Angebots- und nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik

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    Re: Angebots- und nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik

    Matze - 05.12.2006, 23:24

    Angebots- und nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik
    Nochmal zum Nachlesen und Üben!


    Angebots- und nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik
    Wirtschaftspolitik ist die Beeinflussung der Wirtschaft durch politische Maßnahmen, also durch den Staat.
    In der Vergangenheit haben sich verschiedene Theorien entwickelt, ob und wie diese Beeinflussung stattfinden sollte.
    1) Die klassische Finanzpolitik / Parallelpolitik

    Vertreter: Die nationalökonomischen Klassiker, Adam Smith, Jean-Baptiste Say, David Ricardo u.a.

    Grundgedanke: Der Staat soll in das gesamtwirtschaftliche Geschehen nicht eingreifen, da der Markt sich in seinem freien Spiel selbst reguliert und zu einem Optimum tendiert, d.h. zu einem Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage bei Vollbeschäftigung. Die Antriebskraft ist der Eigennutz der automatisch dem Gemeinnutz dient.

    Konsequenz: Prozyklische Finanzpolitik (Sparen in der Depression , Ausgeben der Einnahmen in der Hochkonjunktur)
    Þ Begrenzung der Staatsausgaben auf ein Minimum
    Þ Neutrale Steuerpolitik (klassisches Neutralitätspostulat)
    Þ Grundsatz des ausgeglichenen Staatshaushaltes

    Say’sches Theorem: Jedes zusätzliche Angebot schafft sich eine eigene Nachfrage.

    Die klassische Finanzpolitik endete 1929 mit der Weltwirtschaftskrise.


    2) Antizyklische Finanzpolitik / Nachfragepolitik

    Vertreter: John M. Keynes (1883-1946), englischer Ökonom

    Grundgedanke: Die Selbstheilkräfte des Marktes reichen nicht aus, um Vollbeschäftigung zu erreichen. Es ist die Aufgabe des Staates mit Hilfe einer antizyklischen Haushaltspolitik (Fiskalpolitik ) für Vollbeschäftigung zu sorgen. Ansatzpunkt ist die gesamtwirtschaftliche Nachfrage, die es anzukurbeln gilt.
    Bei Hochkonjunktur soll eine Haushaltsrücklage gebildet werden, während in der Rezession die Nachfrage durch staatliche Investitionen z.B.
    - Finanzhilfen von Bund an Länder
    - Senkung der Einkommens- und Körperschaftssteuer um die private Konsumgüternachfrage zu erhöhen
    - Zusätzliche öffentliche Ausgaben, ggf. über Kredite finanziert („deficit spending“)
    - Investitions- bzw. Beschäftigungsprogramme ...
    angeregt werden soll.

    Kritik:
    1) Unkalkulierbare Wirkungsverzögerungen
    2) Wachsende Staatsverschuldung
    3) Strukturverzerrende Wirkungen (Besonderheiten der Wirtschaftsstruktur werden nicht berücksichtigt)
    4) Ausweitung des staatlichen Sektors (Beeinträchtigung der Leistungsanreize)
    5) Versagen der Theorie bei stagflationären Entwicklungen

    Die antizyklische Finanzpolitik endete 1973 mit der Ölkrise.


    3) Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik / Monetarismus

    Vertreter: Milton Friedman u.a., geb.1912, amerikanischer Nationalökonom

    Grundgedanke: Zurückgriff auf Elemente der klassischen Finanzpolitik
    ® Grundsatz: „Möglichst wenig Staat und möglichst viel Markt.“
    Die Geldmenge soll die zentrale Steuerungsgröße sein.

    Es gelten folgende vier Überlegungen:
    1) Wachstumsschwäche hat ihre Ursache in Störungen der Angebotsseite.
    2) Unterbeschäftigung ist vor allem auf unzureichende Investitionen zurückzuführen.
    3) Die Veränderung des realen Volkseinkommens und damit die Nachfrageentwicklung hängt in erster Linie von der Veränderung der Geldmenge ab.
    4) Die Instabilitäten kommen nicht vom privaten Sektor, sondern rühren von den staatl. Eingriffen her.

    Konsequenzen:
    1) Verbesserung der Bedingungen des Arbeitssektors (Produktion schafft Einkommen, Einkommen schafft Nachfrage)
    2) Investition und Produktion müssen rentabel sein, Kosten müssen in angemessenem Verhältnis zum Preis stehen.
    3) Steuerungen sollten über die Geldpolitik einer unabhängigen Zentralbank und nicht über die staatliche Fiskalpolitik erfolgen.

    Kritik:
    1) Investitionsfähigkeit der Unternehmen ¹ Investitionsbereitschaft
    2) Investitionen lohnen sich nur, wenn auch eine entsprechend große Nachfrage für ein Produkt vorhanden ist.
    3) Geringe Nachfrage stoppt Erweiterungsinvestitionen. Folge: Unternehmen vermindern Arbeitsplätze, anstatt sie zu vermehren.
    4) Bei Unterbeschäftigung führt eine Reduzierung der Staatsausgaben zu steigender Arbeitslosigkeit.
    5) Angebotspolitik gefährdet z.T. die sozial- und wohlfahrtsstaatlichen Strukturen.
    6) Belange der Umwelt kommen zu kurz.




    Re: Angebots- und nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik

    D.K-L - 10.12.2006, 21:50

    Das auch?
    Wie is das, müssen wir das für die klausur am mittwoch auch können???



    Re: Angebots- und nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik

    Matze - 11.12.2006, 16:05

    Re: Das auch?
    D.K-L hat folgendes geschrieben: Wie is das, müssen wir das für die klausur am mittwoch auch können???

    Nö, Lange hat heute ja gesagt, dass das in der nächsten Klusur Bestandteil ist!



    Re: Angebots- und nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik

    D.K-L - 12.12.2006, 20:57


    Hab ich mitbekommen ;-)



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