Welches Buch schreibt ihr gerade?

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    Re: Welches Buch schreibt ihr gerade?

    Anonymous - 23.11.2006, 04:52

    Welches Buch schreibt ihr gerade?
    Wer liest denn schon noch? Heute schreibt man selber Bücher! Wenn Bohlen, Schröder und der lustige Mann mit der komischen STimme und dem Cowboyhut das können, dann kann ich das allemal...

    Das ganze nennt sich momentan "Empire Lost", hies vormals simpel "Schlüssel" und wartet jetzt gut und gerne eineinhalb Jahre auf die Umsetzung. Ich dachte mir das wäre genuch fürn Versuch, denn sowas macht ja bekanntlich kluch. Deshalb:

    Rauch quoll dick und schwer aus den grau-grünen Wäldern im Norden und Westen und der ganze Horizont wurde zusehends dunkler während einzig und allein ein schmaler, aber grell gleissender Strich blieb. Eine gewaltige Feuerwand die das gesamte Tal einschloss. Die untergehende Sonne glühte in einem seltsam bedrohlichem Rot und tauchte den ganzen Himmel in eine Farbe, die schrecklich an Blut erinnerte und nur vereinzelte schwarz-schmutzige Aschewolken unterbrachen das grauenhafte Bild, vielleicht das letzte mal in dieser Welt. Nichts schien mehr von dem Paradies zu zeugen, das hier einmal geherrscht hatte. Es gibt eben doch nichts von ewiger Dauer, und Schönes schon gleich zweimal nicht. Aber machte das nicht die Schönheit aus? Die Vergänglichkeit?
    Poesie! Als ob das noch wen interessierte - als ob es noch jemanden gäbe den das interessieren könnte. Es gab ja niemanden mehr ausser Ihr und ihrem kleinen Bündel, das Sie fest an sich geklammert hielt. Nichts war mehr von dem gewaltigen Reich geblieben. So weit wie die Sonne wanderte hatten sie sich einst ausgebreitet, und die Götter schienen für immer wohlwollend auf sie herabzublicken während alles so war, wie es nie hätte besser sein können. Die Sel`adin lernten mit der Natur zu leben und fügten sich in ihr Schicksal. Sie aßen was die Natur ihnen gab, und verlangten ihr nie mehr ab als sie brauchten. Ihre Häuser bestanden zuanfangs aus zweigen und Blättern, die am Boden gesammelt wurden und man lernte, sich mit den Tieren zu verständigen.
    Mit den Jahrhunderten lernten sie immer mehr und fügten sich immer besser in ihre Rolle ein. Schließlich bildeten sich gigantische und doch anmutige Städte, mit Türmen und Fialen die aus dem fruchtbaren Boden wuchsen und an den Wänden sogar Früchte wuchsen. Und all die Zeit offenbarte die Natur immer mehr von ihrer wahren Macht, ohne dass es jemals ein Ende zu nehmen schien. Es war schier unglaublich. Ihre Rasse blühte auf und während sie sich mit ihrem Inneren ins Reine brachten, veränderte sich auch das äußerliche Erscheinungsbild. Die Haut wurde eben und gleichmäßig wie fein polierter Stein, die Haare schimmerten im Sonnenlicht heller als Gold, waren von kräftigerem Braun als die Telani-gehölze oder wurden so schwarz wie das tiefste Dunkel einer angenehmen Sommernacht. Ihre Jäger vermochten sich auf der Jagd so unsichtbar zu machen dass nicht einmal ein Adler auf freiem Feld sie hätte erspähen können und Fische konnten Sie mit den blosen Händen fangen, so schnell waren ihre Reflexe. Wer nicht auf Jagd war übte die schönen Künste. Das Musikspiel, Gesang, widmete sich den Farben oder spielte mit Anderen komplizierte Spiele. Es fehlte an nichts und so gab es auch keinen Hass, oder Neid. Es schien alles so richtig, und niemals hätte Sie gedacht dass es am Ende ganz anders kommen würde, ja, dass es überhaupt ein Ende geben könnte. Töricht!
    Traurig blickte sie von ihrem Standpunkt auf dem Hügel, der sich dicht an den hohen Iragauga schmiegte, ein Berg des Gebirges, das dieses Tal umspannte und dessen Wände wie alle anderen hier zu steil waren, um sie zu erklimmen, den Weg hinunter den sie gekommen war. Der Prachtvoll geflieste Weg mit der blendend weißen Marmorwurzel die trotz der trostlosen Rot- und Brauntöne in die die ganze Gegend nun getränkt war, noch immer in ihrem reinen und makellosem Weiß erhaben vom Rest des Bildes abhob. Der Weg führte den sanft geschwungenen Hügel hinunter, durch dichtes hohes Gras, das an schönen Tagen wie ein gewaltiges Meer aus grünen Halmen wogte und Wellen warf, und dabei untermalt von dem träumerischen Rauschen der umliegenden Baumgruppen fast wirklich wie ein Meer zu sein schien, in dem man die herrlichsten Dinge träumen konnte. Etwas weiter entfernt wurden die Baumgruppen dichter und wuchsen schließlich zu einem Wald zusammen, der den Weg gemeinsam mit der weißen Wurzel in Schatten hüllte und ihn schließlich einfach zu verschlucken schien. Dicht hinter dem Waldrand lag Idai`la, eine kleine Siedlung in der Sie geboren worden war. Vor Äonen war das nun gewesen und Sie hatte ein langes, ereignissreiches Leben geführt.

    Bis jetzt.

    Noch einmal hob sie den Blick und lies ihn über den Horizont schweifen. Sie sah mit ihren messerscharfen Augen bis weit in das Land hinein, wo sie vereinzelt die Panzerungen der marodierenden Truppen der shi´kai zwischen den Blättern aufblitzen sah. Sie kamen immer näher und würden bald hier sein. Es wurde langsam Zeit.
    Ein letztes mal schenkte sie dem Bündel in ihren Armen einen liebevollen Blick, dann wand sie sich um und schritt auf das gewaltige Portal zu, das bis weit hinauf in die Bergflanke reichte. Die beiden Torflügel aus unglaublich dickem, knorrigem Wurzelholz waren geöffnet und schienen nur auf Sie zu warten. Eine einzelne Träne trat in ihre Augen und ihr wurde bewusst, dass keiner der alten Rasse der das Kindesalter hinter sich gelassen hatte, jemals in den letzten dreitausend Jahren geweint hätte. Kaum dass sie die Dunkelheit hinter dem Tor betreten hatten glommen tausend Lichter an den reich verzierten Wänden auf. Das gesamte Gewölbe reichte unglaublich Hoch, sodass sich die Decke irgendwo in der Unendlichkeit verlor. Doch sie wusste dass auch sie reich geschmückt war, und prägende Ereignisse und den Werdegang ihres vergangenen Volkes zeigte.
    Schnell schritt sie über die großen, steinernen Fliesen mit denen die Halle ausgelegt war. Alles hier war in der naturellen grauen Farbe des Steins gehalten, nur in der Mitte des Saals zog sich ein Band aus rotem Stein zwischen den geradezu riesigen Wächterstatuen aus Stein, die hier Spalier standen, hindurch in Richtung der Empore. Dieser rote Steinboden war mit der älteste Teil der gesamten Anlage und stammte noch aus der grauen Vorzeit ihrer Ahnen, als sie gerade erst lernten, wie wichtig die Einklang war und Viele noch auf Schmuck und Pomp setzten. Ja, dieser rote Steinboden mit den reichen Gravuren von Schlachten, Kriegsschiffen und Bildern aus einer scheinbar großartigen Reise die ihr Volk getan hatte musste sogar eines der ältesten Artefakte ihres Volkes überhaupt sein. Bilder von Schlachten und Kriegsgerät waren in ihrer Epoche einfach undenkbar gewesen. Jedenfalls waren sie das, bis zur großen Trennung kurz bevor der Krieg begann.
    Erneut stiegen Gefühle in Ihr auf. Bitterkeit und Trauer. Es tat ihr weh an all das zu denken, was ihr in den letzten Tagen wiederfahren war und sie fühlte sich auf einmal schwach und hilflos, als sie die Empore hinaufstieg und die steinernen Wächter hinter sich lies. Von ihrem forschen Gang war nichts mehr geblieben und Sie musste sich Stufe für Stufe erkämpfen, bis sie irgendwann, es schien als hätte sie ewigkeiten gebraucht, die letzte Stufe endlich hinter sich lies und durch einen langen und sehr breiten Gang lief. Noch immer hielt sie das warme Bündel dicht an ihre Brust gepresst und es schien ihr als strömte durch diese Wärme neue Kraft in sie herein. Noch einmal nahm sie alle Kraft zusammen und stürmte weiter. Immer wieder zweigten kleinere Tore von dem Hauptgang ab, doch ihr Ziel lag direkt vor ihr.
    Plötzlich stolperte Sie ins Freie, oder jedenfalls sah es so aus als stünde man unter freiem Himmel. Das was wie eine Gerade Wand aussah aus der Sie gerade durch das Tor gekommen war, war in wirklichkeit eine perfekt runde Wand, die allerdings ein so unglaublich großes Areal umfasste, dass man das gegenüberliegende Ende nurnoch schwach im Dunst erahnen könnte, wäre da nicht...



    Re: Welches Buch schreibt ihr gerade?

    Fenrar - 23.11.2006, 10:18


    Sehr sehr schöner text ^^. Gut idee einen tread damit zu starten dann könnte ich hier auch mal meinen Kram posten den ich immer zwischendurch anfange (vielleicht beende ich dann auch endlich mal was XD). Wie gesagt werd dann mal in nächster zeit hier auch was posten.

    Ach ja kleine anmerkung an dieser stelle:

    Zitat: ...bildeten sich gigantische und doch anmutige Städte, mit Türmen und Fialen die aus...

    ich würde nicht Fialen schreiben sondern eher Handelshäuser oder Handelsposten dann passt das insgesamt besser ins Bild der Geschichte.

    MFG

    Fenrar :63



    Re: Welches Buch schreibt ihr gerade?

    Neela - 23.11.2006, 11:35


    Schöner Text :)

    Ich hab auch mal geschrieben. Naja ab und zu tu ichs immer noch. Aber irgendwie komm ich nie zum Ende. Meine kläglichen Versuche findet ihr durch das pinke Fenster im Turm auf meiner Seite.
    Sonst hab ich ziemlich viel mal als Foren RPG geschrieben. Aber die Texte sind wohl naja in der Versenkung verschwunden. Wenn sie jemand lesen will kann ich sie ja mal raussuchen.



    Re: Welches Buch schreibt ihr gerade?

    RoE | Matrimelee - 23.11.2006, 13:49


    Wie soll das Buch denn heißen? :engel1

    Anyway, ist wirklich ein sehr schöner Text! Doch lese ich lieber, als irgendwelche Bücher, oder auch nur Texte, zu schreiben. Habs früher immer in meiner Kindheit getätigt (lol), doch heute bin ich längst nicht mehr so aktiv, wenn überhaupt noch ...

    Wäre erfreut, wenn du noch mehr Texte posten würdest, bin sehr interessiert an sowelchen Sachen .... :krass



    Re: Welches Buch schreibt ihr gerade?

    Anonymous - 23.11.2006, 16:21


    www.thefanfictions.de

    ...da gibts mehr texte von mir, und da könnt ihr eure Eigenen auch mal platzieren. Freuen uns immer über neuzugang^^. Ist allerdings noch im Aufbau die Seite. (Auch wenns tff schon seit 2004 gibt - ist höllisch schwer so ein ding auf die beine zu stellen, zu halten und alle Bugs zu finden und zu terminieren)

    Schön dass der Text gefällt. Ich werd natürlich noch dran feilen, ganz am anfang z.B. ist das etwas holprig geraten...
    und was die Fialen angeht: Man beachte das fehlende L :D
    Keine "Filialen", Fanny, Fialen. Aber ein Fehler ists trotzdem: Ich meinte mit Fialen die Streben die man an gothischen Kathedralen findet - tatsache sind das aber die Verzierungen auf den Spitzen dieser Streben...


    Werd das nochmal ändern...



    Re: Welches Buch schreibt ihr gerade?

    Anonymous - 27.11.2006, 15:11


    habs nich gelesen ^^ aber:

    hab auch mal geschrieben nur irgendwie... weiss nich wird das imma zu Fantastisch ^^ vll fang ich später nochmal an also in ein paar Jahren....



    Re: Welches Buch schreibt ihr gerade?

    Anonymous - 11.12.2006, 00:50


    Zu fantastisch geht garnicht! Nicht solang dus in die richtigen Worte packst, und genau darin besteht die Kunst zu schreiben. Meine Meinung jedenfalls. Aber zu fantastisch - da bin ich mir sicher - das geht bei Fantasy nicht.



    Nevertheless:

    Plötzlich stolperte Sie ins Freie, oder jedenfalls sah es so aus als stünde man unter freiem Himmel. Das was wie eine Gerade Wand aussah aus der Sie gerade durch das Tor gekommen war, war in wirklichkeit eine perfekt runde Wand, die allerdings ein so unglaublich großes Areal umfasste, dass man das gegenüberliegende Ende nurnoch schwach im Dunst erahnen könnte, wäre da nicht ein Hindernis, das die Sicht versperren und den Betrachter blenden würde. Ein urgewaltiger Turm aus unglaublich vielen winzigen Flaschenzügen, Verstrebungen, Hebeln, Zahnrädchen und Kolben die unablässig vor sich hinsurrten. Das Klackern und Zischen schien die ganze Luft zu erfüllen und Sie fühlte sich wieder so von Ehrfurcht ergriffen, wie jedesmal, wenn Sie diese Halle betreten hatte. Mächtig und Zeitlos stand es da, das Uhrwerk, wie es seine Erschaffer genannt hatten, und sirrte kalt vor sich hin.
    Wie gebannt starrte Sie an der Maschinensäule nach oben, wo Sie sich im fahlen Dunst der Weite verlor. Man hatte den Maschinenbauern nie wirklich Respekt entgegengebracht. Allenfalls freundlich und hilfsbereit war man Ihnen gegenüber gewesen, als Volk, das noch längst nicht so weit war wie ihr Eigenes und doch in gewissen Bereichen eine unbestimmte und verwirrende Ähnlichkeit aufwies. Wie war man doch schockiert in den versteckten Hallen der Wälder, als sich die Kunde von der unglaublichen Meisterleistung der Maschinenbauer verbreitete. Ein gewaltiger und ungemein komplexer Turm, der Technik und Magie in sich vereinte. Es kam einem Wunder gleich. Die Äther waren das Gebiet der Magier und niemand hätte geglaubt dass dieses seltsame Volk zu solchen Dingen fähig wäre, und doch stand es vor Ihr: Das Uhrwerk. Welche Ironie dass die wohl Letzte des alten Volkes, das sich doch als Mentor verstanden hatte, jetzt durch ein Erzeugnis des jüngeren Volkes Hilfe sucht.
    Ein dumpfes Grollen rollte durch den Gang heran und Ihr wurde klar, dass Ihre Zeit verrann. Noch einmal hob Sie den Kopf und lief los. Es lag noch ein gutes Stück vor ihr, bevor Sie nah genug sein würde um Einzelheiten, oder sogar die einzelnen Teilchen des Maschinenturms ausmachen können wird. Der ebene Boden flog geradezu vorbei und die Gravuren auf dem Boden verschwammen zu wirren Mustern. Nur langsam kam der metallene Turm näher.
    Wieder grollte es bedrohlich hinter ihr, das Siegel des Portals, welches die gewaltigen Tore hinter ihr verschloss, wurde angegriffen und obwohl es eines der ältesten und kompliziertesten Siegel war, das Sie kannte, wurde Ihr klar dass es allen Anschein hatte als ob es nicht mehr lange halten würde. Zum dritten mal donnerte es in den Gängen und jahrtausende alter Staub löste sich von den Gewölben um wie gespenstische Fahnen zu Boden zu schweben, doch Sie hatte den Turm bereits fast erreicht. Die ersten Einzelheiten waren dank ihrer übernatürlichen Sehschärfe schon zu erkennen. Die unglaublich vielen kleinen Zahnrädchen und Züge, die zuverlässig ineinandergriffen, und das unbestimmte glimmen, im inneren des Apparates - und dort am Sockel die Schleusen...
    Das Metall fühlte sich seltsam warm an, als ihre Hand darauf aufschlug. Hastig suchte Sie nach den verborgenen Schaltern - und fand was Sie suchte. Ein leises Klicken war zu hören und Sie trat rasch zurück. Einen Augenblick tat sich nichts, nur ein weiterer Summton unter den vielen war aufgetaucht. Plötzlich zischte es laut irgendwo hinter der dünnen, metallenen Haut des Turms und etwas schien sich zu verändern.
    Auch wenn es von weitem den Anschein hatte, der Turm wäre glatt, so bestand die Oberfläche dennoch aus unzähligen kleinen Plättchen die scheinbar ohne bestimmte Form und ohne irgendwelches System ineinander und übereinander griffen. An sehr vielen Stellen gab es überhaupt keine Aussenhaut und stattdessen sah man die vielen filigranen Mechaniken hervorstehen. Noch immer hielt das zischen an, und langsam namen die Bewegungen auf ebendieser Aussenhaut zu. Viele der kleinen Plättchen waren in bewegung geraten und schienen ziellos über die Oberfläche zu gleiten. Doch plötzlich bildete sich eine Öffnung, die rasch größer wurde und ein seltsames kleines Tischchen herausgleiten lies. Mit einem lauten "Klonk" kam plötzlich alles zur Ruhe. Die Oberfläche des Turms hatte aufgehört sich zu bewegen, und der ganze Turm hatte plötzlich aufgehört zu rumoren. Eine tiefe Stille breitete sich aus und nur das Tischchen schien noch wartend vor ihr zu liegen.
    Obwohl Sie schon oft hier war und auch den Turm schon oft gesehen hatte, so wusste Sie doch nur ansatzweiße von dem was er tat und Sie hatte keine Ahnung wie er funktionierte. Das hatten die Maschinenbauer ihr nie erklärt. Doch Sie hatte genug verstanden um zu wissen dass diese Maschine die wohl letzte Hoffnung war, irgendwann einmal wieder die Sonne über diesem Land zu sehen, und wenn auch durch andere Augen als die Ihren.
    Zögernd trat Sie näher. Auf der metallenen Platte des Pults war eine Vertiefung von der Form einer Hand zu sehen. Diverse kleine Plättchen, Öffnungen und Taster waren zu sehen, und eine endlose Reihe winziger Runen spannte sich um die Vertiefung. Die Aufgabe war klar, und Sie legte ihre schmale Hand hinein. Sie wusste nicht was Sie erwarten würde und so wartete Sie gespannt auf eine Reaktion, doch es blieb alles ruhig.
    Das Bündel in ihrer anderen Hand wurde langsam unruhig und begann zu zappeln. Das Tuch rutschte etwas beiseite und Sie betrachtete liebevoll das kleine Gesichtchen, das darunter zum Vorschein kam. Sanft küsste Sie das Kind auf die Stirn und fühlte, wie Ihre Knie weich wurden. Das Kleine lachte gluckernd. Da zog ein leises Klicken ihre Aufmerksamkeit auf das Tischchen zurück. Die Runen glommen sanft auf und ein leises Klackern, das so klang als ob irgendwo unter dem Tisch eine Kette lief, setzte ein. Plötzlich erklang noch ein klackerndes Geräusch und irgendwo tief im Turm surrte etwas hell. Mit einem mal fing es im gesamten Turm wieder an zu Zischen und zu Rattern, und eines der Plättchen vor ihr, begann wieder sich zu bewegen. Erschrocken riss Sie Ihre Hand zurück als sich das Tischchen ohne Vorwarnung wieder zu bewegen begann, und langsam in den Turm zurückglitt. Das kleine Plättchen indess hatte sich wieder über den Rand der Öffnung bewegt, und viele Weitere schienen nun jetzt seinem Beispiel zu folgen. Schon bald war das Tischchen im dunklen Inneren des Turms verschwunden, und die Öffnung wieder verschlossen, doch die Bewegungen auf der Oberfläche hielten an. Mehr noch - jetzt begonnen mehr und mehr der filigranen kleinen Muster sich aufzulösen, neu zu formieren und sich weiter zu bewegen. Erstaunt stellte Sie fest dass auch die Plättchen über der Stelle, wo sich die Öffnung befunden hatte, zu bewegen begannen. Die gesamte Bewegung schien sich über den ganzen Turm aufwärts zu erstrecken, und ein schmaler Spalt bildete sich vor Ihr, der Schnell Breiter und Höher wurde. Schon Bald hatte sich der gesamte Turm vor ihr um Mannesbreite geöffnet, und der Spalt erstreckte sich soweit hinauf, dass selbst Sie sein Ende nicht sehen konnte. Wieder hörte die Mechanik im Inneren des Gebildes auf zu arbeiten, und Dunkelheit hüllte sein Inneres ein, sodass Sie nichts erkennen konnte. Fasziniert betrachtete Sie dieses Werk. Es war schier unglaublich was dieses Volk da vollbracht hatte. Und irgendwie hatte Sie das Gefühl dass das noch nicht Alles war.
    Ein kleines Lichtlein glomm tief im Turm auf. Gebannt starrte Sie es an, und wartete gespannt darauf, was jetzt passieren würde. Keine Frage, der Turm vereinte Technik und Magie. Die Technik hatte ihren Teil getan, was Sie jetzt sah muss der Beginn des magischen Parts sein. Ein zweites Licht glomm auf. Heller als das Erste, und warf einen blassen Schimmer auf ein paar winzige Rädchen und Kolben. Noch während Sie gebannt auf die beiden Lichter starrte, gewahrte Sie ein tiefes Summen und Grollen. Ein Drittes, ein Viertes und ein fünftes Licht blinkten auf. Immer mehr folgten ihnen Schneller und Schneller. Überrascht stolperte Sie ein paar Schritte zurück und betrachtete das Schauspiel vor ihr. Die Lichter vereinten sich tief im Inneren des Turms zu einem gleissenden Ball, der ein weiteres Pult spärlich ausleuchtete, sonst aber nur ein paar Schemen von der Mechanik im inneren des Konstrukts aus der Dunkelheit riss. Langsam trat Sie zwischen die Öffnung der Turmhaut die plötzliche Hitze traf Sie wie ein Schock. Zielstrebig schritt Sie durch die Dunkelheit auf das Licht zu, und betrachtete den Pult vor Ihr. Seltsame Gravuren bedeckten seine Oberfläche, die erst keinen Sinn zu ergeben schienen, doch dann traf Sie die Erkenntnis wie ein Schlag. Sie keuchte schwer und ihre Knie gaben nach. Ein leises Wimmern stal sich über ihre Lippen und Sie begann zu zittern. Das Kleine an Ihrer Brust begann zu Weinen und Sie fühlte sich ausgelaugt und müde. Eine kalte Hand schien um ihr Herz zu greifen und Sie schüttelte sich innerlich.

    Plötzlich hörte Sie das leise Wispern. Ein unangenehmer zischender Ton, der Ihren Namen formte und Sie rief. Entsetzt sprang Sie auf und wirbelte herum. Dort ganz weit an dem Tor, durch das Sie in die gigantische Halle gekommen war, gewahrte Sie einen Schatten, in dessen Zentrum eine unbestimmte Glut zu glühen schien. Entsetzt sah Sie auf das kleine Bündel in ihren Armen hinab. Direkt in das kleine erschrockene Gesichtchen dass Sie da rotz- und tränenverschmiert ansah. Dies war ihre letzte Chance und Sie wollte keine Zeit damit vergeuden ihrem Untergang entgegenzusehen. Sie gab ihm einen letzten Kuss und legte ihn dann behutsam in die Mitte des kleinen Pults. Das Licht schien auf die neue Präsenz des kleinen Kindes zu reagieren und begann intensiv zu pulsieren. Langsam wand Sie sich um. Der Schatten stand direkt vor dem Eingang des Turms und Sie spürte seinen Blick auf ihr. Seinen Hass, seine Wut, sein Neid auf das Kind. Seine Gefühle schienen Sie zu durchströmen und drohten ihren Geist fortzuspülen, wie ein verlorenes Blatt im Wind. Aber da war auch noch etwas - Anderes...
    Plötzlich nahm das Summen zu, und Beide blickten nach oben. Ein gleissend heller Blitz fras sich von oben durch das Innere des Turms auf Sie hinab. Unglaublich schnell jagte er heran und selbst Sie wäre nicht schnell genug gewesen ihm zu entfliehen, hätte Sie das gewollt. Ihr letzter Gedanke galt dem Kind, das auf dem Pult lag, noch während der gleissende Lichtball auf dem Pult einschlug.



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