Gedichte

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    Re: Gedichte

    Tinnu - 01.03.2005, 21:41

    Gedichte
    Also ich hab gedacht hier können wir Gedichte posten und so.ich glaub arg viel mehr muss ich dazu nicht sagen oder?
    ich hoff nur wir ham des noch nich :pfeif:

    Auf der anderen Seite des Weges

    Der Tod ist nichts, ich bin nur in das Zimmer
    nebenan gegangen. Ich bin ich, ihr seid ihr.
    Das, was ich für Euch war, bin ich immer noch.
    Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.
    Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
    Gebraucht nicht eine andere Redensweise,
    seid nicht feierlich oder traurig.
    Lacht weiterhin über das, worüber wir gemeinsam
    gelacht haben.
    Betet, lacht, denkt an mich, betet für mich
    damit mein Name im Hause gesprochen wird,
    so wie es immer war,
    ohne besondere Betonung, ohne die Spur des Schattens.
    Das Leben bedeutet das, was es immer war.
    Der Faden ist nicht durchschnitten.
    Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
    nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
    Ich bin nicht weit weg,
    nur auf der anderen Seite des Weges.
    Charles Pierre Péguy (1873 - 1914), französischer Dramatiker


    ich find des irgendwie voll schön,aber bis man das wirklich schafft,also normal über diese person zu reden und so,das braucht immer ne weile,bei mir zumindest...



    Re: Gedichte

    Anonymous - 02.03.2005, 17:40


    Is echt gut das Gedicht...



    Re: Gedichte

    Kyna - 04.03.2005, 16:20


    Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben! Rainer Maria Rilke

    Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!
    Sie zu halten, wäre das Problem.
    Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,
    wo ein endlich Sein in alledem? -

    Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen
    jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:
    Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,
    und das willig Liegende verschwimmt -

    Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; -
    aber auch in ihnen flimmert Zeit.
    Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt
    obdachlos die Unvergänglichkeit.



    Re: Gedichte

    Kyna - 04.03.2005, 16:22


    Wenn es nur einmal so ganz stille wäre

    Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.
    Wenn das Zufällige und Ungefähre
    verstummte und das nachbarliche Lachen,
    wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,
    mich nicht so sehr verhinderte am Wachen -:

    Dann könnte ich in einem tausendfachen
    Gedanken bis an deinen Rand dich denken

    und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),
    um dich an alles Leben zu verschenken
    wie einen Dank.

    Rainer Maria Rilke, 22.9.1899, Berlin-Schmargendorf



    Re: Gedichte

    Soph - 06.03.2005, 04:45


    Vorsicht!
    Der, den ich liebe,
    hat mir gesagt,
    dass er mich braucht!
    Darum,
    gebe ich auf mich Acht,
    sehe auf meinen Weg und
    fürchte mich vor jedem Regentropfen,
    dass er mich erschlagen könnt!


    leider weiß ich nicht von wem das war. ich weiß ich hattes schonmal gepostet, aber ich hänge da irgendwie dran. auch wenns weh tut, weil ich dann an meinen kleinen denken muss... *sfz*



    Re: Gedichte

    Tinnu - 28.03.2005, 19:58


    Im Biergarten

    Na also! Frühling! Es ist Mai.
    Der Ober bringt kein Bier herbei.
    Er kratzt sich nur am Oberschenkel
    und hält den leeren Krug am Henkel.
    Dann ist‘s soweit. Der Stoff rollt an.
    Ein jeder säuft, so gut er kann.
    Bald fällt man rückwärts vom Gestühle.
    Wie denn? Na: endlich Maigefühle!
    Worauf man, während alles feiert,
    ganz stille in die Büsche reihert.
    © Wolfgang J. Reus (*1959), deutscher Journalist, Satiriker, Aphoristiker und Lyriker

    musste einfach mal sein^^



    Re: Gedichte

    Kyna - 01.04.2005, 19:27


    :D
    *lol*



    Re: Gedichte

    Tinnu - 02.04.2005, 16:16


    Ein Freund, der mir den Spiegel zeigt,
    den kleinsten Flecken nicht verschweigt,
    mich freundlich warnt, mich herzlich schillt,
    wenn ich nicht meine Pflicht erfüllt:
    Der ist mein Freund,
    so wenig er‘s scheint.

    Doch wenn mich einer schmeichelnd preiset,
    mich immer lobt, mir nichts verweiset,
    zu Fehlern gar die Hände beut:
    Der ist mein Feind,
    so freundlich er auch scheint.
    Christian Fürchtegott Gellert (1715 - 1769), deutscher Erzähler, Fabel- und Liederdichter

    Wert!

    Im Spiegel ein Mensch,
    erkenne dich.
    Wagemutig ins Leben,
    Ruf von Freiheit erfüllt deine Seele.
    Die Nacht ist ruhig und klar ,
    Ordnung der eigenen Vernunft.
    Ein Lächeln für die Welt,
    Gleichgewicht der Realität und deiner Träume.
    Augen voller Sehnsucht,
    Wärme umhüllt dein Herz und du bist glücklich,
    denn dein Wert ist unendlich für diese Welt.
    © by Fee Osa Greif (*1979)



    Re: Gedichte

    Kyna - 02.04.2005, 19:22


    die sind cool, die zwei



    Re: Gedichte

    leonie 23 - 07.12.2005, 17:43

    ??? Bräuchte mal Eure Hilfe bitte!!!
    Hallo Tinnu,
    ich weiß der thread ist uralt, aber vielleicht liest Du es ja trotzdem, ich hoffe es! Ich habe das von Dir gepostete Gedicht "Wert" von Fee Osa Greif heute geschickt bekommen. Nur ehrlich gesagt weiß ich mit dem Inhalt nicht so wirklich etwas anzufangen.

    Hast Du Dich vielleicht schon näher damit beschäftigt oder sogar eine Gedichtinterpretation darüber gelesen, sodass Du mir sagen kannst, was sie damit ausdrücken will?

    Du / oder auch alle anderen - Ihr wärt mir echt eine große Hilfe!!!

    Viele Grüße vom Neuling

    Leonie :)



    Re: Gedichte

    <<NightArrow>> - 07.12.2005, 21:23


    hm... also ich würde jetzt sagen, dass der Spiegel dir dein Äußeres zeigt, aber auch irgendwie dein Inneres, weil du drüber nachdenkst, wer du wirklich bist und dass du feststellst, dass du von so großer Bedeutung für die Welt bist, dass dich dieses denken glücklich macht... oder so ^^



    Re: Gedichte

    †warumono† - 08.12.2005, 05:15


    ich würd dir echt gern helfen, aber ich war nie gut in "gedichts-analisen" ^^U



    Re: Gedichte

    Kyna - 08.12.2005, 12:55


    hmm... is ein schwieriges gedicht zum interpretieren.
    irgendwie, der mensch ist mehr als nur sein spiegelbild und der spiegel ist ein symbol der Selbsterkenntnis
    und man soll mutig hinaus in die welt stapfen und gutes tun und jeder mensch ist unendlich kostbar oda so



    Re: Gedichte

    leonie 23 - 09.12.2005, 09:57


    Hm, ok, danke Euch schonmal für Eure Interpretationsversuche!! :) Hilft mir schon ein bißchen weiter, auch wenn ich nicht genau weiß, ob meine Bekannte das auch so verstanden hat und mir deshalb aus Dank oder was auch immer das Gedicht geschickt hat oder ob sie andere Beweggründe hat. Es bleibt mir noch immer ein kleines Rätsel, was sie mir damit genau sagen will; weil wir sind momentan eigentlich nicht so dicke, dass ich für sie einen unschätzbaren Wert hätte, wäre zumindest etwas komisch... *immernochetwasratlosbin*

    LG, leonie



    Re: Gedichte

    Tinnu - 10.12.2005, 17:05


    also ich hätte es auch so gedeutet wie die anderen,in deinem fall könnte mans aber vielleicht auch als entschuldigung oder so sehen.
    so nach dem moot:wir sind im moment vielleicht grad nicht so gut,hab dich aber immernoch lieb und du bist mir immernoch viel wert auch wenn du möglicherweise denkst,dass es nicht so ist...
    und wenns dir scheiße geht,sie nach vorne,denn es wird schon wieder

    vielleicht hat ihr das gedicht aber auch nur gefallen oder so kp.

    sorry übrigens dass ich erst so spät antworte,habs voll verpeilt!



    Re: Gedichte

    Kyna - 16.12.2005, 20:07


    Mondbeglänzte Zaubernacht,
    die den Sinn gefangen hält,
    wundervolle Märchenwelt,
    steigt auf in der alten Pracht

    Ludwig Tieck (1773-1853)



    Re: Gedichte

    <<NightArrow>> - 17.05.2006, 14:09


    hey ihrs, ich brauch fürn Deutschunterricht asiatische Gedichte
    wisst ihr wo ich welche finden kann?



    Re: Gedichte

    †warumono† - 17.05.2006, 20:15


    schwer schwer... ich find nur asiatische sprichwörter... ._.
    was wenn du irgendwelche asiatische dichter in google suchst? vielleicht erscheinen auch denen ihre gedichte o.o



    Re: Gedichte

    <<NightArrow>> - 17.05.2006, 21:43


    hab etzt zwei chinesische Autoren (okay, einer ist in Österreich aufgewachsen ^^) und hab von denen auch ein paar Gedichte.
    Hoffe mal unsere mexikanische Austauschhülerin erreicht ihre Eltern in den nächsten Tagen. Sie ist Halbjapanerin vielleicht können ihre Eltern da auch noch ein bissl helfen wegen Autoren und so ^^



    Re: Gedichte

    Kyna - 18.05.2006, 14:17


    hmmm... hab leider auch keine ahnung von asiatischen Gedichten, sorry



    Re: Gedichte

    Tinnu - 18.05.2006, 19:18


    ich hätts auch so wie fiby gemacht,such am besten einfach mal fleißig in google



    Re: Gedichte

    Kyna - 06.10.2006, 13:51


    also das gedicht kam in einer kettenmail, nichtsdestotrotz find ichs irgendwo gut, vor allem den kp wie das heißt refrain?


    SLOW DANCE


    Have you ever watched kids
    On a merry-go-round?
    Or listened to the rain
    Slapping on the ground?
    Ever followed a butterfly's erratic flight?
    Or gazed at the sun into the fading night?

    You better slow down.
    Don't dance so fast.
    Time is short.
    The music won't last.

    Do you run through each day
    On the fly?
    When you ask How are you?
    Do you hear the reply?
    When the day is done
    Do you lie in your bed
    With the next hundred chores
    Running through your head?

    You'd better slow down
    Don't dance so fast.
    Time is short.
    The music won't last.

    Ever told your child,
    We'll do it tomorrow?
    And in your haste,
    Not see his sorrow?
    Ever lost touch,
    Let a good friendship die
    Cause you never had time
    To call and say,"Hi"

    You'd better slow down.
    Don't dance so fast.
    Time is short.
    The music won't last.

    When you run so fast to get somewhere
    You miss half the fun of getting there.
    When you worry and hurry through your day,
    It is like an unopened gift....
    Thrown away.
    Life is not a race.

    Do take it slower
    Hear the music
    Before the song is over.



    Re: Gedichte

    †warumono† - 08.10.2006, 01:42


    woah~ *0*
    ich mag die idee hinter dem gedicht, very nice ^^



    Re: Gedichte

    Kyna - 05.11.2006, 14:48


    Doch heimlich dürsten wir ...
    Anmutig, geistig, arabeskenzart
    Scheint unser Leben sich wie das von Feen
    In sanften Tänzen um das Nichts zu drehen,
    Dem wir geopfert Sein und Gegenwart.

    Schönheit der Träume, holde Spielerei,
    So hingehaucht, so reinlich abgestimmt,
    Tief unter deiner heiteren Fläche glimmt
    Sehnsucht nach Nacht, nach Blut, nach Barbarei.

    Im Leeren dreht sich , ohne Zwang und Not,
    Frei unser Leben, stets zum Spiel bereit,
    Doch heimlich dürsten wir nach Wirklichkeit,
    Nach Zeugung und Geburt, nach Leid und Tod.

    Hermann Hesse "Das Glasperlenspiel", Dezember 1932

    irgendwie mag ich das gedicht, weiß auch nciht



    Re: Gedichte

    Kyna - 05.11.2006, 15:02


    ich find charles baudelaire irgendwie interessant.. le fleurs du mal der titel seiner gedichtsammlung klingt schon gut
    ich schau mal und poste in nächster zeit vielleicht mal ein paar gedichte von ihm



    Re: Gedichte

    Kyna - 08.11.2006, 21:04


    Charles Baudelaire

    De profundis clamavi

    Zu dir, du Einzige, soll mein Ruf erschallen
    Aus tiefster Nacht, darin mein Herz versank.
    Hier ist die Luft wie Blei, die Erde krank,
    Und Fluch und Schauder durch das Dunkel wallen.

    Sechs Monde schwebt die Sonne kalt und fahl,
    Sechs Monde sind von eisiger Nacht umsponnen,
    Es grünt kein Baum, kein Strauch, es rauscht kein Bronnen,
    Auf Erden ist kein Land so tot und kahl.

    Und nichts auf dieser Erde weit und breit
    Gleicht jener kalten Sonne Grausamkeit,
    Dem Chaos dieser ungeheuren Nacht.

    Das niedre Tier selbst meinen Neid entfacht,
    Dem dumpf in Schlaf gewälzt der Tag vergeht,
    Wenn langsam sich der Zeiten Spindel dreht.


    Die Litanei des Satans

    O Cherub, weisester, schönster von Gottes Söhnen,
    Gestürzt, selbst noch ein Gott, dem keine Psalmen tönen,
    Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

    O König des Exils, den man mit Schmach bedeckt,
    Und der, besiegt, voll Trotz das Haupt nur höher reckt,
    Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

    Du, der du alles weisst, Herrscher in dunkeln Tiefen,
    Helfer der Menschen, die in bittrer Angst dich riefen,
    Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

    Der Liebe selbst ins Herz Verstossener, Kranker senkt,
    Und ihnen so den Duft aus Edens Gärten schenkt,
    Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

    Der sich die Todesnacht zur Liebsten wählt und Herrin,
    Mit ihr die Hoffnung zeugt, die wunderholde Närrin,
    Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

    Der dem Verfemten schenkt den Blick voll Ruh und Spott,
    Mit dem er niederwirft das Volk um sein Schafott,
    Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

    Der in der Erde kennt die tiefverborgnen Schreine,
    Darin der neidische Gott verbirgt die Edelsteine,
    Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

    Du, dessen klarer Blick erkennt den finstern Schacht,
    Drin die Metalle ruhn, gehüllt in Schlafes Nacht,
    Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

    Du, dessen Hand verdeckt Abgrund und Schlucht und Wirren,
    Nachtwandelnde beschützt, die über Dächer irren,
    Satan, erbarm, dich mein in meiner tiefen Not!

    Der heil aus der Gefahr den alten Säufer zieht,
    Der unter Pferdeshuf taumelnd am Weg geriet,
    Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

    Der uns zum Trost gelehrt, wenn Leiden uns bedrängen,
    Mit des Salpeters Kraft den Schwefel zu vermengen,
    Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

    Der, Helfershelfer uns, sein Mal gebrannt voll List
    Auf jedes Reichen Stirn, der feil und grausam ist,
    Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

    Der in des Mädchens Herz tief seine Saat gesenkt,
    Dass es voll Lust an Blut und Grau'n und Fetzen denkt,
    Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

    Der Ausgewiesnen Stab und des Erfinders Licht,
    Erhenkter Trost und Schutz, Verbrechers Zuversicht,
    Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

    Aller Verstossnen Freund und liebender Berater,
    Die einst in finstrem Zorn aus Eden stiess der Vater,
    Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!


    Der Tod der Liebenden

    So tief und weich, als ob es Gräber wären,
    Lass unsre duftumhüllten Lager sein,
    Und ringsum Blumen, die in schönren Sphären
    Für uns erblüht in einem fremden Hain.

    Lass unser letztes Glühen und Begehren
    Gleich düsterroten Fackeln lodern drein,
    Zwiefache Flammen, die sich spiegelnd mehren
    In unsrer Doppelseele Widerschein.

    Der Abend brennt in rosig-blauem Flimmer,
    Ein letztes Glühen noch, dann schweigt für immer
    Der lange Seufzer, schwer von Abschiedsqual.

    Und lächelnd tritt ein Engel in das Zimmer
    Und weckt zu neuem Leben, neuem Schimmer
    Erloschne Spiegel, toter Kerzen Strahl.



    Re: Gedichte

    Kyna - 02.12.2006, 14:34


    Charles Baudelaire
    Hingabe

    Engel voll Heiterkeit, kennst du die finsteren Mächte,
    Kennst du das Schluchzen der Reue, der Scham und der Gier,
    Kennst du das fiebernde Grauen der furchtbaren Nächte,
    Die das Herz uns zerpressen, zerknittern wie schwaches Papier?
    Engel voll Heiterkeit, kennst du die finsteren Mächte?

    Engel voll Güte, kennst du das lautlose Hassen,
    Fäuste im Dunkeln geballt und die Tränen der Wut,
    Wenn Rachsucht und Wildheit den Weckruf erschallen lassen,
    Zu Herren sich machen über den Geist und das Blut?
    Engel voll Güte, kennst du das lautlose Hassen?

    Engel voll Reinheit, kennst du die fiebrischen Qualen,
    Die an der endlosen Krankenhausmauer entlang
    Wie Verdammte sich schleppen, lechzend nach Sonnenstrahlen,
    Seltsam die Lippen bewegend, mit zögerndem Gang?
    Engel voll Reinheit, kennst du die fiebrischen Qualen?

    Engel voll Schönheit, kennst du die schmerzlichen Falten,
    Die Angst vor dem Alter und jener quälenden Pein,
    Was wir so lange für Glück und für Liebe gehalten,
    In lächelnden Augen zu lesen als Treue allein?
    Engel voll Schönheit, kennst du die schmerzlichen Falten?

    Engel voll Güte und Freude, du leuchtende Sonne,
    Der sterbende David hätte Genesung erfleht
    Von deines herrlichen Leibes strahlender Wonne,
    Ich aber flehe nur eines: denk' mein im Gebet,
    Engel voll Güte und Freude, du leuchtende Sonne!


    Heinrich Heine
    Der Asra

    Täglich ging die wunderschöne
    Sultanstocher auf und nieder
    Um die Abendzeit am Springbrunn,
    Wo die weißen Wasser plätschern.

    Täglich stand der junge Sklave
    Um die Abendzeit am Springbrunn,
    Wo die weißen Wasser plätschern;
    Täglich ward er bleich und bleicher.

    Eines Abends trat die Fürstin
    Auf ihn zu mit raschen Worten:
    Deinen Namen will ich wissen,
    Deine Heimat, deine Sippschaft!

    Und der Sklave sprach: Ich heiße
    Mohamet, ich bin aus Yemmen,
    Und mein Stamm sind jene Asra,
    Welche sterben, wenn sie lieben.

    irgendwie find ich das so schöntraurig, kp warum



    Re: Gedichte

    Kyna - 17.01.2007, 17:47


    Verzeih mir ...

    Es gibt Tage,
    manchmal sogar Wochen,
    da ist man so von sich überzeugt,
    sich so sicher das Richtige zu tun,
    das Richtige getan zu haben.

    Man rennt lächelnd durch sein Leben,
    schaut nicht links,
    schaut nicht nach rechts,
    rennt,
    immer nur geradeaus,
    und ohne Ziel.

    Dann kommt diese Sekunde,
    dieser Moment der alles ändert,
    dieser Augenblick,
    den Blick nur flüchtig über die Schulter geworfen,
    und man sieht,
    was einmal war
    und nun für immer verloren ist.

    Dieser verfluchte Augenblick,
    in dem man realisiert was wirklich geschah,
    was man getan,
    was man einfach so weggeworfen hat.

    Dann kommen die Fragen,
    und keine Antworten ...

    Undatiert




    Sieben

    Sieben Sterne sah ich scheinen
    Im düst'ren Jahr des siebten Mondes
    Sieben Wolken sah ich weinen
    Als der Tod die Welt betrat

    Mit Blitz und Donner war er gekommen
    Des Lebend'gen mächt'gster Feind
    Hat sich die Welt in einem Tag genommen

    Sieben Vögel sah ich fliehen
    Am siebten Tage der Finsternis
    Sieben Winde sah ich ziehen
    Als sich die Menschheit unterwarf

    Aus der Menschen' Traum geboren
    Konnte niemand ihn besiegen
    Ein Freund, zum Feinde auserkoren

    Sieben Sonnen sind vergangen
    Zum siebten mal sich Klingen kreuzen
    Sieben sind es, die noch Leben
    Um sich dem Schrecken selbst zu stellen

    Geschaffen aus der Menschen Träume
    War er dem Nichts ganz jäh entsprungen
    Der Schrecken, der ihr Ende war
    Nicht einenTag ihr Feind gewesen

    Sebastian B. Klostermeier



    Re: Gedichte

    †warumono† - 14.02.2007, 05:32


    verzeih mir... fand ich sehr schön *0*



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