen und englisch-georgianischen Architektur. Hier lebt man auf der Strasse: Die Aufregung der täglichen Geschäfte und Mühe machen entspannte Freizeitabende wett, an denen lebhaftes Geschwätz von den Strassenecken ertönt. Der Ruf des Muezzins zum Gebet, der all diesen Lärm durchdringt, mahnt ständig an die Notwendigkeit zur Einkehr und Dankbarkeit. Für viele Muslime am Kap ist das Bo-Kaap die angestammte Heimat, da ihre Vorfahren seit 1657 als Exilanten, Sklaven oder Verurteilte hierher kamen. Aus Ländern wie Indien, Ceylon (Sri Lanka), Madagaskar, Mauritius und den Inseln Indonesiens brachten sie eine Vielfalt religiöser, kultureller und kulinarischer Traditionen mit sich, welche sich bis in–unsere moderne Zeit erhalten haben.
In der Küche der Kapmalaien vermischen sich verschiedene Kochkulturen auf einzigartige Weise. Vom Ursprung her ist sie indonesisch, doch wurde die kapmalaiische Kochkunst auch von der indischen, holländischen und hugenottischen beeinflußt. Die Mischung exotischer Gewürze erzeugt wohlbekannte Gerichte wie Bobotie, Breyani und die verschiedenen Currygerichte. Zum Tee sind Samoosas (dreieckige Teigtäschchen mit würziger Hackfleischfüllung) sowie Dhaltjies (Chili-Häppchen) beliebt. Zum Sonntagsfrühstück gibt es Koesisters, gewürzte, fritierte Pasteten, die in süßen Sirup getaucht und mit Kokosraspeln bestreut werden. Nach malaiischer Etikette berührt man beim Essen die Speisen nur mit der rechten Hand.
Der Kap-Karneval hat seine Wurzeln im Musik- und Tanzstil der nordamerikanischen fahrenden Sänger („Minstrels“), die das Kap gegen Ende des letzten Jahrhunderts besuchten. In den ersten drei Tagen des neuen Jahres verwandeln sich Kapstadts Strassen während der Karnevalszeit in ein buntes Kaleidoskop, denn dann ziehen die „Kaapse Klopse“ (Musikanten) durch die Stadt und singen alte sowie neue „Moppies“ (humoristische Lieder) oder tanzen zu den Klängen von Banjos, Tubas, Gitarren, Trommeln und Trillerpfeifen. Das Fest geht tagelang weiter, und der gesamte Januar ist ein Wettbewerben in den Stadien von Green Point und Athlone gewidmet, wo die Karnevalsvereine um verschiedene Pokale wetteifern.
Bo-Kaap heißt „über Kapstadt“. Es ist das traditionelle Stadtviertel der islamischen Gemeinde und eines der ältesten von Kapstadt. Das Viertel wird auch als Malay Quarter bezeichnet, doch dieser Begriff wird von den Einwohnern abgelehnt, da er aus der Ära der Apartheid stammnt. Zudem ist der Name irreführend, denn nur ein kleiner Teil der Vorfahren der Moslems am Kap waren Malaien. Es leben etwa 10000 Menschen hier. Hier stehen auch viele historischen Gebäuden der Zeit vor 1840. Es gibt noch kopfsteingepflasterte Strassen, flankiert von kleinen, buntgestrichenen Wohnhäusern und weißen Moscheen. Verzierte Brüstungen und Stuckarbeiten schmücken die Häuser, von denen die meisten aus der Zeit um 1810 stammen. Still ist es dagegen auf einem der ältesten Friedhöfe der Stadt, wo viele Slaven aus Südostasien (Java) liegen.
Die Geschichte des Bo-Kaap beginnt im Jahr 1780. Richtig zum Leben erwachte das Viertel im Dezember 1838 mit der Aufhebung der Slaverei. Malaien islamischen Glaubens suchten Arbeit bei den hier ansässigen weißen Handwerkern und bauten ihre Häuser unterhalb des Signal Hill. Seitdem erschallt fünfmal am Tag das Gebet des Muezzin von den Minaretten.
Das Bo-Kaap entging 1934 den Bulldozern der Regierung, die Menschen in dem Distrikt wurden zwar enteignet, aber nicht vertrieben. Dadurch hat dieses einzigartige Viertel nichts von seinem Zauber eingebüßt. Die Menschen sind hier sehr religiös.
Heute wohnen ca. 2000 Malayen in dem Viertel.

Bo-Kaap-Museum:
Wale Street
Das 1760 gebaute Museum ist das älteste Haus der Gegend, dessen ursprüngliche Form noch erhalten ist.
Das charakteristische Merkmal ist die voorstoep (Veranda) mit seitlichen Sitzbänken, die den sozialen Aspekt der kapmuslimischen Kultur bezeugen: die Veranda war ein wichtiger Treffpunkt für die Familie und Freunde.
Das Museum zeigt den kulturellen Beitrag der ersten Muslime, unter ihnen viele Zimmerleute und Baumeister: Möbel aus dem 19.Jahrhundert, darunter ein kostbarer Eßtisch zum Ausziehen, Stühle im Kap-Regency-Stil und ein Brautzimmer mit zum Brautkleid passender Dekoration
Es zeigt in seinen Räumen wie die Menschen früher wohnten und Einblicke in das Leben einer kapmalaiischen Familie im 19.Jahrhundert (Brautkammer, Küche, Fotoausstellung, verschiedene Kunsthandwers-Gegenstände)
Das Museum war früher das kleine Wohnhaus von Abu Bakr Effendi, einem religiösen Führer aus der Türkei, den die Briten 1863 hierher ins Exil geschickt hatten.

Auwal Mosque:
Dorp Street
Die älteste Moschee des Landes, wurde 1793 unter Anleitung des ersten Imans der islamischen Gemeinde, Tuan Guru, erbaut, der 13 Jahre lang wegen politischer Proteste auf Robben Island gefangen gehalten wurde. In dieser Zeit hat er den Koran auswendig (und nahezu fehlerfrei) aus dem Kopf niedergeschrieben. In der Moschee wurde das erste Buch in Afrikaans geschrieben und als Sprache auch unterrichtet. Das Grab (Kramat) von Tuan Guru liegt im Bo-Kaap.

Hausnummer 79 in der Dorp Street:
Ältestes Gebäude des Viertels

District Six

District Six Museum:
Das Museum in der ehemaligen Methodistenkirche, deren Gemeindemitglieder hauptsächlich im Distrct Six wohnten, und das in den 1980er Jahren Treffpunkt von Apartheid-Gegnern war, verdeutlicht durch Fotografien, Erzählungen, Lebensgeschichten vieler ehemaliger Bewohner und anderen wirkungsvollen Erinnerungsstücken das Leben, Glück und Unglück der Menschen von District Six.
Das Museum war 1994 ursprünglich nur als vorübergehende Ausstellung gedacht. Jetzt ist es eines der interessantesten Museen der Stadt. Hier hängen unter anderem die 75 alten Strassenschilder des zerstörten Stadtteils an den Wänden. Ein Mann, der damit beauftragt war, alle Schilder im Meer zu versenken, hatte sie 20 Jahre lang unter seinem Haus versteckt gehalten. Ein Highlight des Museums ist das Erinnerungstuch – memory cloth – auf dem Kommentare, Nachrichten und persönliche Erinnerungen von Ex-Bewohnern des District Six niedergeschrieben sind. Das Tuch ist über 300 m lang und „wächst“ ständig weiter. Es gibt ein weiteres Tuch für Besucher, wo diese ihre Meinung hinterlassen können. Die Sammlung von Original-Fotografien ‚The Photographic Collection‘ besteht aus ungefähr 8500 Abzügen, 1000 Dias und 4500 Negativen. Diese Bilder datieren bis zur Wende zum 20.Jahrhundert zurück und dokumentieren den Prozess der Zwangsumsiedlungen und die damt verbundene menschliche Tragödie. Familienfotos geben intime Einblicke in das damalige Leben.
Das Museum ist deutlich mehr als eine statische Ausstellung. Es ist ein Ort, an dem die Vergangenheit wieder belebt wird (Geschichtsaufarbeitung). Ehemalige Bewohner sollen Erinnerungen an ihre Häuser und deren Umgebung aufschreiben und in einem großen Stadtplan, der auf dem Boden ausgebreitet ist, eintragen.
Sorglos und phantasiereich befreiten sich die Kinder durch ihre Vorstellungskraft aus der Enge der Strassen und Gassen im District Six. Während für manche das Leben in diesem Bezirk bereits zu einer fernen Erinnerung verblaßt sein mag, suchten andere nach einer Lösung, diesen Teil des Erbes der Stadt zu bewahren. Das District Six Museum, dessen Mittelpunkt eine Strassenkarte des früheren Wohngebietes bildet, erinnert an dieses früher lebenssprühende Viertel. Indem sie ihr damaliges Heim auf der Karte einzeichnen, können die ehemaligen Bewohner ihre Vergangenheit wenigstens einigermaßen nachvollziehen und, wenn auch nur symbolisch, ihr verlorenes Zuhause zurückfordern.

District Six
District Six, das sich auf dem ehemaligen Gut „Zonnebloem“ entwickelte, hieß zuerst Kanala Dorp. Der Name soll sich entweder auf das holländische „Kanal“ beziehen, denn es gab in Kapstadt mehrere Kanäle, oder von einem alten malaiischen Wort mit der Bedeutung „einen Gefallen tun“ hergeleitet sein – ein erinnerungsträchtiger Bezug auf das Ethos, das in dieser kulturell so vielfältigen Gemeinschaft vorherrschte. Im Jahre 1867 wurde das Gebiet zum sechsten Bezirk der Stadtverwaltung Kapstadts erklärt, und der Name District six war geboren. Die frühesten Bewohner Kanala Dorps waren emanzipierte Sklaven, die 1836 aufgrund eines britischen Erlasses, welcher den Sklavenhandel im gesamten Empire verbot, freigelassen worden waren. Seine Lage in Stadt- und Hafennähe machte District six für Einwanderer ebenso reizvoll wie für Einheimische. Als die Stadt sich auszubreiten begann, zog es bald viele „Farbige“ (Mischlinge) in das neue Viertel. Juden aus Lettland und Litauen siedelten sich hier an, ebenso indische, italienische, griechische und portugiesische Einwanderer, während Wanderarbeiter aus dem Ostkapland allem ein einheimisches Gepräge gaben. So entstand eine berauschende Mischung verschiedener Kulturen und Bräuche, die das ureigene Wesen von District six beflügelte.
Der District six erstreckte sich von der Kastellbrücke ostwärts bis zum Fuße des Devil’s Peaks und war eine betriebsame, kosmopolitische Gemeinschaft, die ein ausgeprägter Geist der Großzügigkeit und Toleranz zusammenhielt. In diesem Schmelztiegel der Berufe, Kulturen, Abstammungen, Religionen, Sprachen und Weltanschauungen lebten hauptsächlich Arbeiter, doch war es auch das Zuhause bekannter Musiker, Lehrer, Schriftsteller, Politiker, Künstler, Ladenbesitzer, Intelektueller und Handwerker. Zu Beginn des 20.Jahrhunderts begann allerdings bereits die Geschichte der Zwangsumsiedlungen. Die ersten, die weichen mussten, waren die Schwarzen, die 1901 aus dem District verbannt wurden. Als mehr und mehr wohlhabende Bewohner in andere Stadtteile umzogen, entwickelte sich das Viertel zu einem ärmeren, vernachlässigten Teil Kapstadts. Diese Lebensweise endete abrupt, als am 11.02.1966 im Zuge des Erlasses zur räumlichen Trennung der Bevölkerungsgruppen (bekannt als „Group Areas Act“) der Distict six zum weißen Wohngebiet erklärt wurde. Das liberale Leben im Viertel war den konservativen Buren ein Dorn im Auge. Vor über drei Jahrzehnten wurde in District Six nämlich bereits praktiziert, was heute in Kapstadt selbstverständlich ist: die friedliche Koexistenz verschiedener Rassen. Im Laufe der nächsten zehn Jahre rissen Planierraupen nach und nach etwa 3700 Gebäude ein und ließen nur Kirchen und Moscheen stehen. Als es vorbei war, hatte man 60000 Menschen in Mietunterkünfte der neuen Vororte fernab der Stadt zwangsumgesiedelt. Hier sollten in den kommenden Jahren Heimatlosigkeit, Verlust, Kummer und Wut tiefe Narben im Sozialgefüge der neugeschaffenen Lebensumstände in der Kapfläche hinterlassen. Heute ist das unbebaute Gelände zwischen dem Boulevard und dem Technikon (Kapstadts Fachhochschule, die man nach 1966 hier errichtete), eine herbe Erinnerung an die unmenschliche Politik der Rassentrennung und Zwangsumsiedlung des Apartheid-Regimes. Die Neubebauung vom District six wird nicht ohne Kontroversen abgesehen, aber wie seine Zukunft auch aussehen mag, es bleibt ein Mahnmal des Schmerzes und Leides, doch gleichzeitig ein ständiges Symbol der Hoffnung und Menschenwürde.
Die damalige Regierung rechnete damit, dass die Zerstörung von District Six etwa 1 Million Rand kosten und zwei Jahre dauern würde.. Anhaltende Proteste machten diese Kalkulation zunichte. Erst nach 16 Jahren und 25 Millionen Rand Aufwand war District Six plattgewalzt und menschenleer. Die Regierung nannte das Gebiet daraufhin Zonnebloem (Sonnenblume), nach der einst hier gelegenen Farm.
Mitten im ehemaligen Stadtteil entstand dann das klotzige Technikon; der Rest ist bis heute Brachland, Mahnmal für eine menschenverachtende Politik. Viele Südafrikaner weigerten sich, am Bau des Technikons mitzuarbeiten, da es auf blutgetränkter Erde errichtet wurde und ausschließlich weißen Studenten vorbehalten war. Obwohl es heute jedem offen steht, ist das Gebäude noch immer umstritten. Zu viele Erinnerungen liegen unter ihm begraben.
2000 war es endlich so weit. Das Gebiet von District Six wurde von der Regierung offiziell an die ursprünglichen Bewohner bzw. deren Kinder zurückgegeben.

District six-Arcitektur
Die im 19.Jahrhundert errichteten Gebäude im District six hatten in bezug auf das architektonische Detail vieles gemein. Säuberlich aneinandergereihte Doppel- und Mietshäuser sowie doppelstöckige Gebäude trugen die Merkmale der kapholländischen Architektur, beispielsweise Flachdächer und weiße Stuckgiebel. Viktorianische Einflüsse waren an verschnörkelten, gußeisernen Ballustraden und Stuckornamenten von Fassaden zu erkennen, ebenso den eingelassenen Schiebefenstern. Zwar wurde man sich des architektonischen Wertes des Bezirks bewußt und sah die Notwendigkeit zur Erhaltung dieser Baudenkmäler ein, doch war die Zerstörung vom District six nicht mehr aufzuhalten.
Die Hanover Street
Im Herzen des Distric Six befand sich die Hanover Street. Hier bestand die Bereitschaft, jeden Wunsch zu erfüllen, auf irgendeine Laune einzugehen. Haushaltswaren gab es in W.Sterns „Der kleine Wunderladen (Direktimporteur)“ in der Hanover Street 101, während etwas weiter die Strasse entlang in Salie Dollies Drogerie Naturheilmittel verkauft wurden, die fast jedes Leiden kurierten. Für 50 Cents füllte das Westminster Restaurant den Kochtopf des Kunden mit dem köstlichsten malaiischen Currygericht der Stadt. Denjenigen, die äußerst knapp bei Kasse waren, konnte die „Smeerwinkels“ (Gemischtwarenläden) kleine Mengen Erdnußbutter, Marmelade oder Käse auf ein Stück Papier schmieren. Dann gab es den berühmten Fischmarkt, wo Kunden um frischgefangenen Snoek (Seehecht), Yellowtrail (Gelbschwanz) oder Harder (Meerbarbe) feilschten. Um die Ecke befanden sich die öffentlichen Bäder, die von Anwohnern, die kein eigenes Bad besaßen, geschätzt wurden. Hier konnten sie für einen „Tickey“ (2,5 Cents) ein heißes Bad nehmen oder duschen und sich ohne zusätzliche Kosten mit dem neuesten Klatsch versorgen. Die Hanover Street wurde bereits besungen und ihr Andenken in Bühnenstücken festgehalten, aber ihr Geist prägte sich unauslöschlich in die Herzen aller ein, deren Leben die Ereignisse dieser einst so betriebsamen Strasse geformt hatten.
Die Fischerei war die Hauptverdienstquelle für viele im District Six, und die Fischhändler und –hausierer stellten den Mittelpunkt der täglichen wirtschaftlichen Tätigkeit des Viertels dar. Der Fischmarkt in der Hanover Street, von dessen Ständen die Markthändler den frischgefangenen Fisch verkauften, wurde 1937 eröffnet. Er trat an die Stelle des Dock Road Fischmarkts in Roggebaai, der wie die dortige Fischergemeinde von der aufstrebenden, neuen Fischerei verdrängt worden war. Um die Jahrhundertwende waren die meisten Fischerfamilien von Roggebaai entweder in den District Six oder ins Malaienviertel umgezogen.
Mit dem Waschhaus in der Hanover Street zählte der Fischmarkt zu den letzten verbliebenen Gebäuden im District Six. Beide wurden schließlich in den späten 70er Jahren abgerissen. Der Fischmarkt war weit und breit bekannt, immerhin kamen Kapstädter aus den verschiedensten Schichten zu dem in kleine Räume aufgeteilten Bau an der Ecke der Hanover und Muir Street, um den frischesten Fisch einzukaufen.


Art déco in Kapstadt

General Post Office:
Darling Street
1938 – 1940: aus Granitblöcken vom Kap und aus dem Transvaal errichtet

Old Mutual Building:
An der Strassenecke Darling- und Parliamantstrassen
Mit seinem grandiosen Eingang und Fries nicht zu übersehen. Hohe Türen führen in das in Mamor gekleidete Vestibül.
Das Pyramiden förmige Gebäude, verkleidet in Kapgranit, ist ein wunderbares Beispiel des Art deco Stil. Zur Zeit seiner Fertigstellung (1939) war es das höchste Gebäude im Land. Die Architekten, Louw & Louw, in Zusammenarbeit mit E.M.Glennis, verliehen ihm ein Gefühl der Höhe durch die außergewöhnlichen Prismenfenster. Ebenso beeindruckend sind die Skulpturen des einheimischen Künstlers Ivan Mitford-Barberton. Paviane, Elefanten und Löwen schauen auf uns herunter. An der Westseite überwachen die wunderbar gemeißelten Köpfe verschiedener afrikanischer Stämme die Parliamentstrasse.
Ein hoch interessantes Basisrelief verläuft rund um das Gebäude. An ihm entfaltet sich die koloniale Entwicklung des Landes.
Fast ist man geneigt, dieses Gebäude als ein Lobgesang auf Afrika zu bezeichnen.
am 1.Stockwerk spiegelt ein Fries die Geschichte Südafrikas wider. Eingang und Schalterhalle wurden mit Chrom und Marmor ausgestattet

OK Bazaar
Kaufhaus

Ackermans

Cuthberts

Ottawa House

Geneva House:
Geometrisches Muster der Stuckdekoration

J.Muller & Sons:
Longmarket Street
Vorzeigestück der Stadt. Die einzigartige Frontseite aus Stein und Chrom wurde dem ehemals viktorianischen Haus von 1912 erst später angefügt

Holiday Inn Garden Court Hotel:
Wurde in zwei Bauabschnitten als ehemaliges Shell Oil Company House zwischen 1929 und 1941 errichtet (typische Muschel an der Stirnseite)

Namaqua House
Burg Street
Eines der Gebäude, die dem Greenmarket Square seinen typischen Charakter verleihen

Market House:
1932

Protea Assurance Building:
1930

Cape Sun Intercontinental:
Das Stadthotel mit der charakteristischen Glasfassade bietet von den oberen Stockwerken grandiöse Blicke

Victoria & Alfred (V & A) Waterfront

Der Hafen an den Tafelbucht und die Victoria & Alfred Waterfront liegen zwischen Stadtzentrum und Atlantik.
Die V&A Waterfront hat sich vor allem wegen der spektakulären Lage und auch als sichere Fußgängerzone einen Namen gemacht.
Die Waterfront liegt an den beiden ältesten Hafenbecken, die mit dem Tafelberg im Hintergrund eine pittoreske Kulisse für dieses gelungene Gemisch aus Touristenattraktionen, 270 Geschäfte, über 50 Restaurants, Kunstmärkten, 11 Kinos und Theater bilden. 6 Museen, 7 Hotels, Hunderte von Büroräumen, luxuriöse Wohnungen am Yachthafen nördlich der Victoria Wharf und am New Basin – sie kosteten zwischen 900000 und 10 Millionen Rand
Ein einzigartiges, die ganze Woche geöffnetes, Einkaufs- und Unterhaltungsparadies, das pro Jahr um die 30 Millionen Menschen aufsuchen.

Kapstadts erster Anlegeplatz war ein Holzsteg vor dem Castle of Good Hope. Erst Anfang des 19.Jahrhunderts wurde er durch einen Pier aus Stein ersetzt, nachdem starke Stürme immer wieder Schäden an der morschen Konstruktion angerichtet hatten.
Bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts reichte die Wasserlinie bis zur Old Castle und zu dem Punkt, wo heute Adderley und Darling Street aufeinandertreffen. Der Hafen war klein, Prostitution und Verbrechen waren zu dieser Zeit an der Tagesordnung. Daher lagen die Schiffe oft auf Reede. Dort aber fielen viele von ihnen den berüchtigten Stürmen am Kap zum Opfer. Das geschah so häufig, dass selbst die für ihre Risikobereitschaft so bekannte lloyds-Versicherung 1860 keine Policen für die Schiffe am Kap ausgab.
Die ersten Pläne für den Bau eines Hafens in der Tafelbucht erarbeitete 1854 der Ingenieur Sir John Coode, den sein Entwurf des Hafens von Portland in Dorset bekannt machte. Kurz darauf begann man schon mit der Errichtung der Mole, und 1860 weihte Prinz Alfred, der zweite Sohn Königin Victorias, die Bauarbeiten ein, indem er die erste Steinladung ins Wasser kippte. Steine, die aus dem Meeresboden ausgegraben wurden, häufte man im Wasser auf. Der Hafen wurde durch einen Schutzwall (Breakwater) gesichert. Zehn Jahre später sollte er bereits das erste Hafenbecken eröffnen, das Alfredbecken. Das Alfred-Becken schützte Schiffe vor den gewaltigen Stürmen, die im Winter um das Kap tosten und viele Schiffe sinken ließen. Durch die Industrialisierung nahm der Schiffsverkehr zu und führte zur Erweiterung der Hafenanlagen, während ein zweites Hafenbecken, das Victoriabecken, nach und nach von 1870 bis 1905 gebaut wurde. In beiden Fällen beschäftigte man bei der Anlage einheimische Strafgefangene.Die Ankunft größerer Schiffe und der zunehmende Verkehr während der Kriegsjahre erforderten den Bau eines größeren und tieferen Docks. Das 1944 fertiggestellte Duncon-Dock stieß fast einen Kilometer weit ins Meer vor und schuf ein 200 ha großes Gebiet Neuland, welches die Hafenanlagen von der Stadt abschnitt – eine Trennung, die erst nahezu 50 Jahre später durch die überfällige Sanierung des Hafengeländes und die Gründung der Victoria and Alfred Waterfront als Freizeit-, Tourismus- und Wohngebiet wieder aufgehoben wurde. Der sterile Foreshore-Bereich, wie das dem Wasser abgerungene 200 Hektar große Gebiet genannt wurde, schneidet die Innenstadt vom Meer ab. Daran schließen sich die Docklands, die den kommerziellen Teil des Seehafen bilden. Mehr als einen Kilometer rückte somit die Küstenlinie von ihrem ursprünglichen Verlauf im 17.Jahrhundert seewärts vor.
Ab 1960 verfielen das Alfred- und Victoria-Becken und die umliegenden Hafengebäude zusehends.
1990 erkannte man die touristischen Möglichkeiten, und heute ist die Waterfront nach dem Tafelberg die zweite Groß-Attraktion Kapstadts (über 1,5 Millionen Besucher monatlich). Nach langwierigen Verhandlungen wurden die Anlagen der historischen Victoria- und Alfredbecken vor dem Verfall gerettet. 2001 wurden neue bzw. renovierte Altgebäude beim Clock Tower integriert (Clock Tower Precinct).
Die Waterfront ist eine aufregende Mischung aus zeitgenössischer Stadtplanung und sanierten, viktorianischen Hafenanlagen.
Die Sanierung der Hafenanlagen als beliebtestes Freizeitgebiet ist es zu verdanken, dass Kapstadts geschichtliche Verbindung mit dem Meer wiederhergestellt wurde (basierend auf anderen Anlagen wie der im Hafen von San Francisco).
Die größeren Geschäfte haben von 9 bis 21 Uhr geöffnet, die meisten Restaurants schließen erst nach Mitternacht.

Die Probleme, die aus dem Ausbau der Victoria & Alfred Waterfront erwuchsen, konnte keiner vorher ahnen. Die eigentliche Innenstadt verödete, ganze Strassenzüge in Sea Point wurden zu Prostituiertenmeilen, die Main Road in Sea Point, 1990 noch ein Eldorado der Feinschmecker und jungen Leute, starb fast völlig aus, und die Kriminalität begann sich zu polarisieren. Da die Waterfront zu gut bewacht wurde, blieb den Taschendieben nur noch „der Rest der Stadt“, wo sie sich geballt auf die wenigen Touristen stürzten. Zum Glück hat die Stadtverwaltung diese Dinge rechtzeitig erkannt und begonnen Lösungen zu finden. Erstes Ziel ist es, die Innenstadt zwischen den Museen und der Waterfront wieder attraktiv zu machen.
An der Waterfront sorgt ein Rund-um-die-Uhr-Wachdienst für Sicherheit. Wach- und Sicherheitsdienst mit mehr als 100 Angestellten. Das Sicherheitspersonal ist in Erster Hilfe ausgebildet und kann alle Ortshinweise geben. Zusätzlich gibt es über 100 Videokameras um einen hohen Sicherheitsstandard für –Besucher, Ladeninhaber und Personal zu gewährleisten.

Fischerei in der Tafelbucht
Kapstadts Hafen ist seit langem mit der Fischerei verbunden. Bis zum späten 19.Jahrhundert lebten die meisten Fischer im Fischerviertel in Strandnähe der Roggebaai, der heutigen Foreshore. Hier standen Mietshäuser und Pensionen dicht beeinander, die „drinnen sowie draußen mit Trockenfisch behangen waren“. Für viele war die Fischerei eine bloße Saisonarbeit, die sich in der Zeit der Seehechtschwärme zwischen Januar und Juni am lohnendsten erwies. Ein System des „Teilfischens“ entwickelte sich zwischen Bootseignern und Fischern, bei dem der Eigner den größeren „Bootsanteil“ des Fangens bekam, der Rest aber anstelle eines Lohns zu gleichen Teilen unter den Fischern aufgeteilt wurde.

Two Oceans Aquarium:
Eine beeindruckende Unterwassserwelt des Atlantischen und Indischen Ozeans mit 300 verschiedenen Fischarten, Pinguinen, Robben, Schildkröten, etc. Besonders beeindruckt der riesige Haitank mit gewaltigen Exemplaren, zwischen denen manchmal Taucher herumschwimmen (2 Millionen Liter Wasser)
Afrika’s größtes Aquarium: 4000 qm (rund 3000 lebende Meeresbewohner von mehr als 300 Arten Fischen, Pflanzen, Vögeln, Wirbellosen und Säugetieren)
Haushohe Glaswände, ein begehbarer Halbtunnel, ein lebender Seetangwald, Streichelbecken
Hier wird weltweit erstmals ein vollständiges Flußökosystem von der Bergquelle bis zum offenen Meer nachgestellt.
Abenteuerlustige Besucher mit gültigem Tauchschein können Tauchgänge buchen, sogar in den Raubfisch- und Kelpbecken – allerdings nicht zu Fütterungszeiten.

I & I Predator Tank
Ein Becken aus bruchsicherem Glas, fast zwei Millionen Liter Wasser. Da es zum Meer offen ist, spülen die Gezeiten ständig frisches Wasser für Schildkröten, Yellowtrails und Haie herein.
Gezeitenpool
Beherbergt Entenmuscheln, Seesterne, -anemonen und Schwammarten
Streichelpool
Meerestiere wie Krabben und Seesterne dürfen in die Hand genommen werden
unmittelbarer Küstennähe vor

South African Maritime Museum:
Besitzt die weltweit größte Sammlung an Modellschiffen. Auch die SAS Somerset, ein ehemaliges Verteidigungsschiff und Bestandteil des Museums kann besichtigt werden

Clock Tower Center
Dieser phantasievolle Ausbau, der von einem vorbildlichen Touristenzentrum und von einer Auswahl der verschiedensten Kulturgeschäfte und Restaurants gekennzeichnet ist, entwickelt sich mit Sicherhit zu dem Freizeitziel der Zukunft. Der „Clock Tower“ ist die ideale Ergänzung der schon existierenden Attraktionen der V&A Waterfront. Außer den zahlreichen historischen Plätzen, die auch das neue „Nelson Mandela Gateway“ nach Robben Island und die berühmte „Chavonnes Battery“ mit einschließt, bietet der „Clock Tower“ auch eine spektakuläre Aussicht auf die Werft und den Tafelberg
Das Gebäude wurde 2002 eröffnet und hier befindet sich die Touristeninformation.

Old Clock Tower:
Die Einfahrt zum Alfred Basin bewacht der neogotische Uhrturm. Er steht an der Passage zwischen Victoria und Alfred Basin und galt für die Schiffe als Richtwert für die offiziellen Ein- und Auslaufzeiten. So konnte es keine Streiereien um Liegezeiten geben.
Der Clock Tower bietet eine spektakuläre Aussicht auf die Werft und den Tafelberg
Der Old Clock Tower aus dem Jahr 1882 war früher das Quartier des Hafenmeisters (im unteren Stockwerk befindet sich eine Gezeitenanzeige)

Nelson Mandela Gateway
Das „Nelson Mandela Gateway“ nach Robben Island Tour ist der Brennpunkt der Wallfahrt nach Robben Island und der Besucher kann sich schon dort auf die Eindrücke, die ihn auf der Insel erwarten einstellen. Die Tour startet mit einem Gang duurch die Ausstellung interaktiver Multimedien in der „Gateway“ wo sich auch das Kartenverkaufsbüro, das Informationsbüro und der Souvenierladen des Museums befinden.
Von hier fahren die Boote nach Robben Island
Das Gebäude wurde im Dezember 2001 eingweiht



Chavonnes Battery
Die Ruinen dieser holländisch/ostindischen Militäreinrichtung können bis zu den Jahren 1715 und 1726 zurückdatiert werden und wurden 1999 entdeckt, als man mit den Bauarbeiten des „Clock Tower Precinct“ begann.

Old Port Captain’s Building:
In dem hübsch restaurierten Bürohaus des Hafenkapitäns ist jetzt das Hauptbüro der Victoria und Alfred Waterfront Gesellschaft untergebracht. Es entstand 1904, als sich der Hafen schnell entwickelte und die Verwaltung des Hafengeländes ein zunehmend schwierigeres Unterfangen wurde (Hier mussten sich alle neu eingelaufenen Schiffe melden). Das mit einem Giebel geschmückte Gebäude steht gleich am „Durchstich“, am Eingang zum Alfredbecken, und ersetzte den nahegelegenen achteckigen, 1882 im neugotischen Stil errichteten Glockenturm, in dem sich das erste Büro des Hafenkapitäns befand.
Es steht nahe der Schwenkbrücke.

Time Ball Tower und Harbor Master’s Residence:
1860 wurde die Residenz des Hafenkapitäns auf dieser Anhöhe gebaut, so dass er immer sehen konnte, was sich in seinem Hafen tat. Der Time Ball Tower, eine Turmuhr, wurde 1894 erbaut und galt als noch exakter als der Clock Tower am Hafen. Täglich um 12 Uhr fiel der Ball nach unten, ähnlich dem Ball, der zu Neujahr am New Yorker Times Square fällt.

Market Plaza
Die Plaza kann als Mittelpunkt der Waterfront bezeichnet werden. Umringt ist sie vom Union Castle House, Ferryman’s Tavern und den modernen, riesigen Shoppingmalls King’s Wharehouse und Victoria Wharf. Die Plaza ist auch Mittelpunkt für Strassenmusiker und Picknicker. Und oft werden kulturelle Veranstaltungen im AGFA Amphitheater auf der Mitte des Platzes geboten.

Robinson Graving Docks
In diesem massiven Dock am Maritime Museum wurden schon vor hundert Jahren Schiffe gebaut bzw. repariert. Auch heute noch wird das Dock genutzt, obwohl die Hauptwerft einen Kilometer entfernt liegt. Zumeist werden asiatische Seelenverkäufer neu angestrichen, und seltener okkupieren Hochseeyachten das Halboval, zumeist die, die sich auf dem jährlich Kapstadt anlaufenden Segelrennen um die Welt befinden. Das Dock besteht aus einem Zementbett, das mit Hilfe einer Schleusenanlage trockengelegt wird.

Breakwater-Gefängnis
Wurde 1859 zur Unterbringung der Strafgefangenen erbaut, die man beim Bau des neuen Hafens einsetzte. Viele von ihnen stammten aus dem Hinterland, wo ihre Bräuche mit dem kolonialen Imperialismus in Konflikt gerieten. In den späten 1860er Jahren begannen ein deutscher Sprachwissenschaftler, W.H.Bleek, und seine Schwägerin, Lucy Lloyd, die mündliche Überlieferung einer Gruppe der /Xam aufzuzeichnen. Ihre Arbeit ist als einziges Zeugnis eines erloschenen Kultur und Sprache übriggeblieben. Später wurde ein zweites Gefängnis gebaut, um die Rassentrennung der Gefangegen zu erleichtern. Heute ist hier das Institut „Graduate School of Business“ der Universität Kapstadt untergebracht.

„Blue Peter“:
Eine Nachbildung der am Bloubergstrand angespülten Galeonsfigur eines Schiffes aus dem
19.Jahrhundert. Die Worte auf seiner Schärpe gemahnen an Nelsons Befehl vor der See-
schlacht von Trafalger: „England erwartet von jedem einzelnen die Erfüllung seiner Pflicht“
Das Original befindet sich im Seehafenmuseum

Table Bay Hotel:
Eines der ältesten und vornehmsten Hotels an der V&A Waterfront mit höchsten Komfort und Luxus. Von jedem Zimmer aus hat man einen herrlichen Ausblick auf den Tafelberg und den betriebsamen Hafen

Victoria & Alfred Hotel
Das Hotel gehört zu den schönsten in Kapstadts Innenstadt / Waterfront, da der historische Charakter in vielen Räumen noch erhalten geblieben ist.

Planet Hollywood:
Beliebte Restaurantkette von Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stalone, Bruce Willis und Demi Moore.
1998 fand hier ein Bombenattentat statt.

Alfred Mall Einkaufszentrum
15 Spezialitäten-Geschäfte, Boutiquen, ein Restaurant und Kaffees

Victoria Wharf Centre
Über 200 exklusive Geschäfte, Boutiquen, über 40 gemütliche Lokale / Restaurants und zwanglose Verkaufsstände verleihen der Einkaufsmeile einen marktähnlichen Charakter
1991 eröffnet

Red Shed Craft Workshop
In dieser anregenden Atmosphäre kommen die Besucher mit Künstlern und Handwerkern in Kontakt.
Es grenzt an das Victoria Warf Einkaufszentrum

Waterfront Kunstgewerbe Markt
Der Kunstgewerbemarkt an der Waterfront ist ein hervorragendes Beispiel für die Entwicklung von Kleinstgewerbe und Unternehmertum. Die geschäftige Atmosphäre in den Markthallen bietet das Beste an lokaler Handwerkskunst und wurde sogar mit dem Preis für Tourismusentwicklung des Bürgermeisters von Kapstadt ausgezeichnet.

BMW-Pavillon & IMAX-Kino
Der moderne Ausstellungsraum zeigt täglich rund um die Uhr die neuesten BMW-Modelle. Im Gebäude ist auch das IMAX-Kino mit Riesenleinwand (so hoch wie ein fünfstöckiges Gebäude) und Mega-Sound untergebracht. Die Lautsprecher des Rundum-6 Kanal-Sound-Systems haben 15000 Watt Ausgangsleistung und vermitteln den Eindruck, als näme man selbst am Filmgeschehen teil Das IMAX Theatre ist das einzige seiner Art in Afrika.

Cape Grace Hotel
Das vornehme Hotel am Westkai der Victoria & Alfred Waterfront bietet wunderschöne Ausblicke

„Alwyn Vincent“: Historisches Schiff, 1958 in Venedig gebaut; bietet Hafenrundfahrten an
Der jetzt auf Dieselmotor umgestellte Schlepper, einer der letzten
südafrikanischen, kohlenbeheizten Hafenschlepper wurde 1991 restauriert

„Spirit of Victoria“: Segelschiff an der Waterfront; bietet Fahrten an

„Penny Ferry“: Die Fähre wurde bereits 1871 eingerichtet, um Arbeiter über den Cut, den
früheren Eingang des Alfred-Beckens, zu rudern
Vierminütige Ruderfahrt mit Blick auf die Seehunde in der Tafelbucht


Green Point

Westlich der V&A Waterfront führt die Beach Road vom Stadtteil Green Point entlang der flachen steinigen Küste nach Sea Point. An diesem etwa 5 km langem Abschnitt wird gejoggt oder geradelt.
Mit dem Bau der V&A Waterfront 1995 stiegen die Grundstückspreise in den benachbarten Küstenorten wie Green Point und Mouille Point stark an. Die Beach Road, nur ein paar Schritte vom Meer entfernt, säumen teure Apartement-Hochhäuser, vornehme Restaurants und moderne Bürobauten.
Ansonsten ist Green Points Ruf nicht der beste. Viele Apartments gehören zur „Low-Budget“-Kategorie, und die Main Road hat sich in den 1990er Jahren ein wenig zu ausgeprägt zum Rotlichtmilieu entwickelt

Green Point Lighthouse:
Vom Vollmond sanft erleuchtet sendet der Leuchtturm von Green Point sein leitendes Feuer übers Meer. Seine rotweißen Zuckerstangenstreifen sind ebenso bekannt wie der wehmütige Ton seines Nebelhorns. Er ist der älteste Leuchtturm an der südafrikanischen Küste, der sich noch im Betrieb befindet, und wurde 1824 von dem deutschen Baumeister Hermann Schutte errichtet. Der ursprüngliche Leuchtturm hatte zwei fest angebrachte Laternen, die jede Nacht 9 Liter Pottwalöl verbrannten und dabei einen in 21 km Entfernung noch sichtbaren Lichtschein auf das Meer sandten. Gläserne Drehlinsen zur Erzeugung eines einzelnen Blitzfeuers installierte man 1865, während der Leuchtturm 1929 schließlich elektrifiziert wurde.
Sein Feuer erreichte damit eine Reichweite von über 23 km.
Das Nebelhorn stammt aus dem Jahre 1926 und reißt regelmäßig die Bewohner von Mouille Point aus
dem Schlaf, wenn Nebel vom Meer heraufzieht.

Green Point Commons:
Der größte Teil dieses nördlichsten Stadtteiles der Innenstadt wird von den Grenn Point Commons, einer parkähnlichen Fläche, eingenommen. Hier befinden sich ein großes Stadion (Fußball, Mega-Livekonzerte), ein Golfplatz und andere Sportstätten.
Direkt am Wohnviertel wurde 1657 Jan van Riebeeck als Farm überlassen, der Boden erwies sich jedoch als unfruchtbar.

Re: Cape Town die Erste

Matthias - 03.02.2005, 20:18
Nein!!
Sea Point

Der Lion’s Head mit dem sich über dem Rücken des Signal Hill erhebenden Tafelberg bildet die geeignete Kulisse für den dichtbebauten, kosmopolitischen Stadtteil Sea Point (Sea Point und Three Anchor Bay sind vor einigerzeit zu einem Stadtteil zusammengewachsen). Seine berühmte Uferpromenade schmiegt sich an der Küstenlinie, wo die Wellen sich am Sedimentgestein brechen, das mit seinen zerklüfteten Formationen emporragt. Am südlichsten Ende der Promenade befindet sich der Sea Point Kontakthof – eine geologisch bemerkenswerte Stelle, wo vor 650 Millionen Jahren geschmolzenes Granitmagma das nahezu schwarze Gestein des Malmesbury-Schiefers durchbrach. Diese Umwandlung, 1818 erstmals von Clark Abel beschrieben, findet man normalerweise 10 km unter der Erdoberfläche.
Ein Stück weiter an der Beach Road liegt Sea Point. Sea Point war stets Kapstadts beliebteste Vergnügungsmeile. Mit Eröffnung der V&A Waterfront entstand jedoch eine neue bequemere Attraktion mit modernen Lokalen, Pubs und dem Amphietheater. Sea Point mit seinen auch äußerlich nicht besonders attraktiven Apartmentblocks und den Hotels der unteen Mittelklasse befand sich für mehr als 5 Jahre auf dem „absteigenden Ast“, Kleinkriminalität machte sich breit, und man munkelte sogar, dass sowohl die Drogenmafia als auch dubiose Gangs aus Osteuropa sich hier einnisteten und für Unruhe sorgten. Die Main Road verkam. Doch langsam scheint sich der Stadtteil wieder zu berappeln.
Sea Point gilt als einer der am dichtesten besiedelten Stadtteile in Südafrika, und war der am dichtesten besiedelte rein weiße Stadtteil während der Apartheidszeit. Die dichte Bebauung resultiert natürlich aus den Hintergründen der Apartheidszeit: Die weiße Mittelschicht wollte innenstadtnah ohnen bzw. Urlaub machen, ohne dabei mit Townships u.ä. in Berührung zu kommen.
Sea Point wird beherrscht von mehrstöckigen Apartmentblocks aus den 1960er und 70er Jahren und einer Reihe von Restaurants und Mittelklassehotels. Nur vereinzelnt können sich noch viktorianische Relikte dazwischen behaupten
Sea Point hat den innenstadtnächsten Strand. Doch schwimmen kann man wegen der Strömung und vereinzelter Felsen nicht.

„Kap-Riviera“

Würdevoll blickt der Lion’s Head auf die am Atlantik liegenden Stadtteile Bantry Bay, Clifton, Camps Bay und Bakoven. Entlang der felsigen Küste mit ihren riesigen Granitblöcken und idyllischen Picknick- und Angelstellen windet sich die Küstenstrasse, die Kapstadt mit der Enklave Hout Bay verbindet.
Kurz hinter dem Sea Point Schwimming Pool mündet die Beach Road über Queens in die Victoria Road. Bantry Bay, Clifton und Llandudno sind begehrte Adressen an diesem steilen Küstenabschnitt, der wegen der Millonärs-Villen auch „Riviera“ Kapstadts genannt wird. Hier genießen die Reichen unvergleichliche Ausblicke und traumhafte Strände. Clifton ist nur etwas für diejenige, die mindestens 7-stellige Rand-Preise für die eigenen vier Wände hinlegen können (höchste Immobilienpreise in ganz Afrika) – eine Million Rand genügen kaum für ein Junggesellen-Apartment.

Clifton

In Clifton hängen die Apartmenthäuser der Reichen an der felsigen Küste.
Entlang Cliftons sichelförmiger Bucht liegen einige der begehrtesten Immobilien Kapstadts. Die ursprünglich während des Ersten Weltkriegs als Übergangsunterkünfte errichteten Bungalows am Meer baute man seidem zu eleganten Villen um.
Die Immobilienpreise hier gelten als die höchsten in Afrika, und eine Millionen Rand genügen kaum für ein Junggesellen-Apartment

Cliftons Strände
Der Strand liegt spektakulär zu Füßen des Lion’s Head.
Jeden Sommer finden sich Hunderte Sonnenanbeter in Clifton ein, Kapstadts herrlichstem „Strandquartett“. Gewaltige Granitblöcke unterteilen den Strand und bilden so einzelne Buchten. Nach hiesigem Brauch bevorzugen Familien den größten dieser Strände, Fourth Beach, während First Beach für die Durchtrainierten bzw. Körperbetonten bestimmt ist und Second und Third Beach von Teenagern, Studenten und den unter 40jährigen frequentiert wird. Moses Beach, einen Strand weiter, dann all denjenigen, die sich an den vier anderen deplatiert vorkommen. Cliftons Buchten sind auch an jenen Tagen schon geschützt, wenn der Südoster stark bläst.

Camps Bay

Es verdankt seinen Namen einem deutschen Matrosen, Friedrich vom Kamptz, der 1778 ans Kap kam und eine Farmerin heiratete. Dort, wo sich die Farm befand, entstand die heutige Ortschaft. Ursprünglich war Camps Bay ein Siedlungsplatz der Khoikhoi.
Camps Bay liegt direkt unter den Twelve Apostels. Der Ort hat eine Strandpromenade mit Palmen, Cafes und Bistrois. Hier tummeln sich Schickimickis, aber auch Familien.
Durch seinen wundervollen Blick über den Atlantik wird Camps Bay von allen, die gern am Strand sind, geschätzt, während der benachbarte Glen Beach ein Paradies für Surfer ist. Hohe, prächtige Palmen säumen den breiten, geschwungenen Strand. Nach Osten erstrecken sich die legendären Zinnen des Tafelberges, die Zwölf Apostel, an der Atlantikküste bis nach Hout Bay. Camps Bay kann sich hervorragender Restaurants sowie eines florierenden Theaters rühmen, und sein Strand bietet eine herrliche Umgebung für ein Picknick bei Sonnenuntergang.

Whale Rocks
Felsen direkt vor der Landspitze. Der Name leitet sich aus der Form des Felsens ab

Bakoven Beach:
Bucht südlich von Camps Bay. Die Bucht liegt geschützt am Ortausgang. Hier geht es zwischen den Granitfelen gelassener zu. Große Höhle, die einem Backofen ähnelt

Oudekraal

Oudekraal hat mittlerweile keinen guten Ruf mehr. Der exponierte Hotelkomplex oberhalb der Strasse soll nämlich erst mit Hilfe von Bestechungsgeldern hier errichtet worden sein. Kaum verwunderlich, denn warum musste unbedingt an diesem schönen Naturabschnitt ein solches Gebäude gebaut werden? Nun steht es, doch die Geschäfte wollen nicht so recht laufen, denn es gilt nicht gerade als „fein“, sich hier einzu
quartieren.
Auf dem Gelände von Oudekraal liegt der „Kramat“ (heilige Grabstätte) von Scheich Noorul Mubeen, der im 18.Jahrhundert ans Kap verbannt und auf Robben Island gefangengesetzt wurde. Der Kramat zählt zu den drei heiligen Stääten am Berghang, und man kann ihn über 99 Stufen von der Victoria Street aus erreichen.

Llandudno

Direkt am Meer gelegenes Dorf, das mit viel Geschick seine Exklusivität bewahrt: Niemals wurde eine Durchgangsstrasse gebaut, Geschäfte und Restaurants sucht man hier vergeblich und für Auswärtige lockt allerhöchstens der inoffizielle, aber geduldete FKK-Strand Sand Bay. Exklusive Villen säumen den Berghang. Der Badeort ist fast schon mit Hout Bay zusammengewachsen.

Woodstock

Ehemaliges Industriegebiet, in dem heute viele Lagerhäuser leer stehen oder aber, wie im Falle der alten Brauerei, von artfremden, modernen Kleinunternehmen belegt sind
Das Industriegebiet veränderte seinen Charakter in den 1970er und 80er-Jahren zu einem Lagerhaus- und Großhandelsdistrikt und wandelt sich nun allmählich zu einer Brutstätte von Trends setzenden Kleinunternehmen. Softwareentwickler, Filmproduzenten, Künstler, Marketingstrategen, Textil-Designer und viele andere verbergen sich heute hinter den schweren Türen zu ehemaligen Kühlräumen und alten Lagerhallen aufteilenden Glasfassaden.

Old Castle Brewery: altes Lagergebäude mit vielen kleinen Firmen heute

De Waal Drive
Sir Frederick de Waal war von 1910 bis 1925 Administrator der Kapprovinz – eine Stellung, die er einem Posten in Louis Botha’s Kabinett vorgezogen hatte. Er war jedoch in der Lage diese Stellung so auszubauen, dass sie der eines Ministers im Kabinett entsprach und benutzte seinen Einfluß, um über beträchtliche Gelder und Resourcen verfügen zu können, beispielsweise den Einsatz von Zwangsarbeitern zur Verwirklichung seiner Strassenbauprojekte. Der 1911 gebaute de Waal Drive schlängelt sich am Groote Schuur Gelände vorbei und am Fuß des Tafelbergs entlang. Er bietet vor der eindrucksvollen Kulisse des Lion’s Head und Signall Hill einen herrlichen Blick über die City und die Kapfläche.

Observatory

Die Vororte / Stadtteile Observatory und Mowbray war ehemals die Wohngegend der Arbeiter, sind heute studentisch geprägt, was sich besonders in den Restaurants und Kneipen entlang der Main Street in Oberservatory wiederspiegelt. Die kleinen Wohnhäuser, dicht aneinandergebaut wie in ähnlichen Stadtteilen in England, versprechen recht günstige Mieten, dafür aber auch eine schlechte Isolation. An der wurde damals natürlich gespart, und so sollte man sich nicht wundern, wenn direkt unter dem Holzboden bereits der nackte Sandstein liegt

South African Astronomical Observatory
5 km außerhalb von Oberservatory steht eine Sternwarte, die dem Stadtteil ihren Namen verlieh. Observatory war einst der „astronomische Nabel der südlichen Halbkugel“. Der erste königliche Astronom am Kap, Reverend Fearon Fellows, wählte 1821 die Lage für die königliche Sternwarte aus. Doch seit der Einrichtung der Sternwarte in Southerland in der Großen Karoo, das Southerland Laboratorium, befindet sich hier das nationale Zentrum für Astronomie. Dadurch hat Observatory etwas an Bedeutung eingebüßt.
Von hier aus werden die elektrischen Impulse an die noon Day Gun auf dem Signal Hill übertragen, das die genaue Zeit für das gesamte Land vorgibt.

Mowbray

Mostert’s Mill
Mostert’s Mühle steht am oberen Ende Mowbray’s und ist vom Rhodes Drive aus zu sehen.
Die älteste, noch bestehende Windmühle Südafrikas, Mostert’s Mühle, wurde im Jahr 1796 auf „Welgelegen“ erstellt, der Farm Gysbert van Reenens. Die Mühlen der Gemeinde, wo Bauern ihr Getreide mahlen konnten, wurden von der Holländisch Ostindischen Company kontrolliert, und van reenen musste um eine Sondergenehmigung für den Bau seiner privaten Mühle nachsuchen. Sie wurde nach ihrer Fertigstellung nach van Reenens Schwiegersohn benannt, Sybrand Mostert, der nach van Reenens Tod das Gut „Welgelegen“ erbte. Von der modernen Technologie überholt, wurde Mostert’s Mühle gegen Ende des 19.Jahrhunderts geschlossen. In den 30er Jahren bestellte die südafrikanische Regierung einen Mühlenbauer aus Holland, der mit der Restauration und Instandsetzung der Mühle beauftragt wurde.
Die Mühle wird heute noch zum Mahlen von Getreide genutzt – natürlich nur zu Schauzwecken!

Rosebank

UCT Irma Stern Museum
Irma Stern (1894 – 1966) war eine der innovativsten, aber auch umstrittendsten Künster in Südafrika. Sie gilt als eine herausragende, international anerkannte Künstlerin. Sie studierte unter anderem auch an der Kunstakademie in Weimar. Bereits in Europa, wie später dann auch in Südafrika, kämpfte sie gegen die konservative Haltung in der Kunstszene, und machte sich natürlich auch viele Feinde. Ihr Malstil reichte von naiver Kunst bis hin zu impressionistischen „Kopien“ gauguinscher Gemälde. Doch nicht ihre Werke, sondern die Einführung avantgardischer Kunstrichtungen und die aus anderen Ländern Afrikas machten Stern berühmt und zu einer der bedeutendsten Kunstsammlerinnen des Kontinents.
Neben einigen ihren Werken (200 Gemälde), kann man heute in Stern’s Wohnhaus, The Firs ( von 1928 – 1966), ihre Sammlung von Kunstwerken aus Afrika und Asien bewundern. Zudem gibt es ständig Sonderausstellungen zu sehen. Wer nun aber klassische Kunst erwartet, der wird hier sicherlich enttäuscht. Zumeist bemüht sich die Universität, die jetzt das Museum betreut, in Irma Stern’s Sinn zu handeln, und lässt Künstler ausstellen, die provozieren bzw. noch wenig bekannt sind.
Überdies ist das Gebäude eine wahre Fundgrube an wertvollen Einrichtungsgegenständen (kostbare persönliche Antiquitätensammlung)

Groote Schuur Hospital
1932 gegründet
Ein immer größer werdender Häuserkomplex entsteht hier. Das Krankenhaus erinnert an die Pionierleistungen in der ersten erfolgreichen Herztransplantation.
Transplat Museum: Rekonstruktion der Operation und Interpretation

Rhodes Memorial
Cecil John Rhodes erwarb ein Gut am Osthang des Tafelbergs, in der Hoffnung dieses Gebiet für die Nation bewahren zu können. Man erstellte 1912 das nach Norden blickende Rhodes Denkmal, um Rhodes Wunsch Ausdruck zu verleihen, Afrika möge „vom Kap bis nach Kairo“ britisch werden. Die klassizistische Gedenkstätte wurde von Herbert Baker und Francis Masey geplant und aus Tafelberggranit gebaut. Die acht großen, die Treppenaufgänge flankierenden Bronzelöwen sowie eine Büste von Rhodes sind Arbeiten von J.M.Swan, während „Physische Energie“, die Bronzestatue eines tänzelnden Pferdes, vom Bildhauer G.F.Watts gestiftet wurde. Der Originalguss steht im Londoner Hydepark.
Unter der Büste steht die Inschrift von „The Burial“, die ein guter Freund von Rhodes, Rudyard Kipling, schrieb.
Vom Monument aus hat man einen grandiosen Weitblick über die südlichen Vororte bis zu den Hottentots Holland Bergen. Die umgebenden Berghänge bedecken Eichen- und Pinienwälder.
das ehemalige Anwesen „Groote Schuur“ von Rhodes direkt gegenüber ist heute offizieller Kapstädter Wohnsitz des Staatspräsidenten. Der Name „Groote Schuur“ führt von einem Getreidespeicher her, der 1657 hier errichtet worden war. Das repräsentative Landhaus, das den alten Getreidespeicher „ersetzte“, brannte 1896 ab. Rhodes beauftragte den berühmten Architekten Sir Herbert Baker mit einem neuen Bau im kapholländischen Stil.

University of Cape Town (UCT)
Die Universität Kapstadt am Devil’s Peak ist für ihre akademischen und wissenschaftlichen Glanzleistungen bekannt. Bei der Gründung 1829 hiess sie noch Südafrikanisches College, wurde aber 1918 zur Universität. 1928 zog sie von Hiddingh Hall in der Gouvernment Avenue auf den Groote Schuur Campus um, der aus dem Nachlass von Rhodes Gut „Groote Schuur“ geschaffen wurde, der das Gelände 1891 erwarb. Nach seinem Tod vermachte Cecil Rhodes das Land dem Südafrikanischen Staat. Die Planung übernahm J.M.Solomon, ausgeführt wurde das Projekt von Hawke & McKinlay, zusammen mit C.P. Walgate, dem jungen Protege Bakers. Sie änderten Solomons Pläne etwas ab, in dem sie die rechteckigen Grundrisse der Gebäude im Stil Oxforts und Cambridges zwar beibehielten, diese jedoch den Konturen des Berges anpassten.
Heute studieren hier ca.15000 Studenten. Der Komplex der Universitätsbauten unterhalb von Tafelberg und Devil’s Peak nimmt sich recht malerisch aus.
Woolsack: Zum Komplex der Universität gehört auch das „Woolsack“ bezeichnete Haus, das Rhodes für den befreundeten Schriftsteller Rudyard Kipling errichten ließ. Architekt war ebenfalls Herbert Baker. Kipling und seine Familie verbrachten hier von 1900 bis 1907 die Sommermonate.

Newlands

Exklusiver Vorort am Fuße der Südhänge des Tafelsbergs. es ist eine beliebte Wohngegend des „old Money“. Hinter hohen, grünen Hecken verstecken sich hier die Wohnhäuser der gehobenen Mittelschicht – ruhig gelegen, aber dennoch relativ nahe zu Kapstadt’s Zentrum. Hier kosten die mittelgroßen Wohnhäuser schon ein wenig mehr.
Newlands, die Heimat des Cricket- und Rugbyspiels, ist seit über einem Jahrhundert eines der wichtigsten Sportstadien Südafrikas. Das erste Rugbymatch fand 1890 hier statt und im darauffolgenden Jahr bereits das erste Länderspiel. Der Ausbau des 1894 offiziell erworbenen Geländes begann erst drei Jahrzehnte später mit dem Ankauf eines zusätzlichen Areals und der Errichtung einer Tribüne für 2500 Zuschauer. Versuche in den 40er Jahren, den Bau zweier größerer Tribünen zu finanzieren, brachten den Rugby-Verein an den Rand des Konkurses. Die Schulden konnten erst im allgemeinen Aufschwung der fünfziger Jahre, also in der Nachkriegszeit, und dank der Einnahmen aus Tourneen nach Übersee sowie einer Zunahme der Zuschauerzahlen abbezahlt werden. Schließlich errichtete man auch neue Tribünen und Büroräume. Zu seinem hundertjährigen Bestehen im Jahre 1990 konnte Newlands längst Einrichtungen vorweisen, die internationalen Voraussetzungen entsprachen, gerade als man sich Hoffnungen auf ein Ende der Isolation im Sport zu machen begann. Am Ende der Apartheidszeit wurden sechs getrennte Vereine zu einem einzigen großen Western rovince Rugby Football-Verband zusammengefasst. Als Südafrika 1995 als Gastland beim Worldcup auftrat, hatte man das Stadion bereits umgebaut. Heutzutage finden hier 50064 Zuschauer Platz, und man kann zudem die modernsten Einrichtungen aller Art vorweisen.
Rugby nimmt mit Fußball und Cricket im Herzen dieser sportbessenen Nation die Spitzenstellung ein.

Newlands Forest
Erstreckt sich am Rand der M3. Anwohner gehen gerne in den Wald mit seinen Eukalypten und Pinien, die der Newlands Strom bewässert.

Rugby Museum
Kleines Museum in der Nähe der Newlands-Norwich-Sportanlagen: zeigt unter anderem Stiefel, Trikots, Sportjackets, Schleifen und Kappen heutiger und ehemaliger südafrikanischer Rugby-Größen. Etwa 1500 Fotos zeigen Nationalmanschaften und Einzelspieler. Die Erinnerungsstücke reichen bis 1891 zurück.

Die Mühle „Josephine“
Am Ufer des Liesbeeks in Newlands steht die Mühle „Josephine“, Kapstadts letzte, noch in Betrieb stehende Wassermühle. Die erste Wassermühle wurde an dieser Stelle von Johannes Frederick Dreyer im Jahr 1818 errichtet. Seine Witwe Maria beschäftigte und heiratete später Jacob Letterstedt, einen Schweden, der wegen seiner Schulden aus Stockholm geflüchtet war. Er benannte die Farm zu Ehren seiner Frau auf „Mariendahl“ um und richtete dort eine Brauerei ein, wobei er nach und nach Farm und Mühle so weit ausbaute, dass er 1837 in sein Heimatland zurückkehren und seine Schulden bezahlen konnte. Der Höhepunkt seines Besuchs war eine Audienz bei der Kronprinzessin Josephine, auf deren Namen er seine neue, verbesserte Mühle taufte. Als er 1862 starb, gingen die Mühle, die Brauerei und noch weitere Immobilien an seine Tochter Lydia über, die der Mühle um 1880 bei der Umstellung auf Dampfkraft einen fünfstöckigen Anbau hinzufügte. Ein Nachbar und Landsmann, Anders Ohlsson, gliederte „Mariendahl“ und die Mühle „Josephine“ seiner Monopolbrauerei an, die schließlich South African Breweries (Südafrikanische Brauerei) wurde, mittlerweile der viertgrößte Bierproduzent der Welt. Die Mühle stellte 1896 den Betrieb ein und verfiel zur Ruine. Sie wurde 1975 dem Historischen Verein Kapstadts gestiftet und 13 Jahre lang restauriert. Heute mahlt man im Museum nach altem Brauch Mehl mit Mühlsteinen, wie vor 160 Jahren. Dies stellt nur einen Teil des florierenden Zentrums für Kunst, Kultur und Unterhaltung dar, es ist jedoch auch die Würdigung eines einzigartigen Denkmals aus Südafrikas Industriegeschichte

Vineyard Hotel
In dem reizvollen kap-georgianischen Landhaus in Newlands, dem jetzigen Vineyard Hotel, lebte Lady Anne Barnard 1797 – 1802 mit ihrem Ehemann Andrew, dem damaligen Kolonial-Sekretär. Sie war eine talentierte Schreiberin und ist wegen ihrer witzigen und scharfsinnigen Darstellung aus dem Leben der neuen Kolonie berühmt. Die begabte Künstlerin verzierte ihre Briefe und Tagebucheinträge häufig mit schwungvollen Skizzen. Sie wurde 1750 geboren und starb 1825

Bellville

Mayibubuye Centre
Das Mayibuye Centre beleuchtet die Geschichte und Kultur in Südafrika besonders unter dem aspekt der Apartheid, des Widerstandes und des sozialen Lebens. Ständig wechselnde Sonderausstellungen, interessante Publikationen


Wynberg

18 km südlich des Stadtzentrums wurde von Jan van Riebeeck das Weingut Bosch Heuwel gegründet. Heute ist es der größte Vorort von Kapstadt mit dem Viertel Little Chelsea (oder Old Wynberg), in dem viele restaurierte Gebäude stehen.


KAPSTADT’S TOWNSHIPS (CAPE FLATS)

Die Townships und Wohngebiete rund um Kapstadt, in denen vorwiegend schwarze und farbige Bevölkerung lebt, heißen Athlone, Guguletu, Nyanga, Langa, Crossroads und Khayelitsha.
Hinter der Eintönigkeit der Häuser, dem Elend der Wellblechbehausungen, den Müllkippen direkt vor den Türen, den staubigen Straßen und der Trostlosigkeit verbirgt sich jene Kraft, die es letztendlich geschafft hat, die Apartheid zu stürzen. Immer noch mangelt es an ausreichender Versorgung mit Elektrizität und Wasser, an sanitären Einrichtungen und Abwasser- und Müllbeseitigung. Die meisten Häuser wurden auf 99 Jahre vermietet, erst seit 1984 besteht die Möglichkeit des Ankaufs. Um den Kern der Townships sammeln sich die Landflüchtigen in Papphäusern, die nach jedem Regen davongeschwemmt werden, und leben von dem Abfall, den die etwas weniger Armen wegschmeißen.
„Wer hier rauskommt, hat es geschafft, wer hier hängen bleibt, hat keine Zukunft“. Kein Rassengesetz zwingt die schwarzen Menschen mehr, in den Townships auszuharren. Aber es kann ihnen auch keiner die Möglichkeit geben, sie endlich hinter sich zu lassen.
Die Arbeitslosigkeit besteht zum Teil bis zu 65% (50 % - 70 %)
Rainbow-curtain“ bedeutet Regenbogen-Vorhang – Distanz zwischen den Weißen, Touristen und den Menschen im Township
Das Wort „Umbuntu“ gibt es in Südafrika in allen schwarzen Landessprachen. Eine wörtliche Übersetzung ist nicht möglich. Es drückt eine amerikanische Lebensphilosophie aus, die man vielleicht am treffendsten mit Geschwisterlichkeit, Solidarität und Zusammengehörigkeit umreißen kann. Ein afrikanischer Umbuntu-Philosoph definierte sie folgendermaßen: „Ich bin, weil wir sind und wir sind, weil ich bin“. Der Einzelne ist in harmonischer Teil der Gesellschaft und findet hier seine Sicherheit, Kraft und Zugehörigkeit und die Gesellschaft ist nichts ohne den Einzelnen.
Die südafrikanische Leistungsgesellschaft hat, zumindest in den Städten, die traditionelle afrikanische Lebensform der Großfamilie, in der jeder, ob Kind, Greis oder Kranker, seinen Anteil vom Ganzen erhält, zerstört.
Umbuntu, die Kultur des Zusammenlebens, in der jeder jedem hilft, ist teilweise an ihre Stelle getreten. Umbuntu hat den Menschen in schweren Zeiten, in der Sklaverei oder während der Zeit der Apartheid oft das Leben gerettet. Umbuntu ist auch heute noch die Grundlage des Zusammenlebens und des Überlebens in den Townships.

Geschichte der Townships
Man kann die Gegenwart nur verstehen, wenn man die Vergangenheit kennt.
In historischen Zeiträumen gemesen ist die Geschichte der Townships recht jung. Die Entstehung und Entwicklung der Townships ist auf das engste mit der Apartheid verbunden, sie sind ein Produkt der Apartheid.
Den Schwarzen war Wohnsitz und Landerwerb nur noch in ihren zugewiesenen Territorien, Townships, möglich. Eine Kommission hatte in Vorbereitung dieses Gesetzes folgendes Prinzip formuliert: „Den Eingeborenen sollte der Zutritt in die städtischen Gebiete, die im wesentlichen die Schöpfung des weißen Mannes sind, nur dann gestattet werden, wenn er bereit ist die Bedürfnisse des weißen Mannes zu befriedigen und er sollte von dort wieder verschwinden, wenn er aufhört diese Bedürfnisse zu befriedigen“:
Nachdem 1950 die strenge Trennung der Wohnbereiche von Schwarzen, Farbigen und Weißen per Gesetz erlassen wurde, wurden außerhalb von Kapstadt einheitliche Häuser gebaut und vom Staat vermietet. Hierin verbrachte man die Menschen, deren alte Hütten den Bulldozern zum Opfer fielen.
Die Aufgabe der Apartheid im wirtschaftlichen Bereich bestand unter anderem in der Beschaffung ausreichend billiger Arbeitskräfte. Dazu wurde das System der Wanderarbeiter ausgebaut und der Arbeitsmarkt unter staatlicher Kontrolle unterzogen. Die Schwarzen wurden in zwei Kategorien eingeteilt: Wanderarbeiter, die sich zweitweise, solange sie eine Arbeitsstelle nachweisen konnten, ohne Familie in Kapstadt aufhalten durften. Für sie wurden sogenannte „Hostels“ errichtet, Arbeiterwohnheime, in denen sie oft unter menschenunwürdigen Verhältnissen hausten.
Die zweite Kategorie waren Schwarze, die ein Dauerwohnrecht erhielten. Sie waren entweder in Kapstadt geboren oder lebten seit langem hier. Sie wohnten mit ihren Familien in denen von der Regierung errichteten Reihenhäusern.
Trotz der immer schärfer werdenden Passkontrollen strömten mehr und mehr Schwarze in den 50er Jahren nach Kapstadt. Die Landflucht nahm ein Tempo an, dem die Behörden nicht mehr gewachsen waren. 1982 wurde auf Ministerebene eingeschätzt, dass 42% der Schwarzen „illegal“ in Kapstadt leben. Die „Ilegalen“ errichteten in den Townships sogenannte „Illegal Houses“, die Shacks“. Die Apartheidbehörden mussten diese Entwicklung tolerieren, da sie der Lage nicht mehr Herr wurden. Die Townships waren seit lange, hoffnungslos überfüllt, die sozialen Probleme spitzten sich zu und mit ihnen wuchs der Unmut. Die Townships entwickelten sich zum Hort des Widerstandes.
Nach Beendigung der Apartheid und dem Wegfall der beschränkenden Gesetze verstärkte sich die Landflucht, nun holten die Wanderarbeiter auch ihre Familien in die Townships

Die Bewohner der Townships leben im Jetzt und Heute, sie meistern die aktuellen Probleme, was die Zukunft bringt, wird in der Zukunft gemeistert. Die meisten haben weder eine Kranken- noch eine Rentenversicherung, nur wenn es um die eigene Beerdigung geht, wird Vorsorge getroffen. Die Begräbniszeremonien nehmen einen wchtigen Platz im gesellschaftlichen Leben der Townshipbewohner ein. Um zu gewähren, dass die Beerdigung auch würdig begangen werden kann, zahlen sie regelmäßig in eine Beerdigungsversicherung ein, auch wenn es ihnen schwer fällt das Geld dafür aufzubringen und sie es sich borgen und dann wieder abstottern müssen. Die Begräniszeremonie folgt festen Ritualen, die sich unter anderem nach der finanziellen Situation der Familie und der Todesursache richten. Viele Elemente dieser Zeremonie sind alt und über Generationen überliefert, andere wurden dem modernen Stadtleben angepasst.
Beinahe die Hälfte aller Südafrikaner sind unter 20 Jahren, und viele von ihnen leben in Elendsquartieren größerer Städte und deren Umkreis.
Über Jahrzehnte hinweg stand die Jugend des Landes im Streit gegen die Apartheid an vorderster Linie – für viele blieb bei dem Kampf um eine bessere Zukunft die Kindheit auf der Strecke. Obwohl die Narben einer brisanten Vergangenheit bleiben, hat sich das Streben nach Demokratie und Gleichheit ausgezahlt.
Soziale Probleme
Bei einer 1999 in den Haushalten von Khayelitsha durchgeführten Befragung gaben die Anwohner für ihre Hauptprobleme folgende Wertigkeiten nach Punkten: Arbeitslosigkeit 70, Alkoholmißbrauch 30, Analphabetismus 29, Teenagerschwangerschaften 19, Tuberkulose 19, Drogenmißbrauch 18, Gewalt in der Familie 17, Kindesmißbrauch 15, Aids 14, Bandenkriminalität 13. Diese Einschätzung ist sehr subjektiv, Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Aids stellen die größten Probleme dar.
Da es kaum ein soziales Netz gibt, erwachsen aus der Arbeitslosigkeit andere soziale Probleme wie Armut und Kriminalität. Viele Arbeitslose verdingen sich als Tagelöhner.
Wenn man am Morgen durch die Vororte von Kapstadt fährt, sieht man an bestimmten Strassenkreuzungen wartende Männer. Sie hoffen auf Arbeit, auf Bauunternehmer die vorbei- kommen und Hilfskräfte für diesen Tag suchen, auf andere, die einen Gewlegenheitsarbeiter für den Garten oder eine schwere Arbeit brauchen. Viele haben Pech und warten nicht nur viele Stunden umsonst, sie haben auch gutes Geld für einen Busfahrschein ausgegeben. Andere versuchen ihre Familien als „Hawker“, Strassenhändler, über Wasser zu halten und verkaufen Obst, Gemüse und Waren des täglichen Bedarfs an der Strasse. Die deprimierendste Art Broterwerb zu suchen, ist von Haus zu Haus zu gehen und nach Arbeit zu fragen.
Aids, eines der Hauptprobleme, rangierte in der Befragung zu den sozialen Problemen nur an neunter Stelle. Das zeigt den enormen Bedarf an Aufklärung. Dem kam die Regierung mit einem Programm nach, Teil ihrer umfassenden Strategie zur Aidsbekämpfung. Aids ist in den Schulen thematisiert, in öffentlichen Gebäuden und in Krankenhäusern sieht man Plakate, Kondome werden kostenlos verteilt.
Independent Chris Hani School Langa: 1991 haben sich die Bewohner des Jo Slovo Squatter Camp zusammengeschlossen, um gemeinsam mit einigen Lehrern und der heutigen Prinzipalien Maureen Jacobs, diese Schule zu gründen. Diese Schule nimmt Kinder auf, die mit ihren Eltern aus den ehemligen Homelands in das Camp kamen. Viele dieser Kinder besitzen keinerlei Dokumnte, weder Geburtsurkunde noch Schulzeugnis. Sie sind jedoch Voraussetzung, um in die staatliche Schule aufgenommen zu werden. Die knappen finanziellen Mittel begrenzen das Wachstum der Schule. Sie finanziert sich nur zu einem geringen Bruchteil aus den Schulgebüren, die lediglich 20 Rand pro Monat betragen und selbst die können viele Eltern nicht aufbringen. Staatliche Zuschüsse sind gering und kommen unregelmäßig. Die Hauteinnahmequelle sind Touristen. Aber auch so reicht das Geld nur für ein karges Lehrergehalt von 500 Rand, in guten Monaten 1000 Rand.
Learn to Earn iust ein sehr professionell geführtes Projekt der Baptistenkirche, das 1989 von Douglas und Yvonne Fisher ins Leben gerufen wurde. Es hat zum Ziel, in Lehrgängen Fachwissen an Arbeitslose zu vermitteln und sie so in die Lage zu versetzen, sich mit einem Gewerbe selbständig zu machen. Es werden Kurse angeboten in Nähen, Backen, Weben, kaufmännische Grundlagen und Computer. Die Ergebnisse der letzten 12 Jahre können sich sehen lassen. Über 5000, meist arbeitslose Townshipbewohner, haben erfolgreich eine Ausbildung abgeschlossen.

Langa:

Langa ist das älteste schwarze Township und wurde im April 1927 gegründet. Langa heißt übersetzt „Sonne“ – von der Bevölkerung so benannt nach einem bedeutenden Häuptling und Widerstandskämpfer (der „weiße“ Name war West London). Im Vergleich zu den neueren Townships ist es flächenmäßig recht klein, womit schon erklärt ist, warum sich während der Apartheidszeit so viele Slums weiter außerhalb entwickelt haben.
Joe Slovo Squatter Camp: trennte Anfang 2002 sich durch einen stinkenden Kanal von Langa; die Bewohner mussten sich ihr Wasser von den Anwohnern „borgen“. Um in das Squatter Camp zu gelangen gab es keinen anderen Weg als durch den offenen Abwasserkanal von Stein zu Stein springend. Die Stadtverwaltung hat nun das Gebiet an die Kanalisation angeschlossen und an Stelle des stinkenden Kanals ist eine saubere, noch unbefestigte Strasse entstanden. Es gibt zahlreiche Trinkwasserentnahmestellen und Betonwasserbecken und in unregelmäßigen Abständen sieht man graue Toilettenhäuschen. Für die Anwohner ein Riesenfortschritt.
Guga s’Thebe – Arts and Cultural Centre: wurde im September 2000 eröffnet. Die Finanzierung dieses einzigartigen Kulturzentrums erfolgte durch die Stadt und das Department of Art der Provinzregierung. Das moderne Gebäude wurde von der Architektin Karen Smuts, in Konsultation mit der Kommune konzipiert. Bei der künstlerischen Gestaltung der Wände wurden Künstler aus dem Township einbezogen. Das Kulturzentrum beherbergt eine Stahldesignerwerkstatt, eine Fotostudie, eine Keramikwerkstatt, eine Schneiderei, einen Austelungssaal, ein Studio für Schauspielkunst und ein Amphitheater (Guga s’ Thebe – Multifunktionelles Kunst- und Kulturzentrum – Washington Avenue – Langa – Tel: 021 6953228)

Nyanga

Der „Mond“ – tauchte nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Stadtplan auf. Nyanga ist im Grunde ein Stadtteil von Guguletu. Es wurde eingerichtet, als die vorherigen Townships aus allen Nähten platzten.

Guguletu:

Guguletu ist Xhosa und bedeutet „Unser Stolz“ - Township der Xhosa. Hier leben hauptsächlich Xhosa, die aus den ehemaligen Homelands Transkei und Ciskei nach Kapstadt gekommen sind, um Arbeit zu finden. Es ist wohl das „bunteste“ und zugleich traditionellste Township von Kapstadt. Hier bemüht sich die Stadtverwaltung besonders um Veränderungen und die Finanzierung neuer Häuser. Ein schwieriges Unterfangen, da es über Jahrzehnte – vernachlässigt von der Apartheids-Regierung – vor sich hin vegetiert hat und nur durch afrikanische Tradition und Lebensformen seine Eigenständigkeit bewahren konnte. Massive Steinhäuser für die schwarze Mittelschicht sind hier schon entstanden.
Ein Überbleibsel der Apartheidszeit sind die Strassenbezeichnungen NY1, NY2, NY3 usw., wobei ‚NY‘ für Native Yard steht, also ‚Eingeborenenbereich‘.

Crossroads

Ein winziges Gebietzwischen M22, M9 und M36, steht auch heute noch für „Slum“. Es entstand, als die Apartheidsregierung beschlossen hatte, keine weiteren Zuwanderer mehr zuzulassen und entsprechend für keine Infrastrukturen mehr sorgte. Den Neuankömmlingen, die in den 1980er Jahren in aufsehenerregenden Situationen immer wieder auf LKW’s geladen und in ihre Homelands zurückgebracht wurden, blieb in dieser Zeit nichts anderes übrig, als immer wieder zurückzukehren. Ein einzigartiger Teufelskreis entstand, denn bei jeder Rückkehr brachten sie noch mehr Freunde und Verwandte mit. Ihre Hütten, die so oft mit Bulldozern niedergewalzt wurden, bauten sie jedesmal wieder auf. Dies geschah natürlich nur sporadisch und mit wenigen Mitteln, denn wussten sie, wann der nächste LKW am? Die Stadtverwaltung tat nichts, um die Menschen zu halten bzw. anzulocken. So gab es hier über viele Jahre keinen Strom, kein fließendes Wasser und auch keine Müllabfuhr. Im Gegenzug schürte diese Politik natürlich immer wieder Unruhen. Die Polizei überwachte den „Schandfleck“ nur von Türmen aus bzw. drang bei Razzien in Armeestärke in Crossroads ein. Man stelle sich einmal vor, dass hier damals bis zu 600000 Menschen gelebt haben. Mittlerweile bemüht man sich aber um geordnetere Verhältnisse, baut die Strassen aus, hat Mini-Bus-Linien genehmigt und legt Wasser- sowie Stromleitungen. Die Strassen, bis Ende der 1990er Jahre noch ohne Namen, sollen ebenfalls bald bekannt werden.
Crossroads ist eines der größten Townships bei Kapstadt und verschrien als einer der gefährlichsten Gegenden rund um die Stadt. Außerdem ist dieses Township eines der ältesten inoffiziellen Siedlungen Kapstadts – es entstand 1975.
Immer noch gibt es Tausende von Buden aus Wellblech, alten Strassenschildern, Holzplanken und Karton, die, eng aneinander gebaut, den heißen Sommern und feuchtkalten Wintern der Cape Flats trotzen. Hier herrscht trotz schwieriger Lebensumstände und fehlender Infrastruktur ein unerschütterlicher Optimismus. Überall finden sich Zeichen einfacher Menschwürde und eines unzähmbaren Überlebenswillens: kleine Gärten gedeihen in dem fast unfruchtbaren Boden, saubere gebaute Hütten bieten einfaches Obdach. Ein schnörkelloser „Cash Store“ verspricht Sonderangebote, und eine Gemeinde-Vorschule ermöglicht Kleinkindern einen wichtigen Start ins Leben. Der Spielplatz in Crossroads besteht aus einer Schaukel ohne Sitze, einer runden Platte die sich drehen lässt und einem Klettergerüst mit nur noch einer Handvoll Sprossen. Alles ist rostig und mit einer dicken, staubigen Schmutzschicht überzogen.

Khayelitsha:

Khayelitsha ist Xhosa und bedeutet „Neue Heimat“. Dieses neuste Township liegt bereits 25 km von Kapstadts Innenstadt entfernt. Es ist nicht zu übersehen – von der Strasse zum Flughafen. Hier hat man sich bemüht, von Anfang an eine Struktur aufzubauen, die Geschäftszentren, Kirchen, Schulen, asphaltierte Strassen u.a. mit einschließt. Das ist zwar auch nicht in allen Bereichen gelungen, doch wirkt Khayelitsha um einiges „moderner“. Trotzdem: Holz- und Blechhütten gibt es schon wieder zu Genüge, und täglich kommen neue hinzu. Die Landflucht ist auch hier nicht zu bremsen. Geplant wurde die Stadt zuerst für 40000, dann für 150000, schließlich für 500000 Menschen. Doch heute geht man bereits von über 1 Million Einwohnern aus ... Das sind natürlich nur Schätzungen, denn wie will man die wirkliche Zahl erfassen? Die Hälfte der Einwohner lebt also wieder in Hütten aus Wellblech und Holzresten (Tendenz: zunehmend), und die Arbeitslosenrate liegt bei 75%. In Khayelitsha wird die Misere am deutlichsten. Obwohl die Verwaltung mit aller Kraft versucht, von Grund auf geordnete Verhältnisse zu schaffen, droht ihr wieder alles aus den Händen zu gleiten. Der Zuzug aus den noch benachteiligteren Regionen Südafrikas, auf der Suche nach Arbeit, nimmt stetig zu, und es bleibt abzuwarten, ob sich Südafrikas Townships in absehbarer Zeit wieder zu Unruheherden entwickeln werden, wenn auch jetzt vorwegend aus wirtschaftlichen Gründen.
Kayelitsha ist das farbige Pendant zum schwarzen Crossroads.
Friseursalon „Lista“
Im Friseursalon „Lista“ mit Minitraverne ist die kleinste Bar der Welt untergebracht. Obwohl sie nur einen Tisch und ein paar Stühle hat, finden sich hier an manchen Wochenenden bis zu 60 Gäste ein. Im Obergeschoss stehen drei Friseure zur Rasur und zum Schneiden der allerneuesten Frisuren bereit. „Lista“ erlangte internationale Berühmtheit, als es 1996 Gegenstand eines deutschen Fernsehberichts war.

Mitchell’s Plain:

Das größte, ehemalige farbige Township. Es wurde 1947 gegründet und zählt mit 250000 Einwohnern zu den größten Siedlungen am Kap. Heute leben zum größten Teil Farbige hier. Hierhin wurden unter anderem viele Menschen aus dem District Six zwangsumgesiedelt.
Mitchell’s Plain galt lange als „Vorzeige“-Township, da hier das Leben geregelter ablief. Das lag natürlich an vielen Dingen, wie z.B., dass in Mitchell’s Plain ganze Familien siedeln konnten, denn die Farbigen waren oft von der Regelung ausgeschlossen, dass Nichtweiße nur östlich des des Fish River siedeln durften. Trotzdem gingen in den Zwangsumsiedlungen viele Strukturen kaputt, und heute ist die Kriminalitätsrate in Mitchell'’ Plain, besonders wegen der vielen Jugendgangs, recht hoch.

Athlone:

Athlone zählt zu Kapstadts ältesten Vorstädten. Einst berüchtigt wegen seiner zahlreichen Anti-Apartheids-Unruhen, ist heute friedlich und gilt selbst bei den Weißen als das „Vorzeige-Township“. Das mag natürlich auch daran liegen, dass hier eine alte Bausubstanz erhalten geblieben ist und sich mittlerweile kleinere Firmen in Athlone niederlassen. Hier wohnt vor allem die farbige Mittelschicht.
1985 wurde das Township zum Synonym für den Widerstand gegen die Apartheid. Es kam zu bürgerkriegsähnlichen Situationen, ein Polizist benutzte scharfe Munition gegen steinwerfende Jugendliche. Bekannt wurde die Affäre „Trojanisches Pferd“, Polizisten versteckten sich hinter Kisten auf einem LKW, als dieser sich in der Mitte einer Demonstration befand flogen die Kisten zur Seite und die Polizisten schossen wahllos in die Menge der Flüchtenden.

Rylands:

Rylands war lange kein eigener Stadtteil, aber das „Areal“ direkt östlich von Athlone galt schon immer als Wohngegend der Süd-Asiaten, vor allem der Inder. Viele haben sich mit kleinen Geschäften niedergelassen. Hier leben auch viele Moslems. Moslems und Hindus verstehen sich hier sehr gut und leben friedlich nebeneinander. Ein Tempel steht direkt neben einer Moschee. Eine Gruppe von Moslems diskutiert im Schatten des Tempels
Viele Bewohner hier lebten früher im District Six

„Government Houses“ / „Low Cost Häuser“:
„Besserer“ Teil des Townships; winzig kleine, von der Regierung gebaute Steinhäuser, in denen es sogar Strom, ein Waschbecken und eine Toilette gibt (Für Strom ist allerdings meist kein Geld da)
Als der ANC 1994 die Regierung übernahm, versprach Nelson Mandela, mit einer Million „Low Cost“ Häusern die größte Wohnungsnot zu lindern. In seiner Abschiedsrede vor dem südafrikanischen Parlament 1999 zog er die Bilanz, dass mit 700000 gebauten Häusern das Ziel nicht ganz erreicht wurde. In den Townships Kapstadts sind im Rahmen dieses Programms durch das „Housing Department“ der Stadt Kapstadt, dem nur ein Teil der Townships untersteht, im Zeitraum 1995 bis 2001 ca. 4000 „Low Cost“ Häuser mit einer Größe zwischen 27 und 30 qm entstanden. Die Fortsetzung ist geplant.
Anrecht auf ein Haus hat, wer in einer Warteliste eingetragen ist und nicht mehr als 3000 Rand monatlich verdient. Je nach Einkommen muß sich der Antragsteller an den Baukosten mit bis zu insgesamt 20300 Rand beteiligen, der Rest wird vom Staat übernommen





„Informal Houses / Shacks“:
„Squatter Camps“ sind die Elendsviertel, Shacks, so weit das Auge reicht. Squatter Camp lässt sich mit Hausbesetzerlager übersetzen, was es nicht ganz trifft, denn es werden keine Häuser besetzt sondern Land. Dies hat eine lange Tradition und ist für die Stadtverwaltung Kapstadts eines der größten, kaum lösbaren Probleme Schätzungen zur Folge lebem in hier ca. eine Million Menschen und täglich strömen mehr in die Gebiete um Kapstadt, neue Shacks schießen wie Pilze aus dem Boden. ie Architektur ist abwechslungsreich und farbenfroh. Sie wird dadurch bestimmt, wieviel Geld und welche Baumaterialien zur Verfügung standen und wie lange der Hausherr schon an diesem Platz wohnt. Wer länger hier lebt baut nach und nach und Stück für Stück etwas an seine Hütte an oder setzt sogar ein Stockwerk drauf.

„Reihenhäuser“:
Sind nur in den älteren Townships wie Langa und Guguletu anzutreffen und bilden historisch gesehen den Ausgangspunkt der kapstädter Townships. Sie entstanden in den 20er- bis 40er Jahren des vergangegen Jahrhunderts. Nach einem 1923 erlassenem Gesetz wurden die Schwarzen aus denen von ihnen illegal errichteten Siedlungen vertrieben und von der Regierung in spoeziell errichtete Reihenhaussiedlungen gebracht – die Townships in ihrer heutigen Form waren geboren. Für die Menschen verbesserten sich zwar die Wohnverhältnisse, aber sie hatten nun eine Miete an den Staat zu zahlen, was vielen schwer fiel.
Nach Beendigung der Apartheid übergab die Regierung diese Reihenhäuser an die Bewohner die nun Eigentümer der Häuser sind und verantwortlich für die Instandhaltung. Die Wohnverhältnisse sind sehr beengt. Oft leben 5- bis 8-köpfige Familien auf 20 maximal 30 qm Wohnfläche.

„Hostels“:
Für Wanderarbeiter wurden früher Wohnheime in den Townships gebaut (Hostels), in denen sie unter menschenunwürdigen Bedingungen lebten. 10 – 12 Männer waren in Räumen von kaum 30 qm untergebracht, die sanitären Anlagen bei weitem nicht ausreichend. Unter diesen Lebensbedingungen standen Konflikte, Alkohol und Gewalt auf der Tagesordnung. Nach Beendigung der Apartheid und Aufhebung der entsprechenden Gesetze, holten die ehemaligen Wanderarbeiter ihre Familien aus den Homelands in die Townships. Jetzt leben hier oft ganze Familien in einem Raum, die Eltern schlafen im Bett und die Kinder auf dem Fußboden, mitunter können die Kinder erst schlafen gehen, wenn die Eltern im Bett sind. Mit Hilfe von Geldern der deutschen Regierung wurde in Langa begonnen, die alten, verwahrlosten Hostels zu modernisieren und zu farbenfrohen „Apartmenthäusern“ umzuubauen. Ein Apartment besteht aus 4 kleinen Räumen und einr Toilette, auf dem Flur gibt es Wasser und eine Kochecke.

„Township-Villen“:
In den Twonships bildet sich langsam eine Mittelschicht heraus. Sie kann es sich leisten, in kleinen schmucken Häuschen zur Miete zu wohnen oder selbst Häuser mit hohem Standard zu bauen. In den Villenvierteln der Kapstädter Townships leben Angestellte, Selbständige, Ärzte und Unternehmer. Die meisten könnten sich auch in anderen Stadtteilen niederlassen, ziehen es aber vor, in ihrem Wohngebiet zu bleiben,
denn auch hier greift Ubuntu. Oft sind sie sehr engagiert in ihren Kommunen.

„Steambread“
– besteht aus Mehl, Wasser, Hefe und vielleicht ein wenig Salz oder Zucker und wird mangels Backofen in Wasserdampf als Ersatz für richtiges Brot „gebacken“

„Umgqombothi“
– traditionelles Bier (nur den Männern ist Alkohol erlaubt; die Frauen brauen es).
Das milchig, trübe Bier ist nicht nur preiswert, sondern auch sehr nahrhaft. Umgqombothi trinken ist ein Ritual.
Hoher Gehalt an Maismehl (ist somit sehr nahrhaft und stellt für Sheeben-Besucher oft die einzige Nahrung für den Tag dar).
Dieses Bier wird nur frisch zubereitet genossen, abgefüllt in Flaschen oder Dosen kann man es nicht finden
Zubereitung am Kap: feines Maismehl, gekeimte Maiskörner (getrocknet und zerstampft) und Malz Sorogum (tropische Hirsesorte) werden gemischt, mit lauwarmen Wasser angerührt und an einen warmen Platz gestellt. Nach einem Tag wird es aufgekocht. Nach dem Abkühlen wird erneut Umthombo (Malz Sorogum) zum Fermentieren hinzugesetzt. Man lässt es dann 1 bis 3 Tage stehen, abhängig von der Außentemperatur, die den Fortgang der Gärung bestimmt. Nach Beendigung des Gängsprozesses wird das Bier durch ein geflochtenes, schlauchartiges Sieb, das Intlozo, geseiht. Es muß noch ca. 1 Stunde ruhen, bevor es ausgeschenkt werden kann.
Wer Geld hat kauft einen Eimer Umgqombothi, 4 Liter, für 8 Rand. Wer nicht soviel besitzt, wirft das, was er hat, in einen Holzring auf den Boden, wenn 8 Rand zusammen gekommen sind, geht die Barfrau zum Fass und füllt den Einmer. Derjenige, der als letztes eine Münze beigesteuert hat, trinkt zuerst. Der nimmt den Eimer, schüttelt ihn etwas, um die besten Bestandteile des Bieres nachoben zu bekommen, wischt sich die Lippen, dreht den Einmer ein wenig um beim Trinken eine andere Stelle zu erwischen als sein Vorgänger und setzt schließlich den Eimer zum großen genüßlichen Schluck an. Danach wird er an den rechten
Nachbarn weitergereicht, unabhängig, ob er sich finanziell beteiligt hat

„Shebeen“
– typische Traverne (Pup). Während der Apartheid war es Schwarzen verboten eine Bar zu führen, so entstanden illegale Bars, die Sheebens. Sie erfülten und erfüllen noch immer eine besondere soziale Funktion in den Townships. Die einfacheren Sheebens sind eine kleine Bretterbude mit alten Kisten als Sitzgelegenheit. Einziges Getränk, das traditionelle Umgqombothi, von den Barfrauen persönlich in großen Fässern hinter der Hütte gebraut. Man trifft sich im Sheeben und setzt sich auf eine Kiste oder kniet sich hin, niemals wird im Stehen getrunken. Die feineren Sheebens findet man unvermutet in normalen Wohnhäusern. Sie unterscheiden sich von außen durch nichts von den Nachbarhäusern. Die gute Stube ist um gebaut zur Bar. Es wird Black Lable aus der 1 Liter Flasche getrunken, eine
Spezialabfüllung. Zu besonderen Anlässen wird Umbqombothi gebraut. Während der Apartheid waren die Sheebens oft geheimer Versammlungsort. Die Mitglieder des ANC trafen sich in den illegalen Bars, um die nächsten Schritte und Aktionen zu besprechen. Heute sind sie von den Behörden, bei denen die Bekämpfung des Alkoholismus in den Townships einen Schwerpunkt bildet, nur geduldete Treffpunkte, bei der Bevölkerung aber erfreuen sie sich weiterhin sehr großer Beliebtheit

„Tavernen oder Bars“
sind die offiziellen Nachfolger der Sheebens, im Unterschied zu diesen erkennt man sie an den bunten Reklamen. Viele Tavernen bieten neben Getränken auch ein kleines Angebot von Lebensmitteln an, so dass man auch in tiefster Nacht das Nötigste bekommt. Wie die Sheebens sind auch sie sozialer Treffpunkt. Besonders am Freitagabend, wenn alle Arbeiter ihren Wochenlohn erhalten haben, sind sie übervoll.

„Restaurants“
Das Angebot reicht von original Xhosa- über Kapmalaien- bis zur Townshipcousin

„Märkte“
Die meisten Märkt findet man nahe größerer Busbahnhöfe und Metrostationen, der geschäftigste Tag ist der Samstag. Der Nyanga-Markt ist der größte und bunteste, der interessanteste unter den Townshipmärkten Kapstadts. Ob für den Lebensunterhalt oder Zugewinn, diese Bürgersteigunternehmen stellen eine wichtige Einkommensquelle dar, besonders für die Bewohner der inoffiziellen Siedlungen

„Spaza Shop“
Während der Apartheid-Ära unterbanden die Behörden im allgemeinen jegliche wirtschaftliche Betätigung in den Townships; seit dem Regierungswechsel 1994 jedoch sind bessere Zeiten für diejenigen angebrochen, die am Rande der offiziellen Wirtschaft gestanden hatten, denn es gehört nun zur Landespolitik, die Gründung kleiner und mittlerer Unternehmen anzuregen. Diese Gelegenheit wissen unabhängige und kreative Unternehmer in nahezu allen inoffiziellen Ansiedlungen Kapstadts auszunutzen, und es gibt kaum eine Straße ohne einen eigenen „Spaza Shop“, die man oft an den einfachen aber farbenfrohen Werbeschildern erkennt. Die Preise sind zwar nicht immer wettbewerbsfähig, aber bezahlt man sie lieber, als ein Taxi zum nächsten Kettenladen nehmen zu müssen, der bis zu 30 km entfernt liegen kann. In Khayelitsha herrscht dem Taxistand gegenüber ständiger Betrieb auf der Strasse, denn hier gibt es plötzlich eine ganze Reihe „Spaza Shops“ und Strassenhändler. Diese Geschäftszeile zieht Scharen von Pendlern an, die hier täglich auf ihrem Weg in die oder aus der Stadt per Kleinbustaxi vorbeikommen, ein Wirtschaftszweig, der sich ebenfalls im inoffiziellen Sektor entwickelte. Der Überlebenswille und ein zäher Geist sind Attribute, die all diese einfallsreichen Unternehmer verbindet.
„Spaza“ ist ein Wort aus der Xhosa-Sprache, bedeutet „Imitation“ und wird allgemein zur Bezeichnung eines Ladens verwendet. „Spazas“ sind meistens einer Wohnung angeschlossen und stellen den einfallsreichen Schritt zum Unternehmertum dar, da sie ihren Besitzern nicht nur eine Existenz, sondern auch Stolz und ein Gefühl der Unabhängigkeit bieten.
Die Damenschneiderei ist ein häufiges Betätigungsgebiet und die Kleidungsstücke, die bis zu 80 Rand kosten, werden entweder auf Bestellung gemacht oder können von der Stange gekauft werden

„Bürgersteig-Metzgereien“
Khayelitshas Metzgereien mögen etwas provisorisch wirken, sie sind jedoch genau auf die Bedürfnisse ihrer Kundschaft zugeschnitten. Die Auswahl des Angebots – vom etwas teuereren Lamm- und Rindfleisch bis hin zu relativ kostengünstigen Würsten, Hühnern und Innereien – ist beachtlich, und es steht den Kunden frei, ihre eigene Mahlzeit gleich über einem offenen Feuer oder den glühenden Kohlen zuzubereiten. Stammkunden können anschreiben lassen, andere wiederum lassen sich jeden Monat alles frei Haus liefern. Die Schlachttiere werden gewöhnlich von Farmen in der Umgebung gekauft, wobei manche Standinhaber auch ihr eigenes Schlachtvieh züchten
Standinhaber und Kunden sind am „Braai“ (Grill) beschäftigt, wo Stücke frischen Fleisches über heißen Kohlen brutzeln. Bürgersteig-Metzgereien werden in vielen inoffiziellen Ansiedlungen betrieben. Häufig billiger als ihre kommerziellen Gegenstücke, sind diese „Spaza Shops“ meist lukrative Einnahmequellen und schaffen eine ganze Reihe von Arbeitsplätzen, denn die Tiere müssen transportiert und geschlachtet werden, es sind Lieferungen zu machen und die Kunden zu betreuen.

Allein sollte man sich in kein Township begeben! Besonders empfehlenswert sind die außerordentlich gut gestalteten Touren von Grassroute Tours. Die Organisation stellt wirklichen Kontakt zu den Bewohnern her und engagiert sich in sozialen Projekten.

Re: Cape Town die Erste

Matthias - 03.02.2005, 20:19
Da hat sich einer mühe gamcht nicht schlecht!!!
TAFELBERG / TABLE MOUNTAIN

Der Tafelberg, den die Khoikhoi „Hoeri `kwaggo“ („Meeresberg“) nannten, bescherte alle, die sich an seinem Fuße niederließen, seit jeher großzügig. Seit der Ankunft der ersten vorgeschichtlichen Völker vor etwa 700000 Jahren boten Berg und Meer ständig allen Siedlern Nahrung und Schutz. Heutzutage wacht der Tafelberg, einer der weltweit ältesten Berge, über Kapstadt.
Erstmals erklomm im Jahr 1503 der Portugiese Antonio de Saldanha, der sich nach einem Navigationsfehler einen besseren Überblick verschaffen wollte, Kapstadts Hausberg. Von diesem Seefahrer erhielt der Berg auch seinen Namen
Er ist bei gutem Wetter noch in 200 km Entfernung vom Meer aus zu sehen – immer ein Zeichen der Hoffnung: auf Wasser, Lebensmittel und Schutz nach lngen Wochen auf See.
Der Tafelberg scheint wie ein Leuchtfeuer den Weg in den schützenden Hafen zu weisen. Für frühe europäische Reisende stellte der Berg die langersehnte Station auf halbem Wege zwischen der Heimat und dem Osten dar. Hier konnte man die Vorräte auffüllen und Vorbereitungen für den letzten Teil der Reise treffen.
Den Tafelberg umgab schon immer spirituelle Bedeutung, und einige esoterische Philosophien betrachten ihn als mächtige Weltenergiestätte, eines der vier Elemente, die Erde, verkörpert.

Wahrzeichen der Kap-Halbinsel

Der Tafelberg, ein Bergmassiv aus Granit, Sandstein und Schiefer ist 1086 m hoch. Sein flacher Rücken mißt von einem Ende zum anderen nahezu 3 km. 60 qkm großes Tafelbergmassiv. Die Flora des Tafelbergs gehört zum einzigartigen „Fynbos-Königreich der Pflanzen“, das mit 1470 Arten (mehr als in ganz Großbritanien) vertreten ist, darunter allein 100 verschiedene Iris-Arten, 500 Erika-Gewächse, zahlreiche Proteenarten und seltene Pflanzen wie Silberbaum oder die wilde Orchidee.
An Tieren leben am Tafelberg die possierlichen Klippschliefer, Felsenadler, Paviane und Antilopen, aber auch Kobras und Puffottern! Nachts kommen Wüstenluchse, Ginsterkatzen und Stachelschweine aus ihren Verstecken.
Der Tafelberg erhält wegen seiner exponierten Lage sehr hohe Niederschläge, ohne die kaum eine Wasserversorgung des Ballungsraumes möglich wäre.
Im Osten wird die Steilwand des Tafelbergs abgeschlossen durch den 1000 m hohen Devil’s Peak, im Westen in einer breiten Senke vom sehr viel niedrigeren Lion’s Head (669 m), der über einen schmalen Rücken im Signal Hill (350 m) ausläuft. im Westen erhöhen sich im Rücken des Tafelbergs die Höhen der 12 Apostel über den Stränden von Camps Bay.
Der Bergsattel zwischen Tafelberg und Devil’s Peak ist als Saddle, der Sattel, bekannt.
Der höchste Punkt des Tafelbergplatteaus ist die Maclear’s Bake im Osten (1086 m). Diese Bake trägt den Namen des enflischen Königlichen Astronomen Sir Thomas Maclear, der zur Landvermessung am Kap weilte. Er erreichte hier die erste Bake im Jahr 1844, die vom Observatorium, der Kapspitze und Robbeninsel sichtbar war.

Seilbahn
Die Idee, ein öffentliches Transportsystem auf den Gipfel des Tafelberges zu legen, wurde erstmals vor dem Ersten Weltkrieg erörtert, und 1913 stellte der Stadtrat auf Anraten eines Schweitzer Sachverständigen für Bergbahnen die Mittel für eine Seilschwebebahn bereit, die an der Platteklip-Schlucht hinaufführen sollte. Der Krieg und die darauf folgende Weltwirtschaftskrise verzögerten das Vorhaben allerdings, bis schließlich 1926 die „Table Mountain Aerial Cableway Company“ gegründet wurde. Im Aufsichtsrat saßen unter anderen Sir David Oppenheimer, Sir David Graaff und Sir Alfred Hennessy. Der Bau begann 1927, entworfen vom norwegischen Ingenieur T.Strömsee, und 1929 konnte die erste offizielle Fahrt stattfinden (am 4. Oktober 1929). Die alte Seilbahn bestand aus zwei Gondeln, die sich gegenseitig ausbalancierten, und von denen jede bei der fünfminütigen Berg- oder Talfahrt 27 Fahrgäste aufnehmen konnte. Die Seilbahn wurde von einem Dieselmotor in der Bergstation betrieben und war mit einem automatischen Bremssystem ausgerüstet. Bis 1965 gab es keine Sprechfunkverbindung zwischen den Gondeln und den Stationen. Bei starkem Wind wurde die Einfahrt der Gondeln in die Stationen schwierig, so dass man den Betrieb schließen musste. Bei einer Wetterverschlechterung warnte eine Sirene die Fahrgäste auf dem Gipfel, und sie mussten unverzüglich wieder ins Tal fahren. Die alte Seilschwebebahn erwies sich als außerordentlich zuverlässig: Im Laufe ihrer 68 Jahre währenden Dienstzeit beförderte sie über 11 Millionen Fahrgäste ohne einen einzigen Unfall.
Die Seilbahn wurde 1997 renoviert, um die zunehmende Zahl der Gäste bewältigen zu können. Die neue Anlage ist sicherer, schneller und weniger windanfällig als die vorherige, sie verfügt über runde Gondeln mit hervorragendem Rundumblick, von denen jede 65 Fahrgäste aufnehmen kann. Aufzüge an beiden Stationen trennen die Fahrgäste bei Ankunft und Abfahrt und verringern so Staus. Die Sicherheitsvorkehrungen schließen Seilbremsen ein, welche die Gondeln notfalls fest am Tragseil verankern, sowie Seilwinden, mit deren Hilfe die Fahrgäste sicher auf den Boden gelangen können. Der Maschinenraum befindet sich jetzt in einem Glasbau in der Talstation, wo die laufenden Maschinen für Besucher zu sehen sind.
Jährlich „gondeln“ über 500000 Menschen mit der Drahtseilbahn auf den Tafelberg. In der Hauptsaison kommt es immer wieder zu Verkehrsstaus, schon weit vor der Talstation. An der Kasse meist langes Anstehen. Auch die Wartezeiten bei der Runterfahrt kurz nach Sonnenuntergang sind lang. Wer vorhat auf dem Berg bis zum Abend zu bleiben sollte unbedingt eine Jacke mitnehmen, da oben oft ein eiskalter Wind weht. Die Gondel fast max. 65 Personen, sie benötigt etwa 4 Minuten für die Auffahrt (10m / sec), und dabei dreht sie sich um die eigene Achse – 360-Grad-Blick auf Kapstadt und den Tafelberg. Die Strecke ist ca. 1200 m lang
Lower Cable Station ist die Talstation und die Upper Cable Station ist die Bergstation.
Fahrbetrieb: Mai – Januar ab 8.30 Uhr, letzte Talfahrt1. November – 30. November 21 Uhr

Aussichten
Auf den neu angelegten Wanderpfaden kann man schön herumspazieren und die Aussichten genießen. Nach Süden erstreckt sich die Kap-Halbinsel, am südöstlichen Rand liegt die False Bay und nach Norden verläuft das Küstenband des Atlantiks (mit Robben Island und Dassen Island). An klaren Tagen kann man im Westen über die Cape Flats bis zu den Hottentots Holland Mountains sehen.
Ein Weg führt zum höchsten Punkt, zum Maclear’s Beacon (2,5 km). Überreste von Reservoirs erinnern an die Rolle des Plateaus zur Trinkwasserversorgung.

In den warmen Sommermonaten ziehen sich langsam Wolken über dem Tafelberg zusammen.
Durch den starken Wind (Southeaster) klettert die mit Feuchtigkeit beladene Luft am Berg hinauf und legt sich abgekühlt als „Tablecloth“ – „Tischtuch“, über den Berg. Vom Berg fallen die durch den kondensierenden Wasserdanmpf entstandenen Wolken in weißen Fingern ab und verflüchtigen sich in der Wärme, bevor sie den Grund erreichen. Durch den starken Wind werden die Wolken nicht in die Höhe getrieben, sondern dicht über das Platteau gedrückt

Wandern
Generell braucht man eine gute Kondition für den Aufstieg und genügend Wasser
Über 300 verschiedene Routen führen nach oben – von der anstrengenden Wanderung bis zum reinen Bergsteiger-Trip. Saumpfade umringen den Berg. Von Constantia Nek führen die Wege durch den Wald nach Kirstenbosch, von dort weiter in Richtung Teufelsspitze, wo sie auf der geteerten Tafelbergstrasse münden, bis zur unteren Seilbahnstation. Die Gesamtlänge der Pfade misst etwa 45 Kilometer, ungefähr zwei Drittel des Umfangs vom Berg.
Die Platteklip Gorge /Mclear’s Beacon Trail ist eine der beliebtesten Wanderrouten, die auf den Berg führen.
Er beginnt ca. 2 km östlich der Talstation an der Tafelberg Road und hat steile, aber zu bewältigende Abschnitte. Ihm folgte bereits Antonio de Saldanha.
Pipe Track (Rohrenpfad): 7 km lang, beginnt bei Kloof Corner, der unterhalb der Zwölf Apostel verläuft. Dieser Weg gilt als der am wenigsten anstrengendste.1
Smuts Track: „Lieblingswanderroute“ von Jan Smuts: führte durch die Skeleton Gorge bei Kirstenbosch zum Gipfel. Dieser Aufstieg ist der schnellste. Es müssen aber einige Holzplanken, -leitern und –stufen bewältigt werden und der Weg ist nicht an allen Stellen fest. Somit ist dieser Wanderweg nur bei trockenem Wetter zu empfehlen und auch nicht für den Abstieg, da es dann schwierig werden kann, auf den Holzleitern zu balancieren.
Das Plateau: Von hier aus bietet sich ein grandioser Blick auf den Hely-Hutchinson-Stausee und die Rückseite des Tafelberges, südlich auf False Bay und Cape Point.
1947 begleiteten König George V. und Elisabeth I. (die spätere Queen Mum) Premierminister Smuts auf einer Wanderung.

Klippschliefer
Ein häufiger Anblick auf dem Tafelberg sind die Klippschliefer oder „Dassies“, kleine gesellig lebende Tiere, die wie Nager wirken, jedoch dem Elefanten näher verwandt sind. Diese Tiere, meist in Kolonien von bis zu 50 Tieren auftretend, sind schnelle Fresser und grasen unter einer Stunde am Tag. Da ihre Fähigkeit zur Regulierung der Körpertemperatur schwach ausgebildet ist, verbringen sie den größten Teil des Tages auf den warmen Felsen liegend; bei extremen Temperaturen jedoch bleiben sie im Bau. Bei Gefahr suchen sie rasch Schutz, wobei sie behende über die Klippen huschen, auf denen die versteinerten Spuren von 400 Millionen Jahre alten Meereslebewesen vom hohen Alter des Tafelbergs zeugen.


KIRSTENBOSCH NATIONAL BOTANICAL GARDEN

Kirstenbosch blickt vom Osthang des Tafelberges aus auf die False Bay und die Kapebene. Der Garten ist vorwiegend einheimischen Pflanzen gewidmet, meistens aus Gebieten mit Winterregen, doch gibt es auch viele widerstandsfähige Arten aus anderen Landesteilen. Der sorgfältig angelegte Park verfügt unter anderem über einen Duftgarten, einen mit Blindenschrift ausgeschilderten Pfad, auch mit Zykadazeen, Aloen, Euphorbien, Erika und vielen Silberbaumgewächsen. bestandene Anlagen. Ein Teil ist besonders den „Muti-Pflanzen“ bestimmt, die von traditionellen Heilkundigen („Sangomas“) verwendet werden. Ausgeschilderte Wege führen den Besucher durch die umliegenden Wälder und Fynbos-Gebiete
Das Gebiet, indem jetzt der Botanische Garten liegt, war früher mit Yellowwood und Silberbäumen bewachsen. Im Jahre 1660 pflanzte Jan van Riebeeck eine Bittermandelhecke an der Grenze des Gebiets, das die Holländisch-Ostindische Kompanie für sich beanspruchte. Somit sollten die Viehdiebe der Khoikhoi, die über den Constantia Nek aus Hout Bay kamen, ferngehalten, das Vieh jedoch festgehalten werden. Van Riebeeck ließ auch viele Bäume für den Schiffsbau und andere Bauarbeiten fällen, und das gerodete Areal gebrauchten die Farmer als Weide. Das Land wurde 1795 schließlich von J.F.Kirsten aufgekauft, einem leitenden Beamten der Holländisch-Ostindischen Kompany, und später nach ihm benannt. Hendrik Cloete (Eigentümer von Groot Constantia) erbte 1853 Kirstenbosch. Er setzte die Rodung der einheimischen Bäume fort, worauf er Weinstöcke und Eichen aufzog. Cecil Rhodes kaufte 1895 Kirstenbosch und pflanzte Kampferbäume, Eukalyptus und Kiefern. Nach Rhodes Tode 1902 wurde Kirstenbosch dem Staat hinterlassen und 1913 offiziell zum Nationalen Botanischen Garten erklärt

Die einheimischen Pflanzen Kirstenboschs umfassen zwei der insgesamt sechs Haupteinheiten der Welt: die Paläotropis, welche die Arten fast ganz Afrikas unterhalb der Sahara einschließt, sowie das Kap-Florenreich die kleinste Arealeinheit, welches die Pflanzen des Winterregengebietes am Kap umfasst.
Die ersten Leiter von Kirstenbosch versuchten diese Landschaft so wiederherzustellen, wie sie vor dem Fällen der Bäume, der Beweidung durch Vieh, dem Weinanbau sowie der Einschleppung von Fremdpflanzen seit der Ankunft der Europäer gewesen war.
Insgesamt sieht man etwa 9000 verschiedene Pflanzenarten (4000 einheimische Pflanzen) auf 528 Hektar Land, das von wunderschönen kleinen wegen durchzogen ist, die grandiose Ausblicke gewähren. 360000 qm sind kultiviert, der Rest (90%) sind von natürlichen Fynbos und Wald bedeckt. Die Gärten, mit ihren Proteen, Palmfarnen, Erikagewächsen und blühenden Büschen und Bäumen sind zu jeder Zeit sehenswert.
Der wilde Teil des Gartens reicht bis auf das Platteau des Tafelbergs hinauf und ist in den Schluchten mit den Resten des afrikanischen Regenwalds bewachsen.
Alle Wege im Botanischen Garten sind ausgeschilder.
Der Garten liegt von 100 m bis über 1000 m hoch.

Colonel Birds Bad
Dieses in Vogelform angelegte Becken mit seinem kristallklaren Wasser wurde 1811 von Oberst Christopher Bird gebaut, dem damals der obere Teil Kirstenboschs gehörte. Das Becken steht an einer Stelle, wo sich vier Quellen treffen, und heißt Colonel Birds Bad, nicht Lady Anne Barnards Bad, wie es gelegentlich irrigerweise genannt wird – die Barnards besaßen zwar in der Nähe ein Landhaus, verließen das Kap jedoch 1802, bevor das Bad gebaut wurde
Harold Pearson, der erste Direktor der Anlagen, ist oberhalb von Colonel Bird’s Bath begraben.

Conservatory
Das Glashaus mit dem Boabab in der Mitte zeigt alle Landschaftsformen Südafrikas, von üppigen Küstenwäldern zu alpinen Gegenden.

Camphor Avenue
Die Strasse führt durch die Allee knorriger Kampferbäume. Die Kampfer-Allee pflanzte Cecil Rhodes Ende des 19.Jahrhunderts, um sein Ferienhaus in Muizenberg mit seinem Groote Schuur Anwesen zu verbinden
Rhodes ließ die Bäume aus Südostasien importieren und anpflanzen.

Hecke aus Wilden Mandelbäumen
Unspektakulär ist aus botanischer Sicht die Hecke aus Wilden Mandelbäumen, die der Kommandeur Jan van Riebeeck 1660 anlegen ließ. Historisch betrachtet war sie die erste räumliche Barriere zwischen der weißen und der farbigen Bevölkerung am Kap.

Duft- und Kräutergarten
Der Garten spricht mit seinen Aromen den Geruchssinn an und viele Schmetterlinge flattern hier herum.

Blindenweg
An einem Führungsseil können Sehbehinderte das Waldgebiet erkunden. Schilder in großer und Brailleschrift beschreiben die Pflanzenarten, die an dem 470 Meter langen Weg wachsen.
Themengärten
In verschiedenen Themengärten wachsen Heil- und Nutzpfanzen. Auf Tafeln wird über ihre Verwendung und Anwendung informiert.

Yellowwood Trail
Wer noch ein bischen spazieren gehen will, folgt dem Yellowwood Trail in den nordwestlichen Teil von Kirstenbosch. Von hier aus startet die Wanderung zum Platteau des Tafelbergs über die Skeleton George.

Zykadazeen
Das Wäldchen mit Zykadazeen nahe dem Colonel Birds Bad im unteren Teil Kirstenboschs wurde von Professor Harold Pearson angelegt, dem ersten Leiter des Nationalen Botanischen Gartens. Er sammelte 500 Exemplare aus anderen Landesteilen, hauptsächlich dem Ostkapland. Die Anpflanzung der Zykadazeen begann 1913 und stellt somit Kirstenboschs älteste lebende Pflanzensammlung dar, wobei das Alter einiger Gewächse auf 1000 Jahre geschätzt wird. Da die Sammlung in der Form eines Amphietheaters angelegt wurde, beschwört sie eine vorgeschichtliche Zeit herauf, in der Zykadazeen die üppige Vegetation verschönten

Mandelas Gold
Vor fast zwei Jahrzehnten trat im Botanischen Garten Kirstenbosch zufällig eine seltene goldgelb gefärbte Mutante der Paradiesvogelblume auf, die man danach weiterzüchtete und schließlich 1996 vorstellte. Als „Mandelas Gold“ ist sie dem südafrikanischen Präsidenten gewidmet, dessen Stammheimat in den Tälern des Ostkaplandes liegt, der Heimat dieser Blume.


Signal Hill

350 m hohe Erhebung
Überschaut die Vororte Mouille Point, Sea Point und Green Point
Von Montag bis Samstag hallt in der Stadt täglich um 12 Uhr mittags der dumpfe Knall einer 18pfünder Kanone wider, die zur Lion-Betterie am Signal Hill („Signalhügel“) gehört. Diese Tradition begann 1807, als man es vorbeisegelnden Schiffen ermöglichte, auf diese Weise die Genauigkeit ihrer Chronometer zu überprüfen. Ursprünglich war die „Mittagskanone“ Teil der Imhoff-Batterie im Kastell, wurde aber 1902 zur Lion-Batterie verlegt. Sie ist eine der fünf in Kapstadt überiggebliebenen 18pfünder, die zur Regierungszeit von König Georg III. (1760 – 1820) in England gegossen wurden. Während der zwei Weltkriege legte man beim Abfeuern der „12-Uhr-Kanone“ zum Gedenken der Soldaten an der Front zwei Schweigeminuten ein.
Die Kanone ist heute gekoppelt mit Kapstadts Atomuhr. Die Kanone steht unterhalb des Gipfels am Hang und trägt das Monogramm des englischen Königs Georg III. Sie wurde in Nassau / Bahamas gegossen und ist auf einem festen Fahrgestell montiert.
Aber die Namensgebung beruht vielleicht auch auf einer älteren Tradition. In den Tagen der Holländischen Gesellschaft, stand eine kleine Hütte auf dem Bergkamm zwischen dem Tafelberg und dem Signalberg. Sie bot zwei Wachtposten Schutz, deren Aufgabe es war, die Feste sofort zu alamieren, sollten sich Schiffe der Bucht nähern. Ein Soldat hielt, mit Kommandostab in der Hand, hoch oben auf dem Berg Wacht. Sobald er ein Schiff gesichtet hatte, gab er dem Wachtposten unten ein Signal: er streckte den Arm aus. Sein Kamerad machte sich sofort auf den Weg zur Feste, während der Posten auf dem Berg nun eine Fahne hisste und ein 2-Pfund Geschütz feuerte. Pro Schiff gab es einen Schuss. Durch diese Signale wusste man in der Festung genau wieviel Schiffe sich näherten.
Ehemals war der Signal Hill auch bekannt als „Lion’s Rump“, denn er ist ja der hintere Ausläufer des „Lion’s Head“ und somit Teil des Löwenkörpers.
Besonders schön ist die Fahrt auf den Signal Hill bei Sonnenuntergang bzw. bei Dunkelheit: Panorama über die Stadt
Der Signall Hill ist an Sommerabenden ein beliebtes Ausflugsziel, wo sich Kapstädter wie auch Besucher am unvergeßlichen Anblick Kapstadts bei Nach ergötzen.

Lion’s Head

Der Lion’s Head trennt die atlantischen Vororte Sea Point und Camps Bay vom Stadtzentrum.
Cliftons sonnenüberflutete Strände schmiegen sich an die Ausläufer des Lion’s Head („Löwenkopf“). Darüber windet sich die Victoria-Street um den Fuß des Berges und bietet eine atemberaubende Aussicht auf den Ozean und die ferne Westküste und auch ein einmalige Panorama über die Stadt. Der Lion’s Head mit seinem verwitterten Sandsteingipfel ist unter Wanderern, Kletterern und auch Gleitschirmfliegern sehr beliebt: jede Wegbiegung bietet einen anderen, herrlichen Blick auf die Stadt, das Meer und die umgebenden Berge.
Ehe die Holländer den Berg Lion’s Head tauften, war er bei Seefahrern auch als Zuckerhut bekannt gewesen.
Ob es aber in der Tat so viele Löwen gab, die den Namen rechtfertigen würden, ist ungewiß. Wahrscheinlich ist es die Silhoutte, die aus der Ferne einer sprungbereiten Katze gleicht, die zur Namensgebung führte. Jan van Riebeeck selber bemerkte in seinem Tagebuch, er sei am Schwanzende „einer großen Katze“ gelandet.
Der Berg gelang zu wahrem Ruhm, als 1886 Goldfieber die Einwohner von Kapstadt ergriff. Laut Gerüchten, hatte man Gold auf dem Berg entdeckt. Etwas voreilig wurde eine Goldminengesellschaft gegründet, und Schürfer waren emsig an der Arbeit. Innerhalb eines Jahres konnte man überall auf dem Berg die Schatzgräber beobachten – einer stürzte sogar zu Tode. Schachte wurden abgeteuft, aber letztlich waren alle Anstrengungen umsonst gewesen: die Quarzprobe, die man nach Europa geschickt hatte, lieferte ein enttäuschendes Resultat. Es wurde wieder ruhig am Löwenkopf.
Den relativ leichten Aufstieg auf den Gipfel des 670 m hohen Lion’s Head belohnt ein atemberaubender Blick auf Stadt und Atlantikküste.
Der Berg kann nur zu Fuß erreicht werden, und die Besteigung ist ziemlich anstrengend – benötigt ca. 2,5 Stunden für Auf- und Abstieg

Devil’s Peak

Die Teufelsspitze – Der Berg war einst bekannt als ‚Charles‘ Peak‘ (Karls Spitze) nach dem englischen König Karl I, und eine Weile auch als ‚Herbertsberg‘. Im Jahr 1620 erreichte der Engländer Humphrey Fitz-Herbert das Kap. Er stand im Dienst der Englischen Ostindischen Handelsgesellschaft. Stolz hisste er die Flagge und ergriff Besitz vom Kap im Namen seines Königs, James I. Dieser zeigte jedoch kein Interesse, und ratifizierte nicht die Besitzeinnahme. ‚Herbertsberg‘ war bald vergessen.
Der holländische Name ‚Windberg‘ wich dem volkstümlichen Namen ‚Teufelsspitze‘, geboren aus einer alten Legende:
Wie gewöhnlich, saß der alte Pirat Van Hunk auf dem Berghang und rauchte zufrieden seine Pfeife. Wie genoss er diese Augenblicke, weit weg von seiner ewig schimpfenden Frau, die den Tabakgeruch im Haus hasste. Van Hunk schaute herab auf die friedliche Stadt. Plötzlich hörte er Schritte. Er drehte sich um. Ein recht merkwürdig gekleideter Fremde näherte sich ihm. Ein schwerer, schwarzer Mantel fiel von der Schulter herab, und eine große Kaputze bedeckte den Kopf. Van Hunk bat ihn, sich zu ihm zu setzen. Der Fremde hinkte heran; es schien als schleppte er einen Fuß nach. Ein merkwürdiges Gefühl überfiel van Hunk. Irgendwie erinnerte ihn der Fremde an die längst vergessenen wilden Piratentage ... Auf einmal sprach ihm der Fremde mit Namen an, und bat Van Hunk um etwas Tabak. Verworren und erschrocken, dass der Fremde seinen Namen kannte, reichte Van Hunk ihm Tabak und prahlte gleichzeitig, dass er wahrscheinlich länger und mehr rauchen könnte als er, der Fremde. „Ich wette, ich bin besser als Du“. „Um was wollen wir wetten?“ Der Fremde antwortete: „Deine Seele, wenn ich gewinne, eine Goldmünze für Dich, wenn Du gewinnst“. Van Hunk nahm die Wette zuversichtlich an. Er zweifelte nicht daran, dass er gewinnen würde. Bald würde die Goldmünze in seiner Tasche klingen ... Die Wette begann. Unter ihnen leuchtete die Stadt im goldgelben Licht der Nachmittagssonne. Stunden vergingen, schweigsam rauchten die beiden – immer dichter wurde der Rauschwaden, immer schwärzer und heißer. Die Nacht brach ein, sie rauchten weiter. Am nächsten Morgen hing eine mächtige Wolke über dem Berg, ein heftiger Wind wehte. Auf einmal erblasste der Fremde, dann wurde er grün und blau, schließlich brach er zusammen. „Ich verbrenne“ stöhnte er „gib mir etwas zu trinken“. Die Hitze wurde ihm unerträglich. Verzweifelt riss er die Kaputze vom Kopf und entblößte zwei Hörner. Entsetzt und erschrocken erkannte Van Hunk, dass er mit dem Teufel um die Wette geraucht hatte. Er sprang auf und rannte davon, so schnell ihn seine Füße nur bergab tragen konnten. Van Hunk hörte weder das Geschrei des Teufels, noch den Donner und Blitz. Als er sich endlich von seinem Schreck erholt hatte, schaute er sich um, Wolke und Teufel waren verschwunden.
Der 1002 m hohe Berg flankiert die Ostseite des Tafelberges.
Der Aufstieg zur Bergspitze ist nur etwas für erfahrene Kletterer.

King’s Blockhouse
Der Berg wurde früher von den britischen Invasionstruppen (1795) als „Rückhalt“ genutzt. Ihr Genral Sir James Craig ließ damals drei Blockhäuser an den oberen Hängen errichten, von denen eines, das King’s Blockhouse, heute ein National Monument ist. Es steht am Ende der Strasse. Es ist die besterhaltenste der drei Steinfestungen.

Twelve Aposteles

„Zwölf Apostel“ – zwölfkuppiger Küstenbergzug
Die Namen der 12 Kuppeln von Norden nach Süden lauten: Blinkwater Peak, Porcupine, Jubilee, Barrier, Valken, Kasteel, Postern, Wood, Spring, Slangolie, corridor, Grootkop, Separation, Victoria, Grove Buttress, Llandudno Peak, Llundudnu und Hout Bay Corner

Re: Cape Town die Erste

Matthias - 03.02.2005, 20:22
Ich wars nicht
Dieses Doch sehr ausführliche Dokument habe ich nicht selber geschrieben!!! Ich sollte das nur ins Forum stellen!!!


MFG Matthias
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