Japan und Atombombe

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    Re: Japan und Atombombe

    Kyomi - 13.11.2006, 19:24

    Japan und Atombombe
    Japan und Atombombe - wenn man die beiden Worte zusammen hört denkt man warscheinlich zuerst an Hiroshima und Nagasaki.
    Nach den Atomwaffentests in Nordkorea ist das Thema Atombombe nun in Japan leider in anderem Sinne aktuell geworden ...

    Die Welt hat folgendes geschrieben: Japan und die Verlockung der Atombombe

    Der jüngste Atomwaffentest der Steinzeit-Kommunisten in Nordkorea hat die asiatische Großmacht aufgeschreckt - und an die eigenen Potenziale erinnert. Regierungspolitiker wollen "alle Möglichkeiten diskutieren", dass Japan nicht wieder Opfer eines atomaren Angriffs wird. Die Nachbarn Japans sind entsetzt.
    Von Kirstin Wenk

    Tokio - Wenn der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe am 18. und 19. November am Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforum (APEC) in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi teilnimmt, wird ihn das Thema Atombomben gleich zweifach einholen.

    Die Staats- und Regierungschefs aus 21 Ländern wollen einerseits über das weitere Vorgehen gegen Nordkoreas Atomprogramm beraten. Andererseits überlegen japanische Politiker derzeit, ob das Land nicht auch selbst Atombomben entwickeln sollte – und schrecken damit die Region auf.

    Pjöngjangs Bombentest hat die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt an ihre potenzielle Stärke erinnert. „Japan wird wohl der Verlockung erliegen“, fürchtet Südkoreas Oppositionspolitiker Lee Myung-bak, der gute Chancen hat, 2007 Präsidentschaftskandidat der Grand National Party zu werden. In den Zweiergesprächen auf dem APEC-Gipfel wird Abe daher um klärende Worte nicht herum kommen.

    Japans erst seit sechs Wochen amtierender Regierungschef hatte zwar selbst mehrfach laut und klar gesagt, dass Nuklearwaffen keine Option für sein Land seien, auch nicht nach Nordkoreas Test. Doch trotz aller offiziellen Verlautbarungen verstummt die Debatte über das heikle Thema nicht.

    Zwei der prominentesten Politiker der regierenden Liberal-Demokratischen Partei heizen sie an. „Nuklearwaffen sind eine Form der Abschreckung“, sagte Shoichi Nakagawa, Vorsitzender des LDP-Strategierats, mehrfach. „Wir müssen alle Möglichkeiten diskutieren, um sicher zu gehen, dass Japan nicht wieder Opfer eines atomaren Angriffs wird.“ Japans Außenminister Taro Aso sagte bereits kurz nach Nordkoreas Test: „Wenn ein Nachbarland Atomwaffen hat, kann man es nicht ablehnen, die Frage der nuklearen Bewaffnung in Erwägung zu ziehen.“

    Eine atomare Bewaffnung bedeutete zwar keinen Bruch mit der pazifistischen Verfassung, welche die Amerikaner Japan 1947 verordneten. Aber da Abe eine Reform des Artikels 9 anstrebt, nach dem Japan für immer den Krieg abschwört, könnte die Nukleardebatte falsche Signale an Japans Nachbar senden, warnt Japans früherer Außenminister Masahiko Koumura. „Die Diskussion sollte daher schleunigst beendet werden.“

    Technisch wäre das Land dazu in der Lage, innerhalb weniger Wochen Atommacht zu werden. In seinen 53 Kernkraftwerken lagern 43,1 Tonnen waffenfähiges Plutonium, zudem verbrauchte Brennelemente, die weitere 100 Tonnen Plutonium enthalten – genügend für 3000 bis 4000 nukleare Sprengköpfe. Japans früherer Vize-Außenminister Hitoshi Tanaka bezweifelt dennoch, dass Japan die atomare Option wählen werde. „Das wäre ein klarer Bruch mit dem Atomwaffensperrvertrag“, sagt er. „Japan verlöre international an Prestige. Das können wir uns nicht leisten.“ Wenn Japan zur Atomwaffe griffe, rüsteten auch die anderen Länder der Region auf. Die Folge wäre ein Verlust an Sicherheit, nicht ein Gewinn.

    Oppositionsführer Ichiro Ozawa von der Demokratischen Partei fordert daher gemeinsam mit drei kleineren Oppositionsparteien, dass Abe seinen Außenminister Aso als wachsendes Sicherheitsrisiko umgehend entlässt. Der frisch gebackene Ministerpräsident, der unter Druck steht, seine Autorität und Unabhängigkeit in der Partei zu beweisen, bleibt dennoch nichts anderes übrig, als die unliebsamen Äußerungen seiner Parteifreunde als „freie Meinungsäußerungen“ zuzulassen.

    Pflichtschuldig beteuert er selbst, dass sich seine Regierung weiter durch die drei anti-nuklearen Prinzipien gebunden fühle. Danach darf Japan Atomwaffen weder besitzen, noch produzieren noch auf seinem Boden erlauben. „Japan hat als einziges Land der Welt die verheerende Wirkung von Atomwaffen Ende des Zweiten Weltkriegs erfahren“, erinnert Abe. 1945 warfen die Amerikaner zwei Atombomben über Hiroshima und Nagasaki ab. Bis zu 370.000 Menschen kamen unmittelbar danach und an den Folgeschäden ums Leben.

    Außenpolitisch kann Abe die Diskussion nicht gelegen kommen. Eine seiner ersten Handlungen als Ministerpräsident waren Versöhnungsbesuche in China und Südkorea. Nun drohen Aso und Nakagawa, die neuen Freundschaftsbande zu Japans Nachbarn wieder zu zerreißen.

    „Die Atomdebatte schafft international Misstrauen“, warnt auch Hideshi Takesada, Direktor des Nationalen Instituts für Verteidigungsstudien. „Wir sollten lieber eine rationale Diskussion über konventionelle Waffen führen.“ Takesada schlägt vor, einen Flugzeugträger anzuschaffen, Kriegsflugzeuge zu kaufen und das Raketenabwehrprogramm auszubauen und zu beschleunigen.

    Im September begann die Installation des landgestützten Patriot-3-Systems. Unter dem Eindruck des fortschreitenden nordkoreanischen Raketenprogramms beschlossen die Verbündeten Japan und die USA 2005, zusätzlich einen seegestützten Raketenabwehrschild aufzubauen. In den kommenden Jahren werden nun auf Aegis-Zerstörern SM-3-Raketen installiert, um von dort aus feindliche ballistische Raketen zu zerstören.

    Japans Schutzmacht, die USA, sehen die Verteidigungsdebatte in Japan mit gemischten Gefühlen. Einerseits fürchtet Washington einen atomaren Rüstungswettlauf in Asien und versichert, dass Japan auf Atomwaffen verzichten könne, da der Inselstaat unter dem amerikanischen Abwehrschild stehe. Doch Analysten weisen auch daraufhin, dass die Diskussion einen nützlichen Nebeneffekt habe. Peking, Pjöngjangs alter Freund und Helfer, sehe so, wohin es führen werde, wenn Nordkorea nicht von Atomwaffen lässt. Wenn China nicht seinen Druck auf Pjöngjang weiter erhöhe, dann heißt die Konsequenz: Atomwaffen für Japan, später vielleicht sogar für Südkorea und Chinas „abtrünnige Provinz“ Taiwan.

    Artikel erschienen am 13.11.2006



    Was sagt ihr dazu? Eine atomare Bewaffnung Japans wäre meiner Meinung nach fatal. Speziell Japan sollte sich doch eigentlich im klaren sein was
    eine Atomwaffe für Auswirkungen hat und verstehen wie schlimm ein Angriff mit einer Atombombe für ein Land ist. Schon die Tatsache, dass eine
    atomare Bewaffnung scheinbarin ernsthaft Erwägung gezogen wird finde ich erschreckend. Da kann man nur gespannr darauf warten was
    während der APEC dazu gesagt werden wird.


    Edit:

    www.baz.ch/ hat folgendes geschrieben: 80 Prozent der Japaner lehnen Atomwaffen ab

    Tokio. AP/baz. Trotz einer möglichen nuklearen Bedrohung durch Nordkorea lehnt eine grosse Mehrheit der Japaner ein eigenes Atomwaffenprogramm weiter ab. In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage erklärten rund 80 Prozent, Japan solle seine Politik beibehalten und keine Atomwaffen auf seinem Staatsgebiet zulassen.

    Knapp 46 Prozent der Befragten halten aber eine Diskussion über diese Prinzipien für akzeptabel, wie die Zeitung «Yomiuri» berichtete. Mehrere prominente Politiker, darunter Aussenminister Taro Aso, haben sich dafür ausgesprochen, dass die Regierung über die Entwicklung von Kernwaffen zumindest nachdenken müsse. Ministerpräsident Shinzo Abe lehnt dies ab.


    Edit 2:

    Zitat: Nordkorea-Atomproblem: Japan schließt vorzeitiges Scheitern der Verhandlungen nicht aus
    09:32 | 19/ 12/ 2006

    TOKIO, 19. Dezember (RIA Novosti). Der japanische Außenminister Taro Aso hat ein vorzeitiges Ende der Sechsergespräche zur Nordkorea-Problematik nicht ausgeschlossen. Am Dienstag begann in Peking der zweite Tag der fünften Verhandlungsrunde.

    Bei einer Pressekonferenz am Dienstagmorgen in Tokio betonte Taro Aso erneut, dass "alle fünf Teilnehmer der Verhandlungen darin übereinstimmen, dass es unmöglich ist, Nordkorea als Atommacht anzuerkennen". In diesem Zusammenhang antwortete er auf die Frage, ob es möglich sei, dass die Verhandlungen wegen der zu unterschiedlichen Positionen der Teilnehmer abgebrochen werden könnten: "Man kann nicht sagen, dass die Wahrscheinlichkeit dafür bei Null liegt."

    Die Position Nordkoreas bei den Sechsergesprächen unterscheidet sich fundamental von der Herangehensweise aller anderen Teilnehmer.

    Am Montagabend nach dem Ende des ersten Verhandlungstages hatte der Leiter der japanischen Delegation Kenichiro Sasae erklärt, dass "in den programmatischen Erklärungen der nordkoreanischen Seite für alle anderen Verhandlungsteilnehmer unannehmbare Momente" herausklangen. In ihnen gebe es zu viele Probleme, die radikal von der Meinung aller anderen abwichen, sagte Kenichiro Sasae.

    Schon zuvor hatte der stellvertretende japanische Außenminister Shotaro Yachi, der der japanischen Verhandlungsdelegation bei den Sechsergesprächen angehört, auf einer Pressekonferenz mitgeteilt, dass er Fortschritte bei der atomaren Abrüstung Nordkoreas derzeit für unwahrscheinlich halte. Seiner Ansicht nach haben die Verhandlungsteilnehmer "keine konkreten Erklärungen (von Nordkorea) gehört, die Anlass zur Hoffnung auf ein Vorwärtskommen geben".

    An der zweiten Etappe der fünften Runde der Sechsergespräche nehmen die Delegationen der USA, Chinas, Nordkoreas, Russlands, Südkoreas und Japans teil.


    Edit 3: (7.08.07)

    spiegel.de hat folgendes geschrieben: Japan schwört Atomwaffen ab

    Japan wird nie mehr Atomwaffen besitzen: Das versprach Regierungschef Abe am heutigen 62. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima. Andere Staaten sollten es seinem Land gleichtun, sagte er. Der Katastrophe vom 6. August 1945 gedachten Zehntausende Japaner.

    Hiroshima - "Ich erneuere mein Versprechen, die wesentlichen Prinzipien gegen Atomwaffen einzuhalten", sagte Japans Ministerpräsident Shinzo Abe. Dazu gehören der Verzicht auf die Herstellung, den Besitz und die Stationierung von Atomwaffen.

    Konservative Berater des Regierungschefs hatten im vergangenen Jahr angeregt, diese Politik zu überdenken. Damit reagierten sie auf einen erfolgreichen Atombombentest Nordkoreas. Abe war im September mit der erklärten Absicht angetreten, die pazifistische Verfassung Japans neu zu schreiben. Die Umfragewerte des Regierungschefs sind allerdings nach einer Reihe von Skandalen im Keller und erreichten am heutigen Montag ein historisches Tief.

    Die Vorstellung, auf die Anti-Atomwaffenpolitik zu verzichten, ist nicht nur für die Bewohner von Hiroshima undenkbar, sondern auch für die Einwohner von Nagasaki, der zweiten mit Atombomben angegriffenen Stadt. Hiroshimas Bürgermeister Tadatoshi Akiba kritisierte heute die Atommächte und vor allem die USA wegen ihrer Aufrüstung mit Atomwaffen. "Die Menschheit muss immer noch ihre Zerstörung fürchten, weil überholte Politiker der Realität der Atombombe und der Botschaft der Überlebenden den Rücken kehren", sagte Akiba. Die japanische Regierung solle an ihrer pazifistischen Verfassung festhalten und nicht der falschen US-Politik nacheifern, sagte Akiba. Die Regierung müsse "Nein sagen zur Politik der USA, die überholt und ein Fehler ist".

    Zehntausende Menschen haben heute im japanischen Hiroshima der Opfer des Atombombenabwurfs vor 62 Jahren gedacht. Rund 45.000 Menschen versammelten sich in der Stadt im Westen Japans. Um 8.15 Uhr - der Uhrzeit des Bombenabwurfs - legten die Trauernden eine Schweigeminute ein, die Friedensglocke läutete. Bei der Tragödie wurden 140.000 Menschen getötet. An den Folgen des Abwurfs der Atombombe durch die USA am 6. August 1945 auf Hiroshima starben bis heute mehr als 250.000 Menschen.

    Am 9. August warfen die USA eine zweite Atombombe ab, diesmal auf die japanische Stadt Nagasaki. Sechs Tage nach diesem Abwurf kapitulierte Japan im Zweiten Weltkrieg. Seitdem ist das Land einer der treuesten Verbündeten der USA. 40.000 US-Soldaten sind auf japanischem Gebiet stationiert. Einsätze japanischer Soldaten bei internationalen Missionen sind aber durch die pazifistische Verfassung des Landes fast nicht möglich.

    Bereits gestern hatte sich Abe für die umstrittenen Äußerungen seines früheren Verteidigungsministers entschuldigt. Fumio Kyuma hatte erklärt, die Bombardierung von Hiroshima und Nagasaki durch die USA sei "unvermeidbar" gewesen, um den Zweiten Weltkrieg zu beenden. Er musste nach massiver Kritik an seinen Bemerkungen zurücktreten.

    fba/AFP/Reuters



    Re: Japan und Atombombe

    Mozzie - 11.04.2009, 22:23


    ich glaube (hoffe) dass japan nicht zu einer atommacht wird... dafür ist die erinnerung an hiroshima noch zu intensiv. nicht nur in hiroshima selbst.

    meine freundin ist noch in japan und ist auch mit einem japaner zusammen. als ihre damalige gastmutter das erfahren hat meinte sie: "aber doch hoffentlich niemanden aus hiroshima?"
    ihr freund kommt zwar aus tokyo, aber trotzdem hat meine freundin gefragt, was denn so schlimm daran sei, wenn sie einen freund aus hiroshima hätte. daraufhin meinte ihre gastmutter, dass die schäden durch die nukleare verseuchung immer noch im blut der menschen von hiroshima sei und dass ihre kinder dann krüppel würden.
    (jaja, typisch japaner.. kaum ist man mit jemandem zusammen gibts kinder <<")

    das steckt noch so sehr drin... und die gastmutter meiner freundin ist keine ungebildete frau muss man dazu sagen. ich glaube wenn japan atommacht werden würde gäbs ne revolution oo"



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