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Re: Depression
mglive - 12.11.2006, 19:54Depression
Was ist eine Depression?
Depression ist eine Erkrankung, die mit Niedergeschlagenheit sowie körperlichen und psychischen Störungen einhergeht. Das können beispielsweise Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und Verdauungsstörungen sein. Schätzungsweise fünf Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden derzeit an einer behandlungsbedürftigen Depression - in Deutschland sind das etwa vier Millionen Menschen.
Etwa dreimal so groß ist aber die Zahl derjenigen, die irgendwann im Laufe des Lebens an einer Depression erkranken. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO erkranken ungefähr zwei- bis dreimal so viele Frauen wie Männer.
Man nimmt an, dass die Neigung zur Depression zum Teil vererbbar ist. Hat man bereits einmal eine Depression durchlebt, so besteht ein erhöhtes Risiko, dass die Krankheit erneut auftritt.
Re: Depression
mglive - 12.11.2006, 19:55Formen der Depression
Unipolare Depression
Sie ist die häufigste depressive Erkrankung. Der Name "unipolar" (=einpolig) kommt daher, dass die Patienten nur depressive, aber keine manischen Phasen haben. Hauptsymtome sind das Morgentief, frühe Aufwachen, Schlafstörungen in der zweiten Nachthälfte und Niedergeschlagenheit.
Bipolare affektive Störung
Die bipolare affektive Störung ist durch depressive und manische Phasen gekennzeichnet. In der Manie dominiert bei den Betroffenen ein übersteigertes Selbstverständnis; auch die eigenen Fähigkeiten werden überschätzt . So können manische Patienten wochenlang die Nächte durcharbeiten, ohne Müdigkeitserscheinungen wahrzunehmen.
Dysthymie, Zyklothymie
Bei der Dysthymie sind die depressiven Symptome etwas weniger ausgeprägt als bei der unipolaren Depression. Sie beginnen aber oft schon im Jugendalter und verlaufen chronisch, erstrecken sich also über weite Lebensabschnitte.
Bei der Zyklothymie, dem bipolaren Gegenstück zur Dysthymie, kommt es zu leichter ausgeprägten manischen und depressiven Phasen.
Winterdepression
Von einer saisonal abhängigen Depression (SAD, Winterdepression) spricht man, wenn die depressiven Symptome regelmäßig im Herbst oder Winter auftreten und im Frühjahr oder Frühsommer wieder vergehen. Diese Form der Depression dauert also höchstens fünf bis sechs Monate an. Das typische Anzeichen ist die Energielosigkeit, weniger die depressive Verstimmung.
Quellen
Kompetenznetz Depression; T. Payk: Checkliste Psychiatrie und Psychotherapie, 4. Auflage; Möller, Laux, Deister: Psychiatrie und Psychotherapie, 2. Auflage;
Re: Depression
mglive - 12.11.2006, 20:01
[b][b]Manisch-depressive Erkrankung (bipolare affektive Störung)
Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Was ist eine manisch-depressive Erkrankung?
Bipolar: Den Himmel stürmen oder im Keller verkriechen
"Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt", so übersetzt der Volksmund die Diagnose manisch-depressive Erkrankung. Die Krankheit ist durch abwechselnde Episoden von Depression und gehobener Stimmung (Manie) gekennzeichnet. Es ist ein Kaleidoskop menschenmöglicher Stimmungslagen zwischen Euphorie und abgrundtiefer Einsamkeit.
Die Zahl der Episoden ist von Person zu Person verschieden. Manche haben nur eine einzelne Episode, andere haben viele. Zwischen den Episoden ist der Patient meist psychisch gesund. Schätzungsweise sind ein Prozent der Bevölkerung von der manisch-depressiven Erkrankung betroffen.
Wie entstehen manisch-depressive Erkrankungen?
Familien- und Zwillingsstudien haben gezeigt, dass erbliche Faktoren für die Entstehung der Krankheit von Bedeutung sind. Bisherige Untersuchungen lassen vermuten, dass ein kompliziertes Zusammenspiel mehrerer Gene mit verschiedenen Umweltfaktoren für die Erkrankung verantwortlich ist.
Vieles deutet darauf hin, dass die Verteilung und Regulation wichtiger Neurotransmitter (chemische Stoffe, die Nervensignale weiterleiten, z.B. Serotonin, Noradrenalin, Dopamin) im Gehirn gestört ist. Eine Therapie zielt deshalb darauf ab, eine kontrollierte Ausschüttung dieser Signalstoffe zu erreichen.
Wie macht sich die Erkrankung bemerkbar?
In den depressiven Phasen dominiert das Krankheitsbild der Depression:
Gedrückte Stimmung
Starke Hoffnungslosigkeit
Fehlender Antrieb und Freudlosigkeit
Schlafstörungen und Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust sind häufig.
Die Mimik ist starr, die Sprache meist leise und die Antworten kommen verzögert.
Der Patient leidet an fehlendem Selbstbewusstsein und Selbstvorwürfen.
Die Gedanken kreisen oft um Tod und Selbsttötung.
In den manischen Perioden ist das Krankheitsbild genau entgegengesetzt. Der Betroffene hat Lebenskraft und das Bedürfnis, etwas zu tun. Die wichtigsten Symptome sind:
Gehobene Stimmung, Aggression, Reizbarkeit (Irritabilität)
Stark gesteigerter Antrieb und Energie: Das Schlafbedürfnis fehlt.
Rededrang: Die Stimme ist kräftiger und man spricht schneller als sonst.
Meist keine Krankheitseinsicht
Hemmungsloses und unkritisches Verhalten, gesteigerte Impulsivität und Spontanität. Dies kann sich z.B. durch Kaufrausch bemerkbar machen.
Änderung des Geschmacks: Maniker tragen bunte, schreiende Farben, sehr oft rot.
Erhöhtes Selbstbewusstsein
Wie erstellt der Arzt die Diagnose?
Es gibt keine sicheren Tests, aber das Krankheitsbild mit den extremen Stimmungsänderungen ist so charakteristisch, dass der Arzt die Diagnose meist relativ problemlos stellen kann. Bei der ersten Episode kann es manchmal schwieriger sein. Oft leiden auch Verwandte an der manisch-depressiven Erkrankung, was bei der Diagnosestellung hilfreich sein kann.
Wie wird die Erkrankung behandelt?
Es gibt effektive Behandlungen sowohl für Depressionen als auch für Manien. Da aber selbst nach einer erfolgreichen Behandlung immer wieder Rückfälle auftreten können, ist eine längerfristige Rückfall verhütende Behandlung (Prophylaxe) äußerst wichtig.
Die Behandlung der depressiven Episode hängt von der Schwere der Symptome ab:
Bei leichten Depressionen kann eine Gesprächstherapie ausreichend sein, meist werden jedoch zusätzlich Medikamente (Antidepressiva) notwendig:
Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (Medikamente, die die Wirkung von Serotonin im Gehirn erhöhen)
Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (Medikamente, die die Wirkung von Noradrenalin im Gehirn erhöhen)
Trizyklische und Tetrazyklische Antidepressiva (Medikamente, die die Wirkung von Noradrenalin und Serotonin im Gehirn erhöhen)
Mono-Amino-Oxidase (MAO)-Hemmer (Medikamente, die das Enzym MAO hemmen und dadurch den Abbau bestimmter Botenstoffe wie Noradrenalin und Serotonin im Gehirn verlangsamen)
In schweren Fällen, besonders in Verbindung mit Selbsttötungsabsichten (Suizidgedanken), kann die Einweisung in ein Krankenhaus notwendig werden.
Die manischen Episoden behandelt der Arzt medikamentös mit Neuroleptika (antipsychotische Medikamente), Lithiumsalzen (z.B. Lithiumcarbonat) oder Valproinsäure.
Wie kann man der Erkrankung vorbeugen?
Das Auftreten von manischen oder depressiven Episoden kann durch eine langfristige Gabe von Lithium verhindert werden. Eine derartige Lithiumprophylaxe ist jedoch nur erfolgreich, wenn Patient und Arzt sehr eng, vertrauensvoll und zuverlässig zusammenarbeiten.
Weniger gut belegt ist als Alternative die rückfallvorbeugende Behandlung mit Carbamazepin oder Valproinsäure.
Wichtig ist auch ein geregelter Lebensrhythmus. So kann z.B. manchmal durch zu wenig Schlaf eine manische Episode ausgelöst werden.
Wie ist die Prognose?
Durch eine konsequente Behandlung kann den meisten Patienten gut geholfen werden: Sowohl depressive als auch manische Phasen können zum Abklingen gebracht werden.
Entscheidend für die Prognose ist die enge Zusammenarbeit zwischen Patient und behandelnden Ärzten:
Dies hilft z.B. drohende manische oder depressive Rückfälle rechtzeitig zu erkennen.
Eine enge Kooperation zwischen allen Beteiligten sichert auch eine regelmäßige und präzise Langzeitbehandlung.
Quellen
Kompetenznetz Depression; New England Journal of Medicine, July 2004; Journal for Clinical Psychiatry 2005, Nr. 66, Ergänzungsband 1, Seiten: 3-6
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