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Re: Geschichte - Galindor's Fluch
<<NightArrow>> - 22.03.2005, 23:26Geschichte - Galindor's Fluch
Galindor's Fluch
von Bärli und Schnuffel ^^
Okay, Lore und Ich haben uns vor einiger Zeit überlegt ein Buch zu tippen und haben uns gedacht, dass wir das hier machen, so dass ihr unsere Fortschritte sehen könnt und Kommentare dazu abgeben könnt, ebenso Vorschläge, Kritiken und Wünsche ^^ egal was, wird alles gerne gesehen. Der erste Beitrag wird sich mit den Charakteren, der Welt, den Rassen etc befassen, damit ihr einen groben Überblick habt.
Okay...los gehts
Die Welt
Galindor
http://www.mitglied.lycos.de/belle88/Story/namen.bmp <--- braucht etwas länger zum laden
Die Rassen
Elfen
Die Elfen sind ein sehr Naturverbundenes Volk, sie leben meist in der Nähe von Flüssen und Wäldern, manche aber auch in den „Bergen von Karath“, im Norden Galindors.
Flusselfen
Aussehen: Flusselfen haben meistens silber-graues oder blondes, langes Haar, welches sie zumeist in künstlerischen Frisuren halb-offen tragen. Wie alle Elfen haben sie spitze Ohren und eine schlanke Gestalt.
Kleidung: Flusselfen tragen für gewöhnlich grau-blaue, dünne Kleidung, die meistens aus Samt und Seide gefertigt sind, oft aber auch als Arbeitskleidung aus gefärbtem Leinen.
Nahrung: Die Flusselfen leben von dem, was ihnen das Wasser gibt, also Algen und andere Wasserpflanzen und Fischen
Waldelfen
Aussehen: Waldelfen haben meistens hellbraunes oder dunkelbraunes Haar, manchmal auch blond. Sie tragen es meistens etwa Schulterblattlang, manchmal auch nur bis knapp über die Schulter und zusammengebunden.
Kleidung: Waldelfen tragen dunkelgrüne und braune Kleidung, meistens Leder und Leinen und festes Schuhwerk
Nahrung: Die Waldelfen ernähren sich von den Kräutern, Beeren und Pflanzen sie sie überall im Wald finden, außerdem bauen sie auf Lichtungen Getreide an
Bergelfen
Aussehen: Bergelfen haben dunkel braunes – schwarzes, langes Haar, welches sie immer offen tragen
Kleidung: Bergelfen tragen verschiedene Kleidung, also je nachdem, was den Elfen selbst am besten gefällt, das einzige was sie alle gemeinsam haben ist das feste Schuhwerk, welches in den Bergen sehr wichtig ist
Nahrung: Die Bergelfen ernähren sich meistens von Fleisch, da in den Bergen kaum etwas Pflanzliches wächst
Alter:
Das Alter lässt sich so berechnen:
Menschanjahre * 3 = Elfenjahre
d.h. ein Menschenjahr sind etwa 3 Elfenjahre
Gottheiten:
Name, Geschlecht, Eigenschaft
Elyan, männlich, Flussgott
Gyran, weiblich, Waldgöttin
Faron, männlich, Berggott
Dunkelelfen
Dunkelelfen haben im Gegensatz zu ihren Verwandten eine grau-blaue bis grünliche Haut und helles, manchmal aber auch dunkles Haar. Sie leben in Gruppen bis zu 10 Elfen in großen, unterirdischen Höhlensystemen und kommen nur selten an die Oberfläche. Sie leben in den nördlichen Landen.
Digas
Digas unterscheiden sich nur durch ihre graue- dunkelgraue Hautfarbe von den Menschen. Die meisten Digas sind zwischen 1,75 und 2,10m groß, was sie, obwohl sie in den Bergen leben, nicht behindert.
Digas haben gewöhnlich dunkles Haar, welches sie meistens kurz geschnitten tragen, einige Digas haben leicht gespitzte Ohren, was auf ihre ferne Verwandtschaft mit den Dunkelelfen schließen lässt. Ihre Eckzähne sind leicht angespitzt, da sie neben den Dunkelelfen auch die Gene von Vampiren in sich tragen.
Die meisten Digas tragen braune oder beige Kleidung aus Jute, Leinen und Leder.
Digas legen keinen Wert auf Reichtum oder Äußerlichkeiten, was man ihnen oft an der Kleidung und an ihrem Besitz ansehen kann.
Ein Großteil der Digas ist mit einem Dragan verwandt, da die Digas nahe der Drachenhöhlen leben
Alter:
Das Alter lässt sich berechnen:
Menschenalter – 14 = Digasalter
Gottheiten:
Name, Geschlecht, Eigenschaft
Gor, Kein Geschlecht, Gott des Lebens
Tar’Quian, männlich, Gott der Sonne
Disaih, weiblich, Göttin der ewigen Flamme
Liosan, weiblich, Göttin der dunklen See
diese Schattenwesen: Name weiß ich noch nicht
ca. 20-40cm groß
existiren nur als Schatten
sind böse
Fähigkeiten: können überall hin wo Licht und Dunkelheit herscht
Menschen gibt es natürlich auch, aber die müssen hier ja nicht erläutert werden ^^
Also bei den Elfen ist halt nicht alles so wie es bei den Elfen sonst immer ist, ist halt Ursprungsspezifisch ^^
Die Hauptcharaktere
Caitlin Garner
Name: Caitlin Garner
Alter: 19
Herkunft: Erde – Irland– Dublin
Aussehen: dunkelbraun-rötliches Haar, grüne Augen, schlank, gut aussehend, läuft
immer in schwarz rum
Charakter: aufgeweckt, klug, redet (zu) viel, rebellisch
Sonstiges: bereits ausgezogen, da ihre eltern streng katholisch sind und sie sich mit
14 gegen ihre Eltern auflehnte und immer in schwarzer Kleidung rumlief,
weshalb sie bald den Ruf einer Satanistin bekam
Warum sie? Sie stammt von dort ohne es zu wissen
In Galindor ist es verboten, dass zwei Magier ein Kind zeugen, da dieses sonst eine zu große Macht in sich trüge. Caitlins Eltern gehörten jedoch zwei verschiedenen Gruppen an. Ihr Vater war ein verfechter der weißen, ihre Mutter der schwarzen Magie, wodurch Caitlin gut und böse in sich vereint.
Die Obersten machten sich auf die Suche nach Caitlin, weshalb ihre Eltern einen Zauber anwandten um Caitlin in Sicherheit zu bringen, wodurch das Mädchen in einem Hinterhof mitten in Dublin landete. Das Mädchen wurde bald gefunden und in ein Waisenhaus gebracht wo sie bald neue eltern fand, welche streng katholisch waren...
GUT
Tarigen
Name: Tarigen Feuerherz
Alter: 23 (9 im Digas Alter)
Herkunft: Galindor - Saras (Berge von Karath) -
Aussehen: graue Augen, dunkle haut, ca. 1,89m groß
Charakter: eher still, hat Probleme gleich mit anderen klar zu kommen…
Sonstiges: Er ist ein Krieger
Rasse: Digas
Warum er? es ist ihm durch die Prophezeiung vorherbestimmt
Lendra Feuerherz, Goretha von Kyr’Azul
Name: Lendra, Goretha von Kyr’Azul
Alter: 20 (6 im Digas Alter)
Herkunft: Galindor – Saras (Berhge von Karath)
Aussehen: hellblaue Augen, dunkle Haut, hüftlanges weißes Haar, ca. 1,75m
Charakter: ernst, pflichtbewusst, befolgt die Regeln, gottesfürchtig, intelligent
Sonstiges: Goretha, Schwester von Tarigen
Rasse: Digas
Warum sie? Sie hat Visionen von dem, was bevorsteht, sie ist die einzige, die die „Auserwälten“ kennt
Böse
Narjun Ai'Farik
Name: Narjun Ai'Farik
Alter: ca. 29 aber in Wirklichkeit über 200 (Magier)
Rasse: Mensch/Magier
Aussehen: ca. 1,89m, langes schwarzes Haar, schwarzer Bart, dunkle Augen
Kleidung langer, schwarzer Mantel, mit Kapuze, die Kleidung darunter lässt sich nicht erkennen
Herkunft: Rhawan
Charakter: sehr ernst, misstrauisch, ruhig, ist seinem Lord treu untergeben, guter Schauspieler
Waffen: Kampfstab, Magie
Fähigkeiten: er ist ein Magier und hat eine lange Ausbildung hinter sich, daher hat er viele Fähigkeiten
Sonstiges: Seine Eltern waren beide Magier der schwarzen Garde, weshalb er starke magische Fähigkeiten besitzt. (In Rhawan dürfen Magier untereinander Kinder bekommen). Caitlin ist seine Schwester, jedoch weiß weder er, noch sein Herr davon. Er stammt aus der ersten Beziehung seiner Mutter und war von ihr in einer Akademie zurückgelassen worden
Hoffe es ist alles verstänlich, sonst fragt einfach....
Re: Geschichte - Galindor's Fluch
<<NightArrow>> - 22.03.2005, 23:31Die Story
So, hier die Story
Kapitel 1
Schweigend saß sie auf der Rückbank des Wagens, den Blick starr auf die vorüber ziehenden Schemen der Menschen und Häuser gerichtet, an denen das Taxi vorbei fuhr. Sie hatte schon wieder eine Absage erhalten, die vierte in dieser Woche. Die Leute waren interessiert an ihren guten Zeugnissen und der hervorragenden Ausbildung die sie erhalten hatten, doch als sie sie sahen, die junge Frau in der schwarzen Kleidung und dem auffälligen, dunklen Make-up, zuckten sie zusammen und ihre Glieder versteiften sich bei dem Gedanken, dass eine solche Frau in ihrer näheren Umgebung arbeiten sollte.
„Es tut uns Leid, aber wir haben so viele Bewerbungen erhalten und es waren einige dabei, die etwas mehr Berufserfahrung haben als Sie. Vielleicht beim nächsten Mal.“
„Sie sind leider überqualifiziert.“
„Sie sind in dem Alter in dem die meisten Frauen Kinder bekommen und wir möchten sie nicht kurz nach Beginn bereits wieder in den Mutterschaftsurlaub entlassen.“
Niemand brachte es auf den Punkt, dass sie sich fürchteten, fürchteten vor einer Frau die nicht das war, wofür sie gehalten wurde, eine Satanistin, eine Frau, welche Satan diente.
Ein stechender Schmerz durchbohrte ihr Herz wie ein Dolch. Es tat weh, dass niemand versuchte, tiefer zu blicken, ihr in die Augen zu sehen und zu erkennen, dass sie im Grunde eine junge Frau ist, die sich von ihren Bedürfnissen und Emotionen nicht von den anderen unterschied. War das wirklich so schwer?
Der Wagen hielt an und Caitlin schreckte aus ihren Gedanken hoch. Durch den Regenschleier hindurch sah sie die triste, graue Front des alten Reihenhauses und seufzte. Sie sah den Fahrer fragend an und er deutete auf die kleine Digitalanzeige am Armaturenbrett. „Machen sie neun draus…“, sagte sie leise, während sie ihm zehn Euro in die Hand drückte. Der Mann nickte dankend und Caitlin stieg aus dem Wagen und sofort umgab ein nasses und kaltes Gefühl ihre Füße. Sie blickte hinab zu der schwarz-grauen Pfütze in der sie mit ihren guten Schuhen stand. „Scheiße…“, fluchte sie leise, warf dem Taxifahrer einen entschuldigenden Blick zu und ging dann durch den Regen zu der alten Haustür. Ihre Hand glitt zu ihrer Umhängetasche… zumindest dorthin wo normalerweise ihre Umhängetasche war. Sie drehte sich zur Straße und sah nur noch zwei rote Lichtpunkte hinter der Kurve verschwinden. „Caitlin, das ist heute nicht dein Tag…“. Ihre Hand glitt zu den Klingelknöpfen und drückte die unterste tief ein, zweimal, dann wartete sie ab. Einen Augenblick später hörte sie das Knacksen der Gegensprechanlage und dann die raue Stimme der Vermieterin. „wer da?“ „Caitlin, Caitlin Garner ((kA mir fiel nix anderes ein ^^)) aus der Nummer acht. Ich habe meine Handtasche im Taxi vergessen und habe jetzt keinen Schlüssel, könnten Sie mich bitte in meine Wohnung lassen?“ Die ungemütliche Stimme brummte etwas von „Jugend“ und „heutzutage“, dann erschall das wohlbekannte Brummen des Türöffners.
Ihr erster Blick fiel auf die umgekippte Kaffeetasse von heute Morgen, die vielen ungeöffneten Briefe neben dem Telefon und das Chaos auf der Spüle. „Sie haben eine Neue Nachricht“, ertönte es mechanisch aus dem alten Anrufbeantworter, als Caitlin den Knopf neben dem roten Lämpchen drückte. „Caitlin? Bist du da? Ich bin es, John, ich wollte dir nur sagen, dass ich heute Morgen in deiner Wohnung war und meine letzten Sachen abzuholen. Räum mal auf!“ Arschloch, dachte sie und löschte die Nachricht vom Band, dann zog sie das Telefonkabel aus der Steckdose, sie wollte jetzt ihre Ruhe haben …
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"Narjun Ai'Farik", antwortete er gereizt, als der Wächter ihn zum dritten Mal nach seinem Namen fragte.
Seine Fingerspitzen schlugen immer wieder, nacheinander auf den festen Holztisch. Der kleine stickige Raum schien ihm nicht zu behangen und sein Misstrauen wuchs bei jedem Mal, dass er Schritte vor der Tür hörte.
Der kräftige Mann vor ihm nickte. "Nun gut, Ai'Farik, was wollt Ihr hier?"
Narjun ließ seine Finger knacken und funkelte den Mann an. "Darf man nicht einmal mehr Geschäfte machen? Ich bin auf der Durchreise nach Anar, wo ich zum Sonnenaufgang in 3 Tagen erwartet werde." der Mann schüttelte den Kopf. "Ihr glaubt doch wohl nicht, dass ich Euch das abkaufe. Man hat euch beobachtet, wie Ihr Pläne mit Dunkelelfen und anderen Wesen der Finsternis geschmiedet habt, also gebt zu, dass Ihr auf dem Weg nach Krah wart, dann werdet Ihr zumindest noch in den nächsten zwei Tagen geköpft werden."
Narjun’s Geduld ließ nun endgültig nach und es schien, als würde er wachsen und der kleine Raum noch dunkler zu werden.
"Ihr wollt mir also unterstellen, dass ich in Verbindung mit dem Bösen stehe?" er richtete sich auf und seine ganze Ausstrahlung wurde bedrohlich.
Der Wächter schien immer kleiner zu werden und man konnte ihm die Panik ansehen, die ihn nun überkam, dann plötzlich das Erstaunen in den Augen und der alarmierende Ruf.
Der Magier war vor seinen Augen verschwunden....
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„Glaubst du, dass es Leben außerhalb von Galindor gibt?“, fragte sie leise, während ihr Blick weiter hinauf zum Sternenhimmel gerichtet war. Er drehte sich ein wenig zu ihr um, ohne dabei die Ellenbogen vom Fenstersims zu nehmen. „Außerhalb von Galindor?“, er schüttelte den Kopf. „Nein, warum?“. „Ich habe über die Prophezeiung nachgedacht. Gorith sagte, der Retter wird aus einem Land kommen, in dem nur eine Sonne scheint.“ „Eine Sonne?“ Tarigen konnte sich das Lachen nicht verkneifen. „Galindor hat neun Sonnen, es kann neben Galindor kein Land geben, in dem man nur eine Sonne sieht, das ist völlig unmöglich.“ Er entrollte ein Pergament und zeigte der jungen Digas die Aufzeichnungen über die Sonnenlaufbahnen. „Siehst du, wenn dies die Bahnen sind, welche die Sonnen um diesen Planeten, auf dem Galindor, Rhawan und das Ödland liegen, ziehen, dann ist es völlig unmöglich, dass es in diesem fremden Land nur eine Sonne gibt.“, er lächelte triumphierend, doch dann bildete sich eine steile Falte des Zweifels auf seiner Stirn, als Lendra’s Finger über die Karte glitt und in dem dunklen Raum, welcher den Planeten umgab zum Stehen kam. „Und wenn er von hier kommt?“ „Dort ist nichts.“ „Woher weißt du das?“, fragte die junge Geweihte fordernd. „Du warst nie dort, also weshalb kannst du das behaupten?“ Tarigen erblickte das Funkeln in ihren hellbraunen Augen, sie meinte es erst und er wusste, dass sie ihre Fähigkeiten nutzen würde, wenn er ihr nicht die Diskussion bot, welche sie forderte…
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Caitlin….. Reisebüroszene folgt….
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Er schreckte mitten in der Nacht hoch. Es war stockfinster in dem großen Schlafgemach im Turm. Draußen hörte er den Sturm an dem alten, porösen Gemäuer zerren.
Tarigen hörte das wohlbekannte Wimmern Lendras aus ihrem Erker hervorschwellen. Er wusste, was sie in ihren träumen durchlebte. Unheil, dunkle Wesen, die im Schatten verborgen darauf lauerten ihre ebenfalls dunklen und grauenvollen Kreaturen, dem menschlichen Auge bisher unbekannt, in den Krieg gegen die goldenen Heerscharen Galindors zu schicken, um alles zu vernichten, das Gutes im Herzen trägt.
Lendras Visionen, Boten aus der Zukunft, die sie schon seit ihrer Kindheit aufsuchten…sie waren häufiger geworden, in den letzten Monaten. Seit Wochen schien die Nacht für Nacht von ihnen um den Schlaf gebracht zu werden, ein Zeichen dafür, dass der Sturm nicht mehr lange auf sich warten ließ, aber wenn es war wahr, was in der Prophezeiung geschrieben stand , dass nur der Fremde die Macht besaß, das Böse zu vernichten und den ewigen frieden in Galindor herzustellen, wo war ER dann? Wo war der Held, den alle so aufs sehnlichste erwarteten?
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Langsam glitten die schneeweißen Berge dahin. Sie fühlte sich wie ein Seemann, der mit seinem Kahn auf eine abenteuerliche Reise zwischen den hohen Schaumbergen eines Kinderbadewassers ging.
Ein Lächeln umspielte ihre Lippen, das erste Mal seit Monaten, war sie glücklich, obwohl sie es eigentlich nicht sein durfte. Die Reise nach Kuba kostete sie ein Vermögen, Geld was sie nicht hatte. Sie würde nie wieder aus diesem Schuldenberg herauskommen…niemals!
„Entschuldigen Sie bitte“, Caitlin schreckte aus ihren Gedanken hoch und blickte in das gepflegte Gesicht eines jungen Mannes. Die grünen Augen blickten sie fröhlich an, während sich die blassroten, weichen Lippen zu einem Lächeln verformten. Das etwas längere, blonde Haar war bis auf eine widerspenstige Strähne ordentlich nach hinten gekämmt.
Mit einem kurzen Ruck vertrieb er die Strähne aus seinem Gesicht und sah sie dabei immer noch an. „Meinten Sie das eben ernst?“, fragte er lachend, versuchte dabei jedoch einen beleidigten Gesichtsausdruck aufzusetzen.
„Was meinen Sie?“ Caitlin blickte den Fremden verwirrt an.
„Ich fragte Sie eben, ob Sie etwas dagegen hätten, wenn ich mich zu Ihnen setzen würde, darauf antworteten Sie ‚niemals’, also, meinten Sie das ernst?“, erwiderte er mit einem deutlich schottischen Akzent.
Caitlin brauchte eine Sekunde, bevor sie begriff und leise lachte. „Entschuldigen Sie bitte, ich war wohl eben in Gedanken. Setzen Sie sich ruhig.“ Sie deutete mit der linken Hand auf den freien Platz neben sich.
Der junge Mann setzte sich. Caitlin nutzte den Moment, um ihn eingehender zu mustern, erst jetzt fiel ihr auf, dass der Blonde in ihrem Alter sein musste. Er trug einen anthrazitfarbenen, recht teuer aussehenden Anzug mit einer dunkelroten Krawatte.
„Jonathan McDean, nennen Sie mich Jon“, meinte er mit einem Lächeln, bei dem seine weißen Zähne zum Vorschein kamen, um die ihn jeder beneidet hätte.
„Caitlin. Caitlin Garner“, sagte Cate und nahm Jons Hand entgegen, die er ihr zum Gruß reichte. „Sie sind Schotte?“
Jon nickte. „Mütterlicherseits. Mein Vater stammt aus Norwegen. Sie haben sich im Urlaub im Mittelmeer kennen gelernt, bei einem Segeltourn. Und Sie? Sie stammen aus Irland nehme ich an.“ „Ja, Dublin. Meine Eltern stammen beide von dort, ‚reinrassig’, auch wenn ich nicht aussehe wie eine Irin“, antwortete Caitlin lachend, „meine Eltern sagten immer: ‚Du bist nicht unsere Tochter, du wurdest uns nur untergejubelt!’, manchmal denke ich, sie haben recht, ich unterscheide mich so sehr von ihnen.“ Caitlin ließ kurz den Kopf hängen, als sie an den vielen Ärger dachte, den sie mit ihren Eltern immer gehabt hatte, als sie noch zuhause lebte. Kind, du bist doch keine von diesen Satanisten, also kleide dich auch nicht so, hallte die Stimme ihrer Mutter in ihrem Kopf. Es war einer der Gründe gewesen, weshalb sie von zuhause weggezogen war. Ihr Ruf als Satanistin, nur aufgrund ihrer Art sich zu kleiden.
„Manchmal sind diejenigen, die sich am ähnlichsten sind jene, die sich am meisten unterscheiden.“ John sah sie freundlich an, „und wissen Sie was, Sie gefallen mir so wie Sie sind. Sie leben aus, was Sie fühlen und das ist Ihre Stärke, vielleicht eine Stärke, die Sie ohne Ihre Eltern nie erlangt hätten.“
„Ich bin mit sechzehn von zuhause weg und habe mich seitdem alleine durchgeschlagen, das ist meine Stärke.“ Caitlin schien etwas gereizt, das Gespräch ging ihr etwas zu weit in Richtung „glückliche Kindheit“, eine Kindheit, die sie nie hatte und sie wollte Jon nichts vormachen, er war nett und hatte es nicht so gemeint, aber sie wollte ihm zeigen, worauf sie verzichten konnte.
Jon blickte sie einen Moment nachdenklich an. „Meine Eltern trennten sich, als ich drei Jahre alt war, seitdem lebte ich mal vier Jahre in Schotland und dann wieder vier Jahre in Norwegen, so ging das, bis ich achtzehn war, dann bin ich nach England gezogen und habe dort bei meinen Großeltern gelebt, die Schule beendet und mein Studium begonnen und jetzt bin ich auf dem Weg in den Urlaub, Semesterferien, juchhu! Was ist mit Ihnen?“
„Auch Urlaub, ich musste weg von dem ganzen Stress zuhause…Sie wissen schon, Arbeit hier…Arbeit da…“, sie zuckte leicht mit den Schultern und hoffte, Jon würde ihre Lügen nicht durchschauen.
Er nickte zustimmend. „Ich weiß, wovon Sie reden, Cate, ich darf Sie doch Cate nennen, oder?“ Caitlin nickte leicht. „Was machen Sie beruflich, Cate? Model? Schauspielerin?“, fragte Jon lächelnd, ohne dabei das Kompliment zu überspielen, was er ihr damit machte.
Die junge Frau lachte leise „Nein…ich…ich bin in der…“, sie hielt kurz inne. Was passte zu ihr? Sie musste binnen weniger Sekunden etwas finden, was er ihr abkaufen würde. „Ich arbeite in den Musikbranche, wissen Sie“, erleichtert atmete Cate auf. Aufmerksam beobachtete sie Jon. Er schien ihr Zögern nicht bemerkt zu haben und wenn doch, schenkte er ihm keine große Beachtung.
„Ah…Produzentin also...“, sagte Jon beeindruckt. „Guter Job.“
„Nein,…nein, ich singe. Ich bin seit ein paar Jahren Sängerin in einer Band, sehr erfolgreich in Deutschland und einigen anderen Ländern.“
„Interessant“ Jon nahm einen Schluck aus einem Glas, welches eine Stewardess ihm während ihres Gespräches an den Platz gebracht hatte.
„Wie heißt ihre Band, vielleicht kenne ich sie ja…“, fragte der junge Schotte, er schien es wirklich wissen zu wollen.
„Ich glaube nicht“, sagte Caitlin ausweichend, „Sie sehen nicht so aus, als würden Sie diese Art von Musik hören…“, das war’s, sie hatte es geschafft aus der Zwickmühle herauszukommen. Oh, Caitlin, du und deine Lügen, ihr werdet noch ins Verderben stürzen, dachte Caitlin und seufzte lautlos.
„Unterschätzen Sie mich nicht, nur weil ich blond, smart und Anzugträger bin, heißt das noch lange nicht, dass ich mich in meiner Freizeit nicht in Hallen mit tausenden, Nietenverzierten Menschen stürze, die darauf warten, dass die Band endlich die Bühne betritt.“ Jon zwinkerte ihr grinsend zu. Na toll, Cate, jetzt sitzt du wirklich in der Klemme „Jon…was studieren Sie eigentlich?“, fragte Caitlin schnell und setzte eine interessierte Miene auf.
„Jura“, antwortete Jon knapp, „aber ich will Sie nicht mit langweiligen Einzelheiten quälen, Cate, es ist genauso, wie man es sich imm…“, er hielt inne. Ein kräftiger Ruck war durch die riesige Maschine gegangen. Sein Glas war von dem kleinen, ausklappbaren Tisch gefallen und auf dem Boden zog sich ein großer, dunkler Fleck über den hellgrauen Teppichboden.
„Bitte klappen Sie ihre Tische ein, schnallen Sie sich an und bringen Sie Ihre Sitze in eine aufrechte Position. Wir passieren gerade eine Schlecht-Wetter-Front, weshalb mit Turbulenzen zu rechnen ist. Bitte bleiben Sie ruhig. Danke“, erschallte es aus den Lautsprechern über ihren Köpfen. Besorgt blickte Caitlin zu Jonathan, der ihr ein aufmunterndes Lächeln zuwarf, jedoch sagten seine Augen „Es tut mir Leid, dass wir uns nicht besser kennen lernen konnten, Cate, ich wünschte es wäre anders zu Ende gegangen…“ Cate warf ihm ein trauriges Lächeln zu, dann begannen sie beide, den Aufforderungen der Flugbegleiter Folge zu leisten.
Cate saß angespannt in ihrem Sitz, die Hände zu beiden Seiten fest in die Armlehnen gekrallt. Sie spürte Jons Hand auf der ihren, während das Flugzeug zu einem Spielball der schwarzen Schaumwellen wurde. Der kleine Kahn, des mutigen Seemanns kenterte…
Re: Geschichte - Galindor's Fluch
<<NightArrow>> - 22.03.2005, 23:32
Kapitel 2
Eine vertraute Ruhe umgab sie, ein Gefühl von Geborgenheit. Sie spürte etwas, auf ihrer Hand, warm, beruhigend…Jon! Was war passiert? Wo waren sie? Caitlin konnte sich an den Krach und die Schreie erinnern, Menschen rannten durch den schmalen Gang, versuchten voller Panik einander Schutzmasken und Rettungswesten zu entreißen. Sie war auf ihrem Platz sitzen geblieben, davon überzeugt, dass dies alles seine Richtigkeit hatte, dass es ihr Schicksal war, mit dem Flugzeug abzustürzen. Sie erinnerte sich an die letzte Durchsage des Piloten, der mit letzter Kraft versuchte, die Situation positiv aussehen zu lassen: „Meine Damen und Herren, das Bermuda-Dreieck“…
Caitlin öffnete die Augen. Helles Licht blendete sie. Zu ihrer rechten lag ein Fenster, hell und freundlich wurde es von der Morgensonne durchflutet. Ich lebe, dachte Cate mit einem Lächeln. „Jon, wir leben!“ Caitlin drehte sich zu Jon, doch er war nicht an ihrer Seite, stattdessen blickte sie in die dunklen Augen einer haarigen Kreatur. Erst nach dem zweiten Blick wurde ihr bewusst, dass es die Augen einer Mischlingshündin waren, die ihren Kopf auf ihre Hand gelegt hatte, während sie bewusstlos war.
Die Hündin gab ein freudiges Winseln von sich, dann sprang sie auf und rannte bellend hinaus.
Caitlin sah sich in dem Raum um. Er war recht groß und außer ihrem Bett standen noch fünf weitere Lagerstätten, nichts anderes als einfache Pritschen, an den Wänden. Über ihr hingen an den dunklen Holzbalken verschiedene getrocknete Pflanzen und geräuchertes Fleisch. In einer Ecke entdeckte sie einen Spiegel, über den sie eine Feuerstelle sah, die außerhalb ihres Blickwinkels lag. Ein paar Strohmatten, die wohl zum Sitzen dienten, lagen daneben.
Caitlin richtete sich auf. Von draußen klangen viele Geräusche zu ihr herein. Das Plätschern eines nahen Baches, das Bellen des Hundes, Lachen spielender Kinder, das Summen von Bienen und Hummeln, die fleißig ihrer Arbeit nachgingen. Die junge Irin war sich sicher, dass es Sommerbeginn war, früh am Morgen.
Der Vorhang, der die Tür verschloss, wurde geöffnet. Eine junge Frau trat ein, nicht älter als zweiundzwanzig. Ihr langes, sonnengebleichtes Haar war zu Zöpfen geflochten, die ihr bis hinab zu der prallen Kugel vor ihrem Bauch reichten.
Die Schwangere blickte Caitlin freundlich an. „Oh, Ihr seid wach, Te’Rah, bleibt liegen und ruht euch aus…“ Die Fremde drückte sie mit sanfter Gewalt zurück auf die Pritsche. Sie nahm eine Holzschale und füllte diese mit einer milchigen, leicht grünen Flüssigkeit und führte diese dann an Cates Lippen. „Trinkt das, Te’Rah, dann werdet Ihr Euch bald besser fühlen.“
Caitlin trank ein paar Schlucke. Die Flüssigkeit war warm und hatte einen unbeschreiblichen Geschmack, der Cates Sinne vollkommen zu erwecken und zu schärfen schien. Plötzlich schien ihr die Luft erfüllter von Gerüchen, das Licht heller, die Kleidung auf ihrer Haut rauer und in der Ferne glaubte sie das Meer rauschen und die Möwen singen zu hören. Wenn dieses Gebräu Medizin war, dann wollte sie es flaschenweise zu sich nehmen.
„Wie fühlt Ihr Euch, Te’Rah?“, fragte die junge Frau freundlich. Ihr war der neue Glanz in Caitlins Augen nicht entgangen.
„Danke, mir geht es schon wieder besser, aber wo bin ich und wer…wer sind Sie?“
„Ihr seid hier in Kaytha, Te’Rah. Mein Name ist Tirja. Wir fanden Euch vor acht Tagen unten am Elyan, nahe der Stromschnellen, ihr hattet Glück, Te’Rah, dass der Fluss nicht Euer Leben genommen hat. Nur wenige überleben seinen Zorn. Wir glaubten schon, Euch verloren zu haben, als ein Magier in unser Dorf kam. Es war ein schwarzer Magier. Wir wussten nicht, ob ihr dieses missfallen würde, aber wir baten ihn dennoch. Er sagte, er sei ein Heiler und für die Heiler sei es gleich, welcher Seite der Verletzte angehöre, das einzige was zählte, sei das Leben. Er gab uns dieses Gebräu, es scheint gut zu wirken.“ Tirja lachte leise. Es war ihr sichtlich schwer gefallen, Caitlin dieses mitzuteilen. Was machte es schon, dass der Mann der ihr geholfen hatte, schwarze Vorfahren hatte? Caitlin grübelte noch über den Namen des Ortes und des Flusses nach, den die junge Einheimische genannt hatte, auch die Haut- und Haarfarbe der Frau machte sie stutzig. Sie schien nicht in Kuba zu sein, aber wo sonst?
„Tirja? In welchem land liegt Kay…Kay…“, fragend sah sie die Fremde an.
„Kaytha? Wir leben hier in Farath, etwa einen halben Tagesmarsch zur Grenze von Driwar.“, gab Tirja lächelnd Auskunft.
Farath? Driwar? Wo zur Hölle bin ich? dachte Cate Stirn runzelnd. Meine Damen und Herren, willkommen im Bermuda-Dreieck, hörte sie die Stimme des Piloten in ihrem Kopf widerhallen. Sollte etwa...? Nein, das konnte nicht sein. Caitlin schüttelte den Kopf. Sie hatte schon viel von diesem Phänomen gehört, aber sollte es wirklich wahr sein? Waren all die verschwundenen Schiffe und Flugzeuge wirklich keine Hirngespinste von irgendwelchen Reportern, die den Menschen Angst machen wollten? War sie wirklich eine von den Bermuda-Dreieck-Verschollenen, von denen man so viel in den Zeitungen las? Wenn ja, wo waren dann die anderen? Wo war der Mann mit der Glatze, der auf dem Sitz vor ihr saß? Wo war die Frau mit der piepsigen Stimme, die verzweifelt nach ihrem Lippenstift suchte? Wo waren die beiden Zwillinge, die ganz begeistert waren, als sie aus dem Cockpit kamen? Und wo war Jon?
„Haben Sie außer mir noch andere Leute gefunden? Vielleicht einen Mann, etwa 1,85m groß, blondes Haar, grüne Augen, Anzug, süß?“, fragte Cate mit einem hoffnungsvollen Lächelnd.
Auf Tirjas Stirn bildete sich eine kleine Falte, dann schüttelte sie den Kopf. „Nein, Te’Rah, Ihr wart die einzige, die wir fanden, seid Ihr etwa nicht alleine gereist?“
Caitlin seufzte leise. Anscheinend waren sie überall verstreut worden. Nachdenklich blickte sie auf ihre Hand, dann schüttelte sie den Kopf. „Doch, doch, aber ich dachte, ich hätte kurz bevor ich ohnmächtig geworden bin, noch jemanden gesehen, aber vielleicht haben sich meine Augen getäuscht.“
„Ja, Te’Rah, so wird es sein.“, stimmte Tirja ihr zu und stand wieder auf, wobei Caitlin ihre spitzen Ohren bemerkte. Überhaupt hatte die Frau eine Art und Weise, die ihr völlig unmenschlich vorkam. Sie hatte diese Ausstrahlung, die jeden Menschen in ihren bann zog.
„Ich habe meinen Sohn nach Eridar geschickt, damit von dort aus Boten gesendet werden, die nach Jemandem suchen, der euch kennen mag. Eine der Obersten aus Irdyn war bereits hier, doch sie sagte, dass ihr keine ihrer Priesterinnen seid, ihr jedoch alle Merkmale einer Te’Rah aufweisen würdet. Sie hat nach Garadas schicken lassen, damit man sich im Tarath der Vereinten nach Euch erkunde.“
Caitlin sah sie fragend an, dann nickte sie. „Nun, warum haben sie damit nicht gewartet bis ich wach war? Ich kann Ihnen doch sagen, wer ich bin und woher ich stamme.“
„Wir wussten nicht, wann Ihr erwachen würdet, Te’Rah, deshalb haben wir diese Vorkehrungen getroffen. Aber wenn Ihr es wisst, dann können wir uns einige Mühen ersparen.“, sagte Tirja erleichtert.
„Mein Name ist Caitlin Garner und ich stamme aus Dublin, Irland.“, sagte die Irin rasch, bemerkte jedoch, dass Tirja sie daraufhin nur fragend ansah. Sie musste wirklich in einer fremden Welt sein. „Denke ich zumindest“, fügte Caitlin dann mit einem gespielt unsicherem Lächeln hinzu. Tirja nickte. „Ihr seid noch etwas verwirrt, Te’Rah. Ruht Euch noch etwas aus. Wenn Ihr etwas braucht, dann ruft einfach. Ich bin draußen auf dem Hof.“ Die junge Mutter lächelte gütig, strich sanft über Caitlins Hand und stand dann schwerfällig auf um wieder hinauszugehen. Caitlin sah ihr nach und wandte den Blick erst von der Tür ab, als der Vorhang zufiel. Langsam ließ sie ihren Kopf auf das dünne Kissen zurücksinken und blickte gedankenverloren an die Decke. In dem Lichtstrahl der durch das Fenster hineinfiel, konnte sie den Staub in der Luft tanzen sehen und wie er vor jedem ihrer Atemzüge angezogen und wieder weggestoßen wurde, wenn sie ausatmete. Wenigstens das war ihr noch vertraut. Sie hob die Hand ins Licht. Wärme durchfloss ihre Finger, dann den Handrücken entlang hin zu den schwarzen Lederbändern, die sie am Handgelenk trug. Ein Seufzen entglitt ihren Lippen, als sie den nachtschwarzen Nagellack abblättern sah. Sie hasste es, wenn ihre Nägel ungepflegt aussahen, aber sie würde hier wohl nirgends Lack oder den benötigten Nagellackentferner bekommen, sie musste versuchen, ihr auf eine andere Art und Weise zu entfernen. Caitlin legte ihre Hand zurück auf den Bauch und spürte plötzlich einen stechenden Schmerz. „Was zum…“, stieß sie aus, zog die Decke mit der Rechten von ihrem Körper und entdeckte den dicken, an einigen Stellen bereits rötlich gefärbten Verband, der sich um ihre Taille zog. Vorsichtig strich sie mit den Fingerspitzen über den ordentlich angelegten Wundenschutz und zuckte zusammen, als sie über einer der blutenden Wunden angekommen war. Das kurze Bild eines scharfen Plastikteils, welches aus der Wandverkleidung des Flugzeugs herausragte, schoss ihr in den Kopf und verschwand genauso schnell, wie es gekommen war. War sie bei dem Absturz wirklich so schwer verletzt worden? Sie hatte es nicht bemerkt, oder hatte sie es einfach nur vergessen? Wahrscheinlich hatte ihr Körper mit einer kurzzeitigen Amnesie auf den Schock reagiert, den sie bei dem Absturz und dem wahrscheinlich starken Schmerz erhalten hatte.
Caitlin richtete ihren Blick auf den kleinen, aus dunklem Holz gefertigten Tisch auf dem die Holzschale mit dem Gebräu stand. Sie streckte ihre Hand nach dem Gefäß aus und setze es an ihre Lippen und trank noch ein paar Schlucke. Sie spürte, wie eine tiefe Zufriedenheit sich in ihr niederließ. Sie wurde schläfrig und langsam schlossen sich ihre Lider. Caitlin versank in einem traumlosen, tiefen Schlaf… Frieden.
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Irgendwann war er wieder in einen unruhigen Schlaf zurückgefallen. Dunkle Träume hatten ihn heimgesucht und ihn dazu gebracht, kurz vor Sonnenaufgang aufzustehen. Lendra hatte sich beruhig. Zusammengerollt lag sie auf ihrem alten Bett und lächelte befriedigt. Tarigen setzte sich auf die Bettkante und betrachtete seine Schwester nachdenklich. Er hatte sie so viele Jahre nicht gesehen. Mit sechs Menschenjahren war sie von zuhause fortgebracht worden und hatte seitdem in Kyr’Azul gelebt, aber sie hatten dennoch immer telepathischen Kontakt zueinander. Vor zwei Jahren hatte sie dann die Zeit der Agaï begonnen, in der sie durch Galindor ziehen und Erfahrungen sammeln konnte. Seit einem Jahr, lebte sie nun mit ihm zusammen in dem kleinen Turmzimmer in Farir, wo er als einer der Dragan Goriths weilte. Gorith, der Herr Galindor, der in dieser Welt schon mehr als fünftausend Jahre weilte, hatte ihm gelehrt, wie er mit den Drachen sprechen, sehen, hören und fühlen konnte. Er war mit ihm hinauf in den Gipfel des Saradun gestiegen, um den Drachen Gilvor, seinen Quill, zu finden. Gilvor lebte nun bereits seit über fünf Jahren mit ihm in der telepathischen Verbindung. Alles was Gilvor sah, dachte, hörte, spürte, empfand, konnte Tarigen ebenfalls wahrnehmen. Viel Schmerz und Leid hatten sie zusammen erlebt und überwunden und Tag für Tag wurde ihr Zusammenhalt stärker und lebenswichtiger für jeden von ihnen.
Er spürte, wie Gilvor zu lächeln begann bei seinen Gedanken. >> Guten Morgen, Gilvor! <<, sagte Tarigen in Gedanken und erhob sich dabei von dem Bett seiner Schwester. << Sieh sie nicht so an, Tarigen, du weißt, dass sie deine Schwester ist, du kannst sie nicht haben, auch wenn ihr nicht verwandt wärt, die ist bereits einem anderen versprochen. >>, sagte Gilvor ernst und übernahm einen Augenblick die Kontrolle über Tarigen, um ihn von seiner Schwester wegzulenken. Tarigen hasste es, wenn er das tat. Gilvor wusste es, natürlich wusste er es, aber es machte ihm Spaß, Tarigen in Rage zu bringen. „Du wirst dann immer so komisch“, hatte Gilvor einst gesagt, als Tarigen ihm verbieten wollte es zu tun. >> Ich weiß Gilvor, aber als ich sie das erste Mal sah, da war es…<< er verstummte und dachte über seine Wortwahl nach. <<Nur die brüderliche Liebe und Freunde die dich überkam, aber du hast sie falsch interpretiert, Tarigen, es ist dein brüderlicher Stolz darüber, eine so hübsche und begehrte Schwester zu haben, dass du es selbst als Liebe interpretierst. Glaub mir Tarigen, ich weiß, dass es so ist und nicht anders. Ich kenne dich gut genug…>> Gilvor lachte leise. Tarigen dachte einen Moment über die Worte des Quills nach, dann nickte er. >>Wahrscheinlich hast du recht, mein Freund, vielleicht sehnt mein einsames Herz sich so sehnlichst nach einer Gefährtin, dass es jede akzeptieren würde, selbst wenn es meine Schwester wäre. << der junge Digas seufzte, warf noch einen kurzen Blick zu seiner schlafenden Schwester, dann verließ er den Raum durch die alte Eichentür, deren Scharniere leise knarrten. << Die Richtige wird schon noch kommen, sogar ganz bald schon. >> sagte Gilvor und ließ Tarigen Spaß halber die nächste Stufe verfehlen, so dass er stolperte.
„Gilvor! Lass das!“, rief Tarigen laut aus und wurde diesem erst gewahr, als die Wände die Worte wieder zu ihm zurück warfen. Es musste in dem gesamten Gebäude zu hören gewesen sein. << Entschuldige… >> sagte Gilvor leise, als er spürte, dass Tarigen bei dem Versuch sich wieder zu fangen den Fuß umgeknickt hatte und es ihn wirklich einen kurzen Moment schmerzte. Der Dragan schüttelte den Kopf und beendete die Verbindung zwischen ihm und dem Drachen. Er wollte seine Ruhe vor diesem frechen Reptil haben, das ihm täglich nur Streiche spielen wollte, die eigentlich immer freundschaftlich gemeint waren, aber bei Tarigen nie so ankamen wie sie sollten.
Vorsichtig stieg er weiter die alte, ausgetretene Treppe hinab und trat schließlich hinaus in den Hof. Der typische morgendliche Sommerduft stieg ihm in die Nase. Er schloss die Augen und sog die kühle, saubere Luft tief ein. Er spürte, wie seine Lungen die Luft aufnahmen und der Brustkorb sich rhythmisch bei jedem Atemzug auf und ab bewegte. Ruhig atmend öffnete er die Augenlider wieder und blickte mit seinen grauen Augen zu der gegenüber liegenden Gebäudefront. Weit streckten sich die Stallungen an dem großen Hof entlang. Hier und da reckte eines der schwarzen Pferde seinen Kopf durch die kleinen Fenster, die in die Wände eingelassen und in der Nacht meist verschlossen waren. Hier und dort hörte er friedliches Schnauben und das beruhigende Malmen der Kiefer, von den Tieren die ihr Morgenheu fraßen. Tarigen liebte diese morgendliche Stille die man nur gegen Sonnenaufgang auf dem Hof finden konnte, wenn die Stalljungen sich noch einmal im Stroh schlafen gelegt hatten, die Dienstmägde gerade erst aus ihren Betten stiegen und die Geweihten sich im Gebetsraum zum Choral versammelt hatten und zuvor ihre Götter in einem Stillen Gebet um einen guten Tag zu bitten. Tarigens Füße trugen ihn durch das große Stalltor hinein in die Stallungen. Das fahle Morgenlicht drang durch die wenigen geöffneten Fenster und beleuchtete den großen Raum nur wenig. Leise schlich sich der Dragan an den Pferden vorbei. Einige hoben die Köpfe und begrüßten ihn mit einem leisen Wiehern, andere drehten nur kurz die Ohren in seine Richtung ohne von ihrem Heu oder ihrem sanften Dösen abzulassen. Ein Lächeln stahl sich auf Tarigens Lippen, als er zu den Stuten kam, die im letzten Frühling Mütter geworden waren. Die kleinen Fohlen, häufig noch braun lagen in dem goldgelben Stroh. Ihre Nüstern blähten sich gleichmäßig und ihre Ohren zuckten im Schlaf. Seine Hand glitt zu einer der dunkelgrauen Boxentüren und öffnete sie. Die junge Stute drehte sich zu ihm um und begrüßte ihn mit einem sanften Schnauben, wie sie es jeden Morgen tat. Tarigens Hand strich über den dicken Bauch der Rappstute, dann beugte er sich hinab und betrachtete das Euter des Tieres. Seine scharfen Augen erblickten die kleinen Harztröpfchen, die sich an den Zitzen gebildet hatten. „Nûrien, ich denke, dass dein Kind nicht mehr lange auf sich warten lässt.“, flüsterte er seiner Stute zu, die ihn mit ihren sanftmütigen braunen Augen ansah. Plötzlich warf die Stute den Kopf in die Höhe und lauschte aufmerksam in Richtung Hof. Nun hörte auch Tarigen das Klappern der Pferdehufe, die sich dem Gelände näherten. Die Stute begann nervös zu Schnauben, ein Zeichen dafür, dass das ankommende Pferd nicht von diesem Gestüt stammen konnte. Sie reagierte immer nervös und ängstlich auf fremde Tiere. „Ruhig, meine Schöne“, sagte Tarigen beruhigend und strich ihr dabei zärtlich über die Schläfen. Er wusste, dass sie sich dann schnell beruhigen würde. Der Dragan verließ die Box und stieß mit einem der Stalljungen zusammen, der den ankommenden Reiter ebenfalls gehört hatte und nun hoffe, sich ein paar Kupferstücke dazuverdienen zu können, wenn er der erste war, der sich des Pferdes annahm. „Na lauf“, sagte Tarigen lachend, als der Junge stehen blieb und sich mehrere Male für sein Verhalten entschuldigte. Der junge Digas entschuldigte sich ein weiteres Mal, neigte kurz den Kopf und eilte dann hinaus auf den Hof. Tarigen folgte ihm schnellen Schrittes. Draußen blieb er auf dem weißgelben Sand stehen und blickte zum Tor. Der Wärter hatte die kleine Luke geöffnet und redete mit der Person die vor dem Tor stand. Er nickte, schloss das kleine Fenster und öffnete den Teil des Tores, der es einem Reiter erlaubte, hindurch zureiten, ohne sich zu beugen. Tarigen erblickte den weiß-braunen Schecken. Ein schönes Tier, auch wenn es nicht den Anforderungen der Digas entsprach, die nur schwarze Pferde in ihrer Zucht hielten. Eine zierliche Gestalt saß im Sattel. Ihr Gesicht war unter der Kapuze ihres dunkelgrünen Mantels verborgen, bis die behandschuhte Hand sie zurückzog. Das Gesicht einer Elfe kam zum Vorschein. Sie musste eine der Bergelfen aus den Bergen rund um Thar sein, denn das blau-schwarze Haar war nur in diesem Gebiet vorzufinden. Als er noch einmal hinsah, konnte er das Gesicht der Reiterin erkennen, die lächelnd auf ihn zuritt. „Tarigen, wie schön dich zu sehen.“ Sie senkte den Kopf zum Gruß, dann schwang sie sich galant vom Rücken des Tieres. Erst jetzt bemerkte Tarigen, dass sie ohne Zaumzeug und Sattel geritten war, typisch für sie. „Suala, ich freue mich auch, dich hier zu sehen. Du reist wieder zu Pferde?“ Die junge Frau nickte. „Ja, ich hatte es vermisst und ich dachte, es würde dich freuen wenn ich so komme und nicht plötzlich erscheine, es würde schließlich zu viel Aufruhr geben“ sie warf dem Stallburschen, der wartend neben ihr stand ein freundliches Lächeln zu, dann griff sie in ihre Tasche und gab ihm einen kleinen Silberling. Die Augen des Jungen begannen zu leuchten. „Gib ihr etwas Wasser und mische dies bitte unter ihr Futter, sie ist erschöpft von der Reise.“ Der Junge nickte, nahm den Beutel entgegen und griff die Stute in der Mähne um sie in eine der Gastboxen zu führen.
Tarigen bedeutete Suala mit einer Geste ihm in das Gebäude zu folgen. Sie betraten die Küche durch den Dienstboteneingang und ließen sich an dem alten Tisch nieder, der in einer Ecke der kleinen Küche stand, welche für die Verpflegung der Mägde und Burschen zuständig war. Ein paar junge Mädchen standen bereits an einer der Arbeitsflächen und kneteten den Teig für das Brot. Sie senkten kurz die Köpfe zum Gruß und eine brachte den beiden einen Krug Wasser und Becher an den Tisch. „Danke“, sagte Tarigen und fügte, als das Mädchen verschwunden war hinzu: „Suala, wie geht es dir und was führt dich zu uns?“ „Du hast vergessen, dass es einer Eldin nicht schlecht gehen kann“, sagte sie lachend. Man sah ihr kaum an, dass sie nur zur Hälfte elfisch war, ihre Mutter war eine Digas, sie war eine Weltenwandlerin, eine von den wenigen, die plötzlich an einem völlig anderen Ort sein können, allein indem sie daran denken, jene, die keine Magie benötigten um das zu bekommen was sie wollten. Sie waren die einzigen, die die Fähigkeit auf diese Art und Weise zu reisen nutzen durften.
Tarigen lachte ebenfalls. „Ich wollte nur höflich sein, also, Suala, was führt dich zu uns. Schlechte Nachrichten?“ Die Eldin schüttelte den Kopf. „Nein, es geht um eine Frau die gefunden wurde. Von der Kleidung her könnte sie eine Te’Rah sein, aber wir haben bereits die obersten der Te’Rah befragt, sie vermissen keine ihrer Priesterinnen, ebenfalls aus Garadas weiß keiner wer sie ist. Wir hoffen, dass Gorith weiß, wer sie sein könnte und woher sie stammt.“ Tarigen nickte. Sein Blick glitt nachdenklich auf das Gestein der Wand neben ihm. Das Gebäude war aus vielen großen Steinen gewachsen und jeder Stein hatte seine eigene Gestalt. „Ich werde meine Schwester wecken und Gorith verständigen, treffen wir uns in einer halben Stunde in der großen Halle? Bis dahin wird Kary dir dein Zimmer zeigen.“ Er winkte eines der Mädchen herbei und gab ihr ihre Anweisungen. Das Mädchen nickte und führte Suala durch eine der Türen aus dem Raum.
Tarigen wartete, bis Suala und Kary die alte Küche verlassen hatten, dann stürzte er aus der Tür, wobei er sich an dem niedrigen Holm den Kopf stieß. Er spürte, wie seine Haut sich schwellte und eine Beule sich auf der rechten Seite seiner Stirn zu bilden begann. Während des Laufes betastete er die Ausbuchtung und schnaubte verärgert. Er stolperte die alten, abgesackten Stufen des Turmes hinauf, nahm dabei zwei manchmal auch drei auf einmal. Die schwere Tür knallte gegen den dahinter stehenden Tisch. Lendra fuhr aus dem Schlaf empor, ihren großen Dolch in der Hand, bereit zu zustechen. Sie erblickte Tarigen und ließ die Waffe langsam sinken. Ihre Blicke straften ihn genug. Tarigen warf ihr einen kurzen, entschuldigenden Blick zu, bevor er auf den Stuhl zuhastete auf dem sie am Abend zuvor ordentlich ihre Kleidung gelegt hatte. „Los, Zieh dich an, Suala ist da und sie benötigt unsere Hilfe, es wist wichtig.“, befahl er ihr in einem herrischen Ton und warf ihr die Kleidung entgegen. Lendra hielt immer noch den Dolch in den Händen. Die Klinge war von Meisterhand bearbeitet worden, die lange, blank polierte Klinge endete in einem dunklen Heft, dessen Griff mit dunklem Leder umbunden war. Fragend sah Lendra ihn an. „Worauf wartest du noch?“ Tarigen sah sie abwartend an. Lendras Blick wanderte von ihm zur Tür und dann an sich selbst herunter. „Vielleicht darauf, dass du zu Gorith gehst, damit ich mich anziehen kann?“, Lendra hob leicht die Brauen an, als sie dies sagte. Tarigen verstand ihre Aufforderung und eilte die Treppe wieder hinab um sich auf den Weg in Goriths Gebetshaus zu machen, wo man den Alten um diese Tageszeit immer antreffen konnte.
Kopfschüttelnd blickte Lendra hinter ihrem Bruder her, dann schwang sie die Beine aus dem bett und begann, sich langsam anzuziehen, was konnte schon so wichtig sein, dass man am frühen Morgen so viel Hektik machte?
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