Special Agent - Grauzone: Kapitel 4

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    Re: Special Agent - Grauzone: Kapitel 4

    Rayet de Lonar - 26.11.2006, 11:51

    Special Agent - Grauzone: Kapitel 4
    Kapitel 4

    Als ich erwachte war ich nicht weniger benommen. Die kopfschmerzen waren sogar noch größer. Das war eindeutig der schlimmste Kater, den ich bis jetzt gehabt hatte. Mir tat alles weh. Jeder einzelne Muskel, die Augen, der Kopf. Einfach alles.
    Ich lag auf dem Bauch in einem der Feldbetten. Ich war bis zu den Schultern zugedeckt und mein linker Arm hing schlaff herunter. Meine Fingerspitzen berührten sacht den Betonboden. Auf dem anderen Arm lag mein Kopf. Knapp daneben sah ich einen kleinen, feuchten Fleck. Etwas Speichel lief mir noch aus dem Mundwinkel. Ich wischte ihn mit der linken Hand weg. Ich hatte gesabbert... und das nicht gerade leicht.
    Ich stemmte mich auf die Ellenbogen hoch und sah mich flüchtig um. Ich war immer noch in der Sicherheitszelle, genauso wie Ray. Er lag auf dem anderen Feldbett und schlief fest. Seine Haare waren nicht mehr verklebt und um den Kopf hatte er einen festen Verband. Er trug einen sauberen, roten Overall mit kurzen Ärmeln. Ich stellte mit einiger Verspätung fest, dass ich auch einen an hatte.
    Ich kontrollierte mich weiter. Meine Haare waren auch nicht mehr verklebt und die Platzwunde an meinem Kopf war verbunden, genauso wie die grossflächigen Schürfwunden an meinen Armen und Beinen. Mir müsste es eigentlich prächtig gehen. Doch mein Kopf dröhnte unablässig und machte das Wachsein zu einer Qual.
    „... eben gerade aufgewacht.“, hörte ich noch jemanden sagen. Erst jetzt sah ich die Wache, die vor dem Gitter stand und mich gespannt anstarrte. In der Hand hielt der Soldat ein Funkgerät.
    „Und?“, fragte eine Stimme.
    „Er ist immernoch benommen, aber ansonsten scheint alles mit ihm in Ordnung zu sein.“, antwortete er hastig.
    „Gut... wir sind in ein paar Minuten da.“, erwiderte die Stimme. Der Wächter schaltete das Funkgerät aus und schob es in eine kleine lederene Tasche an seinem Gürtel. Dann lief er weiter. Er ließ mich aber nicht wirklich aus den Augen.
    Ich setzte mich vollständig auf und lehnte mich dann mit der Schulter gegen die Gitterstäbe. Genau in dem Moment, in dem einer der Wächter an mir vorbeilief, knurrte mein Magen laut. Der Soldat lächelte mich daraufhin gemein an. Ich hatte Hunger... aber vor allem Durst. Es musste schon Ewigkeiten her sein, dass ich etwas gegessen oder getrunken hatte. Mein Magen knurrte auf diesen Gedanken hin noch lauter. Der Wärter kicherte gehässig. Ich warf ihm einen feindseligen, warnenden Blick zu, schwieg aber. Er ging lächelnd weiter.
    Ich setzte mich einigermaßen gemütlich hin und starrte auf einen Punkt in der Luft. Ich merkte, dass ich mich kaum noch daran erinnerte, was passiert war. Ich versuchte es, aber immer, wenn ich glaubte mich an etwas erinnern zu können, verschwamm wieder alles in Gedanken. Schließlich gab ich es auf.
    Plötzlich knackte es. Ich fuhr hoch und sah mich erschrocken um. Ich war gerade wieder eingeschlafen, was mich selbst überraschte. Ich hatte es nicht mitbekommen. Verschlafen blickte ich zur Tür. Es traten vier Soldaten und der Vorgesetzte ein. Von Lourell war nichts zu sehen und ich konnte mich entsinnen, ihn hart geschlagen zu haben. Sicher war ich mir nicht.
    Es dauerte eine Weile bis sie die Schleusen hinter sich gelassen hatten und nun vor dem Gitter standen. Der Anführer musterte mich lange. Ich spürte, dass Wache hinter mir stand... und ich sah ihren Schatten im Augenwinkel. In der Hand hielt der Soldat Handschellen. Ich wusste, dass er mich fesseln sollte und nur auf einen günstigen Augenblick wartete. Allerdings war ich nicht so dumm, mich nur auf seinen Vorgesetzten zu konzentrieren.
    Ich drehte den Kopf etwas zu ihm.
    „Versuch ’s erst gar nicht!“, knurrte ich und sah, dass er zusammen zuckte. Ich lächelte.
    „Wer bist du?“, fragte mich der Anführer. Ich sah ihn überrascht an. Ich war mir sicher gewesen, im Rausch alles verraten zu haben. Anscheinend doch nicht. Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte. „Du hast uns angelogen. Die Angaben die du gemacht hast gehören nicht dir, sondern dem, den wir erschossen haben.“ Ich zuckte die Schultern.
    „Na und? Ich sagte doch, dass sie aus mir nichts raus kriegen.“, erwiderte ich herausfordernd. Er lachte laut los.
    „Kann schon sein.“, gab er lachend zu. Ich sah, dass Ray aufwachte. Er sah sich verschlafen um, war aber hellwach als er begriff, wo er war. „Um dich selbst machst du dir keine Sorgen. Das ist wichtig als Agent... aber was ist mit ihm?“, fragte der Anführer mit einem drohenden Unterton, den er kaum versuchte zu verstecken. Ich runzelte die Stirn. Was sollte das bedeuten? Wir hatten die gleiche Ausbildung. Er war mindestens genauso standhaft. Ich verstand den Sinn der Sache nicht.
    Ray schon. Er sah abwechselnd zu mir und zu dem Anführer. Er schien sogar genau verstanden zu haben, worum es ging... und er hatte Angst davor. Ich konnte mir nichts anderes vorstellen, als das, was ich selbst durchlebt hatte. Ray war immer besser gewesen als ich. Er würde diese Tortur locker überstehen.
    Ich war so damit beschäftigt, darüber nachzudenken, was das bringen sollte, dass ich den Soldaten hinter mir vergaß. Dieser nutzte den Moment meiner Unachtsamkeit und legte mir die Handschellen so schnell an, dass ich nicht in der Lage war, meine Hände zurück zu ziehen. Mit einem zweiten Paar Handschellen kettete er mich an einen der Gitterstäbe. Ich zog und zerrte kurz prüfend daran, hörte aber nach wenigen Versuchen damit auf. Es war sinnlos.
    „Verdammt!“, fluchte ich lautstark. Das brachte den Anführer erneut zum Lachen. Ich schnaufte gereizt.
    Der zweite Wärter schloss die Tür auf und diesmal traten alle fünf ein. Bevor der Anführer sich jedoch Ray zuwendete, warf er mir noch einen schadenfrohen Blick zu. Ich wusste immer noch nicht, was er vorhatte. Allerdings sah ich, dass Ray sich zum Sprung bereit machte. An irgendetwas hatte ich nicht gedacht. Mir fiel aber beim besten Willen nicht ein, an was.
    Ray wurde aufgefordert sich hinzustellen, was er auch nach kurzem Zögern tat. Er versuchte alle gleichzeitig im Auge zu behalten. Man sah ihm an, dass er ihnen nicht vertraute, warum auch? Immerhin waren wir ihre Gefangene und wer wusste, ob die sich an das Kriegsgefangenenabkommen hielten? Bisher hatte es nicht den Anschein danach gehabt.
    Ray ließ sich widerstandslos Handschellen anlegen, was mich schon überraschte.
    „Er wird ihnen nie etwas sagen! Verlassen sie sich darauf!“, knurrte Ray leise.
    „Wir werden sehen...“, erwiderte der Anführer locker... und schlug ihn mit der Faust in den Magen. Ray brach in die Knie und hustete gequält. Er stemmte sich auf Knie und Handflächen hoch und atmete hastig. Doch ließ ihm der Anführer keine Zeit für eine Pause. Sofort trat er Ray mit dem Knie gegen den Kopf. Mein Kollege brach erneut zusammen und rollte ein Stück auf mich zu. Er blieb auf dem Rücken liegen, die Beine etwas angewinkelt, und krümmte sich vor schmerzen. Das Nasenbein war gesplittert und hatte von innen heraus die Haut aufgerissen. Das Blut lief ihm in die Augen und trübte seinen Blick.
    Schon war der Vorgesetzte wieder bei ihm. Er kniete sich mit Schwung auf Rays Brustkorb und ich hörte zwei Rippen brechen. Mein Freund schrie vor Schmerzen auf und holte dann mehrmals tief Luft, stöhnte aber jedesmal. Sein Gegner zerrte ihn wieder auf die Beine hoch und rammte ihm das Knie in den Bauch. Ray stöhnte nurnoch und konnte sich gerade noch so auf den Beinen halten, als er mit dem Ellenbogen gegen den Unterkiefer geschlagen wurde. Der Schwung warf ihn zurück und er knallte mit dem Kopf gegen die Gitterstäbe. Fast bewusstlos sank er auf den Boden. Er bewegte sich kaum noch.
    „Wer bist du?“, fragte der Anführer. Allerdings nicht Ray... sondern mich. Mein Verstand setzte aus. Was sollte das? Er hätte Ray dabei ansehen müssen. Aber warum fühlte ich mich angesprochen? Warum sah er mich erwartend an?
    Als ich nicht antwortete, hob er Ray am Kragen hoch und verpasste ihm eine Kopfnuss. Ray brach sofort wieder zusammen. Fast reglos blieb er auf der Seite liegen. Lourells Vorgesetzter warf mir flüchtig einen Blick zu und zog dann eine Standardschusswaffe aus dem Gürtel, die er auf Ray richtete.
    „Noch einmal... wer bist du?“ Ich wurde angebrüllt... und kapierte endlich, was los war. Ray wurde als Druckmittel gegen mich gebraucht. Man quälte ihn nicht wegen ihm selbst, sondern wegen mir. Ich biss mir auf die Unterlippe.
    Der Anführer sah wieder zu Ray hinab und lud seine Waffe durch. Das Klicken war grausam und es tat seine Wirkung. Ich konnte das Leben eines anderen nicht für meines aufs Spiel setzen.
    „Warte!“, brüllte ich zurück und wollte ihm gerade meinen Namen nennen, als mir Ray ins Wort fiel.
    „Halt ja die Klappe, du Anfänger!“, blaffte er mich bösartig an. Ich zuckte zusammen und schwieg betroffen. „Sag kein Wort!“ Er funkelte mich auffordernd an. Ich tat, was er sagte, und der Anführer schoss ihn in die rechte Schulter. Ray schrie laut auf und ich sah zuerst weg und schloss dann die Augen.
    „Ich frage dich ein letztes Mal... wer bist du?“, brüllte mich Lourells Vorgesetzte wieder an. Ich sah zögernd zu ihm. Er kniete auf Rays Oberkörper und hatte ihm seine Waffe bis zum Anschlag in den Rachen gestopft. „Antworte oder er stirbt!“ Ich konnte ihn nicht erschießen lassen, aber ich konnte mich auch nicht Ray widersetzen. Er war einen Rang höher als ich. Es war meine Pflicht ihm zu gehorchen.
    Dann sah ich, wie der Anführer begann den Abzug durchzudrücken. Ganz langsam, Stück für Stück. Fast bis ganz nach hinten. Ich konnte Ray nicht sterben lassen...
    „Alain Kira Thomar, 315 341 904, Rang X-2“, sagte ich schließlich. Meine Stimme war ungewöhnlich ruhig und nüchtern. Schmerzlich wurde mir bewusst, dass ich verloren hatte. Ich sah weg.
    Lourells Vorgesetzter zog seine Waffe zurück, sicherte sie und steckte sie dann in den Gürtel zurück. Er schloss Rays Handschellen auf, zerrte ihn grob hoch und stieß ihn aufs Bett zurück. Erschöpft blieb er liegen. Dann trat der Vorgesetzte zu mir. Er nahm meinen Unterkiefer und zwang mich dazu ihn anzusehen. Ich hasste ihn. Mehr als alles andere auf der Welt, mehr noch als Dereks Mörder... und das versuchte ich auch nicht zu verbergen. Der Vorgesetzte lächelte mich überlegen an.
    „Warum nicht gleich so? Du hättest dir und deinem Freund hier eine Menge Schmerzen erspart.“, brummte er mit gespielter Gutmütigkeit und schüttelte belehrend den Kopf. „Aber Ungehorsam muss bestraft werden!“ Ich sah aus dem Augenwinkel, wie er ein Messer aus einer kleinen Tasche am Gürtel zog. Er verstärkte den Griff und hob die Waffe dann in meine Augenhöhe. Er drehte es ein paar Mal in der Hand und musterte es genau. Dann setzte er knapp über meiner rechten Augenbraue an und fügte mir eine bis zur rechten Schläfe reichende Schnittwunde zu. Blut lief mir in das Auge und es brannte erbärmlich. Ich kniff es zu. Er ließ mich los und steckte das Messer weg ohne es abzuwischen. Benommen lehnte ich mich zurück.
    Im nächsten Moment war Ray tot.
    Der Anführer zog in einer fließenden Bewegung die andere, ungesicherte Schusswaffe, zielte auf Rays Kopf und drückte ab. Er sackte zusammen und blieb leblos liegen. Ich starrte auf seine Leiche und begriff nicht, was ich gesehen hatte. Zweifelnd an meinem eigenen Verstand schüttelte ich den Kopf.
    „Ray?“, sagte ich leise, aber laut genug, dass er mich eigentlich hätte hören müssen. Aber er reagierte nicht. Ich wendete den Blick zur Waffe, die der Anführer erst mit einiger Verspätung wieder wegsteckte. Ich sah abwechselnd zu ihm und Ray und begann langsam zu verstehen, was passiert war. Ich schloss merhmals kurz die Augen und hoffte mir das eingebildet zu haben. Aber es war real... leider. Schluchzend wiederholte ich seinen Namen.
    „Warum?“, knurrte ich dann den Anführer bösartig an. „Ich habe ihnen doch alles gesagt, was sie über mich wissen wollten. Warum haben sie ihn trotzdem getötet?“ Ich wurde immer lauter bis ich die letzten Worte schließlich schrie. Er sah mich einen Moment lang verdutzt an und lachte dann schadenfroh.
    „Er hat seinen Zweck erfüllt, Junge. Wieso sollte ich dann noch unnötige Kosten auf mich nehmen? Ich habe keine Verwendung mehr für ihn“, erwiderte er eiskalt und zuckte mit den Schultern. Er wendete sich an seine Soldaten: „Bringt ihn weg, bevor er noch alles vollblutet! Und den Jungen in eine der Gummizellen. Vergesst die Zwangsjacke nicht!“ Er lachte und verließ die Sicherheitszelle, während mir eine Zwangsjacke angezogen wurde. Allerdings war ich viel zu benommen um wirklich noch etwas bemerken zu können. Ich war zutiefst geschockt und wehrte mich auch nicht, als sie mich weg schleiften.



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