Prolog, oder "wie ich verrückt wurde"

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    Re: Prolog, oder "wie ich verrückt wurde"

    Blechmuetze - 09.05.2005, 21:29

    Prolog, oder "wie ich verrückt wurde"
    Jede Geschichte fängt irgendwo an und hat auch eine Einleitung, daher soll diese auch eine bekommen. Normalerweise gehts mit der Beschreibung der vorhergegangenen Ereignisse und mit einer beschreibung über den Hauptprotagonisten los, in diesem Fall ich, Victor Jeremia.
    Zunächst einmal sollte man eins sagen: Ich bin Verrückt. Warum ist das so? Weil man es mir sagt. Ich bin anders als andere und tue meine, nicht immer ganz konforme Meinung der Allgemeinheit kund. Vielleicht trägt auch meine Herkunft was zu meiner 'Verrücktheit' bei, aber dazu später.
    Ich habe mich immer gefragt was 'verrückt' eigentlich ist. Lange Zeit nachdem mir dann gesagt wurde ich sei 'verrückt' ließ es mir keine Ruhe mehr, ich studierte die Wissenschaft der Verrückten, Psychologie. Nach kurzer Analyse kam ich zu dem Schluss das nicht ich es war der verrückt war - es waren alle anderen.
    Für mich waren die wesentlichen Dinge schon lange klar und alle Welt stellte sich immernoch die selben, dummen Fragen. Aber statt mich zu fragen ignorierten sie mich. Ich beschloss die Sache selbst in die Hand zu nehmen, mit mäßigem Erfolg.
    Ich hielt Vorlesungen die meien Theorieren, bzw. mein Wissen allen vermitteln sollte. Ich sah die notwendigkeit darin schon allein deshalb weil ich seit einigen Monaten in Behandlung war und das verzweifelte Bemühen von lächerlichen Psychatern, die versuchten mich zu 'heilen' sah. Ich sah worauf ihre Fragen abzielten, ich wusste ganz genau was sie von mir wollten. Ich spielte das Spiel auch eine Weile mit, bis es irgendwann zu weit ging. Einer dieser Quacksalber stocherte schon seit einer halben Stunde im Tod meiner Mutter herum, bis ichs nicht mehr ertragen konnte. Ich sagte ihm das er keine ahnung hätte und ich besser wüsste was los war. Er beharrte auf seiner Meinung was ein großer Fehler von ihm wahr. Für mich endete es in einem Monat geschlossener Anstalt und für ihn in drei Monate Krankenhaus. Noch heute erinnere ich mich an das saftige knacken seines Kiefers und das trockene Geräusch seiner brechenden Nase.
    Aber ich schweife ab. Wie auch immer, ich hielt meine Vorlesungen, allerdings auch nicht lange, denn einer der Studenten wurde äußerst vorlaut und dachte er wüsste es sehr viel besser als ich. Auch er bereuht unter schmerzen. Ich kam wieder in die Anstalt und bekam Verbot Vorlesungen zu halten. Aber da ich mich auch diesmal als intelligenter als die dümmlichen Ärzte erwies war auch dieser Aufenthalt nur von kurzer Dauer.
    Da ich jetzt allerdings keine Vorlesungen mehr halten durfte musste ich mir etwas neues ausdenken. Eigentlich wollte ich ein Buch schreiben, wozu es letzendlich jedoch nicht mehr kam. Etwas anderes, bzw jemand anderes lenkte meine ganze Aufmerksamkeit auf mich. Ein gewisser Ulrich Hernberg sprach mich direkt nach meiner Entlassung auf der Straße an und sagte mir er er hätte von meinen Vorlesungen gehört und würde sich gerne einmal mit mir unterhalten. Da er einen recht seriösen Eindruck auf mich machte und ich sowieso keinerlei Perspektive hatte bin ich darauf eingegangen.
    Beim Treffen am nächsten Tag offenbarte er mir das er mch schon seit geraumer Zeit beobachten würde und das er sich sehr für mein Wissen interessieren würde. Zunächsteinmal war ich natürlich misstrauisch und ging die Sache sehr langsam an. Mit der Zeit trafen wir uns öfter und es lief eigentlich jedes Mal darauf hinaus das ich redete und er mir zuhörte Ich erinnere mich noch genau an seinen glänzenden Augen, wie bei einem kleinen Kind das eine Gutenachtgeschichte erzählt bekommt. Er hörte mir die ganze Zeit zu und widersprach auch nicht, ein Verhalten was ich sehr zu schätzen wusste.
    Eines Abends jedoch, redete nicht ich, sondern er und was er dort erzählte war geradezu ungeheuerlich. Er sprach von Dingen, dessen Bedeutung mir erst heute klar wird, er sprach von Wahnsinn, Zeit, Sterblichkeit und ... Unsterblichkeit.
    Er sagt das er mir ein Ewiges Leben ermöglichen wolle um meine Visionen zu fördern und zu schützen. Er sprach auch von einem großem Opfer und großen Leiden und davon, das ich für die Unsterblichkeit mein Leben geben müsse. Nach diesem Gespräch ging ich mit einem seltsamen Gefühl nach hause. Ich wusste nicht was ich davon halten sollte, ob ich so eine wahnwitzige Geschichte glauben sollte und was das für mich bedeuten würde wenn es stimmen sollte. Mein Verstand stämmte sich mit aller Macht dagegen, wären etwas anderes in mir sagte das ich ihm vertrauen muss. Ich kam zu dem Schluss das ich nichts zu verlieren hatte und mich einfach in die 'Welt der Dunkelheit' führen lassen wollte. Ich könnte ja jederzeit umkehren. Dachte ich.
    Am Tag meines Todes wahr ich aufgeregt wie ein kleines Kind. Nichts sollte schiefgehen, es musste einfach alles klappen. Ich wurde wie immer in seiner Villa empfangen und wir machten es uns gemütlich. Wir unterhielten uns noch ein wenig, dann erklärte er mir was auf mich zukommen würde.
    In diesem Moment hätte ich schon die Handbremse ziehen müssen und den Rückwärtsgang einlegen sollen. Im ersten Moment meiner Zeugung hatte ich zwar himmlischste Gefühle, es war ein regelrechter Orgasmus das Blut aus meinem Leib pulsieren zu spüren, aber dieses Gefühl verblasste fast ebenso schnell wieder wie es gekommen war und hinterließ eine Leere die mich tötete. Im warsten Sinne des Wortes.
    An die nächsten Tage, Wochen, Monate erinnere ich mich nicht mehr. Ich durchlief wärend dieser zeit auch einen Prozess an den ich mich auch nicht erinnern will; ich bin die ganze Zeit über gestorben.
    Als langsam 'Leben' in mich zurückkehrte war ich mir noch lange nicht darüber bewusst wer oder was ich war - diese Erkenntnis überkam mich erst etwas später.
    Mein Erzeuger und Mentor lehrte mich in den nächsten Jahren alles was ich wissen musste über die Gesellschaft der Unsterblichen und stellte mich, als er mich für bereit hielt dem Prinzen von unserer damaligen Stadt vor. Dort blieben wir allerdings nicht lange, warum, das weiß ich bis heute nicht. Jedenfalls reisten wir aus mir unbekannten Gründen in die USA, wo ich und mein Erzeuger die nächsten Jahre verbrachten. Dort begann ich auch damit Sprachen zu lernen und zu Studieren, doch das ist auch ein eher unwichtiges Detail.
    Ich blieb in Amerika fast 30 Jahre, bis ich mich von meinem Erzeuger trennte und wieder nach Deutschland zurück kehrte, nach Hamburg. Hier bin ich nun, vor mir ein Meer von Ungewissheit, in Erwartung der Dinge die da kommen werden.



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