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Re: Was ist Tauhid und Shirk

Tanja - 08.12.2004, 01:27
Was ist Tauhid und Shirk
1
5 Tauhid und Shirk

5.1. Was ist Tauhid
Allah als den Einen, Einzigen annehmen.
Sie ist die Bezeichnung für die absolute Einheit und Einzigkeit Allahs, das Fundament des Islâms (112: 1-4), verbunden mit dem Bekenntnis (iman) an die Existenz, absolute Einzigkeit, Einheit Allahs, dass alle Macht und Verfügungsgewalt bei Allah ist und Allah weder einen Mitgesellen hat, noch Ihm irgendetwas ähnelt.
Dieses Wissen und Iman wird am besten und kürzesten mit dem Satz:
„La ilaha illallah“ , ausgedrückt.
Aus diesem Grund bezeichnet man diesen Satz als „Wort des Tauhid“ (Kalima-i
Tauhid), sie drückt das Tauhid-Bekenntnis aus. Derjenige, der das Tauhid-
Bekenntnis (Kalima-i Tauhid) ausspricht und sich dazu bekennt, bezeichnet man als einen Mu'min, als einen Muwahhid1. Die Wissenschaft, die sich mit dem Tauhid beschäftigt bezeichnet man als „Ilm-i Tauhid“ .
Diese Bezeichnung findet man so im Qur’an nicht. Aber die Tauhid-Bekenntnis
taucht in verschiedenen Variationen in etlichen Ayat auf. Besonders die Ayat die in Makka offenbart wurden, handeln bevorzugt über Tauhid, um zu einem besseren Verständnis zu führen. Der Qur’an schildert die absolute Persönlichkeit Allahs, Seine Einzigkeit, Eigenschaften, Erhabenheit und Seine Beziehung zu den Menschen in verschiedenen Dimensionen.

5.2 Was ist Shirk ?
Die in der „esh-sherika“ oder „esh-shirka“ 2 verwendete Form bezeichnet
„Teilhaberschaft“ .3 Das Zusammenlegen eines gemeinsamen Einsatzes (Kapital) das gemeinsame Handeln (Vorgehen) zweier Partner (Teilhaber), das gemeinsame Teilhaben am Erbe, am Gewinn (Kriegsbeute), am Handeln hat man sharika4 genannt. Dieser Bezeichnung bezeichnet auch den Glauben an andere Götter neben Allah, die an Kraft und Macht ihm gleich gesetzt werden. Nach der Fiqh-Wissenschaft5 ist jede Aqida, die außerhalb der Islam steht, ist kufr6.

1 Bekenner der Einheit und Einzigkeit Allahs. Muwahhid von wahid „Einzig, Einer“
2 shirk: a)Teilhaberschaft, Beigesellung, Allah etwas beigesellen, die einzige Sünde die Allah nach dem Quran
nicht vergibt (4:51). Shirk bedeutet, etwas anderem außer Allah zu dienen, im Gegensatz zum offenbarten
Willen Allahs zu leben und sich dabei von anderen Vorstellungen leiten zu lassen. Schirk ist somit das Gegenteil
von Tauhid und Islâm; b) Teilhaberschaft, teil haben, Teilhaber, Partner, Genosse
3 Ibn-i Manzur Lisanu’l Arab, Beyrut 1955, Band 1, S. 444-448
4 sharika (arab.)/shirket (osman.) bezeichnet Gesellschaft, Handelsgesellschaft.
5 Fiqh-Wissenschaft: Sein Themenkomplex (Aufgabengebiet): Die im islâmische Normensystem
existierenden Gebote und Verbote, die von Allah (ta’ala) auf die Bedürfnisse des Menschen zugeschnitten
sind und alle Aspekte und Ebenen des Lebens berücksichtigen (spirituelle Ebene und profane Ebene, d.h.
2

Dabei ist auch der folgende Hadith des Propheten (saw) zu berücksichtigen: „Kufr
ist ein Volk.“
Die islamischen gelehrten (’ulama) unterteilen den shirk in verschiedene Kategorien. Dabei sind jene über die nach einheitlicher Auffassung mit Kufr und jene bei denen in dieser Hinsicht kein Konsens besteht zu differenzieren.

Konsens
Shirk’ul-Istiqlal
Glaube an zwei unabhängig voneinander Handelnde Gottheiten, wie beispielsweise die Religion des vorislamischen Persiens an einen „guten“ und an einen „bösen“ Gott

Shirk’ut-Tab’id
Glaube an eine in mehreren Personen manifestierte Gottheit

Shirk’ut-Taqrib
Verehrung von Menschen bzw. Götzen (At-Taghût) die der Annähung zu Gott dienen sollen.

Shirk’ut-Taqlid
Blinder Nachahmung des Glaubens der Ahnen / der Vorväter
Keine einheitliche Lehrmeinung

Shirk’ul-Aghraz
„Gottesdienstliches“ handeln der Augendienerei wegen (Riya). Der Gesandte Allahs sagt hierzu: „Wer der Augendienerei wegen Fastet, betet oder bedürftigen spendet begeht Allah gegenüber Shirk“ Der Gelehrte und Sufimeister Fudayl bin Iyad (rh.a.) sagt hierzu: „Wer dem Volke wegen handelt begeht Shirk“7. Heute existiert zudem noch die Krankheit sich vor jedem gottesdienstlichen Obligation die Frage „Was sagen wohl die anderen?“ zu stellen.

Shirk’ul-Esbab
Der Prophetengefährte Abu Bakr (r.a.) überlieferte folgenden Dialog zwischen ihm und den Gesandten Allahs: Der Prophet sagte einmal: „Shirk ist verborgener als das krabbeln einer Ameise unter Euch“. Daraufhin fragte ich „O Gesandter Allahs, ist Shirk denn nicht das gottesdienstliche Handeln einem anderen gegenüber als Allah, oder die Beigesellung eines anderen zu Ihm, oder das anbeten eines anderen mit Allah?“ Der Gesandte sagte daraufhin „Möge Allah dir das Gute gewähren treuer Gefährte!.. Shirk ist verborgener als das krabbeln einer Ameise unter Euch. Soll ich

intellektuelle, wirtschaftliche, politische etc). „Fiqh“, seine wörtliche Bedeutung: a) Erkenntnis b)Verstehen
oder c) Einsicht haben in etwas. Die Bedeutung von „Fiqh“ als „terminus technicus (istilah)“: Wissenschaft
der Interpretation der Shari’a. Das selbstständig aus der Shari’a abgeleitete „nicht eo ipso (1.von selbst,
selbstverständlich 2. eben dadurch, gerade dadurch) verbindliche“ Juristenrecht, das in den unterschiedlichen
Rechtschulen seine konkrete Ausprägung gefunden hat.
6 Wahrheitsverneinung, Verbergen der Wahrheit, Unglaube, Verneinung, Leugnung (Gottes des Islam), kufr ist
die Wurzel allen Übels und der Unterdrückung
7 Risalat’ul-Kushayri, Ist.1970, S.7
3

dir etwas nennen was ihn vergeben lässt?“X „Ja oh Gesandter Allahs“ erwiderte ich. Er sagte „Sage täglich: Oh Allah, ich bitte dich um Schutz vor absichtlichem und um Vergebung vor unabsichtlichem Shirk. Shirk ist es zu Sagen, Allah und jene Person hat es mir gegeben und Beigesellung ist es, wenn jener nicht gewesen wäre, hätte mir jener das Leben genommen zu sagen“8 Wie es ja unweit zu erkennen ist verfallen viele Menschen dem Shirk. Und auch uns kann die eine oder andere Beigesellung mal heimsuchen. Deshalb sind Gelehrte im Konsens wenn es um das Wissen der Bedeutung des Shirk geht.9 Unsere Aufgabe ist es, geradezu penibel darauf zu achten, was wir auf welche Art und weise sagen und wem zuliebe unser Handeln ist.

5.3. Das Wort Ilah und die Bedeutung des Kalimat’ut-Tauhid
Die Bekenntnisformel „Lâ ilâhe illa’llâh“ bringt viele weltliche und jenseitige
Konsequenzen mit sich. Demzufolge ist es wichtig zu wissen, was damit alles
abgelehnt wird.

Das Wort ilah ist aus dem Konsonantenstamm E-Le-He bzw. E-Li-He abgeleitet. Lexikalisch bedeutet es dienen, anhänglich sein, gewöhnen, und wärmen. Raghib al-Isfahani erklärt mit dem begriff ilah grammatikalisch die Bezeichnung Allah wie folgt: „das Alif am Anfang des Wortes entfernt und durch Alif-Lâm ersetzt, ergibt es den Namen unseres Schöpfers und Erhalters. Alles was angebetet wurde trug die Bezeichnung ilah, wie Beispielsweise auch die Sonne“.10 Die Mehrzahl der Gelehrten ist jedoch der Auffassung, das der Name Allah ein nicht abgeleitetes Wort ist. Es sei der Eigenname des Schöpfers von allem sein und nimmt vor all seinen Attributen den ersten und höchsten Rang ein.11

Zur Zeit der Dschahiliyya bekannten sich auch die Polytheistischen Araber wie auch die Schriftbesitzer zu Allah. Durch das Beigesellung eines Sohnes bzw. einer Tochter zu Ihm, waren alle dem Kufr verfallen. Gebähren und geboren werden sind Eigenschaften sterblicher Geschöpfe, und unvereinbarbar mit der Erhabenheit Allahs. Dazu heißt es im Qur’an: „Allah hat sich keinen Sohn genommen, noch ist irgendein Gott neben Ihm. Sonst würde jeder Gott mit sich fortgenommen haben, was er erschaffen hätte, und die einen von ihnen hätten sich sicher gegen die anderen erhoben. Gepriesen sei Allah (und Erhaben) über all das, was sie beschreiben!“ (Surat’ul-Mu’minûn, 91)

Es ist ein Faktum; Allah gleicht keinem den er erschaffen hat. Er ist erhaben von jeglichem, seiner Herrlichkeit nicht gebührenden Eigenschaft. Es ist überliefert, dass ab dem Jahre 310 n.Chr. durch den Mekkanische Herrscher Amr bin Luhay seine Untertanen zur Anbetung der Götze Hubel gezwungen worden ist und somit die

X Anmerkung: Musste frei übersetzen. Der genaue Wortlaut ist dem Buch „Imam Marvadi, Mushad-i Abu Bakr
Siddik, Ist. 1981, S. 91“ zu entnehmen
8 Imam Marvadi, Mushad-i Abu Bakr Siddik, Ist. 1981, S. 91
9 Ibn’al-Abidin, Radd’ul-Mukhtar ala’d-Durril-Mukhtar, Kairo, 1.Bd, S.29
10 Raghib al-Isfahani, Al-Mufradat fi-Gharib’il-Qur’an, Ist. 1986, S.25-26, Verlag Kahraman Yayinlari
11 Islami Bilgiler Ansiklopedisi, Ist.1989, Bd.1, S.185, Verlag Dergah Yayinlari
4

Vielgötterei in jener Region begann. Daneben wird auch überliefert, das die Götze Uzza das Resultat der Verehrung des tugendhaften Ka’abawächters Uzza sei.12 Es ist bekannt das die Mekkaner Allah Götzen beigesellten. Dazu heisst es im Qur’an „Wahrlich Allah (alleine) gebührt lauterer Gehorsam.Und diejenigen, die sich andere zu Beschützern nehmen statt Ihn (sagen): Wir dienen ihnen nur, damit sie uns Allah näher bringen. Wahrlich, Allah wird zwischen ihnen über das, worüber sie uneins sind, richten. Wahrlich, Allah weist nicht dem den Weg, der ein Lügner, ein Undankbarer ist.“ (Surat’zu-Zumar, 3)

Die Mekkaner fühlten sich diesen Götzen zu Dank verpflichtet. Sie verehrten sie und räumten ihnen gar göttliche Kräfte ein. Ferner heißt es dazu: „Und es gibt unter den Menschen inige, die sich außer Allah Seinesgleichen (zum Anbeten) nehmen und lieben, wie man (nur) Allah lieben soll. [...]“ (Surat’ul-Baqara, 165) Auch in unserer Zeit sahen und sehen wir Beispiele, die damaligen Verhältnissen gleichen. So hat es in der Sowjetunion trotz staatlich verordnetem Atheismus einen ebenso staatlich verordneten Leninkult gegeben, und in China, wo Religion als teil der Kultur misstrauisch beäugt geduldet wird, ist jedoch ein staatlicher Maokult zu etwaigen Anlässen vorgesehen.

5.4 Die Bedeutung der Bezeichnung Rab
Die Bezeichnung Rabb ist Teil der Asma’ul-Husna, der schönsten Namen Allahs. Lexikalisch bedeutet dieses Wort Herr, Erzieher, König, Besitzer. Nach dem Sprachgelehrten Ibn’al-Anbari beutet Rabb im islamischen Sinne folgendes:

a. König/Besitzer; seine Herrschaft ist uneingeschrängt und verfügt Exekutiv über all sein Besitz und über all seine Untertanen. Er gibt wem er will wissen, er kontrolliert uneingeschränkt, er besitzt uneingeschränkt.

b. Herr; ihm ist zu gehorchen, zu dienen, seinen Ge- und Verboten ist folge zu leisten, nur ihm ist folge zu leisten. In diesem Sinne hat Herr die gleiche Bedeutung wie das im Qur’an vorkommende Wort Mawla.

c. Erzieher; die Zöglinge unter seiner Hand werden gereinigt, zur
Vollkommenheit gebracht. Er korrigiert und ebnet falsche Verhaltensweisen. Ableitungen vom Begriff Rabb, werden auch für geschöpfe verwendet wie beispielsweise die Bezeichnung Murabbiyya, was im Osmanischem für Kindermädchen verwendet wurde. Rabb hingegen ist einzig und alleine ein Attribut, eine Eigenschaft Allahs. Nur ER darf mit dieser würdevollen Bezeichnung benannt werden – denn im eigentlichen ist er der alleinige Herrscher dem sich zu Unterwerfen ist, der einzige Herr dem zu dienen ist und nur der einzige Erzieher, der den Menschen zur Vollkommenheit gelangen lässt.

12 Ibn’al-Hisham, as-Sirat’un-Nabawiyya, Kairo, 1936, Bd.2, S.238, ferner Fahruddin Ar-Radi, Mafatih’ul-
Ghayb (Tafsir’ul-Kabir), Ankara 1988, Verlag Akcag Yayinlari und Ibn Kathir, al-Bidaya wa’n-Nihaya, Beirut
1966, Bd.2, S.136f
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