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Re: Frust
Orphenica - 03.12.2006, 21:39Frust
Hallo Ihr Lieben,
ich muss mich mal ausheulen, weil ich ziemlich frustriert bin. Gestern in der Chorprobe musste ich allein vor versammelter Mannschaft einen technischen Fehler korrigieren, was mir in der Aufregung natürlich überhaupt nicht gelang. In einer absteigenden Linie, schönste Mittellage, eigentlich absolut meine Sahnelage, war ich wohl immer zu tief. Meine Stimme war aus welchen Gründen auch immer nicht gut gemischt, beim Abstieg habe ich dann wohl zu viel Bruststimme beigemischt und wurde dann prompt zu tief. Ich muss dazu sagen, dass die betreffende Phrase in der momentanen Besetzung nur von 3 Sängerinnen (gestern waren wir gar nur zu zweit) gesungen wird - das heißt also, man ist schon recht exponiert, da es zudem in dem Fall auch die führende Stimme ist. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, die gewünschte Mischung und auch Sauberkeit hinzukriegen, bin ich dann in die reine Randstimme gegangen, war dann sauber - habe aber für meine Begriffe völlig körperlos im pianissimo gesäuselt, was der betreffenden Stelle im Stück m.E. auch nicht gerecht wird. Nach diesem für meine Ohren "Gesäusel" meinte der Chorleiter, na bitte, geht doch. :sad:
Soll ich jetzt also lieber nur noch säuseln, nach dem Motto, Sauberkeit vor Klang? Das kann's ja irgendwie auch nicht sein. Ich weiß, dass ich noch ganz viel zu tun habe, um auf allen Vokalen in allen Lagen ein vernünftiges piano hinzugekommen, das trotzdem noch Kern und Körper hat. Daran arbeite ich natürlich permanent, aber manchmal geht's eben leider gar nicht. Heute habe ich die Phrase noch mal geübt und mich dabei auch aufgenommen. Und festgestellt, dass ich in zwei Fassungen um einen Viertelton gestiegen bin :d_neinnein: Eine piano-Fassung habe ich auch versucht, die war am Anfang von der Intonation und vom Klang her gar nicht so schlecht, die betreffende Stelle war aber dann wieder zu zögerlich, fast ängstlich, und somit für meine Ohren nicht brauchbar.
Im Chor ist es halt doppelt schwierig: man muss den Vorstellungen des Chorleiters genügen, sich an den Gesamtklang anpassen, darf nicht rauszuhören sein, gleichzeitig hat man aber seine eigene Klangvorstellung im Kopf. Wenn man dann die Mitsängerin, mit der man sich mischen soll, kaum hört, hat man natürlich noch ein weiteres Problem. Wenn ich meine eigene Lautstärke soweit reduziere, dass ich sie höre, bin ich eben wieder beim Säuseln - und das befriedigt mich nicht wirklich :sad:
Frustrierte Grüße,
Orphenica
Re: Frust
musika - 03.12.2006, 22:46
Hallo Orphenica,
da kommen wir wieder auf das alte Thema zu sprechen, Ausbildung und Chor. Ich habe keine Ahnung welche Sänger dort singen, gehe mal davon aus, daß sie keine Ausbildung haben, oder nicht dabei sind.
Als Gesangschüler ist es immer schwer sich anzupassen, wenn man sich zurückhalten muss, geht das irgendwann nicht mehr. Was nützt es dir, wenn du säuselnd singst und du deine Stimme nicht wieder erkennst.
Wenn du unsauber mit deiner vollen Stimme singst ist das für mich ein Zeichen, dass du irgenwo einen Hemmschuh hast und deshalb die Stütze flöten geht. Vielleicht sagt dir irgend etwas in deinem Inneren, du musst dich anpassen, also nicht so singen wie du es lernst, damit du nicht so auffällst. Eine Barriere, die in deinem Unterbewußtsein stattfindet.
Ich denke mal, du bist nicht in dem Chor um nur zu säuseln....
Liebe Grüsse
Re: Frust
kaja - 04.12.2006, 00:09
hallo,
ich kann mich da musika weitestgehend anschließen. wenn du allein und im unterricht immer sauber intonierst, wird es wohl daran liegen, daß du im chor nicht so singst wie allein. ansonsten könnte es auch daran liegen, daß du vielleicht nicht immer ganz in der richtigen mischung singst.
bei meinen "solo-schülern" sehe ich es nicht gern, wenn sie im chor singen, es sei denn, sie sind schon rel. weit und singen in einem kammerchor o.ä., in dem die sänger alle eine ausbildung haben.
ansonsten gibt es meist das problem, daß sie sich im chor "zurücknehmen" müssen und dabei dinge machen, die für die stimme bzw. die verbesserung ihrer technik nicht gut sind.
die bemerkung des chorleiters kenne ich aus anderem anlaß.
ich hatte damals in einem ganz kleinen chor angefangen und vorher nie gesungen, noch nicht mal, wenn ich allein war.
dadurch konnte ich keine hohen töne singen und die begannen für mich (wie für viele erwachsene anfänger, die vorher nie gesungen haben) in den ersten wochen schon beim c2.
also hab ich beim ersten cis2 einfach den mund gehalten und erst den nächsten ton wieder gesungen, was dem sehr anspruchsvollen und pingeligen chorleiter überhaupt nicht gefiel. er sagte es so drastisch, daß ich dann allein (an einem platz, wo es keiner hören konnte) alles mögliche versucht hab, um diesen ton irgendwie zu singen.
für meine ohren klang es nur geschrieen, aber als ich das in der nächsten chorprobe so gemacht habe, sagte der chorleiter auch nur: na also, es geht doch. da bekam ich den ersten hauch einer ahnung, daß die töne für die zuhörer anders klingen, als man sie selbst beim singen hört. (ich hab allerdings trotzdem bei der nächsten probe eine aufnahme gemacht, weil ich es nicht glauben konnte, daß sich DAS für die zuhörer nicht gräßlich anhört.)
was sagt denn dein gl zu dem problem?
liebe grüße
kaja
Re: Frust
Orphenica - 04.12.2006, 01:02
Danke erst mal für eure Antworten ;-)
@musika: es handelt sich um einen Kammerchor, momentan in Minibesetzung, 16 SängerInnen, von denen viele Unterricht hatten oder haben (aber eben auch nicht alle). Ich habe sonst eigentlich nie das Gefühl gehabt, mich besonders zurücknehmen zu müssen, deshalb hat mich das Lob des Chorleiters für die Säuselfassung doch sehr irritiert. Denn andererseits sagt er gerade uns im Alt oft, wir sollen mal ordentlich zufassen und nicht so zaghaft singen. Dann kommt von den Kolleginnen oft "aber da steht doch piano", und er sagt dann, ja, leise, aber trotzdem intensiv. Genauso soll es sein, finde ich.
Diese Brüchigkeit in der Stimme, wie ich es gestern hatte, hatte ich heute beim privaten Üben überhaupt nicht; ich kenne das aber von mir, wenn ich nicht gut eingesungen bin, das könnte gestern der Grund gewesen sein. Ich hatte keine Zeit gehabt, mich selber einzusingen, und dann bin ich halt darauf angewiesen, was der Chorleiter mir anbietet. Meistens ist das gut, manchmal aber nicht, und gestern war das so ein Fall. Wenn ich ohne Lockerung des Körpers, ohne meine geliebten glissandi oder Zwerchfellübungen gleich Stimmsitzübungen auf m, n, ng machen soll, merke ich schon gleich, wie mir die Kehle zugeht. Aber ich kann natürlich nicht vom Chorleiter verlangen, dass er weiß, was ICH brauche.
@Kaja: ich bin noch nicht soweit, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit sauber intoniere. Es passiert immer mal wieder, dass ein Vokal nicht richtig sitzt oder eben, wie musika auch sagte, die Stütze nicht richtig funktioniert. Im Prinzip weiß ich, wie es geht (also zumindest annähernd...), aber in der Praxis geht's eben doch oft daneben, und sei es, weil irgendwelche lästigen Konsonanten im Weg sind :roll: .
Mit meiner GL habe ich jetzt über das gestrige Erlebnis natürlich noch nicht sprechen können, werde ich aber natürlich tun. In der letzten Stunde hatte ich aber eine andere Chorstelle mit ihr besprochen und geübt, wo es um eine piano Stelle in etwas höherer Lage ging. Sie hat eine super Vorübung mit mir gemacht, und dann ging das wunderbar, mein Chorleiter hätte seine Freude gehabt :oops: .
Ach ja, ist schon ein Kreuz manchmal. Aber merkwürdig, wie sehr mich das heute noch den ganzen Tag beschäftigt hat. Es handelt sich ja durchaus um ein technisches Problem, das ich kenne und an dem ich arbeite. Aber die Tatsache, dass ich das da so vorführen musste, hat mich doch etwas aus der Bahn geworfen. Das überrascht mich dann doch.
Bonne nuit,
Orphenica
:hearts:
Re: Frust
Anonymous - 04.12.2006, 08:31
Liebe Orphenica, ich kann dein Problem gut nachvollziehen!
Mein Chor ist ähnlich strukturiert wie Deiner (anspruchsvoller Kammerchor) nur deutlich grösser und ich habe einen Leiter mit absolutem Gehör, der bei Unsauberkeit auch schonmal jeden einzeln singen lässt oder zwei/drei in der Gruppe zusammen. Andererseits will er auch oft einen eher zarten Klang und dann komme ich wie Du in die Bredoille.
Ich sehe das aber für mich eher positiv. Das ist DIE Gelegenheit sauber singen zu üben und die sTütze zu trainieren-unter relativ geschützten Bedingungen, denn ganz allein singt man da ja nun sehr selten.
Ich fluche manchmal auch über mich selbst, aber da ich ohnehin nicht fliehen kann,versuche ichdas Beste draus zu machen und es als Schule fürs Sängerleben zu sehen!
Solange der Leiter musikalisch und sängersich gut geschult ist(meiner singt auch selbst) und man notfalls mit ihm reden kann, denke ich , ist das kein unlösbares Problem!
Lieben Gruss
Canti :hearts:
Re: Frust
musencusmuc - 04.12.2006, 20:33
Freunde, Römer, Detonierer! ;-)
beim Chorgesang kommt es eben nicht darauf an, wer im einzelnen mitsingt. Es möge der CHORklang gut sein und das heißt natürlich und in JEDEM Falle, die INTONATION ist das Maß aller Dinge! Ich kenne die Problematik, die durch und mit Solisten im chor entsteht. Die Lösung ist aber immer ein Besinnen auf das ENSEMBLE und ein Unterordnen der eigenen Befindlichkeiten. Alles andere verdient weder den Namen Chor, noch den Namen Ensemble!
Gruß und Kuss, der chorklingende musencus
ps Ich will um gottes Willen niemanden angreifen, bevor ich wieder falsch verstanden werde! Solisten im Chor sind halt einfach problematisch.
Re: Frust
Fliu - 04.12.2006, 20:50
Orphenica, ich hab mir das jetzt nochmal genau durchgelesen und komme zu dem Schluss, dass der Chorleiter die Säuselfassung nur wegen der richtigen Intonation bevorzugt hat. Zumindest verstehe ich das so. Denn in Chören gilt ganz eindeutig Sauberkeit vor (Solisten-)Klang, wie du es formuliert hast. Stell dir mal vor, du hättest einen Chor zu leiten - wären dir da nicht auch die reinen Akkorde wichtiger? Ein voller Klang ergibt sich schon durch die Anzahl der Personen in gewissem Maße, da können bei den Einzelstimmen durchaus Abstriche gemacht werden. Nicht umsonst kann jemand, der als Solist gar nicht geeignet ist, ein toller Chorsänger sein.
Wie du schon gesagt hast, ist dein Chorleiter ja gar nicht prinzipiell für Säuseln. Er ist eben einfach nur für richtige Intonation. Ich würde also an deiner Stelle an den kritischen Stellen säuseln, um den Chorklang nicht zu gefährden, und diese dann zuhause ungesäuselt üben. Wo du auch ohne Säuseln die Töne triffst, gibt es ja kein Problem.
Re: Frust
Anonymous - 05.12.2006, 00:09
Hallo!
Ich kenne das Problem, mit einer solistisch ausgebildeten Stimme im Chor zu singen, nur zu gut. Das funktioniert nur, wenn
a) der Rest des Chores auch eine entsprechende Ausbildung hat (diese Lösung hatte ich in meinem vorherigen Chor)
oder
b) man einfach ein wenig "runterdreht" (die Lösung versuche ich momentan).
Lösung b geht aber meiner Ansicht nach nur, wenn die Stimme nicht darunter leidet - also erst mit fortgeschrittener Ausbildung. Ob das dann noch Spaß macht, ist allerdings eine andere Frage.
Allerdings verstehe ich nicht, warum die "schlechte" Intonation mit der solistisch ausgebildeten Stimme zusammen hängen soll. Oder habe ich das falsch verstanden in den letzten posts?
LG
mezzo
Re: Frust
Orphenica - 05.12.2006, 00:52
Hallo Ihr Lieben,
ich danke euch für eure Meinungen und Stellungnahmen.
Ich verstehe mich schon immer noch in erster Linie als Chorsängerin, und nicht als Solistin im Chor. Soweit bin ich in meiner Gesangsausbildung einfach noch nicht, dass ich das von mir behaupten könnte.
Genau wie Mezzo verstehe ich allerdings auch nicht, warum man als Solist mit ausgebildeter Stimme unsauberer singen sollte als ein Chorsänger. Allerdings, wenn ich mal drüber nachdenke, sind es in unserem Ensemble z.T. wirklich die SängerInnen ohne Unterricht, aber mit jahrelanger Chorerfahrung und eher kleinerer, "gerader" Stimme, die glockenklar und sauber singen. Eine Kollegin aus dem Sopran mit größerer Stimme und ziemlich viel Vibrato (und Gesangsunterricht!) wird auch ständig gemaßregelt (sie solle diesen und jenen Ton mal so oder so versuchen, damit sie nicht "tremoliert" - m.E. ist das aber keineswegs ein Tremolo, sondern ein eben für diesen Chor recht großes Vibrato :d_neinnein: ). Wenn sie dann aufgefordert wird, ihr Vibrato abzustellen, finde ich das noch mal eine Kategorie härter als bei mir. Spätestens da wäre für mich der Ofen aus, ganz ehrlich.
Als Chorsänger hat man sich in den Gesamtklang einzufügen, das sehe ich auch so, sonst darf man eben nicht im Chor singen. Aber manchmal artet das in meiner Stimmgruppe eben auch aus, dass sich eben keine hervorwagt, die eine die andere an Lautstärke eher noch zu unterbieten sucht, was dann einen (für mich!) unbefriedigenden Kleinmädchenklang ergibt. (Ich übertreibe jetzt, so schlimm ist es auch wieder nicht, aber die Tendenz geht manchmal dahin). Und den will der Chorleiter ja eigentlich auch nicht haben. Also gebe ich hin und wieder etwas mehr, in der Hoffnung, dass die anderen mitziehen. Wenn ich dabei dann schlecht intoniere, ist das natürlich nicht akzeptabel, das ist schon klar.
Ich habe das Ganze inzwischen auch schon soweit verdaut - nicht zuletzt dank meines Ausheulens hier und eurer Kommentare :love: . Ich war zum einen schockiert, dass ich diese eigentlich recht einfache (und zudem wunderschöne) Phrase nicht so hinbekam wie es verlangt wurde, zum anderen dachte ich "oh Schreck, er akzeptiert meine Stimme nicht" und ich werde jetzt zum Säuseln verurteilt, dann kann ich ja gleich zu Hause bleiben :sad: . Aber ganz so schlimm wird es wohl nicht sein. Morgen muss meine GL da noch mal ran, und dann sehen wir weiter...
Liebe Grüße,
Orphenica
:hearts:
Re: Frust
Fliu - 05.12.2006, 15:52
Aber dass Solisten unsauberer singen, hat doch niemand gesagt :?: Er wollte einfach nur, dass du sauber singst. Wie du das erreichst, ist für ihn ja unerheblich. Wenn du den Ton getroffen und trotzdem nicht gesäuselt hättest, wäre das für ihn sicher völlig in Ordnung gewesen, nehme ich an (nach deinen Ausführungen). Wenn jemand ohne Ausbildung unsauber singt, beanstandet er das doch sicher auch. Wobei es natürlich sein kann, dass es bei ausgebildeten Stimmen einfach mehr auffällt, weil sie im Allgemeinen "lauter" sind.
Trotzdem kenne auch ich das Phänomen, das du beschrieben hast: Ohne "solistische Technik" intoniere ich in 99,999% der Fälle richtig, also wenn ich "gerade", wie du schreibst, im Chor singe. Singe ich dagegen eher solistisch, gibt es manchmal durchaus Probleme mit der Intonation.
Re: Frust
Orphenica - 05.12.2006, 21:43
musencusmuc hat folgendes geschrieben:
Es möge der CHORklang gut sein und das heißt natürlich und in JEDEM Falle, die INTONATION ist das Maß aller Dinge! Ich kenne die Problematik, die durch und mit Solisten im chor entsteht.
Hallo Fliu,
diese Aussage ließ vermuten, dass Solisten im Chor ein Intonationsproblem darstellen. Und so allgemein kann man das sicherlich nicht stehen lassen.
Musencus, wie hast du das denn eigentlich genau gemeint? Dass Solisten vielleicht manchmal meinen, im Ensemble ihr eigenes Ding machen zu können und damit aus dem Ensembleklang herausfallen - ob angenehm oder unangenehm spielt dabei ja erst mal keine Rolle - das ist ja das eine. Aber warum sollten sie generell für mangelhafte Intonation verantwortlich sein? Das leuchtet mir nicht ein.
Gruß,
Orphenica
Re: Frust
Fliu - 06.12.2006, 01:40
Na, das erscheint mir auch etwas an den Haaren herbeigezogen. Klar gibt es eine "übliche Problematik" mit ausgebildeten Sängern in Chören - aber da gehts dann eher um das zu starke Hervortreten "großer" Stimmen o.ä., nicht um die Intonation.
Re: Frust
musencusmuc - 06.12.2006, 17:10
Liebe orphenica!
Genaugenommen sollte man das trennen. Das eine ist das Prolem mit Solisten im Chor, das andere das mit der Intonation. KANN zusammen hängen, muss aber nicht.
tatsächlich halten sich aber viele Solisten für intonationssicherer, als sie tatsächlich sind. Besonders dann, wenn sie "verhinderte" Solisten sind.
Das Vibrato im Chor ist eh ein Thema für sich!
Gruß und Kuss, der intonationsfetischist musencus
Re: Frust
dola - 06.12.2006, 21:17
Hallo,
Orphenica hat folgendes geschrieben:
Eine Kollegin aus dem Sopran mit größerer Stimme und ziemlich viel Vibrato (und Gesangsunterricht!) wird auch ständig gemaßregelt (sie solle diesen und jenen Ton mal so oder so versuchen, damit sie nicht "tremoliert" - m.E. ist das aber keineswegs ein Tremolo, sondern ein eben für diesen Chor recht großes Vibrato :d_neinnein: ). Wenn sie dann aufgefordert wird, ihr Vibrato abzustellen, finde ich das noch mal eine Kategorie härter als bei mir. Spätestens da wäre für mich der Ofen aus, ganz ehrlich.
Genau an diesem Punkt war bei mir der Ofen aus.... :pfeif:
@musencus:
Intonationsprobleme und solistische Stimme sind zwei völlig verschiedene Baustellen, wie du richtig bemerkst. ich will dies aber dahingehend fortführen, dass es eben nicht auszuschließen ist, dass eine Solistenstimme, die im Chor an die "Kastrationsgrenze" geht im Bemühen, sich den chorischen Zielen anzupassen - eine selbstverstänliche Anforderung an ALLE ChorsängerInnen - alle stimmlichen Probleme wiederaufleben lässt wie Fehlintonationen, Steckenbleiben in Phrasen usw., die im Sologesang und Unterricht überwunden sind. Wenn es so weit gekommen ist, hilft nach meiner ganz persönlichen Meinung nur noch die Notbremse.
Das Fortschreiten der Ausbildung kann sicher häufig die Choreingliederung erleichtern, aber in manchen Fällen auch genau das Gegenteil bewirken. Wie sich das bei dir entwickeln wird, liebe Orphenica, ist von hier aus betrachtet ergebnisoffen. Du selbst und deine GL habt da für euch möglicherweise schon mehr Klarheit. Sicher bin ich mir bei dem, was du schilderst, allerdings, dass es mit der veränderten Stimmentwicklung in Bezug auf die Chormitwirkung zu tun hat, inclusive des damit verbundenen Frustes. Ob auf Dauer Chor oder nicht oder anderer Chor bleibt eine ganz individuell zu treffende Entscheidung, wo man nur anraten kann, die Entscheidung unter der Priorität der Stimmgesundheit zu fällen.
Liebe Grüße,
dola
Re: Frust
Orphenica - 07.12.2006, 01:01
Hallo Dola,
ja stimmt, was du sagst. Wenn man noch mitten in der Ausbildung ist, im Chor dann aber aufgefordert wird, sich dem Stimmklang, dem Tempo, der Dynamik, die der Chorleiter fordert, anzupassen, dann fällt man oft in alte Gesangsmuster zurück. Beim Versuch, so piano zu singen, wie es der Chorleiter will, fängt meine Stimme oft an zu "wackeln". Ich müsste dann eigentlich etwas mehr geben, darf aber nicht.
Inzwischen hatte ich wieder eine Gesangsstunde, und wir haben uns fast die ganze Stunde nur diesem Thema gewidmet! Ich sang die Phrase erst mal ganz normal - so wie ich sie vor der Einzel-Vorsingerei im Chor auch immer gesungen hatte - und sie konnte keine Unsauberkeit feststellen! Was nicht heißt, dass ich bei der Probe auch richtig intoniert hätte - ich bin schon ziemlich sicher, dass der Chorleiter ein sehr gutes Gehör hat, und beim Vorsingen vor versammelter Mannschaft habe ich ja auch förmlich gemerkt, wie meine Stimme "bröckelte" und dadurch auch die Intonation unsauber wurde.
Ich habe meiner Lehrerin dann auch noch die "Säuselfassung" vorgesungen, und sie meinte nur, das sei zwar sauber, aber doch eben ein bisschen dünne, und sie konnte sich auch nicht vorstellen, dass der CL das nun so haben wollte. Bei noch weiterem Ausprobieren haben wir dann festgestellt (was aber nichts neues ist), dass der Vokal A gerade in der Mittellage gerne mal zu weit nach hinten rutscht und damit leicht zu tief wird. Daran muss ich natürlich weiterhin arbeiten.
Die betreffende Phrase braucht einfach ein wenig Schwung, und wenn der fehlt, weil ich mich nicht traue durchzusingen, eben damit man mich nicht zu doll raushört, dann vertrockne ich, gehe von der Stütze weg, und die Töne werden zu tief - oder ich säusele halt ohne Stütze, dann singe ich sauber, aber dann kann ich auch zu Hause bleiben :d_neinnein:
Bisher stand es für mich nie zur Debatte, aus Gründen der stimmlichen Entwicklung im Chor aufzuhören. Das Problem gab es einfach gar nicht. Aber je kleiner wir besetzt sind, um so größer ist natürlich die Gefahr, dass man mich raushört und dass ich dann eben zurückgepfiffen werde. Aus terminlichen Gründen muss ich demnächst sowieso mal pausieren, mal sehen, wie mir das bekommt...
Liebe Grüße,
Orphenica
:hearts:
Re: Frust
Romilda - 26.12.2006, 22:49
Hallo zusammen
Ich bin ganz neu hier, habe dieses Forum per Zufall gefunden ("Belt" mit Google gesucht :lol: ).
Jetzt habe ich mich ein bisschen durchgewühlt und bin unendlich erleichtert, dass ich hier viele Leute gefunden habe, die mein Problem verstehen... nämlich mit ausgebildeter Stimme in einem Chor zu singen.
Ich habe jahrelang mich selber in Frage gestellt und bin beinahe verzweifelt, da ich einerseits gerne regelmässig in einem Chor singen würde - nebst meinen Gesangsstunden selbstverständlich - , aber mir dies von Jahr zu Jahr schwerer fällt.
Unterdessen habe ich aufgehört, einen Chor zu suchen, in den ich "reinpassen" würde.
In früheren Jahren, als meine Stimme noch nicht so weit ausgebildet war wie heute, konnte ich mich viel besser in einem Chor "unter die Klanghaube" eingliedern. Damals nutzte ich tatsächlich die Chorstunden für meine eigene Gesangsentwicklung.
Seit ein paar Jahren jedoch, genauer gesagt, seit meine Stimme langsam gereift ist und stabil geworden ist, litt ich nur noch am Gesäusel im Chor, da ich in jeder Probe meine Stimme gewaltsam runterschrauben musste. Ich habe einen ziemlich schweren, lyrischen Sopran, der einfach in keinen Chor passt :sad:
Das hat mit Piano nichts zu tun, auch mein Piano hörte man deutlich aus dem Chor heraus.
Ich sang zuerst in einem kleinen Chor, was eine Katastrophe war, da ich dort nur säuseln konnte, suchte mir anschliessend einen grösseren Chor, jedoch mit demselben Ergebnis.
Seit einem Jahr habe ich nun aufgegeben, beginne wieder neu mit Gesangsstunden (nur zu meinem eigenen Vergnügen) und habe den Chorgesang zu meinem Bedauern definitiv an den Nagel gehängt.
Die einzige Lösung wäre wahrscheinlich ein halb-professioneller Chor, ein Theater-Chor vielleicht, für den mir dann aber wieder die Zeit fehlt.
War meine Entscheidung richtig oder hat jemand vielleicht die Lösung gefunden, wie man Chor und ausgebildete Stimme unter einen Hut bringt?
Liebe Grüsse,
Romilda
Re: Frust
Orphenica - 27.12.2006, 00:32
Hallo Romilda,
erst mal herzlich willkommen hier im Forum und frohe Weihnachten noch nachträglich. :welcome:
Zum Thema ausgebildete (oder noch in Ausbildung befindliche) Stimme und Chorsingen gab es schon etliche Diskussionen. Letztendlich muss wohl jeder für sich selbst herausfinden, was für ihn/sie am besten ist. Eine Quintessenz aus den verschiedenen Diskussionen kann man aber ziehen: je schwerer die Stimme, um so schwieriger ist die Integration in einen Chor, denn - wie du ja auch von dir berichtest - die Stimme ist immer rauszuhören, was in Chören natürlich verpönt ist. Eine leichte Stimme hingegen wird sich auch nach Ausbildung noch gut integrieren können. Insofern kann man einfach nicht generell sagen, ausgebildete Stimmen könnten nicht in Chören singen.
Ich selber habe keine "schwere" Stimme (wüsste aber auch nicht, woran man das messen sollte). Aber anscheinend wohl doch etwas voluminöser als meine Mitstreiterinnen im Alt. In der tieferen Mittellage, wo die meisten nur noch sehr schwach klingen, habe ich im Laufe des letzten Jahres recht viel Power entwickelt, die ich aber im Chor meist nicht rauslassen darf. Und wenn ich mich dann zurückhalten will, kommt es eben zu Problemen wie oben beschrieben.
Ich denke, du hast dich richtig entschieden, denn wenn das Chorsingen einfach keinen Spaß mehr macht, weil du dich ständig zurückhalten muss und vielleicht sogar deiner Stimme schadest, dann bringt das einfach nichts. Was mich betrifft, so bin ich noch nicht so ganz entschieden, ob ich aufhören sollte oder nicht. Da ich das jetzt jahrelang leidenschaftlich gemacht habe, sagt man nicht mal einfach so tschüss, das war's. Mal sehen, ich kann ja mal berichten, wenn es soweit ist... ;-)
Liebe Grüße,
Orphenica
Re: Frust
musika - 27.12.2006, 11:47
Hallo Romilda,
ja, das Thema ist eigentlich immer aktuell. Viele Gesanglehrer möchten nicht dass ihre Schüler im Chor singen und das ist auch berechtigt. Je weiter die Entwicklung der Stimme fortschreitet, desto schwerer ist es im Chor sich "unterzuordnen". Automatisch schraubt man zurück und das ist es eben, was der Stimme schaden kann. Ich glaube jeder, der schon vor der Ausbildung in einem Chor gesungen hat wird früher oder später von selber merken, dass er nicht mehr chorfähig ist. Ich habe auch jahrelang in einem Chor von 150 Frauen gesungen und habe mich immer in die letzte Reihe verzogen, weil ich dachte, dann könnte ich etwas lauter singen, war aber falsch. Eine ausgebildete Stimme trägt auch im Piano mehr, als eine laute unausgebildete Stimme.
Ich habe meinen Schülern immer nahe gelegt nicht mehr im Chor zu singen.
Vielleicht suchst du dir einen Halbprofichor, der auch anspruchsvoller von der Literatur her ist, versuche es auch im Extrachor der Oper. Es gibt sicherlich Chöre, in der sich deine Stimme wohlfühlt.
Liebe Grüsse
Re: Frust
chero - 27.12.2006, 13:24
Hallo,
bei einem Weihnachtskonzert habe ich vor ein paar Tagen, nachdem ich nun 3 Jahre nicht mehr in dem Chor mitsingen, meinen "alten" Chor wieder gehört.
Damals verließ ich den Chor aus div. Gründen aber der ausschlagge-bende war der G.unterricht. Ich wußte nicht mehr was ich machen sollte, denn hatte ich mich in den Chorstrudel treiben lassen dann vergaß ich die Technik, hörte mich natürlich nicht und das war nicht förderlich für den G.unterricht. Konzentrierte ich mich auf meine Stimme, dann passte sie nicht mehr in den Chorklang und ich fiel immer wieder auf. Das wollte ich einfach nicht und so gab es eine Zeit in welcher ich mich immer angepasst hatte. Ich sang im Chor wie es dort gewünscht wurde und im G.unterricht wie ich es gelernt hatte. Irgendwann fühlte ich mich zwischen zwei Stühle und als ich dann nicht mehr wußte wer ich wirklich war, da mußte eine Entscheidung her. Ich verließ den Chor.....
Klar war es schwer in der Kirchenbank zu sitzen und nicht mitsingen zu dürfen, erst recht bei Liedern die ich noch aus meiner Zeit her kannte. Irgendwann trauerte ich innerlich auch der Gemeinschaft nach, die tollen Proben, die Feiern die schönen Chorwochenden und den Chorreisen. Ja es war schon Wehmut dabei, aber als ich den Chor nach sooo langer Zeit hörte, merkte ich wohl daß sie sich stark verbessert haben, aber ich merkte auch, daß ich damals die richtige Entscheidung für mich getroffen hatte. Es war wohl nicht die einfachste aber mit Sicherheit die richtige Entscheidung.
Liebe Grüße
Chero
Re: Frust
Anonymous - 27.12.2006, 14:35
Hallo Romilda,
wie Du siehst, ist Dein Problem den meisten hier bekannt.
Ich hatte lange Jahre das Glück, dass ich in einem Ensemble singen konnte, in dem Gesangsunterricht Pflicht war. Nach meinem Umzug nach Berlin musste ich mir was Neues suchen, auch um nicht aus der Übung zu kommen. Ich bin nach einigen erfolglosen (weil "säuselnden") Versuchen im Extrachor der Staatsoper gelandet. Dort fühle ich mich sehr wohl und der Chorleiter hat mich noch nie "gebremst" (nur mal den restlichen Damen im Alt geraten nicht zu versuchen mit mir "mitzuhalten" ;-) ). Die Proben werden lange vorher festgelegt so dass ich es mir neben meinem recht zeitaufwändigen Beruf gut einrichten kann.
Ich verstehe es durchaus wenn GLs ihren Schülern raten, nicht im Chor zu singen, allerdings habe ich musikalisch dort sehr viel gelernt und möchte es auch nicht missen. Ich kann mich also musikas Rat nur anschließen - mach Dich weiter auf die Suche nach einem für Dich passenden Ensemble. Da sollte doch was zu finden sein!
Vielleicht solltest Du auch mal versuchen Dich bei großen deutschen Konzertchören vorzustellen. Die suchen immer mal Aushilfen und arbeiten ausschließlich projektweise.
LG
mezzo
Re: Frust
dola - 27.12.2006, 19:55
hallo, Romilda,
:welcome: hier im Forum!
es ist fast nicht zu glauben, aber wirklich wahr, dass wohl das halbe Forum unter der Problem der Chorkompatibilität und deren zunehmenden Verlust gelitten hat oder noch leidet und das noch seltsamere ist, dass einen das zum Teil noch jahrelang beschäftigt, nachdem man schon lang entschieden hat, z. B. das Chorsingen zu beenden.
Dieses Thema kann man auch nur selten mit der nicht singenden Umgebung oder gar den anderen Chormitgliedern bereden. Da bleibt immer ein - allerdings nicht berechtigter - Eindruck von vermeintlicher Arroganz zurück. Und kaum eine/r kapiert, dass man unter dieser Situation sehr tiefgehend leiden kann und sich fragt, ob man jetzt mit der Gesangsausbildung über das Ziel hinausgeschossen ist, während man sich gleichzeitig über den stimmlichen Zuwachs freut.
Mir ging es ja genauso. Zunehmend hieß es, wenn ich mich wo vorstellte: Wir können Sie nicht nehmen, Ihre Stimme ist zu stark, zu eigenwillig timbriert. Hä? Nanüü? Ist das jetzt ein Fehler?
Nur eins vorweg: Die Entscheidungen Chor oder nicht mehr sind individuell. Tendenziell können leichtere Stimmen eher damit zurecht kommen als schwere. Und ich, die bevorzugt bei tief - laut - langsam zu finden ist, eben gar nicht mehr.
Hast du dir u. U. mal überlegt, nur solistisch zu arbeiten?
Liebe TGrüße,
dola
Re: Frust
Romilda - 27.12.2006, 21:14
dola hat folgendes geschrieben: Dieses Thema kann man auch nur selten mit der nicht singenden Umgebung oder gar den anderen Chormitgliedern bereden. Da bleibt immer ein - allerdings nicht berechtigter - Eindruck von vermeintlicher Arroganz zurück. Und kaum eine/r kapiert, dass man unter dieser Situation sehr tiefgehend leiden kann und sich fragt, ob man jetzt mit der Gesangsausbildung über das Ziel hinausgeschossen ist, während man sich gleichzeitig über den stimmlichen Zuwachs freut.
Hallo Dola
Du sprichst mir voll aus dem Herzen... genauso kam ich mir immer vor, und ich konnte mit niemandem darüber reden, da es einfach niemand verstand / verstehen wollte.
Mit den Chormitgliedern ganz sicher nicht... mit meiner Gesangslehrerin auch nicht, da sie den Chor sowieso missbilligte und mit meiner näheren Umgebung schon gar nicht, weil niemand etwas "am Hut" hat mit der Singerei.
Also blieb ich jahrelang mit meinen Selbstzweifeln alleine, erwog abwechslungsweise den klassischen Gesang an den Nagel zu hängen, mir einen anderen Chor zu suchen und mir schliesslich einzureden, ich könne überhaupt nicht singen... sämtliche Stufen habe ich durchlebt!!!
Die Entscheidung habe ich unterdessen bereits getroffen; in einem (Amateur)-Chor singe ich nicht mehr, für einen anspruchsvolleren Chor mit ausgebildeten Stimmen fehlt mir die Zeit. Ich sitze genau zwischen Stühlen und Bänken :sad:
Momentan ist alles offen, weil ich nächste Woche eine erste Probestunde mit einer neuen Gesangslehrerin vor mir habe nach mehr als einem halben Jahr Pause.
Die erste ist mir "abhanden" gekommen... sie ist ausgewandert.
Liebe Grüsse,
Romilda
Re: Frust
Califonia - 29.12.2006, 11:34
ich kenn das auch, und zwar hatte ich immer das gefühl ich müsste mich zurück nehmen im chor weil es ein sehr junger frauenchor ist, die bekommen zwar auch alle stimmbildung von der chorleiterin ,aber eben nicht in richtung solistisches singen, und weil ich mich immer sehr laut gefühlt habe, dachte ich erst, ich müsste mich jetzt zurückhalten, so wie das bei einer anderen vor ein paar jahren auch war, die gerade mit dem gesangstudium angefangen hatte, und immer zurecht gewiesen wurde, sie wäre zu laut oder habe zu viel vibrato..
aber jetzt hab ich eher gesagt bekommen, dass ich mehr geben soll stimmlich und als ich mich fast wie "solistisch" gefühlt habe, wars dann angeblich genau richtig!
mittlerweile habe ich auch keine angst mehr, wenn im sopran ein c3 vorkommt, weil ich weiß dass ich nicht auf sparflamme gehn soll, sondern den ton schön aussingen kann und dann klappts auch immer!
vllt ist das bei dir ja auch wegen der technik, ich kannte eine altistin die eine sehr tiefe stimme hatte (sie hat in gemischten chören meist tenor gesungen!) und sie wurde auch immer drauf angesprochen, dass sie zu massig und zu tief singt, und mir gehts manchmal sogar auch so, obwohl ich eine leichte sopranstimme habe, wenn ich die bruststimme intensiv geübt habe, dass meine stimmbänder dann nicht abschlanken wollen in die höhe...
dass hat dann aber nichts mit piepsig zu tun, wenn man die stimme schlanker klingen lässt, es ist sogar glaub ich schädlich für die stimme, wenn man immer versucht mit voller stimme zu singen, zumindest krieg ich dann immer so kiekser zwischendrinn, wenn ich das probier...
als würd ich mich verschlucken...
liebe grüße, califonia
Re: Frust
Anonymous - 29.12.2006, 19:08
Hrhrhr, wie schön dass ich niemals Frust mit einem Chor haben werde!! :bravo: :d_neinnein: :sauf:
Ich darf nit innen CHor HRHR :schlaumeier: :sauf: :pfeif: :bravo: :lol:
Re: Frust
Romilda - 29.12.2006, 19:19
DasMutzel hat folgendes geschrieben: Hrhrhr, wie schön dass ich niemals Frust mit einem Chor haben werde!! :bravo: :d_neinnein: :sauf:
Ich darf nit innen CHor HRHR :schlaumeier: :sauf: :pfeif: :bravo: :lol:
Aha, und wieso nicht??? :?:
Re: Frust
dola - 29.12.2006, 20:03
@mutzel:
kann mir dich im Chor, möglichst noch Herren - Liedertafel mit Waldeslust und Jagdglück auch nicht wirklich vorstellen (obwohl es da meistens ordentlich zu trinken gibt :sauf: :n158: :n8: )
Wie auch immer: Chorsingen ist ja keinesfalls zwingend Voraussetzung, um gute/r SängerIn zu sein oder werden. Für viele ist es aber der erste Zugang und ausserdem bedeutet Gesangsunterricht keinesfalls das schlagartige Ende des Chorgesangs, sondern, im Gegenteil, zunächst eine Verbesserung desselben und, wie gesagt, bei vielen bleibt es ja auch dabei.
Für diejenigen, die mit dem Stimmvolumen drüber hinauswachsen, war der Chorgesang ein wichtiger Abschnitt, der dazu diente, Repertoire kennenzulernen und Musikalität zu schulen. Man muss eben nur herausfinden, wann und ob diese Phase des sängerischen Lebens ggf. vorbei ist. Dann hält sich auch der Frust in Grenzen.
Was ich nicht gern höre, ist die Argumentation, wer nicht mehr Chorsingen kann, hat eine schlechte Technik, will heißen: Singt schlecht. Selten sind tremolierende oder sonstwie "waffenscheinpflichtige" Chorstimmen geschult, sondern meist genau das Gegenteil, aber mit natürlicher Stimmgewalt ausgestattet.
Ausgebildete klingen jedoch meist angenehm, aber dominieren vielleicht den Klang ihrer Stimmgruppe und das ist natürlich auf Dauer nicht im Sinne der Homogenität. Das ist dann genau die Situation, die uns hier beschäftigt.
Grüße,
dola
Re: Frust
Anonymous - 29.12.2006, 20:17
Ich darf nicht, weil meine GL es mir verboten hat.
Re: Frust
Romilda - 29.12.2006, 20:44
dola hat folgendes geschrieben: Was ich nicht gern höre, ist die Argumentation, wer nicht mehr Chorsingen kann, hat eine schlechte Technik, will heißen: Singt schlecht. Selten sind tremolierende oder sonstwie "waffenscheinpflichtige" Chorstimmen geschult, sondern meist genau das Gegenteil, aber mit natürlicher Stimmgewalt ausgestattet.
Ausgebildete klingen jedoch meist angenehm, aber dominieren vielleicht den Klang ihrer Stimmgruppe und das ist natürlich auf Dauer nicht im Sinne der Homogenität. Das ist dann genau die Situation, die uns hier beschäftigt.
Hallo Dola
Vielen Dank!! Du räumst immer mehr Steine von meinem Herzen weg!!! ;-)
Der letzte Anstoss war noch eine Aufnahme meines Chores, bei der ich sehr deutlich herauszuhören war, obwohl ich mich bemüht hatte zu "säuseln..." und selber glaubte, ich hätte meine Stimme ganz "klein" gemacht... :sad:
Die strafenden Blicke meiner Dirigentin gingen mir durch Mark und Bein, aber immerhin konnte ich mich anhand der CD selber kontrollieren, dass das, was ich da sang, durchaus korrekt und wohlklingend war, aber eben leider nicht in den Chor passte.
Die einzigen entspannenden Momente waren die wenigen Takte, die ich solo singen "durfte...", aber das kann ja nicht der Zweck eines zweistündigen Konzertes sein :grin:
Gut, für mich ist das Thema abgeschlossen. Wie Du schon sagst, es gab eine Zeit, wo der Chorgesang sehr wertvoll war für mich, aber das ist vorbei. Heute wäre es nur noch eine Quälerei.
@Mutzel: Du hast doch tatsächlich eine vernünftige GL! :tanzen
Liebe Grüsse,
Romilda
Re: Frust
rugero - 30.12.2006, 01:07
Liebe Leute,
ich habe den Chor nur im Schulchor absolviert.
Dort habe ich dann gerne mit dem Konrektor im Bass gesungen.
Wir hatten tollen Spass - plus Auslandsauftritte beim Austausch der Partnerstädte.
Als Solist wurde ich nie durch den Chor entdeckt, ich habe mich aber dann später solistisch geprägt, nachdem ich massiv Unterricht genommen habe.
Ich bin zwar kein Profi geworden aber ein Solist geblieben.
Mein erster grosser Auftritt war "Der greise Kopf" (Winterreise/Schubert) als Sondereinlage im Musikunterricht.
Die Vorgabe war: Die Vorstellung seines Instrumentes, hier der Stimme. Unser Musiklehrer war ein hervorangender Begleiter und konnte Klavier spielen und nicht nur CD's auflegen oder die Moderne moderieren. Dies hat mich geprägt.
Ich bin also ein Solist ohne Chorerfahrung, muss ich mich jetzt schämen ?
Ich habe vor einem Jahr mals als Bariton in einem Chor als Tenor ausgeholfen.
Warum tut man sich das an ? Es hat sonderlich nicht gut getan.
Ich bin und bleibe Solist - dies ist bitte nicht überheblich gemeint.
Liebe Grüße rugero
Re: Frust
leonora - 30.12.2006, 01:33
Hallo,
zu Eurem Thema kann ich auch folgendes beitragen:
ich war 13 Jahre lang Chormitglied des relativ bekannten Münchener Motettenchores. In diesem Chor habe ich viel, sehr viel gelernt, wunderbare Aufführungen, tolle Konzertreisen und herausragende Dirigenten erlebt. Trotzdem - meine Sehnsucht nach der Oper und einer entsprechenden Stimme wurde dadurch nie gestillt. Als ich unserem Chorleiter sagte, ich wolle Gesangsunterricht bei ... nehmen, antwortete er: "Mädchen, wenn Du da hingehst, bekommst Du sooooo eine Stimme, dann kann ich Dich im Chor nicht mehr gebrauchen". Daraufhin habe ich es gelassen!
Heute - zwanzig Jahre später und nach 10 Jahren Unterricht weiss ich, ich musste den Gesangsunterricht nehmen, denn genau dies war meine Passion. Wahrscheinlich würde mich der alte Chorleiter heute gar nicht mehr aufnehmen, auch gut!
Liebe Grüße leonora
Re: Frust
Anonymous - 30.12.2006, 03:28
@ Romilda :
Ich weiss! :) :sauf: :grin: :pfeif: :bravo: :pfeif:
Re: Frust
Romilda - 30.12.2006, 09:46
@All: Vielen Dank für Eure Bemerkungen und eigenen Erfahrungen.
Das ist eine ungeheure Erleichterung für mich, denn ich habe mich lange Zeit völlig in Selbstzweifel verstrickt, glaubte, ich sei überheblich, ich könne nicht singen, etc.
Somit kann ich das Kapitel Chorsingen abschliessen und ganz entspannt ins neue Jahr und zur neuen GL gehen...
Liebe Grüsse und ä guetä rutsch!!
Romilda
Re: Frust
Anonymous - 04.01.2007, 18:07
Eigentlich, Ihr Lieben, habt Ihr die Disskussion ja beendet.Da ich aber in Bezug auf Forumsmitteilungen immer ne lahme "Flugente" bin, möchte ich mich doch noch melden.
Mein GL würde sich wohl nicht erlauben, mir die Teilnahme an einem circa
17köpfigen Vocalchor sowie einem 7köpfigen Acapellaensemble zu verbieten,
aber er ist schon öfter in Sorge ob meiner Stimmbelastung.
Die rührt bei mir eher durch künstliche Zurückhaltung her.Ich habe alle von Euch berichteten Stadien durchlaufen,d.h. zunächst im großen Massenchor vor 7 Jahren angefangen.Ein dezidierter Musikurlaub machte Appetit auf mehr,der Vocalchor kam,der große Chor fiel weg.Da ich schon gleichzeitig Einzelunterricht nahm, fiel ich in dasselbe Problem wie die meisten von Euch:
bloß nicht auffallen und als arrogant oder "was besonderes"verschriehen sein.Ich habe die Phase überlebt, bin weder rauszuhören noch sehr zurückhaltend gewesen und habe klar signalisiert, daß meine klassische Gesangsausbildung immer Vorfahrt haben wird.Mein Chorleiter sowie der Ensembleleiter,der inzwischen dazukam,wissen dies und nützen es positiv.
Solopartien, bei denen eine klassische Stimme erwünscht ist, geben sie mir gerne und ich spüre auch keinen Unmut der anderen Chormitglieder.Im Ensemble hingegen suche ich auch genau das, was der musencus beschreibt,nämlich einen Klang und, wenn ich mit der 2. Sopranistin diegleiche Linie habe,eine Stimme zu bilden.Dafür muß ich mein Natur-Vibrato schon mal zügeln und das gefällt meinem GL sicher nicht.
Zumit komme ich zu dem Schluß, daß jeder für sich entscheiden muß,ob
Solo und Chor sich noch parallel ausführen lassen ohne sich zu sehr zu verstellen.Schämen sollte man sich, liebe Orphenica,für Volumenzunahme
und ähnlich schöne Dinge in der Stimmausbildung nicht.
Sollte meine Stimme noch weiterhin wachsen, was ich sehr hoffe, so
würde ich den größeren Chor wohl aufgeben und versuchen, im Solistenverbund zu bleiben.
Bin jedenfalls auch im Nachhinein sehr beruhigt, daß sich soviele Sänger
mit diesen Problemen herumgeschlagen haben.
Ein Hoch auf das Forum.
Eure Tahalena
An Fliu:da wir in Deutschland schon soviele Stimmbanden haben und uns dieser Name gut gefiel,nennen wir uns VOICEGANG und treten gelegentlich auch mit Mafiahut (Herren) und Federboa (Damen) auf
Weiterhin viel Erfolg für Euch
:bravo:
Re: Frust
Fliu - 05.01.2007, 01:57
Danke, liebe Tahalena ;-) Ich finde, so ein kleines Vokalensemble ist auch DIE Lösung für das Solist-vs.-Chor-Problem. Wir in der Stimmbande werden dieses Jahr einfach alle mit GU anfangen. Klar gibt es auch Stellen, wo ich zusammen mit der anderen Sopranistin singen muss, aber da das meine Zwillingsschwester ist, klingt das glücklicherweise sowieso sehr homogen :mrgreen
Re: Frust
Anonymous - 05.01.2007, 15:05
Meine Gl schon :bravo: , aber das finde ich auch gut so!
Re: Frust
Octaviane - 05.01.2007, 15:23
Hallo ihr,
ich habe den Thread jetzt nur überflogen, möchte aber auch Tahalena und Flui beipflichten, dass so ein kleines Solistenensemble schon eine sehr gute Lösung ist.
In dem Quartett, in dem ich singe, haben alle vier Sängerinnen Gesangsunterricht. Und alle vier haben bestimmt keine kleinen Stimmen. Zwei von uns singen auch in einem Chor, der von unserem 4. Sopran (respekitve 2. Alt) geleitet wird und wenn ich nicht schon so viel um die Ohren hätte, würde ich da vielleicht auch einsteigen, da meine Freundin schon darauf achtet, dass alle wirklich singen und sich nicht künsltich zurück halten. Dennoch wäre ich mir nicht sicher, ob meine Stimme, die immer noch zu wachsen scheint, nun wirkich chorgeeignet ist.
Aber gerade wir vier Solosängerinnen passen sehr gut zusammen, müssen uns nicht zurückhalten und können bei allem "Zusammensingen" unsere individuellen Stimmfarben dennoch gut einbringen. Und das Ensemble-Singen schult das Gehör und das Gespür für Intonation sehr gut. - Besonders bei den "schrägen" Barbershop-Aranngements, die wir uns so vornehmen ... .aber das ist bei Pergolesi ja auch nicht anders ;-)
Liebe Grüße
Octaviane
Re: Frust
Califonia - 05.01.2007, 15:31
die chorleiterin von dem frauenchor, in dem ich singe, meint auch das es quatsch wäre, aufzuhören, nach dem motto sie macht meine stimme schon nicht kaputt... aber mein gl und auch der eine prof dem ich vorgesungen habe, meinten dass man wenn man mit seiner solistischen ausbildung noch nicht so weit ist, und man technisch noch nicht so sicher ist, dass man dann eine chorpause machen sollte, um richtig zu sich zu finden, wenn man fertig oder zu mindest weiter ist, kann man wieder in den chor gehn!
was meint ihr dazu?
Re: Frust
Anonymous - 05.01.2007, 15:40
Ich war immer durchgehend im Chor und mir hat das nicht geschadet.Ob mit oder ohne Gesangsuntericht, ob mit oder ohne solistische Ambitionen.
Leichtere Stimme in guten Chören dürften da weniger Probleme haben als schwere stimmen in schlechten Chören oder bei VChorleitern, die "Barockklang" wollen.
Aus einem Kammerchor bin ich mal rausgegangen, weil der Leiter keine Ahnung von gesunder Stimm-Bildung hatte und Alle zwingen wollte möglcihst flach und klein zu klingen. Er selber war Counter-Tenor und klang wirklich wie ein Mini-Kastrat. Sowas schadet mir dann wirklich und dann ziehe ich die Bremse, obschon das Ensemble sehr interessante Sachen gemacht hat.
Mit meinem derzeitigen Chor, wo ich seit zwei Jahren singe, gibt es kein Problem. Der Chef lässt iene Assistentin meienr Lehrerin intensiv Stimmbildung mit uns machen und das ganze läuft total gesund und im richtgien Gleis für mich ab.
Ich falle nciht aus dem klang raus und lerne im Gegenteil eine Menge dazu.Ganz abgesehen von sehr netten menschlcihen Kontakten und gelegentlichen Soli.
Deine Frage muss also individuellvon Fall zu Fall entschieden werden.
Allerdings sollte man stets bedenken, dass musikalische Erfahrung für angehende Sänger nciht zu unterschätzen ist und die Kontakte erst Recht nicht!
Canti :hearts:
Re: Frust
Califonia - 05.01.2007, 15:45
cantilene hat folgendes geschrieben: Er selber war Counter-Tenor und klang wirklich wie ein Mini-Kastrat.
:lol: :n69: :totlach :lol boa wie fieß... das erinnert mich ein bissl an den freund von unsrer chorleiterin... der singt auch altus und wir kriegen jedes mal einen lachanfall wenn er im konzert sitzt und versucht, uns an die gähnvorstellung zu erinnern, in dem er den mund weit aufreißt... dann denken wir immer an seine einsing-übungen die auch sehr kastriert klingen...rofl
Re: Frust
Uralt - 05.01.2007, 16:01
cantilene hat folgendes geschrieben: Er selber war Counter-Tenor und klang wirklich wie ein Mini-Kastrat.
Canti :hearts:
Mini-Kastraten stehen bei mir hier auf der Weide. :hearts:
Es kann ja nicht jeder Altus ein Andreas Scholl sein, aber der ein oder andere junge "Wilde" wie z.B. Alexander Schneider kommt schon nah dran.
Gerade höre ich jeden Tag Alex Potter in der Rolle des "Joachim" in der Händel-Oper "Susanna" : einfach nur wunderbar !!! Diese Kolloraturen, diese Verzierungen, dieser Stimmklang ... und im Duett mit "Susanna" ...
OK, ich weiß gehört nicht zum Thema, entschuldige mich dafür.
Liebe Grüße
Uralt
Re: Frust
EmmyNoether - 05.01.2007, 16:29
Califonia hat folgendes geschrieben: die chorleiterin von dem frauenchor, in dem ich singe, meint auch das es quatsch wäre, aufzuhören, nach dem motto sie macht meine stimme schon nicht kaputt.[...]
was meint ihr dazu?
Hallo,
ich meine, daß man ein bißchen auf sich aufpassen muß...
Chorleiter haben ja durchaus eigene Interessen.
Den Chorleiter, der sagt: "Ja, Mädel, ich mache dir deine Stimme kaputt.", den können wir wohl lange suchen!
Meine Beobachtung in jahrelangem Chorsingen geht dahin, daß sich Chorleiter um Wohl und Wehe einer Solostimme im Chor, die noch in Ausbildung ist, erst sorgen, wenn die Stimme "lästig" wird, weil sie sich in den Chorklang nicht mehr integrieren läßt. Dann wird das Argument der Unvereinbarkeit von Chor und Soloausbildung ausgepackt.
Solange es noch "irgendwie geht", versuchen Chorleiter Leute mit in Ausbildung befindlichen Stimmen im Chor zu behalten, weil es meist Leute sind, die engagiert sind und ganz gut singen und dem Chorklang nützen. Ob die Anpassung an den Chorklang dem einzelnen Sänger schadet oder nicht (das dürfte je nach Stimme verschieden sein), interessiert den Leiter eines Chores nicht unbedingt.
Ich habe gerade in meinem Chor eine recht traurige Sache erlebt bei einer jungen Frau mit einer großen, üppigen Stimme in Ausbildung, welche bei uns, die wir ein sehr kleiner Chor sind und viel Barockrepertoire singen, gestutzt und letztendlich wenn nicht kaputtgemacht, dann doch um Jahre zurückgeworfen wurde.
Unbedingt erwähnenswert ist, daß dieser Chorleiter keiner von denen ist, die vom Singen keine Ahnung haben. Er ist selber Sänger, und die Stimmbildung im Chor hat mir Entwicklungen beschert, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Daran lag es also nicht...
Wie eingangs erwähnt: man muß auf sich aufpassen.
Im Zweifelsfalle würde ich eher auf den Gesanglehrer hören - oder genauer: wäre ich in der Situation, daß ich Solisten werden wollte, würde ich eher auf den Gesanglehrer hören.
(Für mich selbst sähe das ganz anders aus: eine Gesangsausbildung, die meine Stimme choruntauglich macht, wäre das letzte, was ich wollte. Ich würde lieber Abstriche an der Solostimme hinnehmen.)
Gruß v. Emmy
Re: Frust
Orphenica - 05.01.2007, 18:15
EmmyNoether hat folgendes geschrieben:
Hallo,
ich meine, daß man ein bißchen auf sich aufpassen muß...
Chorleiter haben ja durchaus eigene Interessen.
Gruß v. Emmy
Wie wahr, Emmy! Mein Chorleiter hat auch wirklich Ahnung vom Singen und von Stimmbildung, viele Übungen zum Stimmsitz habe ich von ihm auch in mein eigenes Überepertoire übernommen. Aber seine ureigenste Aufgabe ist es nun mal, den Chorklang zu fördern, den er haben will, da kann einfach auf Einzelinteressen und Befindlichkeiten von Sängern mit Gesangsunterricht keine Rücksicht genommen werden, das kann man auch m.E. nicht verlangen. Bleibt also, genau wie Emmy sagt, dass man selber auf sich aufpassen muss - eine allgemeine Lösung gibt es nicht. Wie der Diskussion hier zu entnehmen ist, hängt es sehr stark vom Grad der Gesangsausbildung sowie vom Stimmtyp ab, ob am chorkompatibel ist oder bleibt, oder ob man es besser lassen sollte.
Ich möchte noch einmal anknüpfen an den Anfang dieses Threads, also an jene Phrase eines Chorstückes, die bei mir den Frust ausgelöst hatte. In der Probe nach diesem Frusterlebnis sangen wir dieses Stück wieder, ich hielt mich stur an den Ratschlag des Chorleiters von der Probe davor und "säuselte" die bewusste Stelle mit halber Stimme (ich hatte einfach keine Lust auf ein nochmaliges "Vortanzen"), zwei weitere Sängerinnen hatten diese Phrase zu singen. "Etwas mehr im 1. Alt", hieß es daraufhin. Ich hielt mich trotzdem weiterhin zurück, weil ich fand, dass die beiden anderen ja mal mehr geben könnten. Er war nicht zufrieden, also noch mal und noch mal (ich blieb stur...). Daraufhin beschloss er, dass der 2. Sopran die Stelle mitsingen sollte :pfeif:
Ich werde jetzt erst mal eine Chorpause machen und mich nach Mitsängern für ein kleines Solistenensemble umsehen. Dazu hätte ich auch ganz große Lust.
Liebe Grüße - und bevor das Jahr schon wieder alt ist: alles Gute und Liebe zum Neuen Jahr!
Orphenica
:hearts:
Re: Frust
Anonymous - 05.01.2007, 19:21
Ich denke, dass leichte Stimmen es da grundsätzlich leichter haben mit der Integration. Wenn ich als schwere Stimme gestutzt würde, wie es ja selbst mir einmal im Falle des Counter-Tenors passiert ist, würde ich sofort "die Fliege machen". :d_neinnein:
Es sei denn, mir wäre einfach, wie Emmy es andeutet, der Chorgesang wichtiger als die Solostimme.
Viel Glück bei der Suche liebe Orphenica! :hearts:
Deine Mini-Kastraten, liebe Uralt sind mir besonders sympathisch, weil ich ihre Produkte sehr liebe. Grüsse auf die Weide! :lol:
Re: Frust
dola - 05.01.2007, 19:32
Hallo,
@orphenica:
Was du schildest, kommt mir bekannt vor in seiner ganzen Nervigkeit.
Wenn eine Chorleitung nicht gerade einen völlig destruktiven Führungsstil an den Tag legt in dem Sinne, ein Chormitglied gezielt draußen haben zu wollen und dafür alle erdenklichen Negativseiten heranzuziehen (Mobbing), dürfte es kaum wirklich eine ABSICHT sein, Stimmen kaputtmachen zu wollen.
Was aber , wie schon angeklungen, immer wieder vorliegt, ist Unwissenheit über die Besonderheiten stimmlicher Entwicklung oder eben die Priorität der eigenen Interessen und Vorstellungen über den Chorklang.
Gegen Letzteres ist ja grundsätzlich nichts zu sagen, wenn diese Vorstellungen nachvollziehbar sind, aber daran hapert es auch nicht zu selten, oft bedingt durch didaktiasches Unvermögen, also den Fehlen der Fähigkeit, den ChorsängerInnen zu vermitteln, was man will.
Unsere hier diskutierten Probleme hängen ja damit zusammen, dass die meisten von uns oft lange vor Beginn der Ausbildung bereits in einen oder mehrere Chöre integriert waren und sind, schon immer zu den durchaus tragenderen Stimmen gehörten und daher gern gesehen sind.
Und nun greift die Ausbildung immer mehr, auch das eingene Wissen über die Stimme nimmt zu und man wächst irgendwo hin und merkt gleichzeitig, dass der Chor sich verbessern würde, wenn alle an der Stimme arbeiten würden oder bemerkt, dass Vorstellungen der Chorleitung stimmschädlich sein können.
Da läuft enorm viel ab, was einen bis ins Innerste berührt, denn ggf. ist ja auch ein Teil des persönlichen Umfelds, des sozialen Netzwerks bedroht. M. E. hilft da nur, nach Möglichkeit Aussprachen mit den ChorleiterInnen und vielleicht, wenn die Beziehung zueinander danach ist, mit engeren ChorfreundInnen, um den eigenen Platz im Gefüge auszuloten und so bestmöglich frustträchtige Situationen zu vermeiden und sich auf eine ggf. finale Entscheidung, wenn es sein muss, vorzubereiten.
Dass Lehrer wie im Fall von dir, Mutzel, vom Choreintritt abraten, kann ich nur begrüßen. Die Einflussnahme wäre zu widersprüchlich und könnte gerade so am Anfang den Ausbildungserfolg gefährden.
Liebe Grüße,
dola
Re: Frust
Anonymous - 05.01.2007, 19:52
Ich denke ich nehm da gerne deinen und vor allem ihren "Rat" an, und werde mich an sowas nicht abmühen. Ohne nun abfällig von einem Chor zu sprechen aber das ist auch nichts für mich.
ICH:
"Soll ich etwa in einen Chor mitwirken??"
SIE:
"WAS?!,NEE! DU sowieso nicht!! DU wirst nur solistisch singen, und ich lass nicht zu, dass ein CHOR dir das vermasselt." :schlaumeier:
Ergo, ich darf und will nicht :)
Re: Frust
Romilda - 27.01.2007, 10:56
Hallo zusammen
Dieser Thread hier ist ja nicht "umzubringen"... immer wieder flackert er auf! :kaffee
Ich finde mich selber in sehr vielen von Euren Aeusserungen. Wie ich auch festgestellt habe, ist es für eine "schwere" Stimme viel schwieriger, in einem Chor unterzutauchen... deshalb habe ich schliesslich endgültig darauf verzichtet, und ich bereue es nicht.
Einen zusätzlichen Punkt habe ich noch während meiner Parallel-Zeit entdeckt, Chor plus GU: Wenn meine Chorprobe am Dienstag war und der GU am Mittwoch, dann musste ich im GU viel mehr Rüffel einstecken, als wenn mein GU auf den Samstag fiel, also mehrere Tage zwischen der Chorprobe und dem GU lagen.
Ich habe dann selber festgestellt, wenn ich mich im Chor jeweils dermassen bemühte, meine Stimme "klein" zu machen, dass es mir am folgenden Tag schwerfiel, sie sofort wieder "gross" zu machen.
Rein vom Verstand her wusste ich ja, was ich zu tun hatte, aber meine Stimme wusste das offenbar nicht... :d_neinnein:
Dieses Hin und Her hat mich zunehmend belastet.
Meine Chorleiterin war übrigens ziemlich sauer, nachdem ich ihr erklärt hatte, dass ich aufhören wollte und nannte das einen "Schlag", da ich ja diejenige sei, welche den Sopran auf der Höhe halten könne. Ja klar, habe ich mich immer bemüht, den Sopran nicht absinken zu lassen :roll: , was für mich aber unsäglich mühsam war.
In einem Konzert war ich mal richtig gemein und habe einfach gestreikt. Ich konnte nicht mehr und habe nur noch markiert.
Der ganze Chor sank um ca. 1.5 Töne nach unten... was aber nur ein paar Fachkundige im Publikum merkten. :pfeif:
Auch dadurch ist mir klar geworden, dass ich nicht mit meiner Stimme den Chor, bzw. den Sopran "oben halten" will und kann, das war mir einfach zu anstrengend!
Jetzt bin ich super glücklich ohne Chor mit meiner neuen Gesangslehrerin und würde natürlich gerne ein kleines Vokal-Ensemble finden, aber das ist gar nicht so leicht... :n111:
Eine kurze Erfahrung damit durfte ich machen, als wir anlässlich eines Jubiläums-Konzertes einige Barbershop-Songs im Quartett sangen, wobei ich als einzige Amateurin mit drei Voll-Profis singen durfte.
Aber eben, das war leider nur eine Ad-hoc-Gruppe, die sich unterdessen wieder in alle Winde zerstreut hat.
Liebe Grüsse und
schönes Wochenende,
Romilda
Re: Frust
Fliu - 27.01.2007, 14:11
Romilda hat folgendes geschrieben: Meine Chorleiterin war übrigens ziemlich sauer, nachdem ich ihr erklärt hatte, dass ich aufhören wollte und nannte das einen "Schlag", da ich ja diejenige sei, welche den Sopran auf der Höhe halten könne. Ja klar, habe ich mich immer bemüht, den Sopran nicht absinken zu lassen :roll: , was für mich aber unsäglich mühsam war.
In einem Konzert war ich mal richtig gemein und habe einfach gestreikt. Ich konnte nicht mehr und habe nur noch markiert.
Der ganze Chor sank um ca. 1.5 Töne nach unten... was aber nur ein paar Fachkundige im Publikum merkten. :pfeif:
Oh Gott, wie ich das kenne! Du sprichst mir sooo aus der Seele :love:
Das ist wirklich extrem anstrengend, und ich habe die Quittung immer in den Ensembleproben - da steigen wir dann nämlich!!!! Sehr, sehr lästig. Aber ich KANN bei den Chören nicht aufhören, weil eben Freundschaften entstanden sind und alle, allen voran die Chorleiter, extrem enttäuscht wären, wenn ich aufhören würde. Aber wenigstens ist es ok, wenn ich nur mehr selten zu den Proben komme :mrgreen
Zitat: Jetzt bin ich super glücklich ohne Chor mit meiner neuen Gesangslehrerin und würde natürlich gerne ein kleines Vokal-Ensemble finden, aber das ist gar nicht so leicht... :n111:
Gründe selber eins :mrgreen Hab ich auch so gemacht.
Re: Frust
musika - 27.01.2007, 14:36
hallo
dieses Thema ist immer wieder aktuell und irgendwann, kommen alle auf den Trichter, dass ein Gesangsausbildung nicht kontrahär mit einem Chor laufen kann. Die Vergewaltigung einer Stimme, das Zurückhalten der Stimme im Chor, nicht so zu singen wie im Unterricht, halte ich für sehr gefährlich.
Stimmen die in der Ausbildung sind, tragen ganz anders, auch wenn man leise singt und wenn man nicht domant sein will, muss man sich ganz schön zurückhalten.
Das Thema, wann Gesangstunde, vor oder nach der Chorprobe, ist auch schon oft diskutiert worden. Genau da zeichnet es sich ab, vorher Chor, dann Gesangsstunde.....wie du schon schreibst Romilda, ist automatisch ein Schritt zurück.
Wer weiter kommen will im solistischen Bereich, sollte besonders zu Beginn der Ausbildung auf den Chor verzichten, oder sich einen Semiprofi Chor suchen.
Liebe Grüsse
Re: Frust
Romilda - 27.01.2007, 19:01
Fliu hat folgendes geschrieben: Gründe selber eins :mrgreen Hab ich auch so gemacht.
Huch, Fliu, auf diese Idee wäre ich jetzt gar nicht gekommen... hmmm, ich könnte ja meine Gesangslehrerin darauf ansprechen. Sie hat doch sicher Verbindungen und kennt andere "Semi-Profi-Sänger."
Haaaaallo, ist hier jemand aus der Schweiz (oder Süd-Deutschland) im Forum??? :n2: Ich wohne nahe Basel...
Auf jeden Fall bin ich nach all Euren Beiträgen erleichtert, dass ich kein schlechtes Gewissen mehr haben muss wegen meiner "Chorverweigerung." :d_neinnein:
Liebe Grüsse,
Romilda
Re: Frust
Fliu - 27.01.2007, 20:18
Romilda hat folgendes geschrieben: Fliu hat folgendes geschrieben: Gründe selber eins :mrgreen Hab ich auch so gemacht.
Huch, Fliu, auf diese Idee wäre ich jetzt gar nicht gekommen... hmmm, ich könnte ja meine Gesangslehrerin darauf ansprechen. Sie hat doch sicher Verbindungen und kennt andere "Semi-Profi-Sänger."
Ja, tu das! Glaub mir, es ist wie eine Erlösung :mrgreen Und eben die einzige Möglichkeit, wenn man wie ich partout nicht aufs mehrstimmige Singen verzichten will.
Re: Frust
musika - 27.01.2007, 20:21
Naja Fliu, so einfach wie gesagt ist es nun nicht, man braucht die richtigen Leute und die müssen viele Opfer bringen, zeitlich, finanziell und und und.
Aber da du ja Landsmännin von Romilda bist, kannst du ihr sicher so einige Tipps geben.
Liebe Grüsse
Re: Frust
Romilda - 27.01.2007, 21:00
musika hat folgendes geschrieben: Aber da du ja Landsmännin von Romilda bist, kannst du ihr sicher so einige Tipps geben.
Öööööhm, ist die Fliu Schweizerin? :n118:
Re: Frust
Fliu - 27.01.2007, 21:30
Nein, ich bin aus Österreich :schlaumeier:
Zitat: Naja Fliu, so einfach wie gesagt ist es nun nicht, man braucht die richtigen Leute und die müssen viele Opfer bringen, zeitlich, finanziell und und und.
Natürlich ist es nicht einfach - aber ich möchte es nicht mehr missen. Es geht wirklich sehr viel Zeit dafür drauf, aber ein Opfer ist das für mich nicht. Eher ein Geschenk. Und finanzielle Opfer bringen wir gar nicht, wir nehmen mehr ein, als wir ausgeben. Im Moment suchen wir aber nach Sponsoren, weil wir ja alle mit GU beginnen wollen :dafür:
edit: Das mit den richtigen Leute hab ich irgendwie überlesen. Das ist schon eher ein Problem! In unserer Gruppe sind nicht alle auf demselben Ausbildungsstand, sondern der ist sehr verschieden. Das führt natürlich manchmal zu Problemen, v.a., wenn man sehr ehrgeizig ist (wie ich :pfeif: ). Andererseits ist unser (Gesamt-)Niveau trotzdem im Vergleich zu den restlichen Laienchören hier in der Gegend 100:1, und von daher ist es eine riesige Erholung, in dieser Gruppe zu singen, auch wenn wir natürlich noch besser werden könnten und auch wollen.
Re: Frust
kaja - 28.01.2007, 04:16
hallo,
als ich mit dem singen angefangen habe, war ich auch in einem "mini-chor" (ein "harter kern" von 6 leuten, davon 2 mit gu und 2-5 wechselnde, die den zeitlichen aufwand etc. unterschätzt hatten).
für die meisten war der zeitliche aufwand kein problem, auch für die mit kindern nicht, da es bei den auftritten (musiktheater) und vorhergehenden proben eine kinderbetreuung gab und finanziellen aufwand gab es bei uns auch nicht, da wir viele gutbezahlte auftritte hatten, die nicht nur das gehalt des chorleiters und die kosten für babysitter, tontechniker, maskenbildner, choreographen, schauspiellehrer etc. deckten, sondern auch noch für vergnügliche chorwochenenden reichten.
das unterschiedliche können der chorsänger war für mich zuerst noch kein besonderes problem, da ich erst ein paar wochen vorher mit dem singen angefangen habe und der chorleiter dafür sorgte, daß alle anständig gesungen haben.
aber als ich dann unterricht nahm und der chorleiter aufhörte und die nachfolgerin es nicht schaffte, das vorherige niveau zu halten, wurde es bald sehr öde. einige übten zuhause überhaupt nicht mehr und ich mußte in der probe dann stundenlang warten, bis einige andere endlich ihre 3 töne konnten und da hatte ich keine lust mehr. in einem semi-prof. chor war es auch so und in einem großen chor in der masse unterzugehen hatte ich keine lust (war immer schon ne rampensau *ggg*).
"nachwuchs" bekamen wir teils durch mundpropaganda bzw. durch die auftritte und manchmal auch durch aufhänge an schwarzen brettern in uni und musikbücherei.
liebe grüße
kaja
Re: Frust
EmmyNoether - 29.01.2007, 10:50
Hallo,
ich habe seit vielen Jahren ein Ensemble wie von Fliu und kaja beschrieben und kann das nur empfehlen.
Das Wichtigste ist, die richtigen Leute zu finden, und zwar nicht nur stimmlich, sondern auch menschlich muß es einigermaßen passen in solch einem kleinen Kreis.
Solange die Mitsänger aus derselben Region kommen, hält sich der Aufwand in Grenzen, finde ich. (Inzwischen sind alle weitverstreut, und wir arbeiten projektmäßig, was die Sache erschwert.)
Was mir Spaß gemacht hat neben der Tatsache, daß ich mich dort stimmlich sehr weiterentwickeln konnte, war, daß man sich dort auch in hohem Maße inhaltlich einbringen konnte.
Als wir noch alle in derselben Gegend waren, ging es uns wie Flius Ensemble: dank häufigerer Engagements waren wir finanziell recht gut ausgestattet.
Wir haben uns fürs Ensemble von einem Teil des Geldes einen Stimmbildner geleistet, der wöchentlich mit uns gearbeitet hat.
Vielleicht wäre das auch noch eine Idee für Euch, Fliu.
Wir haben sehr davon profitiert.
Gruß v. Emmy
Re: Frust
Fliu - 29.01.2007, 11:39
EmmyNoether hat folgendes geschrieben: Wir haben uns fürs Ensemble von einem Teil des Geldes einen Stimmbildner geleistet, der wöchentlich mit uns gearbeitet hat.
Vielleicht wäre das auch noch eine Idee für Euch, Fliu.
Wir haben sehr davon profitiert.
Ganz so viel bleibt noch nicht übrig - aber ich glaube, ich hab schon mal erwähnt, dass wir im Moment auf Sponsorensuche sind, um uns wöchentlich Stimmbildung leisten zu können. Dann allerdings Einzel- und nicht Gruppenstimmbildung, eben weil wir so unterschiedlich weit fortgeschritten sind. Aber ich freu mich schon darauf :n2:
Re: Frust
Romilda - 29.01.2007, 21:02
Hallo zusammen
Da kommen ja wirklich diverse Erfahrungen zum Vorschein... ich selber kann eigentlich nur von diesem Barbershop-Ensemble berichten, das aber am Ende gescheitert ist, was ich sehr schade fand.
Wie gesagt waren wir drei Profis und ich als Amateurin. Ich sang dabei den "undankbaren", weil unheimlich schwierigen Alt-Part, der eigentlich gar nicht mein Stimmfach ist, aber mir sozusagen von meiner GL "zugeteilt" wurde.
Ich erhielt aber trotzdem sehr viel Lob von meinen Mitsängern und vom Publikum... ich nehme an, viele von Euch kennen die Barbershop-Songs und wissen, wieviel "schräge" Harmonien man dabei singen muss. Das Ganze muss sehr strikte musikalisch umgesetzt werden.
Nach dem ersten Erfolg bei diesem Jubiläums-Konzert versuchte ich aus eigener Initiative einen Neuanfang mit der gleichen Formation, der jedoch schief ging... meine GL sang damals den Sopran, brachte jedoch deutlich zu viel von ihrer "Opern-Stimme" mit viel Vibrato ein.
Den beiden Männern war das zu dominant, und wir diskutierten verschiedene Möglichkeiten.
Eine davon wäre gewesen, dass meine GL und ich die Stimmen getauscht hätten, ich den Sopran und sie Alt. Das wiederum wollte sie nicht... obwohl mir der Sopran-Part viel besser gelegen wäre und beide Männer diese Lösung deutlich bevorzugt hätten.
Na ja, das Ganze ging dann jedenfalls bachab, weil wir uns nicht einigen konnten und meine GL sich wahrscheinlich auch etwas pikiert fühlte, dass man sie vom Sopran zum Alt "degradieren" wollte.
Wie auch immer, Sänger sind Sensibelchen, habe ich damals gelernt. :roll:
Das sind bisher also meine beschränkten Erfahrungen mit einem Ensemble.
Liebe Grüsse,
Romilda
Re: Frust
Uralt - 29.01.2007, 21:22
Romilda hat folgendes geschrieben: Hallo zusammen
Na ja, das Ganze ging dann jedenfalls bachab, weil wir uns nicht einigen konnten und meine GL sich wahrscheinlich auch etwas pikiert fühlte, dass man sie vom Sopran zum Alt "degradieren" wollte.
Liebe Grüsse,
Romilda
:n140: :n139: :brüöö :verdacht :n180:
:totlach :totlach :totlach :totlach
Re: Frust
dola - 29.01.2007, 23:54
@uralt:
:n2:
jaja, jetzt ham sés wiéder mal genau bei´nand.
:win :n110:
Re: Frust
Anonymous - 30.01.2007, 13:07
Chorleiter oder musikalische Direktoren haben IMMER ein Eigeninteresse - es ist schon angebracht, da auf sich aufzupassen.
Ich erlebe das gerade selbst, weil ich im Ensemble als "Springerin" arbeite (letzten Endes ist die Company in einem Musical ja auch nuescht anderes als ein Chor, allerdings kommt da noch erschwerend Szene und Choreographie zu).
Einerseits hat mich das zwar irgendwie gefreut (denn Swings werden oft nur an die Leute vergeben, die musikalisch absolut sicher sind und sich schnell umstellen koennen), anderseits ist das schon auch eine Belastung, und man muss das fuer sich sehr genau abwaegen. Der Sopran hat jetzt in dem bestimmten Stueck zwar nix Hoeheres als ein a2 zu singen, bewegt sich ueber weite Strecken allerding eben in Sopranlage irgendwo zwischen d2 und f2, und das ist auf Dauer SEHR anstrengend - v.a., wenn man sich dazu auch noch viel bewegen muss und deswegen hin und wieder aus der Stuetze geht, da geht das dann naemlich sofort auf die Stimme.
Ich mache das ehrlich gesagt nur, weil es fuer mich momentan eben wichtig ist, hier einen Fuss in die Tuer zu kriegen (und weil ich zudem eben noch einen anderen Job dadurch bekommen habe und da im Moment vorsichtig ventilieren muss, niemanden zu veraergern).
Chorsingen ist ja eigentlich eh nicht mein Ding, aber da ich hier zwei Probleme habe, muss ich halt Abstriche machen.
Das Erste: Um mich rum nur SEHR kleine Stimmen, mit denen ich in Duetten etc. nicht kompatibel bin (und wer mich kennt, weiss, dass ich von "dramatisch" nun wirklich meilenweit entfernt bin, gegen Octaviane komme ich z.B. nicht an, wenn die auch noch den Sopranpart singt :pfeif: , aber Ihr muesstet das hier einfach selbst mal hoeren, es ist teilweise echt unglaublich :roll: )
Das Zweite: Mein Akzent, der mich wahrscheinlich von Vornherein fuer Hauptrollen disqualifiziert, denn in Musicals wird nunmal leider nicht nur gesungen, sondern auch sehr viel gesprochen. Das ist schon auch aergerlich, denn mein Englisch ist wirklich sehr gut (kann ich ganz eingebildet sagen), aber ich werde natuerlich trotzdem in 100 Jahren nicht klingen wie ein "Eingeborener".
Dazu schreibe ich aber nochmal was im Sprachenthread ...
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